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Archiv - Juli, 2006

Uwe Kröger als Phantom? DefCon1!

Juli 2006: Uwe Kröger, einer der bekanntesten und beliebtesten deutschsprachigen Musicalstars möchte man meinen, gibt in Essen die Rolle des Phantoms in Andrew Lloyd Webbers Musical “Das Phantom der Oper”.
In einem Interview mit dem Donaukurier nimmt er Stellung zu einigen Drohbriefen, die man ihm freundlicherweise zukommen ließ:

Wie ist denn die bisherige Resonanz mit Ihnen in der Rolle des Phantoms?
Kröger: Die Resonanz war sensationell, selbst ein bekannter Regisseur, der im Publikum saß, sagte mir anschließend, dass er nie gedacht hätte, dass es so spannend sein könnte. Allerdings bekam ich im Vorfeld auch einige anonyme Drohbriefe von einschlägigen Phantom-Fans, die mit dem Boykott der Premiere drohten.

Belastet Sie so etwas?
Kröger: Anfangs ja, weil mir Briefe, in denen mir gesagt wird, dass ich meines Lebens nicht mehr froh werde, Angst machen und ich so etwas geradezu erschreckend finde. Doch letztlich sind solch feige Briefe nicht nur unverschämt, sondern sogar anmaßend. Man kann nicht jedem gefallen und das will ich auch gar nicht. Zum Glück überwog die positive Resonanz.

Der Fan, das unbekannte Wesen. Und täglich schrauben sie die Grenzen etwas weiter runter.

Kölner Lichter 2006 - ein “musicalisches” Feuerwerkspektakel

Feuriges Vergnügen über Köln - die Kölner Lichter ziehen bis zu 1 Mio. Menschen an den Rhein. Foto: obs/WECO Pyrotechnische Fabrik GmbH
Am 29. Juli 2006 geht am Kölner Himmel die Post ab. Kölner Lichter nennt sich ein Feuerwerkspektakel, das einmal jährlich Hunderttausende anlockt. Das Motto dieses Jahres: Cologne goes Musical.
WECO Feuerwerk, der Weltmeister der Pyrotechnik, wird mit seinem mehr als 45-köpfigen Pyrotechnikerteam rund um Chefpyrotechniker Georg Alef alle Großfeuerwerke anlässlich der “Kölner Lichter” ausrichten. Neben den mittlerweile schon traditionell stattfindenden 6 Großfeuerwerken entlang des Rheins von Köln-Porz an bis nach Mühlheim, liegt das Hauptaugenmerk auf dem großen Abschlussfeuerwerk, abgeschossen aus einem auf dem Rhein schwimmenden Container-Schiff, zwischen Hohenzollern- und Deutzer Brücke.
“Unter dem Motto “Cologne goes Musical” werden wir 28 Minuten lang spektakulärste und imposante Großfeuerwerkseffekte zu Musikstücken aus den bekanntesten Musicals der Welt schießen”, so Markus Schwarzer, Pressesprecher des Unternehmens mit Stammsitz in Eitorf, bei Bonn. Das Programm:
1. Phantom der Oper
2. Tanz der Vampire
3. Elisabeth
4. Jesus Christ Superstar
5. We will rock you
6. Rocky Horror Picture Show
7. Roberta
8. Cats
9. Starlight Express
10. Dirty Dancing
11. Finale: Tanz der Vampire
Mit einer Dauer von ca. 28 Minuten ist es das bis dato längste musik-synchrone Grossfeuerwerk anlässlich der “Kölner Lichter”. Nicht weniger als 2,8 Tonnen Pyrotechnik werden allein aus dem Schiff herausgeschossen. “Pyrotechnische Highlights sind u. a. ganz neue portugiesische Blitz-Salven-Bomben”, fährt Schwarzer fort. Dazu wird es noch mehr imposant-synchron gesteppte Feuertopfläufe geben. Die Charakteristik des Großfeuerwerks in Kombination mit den abgespielten Musikstücken ist Romantik, gepaart mit sehr temperamentvollen Effekten. “Somit wird es in diesem Jahr ein besonders lautstarkes Abschlussfeuerwerk geben.”

