Home RSS Go RED Go BLACK

Archiv - Pop

“Unchained Melody” - Videopremiere auf Amazon.com pusht Manilow-CD in Top 10

Am 18. Januar ging das Video zur neuen Barry Manilow-Single “Unchained melody” bei Amazon.com (und Amazon.ca) online. Manilows CD “The Greatest Songs of the Fifties” lag zu dieser Zeit auf Platz 124, Stunden später stieg die CD bis auf Platz 3 der Amazon.com Sales Rank.
Inwiefern diese Zahlen chartsrelevant sind, wird man spätestens dann abschätzen können, wenn die CD am 31.1.2006 offiziell erscheint und in BILLBOARD gelistet wird. Bis dahin ist “Unchained Melody” unter folgendem Link zu sehen und hören: ZUM VIDEO

Barry Manilow: “The Greatest Songs of the Fifties” - spannende Arrangements vom regierenden Las Vegas-Crooner

Foto: Barry Manilow
Was Barry Manilow auf seiner neuen CD The Greatest Songs of the Fifties an Arrangement-Finesse bietet, ist geradezu sensationell. Immer schon galt der Grundsatz, dass die wahren Entertainer Songs nicht einfach singen, sondern sich diese aneignen, ihrem Stil anpassen, und schon immer war Manilow ein Meister darin, Lieder zu manilowisieren. Das hat er bei “The Greatest Songs of the Fifties” zur absoluten Perfektion getrieben. Was er an neuen Nuancen und Varianten beispielsweise aus “Unchained Melody” herausholt, wie er überraschende neue Akzente im Song setzt, die Spannungsmomente neu verteilt und dann einen sensationellen Abgang inszeniert, das allein ist es wert, sich diese CD zu kaufen.
In der guten alten Manilow-Zeit, Ende der 1970er, Anfang der 1980er, als der US-Sänger einen Top 40-Hit nach dem anderen landen konnte, wäre auch seine “Unchained”-Version ein sicherer Nr.1-Hit geworden, allein, die Zeiten sind vorbei. Manilow hat diese Charts-Abstinenz nicht zuletzt Mitte der 1980er Jahre selbst gewählt, um mehr an künstlerischer Freiheit zu gewinnen. Derzeit ist er in Las Vegas mit seiner Show Music and Passion DER Kassenmagnet schlechthin, sein aktuelles Musical Harmony ist auf dem Sprung an den Broadway.
“The Greatest Songs of the Fifties” erscheint in den USA am 31. Januar 2006. Einige Hörproben gibt es als Stream bei jrecords.

Barry Manilow: The Greatest Songs of the Fifties
01. Moments To Remember
02. All I Have To Do Is Dream
03. It’s Not For Me To Say
04. It’s All In The Game
05. Young At Heart
06. Love Is A Many Splendored Thing
07. Are You Lonesome Tonight?
08. Rags To Riches
09. Beyond The Sea
10. Unchained Melody
11. What A Diff’rence A Day Makes
12. Teach Me Tonight/Sincerely (Duet with Phyllis McGuire)
13. Venus

Barry Manilow: Ab in die 50er

In den einschlägigen Fanforen habens schon die Spatzen vom Dach gepfiffen. Barry Manilow und die 50er, das wird wohl eine neue CD ergeben. Einzelne Evergreens hat er schon länger in seine stets ausverkauften Las Vegas-Shows eingebaut - die CD erscheint nun tatsächlich Ende Januar 2006. “The Greatest Songs of the Fifties” ist auch wieder mal ein Wendepunkt in der Karriere des Adult Contemporary Music Stars Numero Uno. Nach fünf Jahren beim Jazz-Label Concorde landet er nun wieder im sicheren Hafen von Arista Records und … bei Clive Davis, also bei jenem Mann, der ihn entdeckt hat. Von einem Album mit den Evergreens der 50er kann man sich nun nicht gerade eine Rückkehr Manilows in die Pop-Charts erwarten, aber die hat er ohnedies schon Anfang der 80er des vorigen Jahrhunderts nach 25 Top 40 Pop-Hits abgeschrieben, und so schafft er vielleicht eine feine und stilvolle Reminiszenz an ein Zeitalter voller Melodien. Mehr wollen seine treuen Fans ohnedies nicht. Die Tracklist von “The Greatest Hits of the Fifties” liest sich zumindest mal vielversprechend:
“Moments To Remember”
“All I Have To Do Is Dream”
“It’s Not for Me To Say”
“It’s All in the Game”
“Young at Heart”
“Love Is a Many Splendored Thing”
“Are You Lonesome Tonight”
“Rags to Riches”
“Beyond the Sea”
“Unchained Melody”
“What a Difference a Day Makes”
“Sincerely/Teach Me Tonight” (medley)
“Venus”

