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Archiv - Tonträger

“I was born to love you” - “RUDOLF”-Vorab-Single ab 21. November im Handel

Am 26. Februar 2009 feiert Frank Wildhorns Musical “RUDOLF” am Wiener Raimund Theater seine deutschsprachige Erstaufführung. In den Hauptrollen: Drew Sarich und Lisa Antoni.

Bereits am 21. November 2008 wird ein erster akustischer Eindruck dieser Show in den Plattenläden stehen: “I was born to love you”, das Liebesduett von Rudolf (Drew Sarich) und Mary von Vetsera (Lisa Antoni).

Foto: HitSquad

Der in englischer Sprache gesungene Song (Frank Wildhorn/Jack Murphy) wurde mit eindeutiger Zielrichtung Charts von HitSquad/MG-Sound als poppige Ballade auf Augenhöhe mit Produktionen internationalen Formats feinjustiert produziert, und auf diesem Terrain ist Frank Wildhorn, der unter anderem Whitney Houstons Hit “Where do broken hearts go” (1987) sowie zahlreiche andere Lieder für Stars wie Travis Tritt, Natalie Cole oder Linda Eder komponierte, ein Garant für Gefühlvolles mit Gänsehautfaktor. Ich persönlich vergleiche ja die Wildhorn’schen Powerballaden immer mit kleinen Euphorie-Drops, die in der Intensität und Vielzahl nur beim “Bigger-than-Life”-Maestro zu finden sind. Schmuseballaden wie “I was born to love you” kreiseln natürlich immer im am Rand zwischen Edel und Kitsch, aber da sind es letztendlich Interpretation und Produktion, die einen Song aus dem Schmalz in den Balladenolymp schießen.

“I’m called ‘That Pop Guy’”, sagte der Komponist einmal in einem Interview mit der Los Angeles Times, angesprochen auf die “bigger than life”-Popmelodien, die seine Musicals immer schon auszeichneten. Und in Richtung der New Yorker Kritiker, die Musicals mit Pop-Touch meist als völlige Fehlentwicklung betrachten: “What do they want me to be? ‘The Unpop Guy?’” Wildhorn weiter:

I just love music. I’m a composer. When I work in the theater, I’m a theater composer. When I’m writing for Whitney Houston or Kenny Rogers or Natalie Cole, I’m a pop composer. I’ve been commissioned by the Bolshoi Ballet to do a full length ballet, so I’m a classical composer when I’m doing that. I’m just a composer, and depending on the medium I work in, that’s what I am that day.

Der Pop-Appeal ist also eines der Markenzeichen der Musicalsongs à  la Wildhorn. Ein weiteres: Seine Lieder wachsen mit der “Qualität” des Performers und lassen sich wunderbar gestalten, man kann sie im wahrsten Sinn des Wortes zum Leben erwecken - anders etwa als die Lieder von Phil Collins, die mal als “Tunnelsongs” bezeichnet worden sind: Augen zu und geradlinig durch, jedes Abweichen von der Ideallinie wird mit einem bösen Crash geahndet, eigenständige Phrasierungen unerwünscht.

Lisa Antoni und Drew Sarich jedenfalls gehen ganz in “ihrem” Liebeslied auf. Man muss wohl kein großer Prophet mehr sein, um Lisa Antoni eine schöne Karriere zu prognostizieren und Drew Sarich ein weiteres Karrierehoch.

“I was born to love you”
(Frank Wildhorn/Jack Murphy)

Tracks:
1) “I was born to love you” (Radio Edit) [03:26]
2) “I was born to love you” (Acoustic Version)
3) “I was born to love you” (Dance Mix)
4) “I was born to love you” (Instrumental Version)

Mehr von “RUDOLF” auf CD wird es frühestens im April 2009 geben, da sollte das Cast-Album fertig sein.

Starmania 2008 & Mario Lang, der Starmania-Überlebende

Derzeit laufen in Österreich die Vorsingen zur Neuauflage der ORF-Castingshow “Starmania”. Wie schon beim letzten Mal werden auch diesmal die öffentlichen Castings im Netz gestreamt, und zwar ab 8. September 2008 auf starmania.orf.at.

