Martin Bruny am Donnerstag, den
17. März 2011 um 13:00 · gespeichert in Absurditäten
Warum sich eine Firma, die 3D-Biographien von Künstlern anbietet, “Fan Academy” nennt, das bleibt ein Rätsel. Das Produkt, das das in England ansässige “Entertainment Marketing Services (EMS)” verkaufen möchte, ist für Hardcore-Fans aber sicherlich verlockend. Online oder auf DVD um 19,90 Euro kann man, so der Pressetext, “mit dem digitalen Alfons Haider in Kontakt treten und eine Reise durch sein Leben machen”.
Vor hemmungsloser Übertreibung schreckt man nicht zurück:
Geboten werden vom Besucher gesteuerte exklusive Interviews mit Alfons Haider, unveröffentlichtes Bild und Videomaterial, als auch eine Auslese aus seinem Pressespiegel – eine Reise durch die Zeitgeschichte Österreichs
Wer dann genug “Zeitgeschichte” getankt hat, kann für 39 Euro pro Jahr ein Abo buchen und “Alfons Haider hinter den Kulissen” erleben. Höhepunkt dieses Angebots scheint ein “SMS-Chat” mit dem Künstler zu sein. Was das ist, soll man dem folgenden Satz entnehmen können:
Alfons Haider SMS Chat – Alle Infos direkt aufs Handy und SMS senden direkt an Alfons Haider Backstage Bilder & Videos
Martin Bruny am Montag, den
14. März 2011 um 00:24 · gespeichert in Musical, Filmmusical
Barbra Streisands Pläne, das Musical “Gypsy” zu verfilmen und selbst die Rolle der Rose zu übernehmen, sind schließlich, nach einer ersten Zusage von Rechteinhaber Arthur Laurents, doch gescheitert. Die Show von Stephen Sondheim (Texte), Jule Styne (Musik) und Arthur Laurents (Buch) wurde 1959 am Broadway uraufgeführt und 1962 mit Rosalind Russell, Natalie Wood und Karl Malden in den Hauptrollen verfilmt.
Arthur Laurents über die Gründe, warum er Streisands Wunsch schließlich doch nicht erfüllen wird: Stephen Sondheim stellte ihm die Frage, warum er seine Einwilligung gegeben habe. Laurents:
He said, ‘What is the point of it?’ And I said, ‘They have this terrible version with Rosalind Russell wearing those black and white shoes.’ And then Sondheim told me something that he got from the British — and it’s wonderful. He said, ‘You want a record because the theater is ephemeral. But that’s wrong. The theater’s greatest essence is that it is ephemeral. You don’t need a record. The fact that it’s ephemeral means you can have different productions, different Roses on into infinity.’
“So I don’t want it now. I don’t want a definitive record. I want it to stay alive.
“I think [Streisand] is disappointed. She wanted very much to do it. That would have been a good exit for her career. Tom Hopper [”The King’s Speech”] wanted to direct it. I think he’s wonderful.
Martin Bruny am Sonntag, den
13. März 2011 um 23:59 · gespeichert in Musical, Filmmusical
Im Juni 2011 startet das Rock-Musical “I Kissed A Vampire” in den Kinos. In den Hauptrollen: Lucas Grabeel (”High Schol Musical”), Drew Seeley (”Another Cinderella Story”) und Adrian Slade.
Bemerkenswert an diesem Projekt: Es basiert auf der für das Web produzierten Musical-Serie “I Kissed A Vampire”. Drei Folgen dieser Serie existieren, die erste ging im Oktober 2009 online. Ansehen kann man sich das Ganze gratis –> hier.
I Kissed A Vampire
Mit Lucas Grabeel, Drew Seeley, Adrian Slade, Amy Paffrath, Sally Slade, Chris Coppola, Emily Morris, Autumn Grabeel, Katie Seeley, Lori Lively
Regie: Chris Sean Nolan
Autor : Laurie Nolan, Chris Sean Nolan
Musik: Frankie Blue
Texte: Frankie Blue, Chris Sean Nolan und Laurie Nolan
Martin Bruny am Sonntag, den
13. März 2011 um 02:30 · gespeichert in Literatur, Sprache
1959 veröffentlichte Literatur-Nobelpreisträger Harold Pinter sein Theaterstück “Der Hausmeister” (”The Caretaker”). Die Uraufführung fand am 27. April 1960 im Londoner Arts Theatre mit Donald Pleasence als Davies, Peter Woodthorpe als Aston und Alan Bates als Mick unter der Regie von Donald McWhinnie statt.