Ende einer Jugendkultur? oder Schlechte Überschriften machen das Kraut auch nicht fett

Verena Araghi veröffentlichte dieser Tage im SPIEGEL eine Mischung aus Konzertbericht und zynischen “Nachrufversuch” anlässlich des Comebackversuchs der Backstreet Boys. Allein, ich werde den Eindruck nicht los, dass hier mit Wertigkeiten operiert wird, die nicht angemessen sind. Der Begriff “Jugendkultur” scheint mir etwas hoch gegriffen. Man sollte nicht vergessen, dass wir es hier mit einer Popband zu tun haben, die zwar viele Platten verkauft haben mag, aber dennoch nichts weiter ist als eben eine Boyband, die in Zeiten ihre größten Erfolge hatte, als auch ein Michael Jackson sehr erfolgreich war. Sollten wir nun für jede Boyband und One-Man-Boyband einen eigenen Jugendkulturbegriff definieren?
Die “Backstreet Boys” sind oder besser - im Sinne von Frau Araghi - waren natürlich Teil einer Jugendkultur, aber ein kleiner Teil. Boygroups einen so mächtigen Part zuzuschreiben, scheint mir mächtig überzogen. Wir können natürlich nun einen Jugendkulturbegriff für die Boygroups reservieren und einen für die Girlbands, einen für all jene Sänger, sie aus Castingshows kommen, einen für Schauspieler, die auch mal gerne Popstar werden wollen, aber was soll uns das an Erkenntnis bringen?
Dass die Mitglieder der Band heute älter sind als am Start ihrer Karriere, das scheint das Hauptargument, das in diesem Artikel redundant platziert wird. Dass die Fans älter geworden sind und nun nicht mehr schwitzend und stinkend im Konzertsaal bouncen, all das kann doch nicht als Argument verwendet werden. Dürfen Künstler nicht älter werden? Was bringt es, Publikumsbeschimpfung zu betreiben und von “kindischen Alten” zu sprechen? Normalerweise ist es ein positives Zeichen, wenn sich das Publikum einer Band, eines Künstlers, aus möglichst vielen verschiedenen Altersgruppen zusammensetzt. Normalerweise würde niemand auf die Idee kommen, das in Frage zu stellen. Wieso klammern sich manche Journalisten so engstirnig an die Vorstellung, dass ein Bandname, in dem der Begriff “Boys” vorkommt, für erwachsene Entertainer unangemessen ist. Die “Beach Boys” werden sich freuen, die “Beastie Boys” wohl nur ein nonchalantes “##*#” rüberschleudern.
Bleiben wir doch bei den Fakten. Und die sind klar. Die “Backstreet Boys” versuchen ein Comeback. Ob sie das schaffen, wird sich weisen. Es ist ihnen nur zu wünschen, dass sie auch ein erwachsenes Publikum ansprechen und begeistern können. Dieses Publikum muss erstmal gewonnen werden. Daher ist jetzt noch viel zu früh, vom Scheitern eines Comebackversuchs zu sprechen. Die Behauptung von Frau Araghi “die Ära der Boygroups ist endgültig zu Ende”, dagegen, schießt völlig an der Realität vorbei. In den deutschen Charts regiert seit Wochen der Inbegriff einer Boyband: Tokio Hotel. Ein stärkeres Lebenszeichen konnte dieser Part der “Jugendkultur” kaum von sich geben.

Shirley Horn (1934-2005)

Shirley Horn ist tot. Sie starb am 20. Oktober 2005 im Gladys Spellman Nursing Home in Cheverly, USA, an den Folgen ihres schweren Diabetes-Leidens. Trotz ihrer schweren Krankheit nahm sie bis zuletzt Songs auf und tourte mit ihrem hervorragenden Jazz-Ensemble um die ganze Welt. Herausragend ihr spätes Meisterwerk “Here’s to life” aus dem Jahre 1992.

