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Archiv - August, 2012

Oh Lord, Lloyd Webber hat sich geirrt

Im vergangenen Dezember ließ Andrew Lloyd Webber mit einer düsteren Prognose aufhorchen (siehe –> hier). Er sagte für das West End in der Zeit der Olympischen Spiele ein Blutbad voraus. Die Theater würden keinen Umsatz machen, alles würde sich nur für die Spiele interessieren. Das Ganze gipfelte in dem Statement:

Nobody’s going to go to the theatre at all, most of the theatres in London will shut. It’s going to be very tough.

Nun, der gute Lord hat sich geirrt. Der Kartenverkauf am West End hat durch die Spiele um 25 Prozent zugelegt. Alle Stücke, die in den Theatern von Lloyd Webber zu sehen sind, wie “The Phantom of the Opera”, “War Horse” und “Shrek”, konnten während der Spiele ein Umsatzplus verbuchen. “The Wizard of Oz” im Palladium wollte Lloyd Webber während des 14-tägigen Sportevents sogar schließen, und auch diese Show hat durch die Spiele rund 100.000 Pfund mehr Umsatz gemacht als davor – pro Woche.

Lloyd Webber:

I’m the one who said it would be all doom and gloom, but I have been proved wrong and I couldn’t be more delighted about that. I thought it was going to be terrible because there would be no foreign visitors whatsoever, and it is true that we’re not seeing the foreigners we normally get at this time of year.
But what is happening is that a lot of families from all over the country are coming to see things such as the equestrian events or the volleyball … and saying, ‘What else can we go and see?’ So suddenly we see this huge upturn, and what’s interesting is that they are clearly all Brits.

Also doch noch die Kurve gekriegt. Mit ausländischen Touristen, so Lloyd Webber, könne man in diesen 14 Tagen freilich trotzdem nicht wie sonst rechnen, es sind vielmehr die Briten selbst, die dafür sorgen, dass aus den Olympischen Spielen keine Hunger Games fürs Theater werden.

Link
- Andrew Lloyd Webber: ‘I was wrong about summer theatre bloodbath’

Broadway: - 50 Prozent

Viel wurde in Foren und auch anderswo in den letzten Wochen über die Flops am Broadway und auch die ganz normalen letzten Vorstellungen von Produktionen am Great White Way geschrieben. Ein paar Fakten.

In den letzten 30 Jahren waren zur Zeit der Tony Awards durchschnittlich 27,23 Shows in den Theatern am Broadway zu sehen. Bis zum ersten Montag im September jeden Jahres, dem Labour Day, findet dann am Great White Way das jährliche Ausbluten statt. Der Durchschnittswert für die letzen 30 Jahre: 10,61. – Von den 27,23 Shows schließen also durchschnittlich 10,61 im Zeitraum von den Tony Awards bis zum Labour Day, das sind 38,96 Prozent.

2011/12
In dieser Broadway-Spielzeit sieht die Statistik etwas anders aus. Wir hatten zur Zeit der Tony Awards 34 Shows am Start, und 17 davon, das sind 50 Prozent, werden bis zum Labour Day schließen. Das gab es erstens erst zwei Mal in der Broadway-Geschichte, und das letzte Mal 1996.

Weitere Daten
Im Laufe der letzten 15 Jahre waren durchschnittlich 32,27 Shows zur Zeit der Tony Awards am Start, in den 15 Jahren davor: 22,5 Shows.
Im Laufe der letzten 15 Jahre mussten durchschnittlich 12,73 Shows von den Tony Awards bis zum Labour Day schließen (39,46 Prozent), in den Jahren davor 8,625 Shows (38,33 Prozent).

Die letzten 5 Jahre
Betrachtet man nur den Zeitraum der letzten 5 Jahre, so mussten 40,96 Prozent aller Shows von den Tonys bis zum Labour Day schließen. Produziert wurden in diesen letzten 5 Jahren um 2 Stücke mehr als im Vergleich zu den 10 Jahren davor und um 11 Stücke mehr als in den wiederum davor liegenden 15 Jahren.