Broadway: “Hot Feet” - Flop oder nicht, das ist die Frage

Hot Feet
Das Hilton Theater, gelegen am Broadway, New York, war die letzten drei Monate Aufführungsort der Musicalproduktion Hot Feet. 1821 Sitzplätze bietet das Hilton - in keiner einzigen Aufführungswoche schaffte die Show, die mit Songs der legendären R&B-Truppe “Earth, Wind & Fire” punkten wollte, eine Auslastung von mehr als 50 Prozent. Konsequenz: Letzter Vorhang nach 109 Vorstellungen nächsten Samstag. So geht es den meisten Shows am Broadway. Hits sind die Ausnahmen. So ist das eben.
Ein Flop tut weh, am meisten wohl den Produzenten, sollte man meinen. 8 Millionen Dollar hat Hot Feet gekostet, 4 Millionen davon stammen vom “Financial Services”-Unternehmen TransAmerica. Ein Verlustgeschäft? Mitnichten. “Hot Feet” ist das, was TransAmerica “gutes Investment” nennt. Sicher, aus Ticketverkäufen konnte man wenig Einnahmen erzielen, aber aus der Sicht des Unternehmens ist eine Broadway-Produktion, egal ob erfolgreich oder nicht, ein perfektes Tool, die eigene Marke noch bekannter zu machen, Branding nennt man das im Fachjargon. TransAmerica Presents Hot Feet - ein paar Tausend Theaterbesucher sind an den Schildern an der 42nd Street vorbeiflaniert und haben sie gelesen, ob sie es wollten oder nicht, in Magazinen, Zeitschriften, auf Websites, in Rezensionen - “TransAmerica Presents Hot Feet”. “Klar wärs super, wenn die Show erfolgreicher gewesen wäre”, meint Lon Olejniczak, Chief Distribution Officer von Transamerica Capital Inc. Aber letztlich stammt das Kapital, das für die Show notwendig war, aus dem Marketingbudget, eine simple Ausgabe, alles durchkalkuliert.
Die Idee, eine Show als Marketingtool einzusetzen, hatte Hollywood-Dealmaker Rudy Durand. Durand - ein Tausendsassa mit vielen Jobs, angefangen von Drehbuchautor über Musikproduzent bis hin zu Werbespot-Regisseur. Er spielt Golf mit Jack Nicholson und taucht in den gleichen Klatschkolumnen auf wie Warren Beatty oder Annette Benning. Er ist einer, der viele kennt und Deals schmiedet wie kein anderer. Durand: “Wenn man 50 Millionen Dollar in Werbung investiert, Print, Radio, was auch immer, sind diese 50 Millionen weg. Was, wenn man eine Broadway-Show finanziert und die zum Hit wird?”
Gesagt, getan. 2003 investierte TransAmerica auf Anraten Durands 1 Million Dollar in “Like Jazz”, ein Musical von Larry Gelbart (Buch)/Cy Coleman (Musik)/Alan & Marilyn Bergman (Lyrics). Die Produktion lief in Los Angeles 10 Wochen, ein Broadway-Transfer kam nicht zustande.
2004 investierte TransAmerica in Brooklyn: The Musical. Als einer der Investoren nur Wochen vor der Broadway-Premiere zurückzog, sprang TransAmerica ein.
Noch ist TransAmerica der große Broadway-Hit verwehrt geblieben, aber die Sache mit “Hot Feet ist noch nicht gegessen. Eine Tour durch die USA ist in Planung. Japan, Singapur und Australien sind an dem Musical interessiert. Auch ein “Hot Feet”-Trainingsvideo wird in Erwägung gezogen. “Hot Feet” - ein Broadway-Flop? Mag sein, aber Verlustgeschäft sicher keines.
Die nächste Frage, die sich stellt: Welche Musicals präsentieren uns demnächst Visa, McDonald’s und Mercedes-Benz?

