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Archiv - 2006

Musical Cast-CDs oder Erfolg ist relativ

Nach langer Zeit hat das Branchenfachblatt BILLBOARD wieder einmal eine Top 15 der derzeit erfolgreichsten Broadway-CDs veröffentlicht, die sich wie folgt liest:

TOP BROADWAY ALBUMS

1. WICKED
2. MAMMA MIA!
3. RENT: THE BEST OF: HIGHLIGHTS FROM THE ORIGINAL CAST ALBUM
4. RENT ORIGINAL CAST ALBUM
5. THE PHANTOM OF THE OPERA: HIGHLIGHTS (CAST ALBUM)
6. MONTY PYTHON’S SPAMALOT
7. THE PHANTOM OF THE OPERA (CAST ALBUM)
8. HAIRSPRAY
9. AVENUE Q: THE MUSICAL
10. DIRTY ROTTEN SCOUNDRELS
11. LES MISERABLES: HIGHLIGHTS (OBC)
12. THE WOMAN IN WHITE
13. THE LION KING
14. THE PRODUCERS
15. ANNIE

Listen sind ja immer was Nettes, aber wie gut verkauft sich die Nummer 1 der TOP BROADWAY ALBUMS? Von “Wicked” gingen im Bewertungszeitraum ca. 8300 Stück über den Ladentisch. Keine dieser CDs schaffte mit diesen Verkaufszahlen den Sprung in die BILLBOARD TOP 200.

London: “Billy Elliot” für 9 Laurence Olivier Awards nominiert

Am 26. Februar 2006 werden im Londoner Hilton die diesjährigen Laurence Olivier Awards vergeben. Eine exklusive Auswahl an Musicals teilt sich die Chance auf einen der begehrten Theaterpreise. “Billy Elliot” führt mit 9 Nominierungen knapp vor “Guys and Dolls”, das nicht zuletzt mit Ewan McGregor als Staraufputz glänzen konnte. Hier eine Liste, die aich ausschließlich auf die nominierten Musicals beschränkt. Eine Liste aller nominierten Produktionen ist hier abrufbar.

Billy Elliot - The Musical
01) Best New Musical (book/lyrics: Lee Hall, music: Elton John)
02) Best Actress in a Musical (Hadyn Gwynne)
03) Best Actor in a Musical (James Lomas, George Maguire/Liam Mower)
04) Best Performance in a supporting role in a Musical (Tim Healy)
05) Best Director (Stephen Daldry)
06) Best Theatre Choreographer (Peter Darling)
07) Best Lighting Design (Rick Fisher)
08) Best Set Design (Ian MacNeil)
09) Best Sound Design (Paul Arditti)

Guys and Dolls
01) Outstanding Musical Production (music/lyrics: Frank Loesser, book: Jo Swerling/ Abe Burrows)
02) Best Actress in a Musical (Jane Krakowski)
03) Best Actress in a Musical (Jenna Russell)
04) Best Actor in a Musical (Douglas Hodge)
05) Best Actor in a Musical (Ewan McGregor)
06) Best Theatre Choreographer (Rob Ashford)
07) Best Lighting Design (Howard Harrsion)
08) Best Sound Design (Terry Jardine/Chris Full)

Acorn Antiques - The Musical
01) Best New Musical (music/lyrics: Victoria Wood)
02) Best Actress in a Musical (Julie Walters)
03) Best Performance in a supporting role in a Musical (Celia Imrie)

The Big Life
01) Best New Musical (book/lyrics: Paul Sirett, music: Paul Joseph)
02) Best Performance in a supporting role in a Musical (Tameka Empson)

HMS Pinafore
01) Outstanding Musical Production (book: Herbert Appleman, music: Arthur Sullivan)
02) Best Performance in a supporting role in a Musical (Scarlett Strallen)

