Archiv - 2004
Martin Bruny am Sonntag, den
6. Juni 2004 um 09:13 · gespeichert in Pop


It’s brutal, and feelings are bound to be hurt, but the truth had to come out some time: my mother has dumped Barry Manilow for Will Young. One minute she was a lifelong super-fan of Barry’s, 30 years and counting, the next it’s all over. No more going to Barry concerts to howl like a wolf for ‘Copacabana’. No more organising splinter-group fan meets in honour of Barry’s live shows (a radical innovation much frowned upon by the official Barry fan club); never again will the entire family be bundled into the kitchen so she can chat on a radio phone-in to Barry (who got her name wrong and told her that his favourite song was ‘One Voice’).
It’s all ‘Will this’ and ‘Will that’ these days, and poor old Barry doesn’t get a look-in. He’s ‘OK’, she still ‘quite likes’ his music, but Will is her favourite now - he’s talented, gorgeous, well mannered and, as she puts it, ‘up to the minute’. She felt it was time to move on when she spotted him on Pop Idol (a fiftysomething grandmother was watching this - why?) urging viewers to light his fire. The fact he was gay didn’t matter; she was already ‘hooked’, and she quite likes gay men anyway. (You only have to look at my father to realise why.) This is all very well, but what about Bazzer? I keep thinking about him, tinkling away on a white piano in an empty room, tears trickling down on to one of those funny ice-skater outfits he wears, as he comes to terms with the pain and rejection, not to mention the loss of revenue. There were times at Barry concerts when it was barely possible to wrestle my mother away from the merchandise stall. She had the strength of 10 men when it came to white-tasselled ‘Could It Be Magic’ … [Story]
Martin Bruny am Sonntag, den
6. Juni 2004 um 09:06 · gespeichert in Literatur, Pop

Dylan Schaffer ist entweder ein riesiger Barry Manilow-Fan oder aber er hat - ganz Marketing-Profi - taktisch klug einen Pop-Giganten zum Mittelpunkt seines Romans “Misdemeanor Man” gewählt, um dessen Fans als potentielle Käufer auf seiner Seite zu haben. Manilow-Fans sind, das weiß man, enthusiastisch, begeisterungsfähig und willig, alles zu kaufen, was vom Meister kommt und dem Meister gewidmet ist.
Im Falle von “Misdemeanor Man” ist der Protagonist ein kleiner Anwalt, der nur wenig lukrative Fälle an Land zieht - was weniger an seinem Können als vielmehr daran liegt, was er wirklich als seinen Lebensinhalt ansieht, und das sind nunmal die Gigs mit seiner Band “Barry X and the Mandys”. Nichts wünscht er sich sehnlicher, als dass eines Abends mal MBM (Mr. Barry Manilow) höchstpersönlich einem seiner Gigs beiwohnt. Sich selbst sieht er nicht als schnöden Manilow-Imitator, sondern vielmehr als Interpret, als einen wahren Künstler.
Jetzt mal abgesehen vom genauen Inhalt des Buches, den Interessierte gerne hier oder da nachlesen können, wird mir Herr Schaffer doch ein wenig unheimlich, wenn er Passagen wie die folgende auf Fans von Barry Manilow und alle anderen Leser loslässt:
But let me tell you something?you need Barry. We all need him. Barry is us. He?s Barry Alan Pincus, a skinny Brooklyn boy, a mutt “mostly Jewish, partly Irish” with a big nose and an absent father. He’s a mail room clerk at CBS television who sneaks into a sound stage to play the big Steinway in the dark, terrified someone will find him and fire him from his good, stable job. He’s the guy at the piano who is too shy, too unsure about his own voice, to step out in front. Even when he becomes the biggest recording star on the planet, you can still hear the bashfulness in his voice, you can still see he has no idea how he got there or how long it will last.
Listen to the music. I dare you. Barry is hope and hopelessness. Barry is love, desire, passion. Barry is exuberance and heartache. He is falling down and beating your palms against the ground and hollering about the unfairness of it all. And he is getting up, dusting off, and walking away. He is jumping up and down and pumping your fists in the air and spinning in dizzying circles. The reason he has sold tens of millions of records and has adoring fans on every continent and sells out concerts in hours after thirty years of touring is because better than anyone else in popular music, in a simple, direct, unpretentious way, he reflects the essential, wondrous workings of human existence.
My friends, listen carefully: Barry Manilow is the truth.
Einigen wir uns auf folgende Kritik, würde ich mal sagen:
“[C]harming and original . . . a genre-busting legal thriller that’s everything a normal legal thriller is not. . . . [I]t’s poignant, smart and memorable. And, best of all, it’s funny.” –The Buffalo News
Martin Bruny am Samstag, den
5. Juni 2004 um 09:04 · gespeichert in Tod