»Tarzan«: Cast-CD oder doch lieber ne Kaffeetasse?

Tarzan Cast-CD
Im April 1994 startete “The Walt Disney Company” das “Unternehmen Broadway”. Manche bezeichnen jene Produktionen, die seit damals alle paar Jahre den Broadway entern, lieber als “Theatrical Shows”, um den Begriff “Musical” zu vermeiden, aber letzten Endes, was solls.

“Beauty And The Beast” (1994)
Die erste Produktion - mit 9 Tony Award-Nominierungen war der Beginn gar nicht übel. Gewonnen wurde zwar nur eine Trophäe für “Best Costumes”, aber man konnte sich wenigstens damit trösten, dass der Tony für “Best Musical” tatsächlich an ein solches gegangen ist: “Passion”, von Stephen Sondheim, und: “Beauty And The Beast” läuft auch heute noch am Great White Way.
[Musik: Alan Menken/Lyrics: Howard Ashman; Tim Rice]

“The Lion King” (1997)
11 Tony Award-Nominierungen, 6 davon konnte man für sich entscheiden, darunter “Best Musical”. Auch “The Lion King” läuft nach wie vor am Broadway.
[Musik: Elton John/Lyrics: Tim Rice]

“Aida” (2000)
Was für ein Desaster. “Aida” schickte man vor dem Broadway-Start nach Atlanta zum Try-out, wo die Show schlichtweg geschlachtet wurde. Dabei hatte man es doch so gut bzw. innovativ gemeint und zum ersten Mal ein Musical produziert, das nicht auf einem Film basiert. Mit viel Mühe konnte man die Show doch an den Broadway bringen, 5 Tony Award-Nominierungen waren die Belohnung, allerdings wurde die Produktion nicht für die Kategorie “Best Musical” zugelassen. 4 Awards konnte man einfahren, darunter “Best Score”. “Aida” läuft längst nicht mehr am Broadway.
[Musik: Elton John/Lyrics: Tim Rice]

“Tarzan” (2006)
Tarzan ist nach der deutschen Produktion “Der Glöckner von Notre-Dame” [Musik: Alan Menken/Lyrics: Stephen Schwartz] und dem Tour-Musical “On the Record” die jüngste Disney-Show am Broadway. Als Komponist konnte man den Oscar- und Grammy-Preisträger Phil Collins gewinnen. Der hat 1999 für den Zeichentrickfilm “Tarzan” 5 Songs komponiert: “Two Worlds”, “Son of a man”, “Trashin’ the cam”, “Strangers Like Me” und “You’ll Be In My Heart”.
“You’ll Be In My Heart” holte sich 2000 den Oscar als “Song of the Year” und belegte in den USA 10 Wochen den Spitzenplatz der Billboard Adult Contemporary Charts, in weltweit 14 Ländern war der Song Nr. 1. Der Soundtrack erreichte in den USA Doppelplatin, der Film: ein internationaler Erfolg; Einspielergebnis: weltweit 447 Millionen Dollar. Von der DVD konte man 13 Millionen Einheiten absetzen.
Für sein Broadway-Musical ließ sich Collins 9 weitere Songs einfallen: “Who Better Than Me”, “For the First Time”, “Everything That I Am”, “Waiting for This Moment”, “No Other Way”, “I Need to Know”, “Sure as Sun Turns to Moon”, “Different” und “Like No Man I?ve Ever Seen”.

