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Archiv - Vermischtes

Robert Stadlober, der Sommerstürmer zwischen Wien und Rilke

Robert Stadlober, der Sommerstürmer

“Die Österreicher checken nicht, dass ich Österreicher bin. Die denken sich, depperter Piefke, den brauchen wir nicht besetzen. Leider, weil ich den österreichischen Film um einiges höher schätze als den deutschen. Barbara Albert, ein Genie, Ulrich Seidl … (…) Für die bin ich zu sehr in der Popkultur verhaftet. Die Filme, die ich mache, werden von einer bestimmten Intelligentsia nicht ernst genommen.” [Robert Stadlober, 3. August 2004]

Robert Stadlober, in Kärnten geborener Steirer mit (seit kurzem) Wohnsitz in Wien, hat gerade einen “Tatort” abgedreht, ist am 10. September mit Tom Hanks bei “Kerner” zu Gast, wird im Herbst mit Rilke-Texten durch Deutschland touren und wohl auch wieder mit Gary Konzerte geben. Er ist einer der “Großen 10″ im deutschsprachigen twentysomething Schauspielerpool und wird derzeit mit seinem neuesten Film Sommersturm mal wieder als “Shootingstar” abgefeiert. Das war schon bei Sonnenallee (1999) so und auch bei crazy (2000). Wollen wir doch hoffen, dass er vom Shootingstar-Status mal endlich wegkommt.

Grimms »Deutsches Wörterbuch« auf 2 CD-ROMs: für Österreicher zum »Wucherpreis«

49,90 Euro, so viel kostet das laut Marcel Reich-Ranicki “allerwichtigste Buch in deutscher Sprache” in digitaler Form in Deutschland, das Deutsche Wörterbuch von Wilhelm und Jacob Grimm. Das ist der Preis, den der Verlag, Zweitausendeins, festgesetzt hat. In Österreich kostet dasselbe Produkt 68 Euro, also um rund 35 Prozent mehr. Anfragen an den Verlag, warum es eine solch enorme Preisdifferenz für ein und dasselbe Produkt gibt, enden sehr unbefriedigend. In meiner ersten Anfrage erhielt ich zum Beispiel die folgende Auskunft:

Zweitausendeins liefert eigentlich nur direkt an den Kunden und nicht ueber Buchhandlungen. Die Preise bei uns sind sehr knapp kalkuliert um unseren Kunden die niedrigsten Preise offerieren zu koennen. Wenn eine Buchhandlung bei uns bestellt, so koennen wir keine Rabatte gewaehren und die Buchhandlung muss auch noch die Portokosten tragen. Dies fuehrt dann dazu, dass manche Buchhaendler, wenn sie denn bei uns bestellen, den Verkaufspreis unverhaeltnismaessig erhoehen.
Dies sollte aber in Zukunft nicht mehr passieren, da wir seit kurzer Zeit auch mit einem Auslieferdienst fuer Buchhaendler (ÖBZ) in Oesterreich zusammenarbeiten. Somit erhalten die Buchhaendler die Ware weit guenstiger und sind eigentlich auch der Preisbindung fuer Oesterreich unterworfen.
Nichtsdestotrotz scheint mir der Preis von Euro 68 zienlich unproportional erhoeht, auch wenn unsere Versandkosten nach Oesterreich Euro 8,80 betragen.

Nun, ich habe mein Exemplar des »digitalen Grimm« über das ÖBZ bestellt, und angenommen, dieser Auslieferer würde 8,80 Euro auf den Originalpreis von 49,90 draufschlagen, so würden wir bei 58,70 Euro liegen. Freilich gilt der »digitale Grimm« als Bestseller, und kein Kunde würde verstehen, wenn man auf Produkte, die ohnedies nicht extra für Einzelkunden bestellt werden müssen, noch Portokosten draufschlägt … Aber wie auch immer, bei 68 Euro würden wir nicht ankommen. Was das Ganze aber noch abstruser macht, ist der offizielle Eintrag für dieses Produkt im Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB). Da kann man folgendes lesen:

Verlag : ZWEITAUSENDEINS
ISBN : 3-86150-628-9
Einband : CD-ROM
Seiten/Umfang : 14 schwarz-weiß Abbildung(en), mit 1 Begleitb. in Leinen: 131 Seiten, 1 Handb.: 44 Seiten - 24 à— 15,5 cm
Erschienen : 2. Auflage 08.07.2004
Gewicht : 300 g
Preisinfo : 49,90 Eur[D] / 68,00 Eur[A] / 140,00 sFr (unverb. Preisempfehlung

