Home RSS Go RED Go BLACK

»Natürlich blond«: Das Musical als Hure der Oper

Das Musicalgenre, das in Wien von den VBW gestemmt wird, also das hochsubventionierte, das von Herren mit dicken Brieftaschen organisiert wird, dicken, dicken Brieftaschen, die von jedem einzelnen Steuerzahler gefüllt werden, dieser Teil des Musicalgenres stellt sich heute als Hure der ebenfalls hochsubventionierten Oper dar, jener Oper, die die VBW im Theater an der Wien und auch in der Wiener Kammeroper in Szene setzen. Das Musical muss am Billigstrich der knieweichen Unterhaltung die Kohle verdienen, die im Theater an der Wien in purem Luxus verpufft – in Qualitätsproduktionen, mal mehr und mal gar nicht umstritten. Ist nichts gegen Qualität zu sagen, auch nichts gegen Subventionen, nur dagegen, wie hier eine schier unglaubliche Menge an Geld von U nach E verschoben und dort vernichtet wird auf Kosten eines Genres, das sich nicht den Ruf verdient hat, Entertainment für Minderbemittelte darzustellen. War das etwa der Masterplan, der hinter der Umwidmung des Theaters an der Wien in ein Opernhaus stand? Hie Qualität – da Schrott, Billigsdorfer? Hie täglich routiniert abgespielte Konfektion, da wenige Vorstellungen pro Monat, verbunden mit enormen Kosten?

Die Ära Zechner
Ein kurzer Blick zurück. In der Ära Zechner gab es Ansätze, Parodie & Satire auf einem gewissen Niveau zu bringen, und auch Musicals (»Frühlings Erwachen«, »The Producers«). Die aberwitzig vielen »Tiger Lillies«-Shows etwa hatten zumindest Klasse und passten auch zum morbiden Charme der Stadt. Zechners Ausflüge in opernähnliche Gefilde und ins fast reine Sprechtheater hatten mit Musical rein gar nichts mehr zu tun, und immer offensichtlicher wurde ihre Strategie erkennbar, den Musicalzweig der VBW zumindest mit positiven Kritiken bei diesen Nebenprodukten imagemäßig am Leben zu erhalten, sich diese Ausflüge »einfach zu leisten«. Auch die Konzertproduktionen der Ära Zechner hatten zumindest Qualität. – All das fand schon bald nach dem Amtsantritt von Thomas Drozda sein Ende. Man setzte auf Revivals (»Tanz der Vampire«, »Elisabeth«) und volksverblödendes Entertainment wie »Ich war noch niemals in New York« oder »Sister Act«. Dagegen ist an und für sich nichts zu sagen – wenn das ein Konzern wie Stage Entertainment macht, der Gewinn erzielen muss und nicht von jedem einzelnen Steuerzahler subventioniert wird. Sehr wohl ist etwas dagegen einzuwenden, wenn das Volk seine eigene Verblödung auch noch selbst finanzieren muss und wenn auch die Qualität der Umsetzung der immer volksverblödenderen Stoffe laufend abnimmt, obwohl Unsummen von Geld ausgegeben werden. Ein weiterer vorläufiger Tiefpunkt ist »Natürlich blond«. Und zwar in jeder Beziehung: In der Stückwahl, in der Umsetzung und im Marketing.

Das Orchester
Noch im Vorjahr wurde aus vollen Marketingkanonen der Aufruf unters Musicalvolk gedonnert, dass es etwas zu feiern gebe, dass ein Jubiläum des Orchesters der Vereinigten Bühnen ansteht. Groß wollte man feiern, das Orchester in einem dem Anlass entsprechenden Rahmen präsentieren. Als Idee stellte der Intendant eine Konzertreihe vor, so als wäre er auf diese Idee gekommen. Genau so wie er unlängst die Idee vorgestellt hat, aus einem Dürrenmatt-Klassiker ein Musical zu machen, als würde es nicht bereits ein Musical basierend auf dem »Besuch der alten Dame« geben. Wie auch immer, beschäftigen wir uns nicht mit Fragen des Stils oder des Charakters. »Das Phantom der Oper«, ursprünglich als eben jene Produktion gedacht, mit der das Orchester gefeiert werden sollte, erwies sich als Flop. Von den relevanten Tageszeitungen wurde es nicht beachtet (es gab insgesamt eine einzige Rezension, was eine völlige Bankrotterklärung für das Marketing der VBW darstellt), und das hat natürlich Gründe. Wenn man beim Casting für eine Konzertproduktion aus Kostengründen No-Names engagiert, dann wird sich dafür erstens niemand Tickets leisten wollen und zweitens wird es die Medien nicht interessieren. Wenn man schon ein Orchester, das im Musicalbereich Weltformat hat, feiert, dann bitte doch mit einer Cast, die einem Andrew Lloyd Webber nicht nur ein leises Gähnen kostet. Die Folge: Die paar Konzerte waren nicht ausverkauft und es gab kein Medienfeedback. Wer doch kam, sah den eitlen Versuch eines Regisseurs, durch völlig abstruse Ideen sich selbst zu verwirklichen. Statt dem Anlass zu dienen und das Orchester in den Mittelpunkt zu stellen, wurde Geld in läppische Projektionen gesteckt und jegliche Wirkung durch ebenso läppische Balletteinlagen gekillt. Und wie auch immer Herr Gergen zu seinem Engagement bei den VBW gekommen ist: Die Optik ist verheerend.

