Archiv - Skurriles
Buddywucher in Deutschland

Lustige Zeiten. “Buddy”, das Musical, wird ab Herbst im Essener Colosseum Theater laufen, und man möchte scheinbar eine besonders kurze Laufzeit anstreben. Anders kann man eine Headline wie “Tickets SCHON ab 52,70 Euro” nicht erklären. Dann auch noch der Familie viel Vergnügen zu wünschen, ist lustig. Vater, Mutter und sechs Kinder, da sind wir dann bei NUR 421,60 Euro und sitzen sicher, bei unserem Glück, in der letzten Reihe, gell Mami?
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- Premiumpresse: BUDDY Das Musical - Tickets schon ab 52,70 Euro
“Frühlings Erwachen” - PLAYBILL & die nackten Fassaden

In den Staaten berichtet man über “Frühlings Erwachen”, die Wiener Fassung des Duncan Sheik/Steven Sater-Musicals “Spring Awakening”, auf ganz eigene Art und Weise, nämlich in Form einer Bildreportage. In PLAYBILL zu sehen: die Fassade des Ronachers.
Bemerkenswert die Tippfehler in dem Artikelchen dazu. Aus Steven Sater wird Stephen Sater, aus Frank Wedekind wird Franz Wedekind, und was ein “alt-rock musical” ist? Keine Ahnung. Zum Artikel geht es –> hier.
Die Musical-eBayer - eine eigene Spezies
Wollten Sie immer schon mal einen Folder, keine Ahnung, sagen wir zur VBW-Produktion “Rudolf” besitzen? Kein Problem, alles nur eine Frage des Geldes. Die Folder, die es im Theater, an allen Vorverkaufsstellen und sonstwo gratis gibt, werden seit Monaten laufend für bare Münze via eBay angeboten. Startpreis: 1 Euro (eines der Angebote –> hier) Natürlich nicht nur jene von “Rudolf”, auch alle vergangenen Produktionen der VBW werden von einigen eBayern flächendeckend foldermäßig betreut.
Harmlos, klar, warum nicht. Nächste Stufe: Warum nicht alle billigen sichteingeschränkten Plätze einer Produktion aufkaufen und via eBay anbieten? Das wär doch was. Ein paar werden sich sicher finden, die sich von einem Angebot wie “1. REIHE” für dumm verkaufen lassen. Dass das Ganze dann Parterre, 1. Reihe ist, Pech, dass es sich dann noch um Plätze mit Sichteinschränkung (Parterre, 1. Reihe, Platz 2 und 3) handelt, wozu das schon groß erwähnen (ganz unten klein und mit dem Zusatz “gering” versehen, reicht doch), es ist doch “das ideale Geschenk für Freunde, Verwandte oder Bekannte oder sich selbst!!!” Für “Rudolf”, die letzte Premiere der VBW, gibt es Dutzende dieser Angebote derzeit bei eBay. Kein Wunder, dass die berühmt-berüchtigte “rosa” Kategorie derzeit nur mehr als eBayer-Kategorie bekannt ist (ein aktuelles Angebot –> hier).
Wie man Fans/Stalker loswird
“I had a stalker while filming a movie in Spain last year. She stood outside of my apartment every day for weeks - all day every day. I was so bored and lonely that I went out and had dinner with her. I just complained about everything in my life and she never came back. People get bored of me in, like, two minutes.”
- Robert Pattinson, to Creme magazine, on how he got rid of an obsessive fan [via Perez Hilton]
Es war der Mond …
Ein komischer Tag, voll von Schlagworten und schlecht formuierten abstrusen Zusammenhangskonstrukten. So darf Michael Jeannee nun laut Oberstem Gerichtshof die Tageszeitung “Österreich” nicht mehr “Billig-Postille” oder “Perlen-vor-die-Säue-Blatt” nennen. Interessant, dieser Infight zwischen “Kronenzeitung” und “Österreich”, an sich aber doch fast eine Form der Zensur, die dazu einlädt, weiter zu klagen, wenn irgendeine Bezeichnung nicht passt. Andererseits, da war doch was, ja, vor einem Jahr wurde Gery Keszler, der Organisator des Wiener Life-Balls als “Berufsschwuchtel” bezeichnet, auch er hat geklagt, und verloren. Berufsschwuchtel geht also, “Billig-Postille” nicht.