Oha, die 68 Euro sind also kein Produkt des Zufalls, kein Ergebnis eines Buchhändlers, der unverhältnismäßig viel Porto auf seine Produkte draufschlägt, nein nein, der Preis wurde vom Verlag selbst so festgesetzt. In der Regel ist es nämlich so, dass VLB-Einträge IMMER vom Verlag vorgenommen werden, und wieso sollte es in diesem Fall anders sein?
Gänzlich verwirrt richte ich eine neuerliche Anfrage an den Verlag “Zweitausendeins” und bekomme eine noch unverständlichere Antwort, die sich wie folgt liest:

Der Hintergrund ist leicht zu erläutern. Zweitausendeins liefert in Deutschland nicht über den Buchhandel aus, sondern nur über den Versand und die Zweitausendeins-Läden. Wir verzichten also auf buchhändlerische Infrastruktur und müssen sie deshalb auch nicht bezahlen: Unser deutscher Ladenpreis enthält weder Zwischenhändlerrabatte noch Buchhandelsrabatte.
Dafür kann man unsere Produkte auch nicht bequem innerhalb von einem Tag in jeder Buchhandlung bekommen.
Der ganze Service, den der Buchhandel leistet, wird mit den Rabatten finanziert (dazu natürlich auch das Buchhandelsunternehmen: Gehälter, Miete, Betriebskosten).
Wie gesagt: Wir machen da nicht mit, deshalb sind unsere Bücher billiger.
Das ÖBZ ist nicht unsere (!) Auslieferung. Zweitausendeins liefert selbst nicht an den Handel.
Seit ein paar Monaten gibt es eine engagierte Österreicherin, die unsere Bücher auf Ihr Risiko nach Österreich importiert und dort im Buchhandel anbietet. Diese Dame muß rechnen wie jeder andere Verlag auch: Sie muß das ÖBZ bezahlen (Auslieferungskosten), den Buchhändlern Rabatt vom Verkaufspreis geben und auf eigene Kosten reisen und die Bücher als Vertreterin anbieten.
Da wir selbst diese Kosten nicht in unserem Preis drin haben, bekommt sie unsere Bücher nur zu einem Preis, der all diese Kosten nicht deckt. Darum legt unsere Vertragspartnerin für Österreich höhere Preise fest (wir machen das nicht).
Wir haben mit ihr ausgemacht, daß wir Privatkunden von Deutschland aus zu deutschen Preisen beliefern dürfen, österreichische Buchhandlungen werden von ihr zu ihren Preisen beliefert. Beide Preise sind im Verzeichnis lieferbarer Bücher von uns angegeben. Unsere eigenen Euro (D)-Preise sind jederzeit in unserem Katalog und auf unserer Homepage www.Zweitausendeins.de nachzusehen.
Wer also in Österreich in die Buchhandlung geht, zahlt einen höheren Preis, als wenn er bei Zweitausendeins direkt bestellt. Bei niedrigpreisigen Büchern hat er dennoch einen Vorteil, weil der Ladenpreis niedriger als eine Einzelbestellung plus Porto ist. Und er kann sich die Titel gleich in der Buchhandlung anschauen.
Bei teureren Titeln lohnt sich das Nachrechnen und Bestellen in Deutschland.

Fazit: Ob das ÖBZ nun Auslieferer von Zweitausendeins ist, wissen wir nicht. Man scheint sich da selbst bei Zweitausendeins nicht sicher zu sein, vielleicht sollte man auch das ÖBZ bitten, den Eintrag aus der Kundenliste zu löschen. Auf der Strecke bleibt jedenfalls der Konsument, denn wer rechnet schon damit, dass ein und dasselbe Produkt um 35 Prozent teurer als im Ursprungsland verkauft wird.

Update 2012
Mittlerweile ist der »digitale Grimm« völlig gratis im Netz verfügbar –> hier.

