Archiv - Tonträger
Martin Bruny am Samstag, den
15. Oktober 2005 um 13:33 · gespeichert in Tonträger
Die CD ist de facto tot. Die Plattenindustrie mag noch so viele Auswege suchen, wie man dieses tote Format wiederbeleben könnte, der Patient ist nicht mehr zu retten. Vor ein paar Monaten startete man angesichts dramatisch sinkender Verkäufe den Versuchsballon, eine CD (die damals aktuelle der Gruppe “2raumwohnung”) in verschiedenen Ausstattungen auf den Markt zu bringen. Von der Deluxe-Version mit besonders dickem Booklet, bis hin zur Sandler-Edition, die nur mehr die nackte CD enthält. Was wurde aus dem Projekt? Nie mehr davon gehört. Der Preis allein kann für das Multiorganversagen der CD-Industrie nicht verantwortlich gemacht werden. Nun wird die DUAL-Disc heavy promotet - eine auf beiden Seiten bespielte CD, die auf der Bonus-Site ein paar Goodies beinhaltet. Nett, und für Fans sicher ein Kaufanreiz, aber auch damit rettet man die CD nicht mehr.
Wer heutzutage mit dem Musiksammeln beginnt, kauft praktisch keine CD mehr. Wenn etwas online verfügbar ist, so reicht das. Und online verfügbar ist heutzutage praktisch alles, durchaus online legal verfügbar. Ein paar Musiksparten wie zum Beispiel das Musical mag es geben, die sich online rar machen, aber auch da sollten sich die Labels, wenn sie ihre Absatzzahlen wieder steigern wollen, überlegen, ob die Zukunft von Musicalproduktionen etwa nicht gerade der Onlinemarkt ist. Aktuelle Broadwaymusicals sind in Europa nur als noch immer recht teurer Import erhältlich - doch wieso all das Plastik importieren, wo man in wenigen Sekunden die Daten von A nach B beamen kann?
Wenn ich mir heute die Berge an unnützem Speichermaterial (CDs, Vinyl) ansehe, das ich in den letzten Jahren angesammelt habe, stellt sich mir die Frage nach der Digitalisierung immer dringender. Noch ist nichts wirklich Befriedigendes am Markt, aber es wird nicht mehr lange dauern. Noch ist es zu mühsam, Tausende CDs privat zu digitalisieren. Es kostet zu viel Zeit, und dann stellt sich die Frage nach dem Speicherplatz. Externe Festplatten würden sich anbieten, aber was, wenn sie, was sie durchaus gerne machen, kaputtgehen. Spezielle Sicherungssysteme sind für den privaten Haushalt nicht wirklich eine Lösung, iPods und Konsorten sind in der derzeitigen Entwicklungsstufe noch steinzeitähnliche Tools, was Usability betrifft. Daten für den privaten Bedarf nach Wunsch zu digitalisieren, wird ein zunehmend gefragter Job im Bereich des Dienstleistungssektors. Für den derzeit beliebten iPod gibt es bereits diverse Digitalisierungsunternehmen. Aber auch da stellt sich die Frage nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis.
In einer nicht allzu entfernten Zukunft, so meinte unlängst der Zukunftsforscher Matthias Horx, werden wir auf eine - heute noch - futuristisch anmutende, dann aber doch Retro-Art Musik genießen. Wie schon Kal-El mitten in einer Eiswüste aus einem Eiskristall einen Eispalast erstehen ließ, in dem Jor-El ihn mit seinen Superkräften vertraut machte, werden wir ein Kristall in ein hüsch anzusehendes Schälchen legen, und aus den Wiedergabezellen unserer Wände wird Musik erklingen. Eine schöne Vorstellung. Jedenfalls angesichts der CD-Türme, die sich in meiner Wohnung ziemlich viel an Wohnraum geschnappt haben.
Martin Bruny am Samstag, den
8. Oktober 2005 um 13:32 · gespeichert in Pop, Tonträger

Stevie Wonders letzte CD “Conversation Peace” ist vor unglaublichen 10 Jahren erschienen. Ich persönlich finde es ja immer schade, wenn Entertainer vom Stile eines Wonder einfach abtauchen und privatisieren, quasi am Höhepunkt ihres Künstlertums, aber Stevie Wonder wird Gründe für seine lange Pause gehabt haben.
