Martin Bruny am Mittwoch, den
8. Januar 2014 um 12:39 · gespeichert in Bücher, 2014
Das Wiener Schauspielhaus hat im Theaterleben der Stadt einmal eine wesentlich bedeutendere Rolle gespielt, als es das derzeit tut. Es ist immer nur von ganz wenigen Personen abhängig, wohin ein Theater steuert. Im Extremfall von einer einzigen, wie im Fall des Theatermachers Hans Gratzer, der 1978 das Schauspielhaus gründete und ab da Theater- und Musicalgeschichte schrieb. Pam Gems’ »Piaf« mit Maria Bill (DE 1982), die »Rocky Horror Picture Show« (sic! ÖE 1983) mit Erich Schleyer und Alexander Goebel wurden Kassenschlager, begründeten Karrieren. Über Bills »Piaf« schrieb der »Kurier«: »Wir werden diese Nacht nicht vergessen […] Wenn uns in fernen Zeiten die Enkel fragen Opa, hast du noch die Piaf gekannt?, werden wir antworten: Ja und nein, mein Kind […] Die Piaf habe ich nicht gekannt, aber ich hab’ die Bill als Piaf gesehen.«
1986 gab Gratzer das Schauspielhaus ab, er wollte das Ronacher übernehmen, und es waren nur wenige Menschen, die diese Weichenstellung verhinderten. Seit 1976 stand das Ronacher leer, ein Kulturkampf war ausgebrochen. 1979 kaufte Gratzer den zerschlissenen Vorhang des Theaters aus dem Fundus für sein Schauspielhaus. 1984 präsentierte er ein Bespielungskonzept. Ohne Subventionen wollte er das Ronacher führen, mit einer Mischung von Eigenproduktionen und Gastspielen. Zur Eröffnung plante er ein neues Musical von Richard O’Brien. 1986 betrat mit dem Unternehmer Alexander Maculan ein Geldgeber die Szene. Am 27. Februar 1986 kündigte Bürgermeister Zilk die Rettung und Wiedereröffnung des Ronacher an. Maculan sollte das Theater kaufen und um 5,4 Millionen Euro renovieren. Nach der Wiedereröffnung würde die Gemeinde Wien mittels 25-jähriger Kaufmiete das Theater erwerben. Mit der Operette »Cagliostro« ging Gratzer im Ronacher an den Start. Die Premiere am 22. Mai 1986 wurde zum Desaster. – Am 13. Mai 1986, eine Woche zuvor, ist er zu Gast in der ORF-Diskussionssendung »Cafà© Central«. Unter den Studiogästen: Helmut Zilk, Peter Weck, Ursula Pasterk und Luc Bondy. Thema: die bevorstehenden Festwochen. Im Laufe der Sendung wird klar: Das Ronacher geht an Weck – an die VBW. Gratzer sitzt mit steinerner Miene da, kommentiert die Situation mit keiner Silbe. Die fast einhelligen Verrisse für »Cagliostro« waren seiner Meinung nach »gesteuert«, um ihn auch in der öffentlichen Wahrnehmung als Intendant zu diskreditieren.
2014 ist die Zukunft des Ronacher wieder einmal ein heißes Thema. Der Generaldirektor der VBW, Thomas Drozda, überlegte im Dezember 2013 in einem Interview mit »News«: »Eine der beiden Bühnen [Ronacher oder Raimund Theater] könnte in einer Kombination aus Vermietung und Eigenproduktion« betrieben werden. Im »Standard« vom 7. Januar 2014 konterten Ernst Woller (SPÖ-Kultursprecher) und Klaus Werner-Lobo (Grüne-Kultursprecher): »Es gebe in Wien genügend kreatives Potenzial, um das Etablissement in einer völlig anderen Form, in einer neuen Form des Musiktheaters, zu bespielen. Für Woller und Werner-Lobo ist es nicht vorstellbar, dass Drozda das Ronacher untervermietet; sie schlagen vor, das Haus auszugliedern und die Intendanz auszuschreiben. Was aber, wenn Drozda das Ronacher nicht aufgeben will? Die Eigentümerin der Immobilie ist die Stadt. Sie hat einen Auftrag zu formulieren – und Drozda hat sich an diesen zu halten.«
Zurück zu Hans Gratzer. Er kehrte Wien 1986 den Rücken, ging nach New York, um 1990 wieder ans Schauspielhaus zurückzukehren und erneut Theatergeschichte zu schreiben, etwa mit einer eigenwilligen Version von »The Sound of Music« (ÖE 1993), Tony Kushners Drama »Angels in America« (ÖE 1994/1995) und Eve Enslers »Vagina Monologen« (DE 2000). »Die Wiener Theater waren fad, fad, fad«, erzählte Toni Wiesinger (Betriebsleiter/Kostümbildner am Schauspielhaus) der Autorin des Buches, über die 1970er Jahre. »Die Stadt war öd und grau, mit dem Schauspielhaus haben wir eine Insel geschaffen.« Michael Schottenberg, derzeitiger Direktor des Wiener Volkstheaters: »Jung und dynamisch war er […] Ein Magier, der alle, Schauspieler wie Publikum, in seinen Bann zog, der ein neues Gefühl in die Stadt brachte, eine neue Lebendigkeit.« Musical konnte damals Teil dieses neuen Gefühls sein, Musical, das relevant war, auf der Höhe der Zeit, nicht was etwa die Knalligkeit von Projektionen betrifft, sondern das Handwerk, die Umsetzung, die Qualität der Darsteller, der Regie, der Visionen – und was den Mut betrifft. Erich Schleyer über die »Rocky Horror Picture Show«: »Ich habe zuvor weder Rock ’n’ Roll gesungen, noch konnte ich, wegen meiner Herkunft aus der DDR, Englisch. […] Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn war ich in der Garderobe, habe mich selbst geschminkt und ganz allein für mich eine Flasche Sekt getrunken, das war meine Art der Vorbereitung auf die Aufführung. Während dieser Zeit habe ich viele andere Rollenangebote erhalten, aber alles abgeschlagen, was karrieretechnisch nicht unbedingt klug war, aber ich konnte nicht anders […] Das war die Rolle meines Lebens – und ich habe sie wirklich gelebt. Ich war zu 100 Prozent Frank N. Furter.« Die wahre Bedeutung dieser Produktion schildet Toni Wiesinger: »Die ganze Stadt war damals homophob – ist sie im Grunde heute noch. Aber am Anfang, in den 70er-Jahren, war es ganz offensichtlich. Unsere Schaufenster sind morgens regelmäßig angespuckt gewesen. Die armen Putzfrauen, die das wegwischen mussten. Der neunte Bezirk war damals kein Ausgehviertel wie heute, es war ein durch und durch bürgerlicher Wohnbezirk. Man mochte uns dort anfangs nicht besonders. Das hat sich erst verändert, als wir mit der Rocky Horror Picture Show diesen Riesenerfolg hatten. Da haben die Anrainer gesehen, dass die Leute bis auf die Straße hinaus um Karten angestanden sind, daraufhin wurden sie neugierig.« In Wien bracht der »Hedonismus aus. Drogen, Sex, Alkohol, Kreativität. Wir haben zehn Jahre eine Orgie in der Stadt gefeiert«. (Karl Welunschek, Regisseur)
Petra Paterno, Redakteurin der Wiener Zeitung für den Bereich Theater, ist mit ihrem Buch »Lichterloh« ein spannendes, blendend recherchiertes und komponiertes Buch zu einem wichtigen Stück Wiener Theatergeschichte geglückt. Pointierte Zitate aus Kritiken, Aufführungsanalysen aus den Privatarchiven von Dramaturgin Ingrid Rencher und Interviews mit den Protagonisten aus der Zeit Gratzers wie Michael Schottenberg, Erich Schleyer, Justus Neumann oder Beatrice Frey machen das Werk zu einer lesenswerten Hommage an Hans Gratzer.
Petra Paterno: Lichterloh – Das Wiener Schauspielhaus unter Hans Gratzer von 1978 bis 2001. edition atelier. Wien 2013. 288 S.; (Broschur) ISBN 978-3-902498-69-4. 19,95 Euro. [www.editionatelier.at]
Martin Bruny am Freitag, den
3. Januar 2014 um 13:46 · gespeichert in Musical

