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Archiv - Musical

Tickets bei den Vereinigten Bühnen Wien teurer als bei Stage Entertainment

»Die Schöne und das Biest« stellt für die VBW eine Zeitenwende dar. Lange Zeit gab es Übelmeinende, die prophezeiten: Einmal, ja einmal werden die Preise der VBW noch über jenen von Stage Entertainment liegen.
Was für eine absurde Vorstellung. Dort Stage Entertainment, ein kommerzielles Unternehmen, das auf Marktmechanismen setzt, hier das Monopoly-Gegenstück. Die Wiener Ticketpreise, überspitzt formuliert, Chips mit einem Fantasiewert, beliebig festsetzbar, in dem Wissen, dass die erzielten Einnahmen in der Realität nie reichen würden, um kostendeckend zu produzieren. Steuerzahler finanzieren das Unternehmen, und das ist ja auch gut so. Kultur soll gefördert werden.
Dennoch ändert sich das mit Herbst 2026, denn mit »Die Schöne und das Biest« verlangen die VBW, wir nehmen als Vergleichsbeispiel Mittwoch, den 30.9., mehr für ein Ticket als Stage Entertainment.
30.9. »Der König der Löwen«, Hamburg: Premium, 1. Reihe: 185,99 Euro
30.9. »Die Schöne und das Biest«, Wien: VIP GOLD, 1. Reihe: 189 Euro
Der Vergleich ist natürlich etwas unfair, denn die VBW spielen das Spielchen mit flexiblen Kartenpreisen, wie es ihnen gefällt. In einem anderen Monat kosten Tickets wieder weniger. Aber: Die Preise an diesem Tag sind Fakt. Ich will damit eine Entwicklung zeigen. Nicht dass dann jemand überrascht ist, wenn die VBW 2027 vielleicht nicht nur an einem einzigen Tag die Stage-Preise toppen.
Noch interessanter wäre es vielleicht, die VBW Folgendes zu fragen. Gehen wir in die nächste Spielzeit zu »Die Schöne und das Biest« und schauen wird uns die Ticketpreise der teuersten Kategorie nur für die Dienstage an.
29.9.: 189 Euro
6.10.: 179 Euro
13.10.: 189 Euro
20.10.: 179 Euro
27.10. 189 Euro
3.11.: 159 Euro
10.11.: 159 Euro
17.11.: 169 Euro
24.11.: 169 Euro
1.12.: 159 Euro
15.12. 149 Euro
22.12.: 179 Euro
Dynamic Pricing made in Oberlerchenfeld?

Links
Ticketpreis VBW 30.0.2026
Ticketpreis Stage Entertainment 30.9.2026

Aimee Mann: »Girl, Interrupted« (Public Theater 2026)

Vor sieben Jahren arbeitete Singer-Songwriter Aimee Mann an Liedern für eine Musicalversion des Films „Girl, Interrupted“ („Durchgeknallt“; 1999 mit Winona Ryder und Angelina Jolie als schräge Psychopathinnen in den Hauptrollen). Das Psychodrama basiert auf der Autobiografie von Susanna Kaysen, die Ende der 1960er-Jahre als 18-Jährige für eineinhalb Jahre in einer psychiatrischen Klinik weggesperrt wurde, die alle einschlägigen (Horror-)Vorstellungen von solch einer Institution zu jener Zeit erfüllte.
Aus der Show wurde nichts, aber die Songs veröffentlichte Aimee Mann unter dem Titel »Queens of the Summer Hotel«, wobei die psychiatrische Anstalt Aimee Manns „Summer Hotel“ ist, und die „Queens“ die Patientinnen, denen sie 15 melodisch eingängige Songs widmet.
2026 wird die Bühnenfassung nun doch verwirklicht. »Girl, Interrupted« ist vom 13. Mai bis 21. Juni im Public Theatre zu sehen. Als Choreografin dabei: Sonya Tayeh (2021 Tony Award für »Moulin Rouge«). Das Buch hat Martyna Mayok geschrieben (sie schrieb auch für das neue Musical von Florence Welch, »Gatsby: An American Myth«, das Buch). Regie: Jo Bonney.
Zum immerwährenden Thema der Zeit, Missbrauch, schrieb Aimee Mann für die Show den Song »Home by now«.

