Archiv - März, 2009
Martin Bruny am Montag, den
9. März 2009 um 10:59 · gespeichert in Event-Tipps
| 1. April 2009 |
| 19:00 | bis | 22:00 |
Theater Akzent: Women of The Year - Abschlussshow der Performing Arts Studios Vienna
01.04.2009 19:00
Der Abschlussjahrgang der Musicalausbildung PERFORMING ARTS STUDIOS VIENNA präsentiert am 1. und 2. April 2009 im Theater Akzent das Ergebnis seiner dreijährigen Ausbildungszeit. Die 9 Absolventen werden auf ihrem Streifzug durch verschiedenste Musicals vom 2. und 1. Jahrgang unterstützt.
Kartenbestellung: Theater Akzent, Tageskassa, geöffnet Mo-Fr 13.00-18.00 Uhr und Sa 14.00-18.00 Uhr Tel +431/50165-3306, www.akzent.at
Martin Bruny am Montag, den
9. März 2009 um 10:54 · gespeichert in Event-Tipps
| 17. April 2009 |
| 19:30 | bis | 21:30 |
Theater 82er Haus: The Oscar goes to … Songs aus Hollywood-Hits
Dagmar Bernhard und Katharina Dorian präsentieren gemeinsam mit Markus Richter die schönsten Songs aus bekannten Hollywood-Hits.
Eine Produktion der New Stage Company
Cast
Dagmar Bernhard
Katharina Dorian
Markus Richter
Jürgen Tauber und Band
Aufführungstermine
Fr. 17.04.09 19.30 Uhr PREMIERE
Sa. 18.04.09 19.30 Uhr ABO
So. 19.04.09 18.00 Uhr
So. 26.04.09 18.00 Uhr
Sa. 02.05.09 19.30 Uhr
Martin Bruny am Montag, den
9. März 2009 um 10:49 · gespeichert in Event-Tipps
| 15. April 2009 |
| 20:00 | bis | 23:00 |
Wiener Metropol: Charleys Tante, eine Musical Comedy
Mi. 15.04. – Premiere, 20.00 Uhr
Von Peter Hofbauer und Viktoria Schubert (frei nach Brandon Thomas)
Der legendäre Schwank erscheint erstmals im Gewand einer modernen musikalischen Komödie. Ort der Handlung ist die altehrwürdige Universität Oxford. Die Zeit der turbulenten Tanten-Travestie wurde aber um rund 60 Jahre verlegt: Und zwar ins Jahr 1969. Der Clou der Neufassung von »Charley’s Tante« ist also der reizvolle Aufeinanderprall einer elitären Hochburg alterwürdiger englischer Traditionen mit der sexuellen Revolution der End-60er.
Inhalt
Charley’s Tante soll nach Oxford kommen und helfen, den starsinnigen Onkel von Betty und Betsy zu überreden. Schließlich wollen die beiden Nichten in ein Sommercamp fahren und dort gemeinsam
mit ihren Freunden Jack und Charley in die faszinierende Welt der neuen Jugendkultur eintauchen. Aber weil die echte Tante (Eva Maria Marold) auf sich warten lässt, muss Freund Babberley (Stefano Bernadin) in ihre Rolle schlüpfen.
Cast
Stefano Bernardin, Aris Sas, Martin Bermoser, Eva Klikovics, Sonja Schatz, Karin Lischka, Alexander Jagsch, Christian Deix, Ronald Kuste , Renà© Velaquez und Eva Maria Marold
Leading Team
Musik: Tato Gomez & Sascha Peres,
Die Autoren: Peter Hofbauer & Vicki Schubert
Regie: Vicki Schubert
Bühne: Stephan Koch
Licht: Sabine Wiesenbauer
Kostüme: Inge Stolterfoth
Choreographie: Sabine Bartosch
Kat 1: € 36, - nummeriert / Cercle & Rang (ABO in dieser Kategorie nicht gültig)
Kat 2: € 29, - nummeriert / Seitenränge & teilweise Parkett
Kat 3: € 21, - freie Platzwahl / Parkett
Do. 23.04. – Sa. 25.04., Di. 28.04. – Sa. 02.05.,
Di., 05.05. – Sa. 09.05., Di. 12.05. – Do. 14.05.,
Sa. 16.05., Mo. 18.05. – Mi. 20.05., Di. 26.05. – Sa. 30.05. 2009
Beginn jeweils 20:00 Uhr
Martin Bruny am Montag, den
9. März 2009 um 10:39 · gespeichert in Event-Tipps
| 20. April 2009 |
| 20:00 | bis | 22:00 |
Gloria Theater, 20. April 2009, 20.00 Uhr: A Touch of Musical
Sonja Schatz, Tina Schöltzke, Richard Redl und Stefan Trdy präsentieren Melodien aus altbekannten und neuen Musicals. Auszüge aus “Cats”, “Jesus Christ Superstar”, “Hair”, “Grease” sowie “Tanz der Vampire”, “Elisabeth”, “Rent”, “We will Rock you”, “Mamma Mia!” und “Wicked” werden von den 4 Darstellern interpretiert.
