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Archiv - 2006

Barry Manilow knackt die US-Charts - “The Greatest Songs of the Fifties” neue Nr. 1

Barry Manilow
In den 70er Jahren war an Barry Manilow chartsmäßig kein Vorbeikommen möglich. 25 US-Top 40 Hits konnte er verbuchen, manchmal war er mit mehreren Songs gleichzeitig in den Charts vertreten, mit seinen Tourneen knackte er Zuschauerrekorde von Stadien und Hallen in den USA, Japan, England und auch Europa.
Anfang der 80er Jahre war es chartsmäßig plötzlich vorbei. Ein letzter Stoßgesang in Richtung Top Ten ging mit dem Jim Steinman-Song “Read’em and weep” daneben, danach waren die US Top 40 unerreichbares Terrain. Warum es zu dieser Entwicklung kam, das kann so richtig niemand begreifen, aber die Vermutung liegt nahe, dass Manilow sich zu einem Teil selbst aus dem Spiel genommen hat, weil ihm der Rummel, dem er als Popstar ausgesetzt war, den letzten Nerv gezogen hat. Der Performer konzentrierte sich fortan auf seine musikalischen Leidenschaften Jazz, Big Band-Sound, Swing und Musical, veröffentlichte weiter fast jedes Jahr eine CD, komponierte Film-Soundtracks, publizierte seine Autobiographie, produzierte Künstler wie Diane Schuur, Bette Midler und Nancy Wilson, tourte nach wie vor in ausverkauften Hallen - und wurde nach wie vor von der Journaille als Schnulzensänger verhöhnt.
Und damit sind wir auch schon beim eigentlichen Grund angelangt, warum es auf dieser Site regelmäßig Postings über Manilow gibt. Es gibt kaum einen Popsänger, der jahrzehntelange Verhöhnungen derart lässig weggesteckt hat wie Barry Manilow. Seit Anfang der 70er Jahre ist er im Geschäft, seinem Stil ist er treu geblieben, hat seine musikalische Bandbreite aber kontinuierlich erweitert, und langsam, sehr langsam, konnte er einzelne Kritikergruppen für sich gewinnen. Die einen fanden an seinem Jazz-Album “2. a.am. Paradise Cafe” Gefallen, die anderen an seinen Arbeiten als Produzent, wieder andere begeisterten sich für seine Musicalprojekte (”Copacabana”, “Harmony”).
Die harte Arbeit hat sich gelohnt, das Durchhalten allemal. Am 8. Februar 2006 katapultierte sich die neue Manilow-CD “The Greatest Songs of the Fifties” von 0 auf Platz 1 der BILLBOARD-Charts. Mit 156.000 verkauften Exemplaren pulverisierte er damit auch den Rekord an meisterverkauften CDs innerhalb einer Woche. 29 Jahre sind ins Land gezogen, seit Barry Manilow mit seiner Doppel-LP “Live” auf Platz 1 der US-Charts landen konnte. Auch das ein rekordverdächtiger Zeitraum. Mittlerweile wurde aus dem Schnulzensänger, zumindest in den USA, der King of Easy Listening. Nach Monaten der Rap-Herrschaft an den Spitzen der US-Charts ist mit Manilow ein wenig Musik zurückgekehrt. Niemand macht sich Illusionen darüber, dass das allzu lange anhalten könnte, aber letztlich ist das egal. Manilow: “I’ve had some pretty amazing experiences in my career, but this one tops them all … if you live long enough, anything is possible!”

Broadway: Abruptes Aus für “The Woman in White”

Am 19. Februar bereits wird für Andrew Lloyd Webbers Musical “The Woman in White” der letzte Vorhang fallen. 20 Previews, 109 Vorstellungen, so wird diese Broadway-Produktion in die Statistiken eingehen. Der Grund ist leicht erklärt: In der Woche vom 23. bis 29. Jänner 2006 war das Marquis Theatre nur zu 58 Prozent ausgelastet, was Einnahmen von weniger als 493.000 Dollar ergibt.
Ein wenig jenseits von Gut und Böse begründet Andrew Loyd Webber das Aus: “There have been performances when two or more leads have been absent due to illness. I’m not sure even The Phantom of the Opera could have survived the illnesses which have beset this wonderful company.”
So leicht hätte also das Phantom baden gehen können. Interessant eigentlich.

