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Archiv - 2011

Apropos „alternativlos”

Weil in den Weiten des WWW jüngst in Zusammenhang mit der Spielplangestaltung der VBW der unsinnige Begriff „alternativlos“ aufgetaucht ist. Alternativen gibt es immer, nur der Mut und die Gestaltungskraft fehlen oft. Zum Wörtchen „alternativlos” –> hier mehr.

Link
- musicalzentrale: Ein Zwischentief

Andreas Bieber: „Alle Jahre Bieber“ [2011]

Der Musicaldarsteller Andreas Bieber lud am 12. Dezember 2011 ins Wiener Theater Akzent zur Weihnachtsshow „Alle Jahre Bieber“. Er startete in den Abend mit dem flotten Medley „Alle Jahre wieder“ (bzw. Bieber)/„Rockin’ around the Christmas tree“, um dann seinem Publikum zu erklären:

„Als der Andreas Luketa, mein Produzent und Veranstalter, mit der Idee vom Weihnachtsprogramm auf mich zukam, hab ich zuerst mal gesagt: Hm, äääh, ich mag es nicht so, wenn Anfang, Mitte Dezember so’n ganzer Abend nur Weihnachtslieder genudelt wird, weil da hat man gar keinen Spaß mehr, wenn dann der Baum wirklich aufgebaut ist zuhause, weil überall blitzt’s und funkelt’s und man hört diese „Jingle-Bell-Glocken“ und alles mögliche dauernd den ganzen Tag rauf und runter, und eigentlich hat man dann zuhause, da wo’s Spaß machen soll, überhaupt keinen Bock mehr. Und wenn, hab ich gesagt, dann würd ich das Ganze gern ein bisschen vorweihnachtlich machen, das heißt so ne Mischung aus ein paar Glitzerpaketen, aber auch ein paar ganz banale Geschichten, auch so vergangene Geschichten, die ich verzapft hab.“

Ich muss gestehen, ich verstehe die Logik hinter dieser Argumentation nicht. Andreas Bieber mag keine Weihnachtskonzerte Mitte Dezember, soweit so gut, das ist ja seine Privatsache, und jeder kennt sicher genügend Weihnachtsstimmungsverweigerer, für die Weihnachten am Heiligen Abend erledigt wird, und das war’s dann. Kein Problem. Er macht nun aber doch ein Weihnachtskonzert, das auch als solches etwa noch vor Beginn des Konzerts per Ansage so angekündigt wurde:

„Wir wünschen Ihnen besinnliche, weihnachtliche Stunden mit Andreas Bieber.“

Stellt sich die Frage: Für wen hat Andreas Bieber „Alle Jahre Bieber“ wohl gemacht? Wer wird wohl in seine Show gekommen sein? Leute, die Weihnachtskonzerte nicht mögen, lauter Masochisten also, die Weihnachtsshows hassen und deswegen in Biebers Weihnachtsshow gehen? Oder nicht doch Zuschauer, die gerne Weihnachtslieder hören und sich genau das von der Show erwartet hatten? Es ist ja nicht so, dass das Genre der Weihnachtslieder auf das beschränkt ist, was Andreas Bieber an diesem Abend dann doch geboten hat. Würde er sich mit dem Genre etwas näher beschäftigt haben, vielleicht hätte er dann eine andere Meinung davon. Es ist letztlich nichts anderes als Etikettenschwindel, eine in gewissem Sinne „Best of …“-Show im Weihnachtsmantel zu servieren. Nett verpackt, aber der Inhalt passt nicht wirklich. Derzeit scheint das in Mode zu sein. Warum nicht einfach bei der Wahrheit bleiben und das „Best of …“-Programm spielen und vor allem auch so ankündigen, die Bieber-Fans wären dennoch gekommen, und Leute, die sehr wohl in der Weihnachtszeit, die nun wahrhaftig nicht auf den 24. Dezember beschränkt ist, sondern mit diesem Tag für den einen oder anderen ihr abruptes Ende findet, sehr gern Weihnachtsshows besuchen, hätten sich das Ganze eventuell erspart.

