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Archiv - Theater

London, 2010: Premiere für “Anna Nicole Smith: The Opera”

Die Macher des Musicals “Jerry Springer: The Opera” haben sich ein neues Thema ausgeknobelt, das publicitytauglich ist: das Leben von Anna Nicole Smith. Richard Thomas und Mark-Anthony Turnage schreiben das Libretto für die Show, die in Londons Royal Opera House 2010 zur Aufführung kommen wird.

In “Anna Nicole Smith: The Opera” dreht sich alles um das tragische Schicksal der Schauspielerin und ehemaligen Stripperin, die vor einem Jahr an einer Überdosis gestorben ist, oder um es marketingtauglich zu formulieren: das Ganze ist “a classic American tale about celebrity, which was intrinsically operatic”. Richard Thomas:

It’s an incredible story. It’s very operatic and sad. She was quite a smart lady with the tragic flaw that she could not seem to get through life without a vat of prescription drugs. For me, (the story) ends when she does. It’s an American story. I love American culture. Especially for the opera, the stories seem to work on a grander more epic scale.

Kai Peterson & Artur Ortens: “Die Zoogeschichte” im Schubert-Theater

Am 1. April 2008 findet im Wiener Schubert-Theater die Premiere von Edward Albees Erstlingswerk “Die Zoogeschichte” statt. Kai Peterson (”Freudiana”, “Elisabeth”, “Blondel”, “Romeo & Julia”, “Rebecca”) und Artur Ortens (»Frühlings Erwachen« und »Jesus Christ Superstar« in Bad Hersfeld, “Bonifatius” in Fulda, “Cabaret” in Graz) spielen Peter und Jerry. Die beiden begegnen einander in einem Park, kommen ins Gespräch … und eine nette Plauderei nimmt ein schreckliches Ende.
Peter ist wohlhabend, mit beschränkter Phantasie, lebt abgekapselt von der gesellschaftlichen Umwelt und ist mit allem zufrieden. Jerry besitzt zwar nichts, befindet sich aber in der gleichen - von ihm ungewollten - Isolation von menschlichen Kontakten. Alle sind wie Tiere in Käfige eingesperrt und getrennten Lebensbereichen zugeordnet. Um Peter zum Verständnis für die Notwendigkeit zwischenmenschlicher Kontakte zu veranlassen, provoziert Jerry ihn und vollzieht am Ende eine scheinbar völlig sinnlose und unmotivierte Handlung. Diese aber stellt letztendlich einen deutlichen Kontakt her, und sei es auch nur durch das Band der Schuld. Peter ist somit aus seiner Lethargie und Vereinzelung herauskatapultiert worden, er kann nicht mehr der alte sein.

Edward Albee: Die Zoogeschichte

Besetzung
Artur Ortens (Jerry)
Kai Peterson (Peter)

Leading Team
Regie: Reinfried Schieszler
Bühne/Kostüme: Stefan Koch
Musik: Martin Marek
Lichtdesign: Sabine Wiesenbauer
Produktionsleitung: Isabella Lotschak

Premiere: Dienstag, 1. April 2008, 20.00 Uhr
weitere Aufführungen: 2. bis 6. April 2008, jeweils 20.00 Uhr
Tickets: Wien-Ticket

“erinnern für die zukunft” - Ein Projekt zum Gedächtnis an die Mariahilfer Opfer des NS-Terrors

Den vielen hunderten Menschen, die während der nationalsozialistischen Diktatur aus dem Wiener Bezirk Mariahilf deportiert und ermordet wurden, soll durch das Projekt “erinnern für die Zukunft” ein ehrendes Andenken bewahrt werden. Ein breit gefächertes Kulturprogramm mit Informations- und Diskussionsveranstaltungen beschäftigt sich mit der Bedeutung der historischen Ereignisse auch für die Gegenwart und die Zukunft.

