Im Spätsommer, voraussichtlich vom 1. bis 3. September 2011, findet in Wien das Buskers, das erste Straßenmusikfestival statt.
Gedacht ist diese dreitägige Veranstaltung einerseits für noch unbekannte Künstler wie aber andererseits auch für professionelle Artisten. Eine fixe Gage gibt es bei einer Teilnahme nicht, verdienen kann man aber durch den Verkauf eigener CDs, DVDs oder sonstiger Artikel und natürlich mit Hutgeld.
Wer teilnehmen möchte, findet alle Informationen zum Festival auf der offiziellen Website –> hier.
Martin Bruny am Montag, den
13. Juni 2011 um 00:36 · gespeichert in Theater, Event-Tipps
28. Juli 2011
20:45
bis
22:45
Es war einer der legendärsten Wiener Theaterskandale, die Uraufführung von Peter Turrinis “Rozznjogd” 1971 am Wiener Volkstheater. Eine Uraufführung, die für den Autor den Durchbruch bedeutete.
Angesetzt war am Premierenabend ein Doppelpack an Aufregerstücken: Turrinis “Rozznjogd” als 1. Akt des Skandals, die deutschsprachige Erstaufführung von Willi Pevnys “Sprintorgasmik” als sozusagen 2. Akt des legendären Abends.
Nach Turrinis Stück hatte sich der Zuschauerraum des Wiener Volkstheaters schon sichtlich geleert, bei “Sprintorgasmik” aber kam es zu wilden Schreiduellen und Handgreiflichkeiten - ein Abbruch des Schauspielabends war unumgänglich.
Dieses prägende Erlebnis machte Peter Turrini und Willi Pevny zu Arbeitspartnern. Das Resultat: ein Stück Fernsehgeschichte: “Die Alpensaga”.
Wenn Peter Turrinis “Rozznjogd” 2011 im Kärntner Maria Saal aufgeführt wird, so kann man sicher sein, dass Schlägereien und Schreiduelle wohl ausbleiben. Was bleibt, ist ein Stück Theatergeschichte, ein auch heute noch fesselndes Theaterstück.
In Maria Saal ist die “Rozznjogd” von 28. bis 30. Juli und von 4. bis 6. August 2011 im TOFFhof/Gasthof zur Post zu sehen. Es spielen Sabine Kranzelbinder (Sie) und Markus Schöttl (Er). Die Regie hat Johannes Hanel übernommen, die Dramaturgie Markus Schöttl. Produktion & Technik: Stefan Schweiger. Bühne: Markus Schöttl und Johannes Hanel.
Rozznjogd
28./29./30. Juli 2011
4./5./6. August 2011
Beginn jeweils 20:45
TOFFhof – Gasthof zur Post
Haupstraße 1
9063 Maria Saal
Bei Schlechtwetter findet die Vorstellung im Gewölbe statt.
Kartenpreise: 18€|10€ (ermäßigt)
Tickets unter 04223/29079
sowie in Kürze bei allen Vorverkaufsstellen von Trigonale & Kultur.Raum.Dorf
Martin Bruny am Sonntag, den
12. Juni 2011 um 11:47 · gespeichert in Theater
Die Website “Theatre Monkey”, ein “Independent Inside Guide to London Theatre and Concert Venues”, bietet als einen Service detaillierte Beschreibungen, wie man in den einzelnen Londoner Theatern von bestimmten Sitzen aus sieht, hört, welchen Störfaktoren man ausgeliefert ist, welche Vorteile bestimmte Sitze bieten. “Best Seat Info” nennt sich die Rubrik, jeder Leser der Website, jeder Theaterbesucher ist eingeladen, durch seine eigenen Erlebnisse diese Datenbank der Eindrücke auszubauen.