Etwas nachdenklich stimmt die Zahl jener, die gerne Starmaniac oder Weltstar in Österreich werden wollen. So schreiben die Vorarlberger Nachrichten, dass der “große Andrang” ausblieb - lustigerweise bietet der ORF zu dieser Quelle sozusagen die hard facts, allerdings mit der etwas absurden Formulierung:

Am Samstag war im ORF Studio am Innsbrucker Rennweg der erste Tag des Tiroler Castings und der Andrang war gewaltig. Etwa 150 Kandidaten waren gekommen.

150 Leutchen, und der Andrang war gewaltig? Über den das noch toppenden Tippfehler in dem Artikel sprechen wir lieber nicht, aber man sollte ihn doch wegen Dreideutigkeit ausbessern.

In other news … hat einer der künstlerisch Überlebenden der letzten Starmania-Staffel, Mario Lang, seinen neuen Longplayer “Welthits” am Start. Auf seiner Website werden Clips aus allen Songs des Albums gestreamt. Fans und alle, die gerne möchten, können darüber abstimmen, welcher Song als nächste Single veröffentlicht werden soll. Im Gegensatz zu Kollegen wie Alexander Klaws haben die Lyrics der Lieder von Mario Lang oft Wortwitz, vielleicht klingt er nach wie vor ein bisschen wie die männliche Christl Stürmer, aber da soll ihm mal nichts Ärgeres passieren.
Live ist Mario Lang demächst am Donauinselfest zu sehen, und zwar am 6. und 7. September. Die genauen Zeiten und die Auftrittsorte findet man auf der Website zum Donauinselfest.

“A lovely way to spend Christmas” - Kristin Chenoweth veröffentlicht Weihnachts-CD

Man hört, dass in vielen Supermärkten Österreichs schon Weihnachtsware wie zum Beispiel Lebkuchen einsortiert wurde. Kein Wunder, dass es nun auch langsam mit den Weihnachts-CDs ernst wird.

Am 14. Oktober 2008 erscheint bei Sony BMG Masterworks Kristin Chenoweths (”Wicked”) erster Weihnachts-Longplayer “A lovely way to spend Christmas”, und dafür hat sich der Musicalstar prominente Produzenten ins Studio geholt, so unter anderem Robbie Buchanan (Barbra Streisand, Bette Midler, Barry Manilow) und Executive Producer Jay Landers (Streisand, Midler, Manilow, Celine Dion und Josh Groban).

Die Aufnahmen entstanden in den legendären Capitol Recording Studios A & B, wo schon Frank Sinatra, Judy Garland und Nat King Cole ihre Weinhnachts-Klassiker eingespielt haben.

Für “A lovely way to spend Christmas” hat die Sängerin sowohl neu komponierte Lieder ausgewählt (”Home on Christmas Day”, geschrieben von Walter Afanasieff und Jay Landers; “Born on Christmas Day” mit Lyrics von R&B-Superstar Peabo Bryson) als auch Klassiker wie “Silver Bells” oder “I’ll be home for Christmas”.

Kristin Chenoweth über ihre neue CD:

From the minute I signed with Sony Classical eight years ago, I wanted to record a Christmas album. I grew up listening to Barbra Streisand’s Christmas album, and that was such an inspiration to me. Christmas is my favorite holiday and I am blessed and excited to be able to do my own Christmas album.

Track Listing
01 I’ll Be Home For Christmas
02 Christmas Island
03 The Christmas Waltz
04 Do You Hear What I Hear?
05 Marshmallow Ride / Sleigh Ride
06 Sing
07 Silver Bells
08 Come On Ring Those Bells
09 What Child Is This?
10 Home On Christmas Day
11 Born On Christmas Day
12 Sleep Well Little Children / What A Wonderful World

Merry Christmas, wünscht Al Jarreau im Juli

Al Jarreau at book drive event held at the Dep...Image via Wikipedia
Man kann gar nicht früh genug anfangen, Weihnachten abzufeiern, so ist es denn nicht weiter verwunderlich, dass dieser Tage auch eine der ersten Weihnachts-News publiziert wurde: Al Jarreau wird die erste Weihnachts-CD in seiner langen Karriere als Jazz/Popper oder Pop/Jazzer bzw. in den letzten Jahren wieder Jazz/only veröffentlichen.

