Archiv - 2007
Martin Bruny am Dienstag, den
18. September 2007 um 00:25 · gespeichert in Wien, Event-Tipps
| 12. Oktober 2007 |
| 19:30 | bis | 22:00 |
“Maya Hakvoort - IN MY LIFE”
PREMIERE des neuen Soloprogrammes am Freitag, 12.10.2007
Zusatzveranstaltung am 13.10.2007: Theater Längenfeldgasse, Längenfeldgasse 13 - 15, 1120 Wien
Pressetext
Endlich ist es da! Die beliebte Sängerin und Musical-Star Maya Hakvoort präsentiert ihr neues Soloprogramm. Nach großen Erfolgen in Europa und Japan wandelt Maya Hakvoort nun zum zweiten Mal auf Solopfaden - mit dem persönlichsten und intimsten Programm, das sie je geschrieben hat. Premiere ihrer neuen Show “In My Life” ist am 12. Oktober 2007 im Theater Längenfeldgasse in Wien. “In My Life” ist ein Streifzug durch Maya Hakvoorts Leben mit persönlichen Geschichten über ihre musikalischen Wurzeln und Inspirationen. Das Programm enthält vor allem aber Lieder, die sie durch ihr Leben begleitet haben und zeigt auch die humorvolle Seite der Künstlerin. Erleben Sie einen bunten und abwechslungsreichen Abend! Tatkräftige Unterstützung bekommt Maya Hakvoort von Aaron Wonesch am Klavier und von Stefan Huber bei der Regie. Für die Kreation der Outfits zeichnet Star-Designer Thang de Hoo verantwortlich.
Tickets
Martin Bruny am Samstag, den
15. September 2007 um 17:19 · gespeichert in Wien, Fotos, Theater, 2007
Am 13. September 2007 feierte das Musical “Carmen Cubana” in der Halle F der Wiener Stadthalle als Tourproduktion seine Wien-Premiere.
In Anlehnung an die Novelle von Prosper Mà©rimà©e und Georges Bizets Oper erzählt das Stück die Geschichte der verführerischen Carmen, projiziert die ursprünglich in Sevilla spielende Handlung jedoch auf Kuba und den US-Stützpunkt Guantà¡namo.
1994 versuchen mehr als 30.000 Kubaner, mit Booten nach Miami zu flüchten. Unter ihnen ist Carmen, die in Amerika als Sängerin Karriere machen will. Das Floß mit ihr und ihrer Familie kentert, sie werden von amerikanischen Soldaten verhaftet und mit anderen Flüchtlingen nach Guantà¡namo gebracht. Dort verführt sie den schüchternen Soldaten Joe (bei Bizet Josà©), der ihr schließlich aus Liebe zur Flucht verhilft. Zurück auf Kuba verlässt Carmen Joe und lässt sich mit dem Pop-Sänger Escamillo ein, um ihren Traum von der großen Bühne, Berühmtheit und Luxus zu verwirklichen.
“Carmen Cubana” überzeugt am meisten, wenn Bühnenpersönlichkeiten wie Walter Reynolds (Lilas Pastia), Alvin Le-Bass (Sergeant Cooper) oder Dennis Le Gree (Rum) performen. Nehmen wir als Beispiel das groovige “Nothing is for free”, gesungen von Dennis Le Gree - ein Highlight von “Carmen Cubana”. In solchen Momenten hebt das Musical ab und erreicht Qualitäten einer perfekten R’n'B-Show. Hier verlassen sich Beat For Feat auf ihre wahre Stärke: auf das Redesign von Grooves & Sounds. Musterbeispiel für gutes Redesign: “L’amour est un oiseau rebelle”, die berühmte Arie aus Georges Bizets “Carmen”, die auf einer der populärsten Habaneras, “El arreglito”, beruht. Für ein paar Sekunden bauen Beat For Feet da eine Rhythmussequenz ein, die den Weg hätte weisen können und zeigt, was alles möglich gewesen wäre, um dann zwar in eine gute groovige Version einzumünden, aber letztlich doch eher konventionelle Neubearbeitung. “Habanera” hätte etwas wirklich Großartiges werden können innerhalb von “Carmen Cubana”, so ist immer noch ein stimmiges Redesign herausgekommen.