Here’s To Life
No complaints and no regrets.
I still believe in chasing dreams and placing bets.
But I have learned that all you give is all you get so you give it all you got.
I had my share. I drank my fill, and even though I’m satisfied I’m hungry still
to see what’s down another road, beyond a hill and do it all again.
So here’s to life and all the joy it brings.
Here’s to life the dreamers and their dreams.
Funny how the time just flies.
How love can turn from warm hellos to sad goodbyes
and leave you with the memories you’ve memorized to keep your winters warm.
There’s no yes in yesterday.
And who knows what tomorrow brings or takes away.
As long as I’m still in the game I want to play
for laughs, for life, for love.
So here’s to life and all the joy it brings.
Here’s to life.
The dreamers and their dreams.
May all your storms be weathered.
And all that’s good get better.
Here’s to life.
Here’s to love.
And here’s to you.

Wie Westlife eine CD aufnehmen oder Wir plaudern aus dem Nähkästchen

Wie nehmen Bands heutzutage ihre CDs auf? Strenges Geheimnis? Nö, die englische Boyband Westlife gibt folgendes zu Protokoll:

After seven years together, Westlife will return with a new album, “Face To Face”, on October 31, a week after the release of new single “You Raise Me Up”.
The lads also plan to team up with Diana Ross on “When You Tell Me That You Love Me” as their Christmas single, but admit she didn’t even join them in the studio.
Shane said: “It’s a great song for our Christmas single. It’s an amazing achievement to sing with someone of her stature. We recorded the song separately because she was in Los Angeles and isn’t coming over until later this month.” Kian added: “That’s the way any recording is done these days. Even Westlife have never been in the studio together.You’re only in the studio as individuals. Things are so advanced with computers these days that Diana’s recording was brought over on a hard drive. We added our vocals later.”
Another absentee for the album sessions was Shane, who recorded his vocals for the album in advance of the other band members to allow him paternity leave.
“Because my wife was having a baby, I recorded the album earlier in the year in Sweden and London,” said Shane. “Then the boys went in recording while I was at home changing nappies. It was different but the only way to do it because I needed to be at home with the baby. It enabled me to get the recording out of the way.”

Jaja, der Fortschritt. Coole Sache. Ich wär ja dafür, eigene virtuelle Charts zu etablieren, so nach dem Motto: Wie hätte der Song geklungen, wenn xyz tatsächlich gemeinsam im Studio gewesen wären. Keine Frage, dass heutzutage Bands nicht mehr sehr oft gemeinsam ins Studio gehen, entweder weil sie längst zerstritten sind oder eine gemeinsame Aufnahmesession nicht mehr für nötig erachten, weil sie eh nur ausführende Püppchen sind. Aber vielleicht sollten Westlife noch einen Schritt weiter gehen. Vielleicht wäre es sinnvoll, das ABC und ein paar saftige Knacklaute, gesungen von den einzelnen Mitgliedern der Band in verschiedenen Tonlagen, aufnehmen zu lassen. Bei der tollen Technologie unserer Zeit reicht das vielleicht völlig, und sie müssen danach gar nicht mehr ins Studio. Der Tonmeister puzzelt sich dann einfach alles aus dem vorhandenen Material zusammen, und das wars. Noch steriler als die letzten Westlife-Aufnahmen würden so produzierte Lieder wohl auch nicht klingen.

