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Archiv - 2013

Theater in der Ruckergasse: »Broadway-Melodie 1492«

Jura Soyfers (1912–1939) satirische Posse »Broadway-Melodie 1492« ist vom 13. bis 16. November 2013 im Theater in der Ruckergasse als Aufführung der Kolpingbühne Meidling zu sehen.
Als Grundlage für sein Werk diente Soyfer Kurt Tucholskys und Walter Hasenclevers Stück »Kolumbus«. Erzählt wird die Entdeckung Amerikas, voll Witz und Ironie, in bewährter Tradition der Wiener Volkskomödie, quasi als Verbindung von Nestroy und Brecht. Fabel, Parodie, Ironisierung, Kontrafaktur waren Stilmittel Soyfers, um politischer Verfolgung und Zensur zu entgehen.
»Broadway-Melodie 1492« ist ein Teil des von Soyfer für die Kleinkunstbühne ABC (künstlerische Leitung ab 1935: Leon Askin) verfassten »Mittelstücks«, das eine gewisse dramatische Geschlossenheit des Programms garantierte und maßgeblich für das prägnante Profil der im ABC wirkenden Schauspieler und Regisseure war. Diese Mittelstücke – »Der Weltuntergang« (1936), »Astoria« (1937), »Vineta« (1937) und »Broadway-Melodie 1492« (1937/38) – sind die wichtigsten Werke des 1939 im Konzentrationslager Buchenwald zu Tode gekommenen Autors.

Cast
Columbus: Roman Ciesielski
König Ferdinand/Häuptling Winnetutu: Dominik Kalwoda
Königin Isabella/Matrosin/Minehaha: Julia Leitner
Staatskanzler/Matrose/Professor Nohau: Thomas Krisper
Rodrigo Sanchez: Klaus Berning
Sänger/Grande: Robert Stefan
Alibi Pepi: Anna Krasser
Wirtin/Eierfrau/Tacuana: Sabine Seidl-Berning
Ehrenjungfrau/Belihualaschek/Indianerin/Grandin: Petra Auenheimer
Portier des Burgtheaters/Grande/Indianischer Postbeamter: Walter Pertlwieser
Die Regisseurin einer Avantgardebühne: Helene Bayer

Leading Team
Textfassung: Reinhard Auer/Georg Mittendrein
Musik: Günter Leopold

Regie: Kurt Schernhammer
Bühnenbild/Kostüme: Anna Krasser
Einstudierung Gesang: Robert Chionis/Ivo Zopf
Choreografie: Sandor Racz
Licht: Wilhelm Blaha
Projektion: Martin Blaha

Musik
Ivo Zopf: (Klavier/musikalische Leitung)
Monika Blaschke (Querflöte)
Wolfgang Vancura (Gitarre)

Tickets
Telefon: 0664-7893170

Link
- Kolpinghaus Meidling

Forschungs- und Dokumentationszentrum für Theaterwissenschaften und -betriebslehre – Theater in der Josefstadt und Kammerspiele (Hrsg.): Das Theater in der Josefstadt

Öffentlichkeitsarbeit in allen Facetten, das scheint das Credo des Direktors des Theaters in der Josefstadt, Herbert Föttinger, zu sein. So sind in den letzten Jahren bereits zwei Bücher über die Kammerspiele bzw. das Theater in der Josefstadt erschienen: „Wenn’s euch nur gefällt: 100 Jahre Kammerspiele 1910–2010“ (Amalthea, 2010, siehe musicals 148, S. 74) und „Das Theater in der Josefstadt: Eine Reise durch die Geschichte eines der ältesten Theater Europas“ (Picus, 2011). Der Brandstätter Verlag legt nun 2013 einen Prachtband über das Theater in der Josefstadt vor und punktet mit fantastischen Bildern und einer Collage von neu verfassten und bereits veröffentlichten Texten prominenter Schauspieler und Autoren wie Robert Schindel, Franz Schuh oder Heinz Marecek, einem Gespräch von Herbert Föttinger mit Peter Turrini u. v. m. Musical an sich gibt es im Theater in der Josefstadt im engeren Sinn zwar nicht, aber gerade im aktuellen Spielplan findet sich ein hinreißendes Musterbeispiel unterhaltsamen Musiktheaters: Franz Wittenbrinks „Forever Young“ (siehe musicals 160, S. 28). Und für den vorliegenden Band über die Josefstadt verfasste Christoph Wagner-Trenkwitz, der Chefdramaturg der Wiener Volksoper, den informativen Artikel „Eine vergessene Tradition – Beethoven, Lanner, Strauß. Suppé, Wagner … Die Josefstadt hat eine reiche musikalische Vergangenheit“. Darin verweist er nicht nur darauf, dass das Theater am 3. Oktober 1822 mit einer von Beethoven eigens komponierten Ouvertüre eröffnet wurde, die der Gigant selbst dirigierte (allerdings, aufgrund seiner Taubheit, mit einem Hilfsdirigenten), sondern auch auf Singspiel- und Operettenuraufführungen im Theater in der Josefstadt. Eine großartige Dokumentation eines Stücks Wiener Theatergeschichte.

