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Archiv - Theater

Broadway’s long-running plays – Top 10 (Stand 2026)

1 Life With Father (3.224) Premiere 1939; Derniere 1947
2 Tobacco Road (3.182) 1933–1941
3 Harry Potter and the Cursed Child (2.487+) Premiere: 2018
4 Abie’s Irish Rose (2.327) 1922–1927
5 Gemini (1.819) 1977–1981
6 Deathtrap (1.793) 1978–1982
7 Harvey (1.775) 1944–1949
8 Born Yesterday (1.642) 1946–1949
9 Mary, Mary (1.572) 1961–1964
10 The Voice of the Turtle (1.557) 1943–1948

Stadttheater Walfischgasse 2026

Die groß angekündigte »neue Ära« des Stadtheaters Walfischgasse scheint auch schon wieder vorbei zu sein. André Hellers Show »Remassuri« ist an diesem Standort abgespielt und absolviert jetzt einige Gastspiele, unter anderem im Wiener Prater im sogenannten Spiegelpalast (eigentlich ein Zelt, in dem Toni Mörwalds Fressshows über den Teller gehen). Das Stadttheater Walfischgasse ist wieder a Leich, aber das passt ins Themenuniversum Hellers ganz gut. Wenn sich dann der Baumeister (dessen Namen man nicht nennen muss), der der Staatsoper einen wahren Palast gebaut hat (NEST) als Sponsor dereinst mal verabschieden sollte, könnte die Staatsoper mit ihrem Programm für Kinder vielleicht wieder ins ehemalige Nest, das Stadttheater Walfischgasse, zurückkehren (das sie 2015 bis 2020 gemietet hatte). Was dann aus dem NEST wird?

Link
Stadttheater Walfischgasse

Nils Rovira-Muñoz über sein »Horror-Erstengagement« am Wiener Volkstheater

Theaterpodcast Schauspiel Hannover mit Nils Rovira-Muñoz. Er erzählt zum Beispiel von seinem Engagement am Wiener Volkstheater (2015–2017), direkt nach seinem Schauspielstudium.
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»Ich hatte ein richtiges Horror-Erstengagement in Wien, am Volkstheater. Das war für mich die Realitätskeule von ›Das ist Theater‹. Will ich das? Kann ich das? Was passiert hier? Das war ne Lektion, für die ich dankbar bin. […] Für mich war es ein Wahnsinn, in diese Riesentheaterstadt Wien zu ziehen mit so ner großen Tradition auch an dem Haus. Die Leute lieben das Theater dort. Es gibt viel Aufmerksamkeit dafür, und das checkt man sofort. Gleichzeitig war es auch eines der größeren Häuser in meinem Jahrgang. Quasi diese Bürde zu tragen: Man ist einer von den wenigen, die die Möglichkeit bekommen, in dieser Größenordnung zu arbeiten. Das hat mich überfordert, muss ich sagen. Dann hab ich ganz groß gespielt am Anfang, neben Starkollleg:innen, und ich war aber nicht so gut, würd ich sagen. Dann kriegst du Kritiken, die dein Spiel beurteilen, und da muss man kucken, wie geh ich da selber mit um. Welche Verantwortung liegt dann vielleicht auch bei der Leitung? Da sind so viele Sachen zusammengekommen, dass das Engagement dann nach zwei Jahren beeendet war und das eine große Erleichterung auch für mich war auf ne Art. Trotzdem wertvolle Jahre, muss ich sagen.«
Link zum Podcast –> hier

Keine Planungssicherheit für kleine Bühnen in Wien

Für kleine Bühnen in Wien gibt es derzeit keine Planungssicherheit. Sie bekommen für 2027 keine Zusage von Förderungen, weil mehrjährige Förderungen abgeschafft wurden. Die Bedeutung von mehrjährigen Förderungen ist der Stadt Wien bekannt. Auf wien.gv.at heißt es:

»Mehrjährige Förderungen geben Sicherheit, ermöglichen längerfristige Planungen, erhöhen den Handlungsspielraum von Kulturschaffenden und reduzieren den Verwaltungsaufwand. Zur Verbesserung von Resilienz ist es sinnvoll, längerfristiges Fördern, wie es der Theaterbereich modellhaft bereits vorführt, auf andere Genres zu übertragen bzw. spartenspezifisch anzupassen, um die Vorteile sinnvoller Planungsphasen zu nutzen. Regelmäßige Valorisierungen werden nach Maßgabe des städtischen Budgets angestrebt.«

Aus dem Büro der Wiener Stadträtin für Kultur und Wissenschaft heißt es dagegen derzeit:
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Links
ORF Wien heute
»Die Fortschrittskoalition für Wien«

Wien: Theaterneuübernahmen 2026

Ausgerechnet in diesen wilden Zeiten kommt es in Wien gleich zu einer Reihe von Theaterneuübernahmen. Die jüngste Meldung betrifft das ehemalige Volx/Margareten, ab 2015 eine Außenspielstätte des Volkstheaters, die irgendwann in den letzten Jahren still und heimlich aufgegeben wurde. Als »Das Margareten« wird der Raum jetzt neu eröffnet. Ob das klappt, wird sich zeigen. Es läuft eine Crowdfunding-Kampagne, am 28. Februar ist die erste Vorstellung angesetzt.

Link
Das Margareten
Crowdfunding

Andere Projekte:
Die Freie Bühne Wieden hat seit 2026 mit Gernot Kranner einen neuen Direktor.

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Freie Bühne Wieden

Das Gloria Theater wird nun von Claudia Rohnefeld geleitet

Link
Gloria Theater

Vor rund 100 Jahren war die heißeste Theatermeile die Wiener Praterstraße. In den 1920er- und 1930er-Jahren bezeichnete man sie als den »Broadway Wiens«. Davon hat sich nichts erhalten. Wer nun auf das Theater Nestroyhof Hamakom hinweist: Ja, das ist heute eine sehr interessante Bühne, sie wurde aber erst 2009 eröffnet. Davor, nämlich am Beginn, sagen wir 1899, war auf diesem Grund das Café Reklame mit Wirtshaus, Bierhalle und Restaurant, ab 1904 das Intime Theater, nach den Kriegen Kinos und Supermärkte, und ab 1997 nutzte man den Grund kulturell. Wilde Zeiten.