“Tarzan”, die Cast-CD
Disney ist ein Medienunternehemn, das seine Produkte meistens perfekt vermarktet. Kein Wunder also, dass die “Tarzan” Cast-CD seit 27. Juni (USA) bzw. 14. Juli (Europa), also bereits wenige Wochen nach der Uraufführung (10. Mai 2006), erhältlich ist. Für Theaterbesucher zum Beispiel neben einem Kaffeebecher ideal.
Ich muss gestehen, dass ich kein übergroßer Phil Collins-Fan bin und mit seinem “You’ll Be In My Heart”, einer Endlos-Leier eines mediokren Refrains, nicht viel anfangen kann. Ich mag Balladen, aber sie sollten einen gewissen Spannungsaufbau haben, dem Interpreten Möglichkeit geben, etwas daraus zu machen und nicht nur einfach lauter werden, das hat die Haus- und Hoftruppe von Phil Collins, Genesis, früher einmal ganz gut verstanden, aber bei diversen Collins-Solosingles stellt sich bei mir vor allem eines ein: Langeweile. Und auch gefühlvoll gesungene Langeweile ist letzten Endes eines: Langeweile. Genau so hört sich auch der Titelsong auf der “Tarzan” Cast-CD (”You’ll Be In My Heart”, Track 2) an. Merle Dandridge (als Kala) interpretiert ihn, als würde sie einen Schnellkurs im Fach “Wie singe ich besonders kitschklebrig” belegt haben. Sie versucht noch gefühlvoller als gefühlvoll zu singen und tut damit dem Lied nichts Gutes, und leider keinem einzigen Song, bei dem sie auf dieser CD beteiligt ist. Sie schleimt sich in jede Zeile des Refrains derart rein, dass das Schmalz schon nach 1 Minute alles flutet. Der Chor im Background macht den Song für Kiddies zur Einschlaf- und für den Rest wohl zur Lachnummer. Am Schluß seufzt bzw. stöhnt sie noch ein “Always” drauf. Das kann doch einfach nicht wahr sein! Alles Schlechte, was man je dem Genre “Musical” nachgesagt hat, es findet sich in diesem Song gebündelt wieder. Bei so viel falschem Schleim muss man erst einmal schlucken. Track 3, “Who better than me”, präsentiert uns den “jungen Tarzan”, ebenfalls mit einem völlig harmlosen, wenigstens etwas poppigeren Liedchen. Daniel Manche, auf diesem Track als junger Tarzan zu hören, singt wie die personifizierte amerikanische Barbiepuppe, ohne Gefühl, einfach nur quietschig.
“No other way” (Track 4), auch hier keine brauchbare Melodie. Shuler Hensley, Darsteller des Kerchak, hantelt sich von einem langgezogenen Ton zum nächsten, als müsse er sich auf einen Stock stützen, um den nächsten dieser elenden langgezogenen Töne zu schaffen; die aufgesetzte Pseudodramatik in der Intonation ist nervig. Kann ein Erwachsener derart schlecht und überzogen gespielte Dramatik wirklich ernstnehmen? Jeder (Mini-)Dialog auf dieser CD ist derart unecht, dass man den Eindruck gewinnt, es handle sich dann doch eher um die Persiflage einer Cast-CD eines Disney-”Musicals”.
Der junge Tarzan, diesmal Alex Rutherford, singt uns mit Track 5 ein Sololiedchen: “I need to know”. Wieder ein Nichts von einer Melodie, die Stimme des Jungen könnte auch ein geklonter R2D2 sein, ohne eigenen Charakter, piepsig, weiter nichts. Dass auf das langsame Nichts ein etwas rhythmischer dahinschlurfender Song kommt, war klar. “Son of man” nennt er sich. Viel Rhythmus, wieder eine 08/15-Melodie, die man schon dreitrillionenmal gehört hat, scheinbar billig mit Synthesizern produziert, zumindest hört es sich so an. (Gefakte) Bläser lassen an von Phil Collins gern verwendete sussudieske Schemata zurückdenken, aber selbst dazu reichts nicht. Allerdings kommt Chester Gregory II, Interpret des Terk, gut rüber und macht auch mit seinen anderen Songs auf dieser CD (”Trashin’ the Camp”, “Who better than me (Reprise)”) einen ausgezeichneten Eindruck.
Jenn Gambatese als Jane ist neben Chester Gregory II die positive Überraschung auf dieser Cast-CD. Mit “The First Time” hat sie einen Song, aus dem sich stimmlich zumindest ein wenig mehr als aus vielen anderen der Collins-Panzer machen lässt. Josh Strickland interpretiert seine Songs ganz angenehm, aber Wiedererkennungswert hat er nur bedingt.
Das Grundproblem der “Tarzan” Cast-CD ist die Unbrauchbarkeit der Collins-Kompositionen für ein Musical. Jeder Versuch, in seine Songs Dramatik “hineinzusingen” (beispielsweise in “Everything That I Am”), lässt sie kippen und unglaubwürdig erscheinen. So haben wir mehr oder weniger nur einen wirklich überzeugenden Song auf dieser CD: Track 19, “Everything That I Am”, ein Bonustrack, diesmal von Phil Collins selbst gesungen, und wenn man die Augen schließt, sieht man nicht Tarzan, Jane oder irgendwelche Affen, sondern man ist in einem Stadion, Phil Collins steht auf der Bühne, einfach als Phil Collins, und macht den Job, den er am besten kann - als Interpret der von ihm geschriebenen Songs, und wie heißt es so schön in “Everything That I Am”: “The future is clear for me to see, to be the man I’m meant to be.”