1966 schrieben einige Highschool-Schüler dem Schriftsteller einen Brief und stellten ihm einige Fragen zu vermeintlich “versteckten Botschaften” in seinem Text. Pinter nahm sich die Zeit, den Schülern zu antworten. Sein Sarkasmus wird uns heute wohl mehr erfreuen als die Schüler damals (Tranksript unter der Abbildung):
Transcript
7 HANOVER TERRACE
REGENTS PARK
LONDON N.W.1
AMBASSADOR 9393
4 November 1966.
Dear Master Seaman,
I’m glad to know of the interest of Form 5A in THE CARETAKER. I will answer your questions quite frankly.
i) Davies’ papers are at Sidcup because that’s where they are.
ii) His name is assumed because he assumed it.
iii) The two brothers see little of each other because they rarely meet.
iv) Aston fiddles with his plugs because he likes doing it.
v) When he goes out to walk, he walks.
vi) The monk swears at Davies because he doesn’t like him.
vii) Davies doesn’t like coloured people.
viii) He refuses to believe that he makes noises during the night.
ix) The Buddha is a Buddha.
x) The shed is a shed.
I assure you that these answers to your questions are not intended to be funny.
Martin Bruny am Samstag, den
12. März 2011 um 20:27 · gespeichert in Musical, Wien
Zwölf Zentimeter Durchmesser, eine blutrote Glasur, feinster Germteig und frische Ribiselmarmelade, rechtzeitig zum Start der Fastenzeit gibt es ab sofort in den 45 Wiener Filialen der Bäckerei Felber den “Vampir-Krapfen”. Kostenpunkt: 1,40 Euro.
Blättern wir doch einmal im Geschichtsbuch: Schon im 13. Jahrhundert kommt er vor, anno 1486 wird seine Existenz in der »Köchordnung« der Stadt Wien erwähnt. Die Rede ist damals von “Krappffenpacherinnen”. Drei Jahrhunderte später geben schon Krapfenbäckerinnen Annoncen in der “Wiener Zeitung” auf. Auch in der Politik gibt es den ein oder anderen Krapfen – natürlich zum Verzehr: Während der Zeit des Wiener Kongresses im Jahr 1815 sollen rund zehn Millionen Krapfen verspeist worden sein. Dass der Krapfen letztendlich zum typischen Faschingsgebäck wurde, dafür sorgten die Mönche. Sie schlugen vor, sich vor der Fastenzeit – die ja bis Faschingsdienstag dauert – den Ranzen noch einmal so richtig vollzuschlagen.
Wenn der Krapfen nun also nicht zum Beginn der Faschingszeit, sondern am Ende bzw. zum Beginn der Fastenzeit beworben wird, was soll uns das sagen? Wie auch immer: Bei Nennung des Kennworts »Felber-Krapfen« erhalten die Besucher des Wiener Ronacher bei ihrer Ticketbestellung 15 Prozent Ermäßigung auf den regulären Kartenpreis (in den Kategorien A bis D) an allen Tageskassen der Vereinigten Bühnen Wien bzw. telephonisch unter +43 1 58885 bei Wien-Ticket. Gültig für Vorstellungen von »Tanz der Vampire« bis 31. März 2011. (Karten nach Verfügbarkeit; max. 2 Stück pro Gutschein. Nicht mit anderen Aktionen kombinierbar. Änderungen vorbehalten. Keine Barablöse möglich.)
Eine kleine Statistik für alle Krapfen-Lover: durchschnittlich schlägt sich so ein Krapfen mit 300 Kalorien zu Buche.