Eine Auflistung aller Programmpunkte findet man im Veranstaltungskalender der Website zum Projekt, ein paar Events seien an dieser Stelle hervorgehoben:

11. März 2008, 19 Uhr, Wien-Energie-Haus
Premiere des Tanztheaterstücks “REMEMBER” von Carousel Theater. Es tanzen: Nina Crobath, Ana Ruth Sà¡nchez Martà­nez, Lena Kraus, Daniel Feik und Szabi Becker. Choreografie und Musik: Walter Baco. Kostüme: Petra Simon & Katharina Braunschmidt in Zusammenarbeit mit der Modeschule für Design. www.baco.at; Eintritt frei, Kartenreservierung wegen begrenzter Platzzahl erforderlich!

2. April 2008, 18 Uhr, Volkshochschule Wien West
Das Raimundtheater 1938 - “… ein Theater zur Pflege der bodenständigen Bühnenkunst”: Vortrag von Dr. Edda Fuhrich

16. April 2008, 18 Uhr, Volkshochschule Wien West
Das Theater an der Wien in der Direktion Arthur Hellmer, 1936-1938: Vortrag von Dr. Angela Heide

KosmosTheater Wien: “Die Göttinnen in Dezenz ist Schwäche”

Foto: © Bernd König; Lilly Kugler und Petra KreuzerAb 1. April 2008 steht im Wiener KosmosTheater «Die Göttinnen in Dezenz ist Schwäche”, ein musikalischer Comedyabend von und mit Lilly Kugler und Petra Kreuzer, auf dem Programm.

In «Die Göttinnen in Dezenz ist Schwäche” dreht sich alles um Venus und Athene. Sie sind die letzten der griechischen Göttinnen, die noch am Olymp weilen - alle anderen sind ausgeflogen, um auf der Erde unter den Menschen zu wandeln. So müssen Venus und Athene dafür sorgen, dass die Dinge auf der Erde nicht aus dem Gleichgewicht geraten. Sie machen Stars, erfinden Fernsehshows und retten Menschen. Bis, ja, bis zu dem Zeitpunkt, an dem etwas Unvorhergesehenes passiert. Ihre Waschmaschine geht kaputt und beide stehen plötzlich vor einem schier unlösbaren Problem.

In ihrem Programm interpretieren Lilly Kugler und Petra Kreuzer, seit Jahren ein gut eingespieltes Team, Hits, Chansons und Wiener Lieder von ABBA und Hugo Wiener über Johann Strauss bis hin zu Robbie Williams.

KosmosTheater Wien: Lilly Kugler und Petra Kreuzer - «Die Göttinnen in Dezenz ist Schwäche”
Premiere: 1. April 2008
Weitere Vorstellungen: 2. bis 5. April 2008
Beginn: 20:30 Uhr
Eintritt: EUR 13,- / erm. EUR 11.-
Tickets: KosmosTheater, Siebensterngasse 42, 1070 Wien, Telefon: 01/523 12 26

Wiener Volksoper weiter auf Erfolgskurs

Die Wiener Volksoper unter der Direktion Robert Meyer setzt ihren Erfolgskurs fort. Sowohl die Sitzplatzauslastung von 82,94 Prozent als auch die Einnahmen und Besucherzahlen erreichten im Januar 2008 den höchsten Wert seit der Ausgliederung 1999.

Die nächste Premiere an der Volksoper gilt der Operette »Das Land des Lächelns« (Dirigent: Sascha Goetzel, Regie: Beverly Blankenship).

Was wurde aus den “Musical! Die Show”-Stars? (Teil 1): “König und König” mit Alexander Donesch

Alexander DoneschWas machen die Teilnehmer von “Musical! Die Show” nach all dem TV-Rummel?

Nehmen wir zum Beispiel Alexander Donesch. Donesch ist ab 6. Februar 2008 im “Dschungel Wien” engagiert. An der Seite von Tania Golden, Jan Hutter, Eduard Wildner, Karoline Gans, Doris Warasin und Vera Schmidt spielt er in der Uraufführung “König und König”, einem Schauspiel mit Revue und Message nach einem Bilderbuch von Linda de Haan und Stern Nijland, das im Rahmen des Kinderprogramms (ab 6 Jahren) des “Dschungel Wien” gezeigt wird.