“A time 2 love” - Stevie Wonders spätes Meisterwerk

Stevie Wonder - A time 2 love
Stevie Wonders letzte CD “Conversation Peace” ist vor unglaublichen 10 Jahren erschienen. Ich persönlich finde es ja immer schade, wenn Entertainer vom Stile eines Wonder einfach abtauchen und privatisieren, quasi am Höhepunkt ihres Künstlertums, aber Stevie Wonder wird Gründe für seine lange Pause gehabt haben.
Mit 55 Jahren liefert er 2005 A time 2 love ab, und es ist eines seiner besten Alben geworden, freilich nicht zu vergleichen mit “Innervisions”, “Talking Book” oder “Songs in the Key of Life”, aber wer überhaupt hat in den letzten drei Jahrzehnten Alben auf den Markt gebracht, die daran heranreichen?
Angekündigt war “A time 2 love” schon lange, eine Singleauskopplung “So what the fuss” floppte im Sommer, und es scheint, als könne sich Wonders Plattenfirma nicht so richtig entscheiden, wie und wo die CD erscheinen soll. Einerseits ist sie bei iTunes/USA bereits erhältlich, andererseits ist auf Wonders Website, Stand April 2005, eine völlig andere Tracklist zu lesen als auf der bei Amazon angepriesenen CD, die erst ab 18. Oktober erhältlich sein wird - kurzum, es herrscht das perfekte Chaos.
Tracklist auf stevie-wonder.com
Stimmlich zeigt sich der Meister in Hochform, und es macht Freude, seinen zeitlosen Kompositionen, die er mit seiner unverwechselbaren Stimme interpretiert, zuzuhören. “A time 2 love” bietet Wonder pur, kein Duets-Album oder eine Horde der derzeit angesagten Topstars, die um viel Geld mal eben einen kleinen Gastauftritt absolvieren. Die Auswahl der Gäste ist geradezu elitär, wir hören die Gospelsängerin Kim Burrell beim Opener “If your love cannot be moved”. India.Arie singt gemeinsam mit Wonder den Titelsong “A time 2 love”, und Aisha Morris, Wonders Tochter, gibt sich auf “How will I Know” die Ehre. Sämtliche der von Wonder gesungenen Balladen (”Moon blue”, “From the bottom of my heart”, “How will I know”, “Passionate raindrops”, “True love”, “Shelter in the rain” und “Can’t imagine love without you”) sind, das kann man gar nicht oft genug betonen, zeitlose Juwele, reinste Evergreens aus dem Stand. Die Frage, ob sich damit die Charts erobern lassen, ist aber eine andere. Wonder bietet “Adult Contemporary” in Reinstform, und wenn Künstler dafür in den USA eigene Charts vorfinden, in denen sie mit ihren CDs punkten können, so müssen sie sich in Europa mit US5 und anderen Maistreammarionetten matchen, ohne wirklich eine Chance zu haben. Wie auch immer, Stevie Wonder hat mit “A time 2 love” eine der besten CDs des Jahres abgeliefert, und auf die nächste müssen wir hoffentlich nicht wieder 10 Jahre warten.

Lukas Perman: Red-Nosed Romeo am Wiener Stephansplatz

Lukas Perman; Foto: Martin Bruny, 17.9.2005
Der verregnete und trübe Nachmittag des 17. September 2005 stand am Wiener Stephansplatz ganz im Zeichen der “Rote Nasen Clowndoctors“.
Lukas Perman; Foto: Martin Bruny, 17.9.2005
Zahlreiche Künstler haben sich für dieses Event, das dem Wetter zum Trotz jede Menge gute Laune in den Zuschauerbereich zauberte, zur Verfügung gestellt, unter anderem auch der Hauptdarsteller der Wiener “Romeo & Julia”-Inszenierung Lukas Perman. Er präsentierte gegen 15:30 zwei Songs aus seiner ersten Solo-CD “Hier im Jetzt”.
Lukas Perman; Foto: Martin Bruny, 17.9.2005
Lukas Perman ist natürlich auch auf der brandneuen “Deutschsprachigen Gesamtaufnahme” des Musicals “Romeo & Julia” zu hören. Die äußerst gelungene Aufnahme macht Lust auf mehr und gleichzeitig aufmerksam darauf, dass ein Livemitschnitt dieses Musicals wohl die bessere Alternative gewesen wäre. Vieles der atemberaubenden Stimmung, die Abend für Abend die Bühne des Raimundtheaters zum Beben bringt, kann mit einer Studioaufnahme nicht eingefangen werden.
Lukas Perman; Foto: Martin Bruny, 17.9.2005
Das Booklet wiederum trägt auch nicht viel dazu bei, die Fantasie der Hörer zu beflügeln. Nur ein Bild der beiden Hauptdarsteller, sonst keine optischen Eindrücke der gerade auch ihrer Optik wegen gelobten Inszenierung ist einfach zu wenig. Fazit: Eine äußerst gelungene Aufnahme, aber den ganz großen Wurf hat man nicht gewagt.
Lukas Perman; Foto: Martin Bruny, 17.9.2005

Joshua Kadison - Was wurde aus dem Soundhealer?

Joshua Kadison
1993 taucht er aus dem Nichts auf, landet ein paar Hits und verschwindet wieder von der Bildfläche. Das wäre kurzgefaßt die 08/15-Bio eines gescheiterten Popstars, wie sie nicht gerade selten vorkommt. Allein, im Falle von Joshua Kadison sollte man es sich nicht so einfach machen. Immerhin sind seine Hits von einer seltenen Qualität - aus der Feder eines der heutzutage so selten gewordenen Piano Man oder noch seltener gewordenen Singer/Songwriter.

