Archiv - Theater
Martin Bruny am Dienstag, den
13. April 2010 um 11:59 · gespeichert in Theater, Event-Tipps

Auch die Großen aller Zeiten denken nur an das “Eine”. Humorvolle, anregende und erregende Beispiele aus anzüglicher bis pornografischer Literatur bietet Erich Schleyer am Mittwoch, dem 14. April 2010, in der Roten Bar des Wiener Volkstheaters.
Aristophanes bis Goethe, von Thomas Mann bis Bertold Brecht, von Peter Rosegger bis Joachim Ringelnatz, von Robert Gernhardt bis Vladimir Sorokin. Erich Schleyer hat aus einer Auswahl an einschlägigen Texten “Ohne Beispiele - aber mit viel Andeutung” eine Lesung voller verbalerotischer Eskapaden zusammengestellt, basierend auf dem dreibändigen Handbuch “Die klassische Sau” (Haffmanns Verlag).
Goethe selbst liefert das Motto: “Seid reinlich bei Tage und säuisch bei Nacht, so habt ihrs auf Erden am weitesten gebracht.”
Volkstheater/Rote Bar: Erich Schleyer - Wie man Engel fickt
Es liest: Erich Schleyer
Musikalische Anmerkungen: Philipp Lingg
14. April, 22.00 Uhr, Karten € 7
Konzeption WORT & SPIELE MITTWOCH: Sibylle Fritsch
Martin Bruny am Montag, den
12. April 2010 um 20:24 · gespeichert in Literatur, Musical, Theater, Awards
“Next to Normal”, das Rockmusical von Tom Kitt und Brian Yorkey, wurde mit dem Pulitzer-Preis in der Kategorie “Drama” ausgezeichnet und konnte sich damit gegen “The Elaborate Entrance of Chad Deity” von Kristoffer Diaz, “Bengal Tiger at the Baghdad Zoo” von Rajiv Joseph und “In the Next Room or the vibrator play” von Sarah Ruhl durchsetzen.
Die Preisträger erhalten neben all der Ehre eine Anerkennung finanzieller Art in der Höhe von 10.000 Dollar und reihen sich in eine Liste ziemlich bekannter Kollegen ein. Eine Aufstellung der Gewinner der letzten Jahrzehnte würde wie folgt aussehen:
2009: Ruined: Lynn Nottage
2008: August: Osage County: Tracy Letts
2007: Rabbit Hole: David Lindsay-Abaire
2006: Keine Preisverleihung
2004-05: Doubt: John Patrick Shanley
2003-04: I Am My Own Wife: Doug Wright
2002-03: Anna in the Tropics: Nilo Cruz
2001-02: Topdog/Underdog: Suzan-Lori Parks
2000-01: Proof: David Auburn
1999-00: Dinner with Friends: Donald Margulies
1998-99: Wit: Margaret Edson
1997-98: How I Learned To Drive: Paula Vogel
1996-97: Keine Preisverleihung
1995-96: Rent: Jonathan Larson
1994-95: The Young Man From Atlanta: Horton Foote
1993 94: Three Tall Women: Edward Albee
1992-93: Angels in America: Millennium Approaches: Tony Kushner
1991-92: The Kentucky Cycle: Robert Schenkkan
1990-91: Lost in Yonkers: Neil Simon
1989-90: The Piano Lesson: August Wilson
1988-89: The Heidi Chronicles: Wendy Wasserstein
1987 88: Driving Miss Daisy: Alfred Uhry
1986-87: Fences: August Wilson
1985-86: Keine Preisverleihung
1984-85: Sunday in the Park With George: James Lapine und Stephen Sondheim
1983-84: Glengarry Glen Ross: David Mamet
1982-83: ‘night, Mother: Marsha Norman
1981 82: A Soldier’s Play: Charles Fuller
1980-81: Crimes of the Heart: Beth Henley
Link
-Playbill: Next to Normal Wins 2010 Pulitzer Prize for Drama
Martin Bruny am Sonntag, den
11. April 2010 um 20:47 · gespeichert in Theater
Inspiriert von Tolstois Roman “Krieg und Frieden” setzt der Direktor des Wiener Burgtheaters, Matthias Hartmann, mit seinen Schauspielern auf das Theater als Erkenntnisraum und lädt das Publikum ein, an diesem Prozess teilzunehmen. Das Ganze ist ein Abenteuer, das jetzt den Titel trägt »Krieg und Frieden, Teile aus dem ersten Buch von Tolstoi«.