“Mozart”! Musical in Concert” - Borkowskis Meisterstück

Rasmus Borkowski, 10.2.2006; Foto: © Martin Bruny
Eigentlich würde ich ja dazu tendieren, diese Site zur mozartfreien Enklave zu erklären … Aber dann gibt es doch musicalrelevante Events mit Mozartbezug, an denen man nur schwer vorbeikommt, wenn man das denn nun überhaupt möchte. Im Falle von Mozart! Musical in Concert kam ein Vorbeischwindeln eigentlich nie in Betracht. Hat es sich denn nun ausgezahlt, Prinzipien in spe aufzugeben? Ja, uneingeschränkt ja.
Die Mozart! Musical in Concert-Premiere ging am 4. Februar 2006 als überarbeitete, condensed Version der Wiener Originalproduktion von 1999 mit Einflüssen von diversen anderen Inszenierungen über die Bühne des Wiener Raimund Theaters und, wenn man so möchte, könnte man versucht sein zu prophezeien, wird dies irgendwann mal als jene Produktion gelten, mit der Rasmus Borkowski endgültig in die Liga der Leading Men Europas aufgestiegen ist. Er präsentiert einen Mozart, der auf der einen Seite in Gestik und Mimik sogar die springlebendige Performance eines Yngve Gasoy Romdal betulich wirken lässt (ohne dessen Leistung schmälern zu wollen), andererseits beweist er in manchen Szenen eine Feinfühligkeit, die, bei aller Abgebrühtheit, die man auf den Brettern dieses Theaters schon miterleben durfte, doch bemerkenswert ist. Seine Mozart!-Interpretation hat eine Verve, die ihn erstaunlich modern, stark und filigran gleichzeitig, wirken lässt. Die Kostüme, das Bühnenlicht, all das steuert ihr Übriges bei, um keine überbordende Musicalinszenierung abrollen zu lassen - man glaubt eher durch Mozarts Gefühlswelt gebeamt zu werden. Stimmlich ist im Bereich des Feintunings noch sicher Potenzial vorhanden, aber es gibt keine Stelle in dieser Aufführung, bei der man das Gefühl haben könnte, dass Borkowski unsicher ist. Man kann sich zurücklehnen und seine Performance genießen, was nicht bei allen Darstellern an diesem Abend der Fall war.
Eine Musicalperformance, so wie ich sie gerne habe, birgt in sich irgendwann, egal wann, einen Moment des Strahlens, einen Moment, da man meint, der Raum fülle sich mit Licht, mit der ganz besonderen Kraft, Darstellungskraft, Witz, Humor, unglaublichen Variationen in Gesang oder Ausdruck. Ein schönes Beispiel dafür bietet Carin Filipcic. Ihr “Gold von den Sternen” war nach einer eher blassen Performance von Harald Tauber so, als hätte jemand im Theater das Licht angeknipst, und dankbar feierte das Publikum ihr Solo mit dem stärksten und längsten Szenenapplaus - der Showstopper des Abends.
Andrà© Bauer, langjährig gedienter Elisabeth-Franzl erweckt in manchen Momenten den Eindruck, als würde er noch einmal mit seiner Sisi sprechen; Gestik, Mimik, wirken ab und an ein wenig zu deckungsgleich mit seiner Franzl-Performance. Wie auch immer, da steht ein Sänger auf der Bühne mit einer wunderbaren Stimme, und stünde mehr Einspielzeit zur Verfügung, so würde auch mehr an Eigenprofil rausspringen.
Jana Stelley legt ihre Rolle ein wenig zu Lolita-like an, so nimmt man ihr die Constanze in “Irgendwo wird immer getanzt” nicht so recht ab, ihr Duett mit Borkowski “Dich kennen heisst Dich lieben” allerdings wird zu einem der darstellerischen Highlights des Abends, leider ein wenig getrübt durch stimmliche Unsicherheiten bei Jana.
Dennis Kozeluh bietet eine pointierte, witzige Performance, immer am Punkt, im Rahmen dieser kleinen Rolle perfekt.
Uwe Kröger ist die Diva, der STAR des Abends, seine schauspielerische Leistung ist top, die Rolle des Colloredo wusste er schon immer sehr bühnenwirksam zu gestalten, daran hat sich auch in dieser Inszenierung nichts geändert. Die Szenen mit Borkowski sind vom Feinsten und voller Spannung.
Caroline Vasicek gibt ein da capo ihrer Interpretation von 1999, leider gibt die Rolle einfach nach wie vor und eher noch stärker zu wenig her, um wirklich beeindrucken zu können. In weiteren Rollen ein starkes Ensemble: Jacqueline Braun (Cäcilia Weber), Ines Hengl-Pirker (Aloysia Weber), Carmen Wiederstein (Josepha Weber), Tina Schöltzke (Sophie Weber), Oliver Mülich (Fridolin Weber); weiters: Lisette Groot, Kerstin Ibald, Noud Hell, Karsten Kammeier und Roman Straka.
Es spielt das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien unter der musikalischen Leitung von Caspar Richter. Regie & Adaption der Originalchoreographie: Doris-Marie Marlis; Kostüme: Yan Tax; Produktionsleitung: Robert Wann; Inspizienz: Hubert Auinger

