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Günter Mokesch: Tourauftakt im Wiener Metropol

1983 startete der österreichische Sänger, Komponist, Musicaldarsteller und Autor Günter Mokesch, Künstlername “MO”, seine Karriere mit seiner ersten Singleveröffentlichung “Liebe, Brot und tausend Küsse”. Bis 1987 sollte es mit dem großen Durchbruch dauern - der kam mit dem Hit “Send me Roses”. Es folgten acht Solo-CDs, und MO wurde Musicaldarsteller, unter anderem spielte er am Wiener Raimund Theater in der deutschsprachigen Erstaufführung des Musicals “Der Kuss der Spinnenfrau” die Rolle des Molina (Premiere: 28. November 1993).

Im Leben nach der Karriere als Popstar und Musicaldarsteller gründete Günther Mokesch die Musikproduktionsfirma “MO MUSIC” und produzierte Film-, TV- und Werbemusiken. Ab 2002 widmete er sich dem Kabarett, tourte mit drei Soloprogrammen und wurde Künstlerischer Leiter des dreiwöchigen Kleinkunstfestivals “Kaberett & Comedy Krems”.

Im Oktober 2010 präsentierte Günter Mokesch sein neuestes Album “Hallelujah” mit zehn neuen Songs und einer Pianoversion des Evergreens “Send me Roses”.

Im Frühjahr 2011 geht MO mit der “Schönsten Band der Welt” (Rüdiger Kostron - Bass, Markus Adamer - Schlagzeug, Thomas Eder - E-Gitarre, Christian Beckermeister - Gitarre, Martin Mader – Keyboards) auf Tour. Der Tournee-Auftakt findet am 22. März 2011 im Wiener Metropol statt. Zu hören sind die neuen Songs von der CD “Hallelujah” sowie die bekannten Hits wie “Send me roses”, “Wild Wild Wild” oder “Face of love” in neuen Arrangements.

Tickets gibt es –> hier.

Links
- MO MUSIC
- MO @Facebook
- Wiener Metropol

Ruth Benjamin and Arthur Rosenblatt: Movie Song Catalog

Ruth Benjamin ist Romanautorin, ihr Ehemann Arthur Rosenblatt ist Architekt. Was die beiden dazu brachte, dieses Lexikon der Songs von 1460 amerikanischen und englischen (Musical-)Filmen, die im Zeitraum von 1928 bis 1988 in die Kinos kamen, zusammenzustellen? Die Liebe war’s – zum Film, zur Musik, zu den Künstlern. 1993 ist das Buch erstmals erschienen, nun liegt ein Reprint dieses Werks vor.
Für jeden Film gibt es die vollständigen Produktionsangaben, Filmtitel, Entstehungsjahr, Entstehungsland, Infos zu den Orchestern und Bands, die man in den Filmen hört und sieht sowie Angaben zu den Background-Vocals. Man erfährt, welche Sänger zu sehen sind und ob diese Sänger auch dann tatsächlich zu hören sind oder gedubbed wurden. Für jeden Film werden Regisseur, musikalischer Leiter, Komponist etc. aufgelistet. Zitate aus Filmkritiken aus der »Variety« und der »New York Times« sowie kleine Hinweise auf die besondere Bedeutung des einen oder anderen Films runden das Buch ab. So erfährt man über »High, Wide and Handsome« (USA, 1937): »The only musical Hammerstein and Kern ever wrote specifically for the screen.«
Recherchierbar ist das Werk entweder alphabetisch nach den Filmnamen oder durch drei verschiedene Indizes (Performer, Songwriter, Song). Kompakter findet man die Daten zu diesen Filmen kaum wo. Schön wäre es, wenn jemand sich die Mühe machen würde, ein Update für den Zeitraum ab 1989 zu erarbeiten.