Mit 55 Jahren liefert er 2005 A time 2 love ab, und es ist eines seiner besten Alben geworden, freilich nicht zu vergleichen mit “Innervisions”, “Talking Book” oder “Songs in the Key of Life”, aber wer überhaupt hat in den letzten drei Jahrzehnten Alben auf den Markt gebracht, die daran heranreichen?
Angekündigt war “A time 2 love” schon lange, eine Singleauskopplung “So what the fuss” floppte im Sommer, und es scheint, als könne sich Wonders Plattenfirma nicht so richtig entscheiden, wie und wo die CD erscheinen soll. Einerseits ist sie bei iTunes/USA bereits erhältlich, andererseits ist auf Wonders Website, Stand April 2005, eine völlig andere Tracklist zu lesen als auf der bei Amazon angepriesenen CD, die erst ab 18. Oktober erhältlich sein wird - kurzum, es herrscht das perfekte Chaos.

Stimmlich zeigt sich der Meister in Hochform, und es macht Freude, seinen zeitlosen Kompositionen, die er mit seiner unverwechselbaren Stimme interpretiert, zuzuhören. “A time 2 love” bietet Wonder pur, kein Duets-Album oder eine Horde der derzeit angesagten Topstars, die um viel Geld mal eben einen kleinen Gastauftritt absolvieren. Die Auswahl der Gäste ist geradezu elitär, wir hören die Gospelsängerin Kim Burrell beim Opener “If your love cannot be moved”. India.Arie singt gemeinsam mit Wonder den Titelsong “A time 2 love”, und Aisha Morris, Wonders Tochter, gibt sich auf “How will I Know” die Ehre. Sämtliche der von Wonder gesungenen Balladen (”Moon blue”, “From the bottom of my heart”, “How will I know”, “Passionate raindrops”, “True love”, “Shelter in the rain” und “Can’t imagine love without you”) sind, das kann man gar nicht oft genug betonen, zeitlose Juwele, reinste Evergreens aus dem Stand. Die Frage, ob sich damit die Charts erobern lassen, ist aber eine andere. Wonder bietet “Adult Contemporary” in Reinstform, und wenn Künstler dafür in den USA eigene Charts vorfinden, in denen sie mit ihren CDs punkten können, so müssen sie sich in Europa mit US5 und anderen Maistreammarionetten matchen, ohne wirklich eine Chance zu haben. Wie auch immer, Stevie Wonder hat mit “A time 2 love” eine der besten CDs des Jahres abgeliefert, und auf die nächste müssen wir hoffentlich nicht wieder 10 Jahre warten.
Martin Bruny am Dienstag, den
27. September 2005 um 13:29 · gespeichert in Musical, Tonträger
Frank Wildhorn, Komponist (”Jekyll & Hyde”, “The Scarlet Pimpernel”, “The Civil War” & “Dracula”), und Jeremy Roberts, Musical Director, sind mit GlobalVision Records, einem brandneuen Plattenlabel, an den Start gegangen.
Was darf man sich von GlobalVision Records erwarten? Nun, vor allem Aufnahmen zeitgenössischer Musicals. Die ersten Projekte sind bereits fixiert. Die erste CD, die man auf den Markt bringen will, ist ein brandneues Konzept-Album von Frank Wildhorns Musical “Jekyll & Hyde”, das derzeit als Tourproduktion mit Rob Even in der Hauptrolle durch die USA tingelt.
In der Planungsphase befindet sich ein Konzeptalbum von Frank Wildhorns (& Leslie Bricusses) Musical “Cyrano der Bergerac”. Die Show wird 2006 in London seine Premiere feiern. Bereits finalisiert ist das Konzeptalbum von Wildhorns “Dracula”, ein Veröffentlichungsdatum steht da noch aus.