Für Wiener Theater gibt es ein derartiges Projekt nicht. Ein Eindruck von einem Besuch des Musicals “Tanz der Vampire” gestern Abend, Wien, Ronacher: Platz 1, Loge 29, 1. Rang. Kategorie 3, Preis: 89 Euro. Soundmäßig ist dieser Sitz bestenfalls, aber wirklich bestenfalls Kategorie 5. Man versteht schwer, was auf der Bühne gesprochen wird, die Gesangsparts kommen sehr leise im Soundbrei zum Teil gebrochen an, extrem viele Bässe, kaum Höhen, man hat den Eindruck, dass man sich das akustische Erlebnis selbst mühsam zusammenstückeln muss. Das macht das Erlebnis ziemlich anstrengend. Sicht: bestenfalls Kategorie 4, ein Großteil des rechten Bühnenbereichs ist nicht einsehbar. Der Vorteil des Sitzes: Man ist nah am Geschehen dran und hat freie Sicht auf den Dirigenten, wenn man das möchte. Fazit: Kategorie 3 dürfte der Platz nie und nimmer sein. Eine Abstufung auf Kategorie 4 wäre notwendig. Im Musiktheater sollte man Musik auch halbwegs hören und genießen können.
Martin Bruny am Dienstag, den
7. Juni 2011 um 11:12 · gespeichert in Netz, Theater
“Spielplan Deutschland” - hinter diesem Namen verbergen sich zwei ganz unterschiedliche, aber doch eng verbundene Projekte.
Eines davon ist rein webbasiert und möchte als Recherchewerkzeug allen am Theater Deutschlands Interessierten einen Überblick über die Spielpläne der staatlichen Theater (private Theater sind ausgeklammert) bieten. Auf einer kulturellen Landkarte findet man die Visualisierung der Spielpläne aller deutschen staatlichen Theater - so ist leicht erkennbar, welche Stücke an einem bestimmten Tag in welchen Theatern auf dem Spielplan stehen.
“Spielplan Deutschland” ist aber auch eine Bühnenveranstaltung, die seit 2007 in jährlich neuen Folgen herauskommt. Diese Show besteht aus:
1. Ausschnitten aus den Spielzeitheften der Theater – meist aus den Vorworten
2. Zitaten aus den tagesaktuell laufenden Stücken der Theater oder aus den Premierenstücken der Theater
3. Auffindungen aus der allgemeinen Recherche zum Zustand der deutschen Theaterlandschaft
Das Konzept der Show:
Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Theater und alle Stücke, die an diesem Abend in den Theatern öffentlicher Trägerschaft zwischen Aachen und Zittau zu sehen sind, werden Ihnen gezeigt. Schauspieler und Musiker springen von Genre zu Genre, Stadt zu Stadt, Inszenierung zu Inszenierung. Die ganze prächtige Gemengelage zwischen Klassikern, Uraufführungen, Liederabenden, Bürgerbühnen und Kassenschlagern wird tagesaktuell präsentiert: eine kulturelle Roadmap in schnellen Schnitten, Bruchstücken, Überblendungen – Wahnsinn eben.
Die nächsten Spieltermine der Show “Spielplan Deutschland”:
28., 29. Oktober 2011: Theaterdiscounter Berlin
4., 5. November 2011: Landungsbrücken Frankfurt
19. November 2011: Volkstheater Rostock
30. November, 1. Dezember 2011: Schaubühne Lindenfels in Leipzig
9., 10. Dezember 2011: Schauspielhaus Hamburg
Martin Bruny am Samstag, den
4. Juni 2011 um 14:35 · gespeichert in Theater, Event-Tipps
23. Juni 2011
19:30
bis
21:30
19:30
bis
21:30
Mit seiner eigenen Bearbeitung von Haydns »Schöpfung« gastiert der Grazer Skating Amadeus Chor im Rahmen des zweiten Schülertheatertreffens am Wiener Burgtheater.
Gegründet wurde der Chor vor zehn Jahren von Marguerite Dunitz-Scheer und Michael Schilhan, dem Intendanten des Grazer Jugendtheaters “Next Liberty”. Seither bringt der Chor alle zwei Jahre eine Oper für ein junges Publikum in Graz auf die Bühne.