In seiner Show erwies sich Andreas Bieber als stets humorvoller Moderator, in seinen Interpretationen war er das eine oder andere Mal extrem schluchzig und bisweilen zu hundert Prozent eher unangenehm im Schlagersumpf, sogar einen Klassiker wie „White Christmas“ eierte er eher runter, als dass er ihn interpretiert hätte. Der Sound war jenseits von Gut und Böse, Biebers Gesang wurde in eine fluffige Hall-Wolke gehüllt, man hätte glauben können, einer Messe in einer Kirche beizuwohnen. Wenn es ihm geholfen haben sollte, seine angeschlagene Stimme zu schonen1, okay, insgesamt jedoch ist eine derartige Camouflage grenzwertig.
Die Band war lasch, kaum je hat man einen Schlagzeuger so verzweifelt auf der Suche nach dem gesehen, was von ihm verlangt war. Wenig Power, zu wenig Einsatz, extrem störend etwa beim an diesem Abend von Bieber und seiner Band verschleppten „Als die Liebe entstand“ („Hedwig & the Angry Inch“), am Klavier mehr relaxtes Bargeklimper als Emotion und Gefühl. Besonders zu spüren bei Carin Filipcics Version von Amy Grants „Breath of heaven“, einem der großen Songs amerikanischer christlicher Musik, ein Weihnachtslied, das normalerweise geradezu hypnotische Wirkung hat – im Arrangement bei „Alle Jahre Bieber“ verklimpert und pseudoverjazzt, geradezu zerstört.
Sicher, „Alle Jahre Bieber“ ist keine Show, für die man sich drei Wochen Zeit nehmen kann, um alles perfekt einzustudieren, aber ab und an hatte man den Eindruck, die Musiker hätten die Noten während der Show zum ersten Mal zu Gesicht bekommen, und selbst dann … einen Song wie „Wenn ich dein Spiegel wär“ dermaßen zu dekonstruieren auf der Suche nach dem richtigen Takt – bemerkenswert.
Gleich zwei Songs lieferte Bieber aus der Revue „Ich war noch niemals in New York“ ab, einer davon „Griechischer Wein“. In der hanebüchenen Einleitung meinte Bieber, das sei ja ein Duett, aber sein Veranstalter Andreas Luketa hätte gemeint:

„Sing’s einfach, die gröhlen eh schon mit.“

Bezeichnend, diese Aussage, und so treffend, denn genau das ist es, was man mit einer Tradition von Shows wie „Ich war noch niemals in New York“ letztlich erreicht: Dummes Mitgröhlen wie in einer Dorfdisco oder im Bierzelt bei den Oberdeppendorfer Alpenjodlern. Als Überraschungsgast bei „Griechischer Wein“ kam Drew Sarich auf die Bühne und, wie schön, der Song, der nur in der jenseitigen Revue „Ich war noch niemals in New York“ als Duett konzipiert ist, wurde auch bei „Alle Jahre Bieber“ zum Duett – und tatsächlich, das Publikum gröhlte, klatschte mit und kreischte außer Rand und Band wie bei einem Strip der Chippendales, als Sarich auf der Bühne erschien und sich dem Schlager ergab. Manchmal kann „Musical“ so abstoßend sein.

Mit seinen Gästen hätte Andreas Bieber natürlich auch über Weihnachten reden können. Weihnachtsshow – Weihnachten, wäre ja nur logisch gewesen. Hat er aber nicht. Lustig war es auch so. Als Caroline Vasicek beispielsweise Bieber gestand, in Zeiten, als die beiden „Grease“ gespielt hatten, in ihn „ein bisschen verliebt gewesen zu sein“ meinte Bieber: „Oh mein Gott, dann hätte ich heute zwei Kinder mit dir.“ Vasicek ganz leise darauf: „Das glaub ich aber nicht.“

Ich mag ja den Biebs. – Biebs. Das soll jetzt nicht abwertend klingen, die Anspielung auf Justin Bieber kam von Andreas Bieber selbst, und mehr als den Nachnamen haben die beiden nicht gemein, bis vielleicht auf eine bestimmte Sorte von Fans, die auch bei „Alle Jahre Bieber“ reichlich vertreten war. Sie kreischen, wenn sie applaudieren könnten, und gröhlen, wenn Herr Bieber in einem neuen Outfit die Bühne betritt. Obwohl, einen Punkt gibt es da noch, der Justin und Andreas verbindet: Weihnachten. Beide machen mit Weihnachten ihr Geschäft, Justin Bieber hat mit „Under the Mistletoe“ eine höchst erfolgreiche Weihnachts-CDs veröffentlicht, er tritt mit seinen Weihnachtsliedern, die er zum Teil selbst geschrieben hat, in den bekanntesten amerikanischen Talkshows auf und ist am 16. Dezember im TV-Special „Christmas at the White House“ zu sehen – und Andreas Bieber macht auch mit Weihnachten sein Geschäft. Vielleicht ja nächstes Jahr mit mehr Gefühl für Weihnachten – und für alle, die die Weihnachtszeit lieben.