Martin Bruny am Sonntag, den
8. Mai 2005 um 12:46 · gespeichert in Tonträger

Martin Bruny am Freitag, den
8. April 2005 um 16:59 · gespeichert in Tonträger
Cast-CDs fristen in der Tonträgerlandschaft ein elitäres, aber karges Dasein. Auf der einen Seite der Kostenfaktor: Aufnahmen mit Orchester kosten ein Vermögen, Aufnahmen mit Broadway- oder sonstigen Stars ebenso. Auf der anderen Seite die Absatzchancen: In die Charts kommt man mit Musical-CDs äußerst selten. Man hat es mit einem völlig unbrechenbaren Publikum zu tun, das aus Freaks besteht, die jeden Song von Stephen Sondheim besitzen wollen, egal, auf welcher CD er zu finden ist, bis hin zu Sammlern, die alle Off-Broadway-Shows lückenlos in ihrer Sammlung wissen wollen.
Oft wurde die Cast-CD totgesagt, seit dem Jahre 2000 jedoch gibt es in den USA ein sehr rühriges Label, das neue Standards auf dem Gebiet der Musical-CDs setzt: Sh-K-Boom mit seinem Spin-off-Label Ghostlight Records. Gleich eine ganze Reihe an hochinteressanten Neuerscheinungen bringt Ghostlight in den nächsten Monaten auf den Markt:
- Altar Boyz
- Bright Lights Big City (mit Patrick Wilson, Jesse L. Martin und Sherie Rene Scott)
- Wearing Someone Else’s Clothes (die Debüt-Solo-CD von Tony-Award-Gewinner Jason Robert Brown)
- Dirty Rotten Scoundrels
- Little Women
- The 25th Annual Putnam County Spelling Bee (das neue Musical von William Finn)
- The Actors Fund of America’s recording of Hair (mit Harvey Fierstein, Adam Pascal, “American Idol”-Star Jennifer Hudson und “Queer Eye”-Star Jai Rodriguez)
Käuflich zu erwerben sind alle diese CDs am besten direkt bei SH-K-Boom. Kauft man bei den üblichen Verdächtigen hierzulande, kommen die CDs incl. Porto meistens sogar teurer als Importe aus den USA incl. Zoll. So etwas sollte man erst gar nicht unterstützen.
Martin Bruny am Donnerstag, den
3. Februar 2005 um 11:18 · gespeichert in Tonträger

Musicaldarsteller Christopher Murray (”Der Glöckner von Notre Dame”, Berlin; “The Scarlet Pimpernel”, Halle; “Les Miz”, Berlin) präsentiert in Kürze “Greatest Hits”, seine erste Solo-CD. Ab dem 9. Februar singt Murray ausgewählte Songs in den Studios von MusicalNet Berlin, dem renommierten Musical-Label im deutschsprachigen Raum, zu Orchestereinspielungen ein. Für seine Debüt-CD hat der Sänger Hits aus “Les Misà©rables”, “Jesus Christ Superstar”, “Der Glöckner von Notre Dame”, “Elisabeth”, “Tanz der Vampire” und weiteren erfolgreichen Musicals ausgesucht. Auch mit einer deutschsprachigen Premiere kann Murray dienen: Noch vor der Europa-Premiere am 23. April 2005 von “Dracula” (Komponist: Frank Wildhorn) in St. Gallen (Schweiz) interpretiert Murray einen Song des Abraham van Helsing erstmalig in deutscher Sprache!
Martin Bruny am Donnerstag, den
6. Januar 2005 um 10:42 · gespeichert in Musical, Tonträger
Unter Musical-Fans ist Donald Felthams “Broadway Radio Show” längst eine Institution. Woche für Woche präsentiert er neue Cast-CDs, Interviews mit Darstellern, stellt Theme-Shows zusammen, kurz: Wer immer musicalmäßig am neuesten Stand bleiben möchte, klickt einmal pro Woche auf HainesHisWay.com und wird bestens unterhalten und informiert.
