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Archiv - 2003

The boy who beat the biz


Mark Joseph achieved what once seemed impossible - a hit single without record company backing, radio play, or advertising. Now his debut album is in the shops. [story]

Wenn sich österreichische Online-/Print-Medien lächerlich machen

Wir alle wissen, was die österreichischen Medien voneinander halten. Nein, das muss man wirklich nicht näher ausführen. Die Objektivität bleibt in der Berichterstattung des öfteren auf der Strecke.
Einen Höhepunkt der absoluten Lächerlichkeit hat aber heute ganz locker der STANDARD erreicht: Ein Tippfehler der Zeitschrift FALTER ist dem Online-Ableger des Printmediums tatsächlich einen Artikel wert.

“Der “Falter” konnte weder vom Vorstand der News Networld, Helmuth Fellner, noch vom Herausgeber des profil, Christian Rainer, Stellungnahmen einholen. Sie waren, freilich getrennt voneinander, vereist.”

Wenn das nicht traurig ist, dann weiß ich nicht.

Kultivieren wir uns ne Krankheit: Das “Celebrity Worship Syndrome”


Rund ein Drittel der Menschen sind einer Studie zufolge berühmten Persönlichkeiten mehr oder minder tief zugeneigt. Eine solche Verehrung gleite allerdings in vielen Fällen ins Krankhafte ab, stellte eine psychologische Studie laut der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins “New Scientist” fest. [story]

“Elisabeth”-Probenbeginn in Wien

“Ich versuche jeden Tag im Leben zu lernen und mich zu verbessern”, meinte Komponist Sylvester Levay auf der heutigen Pressekonferenz anlässlich des Probenstarts der Jubiläumsfassung von “Elisabeth”. Zehn Jahre nach der Uraufführung kehrt das Erfolgs-Musical am 1. Oktober wieder ins Theater an der Wien zurück. Die adaptierte Version mit zusätzlichen Liedern im originalen Bühnenbild von Hans Schavernoch wird wieder Harry Kupfer inszenieren. In den Hauptrollen sind Maya Hakvoort (Elisabeth), Thomas Borchert (Lucheni), Mate Kamaras (Tod) und Else Ludwig (Erzherzogin Sophie) zu sehen. [story]

15.9.2003: Drehbeginn für “The Phantom of the Opera”

Noch glauben es “Phantom”-Fans ja noch nicht, noch lehnen viele von ihnen alleine die Idee einer Verfilmung ab, doch nun geht’s tatsächlich los. Mitte September starten unter der Regie von Joel Schumacher die Dreharbeiten zum neuesten Andrew Lloyd Webber-Movie, das zur Abwechslung mal wieder nicht nur als Kaufvideo produziert wird, sondern auch in die Kinos kommen soll.

Michael Jackson & Mozart, ein Perchtoldsdorfer und ein Deutscher

Wir haben einen schönen, heißen Sommer, die Löcher werden immer größer – die Sommerlöcher, die es zu stopfen gilt. Das nutzen unsere lieben deutschen Nachbarn, namentlich das ZDF, zu einer ganz besonders herzigen Farce, geht es doch um die Frage, ob Mozart nun nicht eigentlich Deutscher war.

Peter Arens, Leiter der Redaktion Geschichte und Gesellschaft beim ZDF:

»Im Brockhaus 1837–1841 ist Mozart als deutscher Komponist verzeichnet. Er selbst hat sich als Deutscher gesehen, zu seinen Lebzeiten gehörte Salzburg zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Wir geben zu, dass das eine Anregung zur Diskussion ist. Wenn die deutschen Grenzen diskutiert werden, ist uns das recht.«

Geht es nur mir so, oder zieht sich dieses »Argument« wie Kaugummi? Man merkt geradezu die fade Werbekampagne, die jetzt schon auf diesem Wege in die Köpfe der potentiellen Zuschauer infiltriert werden soll. Ah geh, das geht aber doch ein wenig subtiler, gell, ZDF? Argumentationsprostitution für den x-ten Aufguss DER Sendung über die besten, größten und bedeutendsten Deutschen. Sollen wir etwa davon ausgehen, dass es nicht genug bedeutende Deutsche gibt, sodass auf ausländische Ressourcen zurückgegriffen werden muss? Wie peinlich! (Und nur nebenbei: “Wenn die deutschen Grenzen diskutiert werden” … wie soll man das nun bitte verstehen?)