Forschungs- und Dokumentationszentrum für Theaterwissenschaften und -betriebslehre – Theater in der Josefstadt und Kammerspiele (Hrsg.): Das Theater in der Josefstadt – Legendäre Geschichten und unvergessene Stars (Konzept, Zusammenstellung und Redaktion: Christiane Huemer-Strobele). Christian Brandstätter Verlag, Wien 2013. 232 S.; (Hardcover) ISBN 978-3-85033-729-8

Benedict Nightingale, Martyn Palmer: Les Misérables – From Stage to Screen

Ein perfektes Weihnachtsgeschenk für die einen, eine Anregung, wie man prächtige Musicalbücher machen kann, für andere: Benedict Nightingales und Martyn Palmers Buch „Les Miserables – From Stage to Screen“. Die beiden Journalisten haben in Zusammenarbeit mit Cameron Mackintosh Ltd. und Universal Pictures eine Art Schatzbüchlein designt. Mackintosh steuerte ein Vorwort bei, danach wird in 20 Kapiteln die ganze Les-Mis-Faszination von den Anfängen bis zur Verfilmung von 2012 abgehandelt. Was die Kinoversion betrifft, darf man sich kein kritisches Wörtlein erwarten – bei den Kooperationspartnern eigentlich logisch. Die Superlative zum Bühnenklassiker bekommt man alle serviert: 11.209 Vorstellungen der Show gab es allein am West End (Stand: Oktober 2012), 100 professionelle Produktionen generierten weltweit 48.000 Aufführungen in 42 Ländern und 318 Städten. 60 Millionen Zuschauer sahen das in 21 verschiedene Sprachen übersetzte und mit 97 Preisen ausgezeichnete Musical von Boublil und Schönberg. Und wie kam es überhaupt zur Show? Dazu bieten die Autoren eine von vielen, gut gewählten Anekdoten: „The seeds (…) were sown in 1973, when Boublil, then a Paris-based music publisher and successful lyricist, saw Andrew Lloyd Webber and Tim Rice’s ‚Jesus Christ Superstar‘ on Broadway. After the performance he walked the New York streets until the early hours, excitedly pondering the possibilities of sung-through rock opera. Back in Paris he contacted the record producer, singer and composer with whom he had already started collaborating on pop songs, Claude-Michel Schönberg (…).“ Ausgehend davon erfahren wir einiges über Victor Hugo und seine Zeit, über die Umstände, wie Cameron Mackintosh dazu kam, die Show am West End zu produzieren, über die Vorbereitungen der Londoner Premiere und die Premiere selbst, die Charaktere des Musicals und die Darsteller, die sie verkörperten, über die Les-Mis-Schulversion, von der es alleine in den USA bisher über 2000 verschiedene Produktionen gab, die mehr als fünf Millionen Zuschauer gesehen haben; ein Kapitel widmet sich der Art und Weise, wie die Songs von „Les Mis“ in Castingshows, in Wahlkämpfen (Stichwort: „Les Misbarack“), … verwurstet wurden, und schließlich erfahren wir „alles“, was man über die Verfilmung wissen muss. Der Textteil des Buches ist durchaus in Ordnung, leicht zu lesen, mit Fakten unterfüttert und auch nicht zu knapp. Aber der Knüller des Werks sind die „Beigaben“. Vier knallvoll gefüllte Kuverts sind im Buch eingeklebt. In diesen Taschen bzw. Kuverts finden sich Faksimile-Drucke von Zeitdokumenten. Diese sind wertig produziert, durchdacht bis hin zur Papierwahl. Es gibt Faksimiles von Plakaten, so zum Beispiel von der Originalproduktion am Barbican Centre (Premiere: 8. Oktober 1985), diverse Auszüge aus Programmen von Produktionen der Show (unter anderem Paris, Palais des Sports, 1980, oder Duisburg, 1996). Ein besonders interessantes Faksimile bekommt man von John Napiers Originalentwurf der Bühne der Londoner Produktion. Mittels einer beweglichen Drehscheibe ist nachvollziehbar, wie die schnellen Szenenwechsel möglich wurden. Auch dabei: Ein Faksimile einer Liste von Requisiten, die für die Show notwendig sind, Skizzen von Kostümentwürfen, ein Auszug des Skripts von Ken Caswell, der in der Londoner Aufführung von 1985 Bischof von Digne spielte und danach bei diversen Produktionen der Show für die Regie (mit-)verantwortlich zeichnete. Kurzum: Lauter kleine Schätze für Les-Mis-Fans. Empfehlenswert.

Benedict Nightingale; Martyn Palmer: Les Misérables. From Stage to Screen. The Story so far of the World’s Longest Running Musical in Words, Pictures and Rare, Facsimile Memorabilia. Foreword by Cameron Mackintosh. Carlton Books, London 2013. 96 S.; (Hardcover) ISBN 978-1-78097-264-0. EUR 32,10. www.carltonbooks.co.uk

Theater Drachengasse: »I do! I do!«

In der Bar & Co des Wiener Theaters Drachengasse ist vom 7. bis zum 10. Jänner und am 14. Jänner 2014 das Musical »I do! I do!« zu sehen.