Ruth Benjamin and Arthur Rosenblatt: Movie Song Catalog. Performers and Supporting Crew for the Songs Sung in 1460 Musical and Nonmusical Films, 1928–1988. McFarland, Jefferson 2011. 352 S.; (Softcover) ISBN 978-0-7864-6721-1. E-Book: 978-0-7864-8769-1 $ 30,00. [www.mcfarlandpub.com]

Jim Volz: Working In American Theatre

Wenn es unter all den Büchern, die zum Thema »Arbeiten im Bereich des Theaters« erschienen sind, so etwas eine »Eier legende Wolfmilchsau« geben sollte, dann kommt vermutlich Jim Volz’ »Working in American Theatre« einer solchen recht nahe. Erstmals 2007 und danach 2011 in einer aktualisierten Version erschienen, bietet der Autor eine Mixtur aus Ratgeber, Motivationsbuch, Strategieplaner, Geschichtsbuch sowie Schatzkistchen mit hunderten von Tipps für ganz normale und etwas ausgefallenere Jobs – und noch mehr an Tipps zum Bereich des Netzwerkens im (Musik-)Theater in Amerika. Interessant ist das Buch aber nicht nur für jene, die überlegen, in den USA im Theater-Sektor zu arbeiten, Volz präsentiert vielmehr eine derartige Unmenge an Informationen, Daten und Statements, so dass dieses Buch für alle eine interessante Lektüre ist, die sich mit dem amerikanischen (Musik-)Theater beschäftigen.
Im Kapitel »American theatre’s major employers« liefert Volz Daten, Adressen beziehungsweise Links zu weit über 1000 Theaterunternehmen, etwa zu 200 Shakespeare-Festivals, zu 130 Kindertheater-Unternehmen, 140 Musiktheater-Unternehmen; darüber hinaus bietet er eine Fülle an Daten zu Jobs auf Hochseeschiffen (25), in Themenparks (119), bei DinnerTheater-Unternehmen (30), er liefert Kontakte zu Tournee-Veranstaltern (60) und zu 40 Universitäten, die über eine professionelle Theaterschiene verfügen. In diesem Kapitel stellt er auch 99 große »League of Resident Theaters« ausführlich vor, mit Adressteil, Jobaussichten, einer Übersicht, welche Stars in den einzelnen Theatern aufgetreten sind, ob es regelmäßige Castings gibt … und vieles andere mehr.
In einem Überblick über die Theatergeschichte der USA, vor allem auch abseits des Broadway, analysiert Volz unter anderem die Bedeutung von Universitäten mit all ihren Theaterproduktionen, er betont die Wichtigkeit von Non-Profit-Theatergruppen, von denen es allein in nur vier amerikanischen Städten über 1000 gibt: New York (400), San Francisco (300), Los Angeles (210) und Chicago (140).
Volz liefert auch einen motivierenden Power-Guide und bietet wertvolle Tipps für Branchenneulinge und -einsteiger: »10 timely tips for savvy Amerian theatre artists«, »19 terrible distractions that erode productivity«, »29 wonderful ways to seize control of your own life« … Hunderte Interviews mit erfahrenen Theaterproduzenten und Künstlern hat Volz in den letzten vier Jahrzehnten geführt. Erkenntnisse daraus nutzte er jahrelang für die von ihm veranstalteten Seminare und Workshops zu den Themen »Business of Acting« beziehungsweise »Working in American Theatre«. In knapp gehaltenen Kapiteln mit knackigen Titeln liefert Volz nun eine Unmenge dieser Statements von führenden Theaterleuten aus ganz Amerika im Original. Sie erzählen aus ihrer Praxis und bieten Ratschläge für die Praxis, wertvolle und motivierende.
Eines der Kapitel seines Buches hat Volz »The American theatre employment universe« benannt. Hier finden sich auf rund 80 Seiten ausführlich beschrieben »10 pertinent publications«, »10 websites to open up our web world«, »10 challenging books to power your acting career«, »15 quirky books on working in New York City and beyond«, »10 bountiful books on directing, design, producing and production«, oder auch »10 of the friendliest American theatre cities for your consideration«, »10 service organizations«, »10 regional/national audition and job sites«, »10 unions/alliances/societes/guilds/agencies«.
Im Kapitel »Survival Strategies and directories for lifelong planning« bietet Jim Volz beispielsweise »12 tips for stress reduction«, oder »15 notes for actors from New York professionals«.
»Working in American Theatre« ist ein informativer, humorvoller Ratgeber, mit einer Unmenge an unterhaltsamen und inspirierenden Anekdoten aus dem Theaterleben eines Theaterproduzenten geworden. Höchst lesenswert!