Der Name von Tron und Retten Sie den Stephansdom, Schlingensief

Lustig ist es ja derzeit in der schönen neuen Medienwelt. Ein digitales Nachschlagewerk wird geschlossen, weil darin der Name Boris Floricic verankert ist, also der Realname jenes Hackers, der als “Tron” durch das verpixelte Paralleluniversum geistert, wobei Paralleluniversum, das ist auch so eine Sache. Halten wir uns an Schlingensief, der derzeit im Wiener Burgtheater predigt und die Meinung vertritt, dass es aus der Sicht des Paralleluniversums selbst kein Paralleluniversum gibt, weil sich jedes Universum als das absolute Universum begreift. “Bekennen wir uns zur Scheisse”, das ist das Motto des Projektkünstlers, der aus einer Mischung aus Dreck, digitaler High-Tech-Kulisse, gepaart mit Low-Tech-Verarbeitung, Lärm, begeistert mitmachenden Künstlern und ein paar weiteren geheimen Ingredienzien einen orgiastischen 5,5-D-Jahrmarkt in den Zuschauerraum und auf die Bühne des Burgtheaters verpflanzt hat. Ganz ernsthaft erläutert Schlingensief in Vorträgen sein Konzept, um es dazwischen immer wieder aufzubrechen und mit Genuss der Lächerlichkeit preiszugeben, unverbindliche Kunst, running arts, das serviert er den “Zuschauern”, die in die Burg kommen. Jeder darf nehmen, soviel er will, was er will, was er verträgt. Wer davon das Kotzen bekommt, selbst schuld, hier gibt es keine 3 Akte, kein perfekt geformtes Menü, das runtergeht wie warme Milch, hier ist jeder selbst aufgefordert, zu entscheiden, welchen Batzen an Performance er verschlingen will. Schlingensief ernst zu nehmen wäre vielleicht ein Fehler, aber was kann man derzeit schon ernst nehmen. Fünf Bilder von Gustav Klimt, die Österreich nicht rechtmäßig in Besitz hat und daher der rechtmäßigen Besitzerin retournieren muss, sind der Republik zu teuer, um sie zurückzukaufen. Man suche Sponsoren, heißt es. Rettet Klimt versus Rettet den Stephansdom, wird es vielleicht bald heißen. Und so wie alle paar Monate Schüler durch Wien laufen, um für den Stephansdom Spenden zu sammeln, wird vielleicht auch bald eine Spendenaktion für Klimt durchgeführt. Rettet unseren Fremdenverkehr. Wir haben ja sonst nichts. Außer vielleicht die Sängerknaben, die in den abgebrannten Sofiensälen vielleicht einmal einen neuen Proberaum finden werden, oder auch nicht, denn diesbezügliche Pläne wurden bereits wieder dementiert. Die Bundesregierung sollte Schlingensief engagieren, nein, sie sollte ihm ein Ministerium schaffen, der Mann hat wenigstens Ideen. Für den Stephansdom wird ihm was einfallen, und für Klimt, mein Gott, fragt ihn, redet mit ihm, wenn ihr schon mit der rechtmäßigen Besitzerin der Bilder nicht reden wolltet. Österreich braucht Schlingensief. Und gebt ihm um Himmels Willen das Theater an der Wien als Ministerium der Träume, es wird ohnedies an mehr als 264 Tagen nicht gebraucht.

Thornton Wilder goes Musical: Vienna Konservatorium spielt “Unsere kleine Stadt”

Foto: Unsere kleine Stadt
Thornton Wilder schrieb sein Drama “Unsere kleine Stadt” 1938 bei Zürich, in Rüschlikon. Bereits im März 1939 erlebte das Stück seine deutschsprachige Erstaufführung in Zürich. Aber erst 1946, nach dem Zweiten Weltkrieg, kam es mit beispiellosem Erfolg auf deutschsprachige Bühnen. 1938 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, wurde “Unsere kleine Stadt” eines der erfolgreichsten Werke im Stückekanon des 20. Jahrhunderts; eine Zeitlang war es allgegenwärtig auf den Spielplänen der Bühnen und auf den Lektüreplänen der Schulen.