Handlung
Eine 50-jährige Ehe ist eine emotionale Achterbahn von fast epischem Ausmaß. In der deutschsprachigen Aufführung des Broadway-Erfolgsmusicals durchleuchten Katharina Lochmann und Dennis Kozeluh die Höhen und Tiefen einer langen Liebes- und Lebensgeschichte spielend, tanzend, singend.

Cast & Leading Team
Klavier: Walter Lochmann
Flöte, Saxophon: Christine Lochmann
Mit: Dennis Kozeluh, Katharina Lochmann

»I do, I do«
Harvey Schmidt (Musik) und Tom Jones (Buch, Gesangstexte)
Basierend auf The Fourposter von Jan de Hartog, Originalproduktion am Broadway von David Merrick, Originalregie von Gower Champion
Deutsch von Peter Goldbaum und Walter Brandin
Die Übertragung des Aufführungsrechtes erfolgt in Übereinkunft mit Josef Weinberger Ltd., London im Namen von Music Theatre International, New York. Bühnenvertrieb für Österreich: Josef Weinberger Wien, Ges.m.b.H.

Link
- Theater Drachengasse

»Telling Stories«: Carin Filipcic

Foto: Andrea Peller

Am 25. November 2013 zeigt Carin Filipcic im Wiener Theater Akzent ihr erstes Soloprogramm: »Telling Stories«. Musicalsongs, Pop-Klassiker, Wienerlieder und Chansons – angekündigt ist ein kammermusikalisches Abenteuer: bekannte Melodien, neu interpretiert, Unerwartetes und Überraschendes. Als musikalischer Leiter und Pianist dabei: Herbert Pichler. Er hat die Songs des Abends für Geige, Bass, Klavier und Schlagzeug arrangiert. Special Guest: Rob Fowler. (–> Tickets)
Als Einstimmung auf das Konzert 8 Fragen an Carin Filipcic:

1
Wie und wann ist die Idee zu Ihrer Soloshow entstanden? Wer hatte sie? Wer hat die Songs ausgewählt, und wer die Band? Gibt es einen Regisseur? Wie wichtig ist Ihnen ein Regisseur für Soloshows, ein Skriptschreiber? Wie geplant ist das Ganze, und wie viel Freiraum bleibt für Spontanes? Welche Bedeutung messen Sie diesem Schritt in Ihrer Karriere bei?

Carin Filipcic: Ideen für einen eigenen Soloabend gibt es, so lange ich auf der Bühne stehe, also in Wahrheit fast 20 Jahre. Doch was hätte ich in meinen Zwanzigern erzählen sollen? Nicht, dass junge Menschen nichts zu sagen hätten oder nicht bereits reich an Erfahrung sein können! Ich habe im Zuge der Recherchen für den Abend uralte Aufzeichnungen gefunden, die mich für einen Block in »Telling Stories« inspiriert haben, in denen es um meine Anfänge im Business geht. Aber meine Themen – persönlicher wie auch professioneller Natur – waren damals eben andere, es war einfach noch nicht an der Zeit, durch einen Abend zu führen.
Andreas Luketa, erfolgreicher deutscher Konzertveranstalter, hat mich dann bereits vor gut zwei Jahren bestärkt, wieder drüber nachzudenken, mit dem Hintergrund, den Abend zu produzieren. Dann war ich im Sommer 2012 Teil eines spannenden Musicalkonzerts in Korneuburg, mit Herbert Pichler als musikalischem Leiter – den ich ja seit Jahren auch aus dem VBW-Orchester kenne – und einer für Musical-Konzerte eher ungewöhnlichen Bandbesetzung und dementsprechenden Arrangements. Und so war mir auch rasch klar, dass ich genau diese Besetzung bei mir und meinem Solo haben möchte.
Abgesehen von den schönen zwischenmenschlichen Tönen dieser zusammengestellten Band, bestehend aus Klavier, Kontrabass, Schlagzeug und einem wahren Teufelsgeiger, sind eben auch die musikalischen Zwischentöne zu hören. Herbert Pichler steht auf Virtuosität, aufs Kammermusikalische, und das inspiriert mich wieder enorm! Wir haben uns dann im Frühling zu vielen Sessions, die Liedauswahl aus unser beider Vorschläge immer wieder hinterfragend, getroffen, und Andreas Luketa, der ja nicht nur als Produzent tätig, sondern auch für Konzepte diverser seiner Konzerte verantwortlich zeichnet, über die Zwischenergebnisse informiert. Er hat dann wiederum lange Listen an Songs geschickt, die er sich für mich vorstellen könnte. Ein großartiger Rainer-Bielfeldt-Song stammt zum Beispiel aus einer dieser Listen.
Daraus hat sich dann schnell ein Konzept ergeben, ein roter Faden, der durchs Programm schwebt. Daher, dass es ein persönlicher Abend sein wird, schreibe ich die Moderationen erstmal selbst, um dann im Feedback mit den Beteiligten zu überprüfen, ob es auch verständlich ist.
Durchgeplant ist bei mir im Kopf sicher alles, wie immer ;), aber auf der Bühne herrscht dann – eigentlich auch immer – eine Art Ausnahmezustand, und ich habe gelernt, mir nicht alles hundertprozentig zusammenzustellen, sodass Raum bleibt für Spontanes; was selbstverständlich auch in die Hose gehen kann, wenn man sich während einer Moderation für eine gedankliche Abzweigung entscheidet, die das Publikum aber so nicht versteht … auch schon schöne Situationen erlebt …Erde mach dich auf! Somit zugegeben: Dieser offene Raum macht mich natürlich höllisch nervös, aber – und auch das haben wir gelernt – eine gewisse Unruhe macht eben auch wach, und die Sensoren, die man braucht, um gemeinsam auf der Bühne zu stehen, sind bis ins Universum ausgefahren.
Ehrlich gesagt, habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, »welche Bedeutung ich diesem Konzert in meiner Karriere beimesse«; es ist überhaupt mittlerweile sehr selten, dass mir der Gedanke kommt, jene Rolle oder jenes Theater wäre karrieremäßig jetzt klug. Das ist mir viel zu verbissen, da werd ich nicht glücklich dabei. Ich hatte Glück, all die Jahre so arbeiten zu können, mit spannenden Regisseuren in Kontakt zu kommen, mit tollen Kollegen zu spielen. Und ja, natürlich war nicht immer alles »auf dem Punkt«, natürlich hab auch ich mich verirrt in Rollengestaltungen, aber ich lerne nach wie vor in jeder Produktion, und so werde ich auch durch diesen Soloabend lernen. Wir wachsen an all den Dingen, die wir tun, und zu guter Letzt geht es doch darum, dem Publikum einen guten Abend zu bereiten.

