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Die Grünen sind draufgekommen, dass sie “früher einen Blödsinn geredet haben”

… was die Vereinigten Bühnen Wien betrifft (siehe –> hier), was ja nicht so schlimm wäre, nur reden sie ja schon wieder Blödsinn, wenn Herr Chorherr meint:

“Ja, man kann das billiger machen, keine Frage”, gab Chorherr zu bedenken. Man könne natürlich das Orchester einsparen. Das würde jedoch gleichzeitig eine Rückkehr zu prekären Arbeitsplätzen bedeuten. Ob man das wolle, darüber müsse man nachdenken.

Doch wie auch immer, die Grünen haben am Mittwoch im Gemeinderat dafür gestimmt, die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) im kommenden Jahr mit 37,1 Mio. Euro auszustatten. Noch vor einem Jahr hatte sich deren Urteil in Sachen VBW anders angehört.

Link
- ORF: Millionensubvention an Vereinigte Bühnen
- ots.at: VP-Leeb: Vereinigte Bühnen bekommen wieder 40 Millionen an Förderungen
- ots.at: SP-Woller: Vereinigte Bühnen Wien sind ein einmaliges Erfolgsprojekt
- vorarlberg.online: Grüne Zustimmung für Millionensubvention an Vereinigte Bühnen Wien
- ots.at: Grüne Wien/Werner-Lobo zu Kulturbudget: Versprochene Struktur- maßnahmen werden umgesetzt

ATV featured “Der Lebkuchenmann”

Am 14. Dezember 2010 ging im Wiener Renaissancetheater die Premiere von David Woods “Der Lebkuchenmann” über die Bühne. “Highlights” - das Kulturmagazin des österreichischen Senders ATV - brachte in der Ausgabe vom 12. Dezember einen Bericht zur Produktion, abzurufen online –> hier. [Der Bericht startet bei 00:11:13.]

Wien Silvesterpfad: “Ensemble Kaiserwalzer” mit “Die Musicalstadt Wien”

Wenn am Silvesterabend am Wiener Stephansplatz die Böller krachen, und die krachen da schon am frühen Abend, dann wird in zwei Showblöcken eine Gruppe namens “Ensemble Kaiserwalzer” ein Program mit der Bezeichnung “Die Musicalstadt Wien” präsentieren.

20.05 – 20.30 Uhr: “Die Musicalstadt Wien” - Ensemble Kaiserwalzer
22.20 – 22.45 Uhr: “Die Musicalstadt Wien” – Ensemble Kaiserwalzer

Link
- stadt-wien.at: Der Silvesterpfad 2010

Wiener Kulturpolitik nach der Wahl: die Grünen als “Appendix der SPÖ”?

Nach der Wahl ist nach der Wahl, bis es halt wieder mal vor der Wahl ist, und bis dahin werden wohl die Attacken der Wiener Grünen auf zum Beispiel die Vereinigten Bühnen Wien ausbleiben.

Doch keine Angst, die ÖVP kann nun zwei Ziele verfolgen: die VBW und die Grünen, die laut der Kultursprecherin der ÖVP, LAbg. Isabella Leeb, nunmehr als “Appendix der SPÖ” auftreten. Oder etwas ausführlicher:

[Es] ist endgültig klar, dass die Grünen aus Machthunger sämtlichen Gestaltungswillen an der Garderobe der SPÖ abgegeben haben. Es erwarten uns also weitere fünf Jahre phantasieloser sozialistischer Kulturpolitik mit intransparenter Finanzierung.”

Link
- www.ots.at: VP-Leeb: Grüne verteidigen sinkendes Kulturbudget von Mailath-Pokorny

Hurra, wir leben noch oder: Becoming Peter Pan - die Presseprobe ist gelaufen

Ohne Attentat auf die Künstler und Direktoren des Wiener Schubert Theaters ist die heutige Presseprobe von “Becoming Peter Pan” über die Bühne gegangen. Einen Bericht davon gibt es auf W24.at zu sehen, und zwar –> hier.

