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ATG – Theater im Prater wird mit 30 Jahre altem »Der König der Löwen« eröffnet

Das Leitungsteam der VBW ist zerbrochen.
Aber zuerst etwas, worüber man gar nicht groß schreiben müsste. ATG hat die Rolle des Theaters im Prater gestern für die Öffentlichkeit klar und deutlich definiert. Das Musicalhaus wird zum Spielort längst abgespielter Produktionen. »Der König der Löwen« hat 30 Jahre nach seiner Uraufführung (1997/2027) für das aktuelle Geschehen im Musicalgenre null Bedeutung. Touristen, die es bis jetzt nicht nach London oder New York geschafft haben, und halt auch nicht nach Deutschland, können sich jetzt im Frittenparadies, dem Wiener Wurstelprater, ein weiteres Disney-Werk reinziehen. Vorher vielleicht ein kleines Stelzerl im Schweizerhaus, danach die Geisterbahn und dann Disney. Passt ja. Die Musical-Influencer und andere Media-Outlets bringen in ihren Posts wie erwartet die mit Adjektiven geschwängerten Promo-Botschaften von ATG 1:1 – das ist immerhin ganz drollig und vor allem cringe. Kann ATG den VBW trotzdem schaden? Sicher, weil fast zu erwarten ist, dass auch die VBW nächsten Herbst wieder mal eine Show (»das Publikumsinteresse ist so enorm«) aus den 90ern revivaln. Und bei den Preisen, die zu erwarten sind, wäre es für Musicalinteressierte nicht vielleicht, sondern ganz sicher sinnvoll, Linz anzusteuern, was auch immer im Herbst 2027 dort zu sehen sein wird.
Nun zum Leitungsteam der VBW. Das aktuelle »Profil« meldet, dass die Subventionskürzungen bei den VBW doch massivere Krater im Theater an der Wien geschlagen haben dürften, als man in der breiten Öffentlichkeit wahrnimmt. Zwar wird Intendant Stefan Herheim bis 2030 an Bord sein, aber sein Stellvertreter Peter Heilker leitet ab 2028 die Leipziger Oper. Und die Betriebsdirektorin Carolin Wielpütz ist schon im Sommer abgesprungen. Was den Output des Theaters betrifft, haben die Subventionskürzungen dazu geführt, dass es nur mehr sechs statt elf szenische Premieren geben wird. Was sagt wohl Kaup-Hasler dazu?

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