Zu Beginn des neuen Jahres gingen bei Donald Felthams Internet-Show die Top 20 der 2004 erschienenen Cast-CDs über den Äther. Eine Woche lang waren als Einstieg die Plätze 20 bis 11 zu hören, derzeit sind 24 Stunden am Tag und völlig kostenlos in einer zweistündigen, sehr unterhaltsamen Show die Plätze 1 bis 10 abrufbar. Die Top 20 der 2004 erschienenen Cast-CD liest sich wie folgt:
1 Taboo
(Original Broadway Cast Recording; Book: Charles Busch/Original Book: Mark Davies/Music & Lyrics: George O’Dowd (aka Boy George)) [Infos zur CD]
2 The new moon
(Encores! Premiere Recording; Book & Lyrics: Oscar Hammerstein II., Frank Mandel & Laurence Schwab/Music: Sigmund Romberg) [Infos zur CD]
3 Wonderful town
(Donna Murphy-Version) (The New Broadway Cast Recording; Book: Jerome Chodorov/Lyrics: Betty Comden & Adolph Green/Co-Librettist: Joseph Fields/Music: Leonard Bernstein) [Infos zur CD]
4 Assassins
(Broadway Cast Cast Recording; Book: John Weidman/ Music & Lyrics: Stephen Sondheim) [Infos zur CD]
5 Finian’s Rainbow (Irish Repertory Theatre Cast Recording; Book: E.Y. Harburg & Fred Saidy/Lyrics: E.Y. Harburg/Music: Burton Lane) [Infos zur CD]
6 Fine and Dandy
(World Premiere Recording; Lyrics: Paul James/Music: Kay Swift) [Infos zur CD]
7 Wonderful town
(Brooke Shields/Jennifer Hope Wills-Version) (Book: Jerome Chodorov/Lyrics: Betty Comden & Adolph Green/Co-Librettist: Joseph Fields/Music: Leonard Bernstein) [Infos zur CD]
8 Caroline or change
(Book & Lyrics: Tony Kushner/Music: Jeanine Tesori) [Infos zur CD]
9 Johnny Guitar
(Book: Nicholas van Hoogstraten/Music: Martin Silvestri & Joel Higgins) [Infos zur CD]
10 The Musical of Musicals
(Original Off-Broadway Cast Recording; Composer-Librettist: Eric Rockwell/Lyricist-Librettist: Joanne Bogart) [Infos zur CD]
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11 Bounce
(Original Cast Recording; Book: John Weidman/Music & Lyrics: Stephen Weidman)
12 Sherry! (World Premiere Cast Recording; Book & Lyrics: James Lipton/Music: Laurence Rosenthal)
13 Fiddler on the roof
(New Broadway Cast Recording; Lyrics: Sheldon Harnick/Libretto: Joseph Stein/Music: Jerry Bock)
14 Sarah, Plain & Tall
(Book: Julia Jordan/Lyrics: Nell Benjamin/Music: Laurence O?Keefe)
15 Sundown
(Original Cast Recording; Lyrics: Larry Rosler/Music: Peter Link)
16 The thing about Men
(Original Cast Recording; Book & Lyrics: Joe DiPietro/Music: Jimmy Roberts)
17 Batboy
(London Cast Recording; Story & Book: Keythe Farley & Brian Flemming/Music and Lyrics: Laurence O¹Keefe)
18 Romeo & Juliet
(London Cast Recording; Music & Lyrics: Gerard Presgurvic & Don Black)
19 Tonight’s the night
(Book: Ben Elton/Music: Rod Stewart)
20 Forbidden City - Portrait of an Empress
(Singapore Cast Recording; Music by Dick Lee/Lyrics by Stephen Clark)
Martin Bruny am Samstag, den
2. Oktober 2004 um 09:39 · gespeichert in Musical, Tonträger
Ghostlight Records wird demnächst eine ganz besondere HAIR-Cast-CD veröffentlichen. Am 1. Oktober versammelten sich die Leading Ladies & Men der US-Musicalbranche in einem Tonstudio, um das vielversprechende Projekt zu verwirklichen. Folgende Damen und Herren werden auf der CD zu hören sein:
Shoshana Bean (I Believe In Love), Laura Benanti (Initials), Kathy Brier (Black Boys); Gavin Creel (Going Down); Darius de Haas (What A Piece of Work Is Man); Lea de Laria (Donna); Raul Esparza (Hair); Ana Gasteyer (Dead End); Annie Golden (Frank Mills); Ann Harada (Black Boys); Jennifer Hudson (Easy To Be Hard); Ledisi (White Boys); Norm Lewis (Let The Sunshine In); Brandi Chavonne Massey (White Boys); Euan Morton (Manchester, England); Julia Murney (Where Do I Go?); Orfeh (Black Boys); Adam Pascal (I Got Life); Billy Porter (Abie Baby); Jai Rodriguez (Sodomy); RuPaul (My Conviction); Christopher Sieber (Don’t Put It Down); Shayna Steele (White Boys); John Tartaglia (Don’t Put It Down); Toxic Audio (Electric Blues); Lilias White (Aquarius); auch zu hören sind Harris Doran als Claude sowie ein 20köpfiger Chor.