Matthias Hartmann:
Wir werden bis zur Schlacht von Borodino kommen. Im Roman geht es um das Ende einer Ära und den Beginn einer neuen Zeit und eine alte Generation, die nicht versteht, was mit ihr passiert. Wir leben ja auch in einer Zeit, in der etwas zu Ende geht, und wissen ebenfalls nicht, was auf uns zukommt. Wenn die Genforscher morgen ein Mittel zur Unsterblichkeit finden, wird sich unsere Kultur schlagartig verändern. Es wird eine Art Selektion stattfinden. Wer bekommt das Privileg der Unsterblichkeit? Vielleicht werden die zukünftigen Kriege deshalb ausbrechen. Würmer kann man schon jetzt unendlich altern lassen.
Die ersten öffentlichen Proben sind am 14./15./17. und 19. April 2010 im neu gestalteten Kasino am Schwarzenbergplatz, anschließend wird weitergeprobt, und am 18. und 21. Mai kann sich dann das Publikum die nächste Probenphase ansehen.
Die Karten kosten 15,-Euro. Ermäßigte Karten für Schüler/Studenten/Zivildiener etc um 7 Euro
Kasino, Schwarzenbergplatz 1, 1010 Wien
Die Abendkassa öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn
KRIEG UND FRIEDEN
Teile aus dem Ersten Buch von Leo Tolstoi
Mit Elisabeth Augustin, Stefanie Dvorak, Sabine Haupt, Yohanna Schwertfeger, Mareike Sedl; Franz J. Csencsits , Sven Dolinski, Ignaz Kirchner, Peter Knaack, Fabian Krüger, Oliver Masucci, Rudolf Melichar, Udo Samel, Moritz Vierboom
Regie: Matthias Hartmann
Raum und Kostüm: Johannes Schütz
Musik: Karsten Riedel, Wolfgang Schlögl
Licht: Peter Bandl
Video: Hamid Reza Tavakoli, Moritz Grewenig
Dramaturgie: Amely Joana Haag
Martin Bruny am Sonntag, den
4. April 2010 um 19:54 · gespeichert in Musical, Theater, Event-Tipps
| 23. Juli 2010 |
| 18:00 | bis | 20:00 |
Seit mittlerweile zwölf Jahren produziert Norberto Bertassi mit seiner freien Theatergruppe teatro Theatererlebnisse für Kinder und Jugendliche. Im Zentrum stehen dabei märchenhafte Geschichten, Mythen & Sagen sowie Themen aus der Weltliteratur.
In den Sommer 2010 startet teatro mit der Uraufführung »Sommernachtstraum 2010«. Das neue Musical von Walter Lochmann, Norbert Holoubek und Norberto Bertassi ist in der Bettfedernfabrik in Oberwaltersdorf/NÖ zu sehen, und zwar am 23. Juli um 18 Uhr (Prermiere) sowie am 24., 25., 30., 31. Juli und 1., 6., 7., 8. August 2010 (jeweils um 18 Uhr). Eine Benefizveranstaltung für rumänische Straßenkinder findet am 22. Juli statt.
Inhalt
Da tut sich was im Wald in einer lauen Sommernacht. Vier junge Liebende sind auf der Flucht. Das Problem ist nur, dass jeder den Falschen liebt. Hermia liebt Lysander, Helena liebt Demetrius, Demetrius liebt aber Hermia. Wen liebt eigentlich Lysander?
Dann gibt es da aber auch Elfen und Kobolde, die mit einem Liebeszaubertrank endgültig alles durcheinanderbringen. Als dann auch noch eine lustige Handwerkerbande die Nacht unsicher macht, steht der ganze Wald Kopf. Doch da geht der Spaß erst richtig los. Eine romantische Musicalkomödie für die ganze Familie sehr frei nach William Shakespeare.