Jim Volz: Working in American Theatre. A brief history, career guide and resource book of over 1000 theatres. Methuen Drama – An Imprint of Bloomsbury Publishing Plc, London 2011. 406 S.; (Paperback) ISBN 978-1-4081-3472-3. $ 16.99. [www.methuendrama.com]

Thomas S. Hischak: Off-Broadway Musicals Since 1919

Am Anfang könnte eine Enttäuschung stehen. Wer sich etwa erwartet, in diesem Buch mit seinen 472 Seiten um den doch stolzen Preis von 75 Dollar sämtliche Off-Broadway-Musicals seit Beginn der Geschichte penibel aufgearbeitet zu finden oder gar alle diese Shows aufgelistet mit Premierendatum, Anzahl der Vorstellungen und so weiter, der wird – natürlich – enttäuscht. Dafür würde der Platz bei weitem nicht reichen, und die Frage ist, ob eine reine Auflistung aller Produktionen auch Sinn machte. Ein solches Unterfangen, das am ehesten Statistik-Fans gefallen würde, ist auch gar nicht das Anliegen des Autors Thomas S. Hischak. Denn Hischak ist kein reiner Datensammler, er hat etwas zu sagen, er urteilt, fasst Urteile zusammen, analysiert und erzählt, und das mit spürbarem Enthusiasmus. Der Preis, man mag ihn für überzogen halten – doch ist die Anzahl derer, die sich für Sachbücher über den Off-Broadway erwärmen können, offenbar ja so gering, dass es praktisch kaum Werke zu diesem Thema gibt. Insofern ist eben dieser recht hohe Preis wiederum auf eine gewisse Weise gerechtfertigt, denn allzu hohe Auflagen wird man mit derlei Büchern nicht fahren können, und es bleibt letztlich die Frage, ob sich ein Kauf lohnt.
Thomas S. Hischak ist Professor für Darstellende Künste an der Cortland State University, Autor von 16 Sachbüchern mit den Schwerpunkten Theater, Film und populäre Musik sowie Verfasser von 20 Theaterstücken. Seine bekanntesten Sachbücher: »The Oxford Companion to the American Musical: Theatre, Film, and Television« (2008), »Theatre as Human Action: An Introduction to Theatre Arts« (2005) und »Through the Screen Door: What Happened to the Broadway Musical When it Went to Hollywood« (2004).
Hischak analysiert in seinem Buch die Entwicklung des Off-Broadways anhand von 375 ausgewählten Musicals (im weitesten Sinne), beginnend bei »Greenwich Village Follies«, einer Revue aus dem Jahre 1919, endend bei »The Toxic Avenger« aus dem Jahre 2009. Für jede dieser Shows liefert er die Basisdaten wie Uraufführungsdatum, Anzahl der gespielten Vorstellungen (auch am Broadway, so ein Transfer stattgefunden hat), Angaben zum Leading Team, zu den Darstellern, zum Theater, in dem gespielt wurde – und zu jeder dieser Shows bietet er einen Artikel, der sich eingehend mit der Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte der Produktion auseinandersetzt. Er liefert grobe Inhaltsangaben und bespricht die wichtigsten Songs. Hischaks Angaben sind vor allem bei jenen Shows wertvoll, über die man heute nur sehr schwer an Informationsmaterial kommt. In das Buch aufgenommen wurden ganz und gar nicht nur die Hits des Off-Broadways. Auch den Flops, die nur wenige Vorstellungen erlebten, wie etwa »Valmouth« von Sandy Wilson, wird viel Aufmerksamkeit geschenkt. Mit Sicherheit hat Hischak ein Faible fürs Kuriose, so nimmt er sich Zeit, genüsslich den Inhalt dieses England-Imports zu schildern, der für 40.000 Dollar 1960 im York Playhouse auf die Bühne gebracht wurde und genau 14 Vorstellungen durchhielt. Eine Show, dessen Rezeptionsgeschichte Hischak nach längeren, äußerst amüsanten Ausführungen so zusammenfasst: »The press was more confused than outraged. Several did praise the score, and the cast was roundly applauded, but just explaining the show in the reviews was enough to frighten audiences away.