In einem Interview meinte Kathrin Zechner, die Intendantin der Vereinigten Bühnen Wien, unlängst: “In den letzten zehn, verstärkt in den letzten fünf Jahren hat sich die Konkurrenz bei Musicals in Wien verstärkt.” Gemeint hat sie unter anderem damit die Halle F der Wiener Stadthalle. Nun muss man eigentlich dazu sagen, dass die Vereinigten Bühnen Wien und die Wiener Stadthalle derselben Holding, nämlich der Wien Holding gehören. Stellt sich da nicht viel eher die Frage, ob der Umstand, dass sich nun die Stadthalle zusätzlich als Musicalveranstalter etablieren möchte, zu einer Art Monopol der Wien Holding im Wiener Raum führt, der eher kleine unabhängige Theaterhäuser zu Verzweiflungsseufzern treiben sollte als die Vereinigten Bühnen Wien? Also ich versteh es nicht ganz.
Der Standard berichtet heute darüber, dass “Wrabetz Lorenz wegen Verunglimpfung von Mitarbeitern rügt”. Hat Herr Lorenz sich etwa in einer Schimpforgie über die Qualität des ORF-Programms aufgeregt? Nein, ganz und gar nicht. Viel eher ist das der geschickte Versuch, Zensur über die Bande einzuleiten. Der ORF-Generaldirektor beauftragt seinen Programmdirektor damit, Einfluss zu nehmen, auf dass nicht genehme Inhalte des Satirikers Alfred Dorfer in der Sendung “Dorfers Donnerstalk” eben - nicht - auf Sendung gehen. Das nennt man gemeinhin Zensur, nicht? Hab ich etwas falsch verstanden? Hab ich etwa zu viel im Musicalclubforum der Vereinigten Bühnen Wien gelesen, wo derzeit darüber gestritten wird, ob es akzeptabel ist, dass eine 40 Jahre+ alte Musicaldarstellerin ein Kind erwartet. Vermutlich sind das alles Nachwirkungen des letzten Vollmonds, denn normal ist das alles mit Sicherheit nicht.
So hat das deutsche Musical Zukunft, jawoll, meine Herren
Das hat die Welt gebraucht. In einem Artikel betitelt “So hat das deutsche Musical Zukunft” baut Journalist Manuel Brug einen Gutteil seiner Segenswünsche für “deutsche” Shows wie “Der Schuh des Manitu” und “Der Mann, der Sherlock Holmes war” auf einem Bashing von Austro-Historicals Marke “Elisabeth” und “Rudolf” auf, scheinbar nicht wissend, dass diese vielleicht das Thema, aber ganz bestimmt nicht die Musik als Verbindendes aufweisen. “Mit minderen Mitteln” schiele man da in Wien auf “die große Oper”. Lebt der Mann auf dieser Welt? Oder schreibt er nur für sie? Gut, dass wir Herrn Brug haben, denn er klärt auch gleich den ganzen Mythos für uns auf “über den sich selbst mordenden Kronprinz Rudolf”.
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- Welt Online: So hat das deutsche Musical Zukunft
Welt Online goes BILD
Weil’s so lustig ist: Aus dem unlängst hier besprochenen Artikel (–> Link) von Alan Posener für “Welt Online” mit der Schlagzeile “Das Musical ist die Oper unserer Zeit” wurde am 5. Januar nun der Artikel “Oper kann einpacken - gepriesen sei das Musical”. Gleicher Inhalt, anderes Label. Was lernen wir daraus? Schlimmer geht’s immer.
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Welt Online: Oper kann einpacken – gepriesen sei das Musical!