Setlist
- Alle Jahre wieder (Friedrich Silcher)/Rockin’ around the Christmas tree (Johnny Marks)
- „Alles, was gut tut“ („Ich war noch niemals in New York“/Michael Kunze/ Udo Jürgens)
- „Ich wollte nie erwachsen sein“ („Tabaluga & Lili“/Rolf Zuckowski/ Peter Maffay)
- Medley aus „Das Feuerwerk“ (Paul Burkhard/ Erik Charell, Jürg Amstein und Robert Gilbert): „Ich sag’s durch die Blume“/„O mein Papa“
- „Perhaps love“ (John Denver) Caroline Vasicek & Andreas Bieber
- „Ode an den Mond“ („Rusalka“/Antonin Dvorak/Jaroslav Kvapil) Caroline Vasicek
- Medley:
„Silver Bells“ (Jay Livingston/Ray Evans)
„Kling Glöckchen Kling“ (Karl Enslin)
„Sleigh Ride“ (Leroy Anderson/Mitchell Parish)
- „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ (Gene Autry/engl./dt.)
- „Wenn ich dein Spiegel wär“ („Elisabeth“/Michael Kunze/Sylvester Levay)
- „Griechischer Wein“ („Ich war noch niemals in New York“/Udo Jürgens/Michael Kunze) Drew Sarich & Andreas Bieber
- „Isolation street“ (Drew Sarich) Drew Sarich
- „Winterszeit in Wien“ (Hape Kerkeling) Drew Sarich & Andres Bieber
- „Heidschi, bumbeidschi“ (Trad.) Drew Sarich, Caroline Vasicek & Andreas Bieber

- Medley:
„It’s Beginning to Look a Lot Like Christmas“ (Meredith Wilson)
„Jingle Bells“ (James Lord Pierpont)
„Santa Claus Is Coming to Town“ (John Frederick Coots/Haven Gillespie)
- „Das Liebeslied“ (Annett Louisan)
- „Beide Dase däuft“ (Queen Bee)
- „Als die Liebe entstand“ („Hedwig and the Angry Inch“/John Cameron Mitchell/Stephen Trask)
- Sie (Charles Aznavour/Herbert Kretschmer)
- „Breath of Heaven (Mary’ Song)“ (Amy Grant/Chris Eaton) Carin Filipcic
- „The Christmas Song“ („Chestnuts Roasting on an Open Fire“) (Mel Tormé/Bob Wells) Carin Filipcic & Andreas Bieber
- „Jingle Bell Rock“ (Joseph Carleton Beal/James Ross Boothe)
- „Winter Wonderland“ / „Winter Wunderland“ (Felix Berard/Richard B. Smith)
- „Love Shine a Light“ (Kimberley Rew) Caroline Vasicek, Drew Sarich & Carin Filipcic
- „White Christmas“ (Irving Berlin)
- Stille Nacht“ (Franz Xaver Gruber/Joseph Mohr) Caroline Vasicek, Drew Sarich, Carin Filipcic & Andreas Bieber

Andere Meinungen
- Musical Musing: [Konzert] “Alle Jahre … Bieber” am 12.12.2011 im Theater Akzent
- redakteur.cc: Alle Jahre Bieber – Eine Kritik
- k2: Alle Jahre Bieber - gerne wieder

  1. Bieber zu Beginn der Show zu seinem angeschlagenen gesundheitlichen Zustand: „Es soll ein gemütlicher Abend werden, auch besinnlich, aber gar nicht mal zu besinnlich, wobei ich mich ein bisschen besinnen muss, denn bei aller Gemütlichkeit, bei aller Entspanntheit muss ich sagen, es geht doch in mir ein bisschen rund. Ich mag solche Ansagen am Anfang nicht ganz, aber gestern Abend war ich noch im Spital, weil meine Stimme weg war, nachdem ich zehn Tage krank bin, und hab mir dann mal etwas geben lassen, was nicht unbedingt so von Vorteil ist, aber die Stimme zumindest auf Vordermann bringt, damit ich hier sein kann. Es hätte mir leid getan, den Abend nicht zu machen, zumal ja ganz viele Leute auch nicht unbedingt nur aus Wien gekommen sind. Sondern vor zwei Tagen war ein Mädl am Bühneneingang, die kam so aus Korea, und spätestens da hab ich mir gedacht: Also wenn das nicht hält, musst du zum Arzt und dir unbedingt etwas geben lasen, dass du jetzt mal zuerst über die Runden kommst. Ich warne euch nur: Jeder Ton könnte der letzte sein. Aber dann könnt ihr wenigstens erzählen, ihr wart live dabei, als er Bieber abgekackt ist (…) []