Die Indie-Rock/Pop-Gruppe »Panic! At the Disco« macht sich dran, aus ihren vier bisher erschienenen Tonträgern ein Musical zu entwickeln: »PANIC! THE MUSICAL«.
Wie man das halt zunehmend so macht heutzutage, wenn man clever ist und nicht nur die Marie, sondern auch eine gewisse Kundenbindung anstrebt, gibt es eine Crowdfunding-Site für das Musicalabenteuer der Gruppe, und zwar bei –> indiegogo.
Beschrieben wird das Projekt folgendermaßen:
»PANIC!« is a rough-edged new musical based on the songs of the American rock band Panic! At The Disco. »PANIC! The Musical« tells the story of Andi Witko, a naive teenager on the verge of rebellion after meeting bad boy Oliver Murphy. The musical features songs from all four studio albums, including hits such as: »I Write Sins, Not Tragedies«, »Lying is the Most Fun A Girl Can Have Without Taking Her Clothes Off« »Ready to Go« »This Is Gospel« etc.
PANIC! is created and directed by Alexis Acar with book by Christina Rose Sabia, choreography by Evan Lovelace featuring musical arrangements by Brandon Austin, with musical direction by Craig Petrocelli. This production will be stage managed by Brianna Garza.
Auch eine Facebook-Site gibt es –> hier
Martin Bruny am Dienstag, den
31. Dezember 2013 um 13:03 · gespeichert in Musical, Broadway
Die Abrechnung an den Broadway-Box-Office-Charts für das Jahr 2013 wurde veröffentlicht. An erster Stelle liegt eine Show, die seit 16 Jahren den Broadway dominiert: »The Lion King« (97 Millionen Dollar). An zweiter Stelle: »The Book of Mormon« (90,4 Millionen Dollar).
Einzelne Rekorde gibt es ebenfalls zu vermelden für das Jahr 2013:
- »Wicked« schaffte mit Einnahmen von 3,2 Millionen Dollar im Laufe einer einzigen Woche (mit 9 Vorstellungen) eine neue Topmarke. Bisher hatte keine Produktion die 3-Millionen-Dollar-Hürde nehmen können.
- »The Lion King« konnte zumindest den Hausrekord an Einnahmen brechen. Die Show wird seit 2006 im Minskoff Theatre gezeigt und spielte dort in der vergangenen Woche (9 Vorstellungen) 2,8 Millionen Dollar ein.
- »Kinky Boots« brach ebenfalls den Hausrekord. Die Show ist im Al Hirschfeld Theatre zu sehen, 2,2 Millionen Einnahmen in der letzen Woche konnten erzielt werden.
- Ein Rekord auch für »The Book of Mormon«: 2,1 Millionen Dollar in der vergangenen Woche mit 8 Shows im Eugene O’Neill Theatre.
- »Pippin« wird im Music Box Theatre gezeigt, und mit 1,2 Millionen Dollar Einnahmen in der vergangenen Woche konnte die Produktion auch hier den Hausrekord brechen.
- »Chicago« ist im 18. Jahr stark unterwegs. Einnahmen von 1 Million Dollar vergangene Woche (8 Vorstellungen) – so viel hat noch kein Musical im Ambassador Theatre erzielen können.
Martin Bruny am Samstag, den
14. Dezember 2013 um 12:26 · gespeichert in Musical
Während sich bei manchen so bezeichneten »Global Playern« im österreichischen Musicalgeschäft das wahre Theater mehr und mehr in den Backstage-Bereich zu verlagern scheint, gibt es auch Erfreuliches von Unternehmen zu vermelden. Die Bühne Baden wird 2014 das Musical »Annie« (Charles Strouse/Martin Charnin/Thomas Meehan) zur Aufführung bringen, und im Musiktheater Mistelbach wird man ab 28. März 2014 »Chess« (Benny Andersson/Björn Ulvaeus/Tim Rice) sehen können. Die Cast von »Chess« steht fest:

CHESS - CAST
FLORENCE VASSY: Elisabeth Sikora
ANATOLY SERGIEVSKY: Martin Berger
FREDERIK TRUMPER: Reinhard Reiskopf
SVETLANA SERGIEVSKY: Melanie Schwarz
ALEXANDER MOLOKOV: C.A.Fath
SCHIEDSRICHTER: Reinhard Hirtl
————————–
REGIE: Rüdiger Hentzschel
MUSIKALISCHE LEITUNG: Andreas Schacher
in Zusammenarbeit mit dem A-CAPELLA-CHOR-WEINVIERTEL
Termine
Premiere: Freitag, 28. März 2014
Weitere Vorstellungen: 29. März, 4., 5., 6., 10. und 12. April
Beginn: 19.30 Uhr (außer Sonntag Beginn 17.00 Uhr)
Kartenvorverkauf
Info unter 0676 / 501 73 34, in allen oeticket-Verkaufsstellen (Raiffeisenbanken, Sparkassen, Erste Banken, Volksbanken, Ruefa Reisen, Media Markt, Saturn, Trafikplus, Libro)
Nähere Infos –> hier
Martin Bruny am Dienstag, den
10. Dezember 2013 um 17:18 · gespeichert in Musical, Wien
Für alle am Musicalgenre Interessierten gibt es am 13. Januar 2014 um 19 Uhr einen Pflichttermin: In der Konservatorium Wien Privatuniversität findet eine Diskussionsveranstaltung zum Thema »Musical: Aschenputtel oder Königsklasse?« statt. Der Eintritt ist frei.
Mit: Johanna Arrouas (Volksoper Wien), Josef Ernst Köpplinger (Theater am Gärtnerplatz München), Gunther Baumann (Journalist, filmclicks.at), Michael Staringer (Agentur Diabelli) und Erhard Pauer.
Moderation: Martin Traxl
KONS.podium (ehem. Anton-Dermota-Saal)
Johannesgasse 4a
1010 Wien
Martin Bruny am Donnerstag, den
5. Dezember 2013 um 01:08 · gespeichert in Musical

