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Archiv - September, 2006

Francesca Zambello: Von “Rebecca” zur kleinen Meerjungfrau

Am 28. September 2006 geht in Wien die Uraufführung von Sylvester Levays & Michael Kunzes Musical “Rebecca” über die Bühne. Für die Regie verantwortlich: Francesca Zambello.
Auch eines der nächsten Projekte der vielbeschäftigten Regisseurin nimmt nun Form an: “The Little Mermaid” aus dem Hause Disney. Wieder mal eine Adaption eines Zeichentrickfilms für die Musicalbühne. Die Filmvorlage stammt aus dem Jahr 1989, die Bühnenversion wird im Juni 2007 am “Denver Center for the Performing Arts” starten.
Für die Choreographie der Show wurde Stephen Mear angeheuert, weiters wurden verpflichtet: George Tsypin (Scenic Design), Tatiana Noginova (Costume Design) und Natasha Katz (Lighting Design). Das Buch zur Show stammt von Doug Wright, die Songs steuern Alan Menken, Glen Slater und Howard Ashman bei.
Nach den Try-outs in Denver geht’s natürlich an den Great White Way, und so wird Francesca Zambello mit einem Disney-Musical ihr Broadway-Debüt geben. Disneys Theatrical Productions President Thomas Schumacher ist jedenfalls schwer begeistert von Zambello, seit er 1996 an der Oper von San Francisco ihre Inszenierung von Borodins “Fürst Igor” gesehen hat, eine Produktion, in der seine langjährige Freundin, die Opernsängerin Lauren Flanigan, engagiert war.
Alan Menken hat für die Bühnenversion der Meerjungfrau jede Menge neuer Titel komponiert, zusätzlich zu jenen fünf, die in der Zeichentrickversion zu hören waren. Die Original-Filmsongs werden gänzlich neu bearbeitet, ausgebaut. Die Texte von Howard Ashman (1951-1991) überarbeitet Glen Slater.
Derzeit aus dem Hause Disney am Broadway zu sehen: “Beauty and the Beast”, “The Lion King” und “Tarzan”. “Mary Poppins”, eine Koprodukion von Disney mit Cameron Mackintosh, feiert am 16. November 2006 seine Broadway-Premiere. Mit “The Little Mermaid” rückt der Broadway dann im nächsten Jahr ein Stück näher an das Horrorszenario der “klassischen Musicalfans”: Mit fünf Shows am Great White Way ist Disney drauf und dran, sich den Traum vom eigenen Themepark in New York zu erfüllen: Broadwayland.

Start in die neue Simpl-Saison “Zwischen allen Stühlen” - KRAWUTZI KAPUTZI

Simpl 2006 - Zwischen allen Stühlen  (Foto: Simpl)
Zwischen allen Stühlen

Das Wiener Kabarett Simpl hat sich in den letzten Jahren mit seinen Produktionen zum interessanten Theatertummelplatz für Auch-Musicaldarsteller entwickelt. Am 7. September startet das Simpl mit der kabarettistischen Revue “Zwischen allen Stühlen” in die neue Saison. In der von Michael Niavarani und Albert Schmidleitner geschriebenen Revue sind auf der Bühne und im Kreativteam viele bekannte Namen zu finden.

Darsteller:
Sigrid Hauser, Angelika Niedetzky, Alexandra Schmid, Markus Mitterhuber, Bernhard Murg, Thomas Smolej, Herbert Steinböck und Thomas M. Strobl. Conference: Herbert Steinböck

Kreativteam:
Musikalische Leitung: Christian Frank
Choreografie: Cedric Lee Bradley
Bühnenbild: Markus Windberger und Petra Fibich
Kostüme: Gaby Rajtora
Regie: Dolores Schmidinger

“Zwischen allen Stühlen” ist ein Programm über falsche Wahlentscheidungen, verhaute Pisatests, 13 mal verheiratete Jungfrauen, über Ewiggestrige und immer Fortschrittliche, über 6 falsche Lottozahlen mit richtiger Zusatzzahl, über mieses Wetter am Traumstrand und andere Höhepunkte, denn es gibt nichts Richtiges im falschen Leben und nichts Falsches im richtigen Leben.

Simpl 2006 - Krawutzi Kaputzi  (Foto: Simpl)
Krawutzi Kaputzi - Strengstes Jugendverbot

Ab 16. Oktober im Simpl zu sehen: Krawutzi Kaputzi - Strengstes Jugendverbot, ein Sozialdrama mit: Pezi, Minki, Großvati, Helmi, Drache Dagobert, Mimi, Habakuk, Kasperl, Tintifax, Zwerg Bumsti und vielen anderen Helden aus unserer Kindheit.