Leading Team
Buch: Norbert Holoubek
Co-Autor: Norberto Bertassi
Musik: Walter Lochmann
Regie: Norberto Bertassi
Choreographie: Kathleen Bauer
Bühnenbild: Germano Milite
Kostüme: Andrea Bartha
Maske: Irene Altmann
Ton- und Lichtdesign: Richard Redl
Besetzung
Puck - Andrea Frohn
Titania - Andrea Malek
Oberon/Herzog - Sascha O. Bauer
Hermia - Lisa Habermann
Helena - Frederika Faust
Lysander - Alexander Moitzi
Demetrius - Marcus Kulp
Petra Squenz - Rita Nikodim
Zettel - Alexander Hoffelner
Hyppolita - Sabrina Bartl
sowie 40 Kinder und Jugendliche
Nähere Infos zum Programm und zu den Tickets für die Show gibt es –> hier
Martin Bruny am Freitag, den
26. März 2010 um 09:28 · gespeichert in Musical, Broadway, Theater
Bei den Produzenten des Great White Way dreht sich derzeit alles um die kommenden Tony-Awards. Wer spielt noch mit, und wer nicht? Ende April, das ist die Deadline. Wer seine Show bis 29. April an den Start gebracht hat, ist noch berechtigt, für einen der begehrten Tony-Awards nominiert zu werden. Und so erlebt New York in einer Zeitspanne von nicht viel mehr als einem Monat exakt 11 Premieren. Gehn wirs durch:
Gestern bereits feierte Twyla Tharps Sinatra-Show COME FLY AWAY im Marquis Theatre Premiere.
Weitere Premieren:
01. April 2010: RED (John Logan) im John Golden Theatre
04. April 2010: LEND ME A TENOR (Ken Ludwig) im Music Box Theatre
08. April 2010: THE ADDAMS FAMILY (Music/Llyrics: Andrew Lipp; Book: Marshall Brickman/Rick Elice) im Lunt-Fontanne Theatre
11. April 2010: MILLION DOLLAR QUARTET (Book:Colin Escott/Floyd Mutrux; Music: Johnny Cash/Jerry Lee Lewis/Carl Perkins/Elvis
Presley) im Nederlander Theatre
18. April 2010: LA CAGE AUX FOLLES (Music/Lyrics: Jerry Herman; Book: Harvey Fierstein) im Longacre Theatre
20. April 2010: AMERICAN IDIOT (Music: Green Day; Lyrics:Billie Joe Armstrong; Book: Billie Joe Armstrong/Michael Mayer) im St. James Theatre
22. April 2010: SONDHEIM ON SONDHEIM (Music/Lyrics: Stephen Sondheim, Idee: James Lapine) im Studio 54
25. April 2010: PROMISES, PROMISES (Book: Neil Simon; Music: Burt Bacharach; Lyrics: Hal David) im Broadway Theatre
26. April 2010: FENCES (August Wilson) im Cort Theatre
26. April 2010: 24th ANNUAL EASTER BONNET COMPETITION (Broadway Cares/Equity Fights AIDS) im Minskoff Theatre
27. April 2010: ENRON (Lucy Prebble) im Broadhurst Theatre
28. April 2010: COLLECTED STORIES (Donald Margulies) im Samuel J. Friedman Theatre
29. April 2010: LIPS TOGETHER, TEETH APART (Terrence McNally) im American Airlines Theatre
Martin Bruny am Montag, den
15. März 2010 um 23:42 · gespeichert in Theater, Pop, Newcomer, Event-Tipps
| 17. April 2010 |
| 20:00 | bis | 22:00 |

Romeo und Julia hätten längst das Zeitliche gesegnet, wären sie je aus Fleisch und Blut gewesen. Und doch teilen wir alle mindestens einmal in unserem Leben ein gemeinsames Schicksal - das Schicksal einer unerfüllten Liebe. Noch heute steht in Verona, bekanntermaßen Heimat des unglücklichen Liebespaares, ein Briefkasten, in den man Briefe an Julia einwerfen kann. Dieser Umstand war die Initialzündung für Elvis Costello und das Brodsky-Quartet, ihre ganz persönliche Korrespondenz mit Julia Capulet zu führen. Briefe über die Sehnsucht, das Verliebtsein, die Eifersucht, die Hoffnungslosigkeit, den Tod und die unerfüllte Liebe. Und welche Sprache könnte all diese Facetten besser einfangen als die Musik.
