Archiv - Musical
Martin Bruny am Samstag, den
19. April 2003 um 20:30 · gespeichert in Musical

16. April 1943:
“17 Uhr: Beginnender Schwindel, Angstgefühl, Sehstörungen, Lähmungen, Lachreiz.”
(Albert Hofmann, Tagebucheintrag am Tag der Entdeckung von LSD im Zuge eines Selbstversuchs)
1886:
“23:58 Uhr. Ich habe 100 ml des Elixiers jh7 getrunken. Bitterer Geschmack … brennt auf der Zunge. Warmes Gefühl in der Kehle. Die Hitze verbreitet sich schnell durch meine Venen. Leicht euphorisches Gefühl, leicht schwindelig. Keine auffälligen Veränderungen im Verhalten. (…) Oh mein Gott!… Was ist das?… Etwas passiert hier, ist es geglückt? Etwas verschlingt mich, ich werde zerdrückt, zerreißt mich und frisst mich und macht mich verrückt! Plötzlich ist – etwas da – so ein Schmerz – unsagbar! Plötzlich ist – da ein Stich – irgendwas tötet mich! Plötzlich ist – was passiert – sterb’ ich jetzt? Oh mein Gott – sieh mich hier! Welch ein Tier! Wer ist die Kreatur vor mir?” (Jekyll & Hyde/Die Verwandlung)
Martin Bruny am Samstag, den
5. April 2003 um 20:14 · gespeichert in Broadway

Im Branchenfachblatt Playbill liest es sich ziemlich trocken: “Die Produzenten der US-Tourproduktion “Jesus Christ Superstar” haben Sebastian Bach gekündigt. Er wird nicht mehr im Rahmen der Produktion auftreten.” How come, fragt sich da der Musical-Fan.
Sebastian Bach gilt seit Jahren, nach einer erfolgreichen Laufbahn als Leadsänger der Rockgruppe Skid Row, als charismatischer Musical-Darsteller. Als Jekyll & Hyde sorgte er dafür, dass eine ganze neue Publikumsschicht den Broadway stürmte, in der “Rocky Horror Show” und als “Jesus” war er der schillernde Star der Produktion.
Was streckt nun hinter dem plötzlichem Rausschmiss? Die Antwort: “Rock’n'Roll”. Bach ist es zu verdanken, dass Rock’n'Roll-Fans Musicals stürmten und ihn wie ein Rockidol feierten, cause er hatte Flair, … letzen Endes war das den Produzenten und eifersüchtigen Kollegen Bachs zu viel … sie mobbten ihn und kündigten ihn. Sie wollten den Rock’n'Roll aus der Show großteils streichen, vor allem aber die umjubeten Zugaben Bachs am Ende jeder Show. Macht aber nichts, so wird die Produktion im Nirvana des Musicaldurchschnitts verdümpeln, und Sebastian Bach wird im Steilflug einem neuen Karrierehoch entgegenfliegen, wie er in seiner Message an all seine Fans durchaus anklingen lässt. Bis dahin unterschreibe ich Bachs flammende Message:
But if they want to USE my fans & take your money without any consideration of what you are coming to see, then my advice to you is DO NOT LET THEM!
Martin Bruny am Sonntag, den
30. März 2003 um 20:04 · gespeichert in Broadway

In allerletzter Minute erhält das Broadway-Musical “Urban Cowboy” noch eine Chance. Am Ende der “letzten” Vorstellung kam Regisseur Lonny Price auf die Bühne und verkündete dem Publikum und der angesichts der vergangenen Ereignisse geschockten und völlig überraschten Cast, dass die Show weiter am Spielplan stehen werde. Wortwörtlich sagte Price:
We have the greatest producers in the world, Chase Mishkin and Leonard Soloway. And they just informed me that we are not going to close tonight!”
Na, wenn das nicht gute Nachrichten sind …
Martin Bruny am Samstag, den
29. März 2003 um 18:26 · gespeichert in Broadway

Am 27. März 2003 feierte das neue Broadway-Musical “Urban Cowboy” seine Premiere. Alle Beteiligten hofften auf einen Triumph - und warteten auf die so gewichtigen Kritiken der New Yorker Kulturjournalisten. Konfrontiert sahen sich am Ende des Tages alle Beteiligten mit den verheerendsten Kritiken dieser Saison. So verheerend, dass die Produzenten beschlossen, die Show bereits am 29. März 2003 wieder abzusetzen, nach insgesamt 4 (in Worten: vier) regulären Vorstellungen.
Es trauern: Lonny Price (Regisseur der Show, verantwortlich unter anderem für Hits wie “A Class Act”), die Choreographin Melinda Roy, Aaron Latham (Book), Chase Mishkin (Produzent), Leonard Soloway (Produzent), Matt Cavenaugh (Hauptdarsteller) sowie die gesamte Cast (Leo Burmester, Marcus Chait, Sally Mayes, Rozz Morehead, Jodi Stevens,Michael Balderrama, Mark Bove, Gerrard Carter, Nicole Foret, Lisa Gadja, Justin Greer, Michelle Kittrell, Brian Letendre, Barrett Martin, Kimberly Dawn Neumann, Tera-Lee Pollin, Chad L. Schiro, Kelleia Sheerin und Paula Wise).
“Urban Cowboy” beruht auf dem gleichnamigen Filmhit, in dem John Travolta und Debra Winger weltweit begeisterten. Musikalisch wurde die Show von Musical-Genie Jason Robert Brown broadwaytauglich gemacht. Nach vielen Jahren der Entwicklung übernahm er im letzten Jahr den letzten Schliff an der Show. Seine Arbeit wurde während der Tryouts in Florida mit einer Reihe ausverkaufter Vorstellungen und wohlwollenden Kritiken belohnt.
Am Broadway hat der Cowboy ausgeritten! [story]
Martin Bruny am Freitag, den
21. März 2003 um 21:30 · gespeichert in Musical
Eine Gruppe von High-School-Studenten bringt dieser Tage in San Diego das Musical “Sticky Fingers: A Tale of Saks, Lies and Videotape” auf die Bühne. Als Stoff haben die Guten nicht etwa einen Klassiker wie den Lord of the Rings genommen, sondern mal was Handfestes aus dem Gerichtsboulevard Marke Hollywood, kurz, die Shoplifting-Affäre von Winona Ryder. Einer der Lehrer zur Themenwahl:
We’re inspired by the old Mickey Rooney-Judy Garland, ‘Hey, let’s put on a show,’ kind of spirit.
Winona wurde zur Premiere geladen, ob sie auch kommen wird?
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