« Verweise auf den Score, auf die Songs, auf die Londoner Cast-CD, die immerhin mit einem Weltstar, Cleo Laine, aufwarten konnte – Hischaks Liebe für das Musicalgenre und sein Geschick, Fakten auf spannende Art und Weise zu vermitteln, machen dieses Buch lesenswert.
Eine These Hischaks, die sich quer durch einige seiner Bücher zieht und in dem hier besprochenen auch mit Zahlen und Fakten belegt wird: Es ist zwar möglich, das »typische Off-Broadway-Musical« zu charakterisieren, doch werden heutzutage immer weniger »echte« Off-Broadway-Musicals produziert. Was ein »Off-Broadway-Musical« ist, versucht der Autor so festzumachen: »Broadway musicals are bigger than life and offer outsized emotions expressed in large theatres; Off-Broadway musicals are smaller in scale and explore emotions that are more life-size as they are enacted in more intimate venues. When Broadway offers musical comedy, the songs, the dancing, the laughs, even the tears are big enough to fill a large and elaborate theatre. Off Broadway cannot afford such a scale and instead offers simpler productions and a more direct kind of music, dance, and comedy. (…) Broadway is about fame, glory, and success. Off Broadway is about smart, sharp, little shows that make a personal impact. Many actors, writers, and directors first find critical acclaim Off Broadway, but only Broadway can make stars and super showmen.«
Wurden früher Musicals explizit für den Off-Broadway produziert, so ist der Off-Broadway heute immer mehr eine Vorstufe, um es von da zum Broadway zu schaffen. So nennt Hischak auch das Kapitel, das sich mit den Musicals des Off-Broadway von 2000 bis 2009 beschäftigt »Fodder for Broadway«. Zwölf Produktionen haben in dieser Zeit den Wechsel vom Off- zum Broadway gewagt, mehr als in jeder Dekade davor. Doch ein Erfolgsrezept ist diese Strategie nur bedingt, denn fünf dieser Shows sind gefloppt, teils trotz großartiger Kritiken. Beispiele: »Caroline, or Change«: 106 Vorstellungen Off-Broadway, 136 Vorstellungen am Broadway. Hischak: »Had the show remained Off-Broadway, it is likely it would have run and run because it was the kind of musical that flourished on word of mouth, not critical acclaim.« Gefloppt auch: »Grey Gardens« (Off-Broadway: 63 Vorstellungen, Broadway: 307 Vorstellungen), »Passsing Strange (56 Vorstellungen Off-, 165 Vorstellungen Broadway) – »a Broadway show that wasn’t Broadway in spirit, attitude, score, or satisfaction«. Hischaks These, warum es manche Off-Broadway-Shows dann doch schaffen, auch am Broadway Erfolg zu haben, ist im Prinzip simpel, aber nachvollziehbar. Musterbeispiel: »Rent« ging zwar vom Off- zum Broadway, doch »without losing any of its intimacy and power«. Man war zwar als Zuschauer am Broadway, hatte aber »Look and Feel« einer Off-Broadway-Show. Dasselbe trifft auf diverse andere erfolgreiche Transfers zu, wie beispielsweise »Spring Awakening« oder »Avenue Q«.
Zurückkommend auf die Eingangsfrage: Lohnt sich der Kauf? Ja!