Als eine von sieben Schülertheatergruppen wurde der Skating Amadeus Chor 2011 vom Leitungsteam der Jungen Burg für das heuer zum zweiten Mal stattfindende Schülertheatertreffen ausgewählt.
“Die Schöpfung” in der Version des Grazer Chors ist am 23. Juni ab 19:30 Uhr im Kasino am Schwarzenbergplatz zu sehen. Tickets zum Preis von 12 Euro sind bereits erhältlich (freie Platzwahl).
Martin Bruny am Freitag, den
3. Juni 2011 um 00:48 · gespeichert in Theater, Event-Tipps
11. Juni 2011
20:00
bis
22:00
Ken Davenports Off-Broadway-Hit “Mein erstes Mal”, der mit wahrhaftig erlebten Geschichten intime Premieren nackter Körper entlarvt, ist in Wien gelandet, als Produktion von werktreu5.
Als etwas Außergewöhnliches angekündigt, wird es nicht selten ein Flop: Das “erste Mal« als Akt zwischen wunderschön, aufregend, unbeschreiblich und peinlich, absurd, schmerzhaft, ungewollt und weniger süß.
Anregung zu dem Stück fand Davenport durch die Website MYFIRSTTIME.com. 1996 von Peter Foldy und Craig Stuart gegründet, haben im Laufe der Jahre dort tausende Menschen ihr ganz persönliches erstes Mal geschildert – von falschen Erwartungen, emotionalen und körperlichen Niederlagen, romantischen Hochgefühlen, fantasievollen Begegnungen bis hin zur gewaltsamen Entjungferung.
Vier Darsteller wühlen sich durch die Betten fremder Geschichten, die auf der Website zu finden sind. Die Web-2.0-Generation wird auf der Theaterbühne reflektiert.
Darsteller
Sabine Kranzelbinder, Michaela Mock, Markus Pol und Markus Schöttl
Leading Team
Regie: Stephan Wapenhans/Michaela Mock
Vorstellungen
Premiere: 08. Juni 2011 um 20.00 Uhr im 3raum-Anatomietheater Wien
Weitere Termine: 9., 10. und 11. Juni 2011
Martin Bruny am Donnerstag, den
2. Juni 2011 um 17:28 · gespeichert in Theater
Wir schreiben das Jahr 1983. Unterrichtsminister Helmut Zilk beschäftigt sich mit dem Wiener Burgtheater. Auf seiner Agenda steht das sogenannte “Vorhangverbot”, ein “Verbot”, das zum damaligen Zeitpunkt bereits 200 Jahre lang seine Gültigkeit besaß.
1778 erließ Joseph II. ein Statut über das “Verhalten der Mitglieder” des in eben jener Zeit gerade zum Nationaltheater erhobenen Wiener Burgtheaters, mit dem Inhalt …
… daß keiner der Mitglieder, wenn ihm Beifall gespendet wird, während des Actes oder nach demselben noch einmal erscheinen dürfe, um sich zu bedanken, weil dadurch der Eindruck der darzustellenden Handlung gestört würde …
Vor den Vorhang zur Verbeugung durften nur Gäste und Debütanten (bei ihren ersten drei Rollen), nicht aber die Ensemblemitglieder.
Den Schauspielern war das teilweise durchaus recht. Werner Kraus etwa meinte:
Dieses Hausgesetz mit Nicht-verbeugen-Müssen oder –Dürfen, das fand ich so himmlisch, weil es schändlich ist und die größte Prostitution für einen ernsten Schauspieler, wenn er zum Beispiel als toter König Lear aufstehen und sich verbeugen muß. Das fand ich nach wie vor schrecklich, obwohl es natürlich Schauspieler innerhalb des Theaters gibt, die gern das Hausgesetz aufgehoben hätten. Aber das wäre ein Untergang, denn da käme dann die Claque wie in der Oper.