Am 17. Dezember 2013 findet im Wiener JazzCafà© Bird (Mittelgasse 26, 1060 Wien; Beginn: 20.30 Uhr) eine kleine »Geschenkübergabe« – in Form eine Konzerts – statt. Judith von Orelli und Jil Clesse interpretieren Songs, die ihnen besonders am Herzen liegen.
Die beiden Sängerinnen studieren an der Konservatorium Wien Privatuniversität Musikalisches Unterhaltungstheater (4. Jahrgang), begleitet werden sie am Klavier von Kons-Absolvent Manuel Heuser und Lior Kretzer, dem stellvertretenden Leiter der Abteilung Musikalisches Unterhaltungstheater am Kons, sowie an der Gitarre und dem Cajà³n von Lydia Onku.
Die Einladung:
Liebe Leute,
wir wollten euch (und uns) in der vorweihnachtlichen Stresszeit ein wenig mit gemütlicher Musik entspannen und unsere eigenen Interpretationen von Songs, die uns besonders am Herzen liegen mit euch teilen. Sozusagen als “Geschenk” (frz. cadeau). In diesem Sinne hoffen wir, viele von euch am 17. Dezember im Jazzcafe Bird zu sehen.
Lots of amouuuuur,
Judith&Jil
Link
- Facebooksite zum Konzert
Martin Bruny am Mittwoch, den
4. Dezember 2013 um 14:50 · gespeichert in Musical
Am 16. Dezember 2013 tritt Pia Douwes mit ihrem Soloprogramm »Ein Abend im Dezember« im Wiener Theater Akzent auf. Im ersten Teil der Show singt sie Maury Yestons Liederzyklus »Dezemberlieder«, im zweiten Teil interpretiert sie Songs aus Musicals, die sie im Laufe ihrer Karriere gespielt hat, und das eine oder andere Weihnachtslied. Am Klavier wird sie von Marina Komissartchik begleitet, als Gast wird Ethan Freeman dabeisein. Tickets gibt es –> hier.
Im Folgenden acht Fragen an Pia Douwes:
1
Haben Sie Maury Yestons Liederzyklus selbst entdeckt oder hat Sie jemand darauf aufmerksam gemacht? Von wem ging die Initiative aus, 2007 eine deutsche Version einzusingen? Haben Sie auf die deutsche Übersetzung in irgendeiner Weise eingewirkt? Was verbinden Sie mit diesen Liedern?
Pia Douwes: Der deutsche Übersetzer Wolfgang Adenberg hat mich gefragt, mit ihm eine CD aufzunehmen. Die Übersetzung war genial und Marina Komissartchik spielte mit so viel Gefühl, dass ich direkt Ja sagte. Man gelangt in eine ganz andere Welt, wenn man diese Lieder singt und hört, und kann hautnah nachempfinden, was diese Frau spürt und wie sie ihre Situation verarbeitet.
2
Wie bereiten Sie sich auf den Konzertabend vor? Gibt es bei den »Dezemberliedern« einen Moment, auf den Sie sich besonders freuen, weil er Sie besonders berührt, fordert, oder einen Moment, in dem Sie besonders auf Reaktionen des Publikums achten?
Pia Douwes: Ich bereite mich musikalisch mit meiner Pianistin sehr gründlich vor, und wenn wir anfangen, spüre ich, wie stark wir zwei bei diesem knapp 50 Minuten langen Songzyklus verbunden sind. Ich freue mich dann immer sehr auf dieses »Dezemberlieder«-Abenteuer. Ich finde es auch schön, dass es zwischen den einzelnen Liedern keinen Applaus gibt. So kann das Publikum leichter mit auf diese musikalische und von der Geschichte her imaginäre Reise gehen. 