Ronald Reagan ist tot. Was meint CNN dazu? Man spricht von “almost perfect timing”, jaja, klar, wir stehen ja am Vorabend des D-Days. CNN definiert die “Kultur des Sterbens” neu.
Martin Bruny am Samstag, den
5. Juni 2004 um 09:04 · gespeichert in West End, Musical

[Jimmy & Millie aus der Broadway-Produktion von “Thoroughly Modern Millie”]
Gleich eine ganze Reihe von West End-Shows muss vorzeitig schließen. Die bekannteste Produktion, die dicht machen muss, ist Thoroughly Modern Millie. Das Musical wird es auf eine insgesamt achtmonatige Laufzeit gebracht haben, wenn am 26. Juni 2004 der letzte Vorhang fällt.
Vorzeitig schließen müssen auch:
- Neil LaButes “The Shape of Things” (Laufzeit: weniger als ein Monat)
- “Rattle of a Simple Man” (Laufzeit: vier Wochen)
- “Tonight’s the Night“, das Rod Stewart-Musical (Letzter Vorhang im Herbst)
Martin Bruny am Samstag, den
5. Juni 2004 um 09:02 · gespeichert in Sprache

ÖVP und FPÖ verlangen den Rücktritt von SPÖ-Nationalratsmandatar Josef Broukal. Der Abgeordnete hatte am Freitag im Nationalrat bei einem Zwischenruf in Richtung ÖVP und FPÖ gemeint, es sei ihnen unbenommen, dem Nationalsozialismus nachzutrauern. Der genaue Wortlaut:
“Also ich sage Ihnen ganz ehrlich: Wenn ich an einem 5. Mai entscheiden muss, ob ich mit einer Bande Neo-Nazis vor den Heldenplatz in Wien ziehe oder mit einem französischen Politiker für die endgültige Befreiung Europas vom Nationalsozialismus mit Champagner anstoße, dann sage ich Ihnen: Her mit dem Champagner Glas! Es ist Ihnen unbenommen, den Nationalsozialisten nachzutrauern, aber es ist unser Privileg, die Befreiung Europas auch heute noch als denkwürdiges Ereignis zu feiern!”
Die deutsche Sprache ist vielleicht für Politiker ZU schwer. Wer aus obigem Zitat herausliest, dass Herr Broukal jemandem unterstellt, Nationalsozialisten nachzutrauern, hat keine Ahnung von der deutschen Sprache. “Es ist Ihnen unbenommen” ist eine dermaßen unverfängliche, offene Formulierung, dass man damit völlig unangreifbar ist. Natürlich ist es jedem “unbenommen”, Verwerfliches zu tun, gar nicht drückt man damit die Vermutung aus, derjenige würde das auch tatsächlich tun, ganz im Gegenteil, man kann damit auch durchaus aussagen wollen, dass es jedem zwar unbenommen ist, aber man würde sich schon wundern, wenn …
Sollte nicht das Hohe Haus eine Hochburg der Rhetorik sein? Ich vermute stark, dass die meisten Politiker beim Begriff “Ellipse” ausschließlich an Darstellende Geometrie und ihren Mathematik-Unterricht zurückdenken.
Was die Regierungsparteien ihrerseits nun Broukal unterstellen, beruht auf purer und, wie ich es empfinde, eher böswilliger Interpretation. Eigentlich traurig, dass auch noch eine Entschuldigung von Broukal erzwungen wurde, die wie folgt ausfiel:
“Ich habe Dinge gesagt, die man Ihnen gegenüber nicht sagen darf und nicht sagen soll und bitte um Entschuldigung”.
Martin Bruny am Freitag, den
4. Juni 2004 um 08:59 · gespeichert in Musical, Wien