Martin Bruny am Sonntag, den
8. März 2009 um 17:45 · gespeichert in Wien

Am 21. März 2009 geht im Wiener Ronacher die Premiere des Rockmusicals “Frühlings Erwachen” über die Bühne. Auf eben dieser Bühne werden nicht nur Darsteller und Band Platz finden, sondern auch eine kleine Schar von Zuschauern, die spezielle Bühnentickets erstanden haben. Wer ein solches Ticket im Vorverkauf erwirbt, kann das Geschehen entweder auf der linken oder rechten Bühnenseite hatnah verfolgen und bekommt, quasi zur Einstimmung, ein Blatt mit Verhaltensmaßregeln, das sich wie folgt liest:
Vielen Dank, dass Sie die Bühnenplätze von FRÜHLINGS ERWACHEN im Ronacher gebucht haben. Diese Plätze eröffnen eine einmalige und spannende Sicht auf eine Aufführung, deren Handlung tatsächlich rund um Sie herum stattfindet. Um Ihre eigene Sicherheit und die der Darsteller zu gewährleisten, bitten wir Sie, folgende Regeln einzuhalten:
Zuspätkommen: Als Bühnenzuschauer müssen Sie unbedingt rechtzeitig im Theater eintreffen, damit Sie in Ruhe zu den Plätzen geführt werden können, bevor die Vorstellung beginnt. Sollten Sie nicht rechtzeitig vor Vorstellungsbeginn Ihre Plätze einnehmen können, kann es sein, dass wir Sie bitten müssen, bis zur Pause im hinteren Bereich des Zuschauerraumes zu stehen.
Persönliche Gegenstände: Da einige Szenen auch im Zuschauerbereich stattfinden, muss das Saalpersonal dafür Sorge tragen, dass Ihre persönlichen Dinge verwahrt werden. Alle Mäntel, Überjacken, Taschen und Rucksäcke oder ähnliche Gegenstände müssen vor der Vorstellung an der Garderobe abgegeben werden, um sowohl die freien Plätze, als auch die Durchgänge frei zu halten. Bitte achten Sie darauf, am Abend des Vorstellungsbesuchs so wenig wie möglich mit sich zu führen.
Kleidung: Bitte verzichten Sie auf allzu helle, farbenfrohe oder auffällige Bekleidung, die die anderen BesucherInnen bzw. die DarstellerInnen ablenken könnte. Mit Rücksicht auf die DarstellerInnen verzichten Sie bitte auch auf stark duftende Parfüms oder Lotions.
Programmheft: Aus künstlerischen Gründen können Sie das Programmheft erst nach Ende der Vorstellung erwerben.
Pause und Erfrischungen: Die Vorstellung hat eine Pause. Bitte richten Sie es so ein, dass Sie nur in dieser Zeit die Toilette aufsuchen bzw. Erfrischungen zu sich nehmen. Essen und Getränke dürfen keinesfalls auf die Bühnenplätze mitgenommen werden.
Sichtverhältnisse: Die Sitzplätze auf der Bühne eröffnen Ihnen eine außergewöhnliche Sicht von der Seite und manchmal auch von hinten auf die Szene, beachten Sie dabei aber bitte, dass Sie dafür manches nicht so sehen, wie es die ZuseherInnen vom Saal aus sehen.
Beachten Sie bitte, dass sich die Theaterleitung das Recht vorbehalten muss, einzelne BesucherInnen während der Vorstellung aufzufordern, die Bühnenplätze zu verlassen und einen anderen Platz einzunehmen.
Interessant dabei ist wohl vor allem die Passage “Pause und Erfrischungen”, beschreibt sie doch geradezu idealtypisch den Alltag in den Theatern der Vereinigten Bühnen Wien. Ich will jetzt nicht sagen, dass es vor allem Bustouristen sind, die beispielsweise bei gehauchten Balladen ihre Römerquelle rausholen und mit einem TSSSCHHHHHHHHHHHHHHHHHH öffnen oder dass nur Bustouristen ihre Schoki schmatzen, wenn sich Rudolf und Mary küssen, aber man macht ja seine Erfahrungen. Ist es eigentlich schwer, 75 Minuten (1. Akt Rudolf) oder 73 Minuten (2. Akt Rudolf) nichts zu essen und nichts zu trinken und nicht zwei Mal auf die Toilette, natürlich nicht allein, zu laufen (und natürlich die Tür zuzuknallen)? Ich vermisse die Verhaltensmaßregeln für die ganz normalen Plätze im Theater, manchmal, aber immer öfter.
Martin Bruny am Sonntag, den
8. März 2009 um 14:12 · gespeichert in Rezensionen, Bücher, 2009
Am Schnitt-/Berührungspunkt von Operette und Musical balanciert die Buchneuerscheinung »150 Jahre Operette in Leipzig«, herausgegeben von den Freunden und Förderern der Musikalischen Komödie Leipzig e. V. Das Gesamtkonzept für den Band und die Realisierung besorgte Leonhard Czernetzki, den Text verfasste Doris Fischer.
