Martin Bruny am Samstag, den
20. Januar 2007 um 16:46 · gespeichert in Netz, Pop
Wie man MySpace als Marketingtool verwenden kann, beweist unter anderem der amerikanische Sänger Gavin Mikhail. Geboren in Nashville, Tennessee, bedient Mikhail die Soft-PopRock-Schiene. Zwei CDs hat er am Markt. 2003 veröffentlichte er “My Personal Beauty Needs”, 2006 “Like Normal People Do”. Zu beziehen sind die Tonträger bzw. Files wahlweise über iTunes, CD Baby oder aber auch direkt über Gavins MySpace-Site.
Um Gavins Musik unter die Leute zu bringen, gibt es eine eigene “Gavin Mikhail Promotions”-Page auf MySpace. Zum einjährigen MySpace-Jubiläum hat Mikhail seine ganz persönliche Statistik gepostet, und das liest sich nicht uninteressant:
Profile views:
on 1/17/06… 7
on 1/17/07… 601,137
Total Plays:
on 1/17/06… 15
on 1/17/07… 1,874,395
Friends:
on 1/17/06… 2
on 1/17/07… 122,105
and… drum roll please…
MySpace Artist ranking (Int’l):
on 1/17/06… 3,267,025
on 1/17/07… 330
Martin Bruny am Mittwoch, den
17. Januar 2007 um 16:47 · gespeichert in Netz
Nach wie vor ist es für viele Menschen ein großes Problem, sich ein Häuschen im Internetz zu bauen. Das ist für die meisten nicht wirklich ein Problem, nicht jeder ist davon abhängig, sich selbst vermarkten zu müssen. Anders verhält es sich bei all jenen, die im weitesten Sinne einer künstlerischen Tätigkeit nachgehen. Um davon auch leben zu können, muss man erstmal jemanden finden, der das, was man “produziert”, auch “konsumieren” will. Sonst wird das nix werden. Und das Netz ist geradezu ideal, sich zu präsentieren oder auch entdeckt zu werden.
Die klassische Website
Oft läuft das auf eine klassische “Website” hinaus. Nun ist es noch immer so, dass ein solches Vorhaben die meisten abschreckt, weil das Ganze manchmal mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist. Man braucht Webspace, man braucht eine Domain, und man braucht jemanden, der die Website codet. Da hilft es auch nichts, wenn die Kosten für all diese Faktoren, insbesondere jene für den Künstler, der das Webdesign entwirft, sinken, und zwar in-den-keller-mäßig.
Webdesign kostet heute praktisch nichts mehr, wenn man die Situation derzeit mit jener von vor sechs oder sieben Jahren vergleicht. Genauer gesagt kostet immer mehr immer weniger. Ein Flash da, ein paar Schneeflöckchen dort, das Menü vielleicht ein wenig flippiger. Dem Kunden ist es egal, wie man das alles in eine Site codet und mit welchem Aufwand es verbunden ist, Hauptsache, es funktioniert und schaut cool aus, oder edel oder spacig oder wie auch immer. Da aber eine solche Site auch gepflegt werden muss, laufend mit aktuellen Inhalten interessant gestaltet werden muss, vielleicht ein paar neue Fotos hier und da, ist die Anfangseuphorie bald schon verflogen. Ab und zu werden ein paar neue Texte online gestellt, meist ohne Rücksicht auf Stil und Rechtschreibung - die coole Website von gestern wird zur Webnekropolis, die immer weniger Besucher anlockt. Aber das muss nicht sein. Denn wir haben ja:
MySpace MySpace bietet die Möglichkeit, ohne allzu viel Zeitaufwand eine Art virtuelle Visitkarte ins Netz zu stellen, die durchaus schon das ist, was man Web 2.0-kompatibel bezeichnen könnte und in dem Augenblick, da man einige der vielen Features auch tatsächlich nützt, zu weit mehr als einer bloßen Visitkarte wird. Gemeint ist damit, dass Audioelemente, Videoelemente und reichlich Möglichkeiten an interaktiven Gadgets in das MySpace-Tool integriert werden können. HTML-Kenntnisse muss man nicht unbedingt haben, auch wenn das im 21. Jahrhundert nie wirklich schaden kann. Innerhalb kürzester Zeit kann jeder Künstler Folgendes online stellen:
1) Biographische Daten
2) Kontaktdaten
3) Infos zum Management
4) Audiodateien
5) Videodateien
6) Bilder
7) Newsletter
Innerhalb kürzester Zeit kann man sich Netzwerken anschließen oder aber eigene Netzwerke gründen. MySpace ist eines der derzeit besten Vermarktungstools, abgesehen von all dem Schrott, der sich da sonst abspielen mag, um den man sich ja aber nicht kümmern muss.