Gebt den Schlussapplaus frei

Fast jeder von uns liebt es, sich von freudigen Ereignissen Andenken mitzunehmen, je persönlicher, desto besser, besser desto. Nichts eignet sich da mehr als zum Beispiel nette Fotos. Man zeigt die Fotos gerne Freunden, Bekannten, macht diesen wiederum Lust, das auf den Fotos Gesehene auch zu erleben … worauf ich hinauswill: Wenn Theaterunternehmen es verbieten, beim Schlussapplaus zu fotografieren, verderben sie nicht nur einem begeisterten Publikum das letzte Quentchen Freude, nämlich die Freude an einer ganz persönlichen Erinnerung, sie nehmen vielmehr auch sich selbst die Chance, an kostenlose Werbung zu kommen. Jeder Zuschauer, der ein Foto am Ende der Vorstellung knipsen möchte, ist für das Theater ein potentieller kostenloser Werbeträger. Zeigt man Freunden Fotos, sehen Freunde die Begeisterung auf den Fotos, ist der Impuls, Vorstellungen zu buchen, noch viel größer, als wenn man ihnen bloß den Nachmittagskaffee aus einem “Joseph”-Häferl serviert.
Was teilweise in den Theatern abgeht, ist sagenhaft. Da laufen aufgeschreckte Ordner wie wild durcheinander und blenden das Publikum mit ihren Taschenlampen, nur um jeden Schnappschuss zu verhindern. Auf rüde Art und Weise werden Touristen aufgefordert, ihre Filme abzugeben, Speicherchips zu löschen. Wozu? Dass es auch anders geht, hat bis zuletzt das Theater an der Wien bewiesen. Ein Grund mehr, diesem schönen Musicalhaus nachzutrauern.
Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass das Theater an der Wien wieder in ein Musicalhaus umgewidmet werden muss.

“Once on this Island” (Konservatorium Wien) [2006]

copyright: martin bruny
Vom 27. Januar bis 2. Februar 2006 stand das Konservatorium Wien ganz im Zeichen karibischer Rhythmen. Als deutschsprachige Erstaufführung (deutsche Übersetzung: Johannes Glück) wurde “Once On This Island” gegeben – ein Tanzmusical, basierend auf dem Roman “My love, my love: Or The Peasant Girl” von Rosa Guy. 1990 feierten Lynn Ahrens und Stephen Flaherty (”Lucky Stiff”, “Ragtime”, “Seussical”, “A Man Of No Importance”) mit dieser karibischen Musicalversion von Hans Christian Andersens Märchen von der kleinen Seejungfrau ihren ersten großen Broadway-Erfolg (8 Tony-Nominierungen, 1 Drama Desk Award-Nominierung und der Theatre World Award für die Darstellerin LaChanze). Im New Yorker Booth Theatre stand die Show vom 2. Oktober 1990 bis 1. Dezember 1991 am Spielplan und brachte es auf insgesamt 19 Previews und 469 reguläre Aufführungen.