Broadway-Produzent Ken Davenport, der diese Daten erhoben hat, kommt zu folgendem Schluss:

We just might be producing more shows than our market can bear. Sure, the vendors are happy. They’re working on a ton of more shows, and aren’t tied into profitability. But the investors aren’t.
With attendance flatter than the earth before Columbus took it for a spin, it’s counter-intuitive to profit-making to create more product. Imagine, for a second, if during the financial crisis that devastated the auto industry, Detroit just started making a few more cars.
While everyone thinks their show can beat the odds and be the best, it’s important to be objective about your show. There’s only so much business to go around. And if you try to compete in a flooded market, you may just get run aground.
And that’s scarier than any little blonde girl staring at a bunch of static.

Link
- Is it just me? Or does it feel like more shows are closing this summer?

Saufen wir uns doch alles schön … Part II

Sagen wir es so: Als man unter Kathrin Zechner auf gut Wienerisch meinte: „Es kommt nix Besseres nach …“, musste man sich den Vorwurf gefallen lassen, allzu pessimistisch zu sein. Nun, mittlerweile haben wir die großartige „Legally Blonde“-Ankündigung, man versucht uns einzureden, dass eine konzertante Produktion von Musicals eine „Innovation“ sei, obwohl Caspar Richter ALLE Credits dafür (in Bezug auf Produktionen dieser Art mit dem Orchester der VBW) zuzuschreiben sind und nicht etwa einem neuen Intendanten … Wir haben, das alles ist natürlich nur meine Sicht, ein perfektes „Management by Chaos“, denn natürlich findet das Casting für die angekündigte konzertante Produktion viel zu spät statt, um mindestens ein halbes Jahr zu spät, sodass unwillkürlich die Frage auftauchen muss, ob „Das Phantom der Oper” die zweite, dritte, vierte oder fünfte Wahl war, aber …

… das Beste kommt ja noch. War es früher immer ein Abwägen und Herumdiskutieren, ob nun Karten für Premieren in den allgemeinen Verkauf kommen, gibt es derzeit Stimmen, die besagen, dass Premieren unter Struppeck nur mehr für Sponsoren, deren Angehörige, Darsteller und deren Angehörige – und natürlich Promis – stattfinden werden. Sicher kommt von den VBW umgehend, wie auch zu anderen Themen, ein Widerruf, wenn dem nicht so ist. Und mit großer Freude würde ich dann berichten wollen, wo und wann man Karten kaufen kann, ohne betteln zu müssen. Falls dem aber doch so sein sollte, dass es diesmal keine Karten im Vorverkauf gibt, dann bewahrheitet sich einfach wieder mal der oben angeführte Spruch.

Und man kann die Situation nicht etwa mit Stage Entertainment vergleichen, denn wie ein Privatunternehmen seine Premieren gestaltet, ist Sache dieses Unternehmens. Die VBW sind aber von Steuergeldern abhängig, sie bekommen Subventionen, und es stellt sich die Frage, ob wir alle dafür zahlen müssen, damit Frau Kaisersemmel und Herr Marmeladenkringel fadisiert in den ersten Reihen lungern können und sich Alfons Haider bei Dominik Heinzl zum x-ten Mal als „Elisabeth“-Fan outen kann. Merkwürdiger Weise ist es möglich, für jede Premiere im Wiener Burgtheater ohne Probleme an Karten zu kommen, und die Besetzung in diesem Bereich bewegt sich auf internationalem Niveau, während man im Musicalbereich oft nicht mal mehr von Regionalliga sprechen kann.

Was könnte man dagegen tun? Nun, man könnte an die Kulturverantwortlichen der Wiener Parteien schreiben und vielleicht mal ihr Interesse darauf lenken, wie mit Subventionen umgegangen wird und ob mit Subventionen nicht Theater für Theaterinteressierte gemacht werden sollte, die bereit sind, ihre Karten zu kaufen.