Nicht immer ganz glücklich sind die Versuche geraten, opernhafte Elemente in diese Latin Pop Opera zu flechten. Weder hat Lana Gordon in dieser Hinsicht bestechende Qualitäten, noch passen gesynthesizerte Violinverwaberungen in den dominierenden Latin Rhythm Sound von “Carmen Cubana”. Das könnte man schon machen, aber dann müssten echte Streicher her und eine andere Carmen, die auch klassisch geschult ist. In diesen Passagen klingt Gordon seltsam dünn. Manche Zitate aus Bizets “Carmen” sind nett gemeint, aber letztlich im Rahmen des Gebotenenen dann doch eher Schnickschnack. Musterbeispiel: “Lena”, eine schöne, groovige Nummer, ein wenig im Earth, Wind & Fire-Stil, die kein “Carmen”-Zitat nötig gehabt hätte. Keine schlechte Idee wäre es übrigens gewesen, anzumerken, welche Songs tatsächlich neu für die Show geschrieben beziehungsweise welche Zitate für die einzelnen Songs verwendet wurden. Ein idealer Platz für diese Infos wäre das Programmheft gewesen.
Punkten kann “Carmen Cubana” vor allem auch mit Balladen, selbst wenn diese teilweise zu sehr zu Whitney-Houston-Soundalikes gestaltet wurden. “The Rose Song”, gesungen vom souveränen Rob Fowler, hat seine Qualitäten ebenso wie “If I had to do it all again”, sehr schön von Lana Gordon interpretiert, auch wenn man hier Whitney Houston fast schon mitsingen hört.

Der größte Minuspunkt der Produktion sind die Dialoge. Wenn man die Darsteller bei den in englischer Sprache performten Songs besser versteht als bei den in deutscher Sprache gesprochenen Dialogen, ist etwas schiefgegangen. Es wirkt manchmal so, als würden die Musicalsänger nicht einmal wissen, was die Worte, die sie aufsagen, bedeuten. Sie betonen falsch, haben eine völlig kervehrte Satzmelodie und rauben sich selbst auf diese Weise jeglichen dramatischen Effekt. So wirkt “Carmen Cubana” in den Dialogszenen manchmal wie eine Schüleraufführung. Schade. Das “burst out in song”-Phänomen wird hier in ein “burst out in dialogue”-Phänomen transferiert. Vielleicht hätte man ein bisschen radikaler sein müssen und eine gänzlich englischsprachige Version produzieren sollen. Wenn dann noch, wie in der Schlussszene, die Regie danebengreift, hat das Konsequenzen. Joe ersticht Carmen, ohne dass diese Szene tatsächlich effektvoll gestaltet wurde. Fast hat man den Eindruck, dass sich Regisseurin Kim Duddy an diesem tragischen Ende vorbeischwindeln wollte, um die gute Laune nicht zu massakrieren. Ein paar Sekunden später ist die Show auch schon vorbei und das Publikum ratlos, bis dann eine schmissige Zugabe den Showkarren wieder auf Touren bringt.
Hervorragend und mitreißend die Tanzszenen, bei denen Kim Duddy in ihrer Funktion als Choreographin ihre Qualitäten voll ausspielen kann. Man spürt die Energie des Ensembles, und das könnte theoretisch sogar ansteckend sein, allerdings sind wir in Wien, und da sitzt man doch eher auf seinem Sesselchen und schaut anderen beim Tanz zu. Aus dem Tanzensemble hervorstechend: Josà© Wanderley. Er ist in den meisten Szenen purer Tanz, wie man es sehr selten erlebt. Sprühend im Ausdruck und äußerst präzise, ein Ausnahmetalent. Am Schluss hält es an doch niemanden in den Sitzen: Standing Ovations!

Für eine Tourproduktion sind die Kulissen sehr ordentlich und multifunktional ausgefallen, Andrew Follers Lichtdesign sorgt für viel Abwechslung und interessante Nuancen.