“Auf den ersten Blick scheint das Stück eine Art Milieustudie über ein Dorf in New Hampshire zu sein. Genauer betrachtet ist es jedoch eine Meditation über die Schwierigkeit - wie es im Stück heißt -, das Leben zu verstehen, während man lebt.” (Thornton Wilder)

Der Inhalt des Werks ist an und für sich leicht wiederzugeben: Der Alltag der neuenglischen Kleinstadt steht im Zentrum des ersten Aktes, im zweiten sind es Liebe und Ehe der Nachbarskinder Emily Webb und George Gibbs. Der dritte Akt schildert das Begräbnis Emilys; sie ist bei der Geburt ihres zweiten Kindes gestorben. Ihr Jedermann-Schicksal erleben die Menschen als Gegenwart, für Spielleiter und Publikum indes ist das Geschehen bereits Vergangenheit. Im Zusammenspiel der unterschiedlichen Zeitebenen artikuliert sich so ein Gleichnis von der Vergänglichkeit menschlicher Existenz. Der toten Emily ist es vergönnt, einen einzigen Erdentag, ihren zwölften Geburtstag, noch einmal erleben zu dürfen. Danach kehrt sie freiwillig und tief verunsichert von ihrem posthumen Ausflug zu den Toten zurück. Sie hat mitansehen müssen, wie sich ihre Familie im Alltag gleichsam verzettelt hat. Die Menschen haben zwar zufrieden und glücklich, aber blind gelebt; der Einmaligkeit ihrer Existenz sind sie sich nie bewußt geworden. “Begreifen die Menschen jemals das Leben, während sie’s leben - jeden, jeden Augenblick?” fragt Emily. “Nein”, entgegnet der Spielleiter. “Die Heiligen und die Dichter vielleicht - bis zu einem gewissen Grade.”

Als Musicalversion bringt Produzent, Schauspieler, Sänger und Musical-Abteilungsleiter des privaten Vienna Konservatorium Michael Perfler Thornton Wilders Drama vom 25. bis 28. Jänner 2006 auf die Bühne des Wiener Theater Brett. Seine Gedanken über die Bedeutung von Thornton Wilders Werk formuliert er folgendermaßen: “Jede Generation prägt ihre eigenen Werte, ihre eigene Kultur. Wir sollten auch endlich voneinander lernen und uns zuhören, uns respektieren, die Alten von den Jungen und umgekehrt. Vieles, das unter dem Deckmantel der “pädagogischen Maßnahmen”, der Erziehung, der Gesellschaft, der einseitig orientierten Interessensgemeinschaften, als Norm, dargestellt und uns eingeimpft wird, ist Ursache dafür, dass wir zumeist noch den Rest unseres Lebens daran leiden, oder zumindest lange Zeit nachdem unsere Kindheit plötzlich vorbei ist. Einen Ausweg müssen wir selber finden. Doch liegt gerade unsere ganze Hoffnung bei der Jugend, der nächsten Generation. Sie hat die beste Chance zu leben verdient! Vielleicht gelingt es gerade der Unvoreingenommenheit, dem Idealismus und der Spontaneität der Jugend, den rücksichtslosen, wirtschaftlichen Bestrebungen der Gesellschaft und dem abgeklärten Denken der Erwachsenen die Augen zu öffnen, um gemeinsam daran zu glauben, was für die reale Welt keinen berechenbaren Faktor darstellt; Träume, Liebe, glücklich sein.”

Regie bei dieser Produktion führt Dunja Tot. Wie ist sie an die Realisierung des “Musicals” herangegangen: “Das Drama ist 1938 erschienen, in einer Zeit, als in Europa schon der Krieg tobte, in Amerika aber noch die Illusion der “heilen, unantastbaren, unveränderlichen Welt” herrschte. Alte Werte versuchte man zu behalten, trotz der Warnung von außen. Nach kurzer Zeit, als Amerika an dem Krieg teilnahm und junge Menschen in dem Krieg Leben verloren haben, war diese Welt zu Ende. Nach dem Krieg, in den 50-er Jahren, in der Zeit des Wiederaufbaus Europas und des wirtschaftlichen Aufschwungs Amerikas, hat man in den USA versucht, alte Werte wieder zu beleben und zu erhalten. Man hat versucht, jungen Menschen die Illusion einer geschützten, ewigen Ordnung zu vermitteln, wo Gott, Fleiß und Familie im Alltag die wichtigste Rolle spielten. Doch die Veränderungen sind schon spürbar, besonders in der Musik. Neue Generationen verlangen nach anderen Rhythmen, nach anderen Werten, sie sehnen sich nach einer anderen Welt. Das war der Grund, warum ich mich entschlossen habe, das Stück in die 50-er- und Anfang der 60-er Jahre zu versetzen und als Musical, mit der Musik aus dieser Zeit, zu inszenieren. Weil gerade diese Epoche anfängt, die Fragen zu stellen und für die Ideen zu kämpfen, die uns noch heute beschäftigen.”