Inhalt

Im Schloss des fernen Landes Traumistan leben eine alte Königin, ein junger Kronprinz, ein Kammerdiener und eine Hofkatze einträchtig zusammen. Nach den vielen Jahren des Regierens ist die Königin Linda arbeitsmüde und möchte sich in den Ruhestand begeben. Sie beschließt auf Anraten ihres Dieners, dass ihr Sohn Prinz Stern heiraten soll, um ihre Nachfolge antreten zu können. Es bedarf einiger Überredungskunst, aber schließlich werden doch alle unverheirateten Prinzessinnen der Welt eingeladen.
Diese präsentieren sich dem Königssohn in einer bunten Revue mit Liedern, Tänzen, Kunststücken und Akrobatik. Das Herz des Prinzen kann sich jedoch für keine der Damen erwärmen. Die letzte Prinzessin aber kommt in Begleitung ihres Bruders und endlich schlägt bei Prinz Stern der Blitz ein. Er bekommt rote Ohren und Herzsausen: er hat sich verliebt! In den Bruder.
Glücklicherweise wird seine Zuneigung auch noch erwidert und so kann es zum royalen Happy End kommen.
Große Freude in Traumistan! Sofort werden Nägel mit Köpfen gemacht. Ein großes Hochzeitsfest wird zu Ehren der beiden jungen Prinzen ausgerichtet und das königliche Publikum ist eingeladen, als Gäste auf das Wohl des frisch vermählten Paares anzustoßen, beim Hochzeitstanz mitzumachen und eine fröhliche Party zu feiern.

Der Besuch von »König und König« erlaubt es Kindern, Akzeptanz für vermeintliches Anderssein zu üben und setzt ein deutliches Zeichen gegen Homophobie. Um nach der Vorstellung die Fragen, die bei diesem Stoff aufkommen können, kindgerecht zu beantworten, werden eine/n VertreterIn des Ensembles bzw. eine/n MitarbeiterIn der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen anwesend sein, um das Gesehene und Erlebte, gerne auch mit Eltern und anderen interessierten Personen, zu reflektieren.

Leading Team/Cast

VON: Alexander Gruber / NACH EINEM BILDERBUCH VON: Linda de Haan, Stern Nijland / REGIE: Barbara Loibnegger / KÜNSTLERISCHE BETREUUNG: Helmut Berger / KÜNSTLERISCHE BETREUUNG KOSTÜM: Birgit Hutter / KOSTÜM: Anna Sonner & Veronika Kerbl (Modeschule Hetzendorf) / KOSTÜMASSISTENZ: Birgit Moser / BÜHNE: Benedikt Fischer & Helmut Berger / LICHTDESIGN: Theresia Hausner / CHOREOGRAPHIE: Marcus Tesch / PRODUKTION: Alexandra Hutter / MASKE: Anna Jäger / REGIEASSISTENZ: Barbara Schenter / DRAMATURGIEASSISTENZ: Mareike Luca / DARSTELLERiNNEN: Tania Golden / Alexander Donesch / Jan Hutter / Eduard Wildner / Karoline Gans / Doris Warasin, Vera Schmidt /

Termine
Do. 07. Feb. 10:30 + 16:30 / Fr. 08. Feb. 10:30 + 16:30 / Sa. 09. Feb. 16:30 + 19:30 / So. 10. Feb. 16:30 / Di. 19. Feb. 10:30 + 14:30 / Mi. 20. Feb. 10:30

Kammerspiele Wien: Premiere für das swingende “weiße Rössl”