“Carmen Cubana” ist in der Halle F der Wiener Stadthalle zu sehen. Die Halle F dient seit Anfang 2006 als Alternativlocation zur großen Halle D der Wiener Stadthalle. Bietet die Halle D bis zu maximal 16.000 Besuchern Platz, hat man in der Halle F für rund 2000 Zuschauer eine Showbühne geschaffen, die wenig bekanntere Pop- und Rock-Acts heutzutage füllen können. Sicher ist diese Halle auch für Musicals geeignet, allein man müsste zwei Dinge beachten. Der Ton müsste besser ausgesteuert werden. Wie, ist mir als Konsument egal. Von einer modernen Halle erwarte ich mir, dass der Sound glasklar ist und nicht schlechter als im Happel-Stadion. Ich möchte keinen Hall bei Sprechszenen und keine Trommelfellverletzung bei den Songs (insofern enthalte ich mich beim Sounddesigner von “Carmen Cubana”, Andreas Frei, der Stimme).
Zweitens müsste die Ticketpreisgestaltung adaptiert werden. Sowohl die ganz rechte als auch die ganz linke Tribüne sind zumindest in den ersten Reihen Positionen mit Sichtbehinderung. Diese Plätze der teuersten Kategorie zuzuordnen, ist fahrlässig. Man hat in den ersten Reihen eine “Säule” vor sich, und wenn man Pech hat, einen Fotografen, der tatsächlich glaubt, direkt an der Bühne stehen zu müssen. Das ist, mit Verlaub, eine Zumutung, vor allem, wenn man weiß, welche Anweisungen Fotografen erhalten. Sitzt man ganz rechts beziehungsweise ganz links, hat man auch keine Möglichkeit, die ganze Tiefe der Bühne zu erfassen. Man nimmt also alles bruchstückhaft auf. Da müssen sich die Verantwortlichen sicher mal Gedanken machen, ob das Sinn macht, den vollen Preis abzukassieren.

Fazit: Alle, die bei Tourproduktionen normalerweise mit allergischen Reaktionen zu kämpfen haben und die eine oder andere dieser Shows schon mal fluchtartig verlassen haben, können sich an “Carmen Cubana” vielleicht kurieren. Das Level ist recht hoch, die Darsteller zwar keine Household Names, aber immer für eine Überraschung gut. Und, was nicht unwesentlich ist: Nach all den Dramen, die man in Wiener Musicals oft geboten bekommt, ist man am Ende dieser Show mit Sicherheit besser gelaunt als am Anfang.
Carmen Cubana - a latin pop opera
Nach der Novelle von Prosper Mà©rimà©e und der Oper »Carmen« von George Bizet
Kreativteam
Buch: Kim Duddy
Musik: Martin Gellner & Werner Stranka
Regie & Choreographie: Kim Duddy
Musikalische Leitung Martin Gellner & Werner Stranka / Beat 4 Feet
Dt. Buch: Mike Majzen
Bühne: Walter Vogelweider
Kostüme: Robert Schwaighofer
Lichtdesign: Andrew Voller
Tondesign: Andreas Frei
Produzent: Peter Fröstl / mc events & musicpromotions Gmbh
Produktionsleitung: Ulrike Bruckner / mc events & musicpromotions Gmbh
Cast
Carmen: Lana Gordon
Joe: Rob Fowler
Escamillo: Ruben Heerenveen
Lilas Pastia: Walter Reynolds
Francesca: Kudra Owens
Mercedes: Jacqueline Braun
Rum: Dennis Le Gree
Sergeant Cooper: Alvin Le-Bass
Morales: Pehton Quirante
Chuck: Steven Seale
Sam: Dominik Hofbauer
Jimmy: Andras Simonffy
Gabriella: Kenia Bernal Gonzales
Rum’s Girl: Michelle Marier
Rum’s Girl: Karen Henry
Rum’s Girl: Ines Hengl-Pirker
Rum’s Girl/Dance Captain: Lorna Dawson
Alicia: Laura Fernandez
Margarite: Carla Weissmann
Cousin Carlos: Brian Carmack
Juan: Hugo Cortes
Barato: Jose Wanderley
Band
Gitarre: Martin Gellner (Musical Director), Ariel Ramirez, Pedro Tagliani
Bass: Peter Schönbauer, Mathias Petereit
Keyboards: Martin Payr, Bernie Eder
Drums: Shayan Fathi, Florian Holoubek
Martin Bruny am Mittwoch, den
12. September 2007 um 11:16 · gespeichert in Broadway
Es wird ein quantitativ schwacher Broadway-Musicalherbst werden. Fast scheint es so, als wollte sich niemand mit dem “jungen Frankenstein” und der “kleinen Meerjungfrau” anlegen. In Ruhe mal abwarten, wie sie sich machen, lautet wohl die Devise. Nur vier Musicalpoduktionen gehen bis 31. Januar 2008 an den Start:
“Young Frankenstein” startet am 8. November im Hilton Theatre, und wenn man Berichten Glauben schenken mag, dann könnte Mel Brooks wieder ein Hit gelingen. Megan Mullally, Sutton Foster, Fred Applegate, Roger Bart und Shuler Hensley sind die Stars dieser Show. Am 10. September 2007 startete um 10 Uhr morgens der Vorverkauf im Hilton Theatre, und zu diesem Zeitpunkt warteten schon 150 bis 200 Leute darauf, ihre Tickets kaufen zu können. Ein paar hatten gar vor dem Theater übernachtet.