Es wird Schlager: „Luft und Liebe“ – Titelupdate für CD-Projekt von „Marjan und Lukas“

„Überall ist Liebe“ als Titel des CD-Projekts des Duos „Marjan und Lukas“ (wie –> hier gemeldet) dürfte Geschichte sein. Neuer Titel der bei Sony Music/Ariola erscheinenden CD und gleichnamigen Single: „Luft und Liebe“.

Mediabiz über das Projekt;

Für ihr erstes eigenes Album arbeiteten die beiden Sänger zwei Jahre lang mit den Songwriter-Kollegen Maya Singh und Kristian Nord zusammen. „Uns war es wichtig, nicht auf irgendwelche Komponisten oder Produzenten zurückzugreifen, die uns die Plattenfirma vorschreibt. Wir wollten mit unserem eigenen Team arbeiten, mit dem wir auch befreundet sind und offen sprechen können.“ Herausgekommen sei dabei „gehobener Schlager im zeitgemäßen Sound“.

Link
- Mediabiz: Ariola nimmt Wiener Musical-Stars unter Vertrag

Stadtgalerie Mödling: „Weihnachten mit Maya Hakvoort & Missy May“ [2011]

In der Stadtgalerie in Mödling gingen am 10. Dezember 2011 zwei stimmungsvolle Konzerte (nachmittags und abends) von Maya Hakvoort und Missy May über die Bühne. Zugunsten der Make-a-wish-Foundation sangen die beiden Weihnachtslieder, begleitet von Aaron Wonesch am Klavier.

Einen Wunsch galt es zu erfüllen, der kleine schwerkranke Philipp möchte gerne den Formel-1-Star Sebastian Vettel treffen. Die Einnahmen aus den beiden Konzerten an jenem Tag machen das möglich.

Maya Hakvoort:

„Nachdem die Engel erfolgreich unterwegs waren … und wir Philipp seinen Wunsch, den Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel zu treffen, erfüllen konnten .. Es hat mir einen Riesenspaß gemacht, als Engel zusammen mit Missy durchs Leben zu gehen … ja, mir sind Flügel gewachsen … Ich danke ALLEN ganz herzlich fürs Kommen!! Durch euch haben wir diesen Wunsch erfüllen können … und ich hoffe, wir sehen uns alle ganz bald irgendwo mal wieder!! … alles Liebe eure Maya.“

Missy May:

„… dankt allen von ganzem Herzen, die gestern beim Make-a-wish-Konzert von Maya Hakvoort und mir dabei waren!!!! Durch euch konnten wir einem kleinen schwerkranken Buben seinen Herzenswunsch erfüllen!!!! DAS ist Weihnachten!!!DANKE!“

Ein kleines, aber feines Event war es, mit Klassikern quer durch die Weihnachtsliedersammlung der Welt, Bekanntes und weniger Bekanntes, wie Weihnachtssongs von Papermoon („On the day before Christmas“) und Roger Cicero („Bin heute Abend bei dir“), in fast familiärer, lockerer Atmosphäre, nachmittags mit vielen Kindern unter den Konzertbesuchern. Vermutlich war es das Weihnachtskonzert schlechthin in dieser Saison, in der es so viele Shows gibt, die zwar „XMAS“ beziehungsweise „Christmas“ im Titel, aber nicht oder nur bedingt am Programm haben.

Zum Teil unterhaltsam improvisiert, aber doch wohl durchdacht, Missy May mit einer grandiosen Version von David Fosters „Grown-Up Christmas List“, Maya Hakvoort mit wunderbaren holländischen Versionen von bekannten Weihnachtshits, „Greensleeves“ mit weihnachtlichem Text und einem fantastischen „Ich gehör nur mir“ als Zugabe – zwar nicht wirklich ein Weihnachtslied, aber für die Fans kann man da schon mal ’ne Ausnahme machen.

Jede Menge Fotos vom Konzert am Nachmittag gibt es –> hier.

