Martin Bruny am Mittwoch, den
4. Januar 2012 um 02:00 · gespeichert in Musical, Broadway
Darren Criss, bekannt aus der US-Serie »Glee«, spielt seit einigen Tagen in der aktuellen Broadway-Produktion des Musicals »How to Succeed in Business Without Really Trying« und macht das, was man von ihm erhofft hat: Er bringt neue Publikumsschichten ins Theater. Die Vorstellungen mit ihm sind gut gebucht bis ausgebucht.
Kosteten Premium-Tickets in Shows mit seinem Vorgänger in der Rolle des J. Pierrepont Finch, Daniel Radcliffe, 302 Dollar, so darf das »Glee«-Fanvolk bluten. Premium-Tickets für die Shows mit dem TV-Liebling Criss kosten ab sofort 402 Dollar. Gültig ist diese Preiserhöhung von 3. bis 22. Januar 2012. Am 24. Januar übernimmt der nächste Publikumsliebling: Nick Jonas. Vielleicht gibt es ja dann Tickets nur mehr gegen Organspenden.
Martin Bruny am Dienstag, den
3. Januar 2012 um 10:44 · gespeichert in Musical, Broadway
Der Januar war schon immer ein schwieriger Monat für Broadway-Shows. Die Touristen müssen zuerst mal wieder Geld verdienen, um sich den Luxus leisten zu können, Entertainment wie jenes, das Hugh Jackman bietet, um 400 Dollar und mehr zu shoppen. 400 Dollar für Jackmans Solo-Show auszugeben, daran ist ja an sich nichts Verwerfliches, aber es mag dann bei dem einen oder anderen auch die Entscheidung gefallen sein, das vorhandene Budget in diese eine Produktion zu investieren und sich nicht andere Produktionen anzusehen – wie zum Beispiel »Sister Act«.
Und dabei könnte es diese Show brauchen. »Sister Act« spielte in der Vorwoche vor mehr als halbleerem Haus. Die Einnahmen? 36 Prozent dessen, was möglich gewesen wäre. Vielleicht wird es Zeit, den Platz zu räumen – es warten 2012 mehr als ein Dutzend neue Produktionen auf frei werdende Theater. Beispielsweise »Yank!«, ein Revival von »Funny Girl« (geplant, verschoben, abgesagt?), »Jesus Christ Superstar«, »Evita«, »Sleepless in Seattle«, »Once«, »Newsies«, »Ghost«, »Rebecca«, »Nice Work If You Can Get It«, um nur im Musicalsektor zu bleiben.
Martin Bruny am Dienstag, den
20. Dezember 2011 um 00:17 · gespeichert in Musical, Broadway
Die »New York Times« widmet einen Artikel den neu am Broadway angelaufenen Musicals und analysiert, wie schwer sie es in der Publikumsgunst in der letzten Woche hatten. Beispiele:
01) »Lysistrata Jones«: Premiere letzten Mittwoch, gute Kritiken, und dennoch der schlechteste Ticketverkauf der jüngsten Broadwaygeschichte. Acht Vorstellungen letzte Woche brachten genau 123.750 Dollar, das sind 15 Prozent dessen, was möglich wäre. Mindestens 55 Prozent sind nötig, um zumindest die laufenden Kosten abzudecken.
02) »Bonnie & Clyde«: Premiere am 1. Dezember, überwiegend negative Kritiken, Einspielergebnis: 333.379 Dollar (36 Prozent dessen, was möglich gewesen wäre). Letzte Vorstellung: 30. Dezember 2011.
03) »Godspell«: Einspielergebnis: 288.218 Dollar (39 Prozent dessen, was möglich wäre).
Zwei Revivals verkaufen sich derzeit passabel:
01) »On A Clear Day You Can See Forever«: Premiere am 11. Dezember, gemischte Kritiken, 744.076 Dollar Einspielergebnis in der ersten Woche.
02) »The Gershwins’ Porgy and Bess«: Einspielergebnis von zwei Previews: 292.703 Dollar (88 Prozent des möglichen Ergebnisses) oder anders ausgedrückt: Mit zwei Vorstellungen hat die Show mehr eingespielt als »Godspell« und »Lysistrata« jeweils mit acht Vorstellungen.
Martin Bruny am Freitag, den
16. Dezember 2011 um 23:00 · gespeichert in Musical, Broadway
Die Strategie, »intern«, also zum Beispiel den Ticketverkäufern, zu kommunizieren, dass eine Show tot ist (siehe –> hier), nach außen hin aber zu signalisieren, es könnte doch weitergehen, hilft nichts. Es hilft auch nichts, den Ticketvorverkauf zu stoppen, um das Publikum dazu zu bringen, die verbleibenden Vorstellungen zu stürmen, gleichzeitig aber anzudeuten, dass es doch weitergehen könnte. Das alles ist keine sinnmachende Promotion.