Nur keine Fansites
Was man nicht machen sollte, ist dieses mächtige Tool von anderen managen zu lassen, vor allem nicht von “Fans”. Man beraubt sich selbst damit der Chance, interessante Kontakte zu schließen und Möglichkeiten wahrzunehmen, die man, gefiltert duch die Wahrnehmung eines Fans, sonst vermutlich nicht mal zu Gesicht bekommen würde.
Wer absolut keine Lust hat, sich online zu präsentieren, sollte es lieber ganz lassen. Von “offiziellen” Websites im Netz erwartet man, dass sie einen direkten Bezug zum Künstler haben. Nichts ist uninteressanter als eine Website, die von einem “Fan” im Namen des Künstlers gemanagt wird. Es muss zumindest eindeutig hervorgehen, wer hinter der Site steckt; bei Angabe von Mailkontaktmöglichkeiten sollte klar hervorgehen, in wessen Mailbox die elektronische Post schließlich landet.
Nochmal MySpace
Um die Dimensionen dieses Tools begreiflich zu machen: Gegründet wurde MySpace im Jahre 2003. Bis zum Januar 2007 richteten sich 150 Millionen Menschen ein Account ein. Woche für Woche kommen rund 500.000 neue Mitglieder dazu. Natürlich gibt es auf MySpace Spinner, aber die Welt ist voller Spinner, warum also nicht auch MySpace.
Es gibt auch Abstruses. So findet man auf MySpace auch Jonathan Larson. Wer sich ein wenig mit Musicals auskennt, weiß, dass der “Rent”-Komponist seit Jahren tot ist. Auf seinem “Profile” gibt es unter anderem zwei Digitalanzeigen. Die eine ist ein Countdown, der bis zu seinem Todestag runterzählt, die andere zählt rauf zu seinem Geburtstag. In 17 Tagen wäre Jonathan Larson 47 Jahre alt geworden.
Auch hier bei MySpace gibt es das Problem, dass manche Accounts nicht von den Künstlern selbst gepflegt werden, sondern von “Fans” oder vom Management. Das ist lieb und nett, aber nicht Sinn der Sache. Wie auch immer, MySpace ist DAS Netzwerk für Sänger, Bands und ganz allgemein für Künstler. Vielleicht sieht man sich.
[Teil 2 von “Hilfe, ich bin bald Star und will ins Internetz” demnächst. In Teil 2 wird sich alles um Blogs drehen.]
Auf den ersten Blick mag es keine größere Feindschaft zu geben als zwischen all den Castingshows dieser Welt, die einen Popstar suchen, und Musicals.
“Nur kein Mondlicht”
Aus Sicht der Juroren, die einen echten, ehrlichen Popstar von der Straße suchen, den sie dann live im Laufe vieler Wochen zum “Popstar” zurechtbiegen können, muss es fast ein Hohn sein, wenn bei den Castings junge Leute auftauchen, die singen und tanzen können, die wissen, wie man sich bewegt, die ihre Mimik einsetzen, sich verkaufen können, die zu allem Überdruss auch noch bühnenreif geschminkt sind. Wenn sie dann nicht den großen Fehler machen, “Mondlicht” oder “Dies ist die Stunde” zu singen, und wenn sie ein wenig Attitude im Vorraum lassen, dann wird es meistens sogar was mit zumindest einer Teilnahme an einer solchen Castingshow.
