Archiv - Theater
Martin Bruny am Freitag, den
26. März 2010 um 09:28 · gespeichert in Musical, Broadway, Theater
Bei den Produzenten des Great White Way dreht sich derzeit alles um die kommenden Tony-Awards. Wer spielt noch mit, und wer nicht? Ende April, das ist die Deadline. Wer seine Show bis 29. April an den Start gebracht hat, ist noch berechtigt, für einen der begehrten Tony-Awards nominiert zu werden. Und so erlebt New York in einer Zeitspanne von nicht viel mehr als einem Monat exakt 11 Premieren. Gehn wirs durch:
Gestern bereits feierte Twyla Tharps Sinatra-Show COME FLY AWAY im Marquis Theatre Premiere.
Weitere Premieren:
01. April 2010: RED (John Logan) im John Golden Theatre
04. April 2010: LEND ME A TENOR (Ken Ludwig) im Music Box Theatre
08. April 2010: THE ADDAMS FAMILY (Music/Llyrics: Andrew Lipp; Book: Marshall Brickman/Rick Elice) im Lunt-Fontanne Theatre
11. April 2010: MILLION DOLLAR QUARTET (Book:Colin Escott/Floyd Mutrux; Music: Johnny Cash/Jerry Lee Lewis/Carl Perkins/Elvis
Presley) im Nederlander Theatre
18. April 2010: LA CAGE AUX FOLLES (Music/Lyrics: Jerry Herman; Book: Harvey Fierstein) im Longacre Theatre
20. April 2010: AMERICAN IDIOT (Music: Green Day; Lyrics:Billie Joe Armstrong; Book: Billie Joe Armstrong/Michael Mayer) im St. James Theatre
22. April 2010: SONDHEIM ON SONDHEIM (Music/Lyrics: Stephen Sondheim, Idee: James Lapine) im Studio 54
25. April 2010: PROMISES, PROMISES (Book: Neil Simon; Music: Burt Bacharach; Lyrics: Hal David) im Broadway Theatre
26. April 2010: FENCES (August Wilson) im Cort Theatre
26. April 2010: 24th ANNUAL EASTER BONNET COMPETITION (Broadway Cares/Equity Fights AIDS) im Minskoff Theatre
27. April 2010: ENRON (Lucy Prebble) im Broadhurst Theatre
28. April 2010: COLLECTED STORIES (Donald Margulies) im Samuel J. Friedman Theatre
29. April 2010: LIPS TOGETHER, TEETH APART (Terrence McNally) im American Airlines Theatre
Martin Bruny am Montag, den
15. März 2010 um 23:42 · gespeichert in Theater, Pop, Newcomer, Event-Tipps
| 17. April 2010 |
| 20:00 | bis | 22:00 |

Romeo und Julia hätten längst das Zeitliche gesegnet, wären sie je aus Fleisch und Blut gewesen. Und doch teilen wir alle mindestens einmal in unserem Leben ein gemeinsames Schicksal - das Schicksal einer unerfüllten Liebe. Noch heute steht in Verona, bekanntermaßen Heimat des unglücklichen Liebespaares, ein Briefkasten, in den man Briefe an Julia einwerfen kann. Dieser Umstand war die Initialzündung für Elvis Costello und das Brodsky-Quartet, ihre ganz persönliche Korrespondenz mit Julia Capulet zu führen. Briefe über die Sehnsucht, das Verliebtsein, die Eifersucht, die Hoffnungslosigkeit, den Tod und die unerfüllte Liebe. Und welche Sprache könnte all diese Facetten besser einfangen als die Musik.
Mit “The Juliet Letters” realisieren Drew Sarich und The Dead Poet Quartet ein langgehegtes Wunschprojekt. Am 12. April 2010 debütiert die seltene Besetzung von Sänger und Streichquartett im Wiener ost klub. Zu erleben wird der Reiz des Variantenreichtums an Ausdrucksmöglichkeiten, aber vor allem auch der glaubwürdige Austausch von Rock, Pop und Klassik sein.
