Martin Bruny am Freitag, den
21. Juli 2006 um 10:08 · gespeichert in Musical, Skurriles
Juli 2006: Uwe Kröger, einer der bekanntesten und beliebtesten deutschsprachigen Musicalstars möchte man meinen, gibt in Essen die Rolle des Phantoms in Andrew Lloyd Webbers Musical “Das Phantom der Oper”.
In einem Interview mit dem Donaukurier nimmt er Stellung zu einigen Drohbriefen, die man ihm freundlicherweise zukommen ließ:
Wie ist denn die bisherige Resonanz mit Ihnen in der Rolle des Phantoms?
Kröger: Die Resonanz war sensationell, selbst ein bekannter Regisseur, der im Publikum saß, sagte mir anschließend, dass er nie gedacht hätte, dass es so spannend sein könnte. Allerdings bekam ich im Vorfeld auch einige anonyme Drohbriefe von einschlägigen Phantom-Fans, die mit dem Boykott der Premiere drohten.
Belastet Sie so etwas?
Kröger: Anfangs ja, weil mir Briefe, in denen mir gesagt wird, dass ich meines Lebens nicht mehr froh werde, Angst machen und ich so etwas geradezu erschreckend finde. Doch letztlich sind solch feige Briefe nicht nur unverschämt, sondern sogar anmaßend. Man kann nicht jedem gefallen und das will ich auch gar nicht. Zum Glück überwog die positive Resonanz.
Der Fan, das unbekannte Wesen. Und täglich schrauben sie die Grenzen etwas weiter runter.
Martin Bruny am Sonntag, den
16. Juli 2006 um 10:05 · gespeichert in Musical, Skurriles
41 Jahre existiert diese Tradition nun schon: der Weckruf für die NASA-Astronauten durch die Flugüberwachungszentren mit Songs, die entweder von Mission Control selbst ausgewählt werden oder von Familienangehörigen der Astronauten.
Begonnen wurde die Tradition bei der Gemini 6-Mission mit einem Klassiker: “Hello, Dolly!”, das war 1965. Sehr oft gewünscht in den letzten vier Jahrzehnten unter anderem “I got you babe” von Sonny & Cher.
Beim aktuellen Shuttle-Flug durften die Töchter von Discovery-Pilot Mike Kelly ihrem Vater ein Lied ins Weltall beamen lassen, und sie entschieden sich für: ABBA. Kelly: “Naja, für mich war es in Ordnung, aber ich glaube, es hat nicht allen gefallen!”
Andere Songs, die man in den letzten Tagen auf der Discovery gehört hat: Lieder von Elton John und Coldplay oder “Good Day Sunshine” von den Beatles. Voriges Jahr gab Ex-Beatle Paul McCartney den Song sogar live für die Besatzung der Raumstation.
1999 kam es zu einer kleinen Unstimmigkeit. Die Frau eines Astronauten wollte für ihren Mann unbedingt ein Lied von Barry Manilow gespielt wissen. Das war dem NASA Flight Director zu viel, Veto. Letztendlich aber konnte sich die Frau des Astronauten durchsetzen, und Barry Manilow bekam seinen “Auftritt” im Weltraum.
Martin Bruny am Samstag, den
15. Juli 2006 um 10:07 · gespeichert in Musical, Castingshows
Edinburgh wird von Vampiren terrorisiert, das ist mehr oder weniger der Plot von “The Sundowe”, einem Musical, das als wilde Mischung von Michael Jacksons “Thriller”-Video und der Zombie-Komödie “Shaun of the Dead” daherkommt.
John, Gerry und James Kielty, drei Brüder, haben die Show geschrieben und damit “The Highland Quest Competition” gewonnen, eine Art “Schottland sucht das SuperMusical”-Wettbewerb, ins Leben gerufen von Sir Cameron Mackintosh vor genau 18 Monaten.
140 Einsendungen wurden gesichtet und nach folgenden Auswahlkriterien beurteilt: Die Musicals mussten auf neuen Ideen basieren und zeitgemäße Themen behandeln. Nicht mehr als 15 Künstler (inklusive Cast und Musiker) dürfen an der Aufführung beteiligt sein, die Zielgruppe war als “Highland, Scottish and international” definiert.