2
Es gibt Musicaldarsteller, die in Soloshows vor allem ihre »anderen Seiten« zeigen wollen. Bisweilen gewinnt man den Eindruck bei manchen Musicaldarstellern, dass der »Musicaljob« der Brotjob ist und die Soloshows die eigentliche Passion. Wie ist das in Ihrem Fall, was die Musik betrifft? Ist Musical Ihre wahre Leidenschaft, oder doch etwas ganz anderes?

Carin Filipcic: Ich kann das schon verstehen, wenn Kollegen, die sich vielleicht in einem Rollenbild gefangen sehen, ihre anderen Seiten in Soloshows, für die sie selbst ganz und gar verantwortlich sind, zeigen möchten. Wir sind ja nicht nur »die zerbrechliche Tragische«, »der dicke Lustige«, »der strahlende Held« oder »die böse Antagonistin«.
Alleine auf der Bühne zu stehen, hat natürlich was für sich, auch weil man das erst mal BEstehen muss! Niemals werde ich die Gegebenheiten beim großen Song der Amme vergessen: hinter mir die Kulissenwand, unter mir das Orchester und vor mir die weiche Schwärze des Publikums. Und ich auf dem relativ schmalen Streifen Bühnenboden mit 3 gesetzten Gängen während des Liedes. 4 Minuten totale Aufmerksamkeit des Publikums, 4 Minuten, in denen du sie nicht auslassen darfst … Als ich dann Jahre später meine erste Vorstellung von Georg Kreislers »Heute Abend: Lola Blau« in einer ganz spannenden Adaption von meiner Regisseurin Isabella Gregor spielte, waren’s ganze 90 Minuten allein auf der Bühne, abgesehen von meinem Pianisten Belush Koreny. Und natürlich ist das sehr speziell in jeglicher Hinsicht (Konzentration etc.), dennoch sind meine schönsten Erinnerungen an Bühnenerlebnisse gekoppelt an Menschen, Kollegen, Duette: Wenn sich Situationen entwickeln, sich das Geprobte weiterbewegt, man sich gegenseitig berührt – das ist für mich immer noch wunderschön, fast magisch.
Ich glaube, meine ungebrochene Leidenschaft fürs Musiktheater ist im Beschriebenen zu lesen!? Denn JA, ich finde das Aufeinandertreffen von Gesang, Schauspiel und Choreografie immer noch unglaublich spannend! Und in Wahrheit gibt es für mich keinen Unterschied mehr in der Herangehensweise an die Interpretation eines Liedes aus anderen Genres! Geschichten werde in Stücken erzählt, in Liedern, in Gedichten, manchmal sogar in nur einem Satz. Das Programm in »Telling Stories« setzt sich, wie gesagt, aus einigen unterschiedlichen Stilen und Genres zusammen, die mich aber auch ausmachen, und ich freue mich einfach über die Gelegenheit, mich auch mal ohne eine Rolle in einem Stück, sei es wie gerade eben eine Aldonza, oder Ludovika, oder im Jänner 2014 als Mrs. Lovett zu präsentieren.
Warum werden Schauspieler nicht gefragt, ob Schauspiel wirklich ihre Passion ist, wenn sie Lesungen machen? Richtig, weil das genauso Teil ihres Berufs sein kann. Und glauben Sie mir, ein Musicaldarsteller, der seinen Beruf als »Brotjob« sieht … dem glaub ich das nicht wirklich! Die Umstände sind oft viel zu widrig, zu anstrengend, das Private so oft so fern, dass das ohne dem nötigen Feuer längerfristig durchzuhalten wäre …