“The Juliet Letters” setzt nicht nur technisch perfektes, feinfühligstes Quartettspiel voraus, sondern ermöglicht es den Musikern sowie dem Publikum, neue musikalische Landschaften zu erforschen. Mit Drew Sarich fand das Quartett einen Sänger, der sich zweifellos zu den Ausnahmekünstlern seines Genres zählen darf. Die bedingungslose Auseinandersetzung mit seinen Charakteren, die Farbenvielfalt seiner Stimme, sein großer Erfahrungsreichtum sind nur einige wenige Attribute, die ihn zur Idealbesetzung dieses Projektes machten.
Einen Brief zu bekommen, ihn zu öffnen, hat etwas Geheimnisvolles, etwas Magisches. Fremde Briefe zu lesen, ist wie durch ein Schlüsselloch zu spähen. Sie eröffnen intime Ausschnitte einer Beziehung zwischen zwei Menschen - Momentaufnahmen eines Dramas.
Mit “The Juliet Letters” gelingt es, durch die Verbindung von Wort und Musik eine Geschichte zum Leben zu erwecken, die von jedem ganz individuell nachempfunden werden kann, jedoch mit ein und demselben Inhalt - nämlich der Liebe.
DREW SARICH - THE DEAD POET QUARTET - THE JULIET LETTERS
Michaela Girardi: Violine
Georg Wimmer: Violine
Sarah Grubinger: Viola
Matthias Bartolomey: Violoncello
Drew Sarich: Gesang
Termine
12. April 2010, 20.30 Uhr, ost klub, Wien
17. April 2010, 20.00 Uhr, k3-Saal, Thalgau bei Salzburg
Tickets für den Gig in Wien können per Mail bestellt werden: julietletters@gmail.com
Preis: 13 Euro im Vorverkauf, 15 Euro am Abend der Veranstaltung im ost klub (Schwindgasse 1, 1040 Vienna)

Martin Bruny am Samstag, den
13. März 2010 um 02:07 · gespeichert in Theater, Event-Tipps
| 15. Februar 2011 |
| 20:30 | bis | 22:30 |

Di, 15. Februar bis Sa, 26. Februar 2011 (Di-Sa, Beginn jeweils 20:30 Uhr)
Es gibt sie noch, die Produktionen, die sich exakt jenem Genre zuordnen, dem sie auch tatsächlich angehören. Halleluja! Beispielsweise bezeichnen Susanne Draxler (Idee/Konzept/Regie), Michaela Riedl-Schlosser (Buch) und Herbert Tampier (Komposition/Songtexte) ihre Show “Höllischer Himmel” als Revue. Ganz einfach, weil es eine ist (oder auch punktum!). Ja, so einfach ist das tatsächlich. An einer Revue ist ja nichts auszusetzen, es gibt Publikum für dieses Genre. Diese Produktion hat es nicht nötig, jenem dumpfen Etikettenschwindel zu frönen, den manch Player im Musiktheaterbusiness heutzutage betreibt, um auch noch dem letzten Uninformierten ein paar Cent aus der Tasche zu schwindeln. Großartig!
Bei “Höllischer Himmel”, wie gesagt einer Revue, handelt es sich um eine Uraufführung und Eigenproduktion des Wiener Kosmos Theaters, die am 14. April 2010 ihre Premiere feierte und bis 1. Mai 2010 zu sehen war. Ab 15. Februar 2011 gibt es weitere Vorstellungen, und zwar bis 26. Februar 2011, Dienstag bis Samstag (Beginn jeweils 20:30 Uhr)
Inhalt
Was passiert, wenn Marlene Dietrich, Zarah Leander, Paula Wessely und Leni Riefenstahl als Engel in einer Wohngemeinschaft, sprich Himmel, miteinander leben müssen? Naja, sie putzen, kochen, streiten und singen – Lieder über den Heldinnentod, die großen Gefühle der Deutschen und über Marlenes blütenweiße Weste. Und Leni filmt natürlich. Mit einem Wort, sie arbeiten fieberhaft an ihrem Comeback. Der Ruf nach ihnen könnte ja jederzeit wieder lautwerden. Doch eine große Angst begleitet ihr Unterfangen: Hoffentlich werden keine Fragen gestellt. Denn eines haben die vier trotz ihrer Einzigartigkeit gemeinsam: Sie reden niemals über Politik …
Höllischer Himmel - eine Revue!