“Once On This Island” läuft auf zwei Handlungsebenen ab. Auf der kleinen karibischen Insel “Juwel der Antillen” tobt ein Sturm. Geschichtenerzähler versuchen ein verängstigtes Kind mit einem Märchen zu beruhigen (Handlungsebene 1) – sie erzählen von Ti Moune, einem armen Bauernmädchen, das Daniel, einem Jungen der Upperclass, nach einem Autounfall das Leben rettet und sich rettungslos in ihn verliebt. (Handlungsebene 2) In der strengen Zweiklassengesellschaft dieser Insel der Dritten Welt haben die beiden keine Chance, aber hey, wir sind ja mitten drin in einem Märchen. Auftritt: die Götter der Erde, des Wassers, der Liebe und des Todes. Sie lenken das Schicksal der jungen Liebenden und senden Ti Moune auf eine Reise, die die Kraft ihrer Liebe auf die Probe stellt. Am Ende bleibt es dabei, die beiden haben tatsächlich keine Chance. Daniel heiratet Andrea, ein Mädchen seiner eigenen Gesellschaftsschicht. Kein schmalziges Happyend, vielmehr ein sinnlich-poetisch-verklärendes: Die Götter verwandeln Ti Moune in einen Baum, der fortan über die Nachkommen Daniels wacht. Das kleine verängstigte Mädchen schläft friedlich ein.

Ahrens/Flaherty haben es mit ihrem Musical geschafft, eine kleine karibische Soundmärchenwelt zu kreieren, in die man nur zu gerne eintaucht. Story und Musik finden einen direkten Weg ins Herz der Zuschauer, die bilderreiche, poetische Sprache ist primär darauf ausgerichtet, Emotionen auszulösen. Text, Rhythmik, Licht und Performance verbinden sich zu einem karibischen Rauscherlebnis, musicalische Ekstase erster Güte.