“The Little Mermaid” geht am 6. December im Lunt Fontanne Theatre ins Rennen. Alan Menken und Glen Slater steuerten zu dieser Show, die auf dem gleichnamigen Film beruht, 11 brandneue Nummern bei, Newcomer Sierra Boggess spielt Ariel, die kleine Meerjungfrau. In weiteren Rollen: Sean Palmer und Sherie Rene Scott. Francesca Zambello führt Regie.
Aber vielleicht sind es nicht diese “programmierten” Blockbuster, die sich durchsetzen werden.
Mit “Lone Star Love” geht am 3. Dezember im Belasco Theatre ein Außenseiter ins Rennen, den man nicht unterschätzen sollte. “Lone Star Love” ist die Übertragung von Shakespeares “Die lustigen Weiber von Windsor” ins Texas zur Zeit des Sezessionskriegs (1861-1865). In den Hauptrollen: Broadwaystar Robert Cuccioli (”Jekyll & Hyde”, “On the Twentieth Century”, “Les Misà©rables”), Hollywoodstar Randy Quaid (”Brokeback Mountain”, “Hard Rain”, “Texasville”, “Fool For Love”, “Midnight Express”, “The Last Picture Show”), Broadwaystar Dee Hoty (”Footloose”, “The Best Little Whorehouse Goes Public”, “The Will Rogers Follies”).
Ein sicherer Hit für die Weihnachtszeit ist “Dr. Seuss’ How the Grinch Stole Christmas! The Musical”, das von 9. November bis 6. Januar 2008 im St. James Theatre bis zu 15 Mal die Woche zu sehen ist.
Diesen vier Musicalproduktionen stehen 15 Sprechtheaterpremieren gegenüber. Eine kurze Auflistung liest sich wie folgt:
Premieren
“Mauritius,” Okt. 4
“Rock ‘n’ Roll,” Nov. 4
“The Farnsworth Invention,” Nov. 14
“The Seafarer,” Nov. 15
“August: Osage County,” Nov. 20
“Is He Dead?” Nov. 29
“The 39 Steps,” Jan. 10
“November,” Jan. 17
Revivals
“The Ritz,” Okt. 11
“Pygmalion,” Okt. 18
“A Bronx Tale,” Okt. 25
“Cyrano de Bergerac,” Nov. 1
“Cymbeline,” Dez. 2
“The Homecoming,” Dez. 9
“Come Back, Little Sheba,” Jan. 24
Wer musicalmäßig längerfristig vorplanen möchte, kann sich den 17. Septemer 2008 vormerken. Die Plakate am Broadway kündigen schon jetzt eine große Premiere an: “Billy Elliot”, das Musical von Elton John und Lee Hall, startet an diesem Tag im Imperial Theatre.
Links:
- New York Daily News
- msnbc.com
Martin Bruny am Dienstag, den
11. September 2007 um 23:08 · gespeichert in Wien
Anfang Oktober 2007 geht auf lukas-perman.com eine Auktionsplattform online, mit deren Hilfe Musicaldarsteller und Schauspieler Lukas Perman Geld für die Organisation “Menschen für Menschen” sammeln möchte.