Idee/Konzept/Regie: Susanne Draxler
Buch: Michaela Riedl-Schlosser
Komposition/Songtexte: Herbert Tampier
Ausstattung: Sam Madwar
Lichtdesign: Albert Haderer
Live-Musik: Barbara Ruppnig, Herbert Tampier
Fotocredit Titelfoto: Bettina Frenzel
Cast
Claudia Kottal: Zarah Leander
Petra Kreuzer: Leni Riefenstahl
Linde Prelog: Paula Wessely
Susanne Rader: Marlene Dietrich
KosmosTheater
A-1070 Wien; Siebensterngasse 42
Karten: € 16,- | Ö1-Club € 13,- | erm. € 10,- | Kosmos€ 1,-
Sparpaket (6-Karten-Package) : € 72,– , ermäßigt € 42,–
Tel. 01/523 12 26, http://www.kosmostheater.at, karten@kosmostheater.at
Ermäßigter Kartenpreis: Schüler, Studenten (bis 27 Jahre), Pensionisten, Zivildiener, Lehrlinge, Arbeitslose, Rollstuhlfahrer samt Begleitperson, IGFT-Mitglieder
Martin Bruny am Sonntag, den
7. März 2010 um 01:28 · gespeichert in Theater, Event-Tipps, News
| 30. Juli 2010 |
| 20:00 | bis | 21:30 |

Wenn Josef Romstorfer, der Intendant des Kultursommers Schloss Wolkersdorf, in seiner Presseaussendung zu den diesjährigen Festspielen meint, dass man eigentlich vor dem Unwort des Jahres 2009, der “Krise”, nicht flüchten kann, dann hat er recht. Die Krise - ja, die Krise, die schlägt jetzt tief ein in die Theaterlandschaft. Da wird auf einmal geprüft, da wird entlassen und rationalisiert, da werden künstlerische Prinzipien sowas von über Bord geworfen, dass man meinen könnte, ein paar Verantwortliche würden am liebsten nach New York auswandern. Und dann, gerade dann, ist es fast schon eine Erholung, dass sich ein doch recht kleines Festival wie der Kultursommer Schloss Wolkersdorf Stars leistet und seinem Publikum interessante Stücke von interessanten Autoren mit Publikumslieblingen bietet. Und diese vollmundigen Ankündigungen sind nicht mal übertrieben. Erich Schleyer, Alexander Goebel, Otto Schenk, Roland Neuwirth, Alf Poier sind nur einige der Schauspieler, Sänger und Performer, die man 2010 in Schloss Wolkersdorf sehen kann.
Offene Zweierbeziehung
Als Schauspielpremiere 2010 am Programm: “Offene Zweierbeziehung” mit den Publikumslieblingen Christoph Fälbl und Angelika Niedetzky. Die Regie bei dieser Farce von Dario Fo hat Thomas Smolej übernommen, bekannt als fixes Ensemblemitglied des Kabarett Simpl. Zu sehen ist diese Produktion am 30. und 31. Juli sowie am 5., 8., 13. und 14. August 2010 (Beginn: jeweils um 20 Uhr).