3
Künstler wollen belogen werden, zumindest unmittelbar nach der Premiere. Wenn man nicht ein »Du warst fabelhaft« nach einer Premiere rausbringt, sollte man sich lieber von Premierenfeiern fernhalten. – Das haben mir einige Schauspieler bestätigt, und auch von Stephen Sondheim ist in Form einer Geschichte, erzählt von Jason Robert Brown, eine ähnliche Einstellung bekannt. Wie stehen Sie dazu und zu Kritiken?
Pia Douwes: Wenn man seine ganze Seele in eine Rolle hineingibt, ist man sehr empfindsam, und negative Kritik und harte Worte können einen sehr verletzen. Dann bleibt oft nur die Erinnerung an die negative Reaktion und man hört die positiven Sachen gar nicht mehr. Das ist für uns als Künstler sehr kontraproduktiv. Wenn man zuerst mit liebevollen Worten und positiver Energie umgeben wird, kann man mit einer möglichen negativen Kritik am nächsten Tag viel besser umgehen und diese vielleicht sogar kreativ umsetzen. Außerdem fängt die Reise eines Stückes bei seiner Premiere doch erst an, dann ist man noch gar nicht so gut wie später, wenn man sich die Rolle eigen gemacht hat.
4

Sie haben bei Susi Nicoletti Unterricht genommen, so wie etwa auch Ute Lemper, Senta Berger oder Paulus Manker. Wie ist es zu diesem Unterricht gekommen, wie hat Nicoletti unterrichtet, was haben Sie davon mitgenommen? Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Susi Nicoletti?
Pia Douwes: Sie war der Grund, zusammen mit Sam Cayne, warum ich im Musicalfach angekommen bin. Die beiden glaubten zu einem Zeitpunkt an mein Talent, wo ich selbst noch gar nicht realisiert hatte, dass ich eins hatte … Ich bin einst auch immer zu Susi Nicoletti gegangen, um Rat bei schwierigen beruflichen Entscheidungen zu erfragen. Sie war eine Art Mentor, nicht nur für mich, sondern auch für viele meiner Kollegen! Ich vermisse sie noch immer.
5
Nun wird es wirklich ernst mit der Weihnachtszeit. Viele mögen sie, manche hassen sie (oder umgekehrt). Was bedeutet Ihnen die Weihnachtszeit und welches sind Ihre 5 Lieblingsweihnachtslieder?
Pia Douwes: Ich liebe Weihnachten!!! Ich mag die Songs: »Winter Wonderland«, »White Christmas«, »The Christmas Song (Chestnuts Roasting On An Open Fire)«, »Have Yourself A Merry Little Christmas« und »Merry X-mas Baby« – ganz besonders in der Version der Rounder Girls!
6