Saufen wir uns doch alles schön … Part I

Wien, Hitze, Musicalsommer, da kommt einem vielleicht manchmal was aus … das man im Nachhinein … nicht, dass Maya Hakvoort die einzige wäre, die so denkt … Wie auch immer, in der ORF-Sendung „Seitenblicke“ war die Künstlerin anlässlich ihres Auftritts beim Open-Air-Gig „Wiener Musicalsommer“ im Arkadenhof des Wiener Rathauses mit folgendem Statement vertreten:

Maya Hakvoort: Was ich am Anfang immer a bissl schwierig finde, ist, dass man die Leute noch so gut sieht, weil es noch Tageslicht ist.
Seitenblicke: Du willst die Leute nicht gut sehen?
Maya Hakvoort: Na ja, weißt, wenn du dann deine eigene Welt kreierst und dann sitzen die Leute so … grün, und du siehst ein orangenes Hemd, ein rosanes Hemd, ein weißes Hemd. Das, ja, das bricht manchmal mein Zauber ein bisschen, obwohl, wir können sie casten, das Publikum, dass es nur lauter wahnsinnige, tolle, hübsche – aber dann bin ich auch abgelenkt.

Schönsaufen würde vielleicht helfen. Man sagt ja, dass das Publikum sich so manches Musical in Wien schönsaufen muss, um es halbwegs beschwingt, etwa in den Sesseln der S. M. „Raimund“, auszuhalten.

Link
- ORF-Seitenblicke

Korneuburger Musiksommer: „Musical Melodies“

4. August 2012
20:00bis22:00

Am 4. August 2012 (Beginn: 20 Uhr) findet im Rahmen des Korneuburger Musiksommers der Konzertabend „Musical Melodies“ statt. Carin Filipcic, Ann Mandrella, Andreas Bieber und Drew Sarich singen „Hits“ aus „Jesus Christ Superstar“, „Ich war noch niemals in New York“, „Tanz der Vampire“, „Mamma Mia!“, „Les Misérables“, „Kiss me, Kate“, „Elisabeth“ u. v. a.
Musikalische Begleitung: Herbert Pichler (Klavier) & Sergei Bolotny (Geige) & Klaus Göhr (Schlagzeug).

Nähere Infos –> hier.

Wiener Rathaus: „Wiener Musicalsommer“ 2012

2. August 2012
20:00bis22:00

Unter dem Titel „Wiener Musicalsommer“ finden am 2., 3. und 4. August 2012 im Wiener Rathaus (im Arkadenhof) drei Konzerte mit Maya Hakvoort, Marika Lichter, Jan Ammann und Oliver Arno statt. Sie werden die Hits aus „Elisabeth“, „Mozart!“, „Rebecca“, „Rudolf“, „Tanz der Vampire“, „Freudiana“ und einigen anderen Shows singen.
Mit dabei: Studierende und Absolventen der Musicalakademie Graz. Es spielt das Wiener Musicalorchester unter der musikalischen Leitung von Herwig Gratzer.

Tickets von 19 bis 59 Euro –> bei Wien-Ticket.

Weitere Infos demnächst. Beispielsweise auf der Facebook-Site von Marika Lichter –> hier, oder Oliver Arno –> hier.

UPDATE 19. Juli
Der Termin am 4. August wurde gecancelt.
UPDATE 2 20. Juli
Der Termin 4. August ist wieder im Verkauf.

Stadtsaal: Augustin – Ein kabarettistisches Rock-Musical

9. August 2012
20:00bis23:00

augustin_300_text.jpgWährend Wiens Theaterszene großteils noch im tiefen Sommerschlaf liegt, wird 2012 ab dem 9. August im Wiener Stadtsaal gerockt. Zu sehen wird „Augustin“ sein, ein kabarettistisches Rock-Musical von M.O. Tauchen.

Inhalt

Der liebe Augustin ist ein Wahrzeichen der Wiener Seele. Lebenslust und Todessehnsucht kämpften in seinem goldenen Wiener Herzen, während Hochmut und Eitelkeit wie gierige Ratten an ihm nagten.

Aber was geschah wirklich in jener Nacht des Jahres 1679, nach der der Volkssänger Augustin in den frühen Morgenstunden auf dem Heimweg in die Pestgrube stürzte und am nächsten Morgen von Pestknechten unversehrt geborgen wurde? Ein Wunder? Hatte er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen? War Alkohol im Spiel?

Und wer hatte überhaupt diese grausame Seuche über die Stadt gebracht? Wir sind für Sie tief in die Abgründe der Wiener Legende gestiegen und zerren die Wahrheit schonungslos ans Licht. Eines sollten Sie schon mal wissen: Der Tod - Gevatter Hein - ist kein Junggeselle!!!