Im weißen Rössl
Am 8. November 1930 ging im Großen Schauspielhaus von Berlin die Premiere eines Singspiels mit dem Namen “Im weißen Rössl” über die Bühne. Ralph Benatzky (Musik), Robert Gilet (Musik, Gesangstexte), Bruno Granichstaedten (Musik), Robert Stolz (Musik), Hans Müller (Buch) und Erik Charell (Buch) schrieben, basierend auf dem gleichnamigen Lustspiel von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg, ein feines Stück Musiktheater in drei Akten mit Evergreens wie “Es muss was Wunderbares sein, von dir geliebt zu werden”, “Zuschau’n kann i net” oder “Was kann der Sigismund dafür”. “Im weißen Rössl” trat schon bald seinen Siegeszug in der ganzen Welt an (Londoner Uraufführung 1931, Österreichiche Erstaufführung in Wien 1931, New York-Premiere 1936), es wurde 1935, 1952 und 1960 verfilmt - und ist heute vor allem als biedere Operette bekannt.

Im weißen Rössl

Egal ob Schwank, Operette oder Revue, Werner Sobotka möchte in seiner Inszenierung dem “weißen Rössl” eine neue Deutung verpassen und eine Art swingende “Piefke-Saga” auf die Bühne der Wiener Kammerspiele bringen - eine moderne »Rössl« Interpretation: intelligente Unterhaltung, respektlos und voll Glamour, Jazz, Dekadenz und ironisch gebrochener Nostalgie.

Die Rösslwirtin Josepha spielt Eva Maria Marold, als ihr Zahlkellner Leopold gibt sich Viktor Gernot die Ehre. Weiters mit dabei: Ruth Brauer-Kvam, Caroline Vasicek, Boris Eder, Christian Futterknecht, Martin Niedermair, Toni Slama, Kurt Sobotka und viele andere.

Die Premiere findet am 7. Februar um 20.00 Uhr in den Wiener Kammerspielen statt.

International Theatre Vienna: “A Christmas Carol”

A Christmas Carol1985, also vor 23 Jahren,
- programmierte Alexey Pajitnov das Computerspiel Tetris;
- siegte Boris Becker als erster Deutscher und (mit 17 Jahren) jüngster Tennisspieler aller Zeiten beim Grand Slam-Turnier von Wimbledon;
- wurden die beiden Formel-1-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg sowie Daniel Küblböck geboren;
- startete in der Bundesrepublik Deutschland mit “Sat 1″ das erste private Satelliten-Fernsehprogramm;

und in Wien feierte “A Christmas Carol” in der Inszenierung des International Theatre Premiere.

Gegründet wurde das International Theatre Vienna 1974 von Marilyn Close und William Wallace, die erste Vorstellung des Theaterunternehmens fand im November 1974 in Graz statt. Man gab Noel Cowards “Blithe Spirit”. Einige Jahre zog das International Theatre Vienna als Tourneetheater durch die Lande, bis man 1980 in der Porzellangasse 8 geeignete Räumlichkeiten fand. Am 14. Januar 1980 ging mit Paul Zindels “The Effect of Gamma-Rays On Man-In-The-Moon Marigolds” die erste Vorstellung im neuen Haus des Vienna International Theatre über die Bühne. Bis heute hat das Theaterunternehmen rund 150 Stücke zur Aufführung gebracht, darunter auch Musicals wie “Into the Woods” oder “You’re a good man, Charlie Brown” - und seit 23 Jahren alljährlich: “A Christmas Carol”, von Charles Dickens.

Seit 1990 bespielt das International Theatre zusätzlich ein Kellergewölbe der Servitenkirche, ein paar Gehminuten vom Haupthaus entfernt. Rund 400 Quadratmeter ist “The Fundus” groß, ab 1994 gingen die “A Christmas Carol”-Vorstellungen hier, unter der Erde, über die “Bühne”.

“A Christmas Carol” hat sich in Wien längst zur Weihnachts-Institution entwickelt. Manche sehen die Show als Schüler im Rahmen einer “Exkursion” im Fundus und kommen dann Jahre später wieder. Es gibt auch Besucher, die sich alljährlich, ähnlich wie mit “Dinner for One” zu Silvester, in eine bestimmte Stimmung versetzen lassen wollen und “A Christmas Carol” bereits viele Male erlebt haben. Es ist fast eine Art “gemeinsames Älterwerden” dann, auch wenn nicht alle Schauspieler viele Jahre am International Theatre bleiben.