VBW: Kammeroper wird geschlossen

Die VBW machen wieder einmal Negativschlagzeilen. Oder, sagen wir, sie würden Negativschlagzeilen machen, wenn es eine Öffentlichkeit gäbe, die sich dafür tatsächlich interessierte. So läuft im Moment eine Diskussion vor allem via Kolumnen und Petitionen ab.
Worum gehts? Vor ein paar Tagen hat die Stadt Wien beschlossen, die Subventionen für die VBW zu kürzen, mit der (vermeintlichen) Auflage, dass die Einsparungen nicht den klassischen Bereich treffen sollten. Ein paar Momente später haben die VBW auch schon ihren »Sparplan« verkündet: Sie schließen die Kammeroper. Im Marketingsprech hört sich das so an: Die Kammeroper ist sanierungsbedürftig, daher pausiert man den Spielbetrieb.
Ab da verläuft der Ärger auf mehreren Ebenen. Die Kammeroper gehörte ursprünglich einmal der Familie Gabor und musste mit der Saison 2010/11 ihren Spielbetrieb einstellen, weil sich kein finanzieller Rettungsplan erstellen ließ (man hätte aber sehr wohl einen vonseiten Wiens finden können). Davor liefen an diesem Haus jahrelang unter anderem großartige Musicalproduktionen. All das wurde für immer beendet, als die VBW 2012 die Kammeroper übernahmen. Sie wurde daraufhin eine Spielstätte für das Junge Ensemble (JET) und war nun zumindest in diesem Bereich hoch angesehen. Ausgerechnet dieses Haus also nun (vorübergehend) zu schließen, ist in mehrfacher Hinsicht unangemessen. Vor allem, wenn man hören musste, wie stattdessen die VBW ihre Einnahmen pushen wollen. So hat man vor, die Anzahl der Vorstellungen pro Woche zu erhöhen (auf acht). Jeder vernünftige Mensch würde hier kontern: Kinder, ihr habt den 2. Rang im Raimund Theater derzeit nicht einmal im Verkauf, weil die Leute das »Phantom«einfach satt haben. Ihr verscherbelt einen nicht unerheblichen Teil eurer Tickets last minute über einen eigens gegründeten Verein namens Musicalclub um wohlfeile 25 Euro. Und nur, weil für ein paar Monate »Maria Theresia« noch ganz gut laufen wird, wollt ihr uns diese Maßnahme als finanziellen Lösungsversuch präsentieren?
Ich hätte eine anderen Vorschlag. Man möge die VBW anweisen, die akustische Bruchbude Ronacher zu schließen (vielleicht würde Michael Niavarani sie übernehmen, der macht aus jedem Loch ein Erfolgsprojekt). Weiters wird die Bespielung des Theaters an der Wien wieder ausschließlich mit Musicals erfolgen, allerdings im Stagione-Betrieb und nur mit Stücken mit Wert. Im Raimund Theater hat man ausschließlich Eigenentwicklungen zu zeigen. Um das Ganze auf den Weg zu bringen, müsste natürlich zuerst die VBW-Spitze ausgetauscht werden.

Wiener Festwochen: »Intimacies«

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Ein sich in Entwicklung befindlicher On-demand-Service für performative Dienstleistungen vermittelt und konzipiert intime Erfahrungen anhand von individuellen Begegnungen mit professionellen Performer:innen. Indem Aspekte erotischer Dienstleistungen modellhaft auf die Schauspielkunst übertragen werden, entsteht ein organisatorischer und ökonomischer Rahmen für ein neues Anwendungsfeld performativer Arbeit. Dabei treffen die Fähigkeiten der dienstleistenden Künstler:innen auf die Präferenzen der Kund:innen, die aus einem Katalog von Gesten, Atmosphären, Situationen, Genres und Techniken einzelne Komponenten wählen können. Entsprechend simulieren Darsteller:innen Situationen, verkörpern Fantasien und provozieren Emotionen auf der Suche nach zwischenmenschlichen Resonanzräumen und nuancierten Erfahrungsweisen.
Das Publikum ist eingeladen, den Arbeitsprozess zur Entwicklung des Prototyps der Plattform intimacies.com im temporären Office im Festivalzentrum der Wiener Festwochen I Freie Republik Wien zu begleiten und individuelle Begegnungen zu buchen – je 10 Slots pro Wochenende sind verfügbar.

Mit Joscha Baltha, Luca Bonamore, Fatima Dramé, Ina Kollçaku, Liina Magnea, Nick Romeo Reiman, Elena Wolff
Konzept und Regie: Lennart Boyd Schürmann
Dramaturgie Moritz Nebenführ
Office Lara Liebhart
Ko-Produktion: , Bruch‘-.

Über die Wiederauferstehung des investigativen Kulturjournalismus

Wieder eine interessante Folge des »Bühneneingangs«, in der beispielsweise eine Ensemblevertretungssitzung im Theater in der Josefstadt unter der Leitung von Thomas Drozda Erwähnung findet. Es wird auch kurz angesprochen, dass über das Theater berichtende Journalisten nicht selten »ihre Theaterdirektoren« (also besondere Lieblinge) haben oder generell ja nicht zu negativ berichten, weil sonst: Hausverbot. Im System gefangen sind sie. Man kennt das.