Jarreau dazu:

I should have done a Christmas album 20 years ago … There is so much great Christmas music to do. I hope I can catch up on my responsibilities and make more Christmas music.

Neue Weihnachtsplatten wird es 2008 auch von Sheryl Crow und Faith Hill geben, und die erste Weihnachts-CD der Little River Band (”We Call it Christmas”), die schon im vorigen Jahr online und bei Konzerten erhältlich war, wird 2008 noch mal groß beworben.

Zemanta Pixie

Hollywood Singing and Dancing

Am 14. Oktober 2008 erscheint in den USA mit der DVD “Hollywood Singing and Dancing: A Musical History” eine im Vorfeld von vielen Medien abgefeierte Dokumentation über das Hollywood-Filmmusical-Genre, die bei diversen Filmfestivals in den USA begeistern konnte.

Beginnend in der Ära eines Busby Berkeley (”42nd Street”/1942, “Babes in Arms”/1939 oder “Girl Crazy”/1943) bis zum ersten Filmmusical, das im Laufe von drei langen Jahrzehnten einen Oscar gewinnen konnte, “Chicago”, und abschließend mit dem Box-Office-Hit “Dreamgirls” werden alle Musicalfilmhits der Traumfabrik dokumentiert.

Die DVD bietet Filmausschnitte aus: “The Wizard of Oz”, “Singin’ In The Rain”, “Cabaret”, “Chicago”, “West Side Story”, “The Little Colonel”, “Saturday Night Fever”, “Gold Diggers of 1935″, “Dreamgirls”, “Meet Me in St. Louis”, “The Sound of Music”, “Mary Poppins”, “Grease”, “Hair”, “Babes on Broadway”, “Moulin Rouge”, “Yankee Doodle Dandy”, “On the Town”, “Hello Dolly!”, “The Harvey Girls”, “Cover Girl”, “The King and I”, “An American In Paris”, “Funny Girl”, “Gentlemen Prefer Blondes”, “Royal Wedding”, “Tommy”, “Gigi”, “Seven Brides For Seven Brothers”, “Oklahoma!”, “Carousel”, “My Fair Lady”, “Sweet Charity”, “The Rocky Horror Picture Show”, “All That Jazz”, um nur einige zu nennen.

Zu sehen sind unter anderem: Fred Astaire, Mickey Rooney, Judy Garland, Shirley Temple, Betty Grable, James Cagney, Frank Sinatra, Leslie Caron, Debbie Reynolds, Gene Kelly, Marilyn Monroe, Jane Russell, Rita Moreno, Catherine Zeta-Jones, Renee Zellweger, Jennifer Hudson, Beyonce Knowles, Nicole Kidman, Audrey Hepburn, Rex Harrison, Julie Andrews, Barbra Streisand, Ann-Margret, Liza Minnelli, John Travolta, Olivia Newton-John, Ben Vereen, Ann Reinking, Lesley Ann Warren, Donald O’Connor, Bill “Bojangles” Robinson.

Japan: “Wien Musical Concert” auf CD erschienen


Exklusiv in Japan erhältlich: die Doppel-CD mit dem Titel “Wien Musical Concert”. Es handelt sich dabei um einen Mitschnitt des jüngsten Japan-Konzerts der VBW-Stars Maya Hakvoort, Marjan Shaki, Mà¡tà© Kamarà¡s, Andrà© Bauer und Lukas Perman. Die Live-Doppel-CD ist ausschließlich in Japan im Umeda Arts Theatre erhältlich.