Und wie sieht es nun bei »Natürlich blond« aus? Bei »Natürlich blond« spielt das Orchester der VBW in der kleinsten Besetzung, die jemals bei einer großen Long-Run-Produktion dieser Größenordnung zu hören war. Und das im Vorjahr viel gepriesene Orchester spielt in einem Orchestergraben, der verkleinert wurde. Und zwar so sehr verkleinert, dass die Streicher nicht mal mehr im Orchestergraben sitzen, sondern im Keller des Ronacher, wo sie dem im Vorjahr vergewaltigten Phantom vermutlich Gesellschaft leisten. Warum wurde der Orchestergraben verkleinert? Nun, es gibt eine offizielle (Märchen-)Version, nach der es eine Idee war, die Zuschauer noch näher ans Geschehen heranzulassen. Was man davon halten soll? Ich glaube diese Version nicht. Ist nicht vielmehr der wahre Grund der, dass eine Sesselreihe mehr dem Intendanten wohl an die 200.000 Euro oder mehr pro Jahr an Einnahmen bringt? So viel zur Wertschätzung des Orchesters, so viel zur Wertschätzung des Musicalgenres. So viel aber auch zur Wertschätzung des Publikums, das man entsprechend dem Titel der Show für völlig bekloppt hält: Denn eine solche erste Reihe, wie jene im Ronacher, die bei uns als VIP-Reihe mit entsprechendem Preisaufschlag verkauft wird (als Draufgabe erhält man zum Beispiel ein Labello, einen Gutschein für ein Glas Sekt, ein Programmheft und eine Badeente), kommt in anderen Ländern nicht mal in den Verkauf, und wenn, dann mit ordentlichem Rabatt.

Wo geht die Reise hin? Wann wird beschlossen, dass es doch auch reicht, wenn eine Streicher-Gruppe aus Bukarest live zugespielt wird. Oder das Schlagzeug aus Bibione? Entgegen allen Meldungen, dass man das Orchester der VBW schätzt und es als Trademark am Markt positionieren möchte, ist die Anzahl der Vollstellen in den letzten zwölf Jahren kontinuierlich gesunken. Stücke wie »Natürlich blond« überhaupt von diesem Klangkörper spielen zu lassen, ist eine Absurdität sondergleichen. Wir sind mitten in einer Intendanz, die eine völlige Entwertung des Orchesters munter vorantreibt mit Stücken, die man mit iPads genauso gut auf die Bühne blasen könnte.

Der Sound im Theater
Zwar kosten die Tickets im Ronacher immer mehr, doch merkt man von etwaigen Verbesserungen am Sound im Theater nichts (auch wenn diese vielleicht versucht wurden). Man muss aber erwarten dürfen, dass man zumindest in den Reihen der Kategorie 1, insbesondere in den drei Orchester-Reihen (auch wenn die Bezeichnung ein Witz ist) perfekten Sound geboten bekommt. Die Realität ist eine andere. Bei den Sprechszenen hallen die Stimmen wie in einem Bahnhof, man hat keine Chance, auch mit größter Konzentration längere Textpassagen akustisch zu verstehen, die Drums kommen wie aus einem Billigcomputer und der Rest des Orchesterklangs ist diffus.