Zum Bühneneingang

Musiktheater an der Wien versus Tanzquartier

Aus einem Interview mit Bettina Kogler, der künstlerischen Leiterin im Tanzquartier Wien:

Es habe aber auch Herausforderungen gegeben - etwa die Coronapandemie oder die Dauereinquartierung des Musiktheaters an der Wien in der Halle E des Museumsquartiers für die Zeit des Umbaus des Opernhauses, sagte die scheidende Intendantin. Dabei sei nicht nur verabsäumt worden, dem TQW ein Ausweichquartier für die Spielstätte anzubieten, sondern sogar auch ein bestehender Vertrag für ungültig erklärt worden.

Quelle: Salzburger Nachrichten

TheaterArche / Wie geht es weiter / offener Brief

Sehr geehrtes Kuratorium der Stadt Wien,
sehr geehrte Kulturjournalist*innen!

Wir möchten uns in diesem offenen Brief an Sie und die kulturinteressierte Öffentlichkeit wenden und uns bei Ihnen bedanken!
Unser Eröffnungsjahr 2019 war ein intensives, geprägt von vielen für die Öffentlichkeit mehr oder weniger wahrnehmbaren Hürden und vor allem auch von schönen, mit einer Nestroypreisnominierung und zahlreichem Publikumszuspruch, auch erfolgreichen Momenten.

Heute ist der 15. Februar 2020. Es ist der Stichtag für die Projekteinreichungen bei der Stadt Wien.
Aufgrund der Tatsache, dass die TheaterArche noch kein einziges neues Projekt durch die Kurator*innen der Stadt Wien gefördert bekommen hat (die letzte Absage ist im Anhang und kam auf den Tag genau ein Jahr nach unserer Eröffnung), habe ich beschlossen Heute zum ersten Mal seit Jahren nicht für eine Förderung einzureichen.
Die Gründe der Nichtförderung des Kuratoriums sind sicher vielfältig, ein Grund ist auf jeden Fall augenscheinlich: Die mangelnde finanzielle Ausstattung dieses Gremiums ermöglicht es nicht, uns in einem Maße zu fördern, das unsere Projekte dann auch den Fair Pay Kriterien entsprechen würden.
Der Verein TheaterArche hat im Jahr 2019 ehrenamtliche - also unbezahlte – Arbeit in der Höhe von knapp 450.000 Euro (in Worten: vierhundertfünfzigtausend) geleistet. Dieser Aufwand kann mit der budgetären Ausstattung des Kuratoriums nicht abgegolten werden. Das Kuratorium fördert auch kein einziges anderes Theaterhaus, wir verstehen also vollumfänglich, dass auch die TheaterArche nicht vom Kuratorium gefördert wird. Dennoch haben wir es in den letzten Jahren immer wieder versucht Fördergelder bei diesem Gremium zu beantragen und ich möchte mich sehr herzlich bei Katalin Erdödi, Kolja Burgschuld und Wolfgang Kralicek für die guten Gespräche und für das Interesse an unserer Arbeit bedanken, das sich durch regelmäßige Besuche bei unseren Produktionen manifestiert hat.

Auch bei den zahlreichen Medien, Radiostationen, Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehsendern, Onlineblogs und vor allem bei den berichtenden Journalist*innen möchte ich mich ganz herzlich für das Interesse im Eröffnungsjahr 2019 bedanken!

Wir sehen auch, dass die aktuellen Kulturpolitikerinnen interessiert sind an unserer Arbeit.
Veronica Kaup-Hasler war ebenso bei uns, wie auch Ulrike Lunacek, die bei ANSTOSS an einem Abend sogar im Rahmen des Stücks mitgewirkt hat.
Die Kulturpolitik scheint in Österreich also in guten, kompetenten und vor allem auch interessierten Händen. Das ist gut und erfreulich und war leider nicht immer so.

Denn es scheint mir, dass einige frühere Entscheidungsträger*innen, Strukturen geschaffen haben, die einer dynamischen Entwicklung der Wiener Kulturlandschaft im Wege stehen.