Mit “The Juliet Letters” realisieren Drew Sarich und The Dead Poet Quartet ein langgehegtes Wunschprojekt. Am 12. April 2010 debütiert die seltene Besetzung von Sänger und Streichquartett im Wiener ost klub. Zu erleben wird der Reiz des Variantenreichtums an Ausdrucksmöglichkeiten, aber vor allem auch der glaubwürdige Austausch von Rock, Pop und Klassik sein.
“The Juliet Letters” setzt nicht nur technisch perfektes, feinfühligstes Quartettspiel voraus, sondern ermöglicht es den Musikern sowie dem Publikum, neue musikalische Landschaften zu erforschen. Mit Drew Sarich fand das Quartett einen Sänger, der sich zweifellos zu den Ausnahmekünstlern seines Genres zählen darf. Die bedingungslose Auseinandersetzung mit seinen Charakteren, die Farbenvielfalt seiner Stimme, sein großer Erfahrungsreichtum sind nur einige wenige Attribute, die ihn zur Idealbesetzung dieses Projektes machten.
Einen Brief zu bekommen, ihn zu öffnen, hat etwas Geheimnisvolles, etwas Magisches. Fremde Briefe zu lesen, ist wie durch ein Schlüsselloch zu spähen. Sie eröffnen intime Ausschnitte einer Beziehung zwischen zwei Menschen - Momentaufnahmen eines Dramas.
Mit “The Juliet Letters” gelingt es, durch die Verbindung von Wort und Musik eine Geschichte zum Leben zu erwecken, die von jedem ganz individuell nachempfunden werden kann, jedoch mit ein und demselben Inhalt - nämlich der Liebe.
DREW SARICH - THE DEAD POET QUARTET - THE JULIET LETTERS
Michaela Girardi: Violine
Georg Wimmer: Violine
Sarah Grubinger: Viola
Matthias Bartolomey: Violoncello
Drew Sarich: Gesang
Termine
12. April 2010, 20.30 Uhr, ost klub, Wien
17. April 2010, 20.00 Uhr, k3-Saal, Thalgau bei Salzburg
Tickets für den Gig in Wien können per Mail bestellt werden: julietletters@gmail.com
Preis: 13 Euro im Vorverkauf, 15 Euro am Abend der Veranstaltung im ost klub (Schwindgasse 1, 1040 Vienna)

Martin Bruny am Samstag, den
13. März 2010 um 02:07 · gespeichert in Theater, Event-Tipps
| 15. Februar 2011 |
| 20:30 | bis | 22:30 |

Di, 15. Februar bis Sa, 26. Februar 2011 (Di-Sa, Beginn jeweils 20:30 Uhr)
Es gibt sie noch, die Produktionen, die sich exakt jenem Genre zuordnen, dem sie auch tatsächlich angehören. Halleluja! Beispielsweise bezeichnen Susanne Draxler (Idee/Konzept/Regie), Michaela Riedl-Schlosser (Buch) und Herbert Tampier (Komposition/Songtexte) ihre Show “Höllischer Himmel” als Revue. Ganz einfach, weil es eine ist (oder auch punktum!). Ja, so einfach ist das tatsächlich. An einer Revue ist ja nichts auszusetzen, es gibt Publikum für dieses Genre. Diese Produktion hat es nicht nötig, jenem dumpfen Etikettenschwindel zu frönen, den manch Player im Musiktheaterbusiness heutzutage betreibt, um auch noch dem letzten Uninformierten ein paar Cent aus der Tasche zu schwindeln. Großartig!
Bei “Höllischer Himmel”, wie gesagt einer Revue, handelt es sich um eine Uraufführung und Eigenproduktion des Wiener Kosmos Theaters, die am 14. April 2010 ihre Premiere feierte und bis 1. Mai 2010 zu sehen war. Ab 15. Februar 2011 gibt es weitere Vorstellungen, und zwar bis 26. Februar 2011, Dienstag bis Samstag (Beginn jeweils 20:30 Uhr)
Inhalt
Was passiert, wenn Marlene Dietrich, Zarah Leander, Paula Wessely und Leni Riefenstahl als Engel in einer Wohngemeinschaft, sprich Himmel, miteinander leben müssen? Naja, sie putzen, kochen, streiten und singen – Lieder über den Heldinnentod, die großen Gefühle der Deutschen und über Marlenes blütenweiße Weste. Und Leni filmt natürlich. Mit einem Wort, sie arbeiten fieberhaft an ihrem Comeback. Der Ruf nach ihnen könnte ja jederzeit wieder lautwerden. Doch eine große Angst begleitet ihr Unterfangen: Hoffentlich werden keine Fragen gestellt. Denn eines haben die vier trotz ihrer Einzigartigkeit gemeinsam: Sie reden niemals über Politik …
Höllischer Himmel - eine Revue!