Gegründet wurde “Menschen für Menschen” vom Schauspieler Karlheinz Böhm. Er wettete 1981 in der ZDF-Sendung “Wetten, dass ..?”, dass “nicht jeder dritte Zuschauer eine Mark, einen Franken oder sieben Schilling für Menschen in der Sahelzone spendet”. Mit 1,2 Mio. DM flog er nach dieser Sendung im Oktober 1981 erstmals nach Äthiopien und gründete am 13. November 1981 in Deutschland die Hilfsorganisation “Menschen für Menschen”.
Auf Lukas Permans Versteigerungsplattform werden Musicalartikel wie beispielsweise von Künstlern unterschriebene CDs, Programmhefte - kurz, alles, was für Musicalinteressierte interessant sein könnte, angeboten. Die Ankündigung auf seiner Website liest sich wie folgt:
11.09.2007 | Auktion…
Meine Lieben… Ich versuche ab Anfang Oktober eine Versteigerungsseite auf meiner Homepage aufzuziehen. Es sollen auf dieser Seite regelmässig Artikel von Musicals (von Künstlern unterschriebene CDs, Programmhefte, usw. …also alles was ich so in die Finger bekommen kann und für euch interessant sein könnte) versteigert werden. Die Einkünfte kommen der Organisation “MENSCHEN FÜR MENSCHEN” zugute. Ich hoffe natürlich, dass sich diese Plattform möglichst gross aufziehen lässt und so immer wieder Geld gesammelt werden kann. Vielleicht ist ja manchmal was dabei für Euch… Schaut einfach ab und zu rein!
Martin Bruny am Samstag, den
8. September 2007 um 18:32 · gespeichert in Netz, Broadway
hey everyone adam here. wanted to thank you all again for the amazing support in my return to rent. it has been more fun than the first time around!!i am blessed to have such fans like you all. on another note please dont compare, or say nasty things about the guys coming in after me and anthony. not to sound arrogant, but we(like any other original cast member) are a tough act to follow. that does not mean that we are the only ones that can play these roles, as is evident by the fact that the show has been running without us for many years. when i played the emcee in cabaret, i could not help but feel like i was always being compared to all the other emcees that came before me. i know its part of the business. but actors should be able to come into a role without feeling like they cant win. be nice!, and give these guys a chance
much love
adam, 01 Sep 2007
Links
- MySpace-Site von Adam Pascal
- MySpace-Posting von Adam Pascal vom 1. September 2007
Martin Bruny am Samstag, den
8. September 2007 um 15:36 · gespeichert in Wien
Die Diskussion um die Nachfolge von Franz Häussler als Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wien beginnt. In einem Interview der Wiener Zeitung mit dem Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny kann man folgende Passage finden:
Wiener Zeitung: Wer wird Generaldirektor Franz Häussler bei den Vereinigten Bühnen folgen? Rudi Klausnitzer?
Mailath-Pokorny: Wir sind übereingekommen, dass der Herr Generaldirektor die Funktionsanierung Ronacher weiter und fertig betreiben soll, und dann wird es einen Nachfolger geben. Wer das ist, wird der Eigentümer, die Wiener Holding, entscheiden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er Rudi Klausnitzer heißen wird. [Wiener Zeitung, 7. September 2007]
Martin Bruny am Freitag, den
7. September 2007 um 23:48 · gespeichert in Wien, Deutschland
Unter dem Titel “Die Besten miteinander vereint” berichten die “Grenzland Nachrichten” über die die WestLK Musical-Sommerakademie, die am 23. August 2007 im Schulungszentrum Schloss Krickenbeck startete und mit einem attraktiven Preis lockte: Seit 2005 stiftet die WestLK ein Stipendium und finanziert damit den Besuch eines Trimesters an der Royal Academy of Music in London.
Das Dozententeam 2007:
- Künstlerische Leitung/Gesamtkoordination: Prof. Wolfgang Groller, Konservatorium Wien Privatuniversität
- Gesang: Prof. Mary Hammond, Gesangslehrerin der Royal Academy of Music in London
- Choreographie/Regie: Ricarda Regina Ludigkeit, Tanzpädagogin, Choreografin, Regisseurin
- Schauspiel: Prof. Peter Lund, Universität der Künste und Neuköllner Oper, Berlin
- Audition/Liedinterpretation: Pia Douwes, Musical-Darstellerin
- Musikalische Leitung: Prof. Patricia Martin, FolkwangHochschule Essen und Prof. Lior Kretzer, Konservatorium Wien Privatuniversität
So weit, so gut. Besonders interessant ist aber vor allem eine Passage des Artikels der Grenzlandnachrichten. Da heißt es:
»Im vergangenen Jahr gewann Max Seifert das Stipendium für London. Seitdem hat er die Hauptrolle in »Romeo und Julia« im Raimund Theater Wien und in »Wicked - die Hexen von Oz« in Stuttgart gespielt«, unterstreicht Groller.