Tracklist

DISC 1

Tanz der Vampire
1 Ouvertüre
2 Einladung zum Ball (Andrà©)
3 Draußen ist Freiheit (Marjan, Lukas)
4 Für Sarah (Lukas)
5 Tot zu sein ist komisch (Maya)
6 Totale Finsternis (Marjan, Mà¡tà©)
7 Die unstillbare Gier (Mà¡tà©)

Romeo und Julia
8 Ball 1
9 Der Balkon (Marjan, Lukas)
10 Herrscher der Welt (Lukas, Mà¡tà©, Andrà©)
11 Siehe da, sie liebt (Maya)
12 Mein liebes Kind (Andrà©)
13 Liebe (Marjan, Lukas)

Rebecca
14 Prolog (Marjan)
15 Ehrlichkeit und Vertrauen (Andrà©)
16 I´m an American Woman (Maya)
17 Gott, warum? (Andrà©)
18 Jenseits der Nacht (Marjan, Mà¡tà©)
19 Rebecca (Maya)

Disc 2

Mozart!
1 Hier in Wien!
2 Dich kennen heißt dich lieben (Marjan, Lukas)
3 Schließ dein Herz in Eisen ein (Andre)
4 Irgendwo wird immer getanzt (Marjan)
5 Gold von den Sternen (Maya)
6 Wie kann es moglich sein? (Mate)
7 Wie wird man seinen Schatten los? (Lukas)

Elisabeth
8 Prolog (Mate, Lukas)
9 Wie du (Marjan, Andre)
10 Der letzte Tanz (Mate)
11 Ich gehör nur mir (Maya)
12 Kein Kommen ohne Geh’n (Mate)
13 Elisabeth mach auf (Maya, Andre, Mate)
14 Wenn ich tanzen will (Maya, Mate)
15 Wenn ich dein Spiegel war (Maya, Lukas)
16 Die Schatten werden länger (Mate, Lukas)
17 Boote in der Nacht (Maya, Andre)
18 Der Schleier fallt (Maya, Mate)
19 Schlussapplaus
20 Zugabe: Die Schatten werden Langer (Maya, Marjan, Mate, Andre, Lukas)

“Wicked in Rock” - Kerry Ellis singt “Queen”ed-up “Defying Gravity”

Am 7. Juli 2008 erscheint mit Kerry Ellis‘ “Wicked in Rock” die Single-CD einer der beliebtesten Londoner “Elphabas”. Queen-Gitarrist Brian May übernahm die Produktion der Scheibe.

Erhältlich wird die Single-CD unter anderem beim Londoner Cast-Records-Spezialisten “Dress Circle” sein. Freilich ist die CD längst im New Yorker Gershwin Theatre im Verkauf und auch bei iTunes/USA ist sie erhältlich. Wenn man die Produktion mit einem Wort beschreiben wollte, wäre das wohl: bombastisch. “Wicked meets Queen” hat durchaus Hitpotential.

Tracklisting:
1. Defying Gravity
2. I`m Not That Girl
3. No One But You

Über die Entstehung des Tonträgers schreibt Brian May auf seiner Site:

Well, I’d been working with Kerry for a long while in odd moments … from the very first moments when I heard her sing for us, I knew she was one a million … she truly is … I made a commitment to her that somehow I would help her make a Kerry Ellis record.
And we were always looking for material to record which would really suit her voice and special talents. When I saw Wicked, even before Kerry was in it - I immediately had a feeling about “I’m Not That Girl” … very touching … and I couldn’t wait to see Kerry sing it … But I thought that, on the whole,the music of Wicked was quite difficult to assimilate, unless you went back and saw the show lots of times (which I did!) … so I hit on the idea of trying to make versions of the songs for Kerry which would make use of her wonderful range of emotion, and at the same time make the songs more accessible to people outside the Musical Theatre world. In the beginning, I didn’t think we could do “Defying Gravity” at all … it was too complex and hard to unravel … but I became obsessed with it, did my own arrangement, which was designed to make the song hit home without the context of the show …. and as soon as Kerry began singing on the track I’d roughed out, we knew we were on to something great! Our friend Steve Sidwell did a great job orchestrating too … and Taylor Hawkins on drums … well, what can you say?!!!
Well, I don’t know if we will do any more Wicked songs this way … but I think we have found a style. Glad you like it ! And, in five months’ time when Kerry has conquered Broadway, hopefully we will get the chance to finish the whole album. [brianmay.com]