Um 1800 war Applaus als solcher umstritten. So kann man im “Theater-Kalender” von 1792 nachlesen:
Es ist wahr: das Klatschen hat die Menge der Schauspieler hervorgetrommelt, das Klatschen hat die Unternehmer in Schulden gebracht, das Klatschen hat die Schauspieler verdorben und aus manchem bescheidnen Gliede, welches, in Mißtrauen auf sein Talent, fleißig gearbeitet hat, einen unbesonnenen Verschwender und Prinzipalenplage gemacht, das Klatschen hat zu Ausschweifungen veranlaßt, das Klatschen hat alle Theaterintriken verursacht, das Klatschen hat alle Sitten verdorben und das Theater herabgebracht.
Mehr zur Geschichte des Beifalls hat Alexander Lechner in seiner Diplomarbeit “Applaus. Publikumskundgebungen vom Affekt zur Konvention. Fragmentarische theaterhistorische Untersuchung des Beifalls” zusammengetragen. [Download]
Vom 28. bis 30. Juni 2011 bringt das Theater Nestroyplatz/Hamakom die cross-over Lese-Performance “Neurotic Lounge”.
Juliane Gruner, Jaschka Lämmert, Lucy McEvil, Eduard Wildner und andere lesen Texte amerikanischer jüdischer Autoren wie Philip Roth, Woody Allen, Isaac Bashevis Singer, Maxim Biller, Melvin Jules Bukiet über das Thema Sex.
Es geht um amerikanische, urbane Wirklichkeiten in Slums und sozialen Ghettos oder bekannteren New Yorker Lebenswelten. Die Geschichten beschreiben innere Einsamkeiten wie furiose sinnliche Versuche, aus diesen auszubrechen. Sie erzählen aber auch (einfach) von der »Lust« als Möglichkeit, sich von seiner Subjektivität zu befreien und die eigene Individualität wiederzufinden.
Die Geschichten sind stilistisch genauso heterogen wie die soziale Prägung ihrer Protagonisten: Vom »Stedtlbewohner« zum »Stadtneurotiker«, im Spannungsfeld religiöser Tradition, die behindert wie auch beflügelt. Von jüdischen Klischees wie Klischees über Juden. Von der unanständigen »Rückführung« eines Beschneidungsrituals als moderne Selbstfindung, einem chassidischen, schizophrenen Elvis Presley, von einem schamlosen freien Inzestverhältnis eines Geschwisterpaares in kleinbürgerlichen Milieus mitten in Brooklyn.
»Neurotic Lounge« versucht der inhaltlichen und stilistischen Heterogenität dieser Geschichten formal gerecht zu werden und überlässt es dem Zuschauer wie viel »jüdische Textur« er darin entdecken mag.
»Sex ist, wie die Religion, eine versöhnliche Macht, die soziale Ungerechtigkeit ausgleicht. In beiden seiner sinnlichen und fortzeugenden Prozesse schafft der menschliche Verkehr (in beiden seiner großartigsten Verkörperungen: nämlich Ficken und Schreiben) eine Entschädigung dieser Welt für Verlust, Mangel und, vor allem, Sterblichkeit. Sex und Geschichtenerzählen sind die Gaben, die aus einem Schneider einen König, aus einer Näherin eine Königin machen. Das Laken ist, wie das Blatt des Schriftstellers, ein sauberer, weißer Thron, der allen zugänglich und, weil jedes Geschenk seinen Preis hat, auch für alle gefährlich ist.« [Melvin Jules Bukiet, Autor der Anthologie »Neurotica. Jewish writers on sex.«]
Neurotic Lounge
Eine cross-over Lese-Performance amerikanischer jüdischer Autoren über Sex. Spieltermine: 28., 29. und 30. Juni 2011, jeweils 21.00 Uhr
Inszenierung: Frederic Lion
Mit: Juliane Gruner, Jaschka Lämmert, Lucy McEvil, Eduard Wildner u.a.
Raum: Andreas Braito
Live-DJ: Sweet Susie