3
Künstler wollen belogen werden, zumindest unmittelbar nach der Premiere. Wenn man nicht ein »Du warst fabelhaft« nach einer Premiere rausbringt, sollte man sich lieber von Premierenfeiern fernhalten. – Das haben mir einige Schauspieler bestätigt, und auch von Stephen Sondheim ist in Form einer Geschichte, erzählt von Jason Robert Brown, eine ähnliche Einstellung bekannt. Wie stehen Sie dazu und zu Kritiken?

Carin Filipcic: Es gibt doch dieses Bild eines Eisbergs als Ganzes als Synomym für Theaterarbeit: Unter Wasser sehen wir sechs Siebtel dieses Bergs, wenn ich mich richtig erinnere, und an der Oberfläche ein Siebtel. Der untere Teil steht für »The Rehearsal«, also die Probenarbeit, die investierte Zeit, den kommenden und gehenden Zweifel etc. Die kurze Eisbergspitze als Symbol für »Die Show« …
Ja, auch ich wehre mich gegen Menschen, die sich bemüßigt fühlen, gleich nach der Premiere negatives Feedback zu geben, weil es nicht der richtige Zeitpunkt sein kann! Eine Premiere ist der Endpunkt eines langen, individuell emotional abverlangenden, intensiven Prozesses. Man fühlt sich im optimalen Fall befreit, »the Baby is born!« (Dass einem manchmal erst in Folgevorstellungen »der Knopf aufgeht«, ist dann wieder eine andere Sache!)
Spätestens, wenn ich nach einer Premierenfeier mit meinem Mann im Auto nach Hause sitze, kommt ohnehin mein Satz »Und? Wie fandest du’s wirklich? Worauf muss ich aufpassen?« … und ich lade ihn und gewisse andere Menschen somit aktiv zur Nach-Kritik ein, deren genereller Respekt an meiner Arbeit mir sicher scheint. Den meisten Kritikern selber stehe ich, ehrlich gesagt, skeptisch gegenüber. Oft fehlt mir eben dieser Grundrespekt im Umgang mit Wörtern, Attributen, die sie der Arbeit eines Künstlers oder auch ihrer Person umhängen. Und auch Wissen! Opernliebhaber, Opernkenner zum Beispiel, die für die Öffentlichkeit Musical kritisieren, haben leider oftmals viel zu wenig Ahnung, wie zum Beispiel Musicalstimmen funktionieren oder klingen (sollten) … das macht mich immer noch richtig, richtig wütend. Abgesehen von der in Österreich immer noch herrschenden Meinung, Musical wäre keine Kunstform, Musicalsänger keine richtigen Sänger, leichtes, seichtes Entertainment (ja, das auch manchmal in die Hose geht) sei alles, was das Genre Musical zu bieten hätte.
Ich erlaube mir mittlerweile, Premierenkritiken erst später zu lesen, weil es in der Vergangenheit nebst den schönen, positiven Ansichten (die im Grunde überwiegten) dann doch auch Sätze und Meinungen gegeben hat, die mich wirklich verletzten. Und offensichtlich ist es uns gegeben, dass ein böses Wort in uns mehr bewirkt als zehn gute … aber da gibt’s Hoffnung ;))
Andererseits: Ich bin, wie es so schön heißt: »eine Person des öffentlichen Lebens«, sobald ich mich jeden Tag auf eine Bühne stelle. Und muss somit mit Erfolg und Misserfolg umgehen lernen. Genauso wie mit euphorischen Kritiken und Verrissen. Chacun à son goût!

4
»Leading Lady« ist ein schöner Titel, so wie »Musicalstar«. Ist es schwieriger geworden, in diese Kategorie aufzusteigen, sich als solcher zu etablieren? Und was ist ein Musicalstar?