Schauspiel & Gesang/Regie/Dialogregie
In »Natürlich blond« gibt es nur wenige Szenen, in denen man einen Menschen auf der Bühne halbwegs »natürlich« agieren sieht, wenige Sequenzen, in denen so etwas wie Komik auch tatsächlich rüberkommt. Das ist natürlich kein Wunder, wenn man einen amerikanischen Regisseur engagiert, dem eine geradezu peinigende Springschnurszene wichtiger zu sein scheint als der Dialog auf der Bühne. Aber wie sollte auch ein Amerikaner dafür Spezialist sein, dass Dialoge in Deutsch auch nur halbwegs glaubhaft auf die Bühne gebracht werden? Natürlich wird jemand die deutsche Dialogregie nebenbei mit besorgt haben. Ein wichtiger Mann oder eine bedeutende Frau, so wichtig, dass er/sie mit keinem Wort im Programm erwähnt wird. Vom Hundetraining bis zum Perückendesign, vom Associate Choreographer bis zum Associate Set Designer, alles wird genau angegeben. Keine Angabe zur deutschen Dialogregie. Freilich ist auch das, was es an Text in dieser Show zu hören gibt, dermaßen unnatürlich und gestelzt übersetzt, dermaßen platt (»Oh mein Gott, ich krieg Muskelkater in meinem Hirn«, »Upsi, sorry …«, »Oh mein Gott, heute ist Verlobung und schon bald ist sie die Braut in Weiß, oh mein Gott, wie heiß«) und zwangsneurotisch auf Endreime fixiert, auch dann, wenn diese sich dann eigentlich nicht reimen, dass es vermutlich vergebene Mühe ist, zu versuchen, so etwas wie glaubhaftes Schauspiel zu versuchen.

Von Seiten der VBW und auch ihrer Bewunderer wird die professionelle Umsetzung hervorgehoben. Professionell wirkt das Paket leider nur, wenn man nicht genauer hinsehen will und vor allem nicht genauer hinhören möchte.

Alexander Goebel in der Rolle von Professor Callahan – was das Schauspiel betrifft, eine gute Wahl. Er hat das Auftreten, die Routine, er hat Bühnenpräsenz, und bis zu der Szene, in der er Elle Woods begrapschen muss, kauft man ihm seine Rolle noch am ehesten ab. Dass die Grapscherszene völlig misslungen ist, liegt nicht an ihm, sondern an der Regie. Das einzige Anzeichen, dass nun aus dem strengen Professor der geile Lustmolch wird, ist das Aufknöpfen des Sakkos, und dann drückt er Elle Wood ein Küsschen ins Gesicht. Noch einfallsloser kann man diese Szene nicht bauen, das ist bestenfalls Niveau, das man von AHS-Schüleraufführungen oder in der Provinz erwartet. Goebel macht noch halbwegs das Beste draus, André Bauer (als Zweitbesetzung Callahan) geht da völlig unter. Die Szene ist in der VBW-Fassung im Wesentlichen nicht anders als sonst gestaltet, sie taugt einfach nicht. Sie ist auch ein Musterbeispiel, wie schlecht dieses Musical in den Schauspielsequenzen gebaut ist, wie wenig auf Details geachtet wird. Kein Wunder, dass das Musicalgenre durch derartige Dummfugshows einen immer schlechteren Ruf abbekommt. Und das hat nichts damit zu tun, dass »Natürlich blond« als Comedy-Musical gedacht ist. Es ist ein schlecht gebautes Comedy-Musical, inkonsequent zwischen Ansätzen von Parodie, schlechtem Buch, absurden Tanzsequenzen und albernen Dialogen pendelnd. In den wenigen Gesangsszenen geht Goebel etwas verloren. Bei »Blut in den Kiemen« pendelt er sich auf Sprechgesang durchgehend ein, es fehlen sowohl die Höhen als auch die Tiefen. Macht aber nichts, der Song ist musikalisch gesehen ohnehin das peinlichste Stück Pastiche, das diese Show zu bieten hat.