Webtipp: Ephraim Levi - das Produktionsmaskottchen der Wiener Volksoper bloggt

Nur ein Bruchteil aller Schauspieler hat eine eigene Website, wie schön ist es da doch zu sehen, dass an der Wiener Volksoper die Uhren anders laufen: da hat sogar das Produktionsmaskottchen des Hauses einen eigenen Blog (aber natürlich nur ein Bruchteil aller Sänger): Ephraim Levi ist der Name des Maskottchens, und zum Blog gehts –> hier

Golden Globes 2010 - die Nominierungen

Die Nominierungen für die 68. Golden Globe Awards wurden bekannt gegeben. Die wichtigsten Kategorien und die Sieganwärter:

BEST MOTION PICTURE – COMEDY OR MUSICAL
- ALICE IN WONDERLAND (Walt Disney Pictures; Walt Disney Studios Motion Pictures)
- BURLESQUE (Screen Gems; Sony Pictures Releasing)
- THE KIDS ARE ALL RIGHT (Antidote Films, Mandalay Vision, Gilbert Films; Focus Features)
- RED (di Bonaventura Pictures; Summit Entertainment)
- THE TOURIST (GK Films; Sony Pictures Releasing)

BEST PERFORMANCE BY AN ACTRESS IN A MOTION PICTURE – COMEDY OR MUSICAL
- ANNETTE BENING (The Kids are all right)
- ANNE HATHAWAY (Love and other drugs)
- ANGELINA JOLIE (The Tourist)
- JULIANNE MOORE (The Kids are all right)
- EMMA STONE (Easy A)

BEST PERFORMANCE BY AN ACTOR IN A MOTION PICTURE – COMEDY OR MUSICAL
- JOHNNY DEPP (Alice in Wonderland)
- JOHNNY DEPP (The Tourist)
- PAUL GIAMATTI (Barney’s Version)
- JAKE GYLLENHAAL (Love and other Drugs)
- KEVIN SPACEY (Casino Jack)

BEST SCREENPLAY – MOTION PICTURE
- DANNY BOYLE, SIMON BEAUFOY: 127 HOURS
- LISA CHOLODENKO, STUART BLUMBERG: THE KIDS ARE ALL RIGHT
- CHRISTOPHER NOLAN: INCEPTION
- DAVID SEIDLER: THE KING’S SPEECH
- AARON SORKIN: THE SOCIAL NETWORK

BEST ORIGINAL SCORE – MOTION PICTURE
- ALEXANDRE DESPLAT: THE KING’S SPEECH
- DANNY ELFMAN: ALICE IN WONDERLAND
- A.R. RAHMAN: 127 HOURS
- TRENT REZNOR, ATTICUS ROSS: THE SOCIAL NETWORK
- HANS ZIMMER: INCEPTION

BEST ORIGINAL SONG – MOTION PICTURE
- «BOUND TO YOU” — BURLESQUE / Music by: Samuel Dixon / Lyrics by: Christina Aguilera, Sia Furler
- «COMING HOME” — COUNTRY STRONG / Music & Lyrics by: Bob DiPiero, Tom Douglas, Hillary Lindsey, Troy Verges
- «I SEE THE LIGHT” — TANGLED / Music by: Alan Menken / Lyrics by: Glenn Slater
- «THERE’S A PLACE FOR US” — CHRONICLES OF NARNIA: THE VOYAGE OF THE DAWN TREADER / Music & Lyrics by: Carrie Underwood, David Hodges, Hillary Lindsey
- «YOU HAVEN’T SEEN THE LAST OF ME” — BURLESQUE / Music & Lyrics by: Diane Warren

BEST TELEVISION SERIES – COMEDY OR MUSICAL
- 30 ROCK (NBC)
- THE BIG BANG THEORY (CBS)
- THE BIG C (SHOWTIME)
- GLEE (FOX)
- MODERN FAMILY (ABC)
- NURSE JACKIE (SHOWTIME)

BEST PERFORMANCE BY AN ACTRESS IN A TELEVISION SERIES –COMEDY OR MUSICAL
- TONI COLLETTE (United States of Tara)
- EDIE FALCO (Nurse Jackie)
- TINA FEY (30 Rock)
- LAURA LINNEY (The Big C)
- LEA MICHELE (Glee)

BEST PERFORMANCE BY AN ACTOR IN A TELEVISION SERIES – COMEDY OR MUSICAL
- ALEC BALDWIN (30 Rock)
- STEVE CARELL (The Office)
- THOMAS JANE (Hung)
- MATTHEW MORRISON (Glee)
- JIM PARSONS (The Bang Theory)