Carin Filipcic: Ach Gott, diese Kategorisierungen – mit denen hab ich so meine liebe Mühe. Ab wann ist man ein Star? Wenn einen die anderen als solchen bezeichnen? Nun, das geht in der nach Superlativen gierenden (Medien-)Welt heute schon ganz schnell. Und Leading Lady … bringt das nicht auch ein bestimmtes Rollenprofil mit sich? Und wird man die erst durchs Spielen einer solchen Rolle, oder muss man das schon vorher sein?
Für mich persönlich ist Pia Douwes nach wie vor eine der wenigen Musicalstars im deutschsprachigen Raum, weil einfach alles, was sie angreift, für mich zu Gold wird. Gute Leute setzen sich nach wie vor genauso durch wie früher auch. Mir fällt oft auf, dass die jungen Kollegen heute nicht mehr so »schubladig« denken wie vielleicht noch in meiner Generation. Viele springen erfolgreich zwischen Musiktheater und reinem Schauspiel hin und her, Rollenerarbeitung an den Schulen (zumindest in Deutschland) gewinnt wieder an Wert und Zeit, Engagements an den großen Musicalfabriken sind nicht mehr ein Non-plus-ultra.
Und ob eine(r) im Hintergrund der Ausbildung/Arbeit die Affirmation »Ich möchte ein Star werden« mit sich rumträgt, ist mir auf gut wienerisch »herzlichst wurscht«!

5
Im deutschsprachigen Raum wird das Musicalgenre recht häufig auch in Schlagersendungen promotet. Das kann man gut finden, im Sinne von: besser überhaupt Werbung, als gar keine, oder aber auch kritischer. Wie ist Ihre Einstellung dazu?

Carin Filipcic: Das ist so eine Sache … mit der ich selber kämpfe ab und an. Sind wir uns mal ehrlich: Ein Lied wie »Gold von den Sternen« wäre tatsächlich in die Schlagerkategorie einzureihen, da gibt es keinen Unterschied, außer in der Interpretation – immerhin aber erzählt es eine wunderschöne Geschichte in Parabelform, und ich habe das Lied im Laufe meiner Karriere wahrscheinlich schon zigfach gesungen. Also gibt es unbestreitbar Parallelen! Shows wie »Ich war noch niemals in New York« über Carmen Nebel und Konsorten zu promoten, macht Sinn, das sehen unfassbar viele Menschen, die auch unser Publikum sind, und das ist auch gut so.
Ich habe kein Problem mit Schlager-Liebhabern an sich, auch nicht mit dem Genre, höchstens mit der oftmals musikalischen Einfältigkeit, der Vermarktung und der oft so großen Lüge dahinter. Aber gut, wo ist das nicht so!
Dennoch – der Gedanke ist berechtigt: was macht eben das Promoten über Schlagersendungen mit der allgemeinen Wahrnehmung des Genres und unserer Arbeit!? Das ist tatsächlich problematisch – und liest man dann ja auch immer wieder in unreflektierten Statements in Musicalkritiken.

6
Schauspieler gelten bis zu zwei Stunden nach einer Vorstellung als »vermindert schuldfähig« – angeblich. Wie lange brauchen Sie, um nach einer Vorstellung runterzukommen? Sind Sie vor Auftritten nervös, haben Sie ein bestimmtest Ritual vor Auftritten? Und hätten Sie diese verminderte Schuldfähigkeit schon mal gut »gebrauchen« können nach einer Vorstellung?

Carin Filipcic: »Vermindert schuldfähig« lässt mich lächeln! Sehr schön und gut zu wissen, wenn ich nach einer Vorstellung wieder mal zu schnell unterwegs bin ;)) Im Normalfall aber lasse ich während des Schlussapplauses los. Ich finde nichts schrecklicher, als sich »in der Rolle« seinem Publikum zum Applaus zu zeigen. Und dennoch: Wenn ich zum Beispiel ein – in meiner Wahrnehmung – gutes Konzert hinter mir habe, erfüllt mich das mit immensem Glück, mit Euphorie, die natürlich erst mal »wohin muss«. Ebenso stark kann dann aber auch Unzufriedenheit, manchmal sogar eine so starke Regung wie Scham über Nicht- Geglücktes sein – besser, wenn man mich da erst gar nicht anspricht …
Und ja, selbstverständlich gibt es immer wieder noch Situationen, in denen ich nervös bin! (Spätestens am 25.11.;))
Bezüglich meiner Rituale vor einem Auftritt bin ich sehr streng, diszipliniert. Ich brauche Zeit, bin meistens eine der Ersten im Theater. Für gewöhnlich dusche ich noch mal ausgiebigst, irgendwie gibt mir das ein Gefühl von »den Tag runterwaschen«, andere Projekte, Proben, Privates loszuwerden, um mich dem anzunähern, das vor mir liegt. Ich schminke mich auch meistens selber, erstens, weil es mir Spaß macht, aber auch um bewusst »einzusteigen«. Diese Rituale sind mir irgendwie fast heilig, ich könnte also nie zur maximalen Sign-in-Zeit, eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn erst im Theater sein.

7
Bald beginnt die Weihnachtszeit. Viele mögen sie, manche hassen sie (oder umgekehrt). Was bedeutet Ihnen die Weihnachtszeit und welches sind Ihre 5 Lieblingsweihnachtslieder (+ der jeweilige Lieblingsinterpret dieser Lieder)?