Nicht nur, dass nicht ein “Max Seifert” gewonnen hat, sondern Mark Seibert, den geschätzten Redakteuren dürfte auch vollkommen entgangen sein, dass “Wicked” noch nicht mal Premiere hatte und “Romeo & Julia” schon vor dem Gewinn des Preises stattgefunden hat. Aber egal, lustig sind sie allemal, die Grenzland-Nachrichten.
Links
- Artikel der “Grenzland-Nachrichten”
- Mark Seiberts Website
Martin Bruny am Freitag, den
7. September 2007 um 13:08 · gespeichert in Broadway
Jeden Montag gibt es nachmittags die neuesten Umsatzstatistiken aller Broadwayshows. Veröffentlicht werden Auslastungszahlen, durchschnittliche Ticketpreise und einiges mehr - alles wichtige Daten, um beurteilen zu können, ob eine Show gut läuft oder nicht. Alle Produktionen sind in dieser Statistik vertreten, nur eine Ausnahme wird es geben: “Young Frankenstein”.
Den Produzenten ist es freigestellt, ihre Umsatzzahlen zu melden. Gesammelt wird das Datenmaterial von der League of American Theaters and Producers sowie der Variety. Zur Verfügung gestellt werden die Zahlen von den Theaterbesitzern.
Die Entscheidung, keine Daten zu “Young Frankenstein” zu veröffentlichen, wird am Broadway mit gemischten Gefühlen aufgenommen, ebenso wie die Preispolitik, was die Tickets für die Show betrifft. Eintrittskarten zu Preisen bis zu 450 Dollar sorgten für Unmut, auf der anderen Seite meint Robert F. X. Sillerman, Produzent von “Young Frankenstein”:
Every producer I’ve queried about this has said, “Hosannas to you”. Every one of them has unilaterally applauded the idea. [New York Times]
Martin Bruny am Donnerstag, den
6. September 2007 um 23:28 · gespeichert in Wien, Theater
Etwas hitzig ging es nach der Wiederaufnahme von “Rebecca” im Wiener Raimund Theater am 6. September 2007 in der Garderobe des 1. Rangs zu. Heftig wurde diskutiert, das eine oder andere Schimpfwort ist gefallen. Was war passiert?
Marika Lichter gab an jenem Abend ihr Debüt als Mrs. Van Hopper in Sylvester Levays & Michael Kunzes Musical “Rebecca”. Am Ende der Vorstellung, beim Schlussapplaus wurden alle Darsteller eifrig gefeiert - bis auf eine: Marika Lichter. Sie wurde von einigen Zuschauern unüberhörbar ausgebuht.
Warum? Interessante Frage. Es gibt dafür eigentlich keinen Grund, ihre Leistung an diesem Abend hat keinen Buhruf verdient. Dennoch musste jeder, der mal ab und zu einen Blick in die einschlägigen Musicalforen dieses Landes wirft, exakt damit gerechnet haben. Zu viele Hinweise hatte es dafür gegeben, dass Carin Filipcic-Fans die Ablöse ihres Lieblings nicht ohne Aktionen hinnehmen würden. Mich interessiert die Frage, ob Filipcic nun von sich aus ihren Vertrag nicht mehr verlängert hat (wovon ich ausgehe) nicht wirklich. Tatsache ist, dass man nicht den Rollennachfolger ausbuhen kann, nur weil man gern hätte, dass die Urbesetzung erhalten bleibt. Da sollte man doch lieber dabei bleiben, sich in den einschlägigen Kindergartenforen auszutoben.