Thomas Hischak: Off-Broadway Musicals Since 1919. From »Greenwich Village Follies« to »The Toxic Avenger«. Scarecrow Press, Inc., Plymouth 2011. 472 S.; (Hardcover) ISBN 978-0-8108-7771-9 / ISBN 978-0-8108-7772-6 (E-Book). $ 75,00.

Ulrich N. Schulenburg; Susanne Wolf (Mitarbeit): Sie werden lachen, alles ist wahr

Ein Blick hinter die Kulissen des Bühnen- und Musikverlags Thomas Sessler. Seit über 40 Jahren leitet Ulrich N. Schulenburg den Wiener Verlag, der die Bühnenrechte von Werken berühmter Autoren wie Peter Turrini, H. C. Artmann, Daniel Kehlmann, Brigitte Schwaiger, aber auch Georg Danzer oder Gabriel Barylli (etwa für sein Buch zur Show »Ich war noch niemals in New York«) vertritt. Zum 70. Geburtstag hat Schulenburg gemeinsam mit Susanne Wolf für den Wiener Amalthea Verlag seine Biographie geschrieben.
Neben spannenden Schilderungen berühmter Wiener Theaterskandale, der oft auch tragischen Schicksale, aber auch der Glücksmomente mancher Erfolgsautoren findet sich im Buch der eine oder andere Hinweis auf Musicals, beispielsweise auf eines, das es zwar nie auf eine Bühne geschafft hat, aber dessen Bedeutung interessant ist.
So wurde Andrà© Heller Ende der siebziger Jahre von einem deutschen Industriellen beauftragt, »The Rocky Horror Show« mit neuen Sketches zu versehen, um das Werk dann zeitgleich in Rom, London, Paris und Berlin zur Aufführung zu bringen. Zwar zerschlug sich dieses Projekt, doch die Texte und Ideen sollten für Heller Basis seiner weiteren künstlerischen Karriere werden. Er suchte das Gespräch mit dem damaligen Wiener Kulturstadtrat Helmut Zilk und schlug ihm vor, eine poetische Show aus dem Material zu formen. Zilk war begeistert und unterstützte das Projekt, das im Rahmen der Wiener Festwochen 1981 uraufgeführt wurde und dann durch ganz Europa tourte: »Flic Flac« war der Name der Produktion – und sie stand am Anfang von vielen erfolgreichen Heller-Shows.
Ein Stück spannende Verlagsgeschichte.

Ulrich N. Schulenburg; Susanne Wolf (Mitarbeit); Peter Turrini (Vorwort) – Sie werden lachen, alles ist wahr. Anekdoten eines Glücksritters. Amalthea Verlag, Wien 2011. 332 Seiten. (Hardcover) ISBN 978-3-85002-745-8. EUR 19,95

Vladimir Malakhov & der Flashmob am Berliner Hauptbahnhof, 3. März 2011

Über 200 Tanzbegeisterte, darunter das gesamte Ensemble des Staatsballetts Berlin, Ballettschüler der Stadt und Berliner Ballettfans überraschten am 3. März 2011 abends die Reisenden am Berliner Hauptbahnhof mit einer Tanzperformance. Mit dabei auch der Intendant des Staatsballetts Berlin, Vladimir Malakhov. Er wird in der neuen Produktion »OZ - The Wonderful Wizard” den wunderbaren Zauberer von OZ verkörpern, die Uraufführung ist am 12. März 2011 in der Komischen Oper Berlin.

Eigens für diesen Überraschungsauftritt im Berliner Hauptbahnhof, in Kooperation mit der Deutschen Bahn, entwickelte der Choreograph von »OZ - The Wonderful Wizard”, Giorgio Madia, eine Choreographie, die alle Mitwirkenden, zum Teil per Video, erlernen konnten. Zur Erkennungs-Musik seiner neuen Inszenierung tanzten alle Mitglieder des Staatsballetts Berlin zusammen mit Ballettschülern und Tanzbegeisterten der Stadt.

9 Q - Jeremy Schonfeld: Das E-Mail-Interview zu “Iron & Coal” [2011]

Jeremy Schonfeld"
Am 28. Februar 2011 fand in Wien die erste “Listening Party” für “Iron & Coal”, das neue Konzeptalbum des Komponisten Jeremy Schonfeld (”37 Notebooks”, “Drift”, “Blue Skies and All”), statt. “Iron & Coal”, das in Berliner und Wiener Tonstudios eingespielt wurde, ist ein Konzeptalbum in Erinnerung an die Millionen Opfer des Holocaust - und für die, die überlebt haben, für Schonfelds Familie, für Jeremy Schonfeld selbst und vor allem für seinen Vater. In einem E-Mail-Interview erzählt der Komponist mehr über die Arbeit an “Iron & Coal”, er schreibt über seine Lieblings-CDs und beantwortet unter anderem die Frage, ob es seiner Meinung nach ein “perfektes Musical” gibt. Neun Fragen - Neun Antworten / 9 Q:

Martin Bruny: “Iron & Coal” has been recorded as a concept album in sound studios in Vienna and Berlin with Beat4Feet producing. You recorded “Drift” in 2000 as a concept album, later on it got a full musical production. What are your plans with “Iron & Coal”? Could that be a show for a Broadway production?