Jörg Neubauer als Emmett Forrest ist ein braver Darsteller, so brav, dass er einer der Hauptfaktoren ist, warum diese
Show so entsetzlich langweilt. Man kann sicher die Figur so gestalten, wie er es macht, als langweiligen Puschel, fast ohne Mimik, eine zum Teil fast moderierende Rollengestaltung, null Power, keine oder eine larmoyante Ausstrahlung. Sicher kann man die Figur so anlegen, aber es liegt nicht in der Bühnenfigur begründet. Es ist entweder Unvermögen des Darstellers oder Unvermögen der Regie. Dazu kommt auch Unvermögen der Kostümabteilung. Wenn etwa in der Kaufhausszene der Anzug, der Emmett Forrest zum perfekt angezogen Anwalt machen soll (nein, die Absurdität dieser Szenen zu hinterfragen, hat keinen Sinn), schlechter sitzt als der billige Anzug, den er davor hatte, dann klappt natürlich auch die ganze Szene nicht. Wenn Jörg Neubauer bei seinem großen Solo nur peinliche Gesten auf die Bühne bringt (und bitte nicht behaupten, das wäre parodistisch angelegt oder mit Absicht, denn das wäre dann der Gipfelpunkt des darstellerischen Unvermögens), wird auch diese Szene nicht klappen. Und so häufen sich die kleinen und großen Szenen, die auf diese Weise kippen. Hätte Neubauer wenigstens interessante Nuancen beim Gesang anzubieten, würde das sicher einiges wettmachen, aber auch da ist er ein braver Sänger, zu sehr auf seine high notes fokussiert, sodass er vergisst, dass Unsauberes auch im Mittelbereich wahrnehmbar ist. Ich habe generell noch selten ein Musicalensemble erlebt, bei dem dermaßen gehäuft Intonationsprobleme zu hören sind. Wie oft sind die ersten in den Soundbrei der Songs geköpfelten Noten leicht flat, bis dann der oder die Sängerin die richtige Melodie im Brei doch noch findet. Dabei arbeitet man mit Sicherung. So ist die fehlende Präzision in den Höhen allein deswegen weniger wahrzunehmen, weil die beigesteuerten Erste-Hilfe-Clicktracks einiges überdecken. Würde man offiziell anfragen, an welchen Stellen Clicktracks zum Einsatz kommen, man bekäme keine ehrliche Antwort. Es würde dann Hinweise geben, dass man das ja eindeutig sieht, wenn der Dirigent den Kopfhörer aufhat, doch nicht gesprochen wird von den beigemischten Chören, was ähnlich wirkt wie das Glutamat beim Lieblingschinesen ums Eck.

Es gibt sicher ein paar nette Momente bei „Natürlich blond“, aber auch das sind, wenn man es genau nimmt, guilty pleasures. Ana Milva Gomes als Paulette liefert ein sehr schönes Solo mit »Irland«, und doch fragt man sich, was zur Hölle will man uns mit diesem Song sagen. Die einzig funktionierende Parodie gibt Daniel Rákász als Testosteron-Bombe. Auch in seinen anderen kleinen Rollen ist er stets am Punkt. Glaubhaft auch Linda Geider als Fitnesstante Brooke Wyndham. Gleichzeitig muss sie in einem der peinlichsten Songs der gesamten Musicalgeschichte mitwirken: »Peitsch dich in Form« besteht aus fünf Minuten Lärm und einem Ensemble, das mit verkniffenen Gesichtern eine Springschnurchoreographie abspringen muss. Für wen die Szene gedacht ist, weiß niemand, aber es gibt ja auf Privatsendern für jeden möglichen Fetisch Formate. Der Fetisch Frauen im Knast wird hier eventuell befriedigt.

Ich weiß nicht, welcher Faktor entscheidend dafür war, Barbara Obermeier als Elle Woods zu casten, ich persönlich finde die Wahl problematisch. Ich nehme ihr keine Sekunde ab, was sie darstellen soll. Sie scheint nie in der Rolle zu sein, sie kommt nicht witzig rüber, sie wirkt viel zu reif für eine Elle. Da ist kein Anflug von Parodie zu spüren, weil es nicht mal ansatzweise parodistisch gemeint ist. Man nimmt ihr aber auch das Dummerchen nicht ab, es scheint, als hätte sie keinen Weg in diese Rolle gefunden. Sie singt gut, sie spielt okay. Aber der Pepp fehlt.

Hendrik Schall wird mit dieser Show vermutlich als jener Musicaldarsteller eingehen, der dem Wort »Tonfall« keinerlei Bedeutung zumisst. Seine Sprechszenen sind reiner Singsang, so als wollte er auch da singen – nur Ton, kein Fall, extrem enervierend. Kein Mensch wird verstehen, was Elle an ihm finden soll. Das muss jetzt nicht mal sein Fehler sein, sondern ein Mangel des Stückkonzepts, andererseits ist genau dafür der Song »Zeit für was Ernsteres« gedacht, in den man dann doch ein bisserl mehr an Schauspiel legen muss, als er es vermag. Ich habe diese Szene bei einer Show der 1. Jahrgangs der Konservatorium Wien Privatuniversität vor vielen Jahren um Welten unterhaltsamer erlebt.