Alvin Le-Bass veröffentlicht Solo-CD “A Man Like Me”

Am 27. Juni 2008 erscheint auf Kai Peterson-Henrys Label Soul-Made-Productions als Pre-Release (offizielles Veröffentlichungsdatum: September 2008) “A Man Like Me” - eine Solo-CD von Alvin Le-Bass.

In den letzten Jahren ist Alvin Le-Bass überwiegend in Europa, und da häufig auch in Österreich, als Musicalsänger aktiv (”Ain’t Misbehavin”, Kammeroper Wien, “Carmen Cubana”, Stadthalle Wien, ab Juli 2008 “La Cage Aux Folles”, Amstetten).

Die Songs auf “A Man Like Me” sind vor allem ein Resultat der souligen “Vergangenheit” des Sängers, in der er mit US-Superstars wie Jeffrey Osborne, Peabo Bryson, JT Taylor, Philip Bailey, Howard Hewitt und Lynette Hawkins-Stephens zusammenarbeitete und tourte - zum Teil Soullegenden, die hierzulande leider nicht gar so bekannt sind.

“A Man Like Me” ist direkt über die Homepage von Soul-Made-Productions erhältlich und als MP3 on Demand.

Alexander Klaws: “Was willst du noch?”

Alexander Klaws’ größtes Problem ist gleichzeitig auch der Grund für seine bisherigen Erfolge: DSDS. Während sich dieses Castingformat beispielsweise in den USA unter dem Titel “American Idol” zu einer ernstzunehmenden Talenteshow entwickelt hat, firmiert DSDS in Deutschland als Dieter Bohlen-Talentwerkstatt. Solange die Gewinner Songs des Jurors interpretieren, können sie Erfolge einfahren, wenn sie sich gegen Songs von Bohlen entscheiden, ist es mit ihrer Karriere vorbei - oder aber sie startet eigentlich nie richtig durch.

Das musste auch Klaws zur Kenntnis nehmen. Seine ersten beiden CDs (”Take your Chance”, 2003, und “Here I Am”, 2004) erreichten jeweils Platz 1 in den deutschen Charts. Der von Bohlen produzierte Soundbrei verkaufte sich auch in Österreich (Platz 4 bzw. 24) und der Schweiz (Platz 11 bzw. 26). 2006 kam mit der dritten CD “Attention” der Absturz. In Deutschland erreichte der bohlenfreie Tonträger nur mehr Platz 20, in Österreich und der Schweiz keine Platzierung mehr.

2008 ging Klaws mit “Was willst du noch?” an den Start, erstmals mit deutschsprachigen Songs, und schaffte es bislang auf Platz 28 der deutschen Charts (keine Platzierungen in Österreich und der Schweiz). Die erste Singleauskopplung “Welt” floppte (Platz 65), am 11. Juli erhält Klaws mit “Sie liebt dich” noch eine Chance, seine Chartstauglichkeit zu demonstrieren und zu beweisen, dass es doch ein kreatives UND erfolgreiches Leben nach Bohlen als DSDS-Gewinner gibt.