Die Endausscheidung fand am vergangenen Wochenende im Macphail Centre von Ullapool in Form einer Live-Veranstaltung statt, bei der auch das anwesende Publikum die Gelegenheit hatte, wie bei einer Reality-Show zu voten.
“The Sundowe” als Gewinner wird ab 12. Januar 2007 beim Highland Festival in Inverness, Schottland, zu sehen sein.
Die Dernià¨re von “Romeo & Julia” im Wiener Raimund Theater war eine lehrreiche Erfahrung, was aktuelle Verhaltensweisen im Theater anlangt. Man kann, wenn man möchte, einige Typen von Theaterbesuchern isolieren:
1) Die internen Mobilkommunizierer
Hat man das Pech, nicht zwei Plätze nebeneinander bekommen zu haben, um während des Stückes LAUT an den GANZ LEISEN Stellen der Show miteinander zu quasseln, KEIN PROBLEM, wozu gibt es Mobile Devices. Schicken wir uns doch einfach SMS, SO OFT es nur geht. Kein Problem, dass das Handydisplay vielleicht ein bißchen grellhell sein könnte. Die Leute hinter mir? Na die seh ich ja nicht, und wenn die was stört, puh. Die neben mir, jo mei. Und die vor mir sehen tatsächlich nichts. Es gibt nun einige Unterarten dieser Spezies. Beispielsweise die Klammerer. Sie halten das Handy die ganze Show über in der Hand und testen alle paar Minuten, ob nicht doch eine SMS gerade neu angekommen ist. Eine andere Spezies geht es gemächlicher an und lässt das Handy lässig am Schoß liegen, bis denn das Display zu strahlen beginnt. Eine dritte Spezies macht es ein klein wenig unauffälliger. Sie verstaut das Handy in der Handtasche und nimmt es alle paar Minuten heraus, um wichtige Botschaften zu senden beziehungsweise zu empfangen. Was wird eigentlich intern kommuniziert? Fragen Sie lieber nicht!
2) Die Gerührten
Die Gerührten sind bei einer bestimmten Stelle emotional so mitgenommen vom dargebotenen Stück, dass ihnen das Wasser buchstäblich hochsteigt und sie aufschnupfen müssen. Nichts Schlimmes daran, das passiert schon mal. Schlecht aber, wenn man von der Handlung derart fasziniert ist, dass man auf so nette Erfindungen wie das faltbare Taschentuch, wahlweise aus Stoff oder Papier, vergisst. Noch schlimmer, wenn man beispielsweise schon nach fünf Minuten so “mitgenommen” ist und dann fortwährend alle exakt 17,5 Sekunden laute Geräusche von sich gibt, die die Betroffene selbst gar nicht mitbekommt, weil sie derart fasziniert an den Lippen von Romeo, Mercutio oder einem anderen Darsteller hängt. Diese Geräusche wandern wahlweise in den linken oder rechten Gehörgang, und ich darf dem geneigten Leser im Vertrauen mitteilen: Nach 60 Minuten löst das mitunter tatsächlich nicht nur Anzeichen von Aggression aus, sondern ist auch mit körperlichen Schmerzen verbunden. Man kann das erst nachvollziehen, wenn man es erlebt hat. Natürlich könnte man der Gerührten ein Taschentuch anbieten, aber wer weiß, vielleicht würde sie dann völlig die Fassung verlieren, und wer will das schon riskieren? Probieren kann man es damit, bei jedem Aufschnupfer etwas gekünstelt zusammenzuzucken und die Verursacherin des Geräusches mal kurz zu fixieren. Ja, manchmal funktioniert das, meistens dann, wenn das angebetete Bühnengeschöpf auf der Bühne gerade den letzten Ton ausgeröchelt hat und bereits in der Kantine ein Bierchen süffelt. Meistens wartet dann die Aufschnupferin auf eine Szene, die sie nicht interessiert, vorzugsweise eine ganz leise, wunderschöne Ballade, und holt dann eine knisternde Packung Taschentücher heraus, um das gewisse Bedürfnis LAUT zu stillen.