Thorsten Kugler, einer der Darsteller des Vienna Konservatoriums, über die Songs des vermusicalten Dramas: “Das Stück ist gespickt mit Musik-Stücken aus den 50-er, 60-er und 70-er Jahren, z. B. “Lolipop”, “Blue Velvet”, “Somewhere over the rainbow”.

Auch abseits der großen Musicalbühnen ist viel los. Reinzuschauen lohnt sich. Viel Spaß dabei!

Thornton Wilder: “Unsere kleine Stadt” / Theater Brett, 25.-28. Jänner 2006 um 20.00 Uhr, Preis: Euro 16,-/12,- / 29. Jänner 2006: Arbeitsgespräch über das Stück mit Publikum, Darstellern, Regie, usw. Preis: Euro 3,50 / Karten: Theater Brett, 6., Münzwardeingasse 2, Tel. 587 06 63, Fax. 586 91 55, theaterbrett@EUnet.at, http://www.theaterbrett.at

Once On This Island: Konservatorium Wien Privatuniversität präsentiert Kultmusical von Ahrens/Flaherty

Foto: Once On This Island
Vom 27. Jänner bis 2. Februar 2006 steht die Wiener Konservatorium Privatuniversität ganz im Zeichen karibischer Rhythmen. Als deutschsprachige Erstaufführung (deutsche Übersetzung: Johannes Glück) wird das Lynn Ahrens/Stephen Flaherty-Tanzmusical “Once On This Island” (basierend auf dem Roman “My love, my love: Or The Peasant Girl” von Rosa Guy) gegeben.

Mit “Once On This Island” feierten Lynn Ahrens und Stephen Flaherty 1990 ihren ersten großen Broadway-Erfolg (8 Tony-Nominierungen). Die Show startet mit “We Dance”, einem der mitreissendsten Intros der Musicalgeschichte: Auf einer nicht näher bezeichneten karibischen Insel beschreiben ärmliche Bauern ihre Welt - ihr Leben, das von den mächtigen Göttern gelenkt wird -, und ihre Insel - eine Insel, die regiert wird von den “grand hommes”. Die Bauern und die “grand hommes”, so heißt es im Eröffnungssong, “two different worlds, never meant to meet. But if the gods move our feet, we dance”. Damit sind die Zuschauer mitten im Szenario, und es kann losgehen mit der Story: Ein mächtiger Sturm tobt über die Insel. Die Geschichtenerzähler versuchen ein verängstigtes Kind mit einem Märchen zu beruhigen und erzählen von Ti Moune, dem armen Bauernmädchen, das sich in Daniel, einen Jungen der Upperclass, verliebt und dem sie nach einem Autounfall das Leben rettet. Die Götter der Erde, des Wassers, der Liebe und des Todes lenken das Schicksal der jungen Liebenden und senden Ti Moune auf eine Reise, die die Kraft ihrer Liebe auf die Probe stellt.

Songs der Broadway-Fassung:
We Dance - Storytellers
One Small Girl - Euralie, Julian, Little Ti Moune & Storytellers
Waiting For Life - Ti Moune, Storytellers
And the Gods Heard Her Prayer - Asaka, Agwe, Papa Ge, Erzulie
Rain - Agwe, Storytellers
Pray - Peasants with Ti Moune, Julian, Euralie, Guard
Forever Yours - Ti Moune, Papa Ge & Daniel
The Sad Tale of the Beauxhommes - Armand, Storytellers
Ti Moune - Euralie, Julian & Ti Moune
Mama Will Provide - Asaka, Agwe & Papa Ge & Storytellers
The Human Heart - Erzulie, Storytellers
Some Girls - Daniel
The Ball - Andrea, Daniel, Ti Moune, Storytellers
When We Are Wed - Andrea & Ti Moune, Daniel & Papa Ge
A Part Of Us - Euralie, Little Ti Moune, Julian and storytellers
Why We Tell This Story - Storytellers & Little Ti Moune