Jeremy Schonfeld: When I recorded “Drift” (actually, the original concept album was recorded in 2001 and released in 2002), I didn’t have ‘the big plan’ together for marketing and promotion. I knew it was a collection of songs relating to my own experiences living through divorce and child-custody. There was a raw immediacy to the original 11 songs that drew many people to the original source material - and still does today. The show(s) that resulted based on the original concept album increased the material itself (more songs), and continues to breathe life into the subject matter. “Drift” continues to grow each time we work on it, and is now set for a large production in the States (Kansas City, MO) this September.
Where “Iron & Coal” is different is the initial planning and execution of the material. 10 Years later, the music business is a completely different animal, plus you look at your career goals and expectations a bit differently at 41. My goal for IandC is to mount a large-scale Concert Event that serves as both a storytelling evening and a rock concert combined. Kind of a hybrid event, if you will, like the original “Tommy” or “The Wall” (maybe not quite as big, but you get the idea….!). This event could then tour, sit in a theater, maybe even find a home on Broadway. But Broadway isn’t the only goal or option for this piece at the moment … It’s a big world!

Martin Bruny: Mel Brooks’ “The Producers” flopped in Vienna a few years ago. Dealing with that topic in a satirical way in a country which is still in a process of “problem solving” could have been one reason. Can you imagine “Iron & Coal” as a musical production in Vienna? Are there any plans?

Jeremy Schonfeld: Well, one thing I am very cautious about is the labeling of “Iron & Coal”. This is not a musical for a reason. When I began creating the album, I made it a point to steer clear of mapping out the songs in a linear fashion. I wanted to concentrate on real, emotional material - songs that were immediately recognizable in their relation to the subject matter, mixed with songs that were more subtly related - setting myself free from a blue print of what “Iron & Coal” had to be. The results, hopefully, are a bit more far-reaching than shows like “The Producers” (which I loved on Broadway, btw), because I am working from real human emotion and experience rather than attempting to hit points on a map. In the end, a song that I am moved to write only works for an audience on their terms, not due to my personal experiences. If I touch a more universal nerve, the listener will relate to the landscape and they will be moved to open their hearts to this album. And if I have have accomplished this goal with IandC, it can and will be successfully performed and produced anywhere that will have us - especially Vienna.

Martin Bruny: How did you come to collaborate with Beat4Feet? Can you tell us more about the work on your album in the recording studios. Are you working with a band or an orchestra?

Jeremy Schonfeld: As I was creating the music for this album and looking at various options for producing the recordings (including an NYC record deal I turned down to work in Vienna), I was persuaded by a mutual friend, Larry Adelman, to meet Martin Gellner (one half of Beat4Feet) at a diner for lunch in Manhattan. We had that connection thing immediately. Originally, I thought I might visit and do some orchestra recording in Vienna, but soon came to realize that I was really far more interested in trying to create the whole project with these guys. Personally, professionally, it all made sense.
We began in August with me laying down ’scratch’ piano/vocals for the majority of the songs for the album. Using those reference tracks, we began to map out the album itself from a production standpoint; What instrumentation/arrangements did we want? Who did the boys want to bring in to play? Once recording began in January, Martin and Werner had assembled the players they wanted and we had a strong sense of all the arrangements we wanted to create, giving room for flexibility to discover as we went.
Basically, the working environment was collaborative from the get-go. I wrote the songs, (I sing and play piano throughout the album). From there, I had ideas for arrangements and production values that I brought to the table. Werner and Martin took notes and began to work from my thoughts as well as their own inspirations. The orchestrations were mainly Martin’s area, the electronic layout was Werner, and I kinda went back and forth with both. It was a very creative and detailed working atmosphere, and everyone worked extremely hard. We didn’t cut any corners in this production.

Martin Bruny: Can you recall the moment you decided to compose songs for a concept album about this topic? What led to your decision to write the songs.

Jeremy Schonfeld: I had been considering the subject matter for a long time, but was never sure when the timing would be right. My father wrote and published his memoirs (”Absence of Closure”, Dr. Gustav Schonfeld) in 2009. At the time, I was in discussion with the very talented director, Daisy Prince, to create an original piece together. It was Daisy who pointed out that maybe the time was right to take a stab at the subject matter.

Martin Bruny: Are you planning to play concerts in Vienna, give master classes at performing arts schools here in Vienna?

Jeremy Schonfeld: Would love to do both, yes.