Im Fundus gibt es keine Bühne im traditionellen Sinn, in einem Halbkreis rund um einen gedachten Bühnenbereich werden Stühle aufgestellt. Rund 70 Besucher finden Platz und erleben hautnah die Geschichte von Ebenezer Scrooge, einem alten grantigen Geizhals, der in einer einzigen Nacht zunächst Besuch von seinem verstorbenen Teilhaber Jacob Marley und dann von drei weiteren Geistern erhält, die ihm schließlich dazu verhelfen, sein Leben zu ändern. 1843 veröffentlichte Dickens seine sozialkritische Erzählung, seit 1901 wurde “A Christmas Carol” viele Male verfilmt. 2009 soll ein 3D-Film mit Jim Carrey in die Kinos kommen. Robert Zemeckis wird bei dieser Produktion Regie führen. Im Fundus zeigt man eine von Jack Babb dramatisierte Version. Den Text dazu können sich beispielsweise Lehrer, die ihre Schüler auf das Stück vorbereiten wollen, von der Website des International Theatre downloaden. Selten ist man als Zuschauer näher am Geschehen dran, die Schauspieler sind im Fundus buchstäblich in Griffweite, und umgekehrt. Das gibt der Aufführung durchaus eine eigene, intime Note. Geht man die Stufen ins Gewölbe hinunter, ist es, als würde man in eine eigene Welt und Zeit abtauchen. Wer immer ein Faible hat für die englische Sprache und englisches Theater, ist bei “A Christmas Carol” im Fundus gut aufgehoben. Wer sich partout nicht in Weihnachtsstimmung versetzen kann, ab in den Fundus, nichtmal Ebenezer Scrooge könnte da hart bleiben.

A CHRISTMAS CAROL by Charles Dickens
The Fundus, November 19 to December 29, 2007
Mondays through Saturdays
All performances start at 7.30 pm.
Adapted by Jack Babb

Directed by Jack Babb
Stage Manager: Cheryl Carabelli
Lights and Sound: Cheryl Carabelli
Costumes: Gloria Sattà©l and Laura Mitchell
Properties: Laura Mitchell
Technical Director: Eric Lomas

With:
Kevin Brock (Ebenezer Scrooge)
Eric Lomas (Fred, Scrooge as a young man, Peter Cratchit, child)
Jack Babb (Narrator, Bob Cratchit, Topper)
Marilyn Close (Lady doing charitable work, Mrs. Fezziwig, Mrs. Dilber, Ghost of Christmas Present)
Laura Mitchell (Lady doing charitable work, Ghost of Christmas Past, Mrs. Cratchit, A Confused Guest)
Roxanne Carless (Narrator, A Girl Singing Christmas Carols, Belle, Martha Cratchit, Fred’s Sister in Law)
Gene De Wild (Ghost Of Jacob Marley, Mr. Fezziwig, A Lamplighter, Ghost Of Christmas Future)
Amanda Wilkins (Narrator, Fan, Tiny Tim, Fred’s Wife, Child)

International Theatre
Porzellangasse 8/Ecke Müllnergasse
1090 Wien
office@internationaltheatre.at
www.internationaltheatre.at

The Fundus
Müllnergasse 6A
1090 Wien

Karten: 01/319 62 72 oder
an der Tageskassa (Mo - Fr von 11.00-15.00)
Normalpreise: € 20.- bis 24.-
Preis für Schüler, Studenten (-26), Senioren (ab 60/65): € 14.-

Theater der Jugend veranstaltet Festsymposion anlässlich seines 75-jährigen Jubiläums

“Theater der Jugend. Neue Wege”, das ist der Titel des Festsymposions anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Theaters der Jugend, das am 27. und 28. November 2007 im Theater im Zentrum stattfindet. Es handelt sich dabei um eine Veranstaltung des Theaters der Jugend (TdJ) und des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien (TFM).