BEST PERFORMANCE BY AN ACTRESS IN A SUPPORTING ROLE IN A SERIES, MINI-SERIES OR MOTION PICTURE MADE FOR TELEVISION
- HOPE DAVIS (The Special Relationship)
- JANE LYNCH (Glee)
- KELLY MACDONALD (Boardwalk Empire)
- JULIA STILES (Dexter)
- SOFIA VERGARA (Modern Family)

BEST PERFORMANCE BY AN ACTOR IN A SUPPORTING ROLE IN A SERIES, MINI-SERIES OR MOTION PICTURE MADE FOR TELEVISION
- SCOTT CAAN (Hawaii Five-0)
- CHRIS COLFER (Glee)
- CHRIS NOTH (The Good Wife)
- ERIC STONESTREET (Modern Family)
- DAVID STRATHAIRN (Temple Grandin)

Eine Liste mit allen Nominierungen gibt es –> hier

Theater der Jugend: Just so [2010]

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Eine perfekt ins Programm passende Show, gut überlegtes Casting, eine umsichtige, phantasievolle, sehr genau ausgearbeitete Regie, eine gelungene Übersetzung, all das und noch viel mehr wünscht man sich bei Musicalproduktionen - und bekommt genau das doch eher selten zu sehen. All das und viel mehr erfüllte eine Show des Wiener Theaters der Jugend, die im Oktober und November 2010 in Wien zu sehen war: “Just so”.

Henry Mason, Oberspielleiter am Theater der Jugend in Wien, brachte “Just so” von George Stiles (Musik) und Anthony Drewe (Buch und Gesangstexte) in einer begeisternden, bunten, liebevollen und genau gearbeiteten Version auf die Bühne des größten Theater für junges Publikum in Europa. Er übersetzte den Text klug und stimmig. Da das Theater der Jugend letztlich auch eine pädagogische Aufgabe hat, die es mit vielerlei Aktionen und Angeboten erfüllt, musste er das sprachliche Niveau nun nicht unbedingt dort ansetzen, wo man den Beginn der Zielgruppe angesetzt hatte, nämlich bei 6 Jahren. Letztlich kann und soll auch das Theater als Motivation und Anreiz dazu dienen, einfach mal auch über das, was man gesehen hat, zu sprechen, und wenn das eine oder andere Wort noch nicht Teil des Wortschatzes eines der jüngeren Besucher ist, so kann man das im Anschluss an die Show oder in der Pause klären - oder aber man nutzt als Lehrer eines der Angebote des Theaters (siehe –> hier), fordert Materialien an, erarbeitet die Show mit der Klasse im Vorfeld, all das ist für diverse Produktionen des Hauses immer wieder möglich und dient dazu, junge Leute ans Theater heranzuführen. All das lohnt sich auch bei der Qualität der Stücke, die vom Theater der Jugend zur Aufführung gebracht werden. Die Abteilung Theaterpädagogik des Theaters der Jugend hat ein reiches Angebot für Lehrer und Schulen, das man nutzen sollte.

Was “Just so” allerdings auch auszeichnete: Es war es kein “Theater für Kinder”, nicht dieses “Theater für Kinder” im schlechten Sinn, wo noch in Babyslang und mit zuckersüßen Goscherln outriert wird, weil die Kleinen ja sonst vielleicht nicht mitkommen oder gar einschlafen. Sie kommen mit, man muss nur wissen, wie man eine Show anzupacken hat. “Just so” war eine jener Produktionen, für die man auch Abendvorstellungen für “erwachsenes” Publikum hätte ansetzen können, eine Idee, die bis dato noch nicht aufgegriffen wurde. “Just so” war letztlich eine der besten Musicalproduktionen in Wien 2010.

Auf der Bühne eine Cast, die man so auch bei jeder Produktion von sogenannten “großen” Musicalbühnen finden kann. Einen Namen im Musicalbusiness haben nicht nur Norman Stehr (”Cabaret der verlorenen Seelen”), Wolfgang Türks (”Frühlings Erwachen”), Jan Hutter (”Rudolf”) und Christoph Sommersguter (”Rebecca”). Für “Just so” suchte man die Idealbesetzung und fand sie auch in Thomas Smolej, Robert G. Neumayr, Christian Graf, Daniela Dett, Uwe Achilles, Julia Tiecher, Natalie Ananda Assmann und Lynne Williams.