Setlist
01 „Santa Claus is coming to town“
(John Frederick Coots/Haven Gillespie) – Maya Hakvoort & Missy May
02 „Bin heute Abend bei dir“
(Roger Cicero) – Maya Hakvoort
03 „Grown-Up Christmas List“
(David Foster/Linda Thompson-Jenner) – Missy May
04 „Let It Snow! Let It Snow! Let It Snow!”
(Sammy Cahn/Jule Styne) – Maya Hakvoort & Missy May
05 „Who would imagine a King“
(Mervyn Warren/Hallerin Hilton Hill) – Maya Hakvoort
06 „Winter Wonderland“
(Felix Bernard/Richard B. Smith) – Maya Hakvoort & Missy May
07 „Greensleeves“
(Trad./dt.) – Maya Hakvoort
08 „(They long to be) Close to you“
(Burt Bacharach/Hal David) – Missy May
09 „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“
(Gene Autry) – Maya Hakvoort & Missy May
10 Medley:
„Leise rieselt der Schnee“ (Eduard Ebel) – Missy May
„Kling, Glöckchen, klingelingeling“ (Karl Enslin) - Maya Hakvoort
„Oh Tannabaum“ (Melchior Franck/dt./holl.) – Maya Hakvoort & Missy May
„Jingle bells“ (James Lord Pierpont) – Maya Hakvoort & Missy May
11 „On the day before Christmas“
(Christof Straub) – Maya Hakvoort & Missy May
12 Medley:
„We wish you a Merry Christmas“ (Trad.) – Maya Hakvoort & Missy May
„Stille Nacht, heilige Nacht“ (Franz Xaver Gruber/Joseph Mohr/dt./holl.) – Maya Hakvoort & Missy May
„Silver Bells“ (Jay Livingston/Ray Evans) – Maya Hakvoort & Missy May
„It’s the most wonderful time of the Year“ – Maya Hakvoort & Missy May
13 „You’ve got a friend“
(Carole King) – Maya Hakvoort & Missy May
14 „Ich gehör nur mir“
(Sylvester Levay/Michael Kunze) – Maya Hakvoort

Aus den Archiven: Was wurde eigentlich aus dem geplanten VBW-Musical „KILL & WIN“?

„Kill & Win“ ist der Titel eines Musicals, dessen Entwicklung die Vereinigten Bühnen Wien im Jahr 2002 ankündigten. Die Idee dazu wurde von Christof Straub entwickelt, der sich seit Juli 2000 gemeinsam mit seiner Ehefrau Roumina diesem Projekt widmete, das einen Lebenstraum für ihn darstellt. Roumina ist Co-Autorin und Produktionsassistentin.
Die Geschichte soll sich um ein internationales Computerspiel drehen, bei dem es für die Teilnehmer um Leben und Tod geht und dem immer mehr Menschen verfallen.
Der Held heißt John Stalker. Er lebt im Jahre 2084 in einem Land namens Uceania. Dort breitet sich das Internetspiel „Kill & Win“ aus, in dem es um Reichtum, Ruhm, Leben und Tod geht und das auch John Stalker ins Verderben zu reißen droht. Wie es sich für eine gute Geschichte gehört, darf natürlich auch eine Liebesbeziehung nicht fehlen.
Zunächst sollte das Musical in englischer Sprache aufgeführt werden, jedoch entschied man sich 2002 dazu, es in deutscher Sprache zu schreiben. Im selben Jahr lagen erste Demos und ein Buch vor. Man ging damals davon aus, dass die Arbeiten an diesem Musical bis zur Saison 2005/06 abgeschlossen sein könnten und es am Raimund Theater seine Uraufführung haben könnte.
Nachdem sich Christof seit 2004 verstärkt um das Comeback Papermoons bemühte, war dieser Termin nicht mehr zu halten. So war es auch keine Überraschung, als Christof im April 2004 mitteilte, das Musical liege derzeit „auf Eis“. Zudem scheinen die Vereinigten Bühnen Wiens derzeit auch kein Interesse an dem Wagnis zu haben, eine eigene Musicalproduktion auf die Füße zu stellen.

Bei einigen Liedern des Albums „Come Closer“ – so z. B. bei „Over You und Mon Ange“ – gewinnt man den Eindruck, dass hier Erfahrungen hineinspielen, die Christof im Rahmen des Musicalprojekts sammelte. So wird bei diesen Liedern sehr viel Wert auf die instrumentale Begleitung gelegt und ein schöner Klangteppich aufgebaut, dessen Fülle zu beeindrucken weiß.