Die Kalorien eines Faschingskrapfens wird man so wieder los:
- 50 Minuten Skifahren oder Snowboarden
- eine halbe Stunde Langlaufen oder Tourengehen
- eineinhalb Stunden durch die Winterlandschaft spazieren
- 40 Minuten Schneeschuhwandern oder Eislaufen
- 40 Minuten Schnee schaufeln
- 4 Stunden rodeln
- eine Stunde Schneeballschlacht
- 70 Minuten Schnee kehren
- eine Stunde Schneestapfen
- eineinhalb Stunden Eis kratzen
Martin Bruny am Freitag, den
11. März 2011 um 02:29 · gespeichert in Musical
Written by Tony and Grammy Award-winning playwright and lyricist Steven Sater (Spring Awakening) with music composed by Grammy Award-winning System of a Down lead singer Serj Tankian, this new musical is inspired by Aeschylus’s Ancient Greek tragedy about the heroic struggle of Western civilization’s first prisoner of conscience. A.R.T. Artistic Director Diane Paulus stages this world premiere production in OBERON, immersing the audience in an environment that has theDionysian energy and rebelliousness of a rock concert.
Martin Bruny am Donnerstag, den
10. März 2011 um 20:23 · gespeichert in Musical, Broadway
Am 24. April 2011 fällt der letzte Vorhang für die Broadway-Produktion “American Idiot”. Am 5. April kehrt Green Day-Frontman Billie Joe Armstong noch einmal in die Show zurück und gibt seinen Fans drei Wochen lang ihre geliebte “Green Day”-Show.
Die Gründe für das schnelle Aus der Show kann man –> hier nachlesen.
Die Daten für “American Idiot”: 27 Previews, 421 Vorstellungen.
Martin Bruny am Donnerstag, den
10. März 2011 um 13:52 · gespeichert in Absurditäten
“Dancing Stars”, das muntere Tanzen von Prominenten im österreichischen Fernsehen, geht am kommenden Freitag mit einem frischen Set an Tänzern das erste Mal auf Sendung. Die erste Folge der neuen Staffel bietet ein spannendes Aufeinandertreffen von Tänzer Uwe Kröger und Jurorin Marika Lichter.
Schon vorab liefern sich die beiden ein kleines Geplänkel via NEWS:
Am Parkett möchte man sich so gut es geht ohne Animositäten begegnen. Lichter ließ es sich aber nicht nehmen, darauf hinzuweisen, dass ihr ehemals bester Freund auf Wikipedia in der Liste der besten Tänzer gleich hinter Gene Kelly geführt wird. Was sie damit vermitteln will? Kröger ist Tanzprofi und steigt gegen blutige Anfänger in den Ring. - Kröger deeskaliert: “Auch Wikipedia kann sich irren, wie ich spätestens seit meiner ersten Trainingsstunde weiß. Und ich freue mich, vor der ersten “Dancing Queen” tanzen zu dürfen.” [NEWS 10/11, S. 120]
Bei der Wikipedia-Aufstellung handelt es sich nicht um eine Liste der “besten Tänzer”, sondern, alphabetisch geordnet, daher zuerst “Kelly” und bald danach “Kröger”, um eine Liste “bedeutender” Tänzer.
Wer sollte in dieser Liste geführt werden:
Die ”’Liste bedeutender Tänzer und Tänzerinnen”’ enthält solche, die Herausragendes in ihrer Disziplin geleistet haben, deren Leistung zumindest professionellem Niveau entspricht und die auch durch ihren Tanz bekannt wurden. Herausragende Leistungen sind beispielsweise gewonnene Weltmeisterschaften, die Entwicklung, Weiterentwicklung oder Einführung neuer Tanzfiguren oder eines neuen Tanzstils, Berühmtheit in ihrer Epoche, Vortänzer oder Vortänzerin eines bedeutenden Ensembles, die Gründung, Leitung oder Weiterentwicklung einer bedeutenden Tanzschule, Preise und andere bemerkenswerte tänzerische Leistungen. TänzerInnen, die in mehreren Tanzstilen Bedeutendes geleistet haben, können auch bei mehreren Tanzstilen genannt werden.
