Was passiert, wenn mal alle Alfreds bei “Tanz der Vampire” krank sind?
Thomas Klotz, derzeit als “Neal kellerman” in “Dirty Dancing” (Hamburg) zu sehen, hat da eine nette Geschichte auf Lager. Nachzulesen im Forum seiner Website.
Thomas Klotz, derzeit als “Neal kellerman” in “Dirty Dancing” (Hamburg) zu sehen, hat da eine nette Geschichte auf Lager. Nachzulesen im Forum seiner Website.
Ein attraktives Programm bietet das Wiener Raimund Theater allen “Töchtern” dieses Landes am 26. April 2007.
- Begrüßung und Vorstellung des Unternehmens durch Herrn Dir. Mag. Löwy im Zuschauerraum
- Eine Führung durch das Raimund Theater
- Vorführung des »Making of Rebecca«
- Jause (wird durch die Vereinigten Bühnen Wien organisiert)
- Präsentation der Abteilungen und ihrer Tätigkeiten (Requisite, Bühne, Beleuchtung) inkl. Vorführung der Versenkung der Manderleytreppe inkl. Feuereffekte und Trockeneisnebel.
- 1. Gruppe Workshop Maske
- 2. Gruppe Workshop Kostüme/Ankleider
- 1. Gruppe Mittagspause
- 1. Gruppe Präsentation der Abteilung Ton
- 2. Gruppe Mittagspause
- 1. Gruppe Workshop Kostüme/Ankleider
- 2. Gruppe Workshop Maske
- 2. Gruppe Präsentation der Abteilung Ton
- Abschlußrunde / Feedback
- Ende der Veranstaltung
Tolle Sache. Ein bisschen politisch Unkorrektes würde mir noch dazu einfallen. Ein “Burschentag” wär auch nicht schlecht. Da könnte man den Kids zeigen, wie man Manderley abfackelt, wie man sich in “Romeo & Julia” effektvoll ersticht, von Türmen hüpft und dergleichen mehr. Oder, wie sag ich’s bloß, einfach mal wieder ein “Tag der offenen Tür” für alle.
Eine recht lustige Beschwerde über “Elisabeth in Japan” geistert derzeit auf YouTube herum. Hier der LINK.
Überlegt hatte ich mir einen Aprilscherz (beispielsweise die Ankündigung der österreichischen deutschestsprachigen premierenhaften »Welturaufführung« von “Mundi Sackbauer”, dem ersten österreichischen Proletenmusical, aber ich will ja niemanden mit Besetzungsgerüchten beleidigen), doch das reale Leben ist manchmal noch viel lustiger. In der “Berliner Zeitung” von voriger Woche ist ein Interview mit Stage-Entertainment-Vorstand Maik Klokow zu lesen, in dem dieser ein wenig über das Musical an sich in Deutschland philosophiert.
Recht lustig finde ich ja schon die Passage über die Gründe für den “42nd Street”-Flop. Auf die Frage “Lag es am Titel?” antwortet Klokow unter anderem:
Zum Teil vielleicht. Nicht jeder ist mit der englischen Sprache vertraut. Wir hatten telefonische Bestellungen, da orderte jemand “Zwei Karten für 4-2-N-D”.
Einen Schritt lustiger dann die Antwort auf die Frage: “Warum kopieren Sie nicht einfach 20 mal ihre Erfolge wie “Mamma Mia!” oder “König der Löwen” in 20 verschiedenen Städten?”
Das ist nicht unser Ansatz.
“Mamma Mia!” läuft demnächst eh “nur” in drei verschiedenen deutschen Städten gleichzeitig. So weit davon entfernt scheint der Ansatz der Stage also nicht wirklich zu sein. Aber das Meisterstück liefert Klokow mit seiner Antwort auf die Frage: “Was braucht ein Musical, um erfolgreich zu sein?”
Ganz allgemein gesagt: Das Wichtigste ist die Geschichte. Ein Musical braucht eine gute Geschichte, denn es ist kein Konzert. Eine solche Geschichte suchen wir noch für “Wind of Change”. Zweitens natürlich die Musik, einen Musikkatalog von 20 bis 23 Songs, die die Geschichte nicht nur begleitet, sondern vorantreiben muss. Das sind schon 80 Prozent des Erfolges.
E-n-d-l-i-c-h ist mir klar, warum es so wenig Cast-CDs von deutschen Musicalproduktionen gibt. Wenn die Geschichte so wichtig ist, schau ich im Plattenladen sicher am falschen Eck nach. Ich müsste wohl in der Abteilung “Hörspiele” nachgucken. Oder in der Sprache Klokows: Ein Musical braucht vor allem einen perfekten Score, wunderbare Songs, denn es ist kein Sprechtheater.
Der 10. März 2007 wird wohl als jener Tag in die Geschichte eingehen, an dem der Wiener Staatsoperndirektor Ioan Holender den wahren Grund für die Theatermisere unseres Landes via “Österreich” aufgedeckt hat. Des Rätsels Lösung lautet:
“Politiker, Journalisten oder vermeintliche Promis pilgern zu Premieren und beanspruchen Freikarten. Die Folge: Gut besuchte Theater gehen bankrott. Karteneinnahmen sind aber wichtig für den Erhalt.”