Link
- Papermoon, offizielle Website

Schuberttheater: Viel Lärm um nichts [2011]

Schuberttheater, Viel Lärm um nichts 2011„Viel Lärm um nichts“ – den Klassiker von William Shakespeare konnte man schon in den unterschiedlichsten Versionen auf deutschsprachigen Bühnen und im Kino erleben, von klassischen Inszenierungen und/oder opulenten Versionen bis zum dekonstruierten Regietheater. Man kann aus dem Stück fast alles machen, wie auch die Salzburger Festspiele einmal bewiesen haben, die den Schluss der Komödie nicht als Doppelhochzeit in Szene setzten, sondern am Ende zwei Frauen präsentierten, die ihre Männer verloren hatten.

Im Wiener Schuberttheater wurde Shakespeares Stück (Premiere war am 10. November 2011) auf einigen Ebenen in die Gegenwart transferiert. Man hört Musik per iPod, tippt auf Notebooks, per Videoeinspielung klinkt sich Don Pedro, der CEO von Aragon Corporations, ins Geschehen ein. Die Protagonisten sind alle in den Firmen Aragon Corporations beziehungsweise Messina Incorporations verankert. Der Switch von einer klassisch gehaltenen Inszenierung auf die aktualisierte Version findet auch gleich demonstrativ in den ersten Sekunden der Aufführung, quasi als Statement, statt. Leonato, CEO von Messino Incorporations, klickt auf seiner Stereoanlage per Fernbedienung vom gerade gespielten „Sigh no more, Ladies“ (ein Track aus dem Soundtrack der „Viel Lärm um nichts“-Verfilmung von Kenneth Brannagh aus dem Jahre 1993) auf „Red Flag“ von Billy Talent um – BAMM – vom Seufzer zum harten Rock. Damit ist das Schwülstige aus dem Stück mal draußen.

Die nächste Reduktion, die Jasmin Sarah Zamani (Regie/Text) durchgeführt hat, betrifft das Personal des Stücks. 16 Personen beziehungsweise mehr, je nachdem wieviele Wachen, Boten, Gefolge man sich leisten mag – das geht auch mit weniger. In der Version des Schuberttheaters haben wir 6 Personen auf der Bühne und eine, die mittels eingespielter Videosequenzen mit einbezogen wird. Nicht nur die Kürzung des Personeninventars bedingt eine Streichung jeder Menge Text, und vielleicht ist die Reduktion des Stücks auf den Kern der Beziehungsgeflechte das Radikalste an dieser aktualisierten Version.

Gestrichen auch jeglicher Pathos. Der Shakespeare’sche Text, der trotz aller Bearbeitung und neuer Passagen doch deutlich vorhanden ist, wird mit großer Spiellust gebracht, mit Nachdruck und Hingabe bisweilen bis fast in die Groteske oder ins große Beziehungsdrama inszeniert, die Charaktere liebevoll mit Spleens, Leben erfüllt vom insgesamt großartig spielenden Ensemble, ohne jetzt jemanden hervorheben zu wollen. Das Stück pendelt vom Liebespärchen Benedikt Padua und Beatrice Disdegno zu Claudio Florentin und Hero Purezza, hin und her, legt in den Konfliktsituationen enorm an Tempo zu, der Soundtrack channelt die Stimmung in die richtigen Bahnen, durch die Videoeinspielungen bricht man ein wenig, was sich an Verstaubtem anlagern hätte können, die Kostüme – ein Lacher für sich, immer an der richtigen Stelle. Es ist eine Freude, eine dermaßen heutige, witzige und stellenweise umwerfend komische Shakespeare-Inszenierung zu erleben.

VIEL LÄRM UM NICHTS
William Shakespeare

Leading Team
Regie/Textfassung: Jasmin Sarah Zamani
Regieassistenz, Inspizienz: Helene Ewert
Kostümassistenz: Iris Otterspeer
Lichtgestaltung: Simon Meusburger
Grafik, Videos: Johannes Hucek
Fotos: Anita Milena Murgu

