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Archiv - Flicks

Jennifer Holliday - das übergangene “Dreamgirl”

Dieser Tage startet in den USA die Kinoverfilmung des Musicals “Dreamgirls”. “Dreamgirls” am Broadway - damit verbinden Musicalfans vor allem eines: die eindringliche gesangliche Leistung der damals gerade 21-jährigen, völlig unbekannten Jennifer Holliday. Sie wurde 1982 für ihre Interpretation der “Effie” mit einem Tony Award in der Kategorie “Best Actress” und zwei Grammy Awards ausgezeichnet. “And I am telling you” in ihrer Version wurde zum Klassiker, Holliday startete zu einer Karriere als R’n'B-Sängerin durch … und dann wurde es ruhig um sie. Ruhig deshalb, weil sie von ihrer Plattenfirma fallengelassen wurde. Und das nicht unbedingt wegen schlechter Verkaufszahlen. Holliday war ihrem Arbeitgeber zu dick geworden. 154 Kilo brachte die Sängerin in ihren stärksten Zeiten auf die Waage. Ohne Plattenvertrag dazustehen war für Holliday wie ein Todesurteil. Sie wurde depressiv, nahm eine Überdosis Schlaftabletten, überlebte den Selbstmordversuch und lernte im Laufe von vielen Jahren, ihre Krankheit zu überwinden.
Nicht ganz hatte sie die Hoffnung aufgegeben, in der Verfilmung von “Dreamgirls” mitzuwirken. Allein, man hat sie nicht einmal kontaktiert, ob sie in irgendeiner Form mitwirken wollen würde. Im Trailer zu der Verfilmung allerdings wurde sechs Monate lang ihre Version von “And I am telling you” verwendet.
Ein bisschen stolz ist die Sängerin darauf, dass ihr legendärer Tony-Award-Auftritt von 1982 bei YouTube der Renner schlechthin ist. Holliday in einem Interview: “I’m glad about [it’s] showing my Tony performance because that way the public can see that I did it first and that this is being copied.”

“Dreamgirls” mögens teuer: das 25-Dollar-Kinoerlebnis

Amerikanische Musicalfans, die die Verfilmung der Broadway-Show “Dreamgirls” möglichst rasch sehen möchten (US-Kinostart: 15. Dezember), müssen zunächst mal recht tief in die Brieftasche greifen. Zehn Tage lang wird ein Kinoticket für die “Dreamgirls” nämlich den stolzen Preis von 25 Dollar kosten. Das meldet die “New York Post”, und bietet auch noch ein paar interessante Details.
“Dreamgirls” wird die ersten zehn Tage im berühmten Ziegfeld Theatre in Manhattan gezeigt sowie in ausgewählten Kinos in Los Angeles und San Francisco. Im Eintrittspreis inbegriffen ist ein 50 Seiten starkes Programmheft, weiters besteht die Möglichkeit, eine kleine Ausstellung mit Kostümen und Set-Design-Gegenständen zu besuchen. Merchandising wird es ebenfalls jede Menge geben, beispielsweise den Soundtrack zum Film.
Der Film selbst wird ohne Werbung gezeigt, und es findet nur eine Vorführung pro Abend statt, außerdem Nachmittagsvorstellungen an den Wochenenden.
Das, was hier mit den “Dreamgirls” abgezogen wird, nennt man “Road Show” und war in den 1960er Jahren bei Blockbustern wie “Die 10 Gebote”, “Lawrence von Arabien” oder “The Sound of Music” Standard.
Die Frage ist, ob es heute noch ankommt, Filme wie Live-Events zu inszenieren. Die letzte “Road Show” ging in den Staaten 1972 ab: “Der Mann von La Mancha”, ebenfalls eine Musicalverfilmung, beschloss damals diese Tradition.
Eine andere Tradition werden die “Dreamgirls” allerdings nicht aufleben lassen: lästige Pausen. Zumindest in den Staaten war “Gandhi” (1982) der letzte Film, der durch eine Pause unterbrochen wurde.
Zu Weihnachten starten die “Dreamgirls” amerikaweit - und dann kosten die Tickets die üblichen 10,75 Dollar.

RIP: Basil Poledouris

Der bekannte Filmkomponist Basil Poledouris ist in Los Angeles einer Krebserkrankung erlegen. Poledouris hat unter anderem die Soundtracks zu “Die blaue Lagune” (1980), “Conan” (1982), “Robocop” (1987), “Jagd auf Roter Oktober” (1990) und “Free Willy” (1993) geschrieben. 1989 wurde er mit einem Emmy für seinen Score zur TV-Serie “Lonesome Dove” ausgezeichnet.