Martin Bruny: A lot of composers are not able or simply don’t want to talk about the creating process of writing songs. Others, like Stephen Sondheim, are able to write books about that topic. Can you describe how you are composing a song? Do you need a special environment, are you composing just for one album a time? How do you know that a song is finished? How long did you work on “Iron & Coal” …

Jeremy Schonfeld: Well, this is a very loaded question with several answers. Honestly, writing songs is a craft that each writer develops internally over time. Personally, I love the challenge of creating emotionally compelling music that covers broad areas of musical terrain. At heart, I am a storyteller, so moving into musical theater was a natural progression (even as I, admittedly, don’t love all things of musical theater, my passion is telling stories through music). For me, writing a song is kind of like solving an elaborate puzzle. The craft you develop over time enables you to know what tools you have in your tool belt for use in solving each puzzle. Songs can take weeks, months to create, and sometimes they come out within minutes or hours. The trick is knowing when to push forward and when to walk away.

Martin Bruny: How important it is the web for artists nowadays. Can you describe a little bit which web devices, technologies and software (i. e. for composing, writing lyrics) you are using? Are you on Facebook, Twitter, Myspace - and if you are, does it help making your work more popular? How important is it for an artist to have a website?

Jeremy Schonfeld: I am, admittadly, not the most technology-minded musician in the world. I still write with a pencil, a pad of paper, and a big rubber eraser sitting at a real piano. That’s how my process begins. Computer stuff comes later. Same with other technologies. I have embraced Facebook, have been urged by my manager to blog (yeah, I failed there), and have never understood Twitter. Email, text, and Facebook are as much as I can handle!

Martin Bruny: Are you a perfectionist, are you trying to write a “perfect” musical or a perfect song? Is there a perfect song? What is your goal in life as an artist?

Jeremy Schonfeld: Am I a perfectionist? I would say yes. This doesn’t necessarily mean that I am one of those sour, always unhappy and unsatisfied ’suffering artist’ types. Do I have my moments? Sure, but in general, I like to think I am a very lucky man. I have a wonderful family, great friends, wonderful work opportunities, and I am damn good at what I do. A few more dollars in the banks would be nice, but really my goals in life are simple: Be happy, do great work, and appreciate my life as I am living it.
To answer the question about the ‘perfect song or musical’, I would say, sure there are some wonderful songs out there - even some I have written. Same with musicals. Personally though, I don’t believe in judging perfection. If the artist feels it is perfect, that’s all that matters. If an audience feels the same, then that is a wonderful bonus. An artist cannot create his or her work for the audience though. You keep them in mind, of course, but at the end of the day, it must come from the heart first, mind second.

Martin Bruny: If you would have to create a “Soundtrack of Your Life”: Which 5 CDs are important in your life and why?

Jeremy Schonfeld: These are a bit random, maybe even surprising (in no order of importance):

1) Billy Joel - Glass Houses/52nd Street/Cold Spring Harbor etc.
All that 70’s and early 80’s Billy Joel was rich with storytelling and passion. Billy was a master at matching music and lyric together as well, which is something I pride myself in.

2) Supertramp - Breakfast in America
“Take the Long Way Home” is still one of my favorite songs. Emotional, epic.

3) Boston - Boston
My very first cassette tape. Can’t you see 7 year old Jer running around with a little tape player blasting “More than a Feeling”? Priceless. That music just sang to me.

4) Chess - Original London cast album
Don’t really listen to this one that much anymore, but man - this totally changed my view of musical theater at the time. Intrigued me enough to try writing it …

5) Beatles - anything
How can you pick the best Beatles album or song? Hugely influential to me as a kid. And still …

Links
- Jeremy Schonfeld
- Jeremy Schonfeld @Facebook

“Cats” in Wien - Pressekonferenz verschoben

cats.jpgEin Wien-Gastspiel der unter der Schirmherrschaft von Peter Weck stehenden “Cats”-Tournee von BB Promotion ist nach wie vor nicht unter Dach und Fach. Eine Pressekonferenz, die für den 7. März 2011 angesetzt war, musste verschoben werden.

“Aller Voraussicht nach” werde man noch 2011 in Wien im großen Theaterzelt spielen, “möglicherweise in Neu-Marx”, so BB Promotion.

Peter Weck dazu: “Ich freue mich darauf, “Cats” nach so langer Zeit wieder in Wien erleben zu dürfen. Die Rundbühne ist für das Pu­blikum hervorragend.”