Links
Public Theater
Sonya Tayeh
Martyna Mayok
Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft
»Home by Now« auf YouTube

Aktuelle Zahlen zu den VBW

Zahlen zu den VBW sind ja nur eher über Umwege zu bekommen. Etwa über das Protokoll des Gemeinderats der Bundeshauptstadt Wien, 22. Wahlperiode, 9. Sitzung vom 18. Dezember 2025.
Förderung der VBW durch die Stadt Wien
2025: 57,5 Millionen EUR
2026: 52,5 Millionen EUR
Eigendeckunggrad
2015: 61 Prozent
2019: 55 Prozent
Recht unterhaltsam ist eine Wortmeldung von Thomas Reindl (SPÖ). Er sagt: »Ein großer Unterschied ist aber, ob man so wie in Wien 40 Personen im Orchestergraben sitzen hat, die live spielen und für die wir Arbeitsplätze schaffen, oder ob die Musik aus der Dose kommt. Das ist ein ganz großer Unterschied.«
Bei welcher Produktion war er?
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Judith Edelmann (ÖVP) skizziert ein wenig die Zukunft:
»Keiner von uns – weder ich noch ein Mitglied meiner Fraktion – hat sich darüber aufgeregt, dass 5 Millionen EUR eingespart werden, möchte ich sagen. Es geht um den Eigendeckungsgrad von den Vereinigten Bühnen. Ich bin der Meinung, man muss auch nächstes Jahr 5 Millionen einsparen und übernächstes Jahr 5 Millionen einsparen, und ich bin sehr froh, dass damit begonnen wurde.«
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Johann Arsenovic (GRÜNE): zum Thema »Disney«:
»Ich habe mir vor allem diese Stage Entertainment Group sehr genau angeschaut. Das sind Häuser in Deutschland, die zu 100 Prozent eigenfinanziert sind - ja, das stimmt: zu 100 Prozent -, die Disney-Musicals spielen.«
Dieser Tage gabs ja die Gender-Reveal-Party der VBW rund um die Besetzung von Disneys »Die Schöne und das Biest«. Mehr als »It’s a Baby« fiel auch der Presse dazu nicht ein.
Quelle
wien.gv.at

VBW: Streicher-Fadeout mit Glissando

»Die Schöne und das Biest«, 2026 in Wien, kann man für das Orchester, wenn man so möchte, als Streicher-Fadeout mit Glissando betrachten. Im Creative Team haben wir mit Christoph Buskies einen in der Branche bekannten Erfinder. Er hat »KeyComp« entwickelt, »a revolutionary, keyboard-driven system that enables a single player to produce the sound and dynamics of a full-sized, live orchestra with an unparalleled level of detail and control«. Die Richtung stimmt, aus Sicht der Exit-Strategen.
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Technology in S.F.’s ‘Frozen’ reduces musicians in live performances, but at what cost to audiences?
KeyComp has been used in Europe for years, and the benefit it provides for producers is clear: They can get sound that’s better than most synthesizers without hiring more musicians. But members of the American Federation of Musicians union are concerned about the economic impact of KeyComp — especially on its subgroup, the Theatre Musicians Association, which has 565 members nationwide.
“It may eventually threaten the continued employment of nearly all theatrical musicians, local and touring alike,” AFM International President Ray Hair said in a statement to The Chronicle. He added that the union will continue to work “to win better economic terms and protections against further erosion of employment from reduced orchestrations and the use of electronic devices.”

Link
San Francisco Chronicle

Subventionen der VBW

2005: ca. 16 Millionen
2006: 31 Millionen (Umwidmung Theater an der Wien)
2012: 36,35 Millionen
2014: 42,08 Millionen
2018: 39 Millionen
2019: 40 Millionen
2021: 40,2 Millionen
2022: 49,9 Millionen (das waren 50 Prozent des Budgets aus dem Bereich darstellende Kunst)
2024: 56 Millionen