“Starmania”
Bei der aktuellen Staffel von Starmania sind alle Kandidaten, die eine Musicalausbildung hatten, auch solche, die eine Musicalausbildung abgeschlossen hatten und bereits größere Rollen in Produktionen der VBW und an der Wiener Volksoper hatten, bereits beim Casting ausgeschieden. Und warum? Sie gaben das hundertprozentige Negativbeispiel eines Musicalsängers ab, geradezu die Horrorvorstellung jedes Jurors. Sie kamen offensichtlich mit der Einstellung zum Casting, alles zu können und den Juroren zu servieren, was die eben wollten. Nur: Juroren wollen nichts. Wenn man einen Juror bei einer Castingshow fragt, was man denn singen solle, hat man schon verloren, außer man ist dann tatsächlich gut, was aber die angesprochenen Kandidaten nicht waren. Sie waren zu laut, sie waren unnatürlich und wussten das Erlernte ganz offensichtlich nicht einem Auditorium von drei Leuten zu verkaufen. Einer von ihnen landete dann letztlich als Datenschnipsel in der Rubrik “Das Beste Vom Schlechten”, und das ist dann tatsächlich für einen ausgebildeten Musicalsänger eine Schande.
Lukas Perman
Es gibt Gegenbeispiele, Lukas Perman zum Beispiel, der es bei Starmania weit brachte und dann dank einer fundierten Musicalausbildung doch am Theater durchstarten konnte, wenn auch kein Popstar aus ihm wurde. In Deutschland gibt es vor allem Beispiele für Castingshow-Teilnehmer, die keine Musicalausbildung hatten, nach ihrer Teilnahme an einer Castingshow als Popstars versagten und dann quasi ins rettende Boot Theater zu springen versuchten, beispielsweise Alexander Klaws (”Tanz der Vampire”). Ob das Zukunft hat, wird sich weisen.
American Idol
In den USA, bei gänzlich anderen Rahmenbedingungen, was die Zuschauerzahl & Publicity bei derarigen Sendungsformaten betrifft, haben es in jüngster Zeit “American Idol”-Teilnehmer zu tatsächlichen Musicalstars geschafft, beispielsweise Jennifer Hudson, die mit “Dreamgirls” echte Chancen auf eine Oscarnominierung 2007 hat.
Constantine Maroulis
2007 soll das Jahr von Constantine Maroulis (geboren am 17. September 1975) werden. Er ging bei “American Idol” 2005 an den Start und erreichte in dieser vierten Staffel der Castingshow den sechsten Platz. Sein Traum vom “American Idol” war am 27. April 2005 ausgeträumt.
Maroulis ist seit seinem fünften Lebensjahr mit der Musik verbunden. Er lernte die Trompete zu spielen, als er elf Jahre alt war, sang in High School Bands, besuchte das Boston Conservatory for Music und das Berklee College in Music. 2000 war er bei den Aufnahmen des Castalbums für das Musical “Suburban Dreams” dabei, er wirkte bei diversen Off-Broadway-Stücken mit und als Darsteller in einigen Independent Filmen, tourte mit “Rent” in der Hauptrolle des Roger Davis.
Mit “American Idol” wurde es zwar nichts, aber nach dem Rauskick kam seine Karriere erst richtig in Schwung - am Broadway. Im September 2006 übernahm er die Rolle des Sammy im Broadway-Musical “The Wedding Singer”, derzeit ist er in “Jacques Brel is Alive and Living in Paris” zu sehen. 2007 veröffentlicht Maoroulis seine erste Solo-CD.
Maroulis: “I spent a lot of time in Nashville with recording artists and songwriters and also in Los Angeles and New York. I think people can expect a pretty honest rock and roll CD, very different from any projects that I’ve been a part of. My last band was sort of a garage kind of grungy rock band. I think my solo debut will be distinctly rock but all original songs that I’ve either written or co-written or that I’m going to be performing for another writer. It’s sort of a cross between like a Bon Jovi and it’s got a lot of pop influences on it. It’s going to the radio-friendly. I’m very excited about it! I’ve got a great new band and exciting live show and the fans have just been so amazing. So patient and so supportive. And I feel very blessed.”
Martin Bruny am Samstag, den
6. Januar 2007 um 13:10 · gespeichert in Netz, Flicks, Newcomer
Unter all den Anwärtern auf den Titel des Shootingstar 2007 wie MIKA, Simon Curtis, Gavin Mikhail, Teddy Geiger und wie sie alle heißen, nimmt mit Sicherheit auch Jay Brannan eine wichtige Position ein.
Jay Brannan ist einer der Jungstars in John Cameron Mitchells (”Hedwig & the Angry Inch”) neuem Film “shortbus”, und er ist Sänger und Komponist. In “shortbus” performt er seinen Song “Soda Shop”, eine wunderbare Folk-Pop-Ballade, die er nun eigens auch für YouTube live auf seinem Häusl aufgenommen hat.