Das große Plus der Produktion des Konservatoriums Wien: Mit großem Aufwand wurde aus den vorhandenen Mitteln ein perfektes Umfeld für dieses Musicalmärchen geschaffen wurde. Hier haben Sam Madwar (Bühnenbild), Barbara Jan (Licht), Doris Richter (Kostüme) sowie Wilhelm Galli und Karin Neuhold (Maske), Wolfgang Groller (Regie) und Ricarda Regina Ludigkeit (Choreografie) Großartiges vollbracht. Die Bühne strahlt, die Ausstattung und Requisiten sind funktionell und blendend durchdacht. Thomas Faltin (Gitarre), Vera Rausch (Reed), Günther Schiebeck (Bass), Laurinho Bandeira (Percussion) und Peter Uwira (Keyboard, Musikalische Leitung) liefern den Sound, auf dem die Darsteller wie auf Wolken tanzen.
Auf der Bühne zu erleben: Studenten des 2. und 3. Jahrgangs des Konservatoriums Wien: Oliver Arno, Rainer Bräuer, Irena Flury, Andrea Frohn, Donja Golpashin, Elisabeth Heller, Otto Jaus, Peter Kratochvil, Birgit Radeschnig, Nicole Radeschnig, Richard Schmetterer, Elisabeth Sikora, Daniela Sukop, Bernhard Viktorin und Nadine Zeintl. Ein kunterbunter Haufen Talent in völlig unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Nehmen wir Oliver Arno als Beispiel. Er hat im Sommer 2005 bei den Thuner Seespielen in Schönberg/Boublils “Miss Saigon” die Rolle des “Chris” (Zweitbesetzung) verkörpert, im Sommer 2006 wird er in der Schweizer Neuinszenierung von Levay/Kunzes “Elisabeth” als Zweitbesetzung Rudolf zu sehen sein. Im Internet ist er unter www.oliver-arno.com vertreten. Arno ist ein gutes Beispiel dafür, wie man sich heutzutage professionell an den Job eines Musicaldarstellers herantastet. Sein Solo “Andere Frauen” als Daniel in “Once On This Island” liefert er mit seinem angenehmen Broadway-Bariton sehr gefühlvoll.
Jedes der jungen Talente spielt in “Once On This Island” mehrere Rollen, die Hauptrollen wurden doppelt besetzt, was die Vielseitigkeit zusätzlich auf die Probe stellt. Ein Teil des Charmes der Aufführungen von Musicalstudenten ist das zu fühlende Spannungsfeld zwischen noch Amateur oder “in Ausbildung befindlich” und bereits vorhandenem bzw. ausgeprägtem Professionalismus: Man merkt, wie die Darsteller ihre Grenzen testen, ihre Rollengestaltung manchmal selbstbewusst, manchmal noch unsicher von einer zur anderen Vorstellung verändern. Bei manch einem ist erkennbar, dass es noch einiges auf dem Gebiet der Stimmbildung oder des Tanzes zu lernen gilt, aber was beeindruckt, ist die Spielfreude und die Gesamtleistung des Ensembles, da wäre es fast unfair, beispielsweise eine Nadine Zeintl oder eine Irena Flury hervorzuheben, die die Rolle der Ti Moune sehr ausdrucksstark geben, oder eine Elisabeth Heller, die als “Mama” clever besetzt ist – Peter Kratochvil als “Tonton”, Rainer Bräuer als Armand und Richard Schmetterer als Papa Ge, Gott des Todes, nicht zu vergessen. Otto Jaus sollte man einmal eine etwas größere Rolle anvertrauen, könnte auch ganz schön spannend sein. Bernhard Viktorin überzeugt tänzerisch. Eine eindrucksvolle Vorstellung des jungen Ensembles!

Hello Dolly, hey hey Hedwig - Musicalboom in Wien

Andy Bieber als Hedwig; Foto: ©palffy
In den nächsten Wochen ist in Wien, abgesehen vom Mozart-Overburn, auch musicalmäßig einiges los.

Beginnen wir mit einer meiner Lieblings-Musicalgruppen, dem Ensemble OffBroadway. Ihren Lebensunterhalt können sie damit sicher nicht verdienen, aber die Leidenschaft für den Off-Broadway und seine Meisterwerke ist stark genug, um regelmäßig ein interessantes neues Programm zusammenzustellen. Präsentiert wird bei den Wiener Aufführungen nun schon seit einigen Jahren im Interkulttheater, und am 17./18. März ist es wieder einmal soweit. Die neue Show heißt Musical Studies 2006. Welche Songs am Programm stehen, ist noch ein Geheimnis, die Kurzbeschreibung der Show liest sich wie folgt: “Nachdem die Mitglieder des Ensemble OffBroadway im Rahmen ihrer Ausbildung bzw. ihrer beruflichen Tätigkeit stets neue Nummern einstudieren, lohnt es sich durchaus, diesen Nummern einmal größere Aufmerksamkeit zu widmen. Das tun wir in diesem Programm, das einige jener Stücke zusammenfasst, an denen unsere Mitglieder derzeit arbeiten. Daraus ergibt sich ein Abend, der neue Einblicke in den “musikalischen Alltag” der bei uns Mitwirkenden bietet und neben interessanten neuen Nummern vielleicht auch einiges bietet, was beim Publikum bereits bekannt und beliebt ist, in unseren üblichen Programmen aber weniger Raum findet.”
[Interkulttheater; 17. März, 18. März, jeweils 20.00 Uhr; Mit: Anna Bolyos, Anita Wallner, Thomas Reisinger u. v. a. Band: Johannes Kurz jun. (p), Johannes G. Hauer (b), Paul Öller (dr); Tickets: Euro 14.- / 9.-]