Marika Lichter hatte das Pech, an diesem Abend ganz offensichtlich indisponiert zu sein. Sie konnte sich kaum bewegen, es fiel ihr offensichtlich schwer, auch nur einen Schritt zu machen. Hier hat (wenn das der Fall war), und das muss man leider sagen, das Theatermanagement versagt. Man darf einen Darsteller, der ganz offensichtlich indisponiert ist, nicht ohne Ankündigung auf die Bühne lassen. Wenn vor der Vorstellung durchgesagt wird, dass eine Darstellerin trotz Verletzung ihren Auftritt absolvieren wird, hat sie schon von Beginn an das Wohlwollen der Zuschauer auf ihrer Seite, nur bösartige Menschen brächten es übers Herz, einen Darsteller, der trotz Verletzung spielt, auszubuhen.
Mein Respekt gehört daher an diesem Abend Marika Lichter, die trotz allem tapfer auch die Buhrufe durchgestanden hat. Zwei Anmerkungen noch zuletzt: Für Uwe Kröger hat man nun endlich den Schlusston des vorletzten Liedes “Manderley in Flammen”, den er in der vergangenen Saison diverse Male nicht mehr treffen konnte, in erreichbare Dimensionen transponiert. Sauber getroffen hat er ihn dennoch nicht. Wurde er ausgebuht? Nein, natürlich nicht. Auch Carin Filipcic war in der Vorstellung. Was mag sie sich wohl beim Schlussapplaus gedacht haben.
Martin Bruny am Donnerstag, den
6. September 2007 um 01:35 · gespeichert in Wien
2006 feierte “Carmen Cubana”, ein Musical von Kim Duddy (Buch) sowie Martin Gellner und Werner Stranka (Musik), im Rahmen des Musicalsommers Amstetten seine Uraufführung. Die Produktion lief derart erfolgreich, dass 2007 eine Tourneeversion entwickelt wurde. Die Premiere dieser Fassung der “Latin Pop Opera” stieg am 21. August 2007 in München, am 13. September 2007 findet die Wien-Premiere von “Carmen Cubana” in der Stadthalle, Halle F, statt. (Link zur Premierenkritik)
Musikalisch gesehen ist “Carmen Cubana” eine moderne Pop-Oper mit Melodie-Zitaten des berühmten Vorgängers und neuen Kompositionen im Spannungsfeld Latin/R&B/Pop und Klassik. Am Anfang stand die Idee, Bizets Carmen mit modernen Arrangements zu einem für ein Musicaltheater spielbaren Stück umzugestalten. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Werk, den immer größer werdenden Respekt vor Bizets Genie, und der teilweise unmöglichen und auch unnötigen Entkopplung von Komposition und Arrangement, ergab es sich den Stoff von Prosper Mà©rimà©e auf gleiche Art und Weise zu nutzen, wie es schon Bizet vor 130 Jahren getan hat.
In der Partitur Carmens stehen die Musikstücke spanischen Charakters oft recht unvermittelt neben dem normalen operngemäßen Musikidiom im Stil des damals vor allem in Frankreich in Literatur, Musik und Malerei charakteristischen Realismus. Realitätsfragmente, die den Ort der Handlung beschreiben und die musikalische Interpretationen Bizets sind, der selbst nie in Spanien war.
Das wohl bekannteste Lied, die “Habanera” etwa, entstammt nicht der kompositorischen Ausbeute eines inspirierenden Aufenthalts des Komponisten in Cordoba, sondern von einem Besuch der Bibliothek des Pariser Conservatoire, in der Bizet die vom Mexikaner Sebastià¡n Yradier (demselben, der “La Paloma” komponierte) erdachte Melodie fand. - Um übrigens endlich, nach dem zehnten Versuch, eine, der scheinbar recht anstrengenden Diva genehmen Auftrittsarie auf den Leib geschrieben zu haben.
Der Weg von Mexiko nach Kuba ist jedoch kürzer als der nach Spanien. Die Habanera wird im R&B Stil des Jahres 2006 wiederbelebt. Carmen meets Beyoncà©. Escamillio, der kubanische Superstar, erobert mit seinem Latin-Pop die Charts. Die “Fiesta del Fuego” in Santiago de Cuba wird mit Salsa und Merengue Rhythmen gefeiert.