[Das Ensemble der “Broadway Connection”; Foto: Martin Bruny]
Noch bis zum 7. Juni ist das Musical “Peter Pan is back” in einer Produktion der Broadway Company im Wiener Theater Akzent zu sehen. Die Handlung, kurz skizziert:
Peter, ein arbeitsloser Jugendlicher mit wenigen Perspektiven für die Zukunft. Sein Tag ist ausgefüllt mit Rumhängen - und seinem Computer. Sein bester Freund - ein Computerprogramm, eigenwillig, intelligent, vorlaut und selbst denkend. Von Peter selbst programmiert und liebevoll “Glöckchen” genannt.
Nur Wendy Liebling, der engagierten Leiterin eines Sozialprojektes, gelingt es hin und wieder, Peter und seine Freunde aus ihrer Lethargie zu reißen. Sie ermöglicht ihnen, Computerspiele für “Hooks Entertainment” zu entwickeln. Ihr neues Projekt: ?The Black Pirates?, das dem User ermöglicht, selbst in die virtuelle Welt einzutauchen.
Und Harald Hook, ebenso kalter wie cleverer Geschäftsmann und Inhaber eines Gameimperiums, wartet bereits ungeduldig auf die Fertigstellung des Spiels.
Doch es treten immer wieder neue Schwierigkeiten auf. Da kann nur noch Glöckchen helfen. Doch die bleibt stumm. Hat Hook nur einen teuflischen Plan ausgeheckt? Oder steckt Samantha, Hooks schöne Geliebte, hinter einer Intrige? Oder ist Peter am Ende selbst Schuld, dass das Spiel nicht läuft?
“Peter Pan is back” ist eine in vielen Szenen liebenswerte Show, die von bekannten Größen der österreichischen Musical-Szene inszeniert wurde (Ramesh Nair, Akos Tihanyi, Tina Decker, Tonkins Anderson). Die ambitionierten Musical-Kids unter der musikalischen Leitung von Harald Tauber und Ingolf Unterrainer begeistern, und wer weiß, ob nicht das eine oder andere Talent einmal zum Star reift.


[Stefan Mosonyi (Smie); Jennifer
Newrkla (Wendy); Foto: Martin Bruny]


[Kevin Piticev (Mr. Crock); Daniel Feik (Hook);
Foto: Martin Bruny]


[Franz Quitt (Karl); Naomi Rischko (Glöckchen);
Foto: Martin Bruny]

[Dancing Hook (Daniel Feik); Foto: Martin Bruny]
Martin Bruny am Sonntag, den
30. Mai 2004 um 01:26 · gespeichert in Tonträger

Woche für Woche lese ich mit Freude die Rubrik “CD-News” der Sonntagsausgabe der österreichischen Tageszeitung KURIER. Erst wenn ich mich selbst davon überzeugt habe, dass die eine oder andere CD, die mir gerade gut gefällt, von den Redakteuren dieses Blättchens verrissen wurde, gehts mir wieder gut. Diese Woche steht “The Calling” auf der Abschussliste des KURIER. Schon die Einstufung “Schlager-Rock” ist dermaßen daneben, dass man sich fragt, ob die Redakteure die besprochene CD überhaupt gehört haben. Selbstverständlich handelt es sich bei dieser CD um Pop-Rock, und zwar um einen der besten Sorte.
Schwamm drüber, was lesen wir weiter: “(…) Das Konventionelle ist der Musik geblieben, die Energie ist weg: Album Nummer zwei bietet primär dumm getextete Songs, die sich kaum einprägen”.
Kinder, Kinder … gerade von einprägsamen Melodien lebt diese CD, freilich, das gebe ich schon zu, muss man auch einen Sinn für Musik entwickelt haben - wenn man ausschließlich auf HipHop-Beats oder dumpfe Endzeitmetaller steht (selbstverständlich konnte in der dieswöchigen Ausgabe eine HipHop-Band die beste Kritik abräumen, wie so oft, Metallica können ja nicht jede Woche eine CD veröffentlichen), hat man dafür natürlich kein Gespür.
Die nächste Frage ist, was der Rezensent unter “Energie” versteht. Ich fürchte fast, sein Rezensionsexemplar enthält zum Bleistift Track 4, “Chasing the sun”, nicht, eine Nummer, die für mich persönlich das Zeug zum Sommerhit hat und refrainmäßig nur so vor Energie sprüht.
Was die Texte betrifft, so möchte ich mich damit nicht wirklich auseinander setzen; was der KURIER als “dumm getextet” empfindet, bezeichnen andere als “geniales Songwriting”.
Fazit: “The Calling” haben auf ihrer neuen CD eine Vielzahl an wunderbaren Soundlandschaften geschaffen, die sie auf hymnenartigen Refrains durchfliegen. Alex Bands Falsetto erinnert vor allem bei “Chasing the sun” an Bono Vox, insgesamt präsentiert er sich stimmlich auf der zweiten CD noch facettenreicher, und wenn man bedenkt, dass er erst Anfang 20 ist, kann man erahnen, wohin ihn seine Reise führen wird.
Martin Bruny am Sonntag, den
30. Mai 2004 um 01:24 · gespeichert in Tonträger