Geboren 1965 im kalifornischen Santa Barbara, sitzt Joshua Kadison bereits mit 12 Jahren am Klavier und übt sich an Eigenkompositionen. Wesentlich beeinflussen ihn dabei große Namen wie Cole Porter und George Gershwin. Nachdem Kadisons Mutter stirbt, verlässt Joshua die Hollywood Hills und sammelt ungewöhnliche Lebenserfahrungen bei Otelia, einer Indianerin, die einen guten Ruf als “Soundhealer” genießt. Joshua wird Otelias letzter Schüler. Ihre Lehren gehen in seine Kunst ein: Je bewusster wir die Klänge unserer Umwelt wahrnehmen, je bewusster wir uns die heilende Wirkung von Harmonien vergegenwärtigen, desto klarer wird uns die magische Kraft von Musik. Die nun entstehenden, sehr persönlichen Geschichten des Storytellers und seine zunehmend aufwendigen Arrangements lenken die Aufmerksamkeit des Firmenriesen EMI auf den Kalifornier.

Er wird mit seinen Songs zum “Soundhealer” vieler Menschen, die mit Hilfe seiner Balladen wieder ein bisschen mehr Ruhe in ihr Leben bringen. Die Single “Jessie” (Live-Version als Download) macht ihn über Nacht berühmt, sein Debütalbum “Painted Desert Serenade” wird ein Hit. Auch die zweite Single “Picture Postcards from L.A.” landet ganz oben in den Charts. Der Erfolg macht ihn jedoch alles andere als glücklich. Kadison: “Ich fühlte zwar, dass mir die Welt zu Füßen lag, aber es war nicht das, was meine Seele wollte.”

Mit “Delilah Blue”, seiner zweiten CD, entwickelt sich Kadison 1995 in eine andere Richtung. Der vertraute Klang von Live-Instrumenten in seinen Songs weicht Synthesizer-Melodien, während Kadison textlich versucht, andere Menschen die Welt durch seine Augen sehen zu lassen. Die CD floppt, EMI lässt Kadison fallen.

1998 veröffentlicht Kadison den Roman 17 Ways to eat a mango. Für das in mehrere Sprachen übersetzte Buch, das auch auf Deutsch erscheint, fertigt Kadison selbst die Illustrationen an. Auch wenn die Geschichte zwischen einem weisen Lehrer und seinem Schüler frei erfunden ist, birgt diese Konstellation autobiographische Züge, verarbeitet er darin doch die Zeit mit seiner Lehrerin Otelia. Im selben Jahr erscheint die 5-Track EP “Saturday Night In Storyville” bei einem kleinen Label.

2000 bekommt der Sänger von EMI eine neue Chance: “Vanishing America” ist der Titel seiner dritten CD, ein Ausdruck, mit dem Kadison auch den Verlust der Unschuld Amerikas beschrieben wissen möchte. “Vanishing America” ist ein Album, dessen Songs eine enorme Ruhe und Souveränität ausstrahlen. Es sind geradezu archetypische Balladen im Stile von Billy Joel und Elton John zu besten Zeiten. Romantische Songs wie “Carolina’s Eyes”, in die man sich sprichwörtlich verlieren kann. Die Figuren in seinen Songs sind meistens fiktiv und stammen aus seinen Träumen. Diese bilden eine eigene Realität, von der sich Kadison gerne inspirieren lässt. Dabei bieten seine Geschichten die beste Projektionsfläche, um sich als Hörer selbst in Traumwelten zu flüchten. Ganz wie “Molly In The Mirror”, ein feinnerviges Porträt einer Frau, die ihre Kinder groß gezogen hat, als alte Frau noch einmal in ihr Hochzeitskleid schlüpft und noch immer von der nie angetretenen Reise nach Venedig träumt. Eine traurige Geschichte und zugleich dringlicher Appell, sein Glück selbst in die Hand nehmen. Allein, mit den Charts will es für Joshua Kadison nicht mehr so recht klappen. Es wird still um den Sänger.