Idee/Konzept/Regie: Susanne Draxler
Buch: Michaela Riedl-Schlosser
Komposition/Songtexte: Herbert Tampier
Ausstattung: Sam Madwar
Lichtdesign: Albert Haderer
Live-Musik: Barbara Ruppnig, Herbert Tampier
Fotocredit Titelfoto: Bettina Frenzel
Cast
Claudia Kottal: Zarah Leander
Petra Kreuzer: Leni Riefenstahl
Linde Prelog: Paula Wessely
Susanne Rader: Marlene Dietrich
KosmosTheater
A-1070 Wien; Siebensterngasse 42
Karten: € 16,- | Ö1-Club € 13,- | erm. € 10,- | Kosmos€ 1,-
Sparpaket (6-Karten-Package) : € 72,– , ermäßigt € 42,–
Tel. 01/523 12 26, http://www.kosmostheater.at, karten@kosmostheater.at
Ermäßigter Kartenpreis: Schüler, Studenten (bis 27 Jahre), Pensionisten, Zivildiener, Lehrlinge, Arbeitslose, Rollstuhlfahrer samt Begleitperson, IGFT-Mitglieder
Martin Bruny am Sonntag, den
7. März 2010 um 01:28 · gespeichert in Theater, Event-Tipps, News
| 30. Juli 2010 |
| 20:00 | bis | 21:30 |

Wenn Josef Romstorfer, der Intendant des Kultursommers Schloss Wolkersdorf, in seiner Presseaussendung zu den diesjährigen Festspielen meint, dass man eigentlich vor dem Unwort des Jahres 2009, der “Krise”, nicht flüchten kann, dann hat er recht. Die Krise - ja, die Krise, die schlägt jetzt tief ein in die Theaterlandschaft. Da wird auf einmal geprüft, da wird entlassen und rationalisiert, da werden künstlerische Prinzipien sowas von über Bord geworfen, dass man meinen könnte, ein paar Verantwortliche würden am liebsten nach New York auswandern. Und dann, gerade dann, ist es fast schon eine Erholung, dass sich ein doch recht kleines Festival wie der Kultursommer Schloss Wolkersdorf Stars leistet und seinem Publikum interessante Stücke von interessanten Autoren mit Publikumslieblingen bietet. Und diese vollmundigen Ankündigungen sind nicht mal übertrieben. Erich Schleyer, Alexander Goebel, Otto Schenk, Roland Neuwirth, Alf Poier sind nur einige der Schauspieler, Sänger und Performer, die man 2010 in Schloss Wolkersdorf sehen kann.
Offene Zweierbeziehung
Als Schauspielpremiere 2010 am Programm: “Offene Zweierbeziehung” mit den Publikumslieblingen Christoph Fälbl und Angelika Niedetzky. Die Regie bei dieser Farce von Dario Fo hat Thomas Smolej übernommen, bekannt als fixes Ensemblemitglied des Kabarett Simpl. Zu sehen ist diese Produktion am 30. und 31. Juli sowie am 5., 8., 13. und 14. August 2010 (Beginn: jeweils um 20 Uhr).
Inhalt:
Antonia und ihr Mann führen eine “typische Ehe unter aufgeschlossenen Menschen”: Während sie ihm treu ist, geht er ständig fremd. Als er sie dann noch mit seiner Mutter vergleicht, reicht es Antonia. Sie droht mit Selbstmord, sucht sich dann aber lieber eine eigene Wohnung und Arbeit. Als sie schließlich einen Geliebten hat, beginnt die Krise für ihren Mann, der jetzt die Vereinbarung, eine “offene Zweierbeziehung” zu führen vergisst und hysterisch wird. Das zivilisierte Verhalten, das er von seiner Frau erwartet hatte, beherrscht er selbst nicht.