Besetzung
Benedikt Grawe: Benedikt Padua, CFO von Aragon Corporations
Christoph Hackenberg: Leonato Gouverneur, CEO von Messino Inc.
Christian Kohlhofer: Claudio Forentin Graf, Managing Director BU Italy bei Aragon Corporations
Lena Sophie Lehmann: Dona Joanna, Don Pedros Halbschwester und Managing Director bei Aragon Corporations
Manuela Linshalm: Beatrice Disdegno, Leonatos Cousine und CFO von Messina Inc.
Christopher Ryan: Don Pedro Fürst, CEO von Aragon Corporations
Katharina Vana: Hero Purezza Gouverneur, Leonatos Schwester, Praktikantin der höheren Managementebene

Soundtrack
Sigh no more, Ladies - Much ado about nothing (O.S.T., 1993)
Red Flag - Billy Talent
Requiem for a Dream - Clint Mansell
7 Nation Army - The White Stripes
Sigh no more - Mumford & Sons
Pizzicati - Sylvia Act III Divertissiment
Dead Road 7 - The Kills
Over my shoulder - Mika
Shall I compare thee to a Summer’s day - Bryan Ferry
Tron Legacy - No.10
At Last - Etta James
Single Ladies - Beyoncé

Link
- Schuberttheater

Ronacher/Probebühne: Creeps

1. Februar 2012
19:30bis21:30

Entgegen ursprünglichen Ankündigungen seitens der VBW, die Probebühne des Ronacher recht regelmäßig bespielen zu wollen, finden eher selten Vorstellungen in diesem Theaterraum statt. Eine dieser eher seltenen Produktionen ist am 1. Februar 2012 zu sehen: „Creeps“, ein Theaterstück von Lutz Hübner über das Spiel mit Träumen, Hoffnungen, Defizit und Vermarktung junger und jung gebliebener Menschen in Castingshows unter der Regie von Tamara Hattler.

Kaum ein anderes Fernsehformat spiegelt den Zeitgeist wohl dermaßen wieder wie Castingshows. Es gibt keinen Sender, der nicht versucht, in dem „Persönlichkeitsvermarktungswettbewerb“ mitzumischen. Castingsendungen sind die moderne Brutstätte sogenannter „Stars“.
Persönlichkeit und Menschlichkeit bleiben nicht selten auf der Strecke. Je schriller, je brutaler, umso besser. Egal ob jung oder alt, jeder, der diesen Kick des kurzen Berühmtseins verspüren möchte, spielt im größten Zirkus unserer heutigen „Hochkultur“ mit. Früher ging man ins Varieté, um Kuriositäten zu betrachten, heute findet man sie auf der Fernsehbühne.

Mehr als zehn Jahre sind seit der Uraufführung von Lutz Hübners Jugendstück „Creeps“ vergangen, und dennoch ist das Stück aktueller denn je zuvor.

Inhalt
Petra, Maren und Lilly-Marie sind ihrem Traum zum Greifen nahe, denn sie werden zur Endrunde für das Moderatorinnencasting für die neue Trendfashionmusicshow „Creeps“ ins Studio geladen. Doch nur eine von ihnen kann es schaffen. Da heißt es keine Rücksicht auf Verluste, Ellenbogen raus und durch! Gehetzt durch den Produzenten Arno und ihre Versagensangst beginnt ein rücksichtsloser Kampf zwischen den Konkurrentinnen, bei dem kein Auge trocken bleibt, kein Geheimnis sicher ist und man besser niemandem traut.

Mitwirkende
Susanne Preissl (Produktion und Schauspielerin der Rolle Maren)
Sophie Berger (Produktion und Schauspielerin der Rolle Petra)
Sophie Prusa (Schauspielerin der Rolle Lilly-Marie)
Philipp Bernhard (Schauspieler der Rolle „Off-Voice“ und Tontechniker)

Tamara Hattler (Regie)
Silke Ofner (Dramturgie)

Tickets
Wien Ticket 01/588 85 sowie unter allen Vorverkaufsstellen der Vereinigten Bühnen Wien.
Einheitspreis € 15,- freie Platzwahl

Ort: Ronacher, Probebühne/Zugang über Schellinggasse 4, 1010 Wien
Vorstellungstermine: 1. Februar 2012, 19.30h
Am 2. Februar 2012 gibt es um 9 Uhr und 11 Uhr Schülervorstellungen.

Volksoper Wien: „Salut für Marcel Prawy“ oder Warum es wichtig ist, dass man Marcel Prawy in Wien feiert

Am 29. Dezember wäre Marcel Prawy 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass werden in Wien Ausstellungen, Matineen, Konzerte und Hörfunksendungen zu seinem Gedenken gestaltet. Die Wienbibliothek zeigt beispielsweise seit 1. Dezember im Rathaus einen kleinen Teil seines Nachlasses (nähere Infos –> hier).