Zu “shortbus” gibts noch eine kleine Anmerkung. Wie Brannan in seinem “Soda Shop”-Clip erzählt, hat das Filmportal IMDB.com den Streifen indiziert. Wer also auf IMDB den Begriff “shortbus” sucht, wird nichts finden. Zusätzlich wanderten auch alle beteiligten Darsteller ins Nirvana. Wenn man bedenkt, dass dieser Film bei den Filmfestspielen von Venedig und auf vielen anderen Festivals abgefeiert wurde, ist das Vorgehen der amerikanischen Filmplattform eben nur dadurch erklärbar, dass es sich, nunja, eben um eine “amerikanische” Site handelt. Natürlich ganz wertfrei formuliert. Will man also zur “shortbus”-Anzeige auf IMDB gelangen, gibt es zwei Wege:
1) Man registriert sich und lässt die “adult titles/names” freischalten.
2) Man sucht nach John Cameron Mitchell. Da findet man auch so noch den Direktlink zu “shortbus”.
Auf der Strecke bei einem solchen Vorgehen einer Filmplattform bleiben die noch wenig bekannten Darsteller wie eben Jay Brannan, die nun quasi als Pornostars schubladisiert werden, was natürlich völlig falsch ist.
Anfreunden könnte ich mich mit der innovativen Filmkategorisierung “porndramedy”, also eine völlig neuartige Mischung von Erotik, Drama und Comedy. Wie auch immer, Jay Brannan wird seinen Weg machen.
Martin Bruny am Sonntag, den
24. Dezember 2006 um 13:50 · gespeichert in Netz, Musical
Oft gesucht, nie gefunden - eine Homepage von Susan Rigvava-Dumas, jedenfalls wenn es nach den Referrals des kultur-channels geht. Die Mrs. Danvers des Levay/Kunze-Musicals “Rebecca” scheint dieser Tage aber nun doch online gegangen zu sein. Einiges gibt es noch zu tun auf susanrigvava-dumas.com, aber eingezogen ist man schon mal.
Martin Bruny am Donnerstag, den
9. November 2006 um 17:16 · gespeichert in Netz, Flicks
Der bekannte Filmkomponist Basil Poledouris ist in Los Angeles einer Krebserkrankung erlegen. Poledouris hat unter anderem die Soundtracks zu “Die blaue Lagune” (1980), “Conan” (1982), “Robocop” (1987), “Jagd auf Roter Oktober” (1990) und “Free Willy” (1993) geschrieben. 1989 wurde er mit einem Emmy für seinen Score zur TV-Serie “Lonesome Dove” ausgezeichnet.
Martin Bruny am Donnerstag, den
3. August 2006 um 23:38 · gespeichert in Netz, Musical, Tonträger
Komponist Alan Menken, 8-facher Oscar-Preisträger für Filme wie “Hercules”, “Arielle, die Meerjungfrau”, “Die Schöne und das Biest”, “Aladdin”, “Pocahontas” oder “Der Glöckner von Notre Dame”, bietet auf seiner Homepage ein häufig wechselndes Angebot an Gratisdownloads aus seinem Backkatalog an - rare, begehrte Songs, beispielsweise CDs, die längst vergriffen sind und auf absehbare Zeit nicht mehr veröffentlicht werden, aber auch Demo-CDs, Filmclips, Sheet Music und und und. Derzeit im Angebot unter anderem Demo-Songs von “The Hunchback of Notre Dame”.
Alan Menken schenkt damit nicht nur seinen Fans etwas, sondern sorgt auch dafür, dass man seine Site immer wieder gerne besucht. Bravo.
Martin Bruny am Sonntag, den
30. Juli 2006 um 01:10 · gespeichert in Netz, Musical
Es gibt einige “Star Wars”-Musicals da draußen im Universum, sagt man. Wenn man die Quellen im Internet dann recherchiert, landet man auf toten Planeten oder im Narrenhaus. Aber halt, es gibt doch ein “wirkliches” Star Wars-Musical. Aufgeführt wurde es zwar noch nie, aber wer Lust hat, kann sich eine Demo-CD (als ZIP-File) gratis aus dem Netz runterladen. Was gibt es noch? Beispielsweise einen Filmclip, der von der Titelnummer “One Season More” produziert wurde und bei den Star Wars Fan Film Awards den ersten Preis gewonnen hat. Fanart der etwas ulkigeren Art.