Mermaiding ist seit Mitte der 2010er-Jahre in Deutschland und Österreich ein Trendsport, wenn auch der einer eher kleinen, allerdings sehr aktiven Nische, so gibt es die von der Profi-Meerjungfrau »Mermaid Kat« gegründete Mermaid Kat Academy in Potsdam.
Entstanden ist das moderne Mermaiding ursprünglich in den USA mit Ausprägungen wie Unterwasser-Shows, ikonischen Filmen bis hin zu Freizeitparks.
Der Weg zum Massenphänomen wird hierzulande von ein paar administrativen Hürden behindert, zum Beispiel von Flossenverboten in den Wiener Sommerbädern. Aber vielleicht ändert sich das ja demnächst, wenn die brandneue deutsche Young-Adult-RomCom-Serie »Mermaids to Lovers« (RTL) zum Hit werden sollte.
Mermaiding ist natürlich mehr als eine Trendsportart. Es steht für Genderfluidität, einen Aspekt, den man in den klassischen Disney-Märchen – etwa in »Arielle« – nur in Ansätzen findet. Für die Kunsthistorikerin Petra Stegmann steht die Meerjungfrau heute »nicht mehr nur für reine Weiblichkeit, sondern für den fließenden – ›fluiden‹ – Übergang zwischen den Geschlechtern«. Sie betont das »Dazwischen« als zeitgemäßes Identitätsmodell. Indem „Mermaids to Lovers“ einen Meermann (Philip Günsch) ins Zentrum der sonst klar weiblich codierten Meerjungfrauenfantasie rückt, übersetzt die Serie diese Idee zumindest ansatzweise in eine Popkulisse aus Chlorwasser, Insta-Feeds und Glitzerflossen.
»Mermaids to Lovers« (RTL)
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