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Jedes Element der Show dient der Geschichte, die erzählt wird. Weder sind die Schauspielszenen dazu da, um die Pausen zwischen den einelnen Songs zu überbrücken, noch dienen die Songs dazu, um dem Ganzen überhaupt eine Musicalform zu verleihen, und auch die Tanzelemente sind nicht einfach da, weil halt in einem Musical getanzt werden muss, sondern sind großartig durchdacht und wichtiger Bestandteil der Charakterisierung jeder einzelnen Figur. Jede der Figuren ist von den Schauspielern genau erarbeitet, ist wiedererkennbar und einzigartig in Sprache, Kostüm, Mimik und Choreographie. Bis hin zu den kleinsten Details sind Figuren wie das Zebra oder der Kolokolovogel choreographiert, auch die Stimmführung ist der jeweiligen Figur angepasst. Für den Jaguar und den Leoparden hat man sich eine Art Wiener Strizzi-Dialekt einfallen lassen, die eingesetzten Tanzschritte, die Art und Weise, wie sich Thomas Smolej und Christoph Sommersguter bewegen - ein fein erarbeitets Konzept, das spielerisch durchgezogen wird, und so bleiben die Figuren auch noch Wochen, nachdem man die Aufführung gesehen hat, lebhaft im Gedächtnis. Jeder der Schauspieler spielt eine Vielzahl an Rollen und geht in der jeweiligen Rolle auf. Es ist schön zu beobachten, wie sie mit ihrem Schauspiel, mit ihrem Tanz und auch mit ihrem Gesang, gleichwertig, beim Publikum Emotionen auslösen. Denn darum geht es letztlich auch beim Theater: Emotionen auszulösen. Denn das ist es, was man dem Publikum schuldet: Emotionen auszulösen. Keiner hat im Publikum das Recht vom Schauspieler echte Emotion auf der Bühne zu fordern, aber der Schauspieler ist es seinem Publikum schuldig, es glauben zu machen, dass sie echt sind und echte Emotionen auszulösen. Dazu braucht man handwerkliches Können, Technik, dazu muss man Szenen genau erarbeitet haben - keiner hat etwas davon, wenn viel Geld in ein enormes Maß an Bühnentechnik, in 20 Tonnen Licht- und Soundequipment investiert wird und dann auf der Bühne, im entscheidenden Moment, wenn zwei Schauspieler sich einander gegenüberstehen, durch fehlende Technik nichts passiert außer schulisches Aufsagen von Text. Da haben dann nicht nur die Schauspieler versagt, sondern auch der Regisseur, und auch der Produzent, der nicht rechtzeitig eingegriffen hat. All das ist bei “Just so” in keiner Sekunde der Fall, und nicht zuletzt das, diese wohltuende umfassende Professionalität (im Umfeld so vieler Produktionen für “jugendliches” Publikum, die das in dem einen oder anderen Bereich nicht leisten können), die in Emotionalität mündet, war ein Erfolgsrezept dieser Produktion.