Kim Duddy über die Entstehung der “Pop Opera”:
Als ich die Novelle von Prosper Mà©rimà©e zu lesen begann, dachte ich, ich hätte das falsche Buch erwischt. Es
las sich wie eine trockene archäologische Abhandlung, die langsam spannender wurde, als sie sich zu einer Erzählung über einen verlorenen Mann und seine tragische Begegnung mit einem Zigeunermädchen namens Carmen entwickelte. Die Bilder seines Schicksals in Carmens Händen waren so lebendig, dass ich dem Buch fast geantwortet hätte. Wie soll man sie beschreiben? Ein verführerisches Hexenwesen, mit animalischen Instinkten, ohne Angst, für die die Kunst der Verführung gleichzeitig Freude und Mittel zum Zweck ist. Eine Frau, die eher sterben würde, als sich selbst untreu zu werden. Eine Frau, die allein im Hier und Jetzt lebt, mit Verantwortung einzig für sich selbst. Ein weiblicher Don Juan. Und das alles bis jetzt ohne Musik. Ich wusste,
dass ich versuchen wollte, diese Frau lebendig zu machen.
George Bizets »Carmen« ist eine der schönsten und sicherlich auch eine der meist gespielten Opern der Welt. Mit Carmen Cubana möchte ich den Geist dieser Oper erhalten, einige Original Melodien verwenden, aber dabei einen einzigartigen Sound schaffen – für unsere Carmen, die in Kuba spielt. Der Hintergrund unserer Geschichte ist Kuba im Sommer 1994. 32.000 Kubaner versuchen mit Booten nach Miami zu flüchten. Unsere Carmen ist einer dieser Menschen. Das Floß mit ihr, ihrer Familie und Freunden
kentert. Sie werden von der Küstenwache aufgegriffen und auf den Stützpunkt Guantanamo Bay in Kuba gebracht. Dies war der Anfang, Menschen in der Basis festzuhalten. Für mich ist dies ein heißes Thema, vor allem wenn man bedenkt, was aus dem Stützpunkt geworden ist.
Auf Kubanischem Boden, festgehalten von Amerikanern, so hatte sich Carmen den amerikanischen Traum nicht vorgestellt. Sie weiß, dass sie keine Gefangene sein kann und plant, ungeachtet der Gefahr, ihre Flucht und entdeckt dabei Jose, einen schüchternen, pflichtbewussten Corporal.
Carmen Cubana - a latin pop opera
Nach der Novelle von Prosper Mà©rimà©e und der Oper »Carmen« von George Bizet
Kreativteam
Buch: Kim Duddy
Musik: Martin Gellner & Werner Stranka
Regie & Choreographie: Kim Duddy
Musikalische Leitung Martin Gellner & Werner Stranka / Beat 4 Feet
Dt. Buch: Mike Majzen
Bühne: Walter Vogelweider
Kostüme: Robert Schwaighofer
Lichtdesign: Andrew Voller
Tondesign: Andreas Frei
Produzent: Peter Fröstl / mc events & musicpromotions Gmbh
Produktionsleitung: Ulrike Bruckner / mc events & musicpromotions Gmbh
Cast
Carmen: Lana Gordon
Joe: Rob Fowler
Escamillo: Ruben Heerenveen
Lilas Pastia: Walter Reynolds
Francesca: Kudra Owens
Mercedes: Jacqueline Braun
Rum: Dennis Le Gree
Sergeant Cooper: Alvin Le-Bass
Morales: Pehton Quirante
Chuck: Steven Seale
Sam: Dominik Hofbauer
Jimmy: Andras Simonffy
Gabriella: Kenia Bernal Gonzales
Rum’s Girl: Michelle Marier
Rum’s Girl: Karen Henry
Rum’s Girl: Ines Hengl-Pirker
Rum’s Girl/Dance Captain: Lorna Dawson
Alicia: Laura Fernandez
Margarite: Carla Weissmann
Cousin Carlos: Brian Carmack
Juan: Hugo Cortes
Barato: Jose Wanderley
Band
Gitarre: Martin Gellner (Musical Director), Ariel Ramirez, Pedro Tagliani
Bass: Peter Schönbauer, Mathias Petereit
Keyboards: Martin Payr, Bernie Eder
Drums: Shayan Fathi, Florian Holoubek
Tickets & Termine
WIEN, Stadthalle Halle F 13.9. bis 22.9. 2007
Links
- carmencubana.com
- MySpace-Site von “Carmen Cubana”
- mc events & musicpromotions GmbH
« zurueck ·
vor »