Stellt sich die Frage, ob sich irgendwer darüber vielleicht nicht gar so freut.

Broadway: “American Idiot” schließt zur Realität auf

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Es war nur eine Frage der Zeit. Oder anders formuliert. Es gibt Las Vegas, wo Crooner wie Sinatra, Manilow, Midler und wie sie alle heißen, ihre Shows in den großen, manchmal extra für sie gebauten Konzerthallen bestritten und bestreiten, und, machen wir uns nichts vor, diese gigantischen Produktionen sind weit mehr “Musical” als es ein “Musical” wie “American Idiot” je sein wird. Was “American Idiot” war für einige Wochen: das Las Vegas des Broadways. Hier konnte Green Day-Frontman Billie Joe Armstrong sein ganz persönliches Konzert jeden Tag spielen, in einem netten Setting, ganz im Stile einer gut choreografierten Las-Vegas-Show mit null Glaubwürdigkeit, was das Musicalgenre betrifft. Die “Green Day”-Fans jedoch kamen. 1,3 Millionen Dollar spielte die Show Woche für Woche in dem Szenario “Green Day”-Konzert ein.

Aber Billie Joe Armstrong ist nicht mehr … nicht mehr Teil der Show, sein Engagement ist beendet, und “American Idiot” ist dort gelandet, wo es ohne Armstrong war und, als “Musical”, immer hätte sein sollen: in der Realität, und die liegt bei 395.275 Dollar Umsatz die Woche. (siehe –> hier)

Momentan spielt man vor halbleerem Haus, eine Strategie, noch einmal in eine Erfolgszone zu kommen, gibt es nicht. Normalerweise bleibt den Produzenten in einem solchen Fall nur eines übrig: die Show abzusetzen.

Keine Frage, die Zeiten sind in diesen Wochen hart für den Broadway. Nur drei Produktionen konnten in der letzten Woche mehr als eine Million Dollar einspielen:

- «Wicked”: $1,39 million
- «Spider-Man: Turn Off the Dark”: $1,28 million
- «The Lion King”: $1,2 million

Aber dennoch, Nummer eins unter den Verlierern ist “American Idiot”. Zeit, sich zu verabschieden.

“Wonderland” - Cast-CD ab Mai 2011 erhältlich

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Frank Wildhorns Musical “Wonderland - A New Alice. A New Musical” startet am 21. März 2011 in die Broadway-Previews, angestrebtes Premierendatum: 17. April 2011. Bereits am 6. März 2011 fanden für Masterworks Broadway die Aufnahmen für die Cast-CD zur Show statt, die ab Mai 2011 erhältlich sein wird. Broadwayworld.com war mit dabei und liefert Fotos aus dem Studio –> hier.

Produziert wird die CD von Frank Wildhorn, David Lai und Jason Howland. Masterworks Broadway ist ein Label von Sony Masterworks.

Auf der Cast-CD zu hören:
- Janet Dacal (In The Heights) als Alice
- Darren Ritchie (Little Shop of Horrors, Thoroughly Modern Millie) als White Knight
- E. Clayton Cornelious (The Scottsboro Boys, A Chorus Line) als Caterpillar
- Josà© Llana (Spelling Bee, Flower Drum Song) als El Gato
- Karen Mason (Hairspray, Mamma Mia!) als Queen of Hearts
- Kate Shindle (Legally Blonde, Cabaret, Jekyll and Hyde) als Mad Hatter
- Carly Rose Sonenclar (Les Misà©rables, Little House on the Prairie) als Chloe
- Edward Staudenmayer (Spamalot, Martin Short: Fame Becomes Me) als White Rabbit
- Danny Stiles (regionale Produktionen von Guys and Dolls, Sister Act: The Musical) als Morris.

Ensemble
April Berry, Grady McLeod Bowman, Joey Calveri, Sae La Chin, Mallauri Esquibel, Derek Ferguson, Wilkie Ferguson, Laura Hall, Natalie Hill, Lauren Lim Jackson, Morgan James, Ryan Link, Kate Loprest, Renee Marino, Heather Parcells, Stefan Raulston, Julius Anthony Rubio und Tanairi Vasquez.

Ein 26-minütiges Interview mit Frank Wildhorn bietet “InnerVIEWS with Ernie Manouse” –> hier.

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