Auch wenn es Schauspieler gibt, die der Meinung sind, dass sie nicht verstehen, wie man überhaupt von einer guten oder schlechten Inszenierung sprechen kann, wie beispielsweise Otto Schenk auf der Buchwoche vor ein paar Wochen: Die Regie bei “Just so” war grandios. Keine Sekunde hatte man das Gefühl, dass man verloren gehen könnte in der Aufführung, immer war klar, dass und auch welche Geschichte erzählt wurde. Robert G. Neumayr als “Der älteste Magier” hatte da die Fäden in der Hand und erdete die Show immer wieder, nach jeder der vielen Einzelszenen, leitete und steuerte den Spielfluss, souverän, sympathisch. Das ist umso wichtiger, als es viele Shows gibt, bei denen man schon nach zehn Minuten eigentlich nicht mehr weiß, ob Regie überhaupt existiert. Es mag also sein, dass man hier etwas bewertet, was zu einem Großteil nur Intuition ist, oder ein Zusammenspiel von vielen Faktoren, dem man dann das Label “Regie” aufdrückt, aber “Just so” zeichnete auch das Gefühl aus, dass bestimmte Szenen gar nicht anders als genau so auszusehen haben, gleichzeitig wurde man immer wieder überrascht von großartig inszenierten Hymnen wie jener vom “Limpopo-River”, ein Showstopper schlechthin, von Solos wie jenem des Kolokolovogels, gegeben von Daniela Dett, die dem Publikum in einem einzelnen Song schon das ganze Leben und Schicksal dieser Figur eröffneten. Und das gesungen und gespielt mit wunderbaren Nuancen, mit einer Mimik und Gestik, die den Schauspieler gänzlich hinter die dargestellte Figur treten ließen. Jede der Einzelszenen, ohne Ausnahme, war ein Erlebnis, sei es jene des Krokodils (Wolfgang Türks), schaurig auch durch die Soundeffekte, jene des Nashorns (Jan Hutter), des Parsen und seiner Backkünste (Norman Stehr), des Kängurus (Wolfgang Türks), jene der beiden Strizzis Jaguar & Leopard und natürlich die Geschichte all dieser Geschichten, nämlich wie das ewig fragende und neugierige Elefantenkind (Christian Graf) alle vor dem bösen bösen Pau Amma, einem riesigen Krebs, rettet. Einfach ein herrlicher Spaß für Menschen, die Märchen mögen, egal, wie alt sie sind.

Das Theater der Jugend sollte auf diesem Weg bleiben, und am besten keine Produktionen mehr von anderen Bühnen für die eigene Klientel ins Programm nehmen, kein “Tanz der Vampire” mehr zum Beispiel. Schlicht und einfach, weil man es nicht nötig hat und über genügend Kompetenz verfügt, ein eigenes Profil im Musicalbereich, der ja nur ein Teil des Angebots ist, zu entwickeln. Ja, im Gegenteil, vielmehr sollte man eigene Produktionen anderen Häusern anbieten, sie auf Tour schicken, sie wiederaufnehmen, sie ganz lange spielen.

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Inhalt
Es ist die Zeit der ersten Anfänge: Noch hat das Nashorn keine Falten, der Leopard keine Flecken und der Elefant keinen Rüssel. Der älteste Magier ermutigt alle Tiere, zu ihrer Einzigartigkeit zu finden. Der Krebs schießt dabei übers Ziel hinaus: Gierig frisst er sich durch die Weltmeere und wächst dabei ins Riesenhafte, bis er bei der täglichen Futtersuche halb Afrika und Indien unter Wasser setzt. Die Flutopfer resignieren – gegen so einen Feind kann man nichts unternehmen.
Nur einer stellt das in Frage: das Elefantenkind. Es hat zum Leidwesen seiner Herde eine Frage zu allem: Warum ist der Himmel blau? Wenn es eine Missis Sippi gibt, gibt es dann auch einen Mister Sippi? Warum sagen wir dem Krebs nicht, er soll aufhören, so selbstsüchtig zu sein? Der älteste Magier stellt dem Elefantenkind den Kolokolovogel zur Seite, der sich zwar nicht fliegen traut, dafür aber auf alles eine Antwort hat. Auch auf die Frage, wo man den Krebs finden kann: am groß-grau-grünen Limpopo-Fluss nämlich.
So beginnt eine Segelfahrt ins Ungewisse, voller Überraschungen und Gefahren.
Wie der Krebs besiegt wird, wie das Nashorn Falten und der Leopard Flecken bekommt und wie die unersättliche Neugierde des Elefantenkinds ihm zu einem Rüssel verhilft, alles das erfährt man in George Stiles und Anthony Drewes bezauberndem und beschwingtem Familien-Musical. »Just So« erzählt aber auch vom Mut der Allerkleinsten und davon, wie man über den eigenen Schatten springt.