Bisher wurde uns immer wieder eine direkte Förderung (also eine Förderung ohne Kuratorium und diverse Gremien – so wie die meisten anderen Wiener Theaterhäuser auch gefördert werden) durch die Stadt Wien verweigert, mit dem Argument, sonst müsste man ja anderen was wegnehmen.

Wenn Steuergelder allerdings fix vergeben werden und dadurch manche fix etwas bekommen, andere wiederum fix nichts bekommen, dann geht es nicht um Inhalte und Kreativität, sondern nur darum wer früh genug da war um in dem abgesperrten, begrenzten Gießkannenareal sein Wasser abzubekommen, die anderen können von draußen zuschauen und verdorren. Und das völlig unabhängig von Qualität, Relevanz und Publikumsinteresse.
Im Rahmen der aktuellen Kulturbudgeterhöhung, möchte ich allerdings an dieser Stelle anerkennen, dass sich die Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler bei der MA 7 für uns eingesetzt hat, dass wir zumindest eine kleine Basisförderung bekommen.
50.000 Euro wurden uns somit für das Jahr 2020 von Herrn Dr. Dressler, dem Theaterreferenten der Stadt Wien, zugesagt.
Es wird also im Jahr 2020 ausreichend Geld da sein um entweder die Hauskosten (Miete, Strom und Gas) zu decken, oder um eine Vollzeitanstellung zu zahlen.

Leider kam diese informelle Förderzusage zu spät um auch beim Bund einzureichen.
Das Subsidiaritätsprinzip hat es uns bisher nicht ermöglicht Anträge beim Bund zu stellen. Für das Jahr 2020 hätten wir unseren Antrag bis Ende Oktober 2019 abschicken müssen, ein Zeitpunkt zu dem keine Basisförderung der Stadt Wien in Sicht war.

Doch unabhängig von dieser Thematik, was passiert eigentlich bei uns laufend im Theater?

Gestern war Valentinstag, es wurde so wie auch Heute das Musical ASPECTS OF LOVE von Andrew Lloyd Webber (österreichische Erstaufführung!) bei uns im Theater gespielt. Gestern haben die Karten 99,- Euro pro Stück gekostet. An den anderen Tagen sind die Kartenpreise bei 75,- Euro.
Das Haus ist bereits an allen Spieltagen ausverkauft.

Das Musical ist eine Gastproduktion, wir selber wollen uns in der TheaterArche keiner Kunstform verschließen und möchten vor allem eins: professionelle Projekte ermöglichen und diesen einen adäquaten Aufführungsort bieten – quer über alle darstellerischen Kunstformen hinweg, ohne Einschränkungen. Die TheaterArche ist ein offener Ort für Künstler*innen aller Sparten.

Bei unseren Eigenproduktionen wiederum haben wir durchaus auch einen experimentellen und zeitkritischen Anspruch, zwei Dinge die sich schwer mit allzu hochpreisigen Eintrittskarten vereinbaren lassen.

Tatsache ist aber, dass wir, um mit unserer Konkurrenz mithalten zu können, perspektivisch gesehen entweder zumindest annähernd gleich hohe Fördergelder brauchen, oder aber die Eintrittspreise so erhöhen müssten, dass es nicht mehr vertretbar wäre und wohl auch das Publikum ausbliebe.

Doch wer ist unsere Konkurrenz und wie hoch sind da die Fördergelder?

Wir sehen uns als eigenständig produzierendes Privattheater mit zahlreichen Gastspielen in Konkurrenz zu Häusern wie der Drachengasse, dem Hamakom und dem Kosmostheater, natürlich ist auch das vom Theaterverein betriebene TAG, allein durch seine geographische Nähe, in unmittelbarer Konkurrenz zu uns. Das sind Theater, die mit 450.000 – 900.000 an öffentlichen Geldern arbeiten. Wir selber haben einen Mindestfinanzierungsbedarf von 450.000 – also in der Höhe unserer 2019 geleisteten ehrenamtlichen Arbeit.