Besetzung
Antonia: Angelika Niedetzky
Ihr Ehemann: Christoph Fälbl
Professor: Philipp Reichel
Leading Team
Regie: Thomas Smolej
Bühnenbild: Michaela Ferner
Kostüme: Daniela Tidl
Regie-Assistenz: Lydia Nassal
Intendanz: Josef Romstorfer
Nähere Infos zum Kultursommer Schloss Wolkersdorf gibt es auf der Website des Festivals –> hier. Tickets für diese Produktion gibt es –> hier.
Zur Premierenkritik der “Offenen Zweierbeziehung” –> hier
Martin Bruny am Dienstag, den
23. Februar 2010 um 00:25 · gespeichert in Theater, Pop
Man mag zur jüngsten Verfilmung des Wedekind-Dramas “Frühlings Erwachen” stehen, wie man mag, beispielsweise könnte man meinen, dass sie immer dann stark war, wenn sie recht “theatralisch” über den Bildschirm kam, und immer dann recht plump, wenn mit Wucht auf Gegenwart getrimmt wurde, aber eines ist unbestreitbar: Der Film hat einen echten Star, und das ist die Musik. Verantwortlich für die musikalische Untermalung der Verfilmung: Vivan Bhatti.
Der Künstler studierte Musik an der Hochschule für Musik in München und der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Als E-Gitarrist und Klassischer Gitarrist wirkte er mit in diversen Projekten, Bands und Ensembles aus dem klassischen Bereich bis hin zu Rock, HipHop und auch Neue Musik und war auf Tourneen in Deutschland Österreich und der Schweiz.
Vivan Bhatti komponierte Musik für diverse Kurzfilme und Theaterproduktionen. Mit Nuran David Calis verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit an den Theatern in München (”Romeo und Julia”, 2003), Hannover (”urbanstories”, 2005), Essen (”Homestories”, 2006), Wien (”Die Räuber”, 2006) und Hamburg (”Schwarz”, 2006). Am schauspielhannover arbeitete er erneut mit ihm zusammen in der Produktion “Frühlings Erwachen!” in einer Bearbeitung von Nuran David Calis nach Frank Wedekind.
Bhattis Kompositionen zur Wedekind-Verfilmung sind die besten Beispiele dafür, wie stark die Wirkung eines Films von seiner Musik geprägt wird. Mehr von ihm unter anderem auf seiner MySpace-Site –> hier und –> hier
Martin Bruny am Sonntag, den
21. Februar 2010 um 22:41 · gespeichert in Theater

Begonnen hat es mit Herrn Mauser, oder genauer gesagt am 16. Januar 2010 mit der Premiere des Theaterstücks “Soul Strip” in Wiens “Queen Club”. Der “Queen Club” ist eines der bekanntesten “Animierlokale” Wiens - ein doch eher etwas ungewöhnliches Ambiente für ein Theaterstück. Aber dass es sich um Theater handelt, ist wohl unbestreitbar.
Die Sache liegt wohl etwas anders bei einem Projekt des Swingerclub-Unternehmens “Element6″. Da haben sich die Besitzer schlicht und einfach für die nächsten beiden Monate in eines der bedeutendsten Museen Wiens eingemietet, in die Wiener Secession. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde das Projekt der Swingerclub-Besitzer wie folgt beschrieben:
Das Element6 ist eine Bar und ein Club für Swinger und andere Paare und Singles, die sexuelle Anregungen suchen, Phantasien ausleben oder sich auch nur darüber unterhalten wollen. Wir bieten Raum für (nicht kommerzielle) erotische Kontakte. Wir - vier Leute aus unterschiedlichen Berufsbranchen - haben vor mehr als zwei Jahren einen ehemaligen Swingerclub übernommen mit bzw. wegen der Herausforderung, ein neues Konzept in diesem Bereich zu entwickeln, und dafür ein Publikum zu gewinnen. Das ist uns gelungen! Mit unserer Mitwirkung am Projekt in der Secession wollen wir jetzt möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, eine Hemmschwelle zu überwinden; und sich diesen Swingerclub einfach anzuschauen. Die Bezeichnung ´Swingerclub` vermeiden wir normalerweise, da sie Vorstellungen weckt, die unser Konzept zum Teil nicht erfüllt: Man muss im Element6 nicht nackt oder halbnackt herumlaufen, es ist aber auch ok, wenn man es tut. Dresscode ist dennoch in erster Linie: bitte erotisch. Oberstes Ziel ist nicht, dass jeder mit jedem möglichst viel und möglichst gleichzeitig Sex hat. Vielmehr schaffen wir eine Atmosphäre, in der Lust entstehen soll, und zudem den Freiraum, alles was daraus entspringt zu erleben.