Sie singen, ohne das jetzt kritisieren zu wollen, im Rahmen ihrer Solokonzerte, ein relativ fixes Repertoire an Liedern (aus Shows, bei denen Sie mitgewirkt haben), das man fast als »Greatest Hits« bezeichnen könnte. Sie ändern langsam die Zusammensetzung, aber was auffällt, wenn man sich die Setlists durchliest, junge englische/amerikanische Komponisten sind nicht übermäßig viel vertreten. Warum sind die Klassiker relativ dominant in Ihrem Programm?
Pia Douwes: Der Grund, warum ich im zweiten Teil meine größten Hits singe, ist der, dass mich der Produzent Andreas Luketa von »Sound of Music«-Concerts darum gebeten hat. Außerdem passt die Musik von den modernen »jüngeren« Komponisten für mich nicht unmittelbar zusammen mit dem ersten Teil des Programms, den »Dezemberliedern« von Maury Yeston. Es geht ja eigentlich hauptsächlich um diesen Songzyklus, und der dauert halt nur knapp 50 Minuten. Ich denke aber auch, dass mein Publikum gerne die Hits aus meinen großen Bühnenerfolgen hört, und für all die, die »Ein Abend im Dezember« schon einmal besucht haben, ändere ich zwischendurch das Repertoire. Generell singe ich gerne auch ein anderes Repertoire. Ich habe letztens in meiner großen Soloshow in Holland einige eher unbekanntere Songs gesungen, und dabei viel Spaß gehabt.
7
Worum geht’s im Leben?
Pia Douwes: Liebevolle Begegnungen, Freundschaften, Wachstum/Entwicklung.
8

Der französische Journalist Bernard Pivot hat einen berühmten Fragenkatalog erstellt. James Lipton, sein amerikanischer Kollege, stellt seit Jahrzehnten in seiner TV-Sendung »Inside the Actors Studio« seinen Gästen am Ende der Sendung die von Pivot erdachten 10 Fragen. Wie würden Sie sie beantworten?
a. Was ist dein Lieblingswort?

Gentle
b. Was ist dein am wenigsten gemochtes Wort?
Gleichgültigkeit
c. Was macht dich an?

Die Natur
d. Was macht dich überhaupt nicht an?
E-Mails beantworten
e. Welches Geräusch oder welche Stimme liebst du?

Das Geräusch vom Wind in den Bäumen. Stimme: u. a. von Michael McDonald, Eva Cassidy
f. Welches Geräusch oder welche Stimme hasst du?

Ich mag den Lärm von Motorrädern gar nicht. Eine Stimme, die ich nicht so gerne mag, ist die von Randy Newman
g. Was ist dein Lieblingsschimpfwort?
Haha, das erzähle ich hier lieber nicht! Aber es ist holländisch!
h. Welchem Beruf, außer deinem eigenen, würdest du gerne nachgehen?

Entwicklungshelfer oder etwas mit Tieren
i. Welchem Beruf würdest du nicht gerne nachgehen?