Inhalt:
Antonia und ihr Mann führen eine “typische Ehe unter aufgeschlossenen Menschen”: Während sie ihm treu ist, geht er ständig fremd. Als er sie dann noch mit seiner Mutter vergleicht, reicht es Antonia. Sie droht mit Selbstmord, sucht sich dann aber lieber eine eigene Wohnung und Arbeit. Als sie schließlich einen Geliebten hat, beginnt die Krise für ihren Mann, der jetzt die Vereinbarung, eine “offene Zweierbeziehung” zu führen vergisst und hysterisch wird. Das zivilisierte Verhalten, das er von seiner Frau erwartet hatte, beherrscht er selbst nicht.
Besetzung
Antonia: Angelika Niedetzky
Ihr Ehemann: Christoph Fälbl
Professor: Philipp Reichel
Leading Team
Regie: Thomas Smolej
Bühnenbild: Michaela Ferner
Kostüme: Daniela Tidl
Regie-Assistenz: Lydia Nassal
Intendanz: Josef Romstorfer
Nähere Infos zum Kultursommer Schloss Wolkersdorf gibt es auf der Website des Festivals –> hier. Tickets für diese Produktion gibt es –> hier.
Zur Premierenkritik der “Offenen Zweierbeziehung” –> hier
Martin Bruny am Dienstag, den
23. Februar 2010 um 00:25 · gespeichert in Theater, Pop
Man mag zur jüngsten Verfilmung des Wedekind-Dramas “Frühlings Erwachen” stehen, wie man mag, beispielsweise könnte man meinen, dass sie immer dann stark war, wenn sie recht “theatralisch” über den Bildschirm kam, und immer dann recht plump, wenn mit Wucht auf Gegenwart getrimmt wurde, aber eines ist unbestreitbar: Der Film hat einen echten Star, und das ist die Musik. Verantwortlich für die musikalische Untermalung der Verfilmung: Vivan Bhatti.
Der Künstler studierte Musik an der Hochschule für Musik in München und der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Als E-Gitarrist und Klassischer Gitarrist wirkte er mit in diversen Projekten, Bands und Ensembles aus dem klassischen Bereich bis hin zu Rock, HipHop und auch Neue Musik und war auf Tourneen in Deutschland Österreich und der Schweiz.
Vivan Bhatti komponierte Musik für diverse Kurzfilme und Theaterproduktionen. Mit Nuran David Calis verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit an den Theatern in München (”Romeo und Julia”, 2003), Hannover (”urbanstories”, 2005), Essen (”Homestories”, 2006), Wien (”Die Räuber”, 2006) und Hamburg (”Schwarz”, 2006). Am schauspielhannover arbeitete er erneut mit ihm zusammen in der Produktion “Frühlings Erwachen!” in einer Bearbeitung von Nuran David Calis nach Frank Wedekind.
Bhattis Kompositionen zur Wedekind-Verfilmung sind die besten Beispiele dafür, wie stark die Wirkung eines Films von seiner Musik geprägt wird. Mehr von ihm unter anderem auf seiner MySpace-Site –> hier und –> hier
Martin Bruny am Sonntag, den
21. Februar 2010 um 22:41 · gespeichert in Theater

Begonnen hat es mit Herrn Mauser, oder genauer gesagt am 16. Januar 2010 mit der Premiere des Theaterstücks “Soul Strip” in Wiens “Queen Club”. Der “Queen Club” ist eines der bekanntesten “Animierlokale” Wiens - ein doch eher etwas ungewöhnliches Ambiente für ein Theaterstück. Aber dass es sich um Theater handelt, ist wohl unbestreitbar.
