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Staatsoper Stuttgart: Le Comte Ory (Premiere)

17. Mai 2008
18:30bis22:30

Staatsoper Stuttgart: Gioacchino Rossini - “Le Comte Ory”

Oper in fünf Akten
Libretto von Eugène Scribe und Charles-Gaspard Delestre-Poirson
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Sonntag, 17. Mai 2008, 18.30 Uhr, Staatsoper Stuttgart, Opernhaus
Weitere Aufführungen: 24. Mai, 15. und 19. Juni, 4., 18. und 23. Juli 2008

Musikalische Leitung: Enrique Mazzola
Regie und Bühne: Igor Bauersima
Kostüme: Johanna Lakner
Video: Georg Lendorff
Licht: Reinhard Traub
Chor: Johannes Knecht
Dramaturgie: Sergio Morabito

Besetzung
Le Comte Ory: Angelo Scardina
Le Gouverneur du Comte Ory: Matias Tosi
Isolier: Tina Hörhold
Raimbaud: Adam Kim
Adèle / La Comtesse de Formoutiers: Ina Kancheva
Dame Ragonde: Ezgi Kutlu
Alice: Yuko Kakuta

Staatsorchester Stuttgart
Chor Staatsoper Stuttgart

Autor von «norway.today» Igor Bauersima inszeniert in Stuttgart seine erste Oper
Betrüger, Betrogene, Begehren: Gioachino Rossinis „Comte Ory“ ist ein amoralisches Spiel der Verwandlung und Verführung. Mit der selten gespielten Komödie zum Saisonabschluss wird einmal mehr dem französischen Schwerpunkt an der Staatsoper Stuttgart Rechnung getragen und gibt Igor Bauersima am 17. Mai um 18.30 Uhr sein Opern-Regiedebüt.

Angesiedelt im Mittelalter schickt Librettist Eugène Scribe in diesem Rossini-Werk Väter, Brüder und Ehemänner auf den Kreuzzug, bindet die daheim gebliebenen Frauen an ein Keuschheitsgelübde und zwingt so die jungen Männer, allen voran den Grafen Ory (Angelo Scardina gibt sein Stuttgartdebüt), zur wildesten Maskerade, um Kontakt mit dem anderen Geschlecht, respektive der Gräfin Adèle (Ensemblemitglied Ina Kancheva) aufzunehmen.

Ist das 1828 in Paris uraufgeführte Spätwerk eine Parodie und Maskerade, trifft dies auch auf die musikalische Struktur zu: Der italienische Komponist „recycelt“ zur Hälfte seine Krönungsoper „Il viaggio a Reims“ und verbindet in dem Zweiakter, den in Stuttgart Enrique Mazzola dirigieren wird, Elemente der Opéra Comique mit der Verve der italienischen Buffa und dem überquellenden Reichtum einer „Großen Oper“.

Dass Igor Bauersima sowohl für Regie als auch Bühne verantwortlich zeichnet, ist symptomatisch für das in der Schweiz lebende Mulitalent mit tschechischen Wurzeln: Denn es zeichnet den Architekten, Filmemacher, Theaterregisseur und Autor aus, unterschiedliche Kunstgenres in Personalunion zu vereinigen. So inszenierte er auch selbst sein erfolgreiches Drama „norway.today“, das ihm 2001 den Titel „Nachwuchsautor des Jahres“ einbrachte. Heute zählt Bauersima zu den meistinszenierten Autoren, seine Stücke wurden in über 20 Sprachen übersetzt und an über 100 Theatern weltweit gespielt.

Der 44-Jährige sieht Rossinis „Graf Ory“ als „Komödie über einen Betrüger und ein Volk, das ihm auf den Leim geht und gehen will. Es zeigt sich, dass es den Betrug nur gibt, weil der Betrogene es zulässt. Das scheinbare Opfer wird zum Täter. Das ist doch hoch aktuell“. Dabei wird Verführung mehrfach durchdekliniert: Sie findet auf erotischer Ebene statt, ist aber auch Volksverführung, die bei Rossini gleich zweimal erzählt und von Bauersima aus einer materiellen und einer mystischen Perspektive beleuchtet wird: „Symbolisch lese ich das so: Im ersten Akt werden die Leute `aus sich herausgelockt’, von ihren Überzeugungen weggeführt; im zweiten dringt der Eroberer, der Graf Ory, ins Innerste der Leben vor und untergräbt die Werte seiner Opfer.“

Auch optisch tragen Bauersima und Kostümbildnerin Johanna Lakner – ergänzt durch Videoprojektionen (Georg Lendorff) – dieser doppelten Perspektive Rechnung: ein Rum-melplatz, „der technologischen Fortschritt spielerisch zur Schau stellt“, ist der Außenraum des Ersten Aktes, „eine hochmoderne Villa“ steht für das Interieur des Zweiten

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