Eine kleine Einführung
„Die Legende vom Volkssänger Augustin, der – schwer alkoholisiert – den Sturz in eine Pestgrube überlebt hat, stammt aus dem 17. Jahrhundert. (…) Im Jahre 1643 soll Augustin als Sohn eines Bierwirtes zur Welt gekommen und im Jahre 1705 gestorben sein. (…) Im Tauchen-Prokopetz-Ambros-Hörstück begegnet uns zwar ein trinkender, aber kein lieber, sondern ein anarchischer Augustin, der mit Wienerliedklischees nichts am Hut hat. Das beweist schon die kurze elegisch-rockige Ouvertüre, die den letzten Song des Hörstücks „Hängebruckn“ instrumental vorstellt. (…) Das Hörstück Augustin ist das dritte von den drei berühmten Konzeptalben: „Schaffnerlos“, „Watzmann“ und „Augustin“.

Augustin
Ein kabarettistisches Rock-Musical von M.O. Tauchen und Hagen Range
Musik: W. Ambros u.a.

Mitwirkende
Manfred O. Tauchen: Regie, zweiter Pestknecht
Nadja Maleh: Die Pest, ein Wäschermädl
Andrea Graf: Wirtstochter Agnes, ein Wäschermädl
Wolfgang Katzer „Bamschabl“: Gevatter Hein
Robert Blöchl: Erster Pestknecht, Wirt
Clemens Maria Schreiner: Alternierend erster Pestknecht
Christian Clementa: Volkssänger Augustin
Edmund Kadlec: Musiker, Stammgast
Martin Bachhofner: Musiker
Martin „Schützi“ Wagner: Musiker

Termine
9. August Premiere
10.-11.8., 16.-18.8., 23-25.8. und 30.8.-1.9.2012
Beginn jeweils um 20 Uhr

Nähere Infos –> Stadtsaal

Link
- Konzeptalbum „Augustin“ von Wolfgang Ambros (1989)

Bühne Baden/Sommerarena 2012: Dacapo für „Evita“ mit Maya Hakvoort

11. August 2012
19:30bis22:00

Copyright: Christian HusarAm 11. August 2012 ist im Rahmen der Sommerarena der Bühne Baden die Wiederaufnahme einer Musicalproduktion aus dem Jahre 2006 zu sehen: Andrew Lloyd Webbers „Evita“. Maya Hakvoort übernimmt wie auch schon bei der Premiere 2006 und der ersten Wiederaufnahme 2008 die Titelrolle. Sieben Mal ist die Show bis Anfang September 2012 zu sehen.

Weitere Produktionen:
- „Die drei Musketiere“, eine Operette von Ralph Benatzky (Premiere: 22. Juni 2012)
- „Gräfin Mariza“, eine Operette von Emmerich Kálmán (Premiere: 13. Juli 2012)
- „Der Bauer als Millionär“, das Zaubermärchen von Ferdinand Raimund in der Regie von Jérôme Savary (Premiere: 28. Juli 2012)

Evita
Wiederaufnahme 11. August 2012, 19.30 Uhr, im Stadttheater Baden
August 12/17/22/29 //// September 4/5
Vorstellungsbeginn jeweils 19.30

Leading Team
Musik: Andrew Lloyd Webber
Liedtexte: Tim Rice
Deutsche Fassung: Michael Kunze
Musikalische Leitung: Oliver Ostermann
Inszenierung: Robert Herzl
Choreografie: Rosita Steinhauser
Ausstattung: Waltraut Engelberg

Besetzung
Maya Hakvoort, Jasmina Sakr, Dessislava Filipov, Alexandra Wieser-Enk, Beppo Binder, Franz Csencsits, Alexander Donesch, Valentin Frantsits, Michael Fischer, Marcus Folle, Reinwald Kranner, Artur Ortens, Boris Pfeifer, Richard Schmetterer, Stephan Wapenhans, Christian Zmek

Tickets
Tel.: 02252-22522
Mail: ticket@buehnebaden.at
www.buehnebaden.at

Link
- Bühne Baden/Spielplan

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