August Diehl - der “bedeutendste deutschsprachige Schauspieler”

Was der Kultur-Channel schon 2003 proklamierte, gibt es nun ein paar Jährchen später auch in der GALA nachzulesen: August Diehl ist der bedeutendste deutschsprachige Schauspieler. Auf den Plätzen folgen: Klaus Maria Brandauer, Götz George, Bruno Ganz und Moritz Bleibtreu. Das ist das Ergebnis der Beratungen einer achtköpfigen Jury, der unter anderem die Regisseure Florian Henckel von Donnersmarck, Nico Hofmann und Hans Christian Schmid sowie Berlinale-Chef Dieter Kosslick, Constantin-Vorstand Thomas Friedl und Deutschlands renommierteste Casterin, Nessie Nesslauer, angehören. Man gratuliert.

Soylent Green (1973)

Es gibt Filme, die ich aufgrund ihrer Bildsprache immer wieder gerne sehe. Dazu gehören zum Beispiel die großen Hitchcock-Klassiker wie “Marnie”, “Das “Fenster zum Hof”, “Der Mann, der zuviel wusste” oder “Vertigo”, um mal meine liebsten zu nennen; dazu gehören aber auch futuristische bzw. futuristisch anmutende Thriller wie zum Beispiel Coma und Soylent Green (deutscher Titel: “2022: Die die überleben wollen”).
COMA
Die Macher von “Coma” und Soylent Green haben in bestimmten Szenen Bilder (abgesehen von der Handlung) erschaffen, die zu ihrer Entstehungszeit futuristisch anmuteten, und, was noch bemerkenswerter ist, auch heute noch, zeitlos in ferner Zukunft angesiedelt, bestehen können. Das ist insofern erstaunlich, als kein anderes Genre mit zunehmendem Filmalter an Wirkung so sehr einbüßt wie das Science Fiction-Genre. Egal ob nun mit viel Aufwand produziert oder als Low Budget durchgezogen, die Anmutung, die Handlung spiele in ferner Zukunft, bricht meist nach 10, 20 oder 30 Jahren.
Der Öko-Thriller Soylent Green wurde im Jahre 1973 abgedreht. Der MGM-Film (Regie: Richard Fleischer) kann mit Topstars in den Hauptrollen aufwarten: Charlton Heston, Joseph Cotten, Leigh Taylor Young - und Edward G. Robinson, der in diesem Streifen seinen letzten Filmauftritt hat, kurz nach den Dreharbeiten starb und zugleich Hauptdarsteller jener Sequenz ist, die ich mit zeitlos futuristisch meine. Es ist eine zirka zehnminütige Sterbesequenz in einem “Suizidzentrum”, die nicht nur durch die außerordentlich bemerkenswerte schauspielerische Leistung von Robinson eine der klassischen Szenen der Filmgeschichte wurde, sondern auch durch ihre Bildsprache einzigartig ist.
Soylent Green
In diesem “Suizidzentrum”, einer modern eingerichteten Klinik, werden den Todeswilligen während der “Einschläferung” Bilder und Filme der Erde gezeigt, wie sie einmal vor der großen ökologischen Katastrophe war. Während im Hintergrund klassische Musik spielt, laufen auf den Breitbildschirmen Filme von Wasserfällen, Sonnenuntergängen und grünen Wäldern …
“Soylent Green” läuft am 23.10.2005 um 0:55 auf ARD.

Seasons of love - Vorfreude auf das Musical-Kinoerlebnis des Jahres

Im Winter wird es soweit sein, Rent-Fans können dann ihr Lieblingsmusical im Kino erleben. Vorab gibt es die Kinoversion von “Seasons of love” für alle “Quicktime”-Besitzer. Ja, es ist nicht grade die beliebteste Software, aber in dem Fall lohnt sich die Installation. Wer Quicktime hat, klickt also hier. Viel Spaß!
[Music Video- Seasons of Love - 3:05/Musical/Chris Columbus (dir.)/Rosario Dawson/Taye Diggs/Jesse Martin/Idina Menzel/Wilson Jermaine Heredia/MPAA Rating: Not yet rated/In theaters: November 11th, 2005]

The Power of VERTIGO

James Stewart, Vertigo

Scottie: How’s your love life, Midge?
Midge: That’s following a train of thought … Normal.