Foto: Lynn Ahrens
Lynn Ahrens’ wichtigste Arbeiten/Auszeichnungen:
Broadway:
- Ragtime (Tony, Drama Desk und Outer Critics Circle Awards, 2 Grammy-Nominierungen)
- Once On This Island (Olivier Award, Best Musical, 2 Tony-Nominierungen)
- A Christmas Carol (10 Jahre im Madison Square Garden)
- Seussical (Grammy-Nominierung)
Lincoln Center Theatre:
- My Favorite Year
- A Man of No Importance (Outer Critics Circle Award, Best Musical).
- Dessa Rose
Off-Broadway:
- Lucky Stiff (Helen Hayes Award)
Film:
- Anastasia (2 Oscar-Nominierungen, 2 Golden Globe-Nominierungen)
TV:
- H.E.L.P. (ABC-TV, Emmy-Award); 4 Emmy-Nominierungen

Foto: Once On This Island
Stephen Flahertys wichtigste Arbeiten/Auszeichnungen
Broadway:
- Ragtime (Tony, Drama Desk und Outer Critics Circle Awards, 2 Grammy-Nominierungen)
- Seussical (Drama Desk- und Grammy-Nominierungen)
- Once On This Island (Tony-Nominierung; Olivier Award in der Kategorie Best Musical, London)
- Proposals
Lincoln Center Theatre:
- My Favorite Year
- A Man Of No Importance (Outer Critics Circle award in der Kategorie Best Musical)
- Dessa Rose
Off-Broadway:
- Lucky Stiff
Film:
- Anastasia (2 Oscar-Nominierungen, 2 Golden Globe-Nominierungen).

“Once on this Island” (Konservatorium Wien Privatuniversität)
Regie: Wolfgang Groller
Musikalische Leitung: Peter Uwira
Choreografie: Ricarda R. Ludigkeit
Bühne: Sam Madwar
Kostüme: Doris Richter
Dauer: 80 Minuten (keine Pause)

TI MOUNE (Irena Flury/Nadine Denise Zeintl)
DANIEL (Oliver Arno/Rainer Bräuer)
MAMA (Sandra Högl/Elisabeth Heller)
TONTON (Peter Kratochvil/Richard Schmetterer)
ASAKA (Nicole Radeschnig/Andrea Frohn)
AGWE (Bernhard Viktorin/Otto Jaus)
PAPA GE (Richard Schmetterer/Peter Kratochvil)
ERZULIE (Elisabeth Sikora/Daniela Sukup)
ARMAND (Rainer Bräuer/Oliver Arno)
ANDREA (Birgit Radeschnig/Donja Anvie-Golpashin)

Konservatorium Wien Privatuniversität, Leonie-Rysanek-Saal; 1010 Wien, Johannesgasse 4a / 27., 28., 30. und 31. Jänner, 1. und 2. Februar 2006, jeweils 19:30 Uhr / Karten: Euro 15,-/9,- erm. an der Kassa der Konservatorium Wie Privatuniversität
Tel.: (01) 512 77 47-89329 od. E-Mail: p.prinzjakowitsch@konswien.at

“Once On This Island” has the integrity of genuine fairy tales in that it doesn’t lead to a saccharine ending, but to a catharsis, transcendent acceptance of the dust-to- dust continuity of life and death (Frank Rich, New York Times, 1990)

Mr. Flaherty immersed himself in Caribbean rythms and reshaped them through his prolific knack for melody … The result is a score that gets the body jumping and the feet tapping. Miss Ahrens has shown she can be as cerebral as needs be, but here she isn’t going as much for the head as for the soul … Instead of cleverness, she injects an emotional and elegant peasant poetry that is captivating (Hap Erstein, Washington Times, 1992)

Barry Manilow: “The Greatest Songs of the Fifties” - spannende Arrangements vom regierenden Las Vegas-Crooner