3) Die Kreischer
Zugegeben, das kann man fast nicht mehr als Minderheit bezeichnen, aber dennoch, eine merkwürdige Gattung. Wenn man sie in der Pause beobachtet, sind sie durchschnittliche kleine junge oder auch große und alte oder wie auch immer weibliche Wesen, und, ja, auch männliche, wie man zuerst aufgrund des Kreischgeräusches gar nicht vermutet hätte. In Fankkreisen gelten jene Mitglieder der Gruppe als besonders ambitioniert, die einen Gehörsturz schon im ersten Akt auslösen können, sagt man. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin sehr für gute Stimmung im Theater, für Ausgelassenheit, aber ich würde, wenn möglich, gerne das Theater halbwegs als gesunder Mensch verlassen. Und wenn es dann noch möglich wäre, würde ich gerne die Lieder ganz hören. Wenn beispielsweise Lukas Perman “Ohne sie” im Dialekt singt, kann ich weder schrilles und glucksendes LAUTES Lachen noch Kreischen ganz nachvollziehen. Ganz allgemein bevorzuge ich persönlich Applaus, um mein Wohlgefallen zu äußern, und manchmal ein lautes “Bravo”. Durchgängiges schrilles Kreischen, nunja, ich kann schon die Musiker im Orchestergraben verstehen, die sich da die Ohren zuhalten müssen, weil sie sonst einfach nicht weitermachen könnten.
4) Die Mitdirigierer
Eine weitere Spezies sind die Mitdirigierer. Sie sind nicht etwa wie die Sanitäter für Notfälle anwesend, sollte dem Dirigent ob des Gekreisches der Kragen oder wahlweise auch das Trommelfell platzen, sie machen das, wie soll man es bezeichnen, aus Spaß an der Freud. Flink zuckt das Händchen, manchmal auch beide Händchen, und so schnell hast du nicht geschaut, werden Einsätze und neue, fantasievolle Tempi in die Luft gezeichnet, da ist Caspar Richter mit Gedanken noch ganz woanders. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mich lenkt dieses halbspastische Gehabe ETWAS ab.
5) Die lautlosen Karpfen
Wenden wir uns ganz kurz noch einer letzten Gattung zu (nicht, dass es nicht noch viel mehr davon geben würde, aber davon vielleicht ein anderes Mal mehr). Stellen Sie sich vor, sie genießen ein Musical, es wird gerade eine wunderschöne Ballade gegeben, und Sie hören den Sitznachbarn leicht glucksen. Sie gucken nach dem dritten Glucksen vorsichtig hinüber und sehen eine gerade atemberaubende Anstrengung ihres Sitznachbarn, die Ballade tonlos mitzusingen. Es ist diese Anstrengung mit einem Anspannen und Entspannen enorm vieler Gesichtsmuskel verbunden - und sieht einfach ziemlich lächerlich aus. Es hilft alles nicht, Sie müssen einfach ab diesem Zeitpunkt ab und an rübersehen, um das faszinierende Muskelspiel zu beobachten - und ein klein wenig auch deswegen, weil man ja nicht sicher sein kann, ob es nicht doch ein Anfall sein könnte, und dann würde ja der oben erwähnte Sanitäter gerade recht kommen.
Natürlich ist es nicht häufig der Fall, dass sich all die angeführten Verhaltensweisen in ein und derselben Person vereinigen, aber das Leben ist hart, und so kann es schon vorkommen, dass man neben sich einen mitdirigierenden Mobilkommunizierer hat, der Mark Seibert-Fan ist und dem, aufgrund eines fehlenden Taschentuchs oder mangelnder Gelegenheit neben SMS und Dirigentenverpflichtung, der - Pardon! - Rotz Gefahr läuft, einfach, nunja, rauszutropfen, während er in völliger Hingerissenheit “Ich bin schuldlos” mitgluckst. Manchmal ist das Leben tatsächlich hammerhart.