Vertigo (1958)
Directed by Alfred Hitchcock
James Stewart …. Det. John ‘Scottie’ Ferguson
Kim Novak …. Madeleine Elster/Judy Barton
Barbara Bel Geddes …. Marjorie ‘Midge’ Wood
Tom Helmore …. Gavin Elster
Henry Jones …. Coroner
Raymond Bailey …. Scottie’s doctor
Ellen Corby …. Manager of McKittrick Hotel

Sommerkino Tribüne Krieau: Musicals auf 200-Quadratmeter-Leinwand

Das Programm im Sommerkino Tribüne Krieau bietet im August ein thematisch orientiertes Filmprogramm. In der ersten Woche wird auf der 200qm großen Filmleinwand in der Krieau gesungen und getanzt.
Mit “Musiklegenden & Musicals” spannt sich der thematische Bogen im August beinahe um den ganzen Erdball. Die filmische Reise beginnt am 1. August in Kuba mit dem legendären “Buena Vista Social Club”. Über das “Chicago” der 20iger Jahre geht es mit “Accordeon Tribe” auf Europatournee. Otto Lechner als österreichischer Teilnehmer und weitere vier eigenwillige Akkordeonisten sorgen dabei für allerlei Harmonien und Komik. In Paris sind das “Moulin Rouge” und die Katakomben eines Pariser Opernhauses Schauplatz der Handlung, wo das “Phantom der Oper” sein Unwesen treibt. Mit “Ray” und “Elvis Presley” bereist man schließlich mit zwei der prägendsten Musikpersönlichkeiten das Amerika der 50iger und 60iger Jahre.
Im August haben die Besucher des Sommerkinos Tribüne Krieau wöchentlich die Chance, 1×2 Karten für das Sensationsmusical “Romeo & Julia” im Raimundtheater, oder für “Elisabeth” im Theater an der Wien zu gewinnen.
Die Karten werden unter allen Teilnehmern des täglichen Gewinnspieles auf www.krieau.com verlost.

Neuer Musical-Filmhit? “Sunset Boulevard” - mit Glenn Close & Ewan McGregor

Jahrelang ziehen sich die Pläne der Verfilmung des Andrew Lloyd Webber-Musicals “Sunset Boulevard” schon hin - nun scheint eine massentaugliche Besetzung gefunden worden zu sein: Glenn Close & Ewan McGregor sollen die Hauptrollen in der 33 Millionen Euro teuren Musicalfilmversion spielen. Das meldet zumindest der news.telegraph. Kinostart: Weihnachten 2006. Als Alternativpärchen war bis jetzt im Gespräch: Barbra Streisand & Hugh Jackman. Da fällt die Wahl natürlich schwer. Wie wärs mit zwei Filmen?

Das Wunder der Filmsynchronisation

Ich mag synchronisierte Filme ja nicht besonders. Mir fällt dazu immer nur der Spruch ein: “Synchronisierte Filme sind die Rache der Deutschen an den Alliierten” - wer auch immer den geprägt haben mag.
Ich hab mit synchronisierten Filmen ein optisches Problem (es sieht einfach oft unnatürlich aus, wenn eine deutsche Tonspur über ner englischen läuft, und bei Dativ/A .. ne, das führt zu weit) und auch ein psychologisches, denn immerhin muss man sich doch darauf verlassen, dass der/die Übersetzer eines Films auch wirklich so nah wie möglich am Original dran bleibt/bleiben. Sicher, da muß man bedenken, dass ein englischer Satz, wiedergegeben in deutscher Sprache, einfach aus mehr auszusprechenden Buchstaben besteht, aber dennoch, ich hätte es gern doch genau so gehabt, wie es denn auch im Original gesprochen wird.
The Machinist ist ein Beispiel für einen Film, bei dem zumindest in einer Szene eine, sagen wir mal sehr freie Übersetzung gewählt wurde. Der Protagonist antwortet auf die Frage einer Kellnerin, ob er denn etwas zu verbergen habe, scherzhaft:

Er: “I’m Elvis Presley. I ran away from home to pursue my blue collar aspirations.”
Sie: “I thought you looked familiar.”

Übersetzt wurde “I thought you looked familiar” mit “Ja, das kenne ich aus eigener Erfahrung.”

Das sind dann die Momente, wo ich lieber keine deutschen Fassungen mehr hören möchte.

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