Die Sache liegt wohl etwas anders bei einem Projekt des Swingerclub-Unternehmens “Element6″. Da haben sich die Besitzer schlicht und einfach für die nächsten beiden Monate in eines der bedeutendsten Museen Wiens eingemietet, in die Wiener Secession. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde das Projekt der Swingerclub-Besitzer wie folgt beschrieben:
Das Element6 ist eine Bar und ein Club für Swinger und andere Paare und Singles, die sexuelle Anregungen suchen, Phantasien ausleben oder sich auch nur darüber unterhalten wollen. Wir bieten Raum für (nicht kommerzielle) erotische Kontakte. Wir - vier Leute aus unterschiedlichen Berufsbranchen - haben vor mehr als zwei Jahren einen ehemaligen Swingerclub übernommen mit bzw. wegen der Herausforderung, ein neues Konzept in diesem Bereich zu entwickeln, und dafür ein Publikum zu gewinnen. Das ist uns gelungen! Mit unserer Mitwirkung am Projekt in der Secession wollen wir jetzt möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, eine Hemmschwelle zu überwinden; und sich diesen Swingerclub einfach anzuschauen. Die Bezeichnung ´Swingerclub` vermeiden wir normalerweise, da sie Vorstellungen weckt, die unser Konzept zum Teil nicht erfüllt: Man muss im Element6 nicht nackt oder halbnackt herumlaufen, es ist aber auch ok, wenn man es tut. Dresscode ist dennoch in erster Linie: bitte erotisch. Oberstes Ziel ist nicht, dass jeder mit jedem möglichst viel und möglichst gleichzeitig Sex hat. Vielmehr schaffen wir eine Atmosphäre, in der Lust entstehen soll, und zudem den Freiraum, alles was daraus entspringt zu erleben.
Wir bieten ein vielfältiges Showprogramm: Striptease, Bondage, SM, Body Painting, Tanz Performance usw., und DJs, um die Stimmung anzuheizen. Ob das alles der eigenen Sexualität neue Dimensionen öffnet, kann jeder (Volljährigkeit vorausgesetzt) im Rahmen dieser Ausstellung in der Secession für sich überprüfen.
Wir erlauben uns also zu zitieren: »Schau´n Sie sich das an!«
Ist das noch Kunst? Passt es in ein Museum? Ist das erst der Beginn und kann man sich demnächst für ein paar sündige Stunden in die Wiener Katakomben einmieten, um dort seinen Trieben nachzukommen, oder vielleicht auf den Spuren des Dritten Manns den Mäuschen in den Wiener Abwasserkanälen bei der Paarung zusehen?
Gehen wir also lieber einen Schritt zurück, wieder mehr in Richtung Kultur. Warum nicht zum Beispiel ins TAG. Da steht ab 25. März 2010 das Stück “Phalli” auf dem Programm. Kann man sich nichts drunter vorstellen? Nun, man könnte es sozusagen als eine Antwort auf Eve Enslers Vagina-Monologe bezeichnen. Beschrieben wird dieses Theaterstück wie folgt:
Drei Männer. Drei Penisse. Sie reden darüber. In Zeiten der sexuellen Überflutung durch TV und Internet residiert in den Schlafzimmern biederste Schamhaftigkeit. Besonders Männer verstecken sich gerne hinter der Annahme, derbe Witze und alkoholgetränkte Pseudogespräche wären zur Behandlung des Themas genug. Nicht so Raoul Biltgen, Sven Kaschte und Giuseppe Rizzo. Sie wollen mit Vorurteilen und Geheimniskrämereien aufräumen. In ihrem so informativen wie vergnüglichen Abend reden sie von Vorund Nachteilen der Selbstbefriedigung, über die empfehlenswertesten Techniken des Blowjobs bis zum ewigen Thema Schwanzlängen. Sie reden einfach über alles. Und noch ein wenig mehr.
Mit »Phalli« präsentiert die Plaisiranstalt ihre erste Bühnenproduktion und greift damit gleich mal in die Vollen: Drei Männer reden über ihr Gehänge. So einfach und zugleich so eindringlich kann moderne Dramaturgie sein. Denn dass an einem solchen Abend weit mehr als nur ein paar Nullachtfünfzehn-Tipps zum Umgang mit dem Genital vermittelt werden, davon kann und muss man ausgehen.