Cast
Der älteste Magier: Robert G. Neumayr
Das Elefantenkind / graues Tier: Christian Graf
Der Kolokolovogel / graues Tier: Daniela Dett
Der Parse / graues Tier / Elefant / Gnu / Wallaby: Norman Stehr
Der Kochherd / graues Tier / Elefant / Gnu / Wallaby: Uwe Achilles
Das Nashorn / graues Tier / Elefant / Gnu / Wallaby: Jan Hutter
Die Giraffe / graues Tier / Elefantenkönigin / Zutat / Wallaby: Julia Tiecher
Das Zebra / graues Tier / Elefant / Zutat / Wallaby: Lynne Williams
Der Jaguar / graues Tier / Elefantenkönig / Zutat / Gnu / Wallaby: Christoph Sommersguter
Der Leopard / graues Tier / Elefant / Zutat / Gnu / Wallaby: Thomas Smolej
Das Känguru / Das Krokodil / graues Tier / Elefant / Zutat / Gnu: Wolfgang Türks
Der Dingo / graues Tier / Elefant / Zutat / Gnu: Natalie Ananda Assmann
Die Stimme von Pau Amma: Henry Mason
Cover: Maxi Neuwirth / Wolfgang Türks

Musiker
Gerald Schuller, Bernd Alfanz, Sophie Hassfurther, Robert Pistracher, Bernd T. Rommel

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Leading Team
Musik: George Stiles
Buch und Gesangstexte: Anthony Drewe
Inspiriert durch die Geschichte von Rudyard Kipling
Deutsche Übersetzung: Henry Mason
Orchestrierung: Christopher Jahnke unter Mitarbeit von John Clancy
Regie: Henry Mason
Choreographie: Francesc Abà³s
Musikalische Leitung und Korrepetition: Gerald Schuller und Hannes Drobetz
Bühnenbild: Michaela Mandel
Kostüme: Jan Hax Halama
Licht: Frank Sobotta
Dramaturgie: Marlene Schneider
Assistenz und Inspizienz: Eva Maria Gsöllpointner
Hospitanz: Laura Söllner

Die Frage des Tages: Braucht Wien noch eine Opernbühne?

Oder anders formuliert: Warum macht ein Unternehmen, das als “Musicalunternehmen” gegründet wurde, nun nicht nur im Theater an der Wien, sondern auch im Ronacher sozusagen “Oper”? Gibt es keinerlei kreative Ideen, was ambitionierte Musicalproduktionen betrifft? Wäre ein Sondheim mit einer Aufführungsanzahl, die Herrn Casanova entspräche, zu ambitioniert, zu schwer, zu leicht, zu was …?

Die Links zur Frage des Tages:
- wien.at: Malkovich übt sich als Casanova
- news.at: Eine Frechheit, die Spaß macht: Probenstart für Musiktheaterstück mit John Malkovich
- wienweb.at: “Giacomo Variations”: Malkovich übt den Casanova
- oe24.at: John Malkovich als Casanova

Time Magazine: “Top 10 Plays and Musicals” 2010

01 When the Rain Stops Falling

The year is 2039; a man in a raincoat is being drenched by an apocalyptic rainstorm; a fish falls from the sky. That’s the opening of Australian author Andrew Bovell’s odd and extraordinary play, which runs backward and forward in time as it unravels the story of two lost souls, a Londoner and an Aussie, who hook up in an Australian roadhouse and gradually discover the unexpected connections between them. A dark play of Faulknerian complexity about the inability to escape the past, When the Rain Stops Falling was given a haunting production at New York’s Lincoln Center by hot Chicago director David Cromer.

02 Venice (Musical)

Rap musical, political parable, updated Greek tragedy, a reworking of Shakespeare’s Othello — there’s more going on in this ambitious musical than in a season’s worth of run-of-the-mill Broadway tuners. A collaboration between composer-performer Matt Sax and Eric Rosen, artistic director of the Kansas City Repertory Theatre, Venice has been honed on the road (in K.C. and Los Angeles) before a possible stab at New York. Set in a mythical country emerging from 20 years of police-state oppression, the story centers on a populist hero who returns from exile to usher in a new era. The obvious political parallels to the Bush-Obama era are leavened by moments of passionate lyricism, helped by a wonderful score from Sax, who also serves as the lucid rapping narrator.

03 The Little Foxes

Ivo van Hove, the avant-garde Flemish director known for his quirky takes on classics like Hedda Gabler and A Streetcar Named Desire, both deconstructs and reinvigorates Lillian Hellman’s famous play about a grasping Alabama family at the turn of the 20th century. With spare scenery, modern dress, a video screen spying on the offstage action and a few steps of a crucial staircase framed at center stage, the off-Broadway production (at the New York Theater Workshop last winter) eliminated most of the period trappings but lifted the emotions to operatic heights.