Logische Konsequenz: Am 16. Dezember wurde von den Produzenten auch der Presse gegenüber bestätigt, dass der längst festgesetzte Abschied nun tatsächlich auch feststeht. »Bonnie & Clyde« wird am 30. Dezember 2011 zum letzten Mal im Gerald Schoenfeld Theatre zu sehen sein. Auf 69 Vorstellungen wird man insgesamt kommen.
Martin Bruny am Donnerstag, den
8. Dezember 2011 um 23:03 · gespeichert in Musical, Broadway
Auch das neueste Musical von Frank Wildhorn hatte am Broadway keine Chance. Bonnie & Clyde beenden am 30. Dezember 2011 ihr Abenteuer am Great White Way. Ob es eine Cast-CD geben wird, ist nicht mehr sicher. [broadwaycriticsblog]
Telecharge Group Sales:
»… we must inform you that »Bonnie and Clyde« at the Schoenfeld Theatre announced that they will be closing on 11/30/2011.«
Martin Bruny am Dienstag, den
29. November 2011 um 21:51 · gespeichert in Musical, Broadway
Die »New York Times« spekuliert in einem Artikel über die Chancen, dass die Broadway-Fassung des Musicals »Spider-Man« irgendwann einmal auch ihre Produktionskosten hereinspielen könnte. 75 Millionen Dollar wurden in die Show gesteckt, pro Woche kostet die Produktion eine weitere Million. Derzeit wirft “Spider-Man” einen Gewinn pro Woche von 100.000 bis 300.000 Dollar ab. Einfache Rechnung: Mindestens fünf Jahre muss sich das U2-Werk am Broadway halten, dann könnte es sich für die Produzenten rentieren. Bis dahin wird es keine Produktion in einem anderen Land geben. Eine Aussage der Produzenten dazu:
Before we mount ‘Spider-Man’ anywhere else, we want to make sure we have the strongest and most financially successful version in New York that we can get. The one thing about the brand of ‘Spider-Man,’ it’s not going to expire. If we show up in London five years from now, no one’s going to say it’s an old property.
Martin Bruny am Freitag, den
18. November 2011 um 13:11 · gespeichert in Netz, Musical, Broadway
Das US-Label Masterworks Broadway startete am 16. November 2011 eine exklusive Videopodcast-Serie für all jene Interessierten, die sich dafür entscheiden können, einen Newsletter der Firma (natürlich gratis) zu abonnieren. Jeden Mittwoch erinnern sich Broadwaylegenden an jene Shows und die Studioaufnahmen zu jenen Shows, die sie berühmt machten.
Die Dreharbeiten zu dieser Serie begannen im Herbst 2010. Masterworks Broadway produziert die Clips unter der Leitung von Regisseur Glen Hoffman und der Slam Media Group.
In der ersten Folge dieser Serie erzählt Stephen Sondheim einige Geschichten rund um die Studioaufnahmen zur »West Side Story«, so zum Beispiel, dass er als Erster das ominöse F-Wort am Broadway verwenden wollte. »Gee, Officer Krupke, Fuck you!« sollte es werden. Sondheim: »Shock people, that’s great.«
Im Studio konnte man ihn relativ schnell davon überzeugen, dass es besser wäre, aus FUCK ein KRUP zu machen. Der Grund: Außerhalb des Bundesstaates New York hätte man die Aufnahme nicht ausliefern dürfen.
In den nächsten Wochen bietet »Legends of Broadway«:
- Lynn Ahrens and Stephen Flaherty describing how they dashed off a song (”Your Daddy’s Son”) in an hour when it hit them that Audra MacDonald had no solo in Ragtime …
- Angela Lansbury on how and why two contrasting composer-lyricists, Jerry Herman and Stephen Sondheim, have meant so much to her career …
- Richard Maltby, Jr. remembering how quickly Ain’t Misbehavin’ came together as perhaps the greatest of all Broadway revues …
- Joel Grey recounting how he almost lost the role of the Master of Ceremonies in the film of Cabaret …
- Maury Yeston relating the improbable chain of events that resulted in Liliane Montevecchi’s show-stopping (and Tony-winning) turn with “Folies Bergere” in Nine …
- Stephen Schwartz taking us back to a chaotic, contentious moment during the San Francisco tryouts in which he realized that Wicked was going to be a smash hit.
Martin Bruny am Mittwoch, den
16. November 2011 um 02:38 · gespeichert in Musical, Broadway
Der amerikanische Musicaldarsteller James Barbour ließ über seinen Presseagenten ausrichten, dass er in der Broadwayversion des Levay/Kunze-Musicals »Rebecca« die Rolle des Jack Favell übernehmen wird. [Playbill]