Die Plaisiranstalt mit Raoul Biltgen, Sven Kaschte und Giuseppe Rizzo. Mit herzlichem Dank an: Paola Aguilera, Eva-Maria Schachenhofer und Barbara Schubert. Rechte: R Thomas Sessler Verlag Wien.
Und auch das Wiener WUK ist in Sachen Sex unterwegs. Ab 31. März zu sehen: “I put a record on”, die Adaption einer Produktion, die unter dem Titel “Venus im Pelz” im Vorjahr am Linzer Landestheater Premiere hatte. Andrà© Turnheim arbeitet am 1869 erschienenen Roman “Venus im Pelz” von Leopold Sacher-Masoch das Spiel von Dominanz und Unterwerfung heraus, durch welches gesellschaftlich konstruierte Geschlechterrollen und deren Auflösung demaskiert werden. Nähere Infos —> hier
Sacher-Masoch ist ein ganz heißes Thema 2010 in Wien, Gerüchten zufolge dürfte es auch ein Musical über den Schriftsteller geben, der nicht zuletzt dafür bekannt ist, in einigen seiner Werke triebhaftes Schmerz- und Unterwerfungsverlangen zu schildern (”Venus im Pelz”, 1870; “Grausame Frauen”, 1870).
Martin Bruny am Samstag, den
20. Februar 2010 um 20:52 · gespeichert in Theater, Event-Tipps
| 31. März 2010 |
| 20:00 | bis | 22:00 |
“I put a record on” ist die Adaption einer Produktion, die unter dem Titel “Venus im Pelz” im Vorjahr am Linzer Landestheater Premiere hatte. Andrà© Turnheim arbeitet am 1869 erschienenen Roman “Venus im Pelz” von Leopold Sacher-Masoch das Spiel von Dominanz und Unterwerfung heraus, durch welches gesellschaftlich konstruierte Geschlechterrollen und deren Auflösung demaskiert werden.
Ein Tisch, zwei Stühle, Mikrophone, ein Plattenspieler, zwei Anzüge und kühl konstruierte Neon-Popmusik aus den 80ern - das sind die Requisiten einer Spielanordnung, die Geschlechteridentität hinterfragt, zerlegt und verschärft. Die Inszenierung deutet den Begriff “Masochismus” nicht als Antipode zum Sadismus, sondern als Diskurs von männlichen und weiblichen Rollenbildern.
Turnheim verlässt die Wege der klassischen Dramaturgie und beschreitet eine moderne, performative Herangehensweise, die auf Entwicklung verzichtet, soziopsychologische Bilder herausarbeitet und die Musik zum Handlungsträger macht. Artaud und Cixous-Texte ergänzen das Assoziationsfeld für den Zuschauer, der durch den Wechsel von Identifikation und Distanzierung aktiv gehalten wird.
Besetzung
Sie: Anna Mendelssohn
Er: Peter G. Pertusini
Leading Team
Inszenierung/Fassung: Andrà© Turnheim
Konzept: Aigner/Turnheim/Schreck
Kostüme: Barbara Aigner
Musik: Stefan Schreck
Dramaturgie: Elke Ranzinger
Regieassistenz: Christiane Eizenberger
In Zusammenarbeit mit dem Landestheater Linz
Termine
31.03.2010 bis 02.04.2010, 20:00, WUK Saal
Nähere Infos & Tickets –> hier und auf der Website zum Stück: lust-spiellust-spiel
Martin Bruny am Dienstag, den
16. Februar 2010 um 00:46 · gespeichert in Theater
In Wien begegnet man dem »Herrn Karl« in vielen Personen, an unzähligen Orten. Helmut Qualtingers zum Klassiker avancierter Charakter ist allgegenwärtig. Das Schubert Theater Wien zeigt ab Ende Februar Qualtingers Text als Puppentheater. Nikolaus Habjan schlüpft darin mit Hilfe seiner Puppen in die verschiedensten Rollen, die alle zusammen »Der Herr Karl« sind.