Ich verstehe das ja. Es ist in Zeiten wie unseren schwer, mal 67 Minuten am Stück still zu sitzen. Ich habe dafür wirklich das allergrößte Verständnis und schlage vor, Walk-around-Vorstellungen in den Spielplan zu implementieren. Für diese speziellen Aufführungen gibt es keine fixen Sitzplätze, man muss nämlich auch gar nicht sitzen. An verschiedenen Hotspots werden Erfrischungen und kleine Häppchen gereicht, im ersten Rang ist Rauchen erlaubt, im 2. “Mensch ärgere dich nicht” und ausgewählte Rollenspiele. Die Darsteller bekommen für diese ganz speziellen Abende nur die halbe Gage, weil das Publikum sowieso zu 50 Prozent mit sich selbst, seinen Kommunikations- und sonstigen Bedürfnissen beschäftigt ist.
Nun wie auch immer, die Dernià¨re von “Romeo & Julia” war dennoch wunderschön und ich bin schon gespannt, wer beim nächsten Mal neben mir sitzen wird.
Martin Bruny am Freitag, den
23. Juni 2006 um 10:22 · gespeichert in Netz, Musical
… ist Jason Robert Brown. Seine Lieder wirken immer, auch wenn sie einfach am Piano von einem Schüler gesungen werden. Ganz ohne Dekos, Glitter und Staging. “Nothing in common” stammt von Jason Robert Browns Solo-CD “Wearing Someone Else’s Clothes”.
Vielleicht wird man irgendwann einmal draufkommen, wann man in Europa endgültig beschlossen hat, das Musicalgenre abzumurksen. Vielleicht wird man dann einmal feststellen, ohja, das war eindeutig der 8. Juni 2006, an dem man folgende Meldung in den Medien lesen konnte.
Florian Silbereisen spielt in Musical «Elisabeth»
Stuttgart (ddp). Volksmusikstar Florian Silbereisen (24) geht zum Musical. Im August stehe er an der Seite von Pia Douwes für das Musical «Elisabeth» auf der Bühne des Stuttgarter Apollo Theaters, teilte die Kultureinrichtung am Donnerstag mit. Silbereisen werde als blonder Todesengel den jenseitigen Verführer der österreichischen Kaiserin Elisabeth spielen. Für Silbereisen ist es seine «absolute Traumrolle». Nachdem er bereits ein Duett aus dem Musical einstudierte und mehrmals öffentlich präsentierte, habe er den Part unbedingt einmal komplett übernehmen wollen, sagte er.
Für die Rolle nimmt Silbereisen Gesangs-, Schauspiel- und Tanzstunden, daneben stehen Proben mit dem Ensemble an.
Seit 2004 führt Silbereisen durch die ARD-Sendung «Feste der Volksmusik». Sein Schauspieldebüt gab er in dem ARD-Film «König der Herzen».
(ddp)
Es gibt gewisse Grenzen des guten Geschmacks, die man besser nicht überschreiten sollte, es ist tatsächlich möglich, einen für viele ohnedies lächerlichen Mythos eines Musicals zu zerstören. Die schon seit langem unerträgliche Kooperation von Musicalproduktionen und Volksmusiksendungen führt nun dazu, dass sich Sisi von einem Volksmusikheini abschleppen lassen muss. Fehlt nur noch, dass Angelika Milster im Hintergrund “Mondlicht” dazu stöhnt und Karl Moik als Lucheni ein fröhliches “Seavas, pfiat Gott und Auf Wiedersehen” anstimmt. Arme Pia Douwes!
