Martin Bruny am Sonntag, den
23. März 2003 um 17:35 · gespeichert in Literatur
Der Horror beginnt 1995. Der japanische Autor Koji Suzuki veröffentlicht sein Werk The Ring - und landet damit einen Volltreffer. Das Buch wird fürs Fernsehen verfilmt, danach von Hideo Nakata fürs Kino. Der große Erfolg pusht drei weitere “Ring”-Streifen Kino, ein Prequel (”Ring 0″) und zwei Sequels (”Ring 2″ und “Spiral”). Spätestens nun war es klar, dass Hollywood auf den Erfolgsrun aufmerksam wird. Mit dem US-Remake (2002) gelingt ein Sensationserfolg. Der zweite Teil ist bereits in Vorbereitung.
Koji Suzuki hat von seinem “Ring”-Zyklus laut Verlag mittlerweile acht Millionen Bände verkauft. Als “Japans Antwort auf Stephen King” (Cover) wird er beworben. Der deutsche Heyne-Verlag greift bei der Übersetzung des Horrorschockers nicht auf das japanische Original zurück, sondern auf die amerikanische Lizenzausgabe. Ouh, was für ein Fehler. Wenn man bedenkt, dass das japanische Original schon bei der Übersetzung ins Englische viel eingebüßt haben muss, kann man sich vorstellen, wieviel an Urkraft bei der Übertragung vom Englischen ins Deutsche auf der Strecke geblieben ist. Nicht zu sprechen von den wirklich heftigen Rechtschreibfehlern, die man da auf den 352 Seiten findet.
Während in der westlichen Welt also der “Ring”-Rummel so richtig durchstartet, treibt er in Japan heftigste Blüten: “The Ring” hat so ziemlich alle Medien, die es gibt, geentert, es gibt eine TV-Serie, ein Manga und weitere auf dem “Ring”-Thema basierende Geschichten von Suzuki.
Eine Frage bleibt allerdings offen: Ist Suzuki tatsächlich die japanische Antwort auf Stephen King? Und wer will das beurteilen können aufgrund einer Übersetzung, die wohl aufgrund des deutschen Kinostarts ziemlich überhastet und fehlerhaft auf den Markt geschmissen wurde?
Martin Bruny am Samstag, den
22. März 2003 um 11:10 · gespeichert in Skurriles

Das Wiener Künstlerhaus am Karlsplatz wird demnächst seinen Ausstellungsbetrieb einstellen. Die meisten Mitarbeiter werden per September gekündigt. Nein, wir wundern uns nicht, dass dies in der politischen Ära schwarz/blau passiert. Wir wussten das schon immer. Draken sind teuer.
Martin Bruny am Freitag, den
21. März 2003 um 21:30 · gespeichert in Musical
Eine Gruppe von High-School-Studenten bringt dieser Tage in San Diego das Musical “Sticky Fingers: A Tale of Saks, Lies and Videotape” auf die Bühne. Als Stoff haben die Guten nicht etwa einen Klassiker wie den Lord of the Rings genommen, sondern mal was Handfestes aus dem Gerichtsboulevard Marke Hollywood, kurz, die Shoplifting-Affäre von Winona Ryder. Einer der Lehrer zur Themenwahl:
We’re inspired by the old Mickey Rooney-Judy Garland, ‘Hey, let’s put on a show,’ kind of spirit.
Winona wurde zur Premiere geladen, ob sie auch kommen wird?
Martin Bruny am Freitag, den
21. März 2003 um 17:31 · gespeichert in Literatur

Das On-& Offline-Magazin Volltext hat in seiner Februar/März-Ausgabe 2003 ein ziemlich interessantes Interview mit Hugo Claus gebracht. Seit langer Zeit ist Claus legitimer Anwärter auf den Nobelpreis für Literatur, erst jüngst ist sein sehr zu empfehlendes Werk Der Schlafwandler in deutscher Sprache erschienen. Zum Thema Tod/Selbstmord meint Hugo Claus:
“Ich habe ein schlimmes Rückenleiden und werde andauernd auf die Tatsache hingewiesen, dass die Maschinerie nicht nur sehr viele Unglücke überlebt hat, sondern auch, dass sie langsam einrostet. Ich habe einmal Kenzaburo Oe in Tokio getroffen. »Hallo«, sage ich, »wie geht’s?«. »I’m preparing for my death«, antwortet er. – Ja, genau so ist es, aber dürfen wir das den Leuten sagen?”
19. März 2008:
Hugo Claus starb am 19. März 2008, das meldete der flämische Rundfunksender VRT. Der Autor wurde 78 Jahre alt.
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