Carin Filipcic: Nachdem auch ich Weihnachten für längere Zeit versucht habe zu boykottieren, mag ich’s mittlerweile wieder. Vielleicht war es auch wichtig, meine eigene Art des Feierns zu finden und mir zu erlauben, mich vom kommerziellen Wahnsinn abzuwenden. Die Zeit an sich hat was von angenehmer Einkehr, meistens schon allein aufgrund der Wettersituation und von Liebevollem, wenn ich selbstgebackene Kekse geschenkt bekomme oder selber dann doch irgendwann den gut verstauten Krimskrams, wie Lichterln und Kugerln, aufhänge. Ich liebe Weihnachts-Singrunden, egal ob privat oder als öffentliches Konzert, weil mir erstens das Gemeinsame immer ans Herz geht und speziell Weihnachten uns alle an das Kind in uns erinnert, ob wir’s wollen, oder nicht.
Generell hab ich so meine Schwierigkeiten mit den »Lieblings-Kategorien«, weil es einfach zu viel schöne Lieblingsmusik gibt! Bing Crosbys und Frank Sinatras Weihnachtslieder führen mich in Kindheitswahrnehmungen zurück, Al Jarreaus »Christmas« ist angenehmes Easy Listening, Bachs Weihnachtsoratorium hat was wunderbar Festliches usw., dennoch spontan 3 Lieder, die ich immer gern höre und singe: »Es wird scho glei dumpa«, »The Christmas Song« und »Oh Holy Night«.

8
Der französische Journalist Bernard Pivot hat einen berühmten Fragenkatalog erstellt. James Lipton, sein amerikanischer Kollege, stellt seit Jahrzehnten in seiner TV-Sendung »Inside the Actors Studio« seinen Gästen am Ende der Sendung die von Pivot erdachten 10 Fragen. Wie würden Sie sie beantworten?

a. Was ist dein Lieblingswort?
Großartig und spannend…..verwende ich wahrscheinlich auch etwas inflationär.

b. Was ist dein am wenigsten gemochtes Wort?
Hassen und Burnout

c. Was macht dich an?
Konträres

d. Was macht dich überhaupt nicht an?
Lethargische Opferhaltung

e. Welches Geräusch oder welche Stimme liebst du?
Vogelgezwitscher im Garten

f. Welches Geräusch oder welche Stimme hasst du?
Gepresste Frauenstimmen, die lieb sein wollen und in Wirklichkeit gerne „Scheiße“ sagen möchten …

g. Was ist dein Lieblingsschimpfwort?
Ich glaube, ich sage ziemlich oft „fuck“ – in der Kürze liegt die Würze ;)

h. Welchem Beruf, außer deinem eigenen, würdest du gerne nachgehen?
Profilerin, Detektivin (man sieht: ein Nick-Knatterton-geschädigtes Kind der Siebziger;))

i. Welchem Beruf würdest du nicht gerne nachgehen?
Servierkraft in einem überfüllten Lokal – keine Geduld!!

j. Wenn der Himmel existiert, was würdest du von Gott gerne hören, wenn du an der Himmelspforte ankommst?
„Willkommen! Wie wär’s mit einem Glas Shiraz!?“

Radiokulturhaus: Sabina Hank – „Blue Notes On Christmas«

image002.jpgAm 4. und 5. Dezember 2013 präsentiert Sabina Hank im Wiener Radiokulturhaus (ORF Radio Cafe, 20 Uhr) ihr Weihnachtsprogramm „Blue Notes On Christmas«. Erwarten darf man jazzig arrangierte und interpretierte Hits und Standards wie „Last Christmas«, »Jingle Bells«, »Winter Wonderland« oder »Leise rieselt der Schnee«, »Have yourself a merry little Christmas«, »Es wird scho glei dumpa« und »Stille Nacht«.

Line up Sabina Hank & Band:
Sabina Hank: Vocals & Piano
Andy Mayerl: Bass
Christian Lettner: Drums

Weitere Termine
1.12.2013: Neukirchen/Großvenediger, Cinetheatro, 20 Uhr
20.12.2013: Salzburg, Oval, 19.30 Uhr

Links
- Radiokulturhaus
- Sabina Hank

Kammerspiele der Josefstadt: »Catch me if you can«

Premiere: kommenden Donnerstag
Tickets: –> hier

Wien: Start für die »Theatercouch«

theatercouch.jpg
Ein neues Zentrum für Off-Theater nimmt ab Montag in Wien (Spittelbreitengasse 34, 1120 Wien) seinen regulären Betrieb auf: die Theatercouch. Gegründet von Silke Müllner und Rory Six, möchte der Verein Theatercouch Möglichkeiten bieten, Treffen zu veranstalten, Workshops abzuhalten, in Ruhe zu proben, vor Publikum zu experimentieren und sich selbst zu präsentieren – zu leistbaren Preisen.

Am kommenden Montag, dem 21. Oktober 2013, geht die Veranstaltungsschiene der Theatercouch in Betrieb: Jacqueline Braun und Rory Six bringen »Greetings from Broadway – Songs von Andrew Lloyd Webber«. Tickets dafür gibt es diesmal zum Kennenlernen gegen eine freie Spende. Pro Vorstellung gibt es 40 Sitzplätze.