Der amerikanische Singer/Songwriter Edwin McCain aus South Carolina ist vor allem durch zwei Songs berühmt geworden: “I’ll be” und “I Could not ask for more” - zwei Songs, die bei den Auditions für die amerikanischen “Pop Idol”-Staffeln rauf- und runtergesungen wurden und bei diversen Wahlen zu den “Greatest Love Songs ever” fast immer dabei sind. Doch selbst in den USA ist McCain in den letzten Jahren chartsmäßig etwas in der Versenkung verschwunden, auch wenn er mit bis zu 300 Live-Gigs pro Jahr wohl zu den aktivsten Heartland Rockern zählt. “Scream & Whisper”, McCains siebente CD, erscheint am 22. Juni 2004 (und wird bei uns wohl wieder mal nur als Import erhältlich sein um sagenhafte 26 bis 30 Euro) - vielleicht schafft es McCain damit ja auch mal nach Europa. Fans sollte er hierzulande eigentlich genug haben für einige Live-Gigs.
Martin Bruny am Samstag, den
29. Mai 2004 um 01:23 · gespeichert in Event-Tipps


[Patti Labelle (Pic: © Jazz Fest Wien)
& Al Jarreau (Pic: © Jazz Fest Wien/Wolfgang Gonaus)
- die Top-Acts des Jazzfest Wien]
Vom 28. Juni bis 14. Juli 2004 geht in diesem Jahr das Jazzfest Wien über die Bühne. Das Programm ist schlicht und einfach sensationell. Fast an jedem Tag treten Legenden und Top-Acts an. Absolute Highlights:
28. Juni: Rekekka Bakken (Museumsquartier)
01. Juli: Patti Labelle (Wiener Staatsoper)
02. Juli: Steve Winwood (Wiener Staatsoper)
03. Juli: Manfred Mann’s Earth Band (Spittelau)
04. Juli: Bobby McFerrin (Wiener Staatsoper)
05. Juli: Pat Metheny (Wiener Staatsoper)
06. Juli: Al Jarreau (Wiener Staatsoper)
10. Juli: Angie Stone (Rathaus)
11. Juli: Gilberto Gil (Rathaus)
13. Juli: Jamie Cullum (Rathaus)
22. Juli: Alicia Keys (Austria Center Vienna) - Sonderkonzert
Besonders gespannt darf man auf die Performance von Patti Labelle sein, die wie keine andere Diva unserer Zeit auf der Bühne zur Soul-Hohepriesterin mutiert und völlig losgelöst unerreichbare Interpretationen zaubert.
Martin Bruny am Freitag, den
28. Mai 2004 um 01:13 · gespeichert in Pop

60 Jahre wurde Patti Labelle unlängst alt, Timeless Journey hat sie ihre jüngste CD genannt, die Anfang Mai erschienen ist. Lange hat man von Patti nichts gehört, doch mit “Timeless Journey” beweist sie, dass sie es noch immer drauf hat, Soul-Klassiker auf unvergleichliche Weise zu zaubern. Mag sein, dass sie in die Single-Charts, die großteils von Rappern und Teenagern dominiert werden, nicht mehr reinkommt, aber sagen wir mal in einer besseren Welt wäre ein Song wie “2 Steps away” ein weltweiter Nummer 1-Hit. Ein Lied, das man auch noch in 20 Jahren spielen wird, ein Songjuwel, das für mich mit Sicherheit zu den besten Songs dieses Jahres zählt.
“Timeless Journey” rangiert in den USA-R&B-Charts in den Top 10 und sollte in keiner CD-Sammlung fehlen!
2 Steps Away
It’s hard to see the fear inside
As I walk away from you
And distance overcomes the miles
As slowly I pull through
And I cannot reach the world today
Cuz I’m suffering from you
And the more I think, the more I cry
As I walk away from you
I’m two steps away
From loneliness
I’m awake
From the mess we made
I’m alive
And I’m feeling incomplete
I don’t understand my life
Or the version that chose you
And the warring hearts and winter came
Now there’s nothing left to do
And I cannot reach the world today
Cuz I’m sufferung from two
And the more I think, the more we die
As I walk away from you
I’m two steps away
From loneliness
I’m awake
From the mess we made
[Patti Labelle, Jonathan Delise, David Ivory]
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