Foto: Barry Manilow
Was Barry Manilow auf seiner neuen CD The Greatest Songs of the Fifties an Arrangement-Finesse bietet, ist geradezu sensationell. Immer schon galt der Grundsatz, dass die wahren Entertainer Songs nicht einfach singen, sondern sich diese aneignen, ihrem Stil anpassen, und schon immer war Manilow ein Meister darin, Lieder zu manilowisieren. Das hat er bei “The Greatest Songs of the Fifties” zur absoluten Perfektion getrieben. Was er an neuen Nuancen und Varianten beispielsweise aus “Unchained Melody” herausholt, wie er überraschende neue Akzente im Song setzt, die Spannungsmomente neu verteilt und dann einen sensationellen Abgang inszeniert, das allein ist es wert, sich diese CD zu kaufen.
In der guten alten Manilow-Zeit, Ende der 1970er, Anfang der 1980er, als der US-Sänger einen Top 40-Hit nach dem anderen landen konnte, wäre auch seine “Unchained”-Version ein sicherer Nr.1-Hit geworden, allein, die Zeiten sind vorbei. Manilow hat diese Charts-Abstinenz nicht zuletzt Mitte der 1980er Jahre selbst gewählt, um mehr an künstlerischer Freiheit zu gewinnen. Derzeit ist er in Las Vegas mit seiner Show Music and Passion DER Kassenmagnet schlechthin, sein aktuelles Musical Harmony ist auf dem Sprung an den Broadway.
“The Greatest Songs of the Fifties” erscheint in den USA am 31. Januar 2006. Einige Hörproben gibt es als Stream bei jrecords.

Barry Manilow: The Greatest Songs of the Fifties
01. Moments To Remember
02. All I Have To Do Is Dream
03. It’s Not For Me To Say
04. It’s All In The Game
05. Young At Heart
06. Love Is A Many Splendored Thing
07. Are You Lonesome Tonight?
08. Rags To Riches
09. Beyond The Sea
10. Unchained Melody
11. What A Diff’rence A Day Makes
12. Teach Me Tonight/Sincerely (Duet with Phyllis McGuire)
13. Venus

Du sollst Kunst nicht mundtot machen

Foto: © Martin Bruny
Angesichts der jüngsten Debatte um ein Kunstprojekt von “euroPart” (genauer gesagt um zwei von 150 Plakatmotiven im Rahmen der Aktion 25 Peaces, auf denen drei nackte Darsteller mit Masken von George W. Bush, der britischen Queen Elizabeth und Jacques Chirac in eindeutigen Posen bzw. der Unterleib einer nur mit einem blauen Slip mit den EU-Sternen bekleideten Frau zu sehen sind) muss man fast die Frage stellen, ob der Skandal, der sich in einer Wiener Konditorei bis gestern abgespielt hat, ohne Konsequenzen bleiben sollte.
Foto: © Martin Bruny
Marzipanschweinderl mit EU-Flagge im A…. und im Wangerl, kann das vereinbar sein mit Österreichs EU-Ratspräsidentschaft? Wäre es da nicht an der Zeit, dass der Schweige-Kanzler seine Stimme erhebt und diesen Verstoß gegen jegliche Political Correctness noch im Nachhinein rügt?
Freilich, seit dem 1.1. gibts die Schweinderl nicht mehr, und Frau Merkel wurde nicht das schreckliche Erlebnis zuteil, nach ihrem Besuch des Neujahrskonzerts beim eventuellen Strolling durch die City möglicherweise Zeugin dieser abscheulichen Konditorskunst zu werden, die nun entweder in Privatbesitz gelangt ist oder sonstwie wiederverwertet wurde; aber muss man nicht präventiv dafür sorgen, dass nicht etwa jemand auf die Idee kommt, demnächst Osterhasen eine EU-Flagge in den Schwanz zu stochern?
Mit der Kunst, Kultur und deren Zensur ist das so eine Sache unter der derzeitigen Regierung. Während es für Projekte, die sich 2006 mit dem Popper unter den Klassikern, Mozart, auseinandersetzen, unvorstellbare Summen an Subventionen regnet, wird auf der anderen Seite der Werteskala der Regierung eisern gespart, so stehen diverse Kleinsttheater unmittelbar vor der Schließung. Und konnte dereinst Eminem noch ohne Staatsbürgerschaftsentzug seine Anti-Bush-Statements in seinem Video Mosh verarbeiten, scheint es hierzulande immer schwieriger, als Künstler einen Diskurs in Bewegung zu setzen. So gesehen bekommt das Wort des Jahres 2005, “Schweige-Kanzler”, eine neue Dimension. Hier ist nicht mehr von nobler oder taktischer Zurückhaltung die Rede - die Kunst mundtot zu machen, sie über Nacht entfernen zu lassen, das hätte man sich gerade im vergangenen Gedankenjahr doch lieber besser überlegen sollen.

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