Was macht Joshua Kadison dieser Tage? Er hält mittels eigener Website Kontakt zu seinen Fans. Seine Offenheit dabei ist erstaunlich. So schreibt er:

“I had a long relationship come to an end about two years ago (quick update— this letter’s been up less than a week and I’ve already gotten four emails wondering if it was with a guy or girl… never thought it mattered and I still don’t… but for those who think it does matter, he is a guy and a really great guy, too… I thought ya’ll knew…anyway…). And I was so brokenhearted. I had never experienced so much pain. I was full of sorrow, anger, resentment. For a year and a half it seemed I was always in tears and memories. Sometimes I faked it and pretended I was okay if only to fool myself. Truth is, I was crying everywhere. Supermarkets, freeways, on cell phones in the middle of town. I kept trying to figure out stuff. And what made it worse was that I judged myself for holding on so long. I couldn’t seem to let go. Then I began to realize that what was really hurting were wounds far older than what was really hurting were wounds far older than my relationship. Many I didn’t even know I had. So it took time and work and a willingness to look at myself in ways I had never done, either because I wasn’t ready or I didn’t have the courage to. And so many beautiful friends were all around to help me through. What am I talking about?… hmmm….the songs.

Und er veröffentlicht wieder Songs - per Download. Seinem Ruf als Soundhealer ist er treu geblieben. Wer sich die neuesten Songs “The Venice Beach Sessions - Vol. 1″ des Piano Man anhört, wird mit Sicherheit zumindest für eine gewisse Zeit wieder zur Ruhe kommen.

Update 2020
Auf YouTube meldet sich Joshua Kadison nach Jahren wieder einmal mit dem Song »Real love now (siehe -> hier): »My name is Joshua Kadison and I am sitting back down at the piano because Black Lives Matter.«

Lukas Perman - in “24 Stunden” zur Nr. 1 …

Lukas Perman; Pic: Susanne Stemmer
… das mag übertrieben sein, andererseits, wenn man sich die Karriere des Lukas Perman ansieht: Verteufelt schnell hat er es zum Leading Man des Wiener Musicals geschafft. Noch als Student des Konservatorium Wien landete er mit der Rolle des Rudolf im Kultmusical Elisabeth punktgenau in der Musical-Oberliga. Mit seiner Darstellung des “Romeo” in “Romeo & Julia” schaffte Lukas Perman es endgültig zum Liebling der Musicalfans.
Doch Musicalstar allein, das wollte er wohl nie “nur” sein. Sein “Starmania”-Ausflug mag Lukas Perman nicht sofort zum Popstar “gemacht” haben, andererseits, vielleicht wäre der blitzartige Erfolg auch gar nicht so gut gewesen. “When The Evening Falls”, seine erste Solo-Single, brachte immerhin 2003 erste Chartserfolge (Platz 9 der “Austria Top 40″).
Ab 29.3.2005 wird das Kapitel Popstar in der Karriere von Lukas Perman jedenfalls ganz neu geschrieben. Mit der Single “24 Stunden” erscheint die erste Auskopplung aus “Hier Im Jetzt”, dem Debüt-Longplayer des österreichischen Sängers, Musikers und Schauspielers als Solokünstler.
Für seinen ersten eigenen Tonträger ließ sich Lukas Perman so richtig Zeit, frei nach dem Motto “Gut Ding braucht Weile”. Wiewohl er bereits als “Starmaniac” erste Cheers als Popsänger einfangen und auch mit dem englischsprachigen Popsong “These Are My Rivers” aus “Romeo & Julia” bis auf Platz drei der heimischen Verkaufscharts vorstoßen konnte, wird die mit dem Wiener Produzenten und Komponisten Bob Gutdeutsch aufgenommene CD “Hier im Jetzt” (VÖ: 25.4.2005) das erste persönliche musikalische Statement von Lukas Perman darstellen. Es glänzt durch vielseitiges und einfallsreiches Songwriting in ebenso facettenreicher und emotionsgeladener Interpretation. Der Titel “Jeder träumt” (Bonustrack auf der Single “24 Stunden”) beispielsweise wurde vom heimischen Chartsbreaker Marque geschrieben, die erste Single “24 Stunden” stammt aus der Feder von Maya Singh sowie Bob Gutdeutsch und ist eine stimmungsvolle, verträumte Ballade mit einem wunderbaren Refrain, der sofort ins Ohr geht.
Bei den Aufnahmen wurde Lukas Perman von erstklassigen Musikern unterstützt, unter anderem werkten am Bass der Count Basic-Bassist Willi Langer und am Schlagzeug der Depeche Mode-Tourdrummer Christian Eigner.
Wer Lukas Perman unterstützen möchte und sein neues Lied möglichst bald im Radio gespielt wissen will, klickt am besten gleich mal hier und wünscht sich die Single. Im Plattenhandel ist die Single ab 29.3.2005 überall zu haben.

« zurueck · vor »