“Hello, Dolly!” oder Womit Astronauten im Weltall geweckt werden

41 Jahre existiert diese Tradition nun schon: der Weckruf für die NASA-Astronauten durch die Flugüberwachungszentren mit Songs, die entweder von Mission Control selbst ausgewählt werden oder von Familienangehörigen der Astronauten.
Begonnen wurde die Tradition bei der Gemini 6-Mission mit einem Klassiker: “Hello, Dolly!”, das war 1965. Sehr oft gewünscht in den letzten vier Jahrzehnten unter anderem “I got you babe” von Sonny & Cher.
Beim aktuellen Shuttle-Flug durften die Töchter von Discovery-Pilot Mike Kelly ihrem Vater ein Lied ins Weltall beamen lassen, und sie entschieden sich für: ABBA. Kelly: “Naja, für mich war es in Ordnung, aber ich glaube, es hat nicht allen gefallen!”
Andere Songs, die man in den letzten Tagen auf der Discovery gehört hat: Lieder von Elton John und Coldplay oder “Good Day Sunshine” von den Beatles. Voriges Jahr gab Ex-Beatle Paul McCartney den Song sogar live für die Besatzung der Raumstation.
1999 kam es zu einer kleinen Unstimmigkeit. Die Frau eines Astronauten wollte für ihren Mann unbedingt ein Lied von Barry Manilow gespielt wissen. Das war dem NASA Flight Director zu viel, Veto. Letztendlich aber konnte sich die Frau des Astronauten durchsetzen, und Barry Manilow bekam seinen “Auftritt” im Weltraum.

“Elisabeth” in der Schweiz - erste Videoclips

Am 19. Juli 2006 steigt in der Schweiz am Thunersee die Premiere von Michael Kunzes & Sylvester Levays Musical “Elisabeth”.

In den Hauptrollen:
Willemijn Verkaik (Elisabeth) / Sergio-Maurice Vaglio (Luigi Lucheni) / Christoph Goetten (Der Tod) / Jan-Martin Mächler (Franz Joseph) / Manuela Floryan (Sophie) / Nico Gaik (Rudolf) / Christoph Wettstein (Max/alt. Graf Grünne) / Bettina Oswald (Ludovika/Frau Wolf) / Roberta Valentini (Gräfin Esterhazy/alt. Elisabeth) / Margarete Hamm (Gouvernante/Sophie) / Armin Rostami (Fürst Schwarzenberg/alt. Der Tod) / Ingolf Unterrainer (Rauscher/alt. Franz Joseph) / Oliver Arno (Ein Professor/alt. Rudolf)
In weiteren Rollen: Philipp Hägeli, Petter Udland Johansen, Debora Schaffner, Carin Lavey, Gisela Stoll, Damaris Jenzer, Caroline Schneider, Samuel Kobel, Erna Beutler, Rosita Zwahlen, Sandra Schmitz, Sandra Reinhard-Moser, Martin Turnherr, Raymond Pfister und Stephan Stauffer