Link
2005/2006
Budgetdrama »Tanz der Vampire«

2022
Anpassung der Subvention für die Vereinigten Bühnen Wien GmbH

2024
Förderbericht

Raver, Balletttänzer & Frank Wildhorn

Über Szenen, die zur Mitte des Films und am Ende des apokalyptischen Raver-Films »Sirdat« stattfinden, im aktuellen »profil« (Ausgabe vom 9. August 2025):
»[Sie] müssen hier ungenannt bleiben, um seine Wirkung nicht einzuschränken, nur so viel sei angedeutet: Der gewaltigen emotionalen Fallhöhe, mit der Laxe hantiert, ist kaum gerecht zu werden. Natürlich fürchte auch er, sagt der Regisseur, dass sein Publikum in diesen drastischen Momenten aussteigen könnte. ›Aber darum dreht sich Kunst doch: sich auf dünnem Eis zu bewegen, am Abgrund zu stehen, der Absturzgefahr ins Auge zu blicken.‹ Er kalkuliere die Härte seiner Erzählung nicht, habe aber seine Absichten sehr genau erforscht – ‹und ich weiß, dass ich kein Sadist bin. Ich will dem Publikum bestmöglich dienen. Ich bin 43 Jahre alt, ich bin kein Nihilist, ich bin gläubig und sicher, dass meine Intentionen gut und richtig sind.‹ Das habe ihm das Vertrauen gegeben, diese Szenen zu drehen.«
Zu nicht konkret Benennbarem zählt auch die eine oder andere Szene in österreichischen Musicalproduktionen. In England gibt es Blogger, die seit Jahren (verstärkt seit 2012) Momente in VBW-Shows feststellen, »when the camp creeps in«. »Alien«-Fans würden wohl Ripley zitieren: »Das ist nicht unser Sonnensystem.« Nicht, weil Camp ein wesensfremder Zug bestimmter Musicals wäre, sondern weil in diesen Momenten »etwas nicht stimmt«. Wie in »Alien«. Die Mannschaft ist aufgewacht, aber nicht planmäßig. Man hat sich »verrannt«. Im System Gergen (Struppeck & Anhang) sind das zum Beispiel schwüle Szenen mit lose bekleideten Darstellern, die nicht ins Konzept des Musicals passen. Bei Konzerten können das Momente sein, wo auf einmal Balletttänzer zu Wildhorn-Songs auf einer Minibühne tanzen. Keine Sorge, es sind immer Stargeiger und Ballettstars, die die Stimmung crashen, pardon, einem Event den besonderen Touch verleihen. Frank Wildhorn wird kein Problem damit haben. Kürzlich hat er in einem Interview gesagt: »Ich hab Football gespielt, dann war ich Rettungsschwimmer, und dann hab ich mir selbst das Klavierspielen beigebracht. Ich hab 100 Millionen Platten verkauft, 40 Musicals von mir werden weltweit gespielt. Ich wache jeden Morgen auf und weiß: Ich bin der glücklichste Mensch der Welt. Ich muss nett sein, alles andere kostet zu viel Energie.«

Bühne Baden: »Songs For A New World«

In Baden ist die Premiere von Jason Robert Browns »Songs For A New World« noch immer nicht ausverkauft.
Meine Lieblingsversion von »Flying home« ist jene von Shaun Flemming, Melissa Womack, Ashley Strumwasser und A.J. Holmes. Eine Schülerproduktion (Agoura High School) von 2006. Shaun Fleming (später als Diane Coffee bekannt), damals 19, hat die Show nach einem Skateboard-Unfall im Rollstuhl gespielt.

Link:
»Flying home«: Shaun Flemming, Melissa Womack, Ashley Strumwasser, A.J. Holmes:
(»Songs for a New World«, Jason Robert Brown)

Theater Spielraum, Wien: »Die Geschichte meines Lebens« (Wiederaufnahme)

DIE GESCHICHTE MEINES LEBENS - Wiederaufnahme
Kammermusical von Neil Bartram & Brian Hill
29.–30.9.; 2., 4.10.2025, Theater Spielraum, Wien
mit Christof Messner, Aris Sas
Regie: Robert G. Neumayr
Musikalische Leitung & Klavier: Bernhard Jaretz
Ausstattung: Anna Pollack

Link
Theater Spielraum

»Maria Theresia« / Facts 2

Dass sich Maria Theresia gegen das Patriarchat durchgesetzt hätte, ist ein nettes Gschichtl, aber mehr nicht.
Historikerinnen wie Barbara Stollberg-Rilinger betonen, dass Frauen wie Maria Theresia nach ihrer Thronbesteigung im Geiste der Zeit als »Männer in Frauenkörpern« angesehen wurden. Ihr Erfolg bestätige das patriarchale System eher, da es besondere Rechtfertigungen und Umdeutungen bedurfte, um eine Frau an der Spitze zu akzeptieren.
Maria Theresias Position blieb eine Ausnahme, die patriarchale Gesellschaft und ihre Rollenmuster wurden dadurch kaum verändert.

Link
Frauen in der PolitikWarum Maria Theresia zum Mann erklärt werden musste

Theater in der Innenstadt 2026: »Evil Dead«

Im Februar 2026 bringt das Linzer Theater in der Innenstadt die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals »EVIL DEAD«.
Auf der Comic Con in Wels gibts schon diesen April erste Nummern:
Samstag, 26.4. | 11.30–12.15 Uhr
Sonntag, 27.4. | 11.00–11.45 Uhr

Quellen:
Instagram
Comic Con Wels
Theater in der Innenstadt

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