Jenseits des Musikbusiness sind die Versuche des Sängers, beispielsweise im Musical, Fuß zu fassen, recht umstritten. Als “Alfred” in “Tanz der Vampire” musste er sich von der Kritik darstellerische und gesangliche Defizite bescheinigen lassen - dass Klaws überhaupt beim Musical landen konnte, ist freilich nur ein Symptom der Misere des deutschsprachigen Musicals an sich. Ab einem gewissen Zeitpunkt jagte man insbesondere in Deutschland bei Open-Run-Produktionen jegliche künstlerische Vorbehalte über Bord und gesellte sich zum kulturellen Trash. Man schickte die Künstler in Megashows wie “Wetten, dass …” und erniedigte sie, indem man sie zu Playbacks anderer Künstler singen ließ, man loggte sich in triefend dümmliche Volksmusiksendungen ein und holte sich dann den Kapitän volkstümlicher Dümmlichkeit als “Tod” ins Theater - all das duldeten nicht nur Produzenten, Komponisten und Autoren, sondern, und somit wurden all diese Publicitystunts im Nachhinein gerechtfertigt, auch das Publikum. Musical an sich wurde spätestens ab da auf einer gewissen Ebene Trash, und wer nicht schon immer der Meinung war, dass Musicals nur für Vollkoffer unterhaltend sind, der war es nach all den Silbereisens auf jeden Fall. Von “Mamma Mia!” ausgehend startete man dann in Sachen Klon-Factory durch. Auf “Ich war noch niemals in New York” folgt “Ich will Spaß”, dem Verlangen nach Dümmlichkeiten kommt man mit “Der Schuh des Manitou” entgegen. Bald wird man es auf diese Weise nicht mal mehr in Volksmusiksendungen schaffen.

Zurück zu Alexander Klaws, der scheinbar erkannt hat, dass er im Musicalbereich aufgrund seiner Limitierungen nicht berühmt werden wird und nun eine neue Karriere ansteuert: Für die Sat.1-Telenovela “Anna und die Liebe” steht er als “Lars Hauschke” in Berlin vor der Kamera, gemeinsam mit Schauspielern/Starlets wie Jeanette Biedermann, Heike Jonca oder Mathieu Carrià¨re - und ist damit imagemäßig am unteren Ende der Entertainmentpyramide angelangt. Vielleicht hat er im Hinterkopf, dass eine solche Telenovela auch eine Titelmelodei benötigt, und das, ja das wäre vielleicht wieder eine Chance, in die Charts zu kommen, oder zumindest auf einen Fixplatz in den Hörercharts von Radio Burgenland.

Dabei hat Klaws mit “Was willst du noch?” eine CD im Rennen, die etwas unter ihrem Wert geschlagen wird. Man kennt das ja: Plattenkritiken sind oft was Ärgerliches. Wovon soll der Rezensent auch ausgehen als von seinem persönlichen Interesse. Legendär, die “We Will Rock You”-Cast-CD-Kritik in der österreichischen Tageszeitung KURIER anlässlich der Wien-Premiere des Queen-Musicals - also Jahre nach der Veröffentlichung der CD. Und natürlich war die KURIER-Kritik vernichtend. Keine Frage, Musical, das geht gar nicht. Da kann man in anderen Rubriken des Blattes noch so viele Features schalten, am Plattenkritiker wirst du scheitern.

Klaws zeigt sich auf seiner CD als guter Studiosänger, es gibt eigentlich keinen Grund, warum er nicht mit etwas besserem Songmaterial auch wieder einen Hit haben sollte. Was ihm und seinem Team allerdings dabei eingefallen ist mit “Zu spät zu früh” einen Song von Lukas Permans erster Solo-CD zu covern, wird eines jener Rätsel bleiben, die wir gar nicht lösen wollen. Das Lied war, gesungen von Lukas Perman, ein ganz guter CD-Track, aber ohne wirkliches Hitpotential. Es gibt also eigentlich keinen Grund, ausgerechnet dieses Lied noch einmal, und leider wesentlich schlechter produziert und nervend eintönig arrangiert, einzuspielen. Gibt es wirklich so wenig gute Songwriter im deutschsprachigen Raum?