Der weitere Spielplan:
31.10. 19.30 Uhr: Greetings from Broadway – Best of Webber (Jacqueline Braun & Rory Six)
04.11. 19.30 Uhr: Anja Backus, Flickenteppich
09.11. 19.30 Uhr: Greetings from Broadway – Best of Broadway (Jacqueline Braun & Rory Six)
19.11. 19.30 Uhr: Greetings from Broadway – Best of Broadway (Jacqueline Braun & Rory Six)
28.11. 19.30 Uhr: Greetings from Broadway – Best of Schönberg & Boublil (Jacqueline Braun & Rory Six)
02.12. 19.30 Uhr: Schall[er]Platten

Link
Theatercouch

Theater Center Forum: »Musical Christmas«

17. Dezember 2013
20:00bis22:00

plakat_musicalchristmas2013_centerforum.jpgEine Weihnachtsshow für die ganze Familie mit den schönsten Musical- & Weihnachtssongs bieten Astrid Golda (Sopran), Susanne Rader (Alt) und Klara Steinhauser (Sopran) vom 17. bis 21. Dezember im Wiener Theater Center Forum.

Moderation: Matthias S. Raupach
Musikalische Leitung & Klavier: Andreas Brencic

Für weitere Informationen und bei Fragen: kassa@theatercenterforum.com oder Tel.: +43 1 310 46 46

Link
Theater Center Forum

Ein Trip in die neuen Kammerspiele der Josefstadt

Eine Woche noch, der Countdown läuft. Am 22. Oktober findet die erste Preview von »Catch me if you can« in den neuen Kammerspielen statt, die dann »Kammerspiele der Josefstadt« heißen werden. Noch ist das Haus zu einem Teil Baustelle, aber der Direktor des Hauses, Herbert Föttinger, ist überzeugt, dass alles rechtzeitig fertig wird. Es wird wohl eine Punktlandung, wie beim Budget. Keine Mehrkosten, und auch das Haus wird am Stichtag fertig sein.

Das, was an Herbert Föttinger immer wieder beeindruckt, ist seine Power, sein Einsatz, eine Glaubwürdigkeit, die er zu vermitteln weiß. Natürlich ist die rechtzeitige Fertigstellung ein Wettlauf mit der Zeit, aber wer, wenn nicht er, sollte überzeugt sein davon, dass alles klappen wird? Wer, wenn nicht er, hätte das Budget zusammenbekommen? Noch einmal erzählt er die Anekdote, wie ihm Mailath-Pokorny per SMS gratuliert hat, dass er die Finanzministerin zu einem Zuschuss überreden konnte. Die Geschichte stand bereits in der »Bühne«, aber wer liest die schon. Auch diesmal lachen alle, denn natürlich ist das eine jener Geschichten, die Föttinger gern erzählt und vor allem auch gut. »Das letzte Drittel der Gelder für die Renovierung gestaltete sich sehr, sehr schwierig. Die Gemeinde Wien signalisierte, sie würde schon, wenn der Bund auch. Tatsächlich kam aus dem Bundesministerium Claudia Schmieds die Meldung, das Budget sei fix verplant. Mir wurde bedeutet, zur Finanzministerin Maria Fekter persönlich zu pilgern, aber auch da sei ganz sicher nichts zu holen. Freunde vermittelten einen Termin bei der Finanzministerin, und ich hatte 20 Minuten. – Herbert Föttinger muss in der Form seines Lebens gewesen sein, denn zehn Tage später bekam er Post vom Finanzministerium, dass ihm die 1,8 Millionen zur Verfügung stünden. Nun musste natürlich auch die Gemeinde Wien nachziehen und von Kulturrat Mailath-Pokorny bekam Föttinger zusätzlich eine SMS: ›Von dir kann man noch was lernen.‹« [Die Bühne, Oktober 2013, S. 11f.]

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Die neuen Kammerspiele zeigen sich als modernes »Broadway«-Theater. Die Bühnenbreite (7,50 Meter; Portalhöhe bis zu 4,40 Meter) entspricht jetzt der des Theaters in der Josefstadt. Im Backstage-Bereich konnten 500 Quadratmeter für das Theater zugemietet werden. Damit war es nicht nur möglich, für alle Abteilungen die räumlichen Gegebenheiten zu verbessern, es konnte auch eine Probebühne errichtet werden, deren Nutzung nicht auf die Kammerspiele beschränkt ist, auch das Theater in der Josefstadt kann hier proben. Der Zuschauerraum wurde umgestaltet, die Sitzplatzabstände wurden optimiert, ebenso die Sichtlinien, der Balkon hat nun zwei Reihen mehr, dafür fallen ganz vorne Reihen weg und die Seitenlogen bei der Bühne. Das Parkett hat nun 16 Reihen, insgesamt hat das Theater 471 Sitzplätze. Unterhalb der Vorbühne wurde ein Orchestergraben für bis zu acht Musiker geschaffen, auch die Sound- und Lichtanlagen wurden erneuert.

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Requisiten

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Die Maske

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Zugang zur Bühne

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Requisite

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