»Man wird über den Herrn Karl lachen und weinen, man wird ihn verdammen und bemitleiden, man wird ihn zitieren, man wird ihm – als höchste Bestätigung seiner Gültigkeit – auf Schritt und Tritt begegnen. Sein scheinbar zufälliges Gerede enthält in konzentrierter Form die Substanz eines Zeitromans oder eines Zeitstücks, ist zugleich Zeugnis einer Epoche, Enthüllung einer Haltung und Ergebnis souveräner literarischer Gestaltung, mit einem Wort: ein Stück Welt.« (Hans Weigel)
Puppenspiel: Nikolaus Habjan
Regie: Simon Meusburger
Termine: 26. und 27. Februar, 2. und 3. März, 4., 5., 7. und 8. Juni 2010
Simon Meusburger, 1974 in Bregenz geboren, arbeitet neben seiner Tätigkeit als Komponist und Regisseur als freier Regieassistent. Zuletzt seit mehreren Jahren bei den Bregenzer Festspielen, für Produktionen wie “West Side Story”, “Der Troubadour” und “Tosca” tätig, hat er mit Regisseuren wie Francesca Zambello und Philipp Himmelmann gearbeitet.
Nach zahlreichen Filmproduktionen und zwei Musicalkompositionen gab er mit »Krach im Hause Gott« (September 2006) sein Debüt als Sprechtheater-Regisseur am Schubert Theater Wien. Es folgten zahlreiche Inszenierungen, u. a.: “Die Glasmenagerie”, “My Way”, “Geschlossene Gesellschaft” oder das Puppentheater für Erwachsene “Schlag sie tot”.
Seit dem Sommer 2007 ist er als Direktor für das Schubert-Theater tätig, wo er auch in Zukunft als Hausregisseur für zahlreiche Eigenproduktionen verantwortlich sein wird.
Nikolaus Habjan aus Graz studiert seit 2006 Musiktheaterregie an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien. Durch zahlreiche Hospitanzen und Assistenzen (u. a.”Fidelio” oder “Hoffmanns Erzählungen” an der Grazer Oper, “Rinaldo” in St. Pölten, “La Finta Giardinera”, “La Colombe” am Schlosstheater Schönbrunn) konnte er Erfahrung sammeln und setzte diese bei seinem Regiedebüt mit Gian-Carlo Menottis »The Telephone« um. Es folgten weitere Inszenierungen an der Universität, und die Madrigalkomödie »Il festino …« von Adriano Banchieri in Graz. Mit 15 Jahren kam Habjan zum ersten Mal in Kontakt mit dem Puppentheater. Durch Neville Tranter perfektionierte er seine Puppenspieltechnik, es folgte unter anderen eine Zusammenarbeit mit dem Kabinetttheater («King of the Birds-Queen of the Blood†im Semperdepot). Für das Opernfestival «Sirene†entwarf und baute er die Puppen für die Kammeroper «Das Gespräch der Hunde†von C. Dienz. Im Schubert Theater realisierte Nikolaus Habjan die Puppentheaterproduktion «Schlag sie tot†und ist seit der Saison 2008/09 neben seiner Funktion als Puppenspieler und Regisseur (”Elling”) als Co-Direktor tätig.
Links
schuberttheater.wordpress.com/
simonmeusburger.wordpress.com/
nikolaushabjan.wordpress.com/
Martin Bruny am Sonntag, den
14. Februar 2010 um 22:21 · gespeichert in Theater, Event-Tipps
| 13. Oktober 2010 |
| 19:30 | bis | 21:30 |
“Carrie”, Stephen Kings erster Roman aus dem Jahr 1974, brachte seinem Autor auf Anhieb Ruhm und Erfolg. Als “Projekt” von Jà©rà´me Junod, ist Kings Meisterwerk in einer Produktion des “Salon 5″ vom 13. bis 16. Oktober 2010 in einer Bühnenfasssung in Wien zu erleben.