Man sieht, Uwe Kröger passt hier genauso gut hinein, wie er nicht hineinpasst. Professionelles Niveau kann man einem professionellen Musicaldarsteller nicht absprechen, welche herausragenden Leistungen er als Tänzer bisher erbracht hat, muss man Wikipedia fragen.
Martin Bruny am Mittwoch, den
9. März 2011 um 21:21 · gespeichert in Musical, Broadway
In den nächsten Tagen ist bei der mittlerweile zur Lachnummer avanvierten Broadway-Musical-Zangengeburt “Spider-Man” ein “dramatic announcement” der Produzenten zu erwarten. Natürlich stehen die Inhalte dieser Ankündigung längst in der einschlägigen Presse. Worum gehts:
1) Julie Taymor hats verbockt. Warum und aus welchen Gründen auch immer, sie wird nicht ohne Imageschaden aus dem Musical aussteigen, aber sie wird vermutlich aussteigen. Woran der Ausstieg scheitern könnte, ist der Umstand, dass sie nicht nur Regie führt, sondern auch als Co-Autorin fungiert sowie für das Design der Masken zuständig ist.
2) “Spider Man” beendet seine Previews im April 2011.
3) Anschließend wird das Musical einige Wochen überarbeitet.
4) Eine mögliche Premiere könnte irgendwann im Juni 2011 stattfinden.
Am 6. März 2011 schrieb “Spider-Man” jedenfalls Geschichte. Mit der 98. Preview ging die Show in die Broadwaygeschichte ein. Bis dahin war die Produktion “A Teaspoon Every Four Hours” seit 1969 unangefochten am Spitzenplatz dieser einmaligen Hitparade zu finden.
Andere lustige Statistik-Spielchen und semantische Feinheiten. Der für den 15. März 2011 angesetzte Premierentermin, der wieder einmal nicht als Premierentermin stattfinden dürfte, ist der bereits 5., was einige Lästermäuler dazu brachte, die Premiere nicht mehr als “opening”, sondern als “nopening” und “hopening” zu bezeichnen.
Update 10. März 2011
————————————————————————————————— Philip William McKinley (Regie: “The Boy from Oz”, 2003) übernimmt die Regie bei “Spider-Man”. Was passiert mit Julie Taymor? Die Produzenten dazu:
Taymor is not leaving the creative team. Her vision has been at the heart of this production since its inception and will continue to be so. Julie’s previous commitments mean that past March 15th, she cannot work the 24/7 necessary to make the changes in the production in order to be ready for our opening.
Die Premiere soll nun “irgendwann im Frühsommer” stattfinden. Ob der bunte Reigen an Previews tatsächlich unterbrochen wird, steht noch nicht fest, Bono und The Edge werden die Songs überarbeiten und meinen dazu:
We have a couple of new songs we are very very excited about putting into the mix … We are confident [the show] will reach its full potential and when it does, it will open.
Roberto Aguirre-Sacasa wird das Buch der Show überarbeiten. Zusätzlich ins Leading Team kommen Paul Bogaev (Musical Consultant) und Sound Designer Peter Hylenski.
Martin Bruny am Mittwoch, den
9. März 2011 um 17:36 · gespeichert in Literatur, News
Wie geht die zweite Generation jüdischer Emigranten mit dem Thema Schoa um? Welche Bedeutung hat Österreich noch für sie? Welchen Bezug haben sie zur Heimat ihrer Eltern? Zu ihrer Muttersprache? Frederic Morton und Rebecca Morton: der Schriftsteller mit Wiener Wurzeln und die New Yorker Filmemacherin, Vater und Tochter im Gespräch über Heimat, Entwurzelung, Identität und Sprache.
Ein Gespräch mit Frederic Morton und seiner Tochter über Exil und Emigration.
Moderation: Barbara Toth (»Falter«)
Jüdisches Museum Wien zu Gast im Haus der Musik
Haus der Musik, Seilerstätte 30, 1010 Wien
Donnerstag, 10. März 2011 - 18:30
Eintritt frei
Nähere Infos –> hier