Eines Nachts schweißgebadet aus einem Alptraum erwacht: Was ist aus den Helden meiner Kindheit geworden? Was aus Pezi, dem Bären? Dem Großvati? Der Minki? Was ist aus Fips geworden und was aus Helmi? Wo ist der Drache Dagobert und wo der Kasperl höchstpersönlich? Hat Fortuna es gut gemeint mit ihnen? - Krawutzi Kaputzi!!
Einfach war es nicht, aber nach langen Recherchen ist es gelungen, sie alle aufzuspüren und zu einem einmaligen und sensationellen Bühnenauftritt im Kabarett Simpl zu bewegen. Manch einer hat sich geziert, andere haben nur auf die Gelegenheit gewartet.
Soviel sei verraten: Pezi hat sein Boku-Studium noch immer nicht abgeschlossen, umso mehr kennt er sich aus bei den Frauen. Großvati hat zwei Schlaganfälle hinter sich, und da er erst mit 60 begonnen hat für seine Pensionsversicherung einzuzahlen, steht er noch immer in seinem Geschäft. Minki, die graue Maus, ist die fescheste Katz von Meidling. Fips ist beruflich erfolgreich und schwul, aber niemand in seiner Umgebung weiß von dem einen noch von dem anderen.

Darsteller:
Susanne Altschul, Claudia Rohnefeld, Sigrid Spörk, Roman Frankl, Otto Jaus, Ronald Seboth und Roman Straka.

Kreativteam:
Puppenbau: Erika Reimer
Puppentraining: Bodo Schulte
Bühnenbild und Puppenentwurf: Markus Windberger und Petra Fibich
Musikalische Leitung: Erwin Bader
Buch und Musik: Johannes Glück
Regie: Werner Sobotka

“Will & Grace”-Darling Megan Mullally plant Musical

Ihre TV-Sitcom “Will & Grace” mag zwar abgesetzt worden sein, aber so ganz trennen möchte sich Megan Mullally alias Karen Walker nicht von dieser Show. Letzten Sonntag hat die Schauspielerin einen Emmy für ihre Darstellung der Martini schlürfenden Sekretärin Karen Walker bekommen, und schon ist sie voller phantatsischer Pläne. Eine Broadway-Show möchte sie schreiben, basierend auf “Will & Grace”: “Karen: The Musical”. Mullaly: “I think it’s hilarious. It’s so, like, wrong. You’re never supposed to keep (your old character) going. But, see, that’s what makes me want to keep doing it.”

Horrorszenario des Tages: Holenders “West Side Story”-Idee

Eine neue Tageszeitung ist in Österreich an den Start gegangen, “ÖSTERREICH!”, so der sinnige Name, herausgegeben von Wolfgang Fellner, der mit mehr als einem Dutzend Zeitungsgründungen seit Jahrzehnten erfolgreich im Business ist. Wie es halt so üblich ist, braucht eine neue Zeitung vor allem am Beginn schön täglich eine knackige Schlagzeile. Im Fall von “ÖSTERREICH” lautet die Schlagzeile des zweiten Erscheinungstages: “Oper plant Coup: Netrebko in Musical”. Wiens Staatsopern-Direktor Ioan Holender würde gerne, so “ÖSTERREICH”, für seine letzte Spielzeit Anna Netrebko und Rolando Villazon als Stars einer Produktion des Musicals “West Side Story” gewinnen.
Selten so gelacht, Herr Holender. Uns ist allen noch die unglückselige Einspielung dieses Musicals mit José Carreras & Kiri Te Kanawa in Erinnerung, wo der Wohlklang der Stimmen an der Glaubwürdigkeit derselben zerbrach. Gerne wird über die “West Side Story” gesagt, sie sei ja “eigentlich” eine “amerikanische Oper”, ich sehe das nicht so. Ich würde gerne Musicalstimmen hören, wenn ich eine Produktion der “West Side Story” besuche, und ich würde gerne Darsteller sehen, die auch altersmäßig noch halbwegs mit den Rollenvorgaben im Einklang sind.
Nun, Herr Holender hat, wie jüngst, als er über die Vereinigten Bühnen Wien philosophierte und meinte “die Soße aus Musical und Oper funktioniere nicht”, wieder mal ein paar Leute amüsiert, das ist ja auch etwas. Vielleicht gibt es nach seiner Karriere als Operndirektor ein neues künstlerisches Zuhause für ihn im Simpl.

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