Carrie White hat es nicht leicht. Zwischen den Hänseleien und Demütigungen ihrer Mitschülerinnen und der gnadenlosen Unterdrückung ihrer religionsfanatischen Mutter versucht sie den langen Weg bis zum High-School-Abschluss zu gehen. Ihre erste Menstruation mit 17 wird zur öffentlichen Erniedrigung. Zwar versuchen einige wohlmeinende Menschen ihr zu helfen, doch eines wissen sie nicht: Carrie besitzt telekinetische Kräfte. Und wenn diese einmal wirklich ausbrechen sind die Auswirkungen katastrophal …
Mit: Petra Staduan
Bühne: Lydia Hofmann
Regie und Fassung: Jà©rà´me Junod
Nach dem Roman »Carrie« von Stephen King
Deutsch von Wolfgang Neuhaus, erschienen bei Bastei Lübbe Taschenbücher
Empfohlen ab 16 Jahren
Kartenpreise: EUR 20 / EUR 10 (ermäßigt)
Weitere Infos –> hier
Link
Die Presse: “Carrie”im Theater: Jerome Junods “Blutgruppen”
Martin Bruny am Sonntag, den
14. Februar 2010 um 11:01 · gespeichert in Musical, Wien, Theater

Vom 11. bis 17. März 2010 findet in Wien im Palais Auersperg die Veranstaltungsreihe “Literatur für junge LeserInnen” statt. Im Rahmen dieses Literaturfestivals präsentiert Gernot Kranner sein neues Programm für Kinder “Das kleine Vampir-ABC”.
Die Show geht im Großen Saal über die Bühne und ist für Kinder von fünf bis zehn Jahren konzipiert. Worum gehts? Da hilft der Veranstaltungsfolder (bedingt) weiter:
Die neue Kinder-Show von Gernot Kranner: Das kleine Vampir-ABC
Ein anregender Blutsaugerspaß mit Geschichten, Liedern und Szenen. Gernot Kranner ist der Vampirjäger Prof. Abronsius aus dem Musical »Tanz der Vampire«. Am Klavier: Walter Lochmann
Ticketinfos unter der Telefonnummer 505 03 59 oder online: www.jugendliteratur.net
Update:
Auch im Wiener Ronacher ist Gernot Kranners Show zu sehen, und zwar an vier Sonntagen im April und Mai 2010. Gespielt wird auf der Probebühne des Ronacher, am 11. und 25. April sowie 9. und 30. Mai um jeweils 15 Uhr.
Ein kleines Update auch zum Inhalt der Show:
»Vampirspezialist« Gernot Kranner und sein »Klavier-Assistent« Walter Lochmann laden die kleinsten Zuschauer im Alter von etwa 4 – 10 Jahren – selbstverständlich gemeinsam mit deren Eltern, Großeltern, Onkeln und Tanten – zu einer Reise in die geheimnisvolle Welt der Blutsauger ein. In einer spannenden, lustigen und die Phantasie anregenden Stunde erfahren die Zuschauer anhand von Geschichten, Liedern und Szenen mehr über das Leben und die Vorlieben von Vampiren und Geistern. Zum Mitsingen, Mitmachen und Mitlachen - und ein erster Schritt in die wunderbare Welt des Theaters.
Tickets: zu € 7,50 (für Kinder) und € 12,- (für Erwachsene)
Erhältlich an allen Tageskassen der Vereinigten Bühnen Wien, www.musicalvienna.at sowie bei Wien Ticket, www.wien-ticket.at, 01/588 85
Update:
Am Samstag, dem 23. Oktober 2010, ist das Vampir-ABC ab 15 Uhr im Karikaturmusuem Krems zu sehen. Tickets –> hier
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