Marketingdesaster
Sollte »Natürlich blond« floppen, also nach der Sommerpause nicht mehr gespielt werden, liegt das mit Sicherheit auch am Marketingkonzept der VBW. Was wurde nicht wochenlang über Hunde berichtet, so als hätten wir es bei »Natürlich blond« mit den Internationalen Meisterschaften im Hunderlquälen zu tun. Zeitweise schienen Fototermine mit Kötern wichtiger zu sein als mit den Darstellern. Was ist am Cover des Programms? Ein Hund. Hunde und kleine Kinder retten miese Shows, das Rezept ist bekannt, aber es wird hier nicht greifen. Die Hundeszenen sind in dieser Show völlig überflüssig. Wollte man die Show als Parodie verstanden wissen, hätte es schon wesentlich mehr Sinn gemacht, sich Hundeersatz einfallen zu lassen, statt Steuergelder in teure Hundequäleinheiten zu investieren. Hunde haben im Scheinwerferlicht, in einem derartigen Sound nichts zu suchen.
Sicher ist es nett gemeint, dass die VBW die Fans mittels YouTube-Videos an dem Probenalltag teilhaben lassen. Dennoch: Die VBW sind keine einfachen YouTuber, die unüberlegt Videos online stellen sollten, die nicht wirklich für eine Show Werbung machen. Ich erinnere mich an quälende Minuten mit Springschnurtraining, das scheinbar wichtiger war als etwa ein Interview, das man mit Koen Schoots führen hätte können, natürlich nicht zum Thema Springschnurspringen, sondern über die Musik.
Als Botschafterin des Musicals (wem ist diese Lächerlichkeit eingefallen) präsentierte man die Moderatorin Mirjam Weichselbraun, die nichts anderes zur Show zu sagen hatte als »Zucker. Zuckerwatte«. Ich würde gerne die Honorarnote sehen, die dafür gestellt wurde.
Und in der jüngsten Werbemaßnahme heißt es »Der clevere Skoda Yeti steht auf ›Natürlich blond‹«. Auf einem Bild zu sehen: Generaldirektor Drozda mit einem pinkfarbenen kleinen Auto. Was genau soll das bewirken (zuschauerzahlenmäßig)?

Kommentare
Die Kommentarfunktion ist bei diesem Artikel nicht aktiviert. Das hat Gründe. Gerade beim Thema VBW scheint es ein paar selbsternannte Evangelisten (damit sind keine Verfasser von Evangelien gemeint, sondern die aus dem englischen Sprachraum bekannten »enthusiastic advocates«, die für absolut religionsferne Dinge eintreten) zu geben, die unter Aufbietung aller Social-Media-Tricks versuchen, Meinungen quer durchs WWW zu lobbyieren. Nicht »Kritik« im eigentlichen Sinn ist ihr Anliegen, sondern Beeinflussung und Meinungsmache, auch mit Hilfe kooperierender Meinungsoutlets. Das hat mit Journalismus leider gar nichts mehr zu tun.

Link
- »Natürlich blond« – Kim’s Pencil

1 Kommentar

[…] Während im Ronacher quasi Mut bewiesen wird was Neues zu bringen, geht man ab 2014 im Raimundtheater auf Nummer Sicher. MAMMA MIA! sorgte bereits weltweit für Begeisterungsstürme im Publikum und an den Theaterkassen, selbiges erwartet man sich auch für Wien. MAMMA MIA! zu bringen ist nicht wirklich einfallsreich, aber verständlich, denn es bringt vierlei Vorteile mit sich. Jeder kennt die Musik, dass die Liedtexte auf deutsch gesungen werden, juckt sogut wie niemanden. Was aber sauer aufstößt ist der Fakt, dass man für MAMMA MIA! kein Orchester, sondern lediglich eine Band benötigt, welche mit 12, 10 oder gar 7 Musikern auskommt. Auch wenn Struppeck bei der Pressekonferenz auf die Frage einer Kollegin antwortet, dass man sich um die “große” Besetzung bemühe, handelt es sich nichtsdestotrotz um eine Bandbesetzung und nicht um ein Orchester. Gut, für MAMMA MIA! würde auch eine Einspielung via iPod genügen und die Leute würden trotzdem in Scharen ins Theater strömen. Martin Bruny hatte also recht, als er die Vermutung aufstellte, dass unser Klangkörper sukzessive reduziert werden würde. (siehe hier) […]