Martin Bruny am Montag, den
5. Juni 2006 um 10:40 · gespeichert in Netz, Pop
Ingrid Michaelson soll ich mir anhören, hat man mir empfohlen. Girls and Boys sollte mir gefallen. Ich persönlich geh ja immer mit den geringsten Erwartungen an solche Empfehlungen heran. Vorteil: Enttäuscht zu werden, ist einigermaßen unwahrscheinlich, zumindest kann ich dann sagen: “Jo, nett.” Nicht anders bei Ingrid Michaelson. Hör ich halt mal rein. Nett. Gleich wieder weglegen? Naja, noch ein Track. Interessant. “The way I am”. Angenehme, relaxte Stimme - was für ein fröhlich stimmender Refrain. Ich hasse die Sonne, aber da geht ne Sonne auf, die mir gefallen könnte - eine relaxte, die nicht brennt und blendet, die man gerne anstarrt, in die man gerne versinkt, eine mit nem lachenden Mund und verträumten Augen. Da ist auch ein bisschen Melancholie, ich hörs genau, und noch mehr bei anderen Tracks. “Overboard” zum Beispiel. Der Song startet mit diesen Gitarren- & Pianoakkorden, die alle Melancholie instantmäßig in See stechen lassen. Michaelson tanzt am Heck dazu und lässt die Schaumkrönchen der Melancholie in den Himmel wachsen.
Michaelson findet man nicht bei Amazon, noch nicht. Aber sie hat eine nette Homepage, da kann man in ein paar Songs reinhören. CDBaby hat auch ihre erste Scheibe “slow the rain” im Angebot, auch da kann man ein bisschen reinhören.
Ein wenig klingt sie wie Norah Jones, Vanessa Carlton, dann wieder hört man was von Fiona Apple und Coldplay aufblitzen, auch ein bisschen Ben Jelen ist dabei, andererseits, wer kennt den hier schon. Was immer da ist: spannender, meistens überraschender Liedaufbau, ein interessanter Text und eine einprägsame Melodie. Stimmungsmäßig hat sie die uferlose Melancholie einer Joni Mitchell drauf. Dort, wo Norah Jones und Vanessa Carlton schon schön brav massenmarkttauglich produziert wurden, ist Ingrid indie geblieben, indie pop, folk, alternativ aufbereitet.
Kaufempfehlung? Ne, wozu? Diese CD mag nicht empfohlen werden. Es ist eine der CDs, die wie für einen selbst geschrieben scheint und auch von jedem selbst entdeckt werden muss.
Martin Bruny am Montag, den
15. Mai 2006 um 10:47 · gespeichert in Netz, Musical, Tonträger
Am 8. Oktober 2005 fand in Warschau die polnische Premiere von Jim Steinmans Musical “Tanz der Vampire” statt. Roman Polanski wachte als künstlerischer Supervisor über das Projekt, eine offizielle Cast-CD ist in Arbeit. Demos dieser Produktion sind mittlerweile auf einer polnischen Website aufgetaucht. 4 Tracks, “Vor dem Schloß”, “Carpe Noctem”, “Unstillbare Gier” und “Totale Finsternis”, sind auf pawlowski.art.pl als Stream abrufbar. Um zu den Streams zu gelangen, einfach auf “Enter” klicken, danach im sich öffnenden Fenster auf “Quick Menue” und schließlich auf “Multimedia”.
Martin Bruny am Samstag, den
13. Mai 2006 um 10:49 · gespeichert in Sprache, Skurriles
Nein, das ist nicht die Aussage eines rechtsextremen Politikers, nein, das ist kein Ausschnitt aus einer ausländerfeindlichen Zeitschrift. Das ist die Meinung von Liese Prokopp, ihres Zeichens österreichische Innenministerin, und es ist nur eine von vielen Äußerungen österreichischer Politiker in den letzten Wochen, die meiner Meinung nach dazu beitragen, dass man sich angewidert abwenden möchte. Wo sind wir denn eigentlich? Gerade in Österreich, gerade in Wien, dem Schmelzpunkt vieler Kulturen, gerade in Zeiten, da manche rechtsextreme Partei ansetzt, den Wahlkampf zur nächsten Nationalratswahl wieder über eines der unmenschlichsten aller Themen zu führen, nämlich Rassismus, Fremdenfeindlichkeit etc., muss man sich von einer Vetreterin der Regierungspartei so etwas anhören? Da fragt man sich, ob man als Wiener in einem solchen Land etwas zu suchen haben möchte.