Neben einer theaterhistorischen Auseinendersetzung - der Dokumentation und kritischen Reflexion der Geschichte des größten europäischen Kinder- und Jugendtheaters -, werden in drei Gesprächsrunden gegenwärtige Positionen des Kinder- und Jugendtheaters im deutschsprachigen Raum aus den Blickwinkeln von Theaterkritikern, Autoren und Intendanten diskutiert. Damit soll den Teilnehmern Einblick in die praktischen wie wissenschaftlichen Positionsbestimmungen und Diskurse geboten werden und diese in Diskussionen weiterreflektiert werden. Die Beiträge werden publiziert.
Der Eintritt zu den Vorträgen und Diskussionsrunden ist frei.

Dienstag, 27.11. (Theater im Zentrum)

9.00–11.30 Uhr (Moderation: Stefan Hulfeld (TFM))
Edda Fuhrich (ehem. TFM): Das Renaissancetheater, eine Probebühne der Moderne?
Birgit Peter (TFM): Die Gründungsjahre des TdJ 1932-1938
Markus Felkel (TdJ): Von der Revuebühne »Moulin Rouge« zum Theater im Zentrum

11.30–12.15 Uhr Mittagspause

12.15–13.30 Uhr (Moderation: Julia Danielczyk (Wienbibliothek))
Veronika Zangl (Universität Wien): »Neue Wege« nach 1945
Daniela Strigl (Wien): Österreichische Literatur und »Neue Wege«

13.40–15.00 Uhr (Moderation: Monika Meister (TFM))
Gerald M. Bauer (TdJ): Aufbrüche/Umbrüche. Kinder und Jugendtheater nach 1968
Wolfgang Greisenegger (TFM): Die Ära Urbach

Mittwoch, 28.11. (Theater im Zentrum)

10.00–11.30 Uhr (Moderation: Gerald M. Bauer (TdJ))
Harald Volker Sommer (TdJ): Theaterpädagogik
Marlene Schneider (TdJ): Romanadaptionen für die Bühne
Das gegenwärtige Theater der Jugend (Arbeitstitel) – Ein Film von Sebastian Hellinger

11.30–13.00 Uhr: Mittagspause

13.00–14.00 Uhr (Moderation: Heidi Lexe (Stube Wien) angefragt)
»Nur für Kinder ?« – Diskussionsrunde der Autoren
- Neue Wege: In welche Richtung steuert das Kinder- und Jugendtheater?
- Wo liegen die Unterschiede im Schreiben für Kinder und Erwachsene?
Es diskutieren: Andri Beyeler (Schweiz); Ulrich Hub (Deutschland); Lutz Hübner (Deutschland); Kristo Sagor (Deutschland); Volker Schmidt (Österreich); Franziska Steiof (Deutschland); Nick Wood (Großbritannien)

14.30–15.30 Uhr (Moderation: Birgit Peter (TFM))
»Neue Wege für das Kinder- und Jugendtheater?« – Diskussionsrunde der Intendanten
- Neue Wege im Kinder- und Jugendtheater: Wege und Perspektiven in Ihrem Theater für Kinder und Jugendliche?
- Gibt es eine historische Tradition, in der Sie ihr Haus positioniert sehen wollen?
Es diskutieren: Stefan Fischer-Fels (Junges Schauspielhaus Düsseldorf); Heidelinde Leutgöb (junges schauspielhannover); Volker Ludwig (GRIPS Theater Berlin); Henry Mason (u\hof Linz); George Podt (SchauBurg am Elisabethplatz, München); Stephan Rabl (Dschungel Wien); Michael Schilhan (Next Liberty Graz); Klaus Schumacher (Deutsches Schauspielhaus Hamburg)

16.00–17.00 Uhr (Moderation: N. N.)
»Kinder lesen keine Kritiken!« – Diskussionsrunde der Kritiker
- Welchen Platz hat die Kinder- und Jugendtheaterkritik in Ihrem Medium?
- Was sind die Kriterien der Beurteilung? Wer ist der Adressat Ihrer Rezensionen?
Es diskutieren: Lona Chernel (Wiener Zeitung); Thomas Gabler (Kronenzeitung); Peter Jarolin (Kurier); Hedwig Kainberger (Salzburger Nachrichten); Norbert Mayer (Presse); Harald Müller (Theater der Zeit); Ronald Pohl (Standard); Heinz Sichrovsky (News)

Klaus Bachler: “Ich mach’ doch nicht ‘Romeo und Julia’ als Eisrevue oder Musical!”