Wir bieten ein vielfältiges Showprogramm: Striptease, Bondage, SM, Body Painting, Tanz Performance usw., und DJs, um die Stimmung anzuheizen. Ob das alles der eigenen Sexualität neue Dimensionen öffnet, kann jeder (Volljährigkeit vorausgesetzt) im Rahmen dieser Ausstellung in der Secession für sich überprüfen.
Wir erlauben uns also zu zitieren: »Schau´n Sie sich das an!«
Ist das noch Kunst? Passt es in ein Museum? Ist das erst der Beginn und kann man sich demnächst für ein paar sündige Stunden in die Wiener Katakomben einmieten, um dort seinen Trieben nachzukommen, oder vielleicht auf den Spuren des Dritten Manns den Mäuschen in den Wiener Abwasserkanälen bei der Paarung zusehen?
Gehen wir also lieber einen Schritt zurück, wieder mehr in Richtung Kultur. Warum nicht zum Beispiel ins TAG. Da steht ab 25. März 2010 das Stück “Phalli” auf dem Programm. Kann man sich nichts drunter vorstellen? Nun, man könnte es sozusagen als eine Antwort auf Eve Enslers Vagina-Monologe bezeichnen. Beschrieben wird dieses Theaterstück wie folgt:
Drei Männer. Drei Penisse. Sie reden darüber. In Zeiten der sexuellen Überflutung durch TV und Internet residiert in den Schlafzimmern biederste Schamhaftigkeit. Besonders Männer verstecken sich gerne hinter der Annahme, derbe Witze und alkoholgetränkte Pseudogespräche wären zur Behandlung des Themas genug. Nicht so Raoul Biltgen, Sven Kaschte und Giuseppe Rizzo. Sie wollen mit Vorurteilen und Geheimniskrämereien aufräumen. In ihrem so informativen wie vergnüglichen Abend reden sie von Vorund Nachteilen der Selbstbefriedigung, über die empfehlenswertesten Techniken des Blowjobs bis zum ewigen Thema Schwanzlängen. Sie reden einfach über alles. Und noch ein wenig mehr.
Mit »Phalli« präsentiert die Plaisiranstalt ihre erste Bühnenproduktion und greift damit gleich mal in die Vollen: Drei Männer reden über ihr Gehänge. So einfach und zugleich so eindringlich kann moderne Dramaturgie sein. Denn dass an einem solchen Abend weit mehr als nur ein paar Nullachtfünfzehn-Tipps zum Umgang mit dem Genital vermittelt werden, davon kann und muss man ausgehen.
Die Plaisiranstalt mit Raoul Biltgen, Sven Kaschte und Giuseppe Rizzo. Mit herzlichem Dank an: Paola Aguilera, Eva-Maria Schachenhofer und Barbara Schubert. Rechte: R Thomas Sessler Verlag Wien.
Und auch das Wiener WUK ist in Sachen Sex unterwegs. Ab 31. März zu sehen: “I put a record on”, die Adaption einer Produktion, die unter dem Titel “Venus im Pelz” im Vorjahr am Linzer Landestheater Premiere hatte. Andrà© Turnheim arbeitet am 1869 erschienenen Roman “Venus im Pelz” von Leopold Sacher-Masoch das Spiel von Dominanz und Unterwerfung heraus, durch welches gesellschaftlich konstruierte Geschlechterrollen und deren Auflösung demaskiert werden. Nähere Infos —> hier
Sacher-Masoch ist ein ganz heißes Thema 2010 in Wien, Gerüchten zufolge dürfte es auch ein Musical über den Schriftsteller geben, der nicht zuletzt dafür bekannt ist, in einigen seiner Werke triebhaftes Schmerz- und Unterwerfungsverlangen zu schildern (”Venus im Pelz”, 1870; “Grausame Frauen”, 1870).
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