Steuerberater
j. Wenn der Himmel existiert, was würdest du von Gott gerne hören, wenn du an der Himmelspforte ankommst?
Hier darfst du weitersingen!
Martin Bruny am Freitag, den
29. November 2013 um 09:12 · gespeichert in Musical
Am 6. August 2014 geht in Amstetten die österreichische Erstaufführung des Musicals »Flashdance« über die Bühne. Werner Sobotka (Regie/Bearbeitung), Christian Frank (Musikalische Leitung) und Ramesh Nair (Choreografie) erstellen als eingespieltes Team die Amstettner Fassung. Die Auditions beginnen am 14. und 15. Dezember, 18 bis 20 Rollen sind zu besetzen.
Die Uraufführung des Musicals »Flashdance« fand im Juli 2008 im Theatre Royal in Plymouth statt, es folgte eine Tour durch England. 2010 wurde die Produktion 16 Wochen lang im Londoner Shaftesbury Theatre gezeigt. Die deutschsprachige Erstaufführung ging am 9. November 2013 in Luzern über die Bühne, eine Broadway-Premiere ist für das Frühjahr 2014 geplant, gespielt wird die Show derzeit auch in den Niederlanden (->offzielle Website), in den USA ist eine Tourproduktion zu sehen.
Die Show basiert auf dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1983, zu hören sind die Hits des Soundtracks, die ergänzende Musik stammt unter anderem von Robbie Roth (Texte: Robbie Roth und Robert Cary), das Buch von Tom Hadley und Robert Cary. Giorgio Moroder (Musik), Keith Forsey (Text) und Irene Cara (Text) bekamen für »Flashdance« (Song) einen Oscar, der Soundtrack wurde mit einem Golden Globe als Album des Jahres ausgezeichnet.
Martin Bruny am Montag, den
25. November 2013 um 14:49 · gespeichert in Musical, Wien, Ausbildung
Seit 14 Jahren bringt das Performing Center Austria (PCA) zur Weihnachtszeit eine Xmas-Produktion ins Wiener Theater Akzent – mehr als 40.000 Zuschauer waren bisher dabei und konnten im Rahmen dieser Veranstaltungen den Beginn der einen oder anderen erfolgreichen Künstlerlaufbahn miterleben. Beste Beispiele dafür sind Jakob Semotan und Denise Jastraunig.
Auch in diesem Jahr zeigt die Wiener Musicalschule wieder eine Weihnachtsshow. 38 junge Talente im Alter von zehn bis 18 Jahren spielen ab 12. Dezember 2013 »Xmas Angels«. Buch und Idee zur diesjährigen Produktion stammen von Tommy Tatzber, die Regie hat Jürgen Kapaun übernommen, für die Choreografie verantwortlich: Lisa Tatzber und Susi Rietz. Musikalische Leitung: Arpad Krämer.
Handlung
Weihnachtsabend in »Heaven’s Gate«, einem Ort irgendwo zwischen Himmel und Erde. Während in einem großen Hotel die Reichen feiern, versuchen ein Mann und eine Frau gemeinsam mit einem Baby Schutz vor der Kälte zu finden – und werden abgewiesen.
15 Jahre später verschwindet Chrissie, die Tochter von Joe und Mary Holy, spurlos und hinterlässt einen Brief. Mit dem Auftrag, diesen Fall zu lösen, machen sich Gabby, Ari und Danny, die von ihrem Boss »Big G« immer »Engel« genannt werden, auf den Weg nach Antworten.
Was hat Chrissie dazu gebracht, von zu Hause wegzugehen? Was hat der neue Freund des Mädchens, der mit seiner Cateringfirma »Bread & Wine« Chrissie das wahre Leben zeigen möchte, damit zu tun? Welche Rolle spielen ihre drei Taufpaten und Entertainment-Könige, die mit ihren Investitionen Joe Holys Karriere maßgeblich ermöglicht haben?
Oder hat das Verschwinden ganz andere Gründe?
Termine
(für die es noch Karten gibt)
12. Dezember, 19 Uhr
17. Dezember, 9 Uhr, 11.30 Uhr
19. Dezember, 19.00 Uhr
20. Dezember, 19.00 Uhr
Tickets
-> über die Website des Theater Akzent
Link
- Performing Center Austria
Martin Bruny am Samstag, den
23. November 2013 um 17:21 · gespeichert in Pop

Vielleicht ist es ja der Beginn einer wunderbaren neuen Tradition, die am 1. Januar 2014 (Wiederholungstermin: 4. Januar 2014) im Wiener Stadtsaal erstmals über die Bühne geht: das Neujahrskonzert der Familie Lässig.
Familie Lässig
Manuel Rubey: Gesang, Gitarre
Gunkl: Bass, Saxophon, Gesang
Cathie Priemer: Schlagzeug, Gesang
Kyrre Kvam: Klavier, Zieharmonika, Singende Säge, Gesang
Gerald Votava: Gitarre, Bass, Gesang
Boris Fiala: Cello, Gitarre, Zieharmonika, Melodika, Bass, Klavier, Gesang
Die Gäste
Enzo Gaier, Florian Horwath, Ruth Brauer-Kvam, Clara Luzia, Irene Paal, Thomas Stipsits und Katharina Strasser
Gemeinsam interpretiert diese wilde Mischung eine ebensolche: Songs von AC/DC, Blumfeld und Georg Danzer, Element of Crime, Eels und Funny van Dannen über Andrà© Heller, Mondscheiner, Rio Reiser und Max Raabe bis zu Simon und Garfunkel, Sportfreunde Stiller und The Who.
Kommentare zu den Proben, die schon begonnen haben, gibts zum Beispiel auf der Facebook-Site von Manuel Rubey –> hier.
Termine
1. Januar 2014 (Beginn: 20 Uhr; Benefizkonzert für Purple Sheep)
4. Januar 2014 (Beginn: 20 Uhr)
Tickets
–> auf der Website des Stadtsaals
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