Martin Bruny am Montag, den
16. August 2004 um 09:24 · gespeichert in Musical, Broadway, Tonträger
Long involved as a songwriter for musical theater, Manilow Scores - Songs from Copacabana and Harmony finally gives superstar singer-songwriter Barry Manilow the chance to record his personal renditions of songs he has written for two of his major musical properties, Harmony and Copacabana.
Harmony is based on the true story of Germany’s “Comedian Harmonists”. Recognized as the world’s first superstar boy band, The Comedian Harmonists enjoyed worldwide album and movie success before being forced to disband by the Nazi regime. Based on a book by Bruce Sussman, the songs for Harmony were co-written by Manilow and Sussman. After phenomenal reviews during its regional production at the prestigious La Jolla Playhouse, Harmony is scheduled to open on Broadway during the next season.
Copacabana, which Manilow wrote along with Bruce Sussman and Jack Feldman, started as a worldwide number one hit song in 1978 before morphing into an original musical movie made for CBS television and then ultimately a musical for the stage. Copacabana enjoyed a successful 14 month run on London’s West End before an 18 month tour of the UK. Since then, there have been more than 100 productions of Copacabana: The Musical on stage throughout the United States, the Netherlands, Canada, Europe, and India.
Manilow Scores - Songs from Copacabana and Harmony is co-produced by Manilow and legendary, multi-Grammy® award winner Phil Ramone. [Concorde Records]
Martin Bruny am Sonntag, den
30. Mai 2004 um 01:26 · gespeichert in Tonträger

Woche für Woche lese ich mit Freude die Rubrik “CD-News” der Sonntagsausgabe der österreichischen Tageszeitung KURIER. Erst wenn ich mich selbst davon überzeugt habe, dass die eine oder andere CD, die mir gerade gut gefällt, von den Redakteuren dieses Blättchens verrissen wurde, gehts mir wieder gut. Diese Woche steht “The Calling” auf der Abschussliste des KURIER. Schon die Einstufung “Schlager-Rock” ist dermaßen daneben, dass man sich fragt, ob die Redakteure die besprochene CD überhaupt gehört haben. Selbstverständlich handelt es sich bei dieser CD um Pop-Rock, und zwar um einen der besten Sorte.
Schwamm drüber, was lesen wir weiter: “(…) Das Konventionelle ist der Musik geblieben, die Energie ist weg: Album Nummer zwei bietet primär dumm getextete Songs, die sich kaum einprägen”.
Kinder, Kinder … gerade von einprägsamen Melodien lebt diese CD, freilich, das gebe ich schon zu, muss man auch einen Sinn für Musik entwickelt haben - wenn man ausschließlich auf HipHop-Beats oder dumpfe Endzeitmetaller steht (selbstverständlich konnte in der dieswöchigen Ausgabe eine HipHop-Band die beste Kritik abräumen, wie so oft, Metallica können ja nicht jede Woche eine CD veröffentlichen), hat man dafür natürlich kein Gespür.
Die nächste Frage ist, was der Rezensent unter “Energie” versteht. Ich fürchte fast, sein Rezensionsexemplar enthält zum Bleistift Track 4, “Chasing the sun”, nicht, eine Nummer, die für mich persönlich das Zeug zum Sommerhit hat und refrainmäßig nur so vor Energie sprüht.
Was die Texte betrifft, so möchte ich mich damit nicht wirklich auseinander setzen; was der KURIER als “dumm getextet” empfindet, bezeichnen andere als “geniales Songwriting”.
Fazit: “The Calling” haben auf ihrer neuen CD eine Vielzahl an wunderbaren Soundlandschaften geschaffen, die sie auf hymnenartigen Refrains durchfliegen. Alex Bands Falsetto erinnert vor allem bei “Chasing the sun” an Bono Vox, insgesamt präsentiert er sich stimmlich auf der zweiten CD noch facettenreicher, und wenn man bedenkt, dass er erst Anfang 20 ist, kann man erahnen, wohin ihn seine Reise führen wird.
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