Auf der Website der Thuner Seespiele gibt es unter anderem bereits ein paar Videoclips von den Solistenproben, Sprechproben und vieles andere mehr. “Elisabeth” ist bis 30. August 2006 zu sehen. Neben der Show werden auch Backstageführungen angeboten. Infos unter Tel. +41 (0)33 225 45 55.

“The Sundowe” - “Schottland sucht das SuperMusical” und findet ein neues Vampir-Musical

Edinburgh wird von Vampiren terrorisiert, das ist mehr oder weniger der Plot von “The Sundowe”, einem Musical, das als wilde Mischung von Michael Jacksons “Thriller”-Video und der Zombie-Komödie “Shaun of the Dead” daherkommt.
John, Gerry und James Kielty, drei Brüder, haben die Show geschrieben und damit “The Highland Quest Competition” gewonnen, eine Art “Schottland sucht das SuperMusical”-Wettbewerb, ins Leben gerufen von Sir Cameron Mackintosh vor genau 18 Monaten.
140 Einsendungen wurden gesichtet und nach folgenden Auswahlkriterien beurteilt: Die Musicals mussten auf neuen Ideen basieren und zeitgemäße Themen behandeln. Nicht mehr als 15 Künstler (inklusive Cast und Musiker) dürfen an der Aufführung beteiligt sein, die Zielgruppe war als “Highland, Scottish and international” definiert.
Die Endausscheidung fand am vergangenen Wochenende im Macphail Centre von Ullapool in Form einer Live-Veranstaltung statt, bei der auch das anwesende Publikum die Gelegenheit hatte, wie bei einer Reality-Show zu voten.
“The Sundowe” als Gewinner wird ab 12. Januar 2007 beim Highland Festival in Inverness, Schottland, zu sehen sein.

8. Juli 2006: Romeo & Julia - Bilder einer Dernière

Romeo & Julia, 8. Juli 2006 (Foto: © Martin Bruny)

Romeo & Julia, 8. Juli 2006 (Foto: © Martin Bruny)

Romeo & Julia, 8. Juli 2006 (Foto: © Martin Bruny)

Romeo & Julia, 8. Juli 2006 (Foto: © Martin Bruny)

Romeo & Julia, 8. Juli 2006 (Foto: © Martin Bruny)

Romeo & Julia, 8. Juli 2006 (Foto: © Martin Bruny)

Romeo & Julia, 8. Juli 2006 (Foto: © Martin Bruny)

Romeo & Julia, 8. Juli 2006 (Foto: © Martin Bruny)

Romeo & Julia, 8. Juli 2006 (Foto: © Martin Bruny)

Romeo & Julia, 8. Juli 2006 (Foto: © Martin Bruny)

Weitere Fotos

Wer eine Dernière besucht, hat viel zu erzählen

Die Dernière von “Romeo & Julia” im Wiener Raimund Theater war eine lehrreiche Erfahrung, was aktuelle Verhaltensweisen im Theater anlangt. Man kann, wenn man möchte, einige Typen von Theaterbesuchern isolieren:

1) Die internen Mobilkommunizierer
Hat man das Pech, nicht zwei Plätze nebeneinander bekommen zu haben, um während des Stückes LAUT an den GANZ LEISEN Stellen der Show miteinander zu quasseln, KEIN PROBLEM, wozu gibt es Mobile Devices. Schicken wir uns doch einfach SMS, SO OFT es nur geht. Kein Problem, dass das Handydisplay vielleicht ein bißchen grellhell sein könnte. Die Leute hinter mir? Na die seh ich ja nicht, und wenn die was stört, puh. Die neben mir, jo mei. Und die vor mir sehen tatsächlich nichts. Es gibt nun einige Unterarten dieser Spezies. Beispielsweise die Klammerer. Sie halten das Handy die ganze Show über in der Hand und testen alle paar Minuten, ob nicht doch eine SMS gerade neu angekommen ist. Eine andere Spezies geht es gemächlicher an und lässt das Handy lässig am Schoß liegen, bis denn das Display zu strahlen beginnt. Eine dritte Spezies macht es ein klein wenig unauffälliger. Sie verstaut das Handy in der Handtasche und nimmt es alle paar Minuten heraus, um wichtige Botschaften zu senden beziehungsweise zu empfangen. Was wird eigentlich intern kommuniziert? Fragen Sie lieber nicht!

2) Die Gerührten
Die Gerührten sind bei einer bestimmten Stelle emotional so mitgenommen vom dargebotenen Stück, dass ihnen das Wasser buchstäblich hochsteigt und sie aufschnupfen müssen. Nichts Schlimmes daran, das passiert schon mal. Schlecht aber, wenn man von der Handlung derart fasziniert ist, dass man auf so nette Erfindungen wie das faltbare Taschentuch, wahlweise aus Stoff oder Papier, vergisst. Noch schlimmer, wenn man beispielsweise schon nach fünf Minuten so “mitgenommen” ist und dann fortwährend alle exakt 17,5 Sekunden laute Geräusche von sich gibt, die die Betroffene selbst gar nicht mitbekommt, weil sie derart fasziniert an den Lippen von Romeo, Mercutio oder einem anderen Darsteller hängt. Diese Geräusche wandern wahlweise in den linken oder rechten Gehörgang, und ich darf dem geneigten Leser im Vertrauen mitteilen: Nach 60 Minuten löst das mitunter tatsächlich nicht nur Anzeichen von Aggression aus, sondern ist auch mit körperlichen Schmerzen verbunden. Man kann das erst nachvollziehen, wenn man es erlebt hat. Natürlich könnte man der Gerührten ein Taschentuch anbieten, aber wer weiß, vielleicht würde sie dann völlig die Fassung verlieren, und wer will das schon riskieren? Probieren kann man es damit, bei jedem Aufschnupfer etwas gekünstelt zusammenzuzucken und die Verursacherin des Geräusches mal kurz zu fixieren. Ja, manchmal funktioniert das, meistens dann, wenn das angebetete Bühnengeschöpf auf der Bühne gerade den letzten Ton ausgeröchelt hat und bereits in der Kantine ein Bierchen süffelt. Meistens wartet dann die Aufschnupferin auf eine Szene, die sie nicht interessiert, vorzugsweise eine ganz leise, wunderschöne Ballade, und holt dann eine knisternde Packung Taschentücher heraus, um das gewisse Bedürfnis LAUT zu stillen.

3) Die Kreischer
Zugegeben, das kann man fast nicht mehr als Minderheit bezeichnen, aber dennoch, eine merkwürdige Gattung. Wenn man sie in der Pause beobachtet, sind sie durchschnittliche kleine junge oder auch große und alte oder wie auch immer weibliche Wesen, und, ja, auch männliche, wie man zuerst aufgrund des Kreischgeräusches gar nicht vermutet hätte. In Fankkreisen gelten jene Mitglieder der Gruppe als besonders ambitioniert, die einen Gehörsturz schon im ersten Akt auslösen können, sagt man. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin sehr für gute Stimmung im Theater, für Ausgelassenheit, aber ich würde, wenn möglich, gerne das Theater halbwegs als gesunder Mensch verlassen. Und wenn es dann noch möglich wäre, würde ich gerne die Lieder ganz hören. Wenn beispielsweise Lukas Perman “Ohne sie” im Dialekt singt, kann ich weder schrilles und glucksendes LAUTES Lachen noch Kreischen ganz nachvollziehen. Ganz allgemein bevorzuge ich persönlich Applaus, um mein Wohlgefallen zu äußern, und manchmal ein lautes “Bravo”. Durchgängiges schrilles Kreischen, nunja, ich kann schon die Musiker im Orchestergraben verstehen, die sich da die Ohren zuhalten müssen, weil sie sonst einfach nicht weitermachen könnten.