Bleiben wir gleich beim Interkulttheater. Am 24. und 25. April wird dort das Programm CU @ Avenue Q gegeben. Regie und Konzept dieser Show stammen von Stephan Loebbel: “Drei Frauen. Ein Mann. Ein Ort, an dem man sich trifft. Drei unterschiedliche Frauentypen mit ihren eigenen Sorgen und Problemen, aber auch mit allerlei Hoffnungen und Wünschen, die sie alle in diesem einen Mann erfüllt sehen. Der ganz alltägliche Wahnsinn. Ein musikalischer Zusammenschnitt mit Songs aus “The Witches of Eastwick”, “I love you, you?re perfect, now change”, “Avenue Q”, “Songs for a New World” u. v. m.”
Jason Robert Brown-Songs (for a New World) auf einer Wiener Bühne, da muss bzw. sollte man hin.
[Interkulttheater; 24. April, 25. April, jeweils 20.00 Uhr; Mit: Laura Gandlgruber, Verena Hager, Liza Tugendsam u. a.; Tickets: Euro 10,-/8,-]

STAGE - tanze deinen moment nennt sich eine Show der fiftysix company, die ab 13. März im Theater Akzent läuft. Es handelt sich dabei um ein Tanzmusical mit Songs von Falco, Eminem, Propellerhead und Will Smith sowie Nummern aus “West Side Story”, “Fosse”, “Notre Dame de Paris”, “Funny Girl” u. v. a. Als Gaststars konnte man Robert D. Marx (bekannt u. a. aus “Elisabeth”) und Sabine Neibersch (”Die Schöne und das Biest”) verpflichten.
[Theater Akzent; 11. März, 16. März, 17. März, jeweils 19:30 Uhr; Tickets: Euro 29,- /25,- / 21,- / 17,-]

Ein besonderes Spektakel verspricht die dietheater Wien-Produktion De Lady in de Tutti Frutti Hat zu werden, die ab 8. Februar im Künstlerhaus zu sehen ist: “In einem 40er Jahre Nachtclub à¡ la Copa Cabana gibt die Brasilianische “Bombshell” Carmen Miranda eine Vorstellung. Sie singt einige ihrer Lieblingssongs, dazwischen erzählt sie über ihr Leben, ihre Karriere und das Filmbusiness. Die Bühne ist ein Filmstudio - im Verlauf des Abends werden zu den einzelnen Songs immer mehr Set- und Kostümteile herein- und hinausgebracht, werden mit wenigen Mitteln und ungewöhnlichen Ideen große und überbordende Szenen anlehnend an Mirandas Hits kreiert. Zwischen den großen Musicalnummern wird in schlichtem, dokumentarischem und intimem Stil Mirandas Geschichte erzählt, wobei die Grenzen zwischen der Darstellerin Irene Coticchio und der Dargestellten Carmen Miranda zunehmends unklarer werden, die “Echte” und die Repräsentation für das Publikum nicht mehr eindeutig trennbar sind. “De Lady in de Tutti Frutti Hat” ist eine Musik-Performance, in der die Methodik bzw. Machart des Technicolor-Musicals und dessen manipulative Faszination sichtbar gemacht werden, die aufzeigt, wie Glamour, Extravaganz und große Emotion kreiert werden. “De Lady in de Tutti Frutti Hat” ist aber auch eine Liebeserklärung an ein Genre, das hierzulande totgesagt wird, dessen Potentiale aber noch lange nicht erschöpft sind.”
[dieTheater Wien; 8. Februar bis 25. Februar, jeweils 20 Uhr; Mit: Irene Coticchio als Carmen Miranda sowie Anna Mendelssohn, Verena Brückner, Magda Loitzenbauer; Musik: Lonesome Andi Haller Band; Raum: Otmar Wagner; Kostüme: art point/Lena Kvadrat; Video: Michael Strohmann; Regie: Yosi Wanunu; Assistenz: Claribel Koss; Hospitanz Raum: Noemi Hermanns; Produktion/PR: Kornelia Kilga; Tickets: pay as you can]