Der Sänger Jan Kiepura rettete Marcel Prawy das Leben, indem er ihn als Sekretär aus dem Nazideutschland mit nach Amerika nahm, wo er Leonard Bernstein kennenlernte, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. 1946 kam Prawy als amerikanischer Kulturoffizier nach Wien zurück, ging später als Dramaturg an die Wiener Volksoper und brachte das Musical nach Wien.

Prawys Output, was sein Wirken im Musicalgenre betrifft, würde Thomas Drozda vielleicht nicht beeindrucken. Anlässlich des „Bilanz“-Pressekonferenz meinte der Geschäftsführer der VBW, angesichts der rund „20 Produktionen“, die es in der Ära Zechner gab, in Bezug auf die Ära Peter Weck beispielsweise:

Prawys Output als Chefdramaturg der Volksoper Wien von 1955 bis 1972 mag vielleicht keine 20 Musicalproduktionen (neben seiner Arbeit im Bereich der Oper und Operette) umfasst haben, doch waren es nicht die versammelten Werke der Tiger Lillies, die er propagierte, und auch kein Pastiche-Furioso Marke Christian Kolonovits in 200 ähnlichen Aufgüssen, es waren auch keine Schlagerergüsse made in Hamburg, sondern Klassiker wie „Kiss me, Kate“ (1956), „Wonderful Town“ (1956), „Annie, Get Your Gun“ (1957), „Porgy and Bess“ (1965), „West Side Story“ (1968), „Show Boat“ (1971) oder „Karussell“ (1972), die er in Wien auf die Bühne brachte, er legte Grundlagen, und um noch einmal auf oben erwähntes Zitat zurückzukommen, auch Peter Weck legte in seiner Zeit Grundlagen. Man könnte in diesem Zusammenhang auch mal Kreisky zitieren, doch wozu der Aufwand.

Die Volksoper Wien widmet Marcel Prawy am 29. Dezember 2011 die Veranstaltung “Salut für Marcel Prawy”. Johanna Arrouas, Stefan Cerny, Sigrid Hauser, Boris Pfeifer, Alexander Pinderak, Marco Di Sapia und Adrineh Simonian werden Ausschnitte unter anderem aus „Kiss me, Kate“, „West Side Story“ und „Porgy and Bess“ singen. Als Gast wird Julia Migenes erwartet, durch den Abend führt Christoph Wagner-Trenkwitz, der auch das Event gestaltet.

Salut für Marcel Prawy
29. Dezember 2011, 3. Januar 2012
Beginn: 19.00 Uhr
Spieldauer: 2 Stunden 30 Minuten, Pausen: 1
Nähere Infos –> hier.

Broadway: Aus für „Bonnie & Clyde“

Auch das neueste Musical von Frank Wildhorn hatte am Broadway keine Chance. Bonnie & Clyde beenden am 30. Dezember 2011 ihr Abenteuer am Great White Way. Ob es eine Cast-CD geben wird, ist nicht mehr sicher. [broadwaycriticsblog]

Telecharge Group Sales:

„… we must inform you that „Bonnie and Clyde“ at the Schoenfeld Theatre announced that they will be closing on 11/30/2011.“

Link
- Playbill: Broadway’s Bonnie & Clyde Ticket Sales End Dec. 30

Bollwerk @Stubbe

Drei neue Folgen der beliebten Krimiserie „Stubbe – Von Fall zu Fall“ gehen ab Samstag, den 10. Dezember 2011, an den Start.

„Stubbe – Von Fall zu Fall: Begleiterinnen“ lautet der Titel des Samstagskrimis, der am 7. Januar 2012 um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird. (Buch/Regie: Peter Kahane). Kommissar Stubbe fragt sich, warum Marina (Tessa Mittelstaedt), eine professionelle „Begleiterin“, so sehr leidet, als sie vom gewaltsamen Tod eines Kunden erfährt. Doch das Opfer lässt nicht nur eine schockierte Professionelle zurück, sondern auch eine Ehefrau, die, wie sie behauptet, von der Beziehung ihres Mannes nichts wusste. Zudem stößt Stubbe auf einen Kreis von unzufriedenen Kunden des ermordeten Finanzberaters. In weiteren Rollen spielen Carolin Spiess, Alisa Levin, Marion Mitterhammer, Matthias Bollwerk und andere. [presseportal.de]

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