Auf “Was willst du noch?” hören wir einerseits eine Ansammlung von Lyrics, die keinen Moment packen. Metaphern bis zum Erbrechen, keine Poesie, Reime, die mit Gewalt in Zeilen gezwängt scheinen. Am Tiefpunkt kommen wir bei “Ich erinner’ mich” an - einem völlig sinnfreien Song, der ungefähr so gebaut ist: ” Nur keine Reue, wer ist programmiert auf ewige Treue. Wir sind doch nie für immer monogam, denn unsere Herzen sind nicht so zahm […] Sie ist’ ne Tramperin schon immer und ewig. Und ich erinner mich so gern an dich, mein Herz ist frei - dein Herz ist frei - viel zu groß für nur zwei.” Das sind Texte, wie man sie in den 80ern von deutschen Schlagerschnulzern gewohnt war, insofern Retro-Nonsens schlimmster Art, Baukastengeschreibsel ohne Seele.

Was diese CD andererseits beweist, ist die stimmliche Ausdrucksarmut von Alexander Klaws. Mag sein, dass es gewollt war, dieselbe leicht melancholische Grundstimmung ein ganzes Album lang zu transportieren, viel eher aber könnte man glauben, dass der Sänger einfach derzeit nicht mehr drauf hat. Die Trübsinnigkeit beginnt spätestens nach dem dritten Lied zu irritieren, da packt nichts nachhaltig, Klaws berührt fast nie.

Und dann ist da doch ein Lied wie “Vor dir”, das zeigen könnte, was aus diesem Album hätte werden können. Es sind nicht unbedingt die Lyrics, die den Song interessant machen - aber wenn man aus dieser CD überhaupt ein Lied auskoppelt, der Song hätte es sein müssen. Und noch ein zweites Lied ist gelungen: “Schönes Leben” - ein wenig Rhythmus im langweiligen Tal der Trübsinnigkeit, auch “Es wird immer Liebe sein” ist von Melodie und Groove her nett, allerdings textmäßig nicht wirklich tragbar (”Du sagst, ich könnt jetzt gehen, du würdest mich verstehen, doch ich seh in dir die Titanic untergehen” - wie bitte?) - letztlich ist das alles jedoch leider zu wenig. Schade, aber vielleicht wird’s was mit der Telenovela-Titelmelodei.

USA: “South Pacific” stürmt Billboards Cast Album Charts / Mit “Passing Strange” ins digitale Cast-Album-Zeitalter

Passing StrangeImage via WikipediaDie 2008 Cast-CD des Rodgers & Hammerstein-Musicals “South Pacific” steht derzeit an der Spitze der Billboard Cast Album Charts, auf Nummer 59 der Top 200 Charts und auf Nummer 2 der Internet Sales Charts.

Das sieht beeindruckend aus, allerdings in tatsächlichen Absatzzahlen ausgedrückt bedeutet das: 9700 Einheiten (digital oder als Silberscheibe) des Tonträgers wurden in seiner ersten Woche im Verkauf abgesetzt.

Auf Rang 5 der Cast Album Charts: “A Catered Affair” mit 1500 verkauften Einheiten. Die Cast-CD von “Passing Strange” konnte 1250 Mal abgesetzt werden.

“Passing Strange” wird im Übrigen als jene “Cast-CD” in die Geschichte eingehen, die ein rein digitales Debüt gab. Um besonders schnell die große Nachfrage befriedigen zu können, die nach einem Mitschnitt dieser Show aufgrund diverser Nominierungen (unter anderem 7 Tony-Awards-Nominierungen) für verschiedene Musical-Preise besteht, brachte das Label Sh-K-Boom eine Liveaufnahme via iTunes Anfang Juni auf den Markt. Der physische Datenträger inklusive Booklet wird erst am 15. Juli 2008 in den Läden stehen.

Die Top Cast Albums der Woche
01 South Pacific (2008)
02 Jersey Boys
03 Wicked
04 Mamma Mia!
05 A Catered Affair
06 Passing Strange
07 The Little Mermaid
08 Legally Blonde
09 Spring Awakening
10 The Lion King
11. Avenue Q
12. Young Frankenstein
13. The Phantom of the Opera: Highlights
14. Monty Python’s Spamalot
15. Mary Poppins

Zemanta Pixie
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