Auch die Wiener Kammeroper präsentiert in den nächsten Wochen ihre jährliche Musicalproduktion. Dieses Mal wird eine “Fats Waller Musical Show” gegeben. Ain’t misbehavin’ hat am 18. Februar Premiere und wartet unter anderem mit dem Hardest Working Man in Musical Business, dem einmaligen Mister Previn Moore auf.
[Wiener Kammeroper; 16. Februar bis 24. März, jeweils 19:30; Mit: Carole Alston, Aisha Lindsey, Amanda Whitford, Alvin Le-Bass, Previn Moore; Basierend auf einem Konzept von Murray Horwitz und Richard Maltby Jr.; Musik: Thomas “Fats” Waller; Dirigent: Michael Schnack; Regie: Giorgio Madia; Set Design: Cordelia Matthes; Licht: Harry Michlits; Tickets: 5 bis 40 Euro]

Sandra Pires, Nina Proll und Maya Hakvoort haben sich mit ihren One-Woman-Shows “Destino”, “Nina Proll singt …” bzw. “Elisabeth auf Solopfaden - Maya goes Solo” ins Wiener Metropol eingebucht. Sandra Pires ist am 3. Februar zu erleben, Nina Proll am Tag darauf. Maya Hakvoort gastiert am 29. April im Metropol.

Romeo & Julia im Wunderland sowie Mozart goes Broadway sind zwei Kleinstproduktionen, die in den nächsten Wochen im Theater Center Forum zu sehen sind.

Hedwig & the angry inch, das “Neo-Glam-Post Punk-Rock-Musical”, zweifellos einer der Höhepunkte in Sachen Musical 2006, feiert am 23. März im Wiener Metropol seine Premiere. In der Hauptrolle: Andreas Bieber. Ein Pflichttermin.

Auch die Vereinigten Bühnen Wien gehen mit Hochkarätigem an den Start. Auf die konzertante Aufführungsserie von Levay/Kunzes Mozart! folgt ein Tribute to Bernstein, gefolgt von einer weiteren konzertanten Aufführungsserie des Lloyd Webber-Welterfolgs Jesus Christ Superstar. Und schon ab 7. Februar ist die Produktion The Little Matchgirl im Wiener Odeon zu Gast.

Die Volksoper wird ab März wieder ein paar ausverkaufte Vorstellungen zu bieten haben. La Cage Aux Folles feiert am 9. März seine Wiederaufnahme. In den Hauptrollen Karlheinz Hackl (Zaza) und Kurt Schreibmayer (Georges). Mit der Veranstaltungsserie No Business Like Show Business blickt die Volksoper auf 50 Jahre Musical in Europa und an der Volksoper zurück. Die Produktion bietet Showstopper aus “Kiss me Kate”, “Hello Dolly”, “West Side Story”, “The Sound of Music” u. v. a. Mit dabei sind unter anderem Publikumsdarlings von Rang und Namen wie Dagmar Koller und Michael Heltau.

“Best of Musical 2006″ - Marika Lichters Pressecocktail

Joshua Denning, Marika Lichter, Jani Walsh-Weber, Uwe Kröger und Thomas Lüdicke; Foto: ©Karl Schöndorfer
Ins Wiener “Planters” lud Marika Lichter am 30. Januar Vertereter der heimischen Medien, um die Musicalgala Best of Musical 2006 zu präsentieren. Filmausschnitte aus den Originalproduktionen “König der Löwen”, “3 Musketiere”, “Mamma Mia”, “Elisabeth”, “Dirty Dancing” u. v. a. m. gaben einen Vorgeschmack darauf, was vom 31. März bis zum 2. April in der Wiener Stadthalle zu sehen sein wird.
Als Höhepunkt sang Uwe Kröger, der auch die Gala moderieren wird, in Kostüm und Maske aus dem “Phantom der Oper”, das er auch in Essen ab 14. Mai verkörpern wird.
Joshua Denning und Uwe Kröger; Foto: ©Karl Schöndorfer
Kröger: “Ich bin so froh, dass unsere Show neben München, Frankfurt, Köln, Stuttgart und Leipzig auch in Wien zu sehen sein wird. Gestern hatte ich die letzte Vorstellung von “3 Musketiere” in Berlin und heute schon den ganzen Tag Proben für “Mozart in Concert”, ab 4. Februar im Raimundtheater zu sehen.”