Eine ganze Seite ist in der Kurier-Ausgabe von heute (7. Oktober) einem Interview mit Burgtheater-Direktor Klaus Bachler gewidmet. Eine Seite, die er großteils dafür nützen darf, zu den verheerenden Kritiken der “Romeo und Julia”-Premiere an der Wiener Burg Stellung zu nehmen. In der Online-Ausgabe des Kurier wird man das Interview vergeblich suchen, denn auch der Kurier ist eines jener Medien, die es vorgezogen haben, kulturlos online zu gehen. Im Folgenden Ausschnitte aus dem Interview:

Kurier: Warum ist es passiert?
Bachler: Weil “Romeo und Julia” einzigartig ist. Die Liebesgeschichte der abendländischen Kultur. Jeder, der das sieht, fühlt sich persönlich gemeint. Jeder will seine kleine Liebe im kleinen Leben groß sehen. Und was haben die Menschen im Kopf? Meist nicht Shakespeare, sondern alles von Zeffirelli bis zum Lehrer am Theresianum. Ich finde die Aufführung theatralisch-ästhetisch sehr offen und angreifbar - inhaltlich finde ich sie überhaupt nicht angreifbar. Aber um das zu bemerken, müsste man sich sich wirklich mit dem Stück auseinandersetzen. Wenn ich jetzt lese, diese Aufführung sei ein “Tiefpunkt”, dann muss ich schon sagen: Der Tiefpunkt im Theater ist der Schlafsaal, niemals die Aufregung.

Kurier:
Aber es gibt doch konkrete handwerkliche Einwände gegen diese Aufführung, die Qualität des Schauspiels …
Bachler: Ich finde die Auseinandersetzung damit äußerst oberflächlich. Wenn das Einzige, was man bei Figuren wie Mercutio anzumerken hat, die Nacktheit ist, das Einzige bei Lorenzo, dass der Schauspieler einen deutschen Kritiker attackiert hat, dann ist das einfach flach. Ich lasse jetzt einmal den Kritikern ihre Meinung, die Aufführung sei nicht gut. Ich behaupte aber: Sie ist wichtig!

Kurier: Aber reden wir doch nicht nur von den Kritikern - das Premierempublikum hat sogar schon zur Pause gebuht!
Bachler: Das ist doch in Ordnung! Das ist Reaktion! Wir sind doch kein Dienstleistungsbetrieb! Ich mach’ doch nicht “Romeo und Julia” als Eisrevue oder als Musical! Regisseure und Schauspieler sind Künstler. Sie haben eine Eigenverantwortung und ein Recht auf künstlerische Freiheit, auch gegenüber dem Intendanten. Ich war bei den Proben viel dabei, habe viel gesagt. Bestimmte Dinge haben sich verändert, andere nicht. Man kann mich dafür kritisieren, dass ich Herrn Hartmann engagiere. Aber man kann nicht erwarten, dass ich ihn engagiere, um ihm dann das Stück aus der Hand zu nehmen. Es ist eine Interpretation von “Romeo und Julia”: Dass die jetzt so einen Schmerzensschrei auslöst - so what?

Kurier: Wie läuft “Romeo und Julia” jetzt?
Bachler: Ausverkauft! Eine Vorstellung war die Premiere, mt Pausen-Buhs. Die Schauspieler aber reagieren, entwickeln, eine extreme Vorstellung lebt. Es gab auch eine Aufführung mit jungem Publikum, die haben gejohlt wie im Popkonzert!

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