Was ist Kunst (nicht)?

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden weiß, was Kunst (nicht) ist:

»Eine Skulptur, die sich selber in den Mund pisst, ist zu starker Tobak. Wenn’s einen zum Grausen anfängt, muss ich es nicht unbedingt öffentlich darstellen. Das ist für mich jenseitig, absolut jenseitig.«

Wie traurig, dass das Jenseitige keinen Platz mehr in Salzburg hat. Thomas Bernhard hat das alles immer schon gewusst:

»Die Stadt ist für den, der sie und ihre Bewohner kennt, ein auf der Oberfläche schöner, aber unter dieser Oberfläche tatsächlich fürchterlicher Friedhof der Phantasien und Wünsche.«

“Das Schweigen der Lämmer” - Das Musical


Gibt es einen Stoff, aus dem man kein Musical machen kann? Nö! Man kann aus allem ein Musical machen. Jüngstes Glied der Beweiskette: Silence Of The Lambs: The Musical. Ob das nun ein großangelegtes Fake ist, eine gelungene Parodie, ob jemals eine Bühnenversion zustandekommen wird, all das bleibt dem geneigten Leser dieser Zeilen selbst als Rechercheaufgabe des Tages überlassen.

Infotool für Musical-Fans: Der Cast-Topf

Wer schon mal auf der Suche nach Cast-Listen aktueller und älterer Musical-Produktionen war, weiß, wie mühsam es oft ist, Informationen über Besetzungen zu recherchieren. Der Cast-Topf schafft da Abhilfe. Wer spielte 1998 bei der Duisburger Produktion von Les Misà©rables alternierend den Javert? Der Cast Topf hat die Antwort.

Jesper Tydà©n - “die womöglich schönste Musicalstimme auf Erden”

Dieser Tage fand vor beeindruckender Naturkulisse auf der Bregenzer Seebühne die Premiere des Musicals »West Side Story« statt. Die Kritiken sind, wie das nunmal so bei Kritiken ist, völlig unterschiedlich.
Den Gipfelpunkt einer meiner Meinung nach völlig missratenen Kritik verfasste Herr Gert Korentschnig, seines Zeichens Kritiker des KURIER:

Jesper Tyden ist ein Musicalsänger, der in einem x-beliebigen Musical die Tenorpartie singen kann, nicht aber den Tony in Bregenz. Bei diesen Hochqualitäts-Festspielen möchte man eine opern-taugliche Stimme hören. Nun weiß ich natürlich, dass es nicht leicht ist, einen Tenor, der das eine oder andere Kilo mehr als Tyden hat, dazu zu bringen, mehrmals über die Seebühne zu sprinten. Aber Tyden ist keine Lösung.

Hallo, Herr Korentschnig? Leiden wir ein wenig an Realitätsverweigerung? Wollen wir einen 40-jährigen Romeo, der sich noch einmal in seinem Leben einen Romeo abringt? Ach kommen Sie, Herr Korentschnig, da nehmen wir doch lieber die »Hochqualitäts-CD« aus dem Plattenregal, Sie wissen schon, die mit Herrn Carreras und Frau Kanawa. Die »West Side Story« IST ein Musical, und nur weil ein paar irrgeleitete Regisseure die Hauptrollen mit Opernsängern besetzen und damit den eigentlichen Charakter des Werks zerstören, bedeutet dies noch lange nicht, dass “man” sich dies wünscht. SIE können sich das gerne wünschen und schlechten Opernnachwuchs an der Wiener Volksoper abfeiern, aber Sie sollten ein wenig RESPEKT vor einem Musical-Juwel wie Jesper Tydà©n haben, denn wie schreibt der STANDARD doch über die gleiche Performance dieses Künstlers:

Jesper Tydà©n hat (so man von einigen lampenfiebrigen Patzern abhört) die womöglich schönste Musicalstimme auf Erden und singt so einen unvergesslichen, Leichtigkeit und Klarheit, Wärme und Größe in apollinischem Gleichmaß vereinenden Tony: Insgesamt ist das also eine lohnende, überzeugende Unternehmung.

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