“Once on this Island” - erste Probenfotos der Produktion des Konservatorium Wien online

Ausverkauft! Alle Vorstellungen der Produktion “Once on this Island” (Ahrens/Flaherty), die, wie bereits berichtet, vom 27. Januar bis 2. Februar 2006 an der Konservatorium Wien Privatuniversität gespielt wird, sind bereits vor der Premiere ausverkauft, Restkarten gibt es jeweils 15 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung an der Abendkasse. Nicht schlecht, allemal sicher ein angenehmes Gefühl, mit der Wahl eines Stückes genau ins Schwarze getroffen zu haben.
Als kleinen Vorgeschmack auf diesen musicalischen Leckerbissen gibt es heute ein paar exklusive Probenfotos, aufgenommen von Sam Madwar.

Oliver Arno; Foto: © Sam Madwar

Nadine Denise Zeintl & Ensemble; Foto: © Sam Madwar

Irena Flury & Oliver Arno; Foto: © Sam Madwar

Irena Flury & Ensemble; Foto: © Sam Madwar

Otto Jaus, Richard Schmetterer & Ensemble; Foto: © Sam Madwar

Nicole Radeschnig, Donja Anvie-Golpashin, Bernhard Viktorin; Foto: © Sam Madwar

Wer noch mehr Fotos sehen möchte, kein Problem. “Once on this Island” als kleine Slideshow ist unter folgender URL abzurufen: Slideshow starten

Es war einmal “Lestat” …

Kritiker können eine Theaterproduktion versenken, vielleicht nicht in Wien, aber im Land der ungebremsten Möglichkeiten ist das kein Problem. Jüngstes “Opfer”: Elton Johns neues Musical “Lestat”, das in San Francisco anlässlich der Try-outs fast nur Hohn und Spott ernten konnte, was die Kritiken betraf. Das lässt für einen angestrebten Broadway-Start nichts Gutes erhoffen, daher haben die Produzenten nun vorerst mal die Notbremse gezogen. “Warner Brothers” teilte Elton John mit, er möge sich doch ein paar neue Lieder einfallen lassen. Die Kritiker fanden die Musik einfach “banal”.
Noch ist nicht alles verloren. Dracula, Frankenstein, Lestat, sie mögen es nicht einfach haben am Musicalparkett der USA, aber vielleicht schafft es Elton John dennoch, die Show so zu überarbeiten, dass er damit überzeugen kann. Idealerweise zuerst einmal die Produzenten.
Was meint der Meister selbst dazu? Letzte Woche noch ließ einer seiner Agenten der Presse ausrichten: “Es hat ne Zeit lang gedauert, bis wir “Aida” hinbekommen haben, aber schließlich und endlich hat es funktioniert, und wenn “Lestat” nicht gleich abgeht wie ne Rakete, woran wir aber dennoch glauben, so haben wir ja immerhin “Billy Elliot”. So oder so, Sir Elton wird wieder mal groß am Broadway auftrumpfen.”

“Unchained Melody” - Videopremiere auf Amazon.com pusht Manilow-CD in Top 10

Am 18. Januar ging das Video zur neuen Barry Manilow-Single “Unchained melody” bei Amazon.com (und Amazon.ca) online. Manilows CD “The Greatest Songs of the Fifties” lag zu dieser Zeit auf Platz 124, Stunden später stieg die CD bis auf Platz 3 der Amazon.com Sales Rank.
Inwiefern diese Zahlen chartsrelevant sind, wird man spätestens dann abschätzen können, wenn die CD am 31.1.2006 offiziell erscheint und in BILLBOARD gelistet wird. Bis dahin ist “Unchained Melody” unter folgendem Link zu sehen und hören: ZUM VIDEO

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