Elmer Bernstein (1922-2004)

Elmer Bernstein ist tot. Im Alter von 82 Jahren starb der amerikanische Filmkomponist in Kalifornien. Einige seiner bekanntesten Scores:

- “Die zehn Gebote”

- “Die glorreichen Sieben”

- “Wer die Nachtigall stört”

- “Gesprengte Ketten”

Insgesamt wurde der Komponist 14 Mal für den Oscar nominiert, zuletzt 2002 für den Film “Dem Himmel so fern”.


Die Quelle lesen oder selbst ein Plakat entwerfen.

Marlon Brandos letzte Rolle: Eine Frau


Es ist nicht gerade die Rolle, in der Marlon Brando seinen Fans in unsterblicher Erinnerung bleiben wird, aber es ist seine letzte: In “Big Bug Man”, einer Animation, die erst 2006 in die Kinos kommen wird, lieh er Mrs. Sour seine Stimme.
Da Brando von seinen gesundheitlichen Problemen geschwächt war, fanden die Aufnahmen in seinem Haus statt. Auf einer Couch sitzend widmete er sich einen Nachmittag dem “Big Bug Man”-Projekt.
Laut Bob Bendetson, seines Zeichens Autor und Co-Regisseur des Films, war es immer schon ein Traum Brandos, einmal im Leben eine Frau in einem animierten Film zu spielen. Wen wundert es da, dass sich Brando auch entsprechend vorbereitet hat. Während der Aufnahmesession machte er jeder Drag-Queen schärfste Konkurrenz - Brando hatte ein Kleid, eine blonde Perücke und weiße Handschuhe an, selbstverständlich hat er sich auch mit Make-up stylisch auf den letzten Stand gebracht. Method Acting? Naja.[story]

21 Emmy-Nominierungen für “Angels in America”


Heute wurden die Nominierungen für die Emmy-Awards bekannt gegeben.
Mit 21 Nominierungen führt die TV-Mini-Serie “Angels in America” den Reigen der aussichtsreichsten Gewinner-Kandidaten an, knapp gefolgt von “The Sopranos” mit 20 Nominierungen.
Die Emmy-Awards gehen am 19. September im Los Angeles Shrine Auditorium über die Bühne. [story]

Endlich darf der “Smallville-Superman” fliegen


Keine Flugszenen, das war in den ersten drei Staffeln von Smallville, der Serie über die Jugendjahre von “Superman”, das Credo der Produzenten - in der vierten Staffel ist es nun aus mit diesem Firlefanz. Es wird Flugszenen geben, freilich nicht, wie man sich das erwarten könnte, so die Produzenten. Na dann … Hauptsache er tut, was er tun soll. [story]

Das Performing Center Austria präsentierte: 365 Days


[Das Ensemble der Kinder- und Jugendtanzabteilung des Performing Center Austria; Foto: Martin Bruny]

Die Highlights des vergangenen Jahres aus den Abteilungen PERFORMING ARTS STUDIOS VIENNA, PERFORMING TALENTS, PERFORMING CENTER YOUTH COMPANY sowie die besten Choreographien der erfolgreichen KINDER- UND JUGENDTANZABTEILUNG präsentierte das Performing Center Austria am 23. Juni 2004 im Wiener Theater Akzent.
Vor ausverkauftem Haus zeigten sich die Talente, angehenden Performer und tanzbegeisterten Kids von ihrer besten Seite. Das Programm reichte von “Mozart!” (”Irgendwo wird immer getanzt”) über “Tanz der Vampire” (”Santas laden zum Tanz”) und “Der Glöckner von Notre Dame” (”God help the Outcast”) bis zu Finix, einem Musical von Michael Schnack (Musik), das in einer Neubearbeitung unter der Regie von Hannes Muik vor wenigen Wochen im Wiener Raimundtheater zu sehen war.
Eine gelungene Abschlußshow mit viel Power und bester Laune.



[Fotos: Martin Bruny]

Ray Charles (1930-2004)

Ray Charles, the Grammy-winning crooner who blended gospel and blues in such crowd-pleasers as “What’d I Say” and heartfelt ballads like “Georgia on My Mind,” died Thursday, a spokesman said. He was 73. Charles died at his Beverly Hills home surrounded by family and friends, said spokesman Jerry Digney. [Story]

Kultur des Sterbens?


Ronald Reagan ist tot. Was meint CNN dazu? Man spricht von “almost perfect timing”, jaja, klar, wir stehen ja am Vorabend des D-Days. CNN definiert die “Kultur des Sterbens” neu.

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