Nein, nein, diese Sätze, die eigentlich so sinnvoll sind wie: “Morgen ist Sonntag, übermorgen ist Montag, es ist aber wichtig, dass jeden Tag die Sonne aufgeht”, diese Sätze also sind nicht aus irgendeinem Zusammenhang gerissen. Sie stehen genau so in der wunderbaren Tageszeitung “Österreich” vom 10. März 2007 auf Seite 21. Holender darf da täglich über Gott und die Welt plaudern und hat wohl keinen Endredakteur exklusiv zur Verfügung gestellt bekommen, der auch etwas Zusammenhang aus dem Zeichenkonvolut zu kitzeln imstande ist.
Was also wäre die Lösung? Premieren gehen ohne Journalisten, Politiker und “vermeintliche Promis” über die Bühne. Na, das passiert ohnedies recht oft. Allzu viele Politiker verirren sich nicht wirklich oft ins Theater. Journalisten würden sicher auch Events finden, die eine gewisse Berichterstattung zu schätzen wissen und die “vermeintlichen Promis”, die haben auch so genug Partys mit Gratisbuffet. Wenn DANN “gut besuchte Theater” nicht bankrott gehen, na das wär es doch wert.
Nur, wieso gehen eigentlich gut besuchte Theater bankrott? Ein einziger Premierenabend reicht dafür schon? Okay, wenn wir vom Theater an der Wien sprechen, dann vielleicht, denn da geht der Vorhang nur ein paar Mal pro Jahr auf, aber sonst?
Aber es ist ein so schönes Zitat, das muss man gleich noch einmal bringen:
“Politiker, Journalisten oder vermeintliche Promis pilgern zu Premieren und beanspruchen Freikarten. Die Folge: Gut besuchte Theater gehen bankrott. Karteneinnahmen sind aber wichtig für den Erhalt.”
Ja, die Theater haben es nicht leicht, immer diese Schmarotzer.
Roland Geyer, der Intendant der Oper im Theater an der Wien, muss lustig drauf gewesen sein, als er den Journalisten der Kronen Zeitung folgenden Satz ins Mikrofon diktierte:
“Wir bekommen 21,5 Millionen Euro, die Volksoper hingegen 33 Millionen Euro. Da müssen wir verhandeln.” [Kronen Zeitung, 28. Januar 2007, S. 34]
Na, das denke ich auch. Die Volksoper, das sollte man nicht vergessen, hat nicht 100, 200 oder sogar mehr Schließtage pro Jahr, so wie das Theater an der Wien in seiner post-Musical-Ära. Das sollte man bei Subventionen durchaus berücksichtigen und diese für die Oper im Theater an der Wien eventuell auf 5 bis 10 Millionen Euro zurückdrehen.
… und zwar sowohl über die Form als auch über den Inhalt.
“Die mehrjährige Dauer des Wiener Theaterreform-Prozesses mit all seinen Höhen und Tiefen macht deutlich, daß das Reformieren an sich ein zutiefst performativer Akt ist, der moderne theatrale Produktionsprozesse unter postmodernen Bedingungen neu gestaltet. Die Konsequenz dieser Theaterreform positioniert Wien im europäischen Städtvergleich - weit vor Berlin und Zürich mit ihren Reformationsmodellen - als Ort progressiver Umsetzung zeitgenössischen Theaterdiskurses.”
Andrew Lloyd Webber sieht (wieder mal) das Ende des Musicals am Horizont. –> [story]
Der ORF meldet auf seiner News-Plattform am 6.12.2006:
Wie der ORF im Text selbst anmerkt, bedeutet die Abkürzung ISBN: Internationale Standardbuchnummer. Demgemäß bedeutet “ISBN-Nummer”: Internationale Standardbuchnummer-Nummer.
Also ich find das immer wieder lustig.
Eine neue Tageszeitung ist in Österreich an den Start gegangen, “ÖSTERREICH!”, so der sinnige Name, herausgegeben von Wolfgang Fellner, der mit mehr als einem Dutzend Zeitungsgründungen seit Jahrzehnten erfolgreich im Business ist. Wie es halt so üblich ist, braucht eine neue Zeitung vor allem am Beginn schön täglich eine knackige Schlagzeile. Im Fall von “ÖSTERREICH” lautet die Schlagzeile des zweiten Erscheinungstages: “Oper plant Coup: Netrebko in Musical”. Wiens Staatsopern-Direktor Ioan Holender würde gerne, so “ÖSTERREICH”, für seine letzte Spielzeit Anna Netrebko und Rolando Villazon als Stars einer Produktion des Musicals “West Side Story” gewinnen.
Selten so gelacht, Herr Holender. Uns ist allen noch die unglückselige Einspielung dieses Musicals mit Josà© Carreras & Kiri Te Kanawa in Erinnerung, wo der Wohlklang der Stimmen an der Glaubwürdigkeit derselben zerbrach. Gerne wird über die “West Side Story” gesagt, sie sei ja “eigentlich” eine “amerikanische Oper”, ich sehe das nicht so. Ich würde gerne Musicalstimmen hören, wenn ich eine Produktion der “West Side Story” besuche, und ich würde gerne Darsteller sehen, die auch altersmäßig noch halbwegs mit den Rollenvorgaben im Einklang sind.
Nun, Herr Holender hat, wie jüngst, als er über die Vereinigten Bühnen Wien philosophierte und meinte “die Soße aus Musical und Oper funktioniere nicht”, wieder mal ein paar Leute amüsiert, das ist ja auch etwas. Vielleicht gibt es nach seiner Karriere als Operndirektor ein neues künstlerisches Zuhause für ihn im Simpl.