Wir haben uns nun also eine klare Deadline gesetzt, wie lange wir das Theater unter gegebenen, unterfinanzierten Bedingungen, weiter machen werden. Für diesen Zeitraum haben wir auch schon unsere Projekte festgelegt.

Wir möchten Ihnen also hiermit unsere nächsten Eigenproduktionen ans Herz legen und würden uns sehr freuen wenn Sie uns besuchen kommen!

Hier sind unsere nächsten Premieren:

19. März 2020 um 20 Uhr HIKIKOMORI (Regie und Konzept; Jakub Kavin)

21. April 2020 um 19:30 ANSTOSS reloaded (Regie und Konzept: Jakub Kavin - gefördert mit 10.000 Euro Wiederaufnahmeförderung der Stadt Wien)

24. September 2020 um 19:30 DIE SCHAMLOSEN (Regie und Konzept: Nagy Vilmos)

Dann werden wir eine längere Pause mit unseren Eigenproduktionen einlegen.

Am 11. September 2021 wird dann – 20 Jahre nach nine-eleven – ODYSSEEE 2021 Premiere haben.

Die ODYSSEE 2021 wird ein Projekt sein, bei dem wir das ganze Theater (inklusive Backstagebereich) und auch die Münzwardeingasse bespielen werden.

21 Vorstellungen werden zwischen 11. September 2021 und dem 11. November 2021 (dem 200. Geburtstag Dostojewskis) stattfinden.

Die Anzahl der Zuschauerplätze wird mit 75 limitiert sein. Die Karten werden pro Abend 45,- Euro kosten, damit erreichen wir für unsere Eigenproduktionen ein Limit, das wir nicht überschreiten wollen, dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir das Theater voll kriegen. Doch selbst bei vollem Haus wird kein FAIR PAY möglich sein.

Wir haben im Jahr 2019 einen Umsatz von knapp 130.000 Euro gemacht. Das bei 114 gespielten Vorstellungen.

Dies war uns nur deshalb möglich, weil wir praktisch keine Freikarten verteilt haben. Sogar die engsten Familienmitglieder der Schauspieler*innen haben gezahlt, oft sogar zusätzlich einiges gespendet. Auch die oben genannten Politikerinnen haben für sich und die begleitenden Personen Eintritt gezahlt – sogar im Falle der persönlichen Beteiligung im Rahmen des Stücks.

Auch im Rahmen unserer Crowdfundings haben zum Beispiel Politker*innen quer durch alle parlamentarischen Parteien – mit Ausnahme der FPÖ - gespendet. Wir nehmen also für uns in Anspruch, zu behaupten, dass wir mit unserer Arbeit die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten erreichen und über den Tellerrand der Wiener Szene hinweg wirken. Doch wir können so nicht mehr. Es ist uns einfach nicht mehr möglich so hohe Eigenleistungen aufzubringen, gleichzeitig wird das Haus mit weniger Einsatz nicht funktionstüchtig sein.

Entweder wir werden also noch in diesem Jahr eine gesicherte Finanzierung bekommen, die uns ein FAIR PAY ermöglicht, oder aber wir werden mit Ende 2021 unseren Spielbetrieb einstellen. Denn wie heißt es so schön, man soll aufhören wenn es am Schönsten ist – und drei Jahre an einem Ort mit massiver Selbst- und Fremdausbeutung sind genug. Schöner wird’s dann nicht mehr.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie über unsere Projekte und unser Haus weiterhin berichten, wenn Sie uns besuchen kommen, uns kritisieren wo es angebracht ist, und auch loben, wo wir es uns verdienen.

Denn wir freuen uns auf jeden Fall auf die Jahre 2020 und 2021, werden das Theater jeden Tag mit unserer ganzen Kreativität füllen und mit unserer ganzen Hingabe führen. Bitte begleiten Sie uns auf diesem Weg und unterstützen Sie uns mit Ihrer Berichterstattung!

Herzliche Grüße,

Jakub Kavin

www.theaterarche.at

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