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Archiv - Februar, 2010

Popfest Wien

6. Mai 2010 18:00bis9. Mai 2010 22:00

Mit dem ersten “Popfest Wien” (6.-9. Mai) soll die jüngste “Blüte” der Wiener Popmusik präsentiert werden: Bei zehn Gratis-Konzerten auf einer “Seebühne” am Karlsplatz sowie weiteren Veranstaltungen in benachbarten Kunstinstitutionen wollen die Veranstalter, die Initiative “karlsplatz.org”, “so viele gute Gigs wie möglich” zeigen, so Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny.

“Das Popfest Wien ist die Antwort auf die sensationelle Entwicklung der Wiener Musikszene der letzten Jahre. Es lenkt die Aufmerksamkeit auf die vielen jungen Musikerinnen und Musiker, die hier leben und arbeiten, und stellt sie ins Rampenlicht des öffentlichen Raums. Kulturförderung muss sich an den Bedürfnissen der KünstlerInnen orientieren. In diesem Fall zeigt das Festival die Vielfalt von Popmusik aus Wien in einer Dichte, die es so vorher noch nicht gab - und das bei freiem Eintritt. Ich freue mich sehr, das Popfest im Namen der Stadt Wien unterstützen zu können”, betonte Kulturstadtrat Andreas Mailath- Pokorny am Mittwoch beim entsprechenden Mediengespräch im Wien Museum. Insbesondere am Karlsplatz sei das Festival auch gut aufgehoben. “Neben Musikverein und nah gelegener Staatsoper wird das Popfest ein Zeichen setzen” Und: “Ein miterlebtes Konzerterlebnis passt nicht auf einen ipod”, so Pokorny, der an die erfreuliche Wiederkehr der Live-Konzerte in Zeiten des akkustischen Downloads erinnerte.
Herzstück und Hauptattraktion des Festivals ist die “Seebühne” vor der Karlskirche. Sie wurde bereits vor zwei Jahren beim Kunstzone-Festival während der EURO 08 erfolgreich erprobt. Auf der “Seebühne” finden von 6. bis 9. Mai zwischen 18.00 und 22.00 Uhr zwei bzw. drei, also insgesamt 10 Open-Air-Konzerte bei freiem Eintritt statt. Im Anschluss werden die nächtlichen Festival-Aktivitäten in verschiedene Kunst- und Kulturhäuser des Karlsplatzes verlegt. Zahlreiche Showcases (kleinere Konzerte), KünstlerInnen-Kollaborationen und Präsentationen z. B. von Labels mit Party-Charakter finden dort ab 22.00 Uhr statt.

Weitere Infos –> hier

Austria Center Vienna: Jamie Cullum

30. Mai 2010
19:30bis21:30

Jamie Cullum
30. 05. 2010 Austria Center Vienna, 19.30 Uhr

Für die einen ist er der »Robbie Williams des Jazz«, für die anderen »der neue Sinatra« oder auch »der David Beckham des Jazz«. Für die Frauenzeitschrift »Elle« ist er schlicht neben den Leibern von Prince William und Michael Owen, einer der »Five Top Bodies«. Seine neue Plattenfirma Universal gab im Wettstreit mit Sony eine schlappe Million Pfund aus, um den jungen Mann zu angeln. Nun, egal aus welchem Blickwinkel man es betrachten will, der knapp 30jährige Jamie Cullum hat einen, für ihn selbst am verwunderlichsten, unglaublichen Höhenflug hinter sich.

Durch seine Eltern (Mutter aus Burma, Vater mit deutsch-jüdischen Wurzeln), die eine Coverband namens »The Impacts« betrieben, war der Filius schon früh im Zentrum musikalischer Verrichtungen. Bereits als Kind lernte er Klavier zu spielen, ehe er nach Vorbild des Bruders auf die Gitarre wechselte, um Eddie van Halens Solo auf Michael Jackson´s »Thriller« zu lernen. Einige Monate später, beim Durchstöbern der elterlichen Plattensammlung, besann sich der Teenager beim Hören einer Oscar-Peterson-Platte wieder seiner ursprünglichen Obsession und kehrte zurück zu den 88 Tasten. Autodidakt lernte er nun wie ein Besessener, spielte in kleinen Clubs, Hotels, auf Hochzeiten und Bar Mitzvahs. Geld, das er in den Semesterferien auf einem Kreuzfahrtschiff verdiente, investierte er in seine erste eigene CD »Heard it all before«, von der er flotte 700 Stück verkaufte.

Wenig später nahm er sein zweites Album mit dem Titel »Pointless Nostalgic« auf, mit dem er mehrmals im Radio auftritt, was ihm sogar einen Anruf von einem begeisterten Prince Charles einbrachte, der ihn zur Geburtstagsfeier von Queen Elizabeth einlud. Damit war die Basis seines ungewöhnlichen Höhenflugs gelegt. Er spielte in den Londoner Mayfair Studios noch »Twenty Something«, sein Debütalbum für Universal ein, und dann ging´s ab in die Charts. Über 600000 Stück setzte der kleinwüchsige Sänger und Pianist allein im Vereinigten Königreich ab. Die Weltkarriere war nicht zu stoppen. Cullum arbeitete mit Popnobilitäten wie Burt Bacharach und Carol King, aber auch mit dem Jazzliebhaber und Amateurpianisten Clint Eastwood.

Nach vier Jahren Pause stellte der Brite sein aktuelles Album »The Pursuit« bei einem Launchevent im Londoner Tabernacle vor. Das Warten hat sich ausgezahlt. Cullums clevere Mixtur aus Jazzstandards, hippen Dancefloortracks und selbstkomponierten Balladen weiß einmal mehr zu entzücken. Der junge Brite arbeitete mit der Count-Basie-Big-Band ebenso wie mit der Bläsersektion von Michael Jacksons Klassiker »Thriller«. Zudem begab er sich auf neues Terrain, in dem er erstmals in den USA aufnahm. Dabei wich er von seiner sonst präferierten First-Take-Strategie ab und kreierte seine Songs in mehreren Arbeitsgängen. »The Pursuit« verbindet weit auseinander liegende ästhetische Welten. Im neuen Sound von Jamie Cullum treffen Aphex Twin auf Rihanna, die Neptunes auf Count Basie. Doch am stärksten ist der erfolgsverwöhnte Pianist und Sänger stets live. Da entriegelt er versteckte Energien und kultiviert einen Spielwitz der seinesgleichen sucht.

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