4) Die Mitdirigierer
Eine weitere Spezies sind die Mitdirigierer. Sie sind nicht etwa wie die Sanitäter für Notfälle anwesend, sollte dem Dirigent ob des Gekreisches der Kragen oder wahlweise auch das Trommelfell platzen, sie machen das, wie soll man es bezeichnen, aus Spaß an der Freud. Flink zuckt das Händchen, manchmal auch beide Händchen, und so schnell hast du nicht geschaut, werden Einsätze und neue, fantasievolle Tempi in die Luft gezeichnet, da ist Caspar Richter mit Gedanken noch ganz woanders. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mich lenkt dieses halbspastische Gehabe ETWAS ab.

5) Die lautlosen Karpfen
Wenden wir uns ganz kurz noch einer letzten Gattung zu (nicht, dass es nicht noch viel mehr davon geben würde, aber davon vielleicht ein anderes Mal mehr). Stellen Sie sich vor, sie genießen ein Musical, es wird gerade eine wunderschöne Ballade gegeben, und Sie hören den Sitznachbarn leicht glucksen. Sie gucken nach dem dritten Glucksen vorsichtig hinüber und sehen eine gerade atemberaubende Anstrengung ihres Sitznachbarn, die Ballade tonlos mitzusingen. Es ist diese Anstrengung mit einem Anspannen und Entspannen enorm vieler Gesichtsmuskel verbunden - und sieht einfach ziemlich lächerlich aus. Es hilft alles nicht, Sie müssen einfach ab diesem Zeitpunkt ab und an rübersehen, um das faszinierende Muskelspiel zu beobachten - und ein klein wenig auch deswegen, weil man ja nicht sicher sein kann, ob es nicht doch ein Anfall sein könnte, und dann würde ja der oben erwähnte Sanitäter gerade recht kommen.

Natürlich ist es nicht häufig der Fall, dass sich all die angeführten Verhaltensweisen in ein und derselben Person vereinigen, aber das Leben ist hart, und so kann es schon vorkommen, dass man neben sich einen mitdirigierenden Mobilkommunizierer hat, der Mark Seibert-Fan ist und dem, aufgrund eines fehlenden Taschentuchs oder mangelnder Gelegenheit neben SMS und Dirigentenverpflichtung, der - Pardon! - Rotz Gefahr läuft, einfach, nunja, rauszutropfen, während er in völliger Hingerissenheit “Ich bin schuldlos” mitgluckst. Manchmal ist das Leben tatsächlich hammerhart.

Ich verstehe das ja. Es ist in Zeiten wie unseren schwer, mal 67 Minuten am Stück still zu sitzen. Ich habe dafür wirklich das allergrößte Verständnis und schlage vor, Walk-around-Vorstellungen in den Spielplan zu implementieren. Für diese speziellen Aufführungen gibt es keine fixen Sitzplätze, man muss nämlich auch gar nicht sitzen. An verschiedenen Hotspots werden Erfrischungen und kleine Häppchen gereicht, im ersten Rang ist Rauchen erlaubt, im 2. “Mensch ärgere dich nicht” und ausgewählte Rollenspiele. Die Darsteller bekommen für diese ganz speziellen Abende nur die halbe Gage, weil das Publikum sowieso zu 50 Prozent mit sich selbst, seinen Kommunikations- und sonstigen Bedürfnissen beschäftigt ist.

Nun wie auch immer, die Dernière von “Romeo & Julia” war dennoch wunderschön und ich bin schon gespannt, wer beim nächsten Mal neben mir sitzen wird.

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