04 La Cage aux Folles (Musical)

Yes, there are too many musical revivals on Broadway, and yes, there are too many La Cage aux Folles revivals (the latest, perfectly decent one was just six years ago). But none of them had Douglas Hodge, the British Shakespearean actor who plays the flamboyant, cross-dressing half of the central gay couple with such intensity, humor and heart that he raises the show to a new level. Jerry Herman’s score sounds as good as ever, and Terry Johnson’s lean, grounded production (imported from London) makes you appreciate Harvey Fierstein’s well-constructed book. Isn’t that pretty close to the definition of a perfect revival?

05 Women on the Verge of a Nervous Breakdown (Musical)

Sometimes sheer craft on Broadway is undervalued. This musical, based on Pedro Almodovar’s 1988 movie, mostly got slammed by the critics, but it does more things well than many more-acclaimed but less-accomplished shows. Jeffrey Lane’s book is a deft and faithful adaptation of the movie. The stars — Patti LuPone, Sherie Renee Scott, Laura Benanti and Brian Stokes Mitchell — are a murderer’s row of Broadway musical talent, yet they rise to their big numbers without throwing the show out of whack. Best of all, David Yazbek’s melodic, Latin-influenced score is more than just good — it’s on the verge of being memorable.

06 A View from the Bridge

Liev Schreiber, one of our finest stage actors, and Scarlett Johansson, one of our newest (she won a Tony award for her Broadway debut), were a galvanizing pair in this Broadway revival of Arthur Miller’s 1955 tragedy about a Brooklyn longshoreman who develops an unhealthy obsession with his niece. Gregory Mosher’s no-nonsense production allowed the human tragedy to unfold naturally and made a good case for A View from the Bridge as one of Miller’s strongest plays.

07 A True History of the Johnstown Flood

Historical docudramas are hardly a theatrical genre in vogue these days — especially one about an 1889 flood that few people today know or care much about. But Rebecca Gilman (Boy Gets Girl, Spinning into Butter) approaches it from an offbeat angle: focusing on a traveling family theater troupe caught in the doomed Pennsylvania town on the day of the disaster. Gilman sees the tragedy as a parable of class divisions (the working-class lowlands were deluged by the bursting of a dam built to create a fishing lake for a posh country club in the hills above) but also fashions a harrowing, up-close drama of people in crisis.

08 Come Fly Away (Musical)

Sinatra songs and Twyla Tharp dancing. How could that combination miss? Well, you could say it’s a rather safe choice for the adventurous choreographer (who has visited Ol’ Blue Eyes’ music several times before) or complain about the absence of any real story. Still, what’s onstage is irresistible — both aurally (Sinatra’s vocals are enhanced by live orchestration that makes him sound better than ever) and visually, as Tharp’s corps of dancers tears through the Sinatra songbook with exuberance and technical panache.

09 Mistakes Were Made

Michael Shannon (an Oscar nominee for Revolutionary Road and co-star of HBO’s Boardwalk Empire) plays a desperate theater producer glued to his telephone headset, furiously trying to keep a dozen errant balls in the air as he struggles to prevent a shaky Broadway project about the French Revolution from crashing. Craig Wright’s satire of showbiz phoniness is pretty familiar, but there’s enough perplexing filigree (a hostage crisis in Iraq, a hungry tropical fish in the office) to make Mistakes Were Made far more than an extended episode of Entourage. And Shannon’s nerve-racking, no-holds-barred performance as the type-A-plus producer is brilliant.

10 The Scottsboro Boys (Musical)

The songwriting team of Kander and Ebb (Cabaret, Chicago), in their last collaboration before the latter’s death in 2004, go for Chicago-like irony in recounting an infamous civil rights case from the 1930s — in which nine black Southern youths were unjustly convicted of raping two white women — as a jaded minstrel show. The gears don’t always mesh; the show could have used a little more history, and a little more razzmatazz too. But Susan Stroman’s courageous, dance-filled production doesn’t trivialize the issues, and Joshua Henry gives a powerful performance as the most prominent of the unfairly accused.

Link
- Time Magazine: The Top 10 Everything 2010

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