Leonhard Czernetzki war von 1960 bis 2001 erster Konzertmeister des Orchesters der Musikalischen Komödie/Oper in Leipzig, 1972 wurde er zum Kammervirtuosen ernannt. Er ist der Gründer und Leiter des Kammerorchesters der Leipziger Theater. Doris Fischer arbeitet als Regieassistentin, Dramaturgin, Ausstellungs- und Veranstaltungsorganisatorin, Autorin und selbstständige Musiklehrerin.
Einerseits ist »150 Jahre Operette in Leipzig« ein Bildband mit einer wahren Fülle an Abbildungen: Ölbilder, Graphitstiftskizzen, Stiche, Photos beipielsweise der Theater von innen und außen im Laufe der Jahrzehnte, Karikaturen, Zeitschriftenausschnitte, Auschnitte aus Programmheften, Autographen, Plakate, Kostümentwürfe – ein Schatz an Originaldokumenten, die Geschichte des Musiktheaters in Leipzig illustrierend und dokumentierend. So werden wohl die meisten einfach mal die 176 Seiten des Buches zuerst rein bildmäßig durchzugehen, beginnend beispielsweise bei einem Foto des »Comödienhauses«, das nach dem klassizistischen Umbau 1816/17 als »Stadt-Theater« bezeichnet wurde und ab 1868 in »Altes Theater« umbenannt wurde. Beschließen könnte man dann eine solche Bildreise mit einem Szenenfoto aus der Broadway-Revue »Show Biz« von Kay Link mit Andreas Rainer oder einem Szenenfoto aus Jerry Bocks »Der Fiedler auf dem Dach« (»Anatevka«). Atmosphärische Bilder, reproduziert in ausgezeichneter Qualität.
Textmäßig bietet das Buch einen Abriss der Aufführungsgeschichte an den Musikheatern Leipzigs, ohne sich jetzt, salopp formuliert, allzu sehr in Details zu verstricken. Der Text ist leicht lesbar (die Schriftgröße ist geradezu monumental), manchmal ist diese selbstauferlegte Detaillosigkeit freilich ein wenig schade. Die eine oder andere Anekdote wäre interessant gewesen. Was ein bisschen fehlt, sind Schnurren aus dem Theateralltag – die kleinen Krimis, die sich beim Erarbeiten von Aufführungen abspielen. Stoff dafür hätte es sicher genug gegeben, sind doch viele Stars der Zeit in Leipzig aufgetreten, wie Johannes Heesters oder Paul Hörbiger.
Ausführlicher textmäßig behandelt wird die Situation des Kulturlebens in Leipzig während des Zweiten Weltriegs, nach den Bombardements und der Zerstörung der Leipziger Theater. Die Bemühungen, das Theaterleben wieder in Gang zu bringen, die Operette in Leipzig wiederzubeleben, dieser Teil der Geschichte ist exzellent herausgearbeitet. Danach, im Kapitel »Operette und Musical im Haus Dreilinden, ab 1960 Kleines Haus, seit 1968 Musikalische Komödie«, driftet das Werk wieder leicht in Richtung Bilderbuch ab.
Das Musicalgenre spielt sich in Leipzig vor allem im Haus Dreilinden ab, dem einzigen Theater, das während des Zweiten Weltkriegs nicht bombardiert wurde. Im bis zu 1500 Sitzplätze bietenden Varietà©theater, etwas abseits der Stadt gelegen und nach der Zerstörung aller anderen Theater kurzerhand zur Behelfsstätte für Oper und Konzert umfunktioniert, konnte schon 1944 mit Carl Maria von Webers »Der Freischütz« ein neues Bespielungskonzept umgesetzt werden.
1960 nahm das neu errichtete Opernhaus am Augustusplatz (Karl-Marx-Platz) den Spielbetrieb auf. Das Haus Dreilinden wurde in »Kleines Haus« umbenannt (hatte allerdings damals 1193 Sitzplätze). Lag der Schwerpunkt hier zuerst bei der Aufführung von Opern, verlagerte sich das in späterer Zeit hin zu Operetten und musikalischen Lustspielen. 1968 erfolgte die Umbenennung in »Musikalische Komödie«. In eben diesem Theater sollte sich neben der Operette das Musical etablieren.
1965 fand mit Cole Porters »Kiss me, Kate« die erste Aufführung eines amerikanischen Musicals in Leipzig statt. Es folgten erfolgreiche Produktionen von »My Fair Lady«, »Der Mann von La Mancha« und »Cabaret«. Mit »Karambolage«, »Man liest kein fremdes Tagebuch«, zwei Musicals von Conny Odd, etablierte sich in der DDR eine eigene Musicaltradition, in Odds Fall den realsozialistischen Alltag thematisierend, oder aber das reiche Spektrum historischer Stoffe verwendend, wie im Falle von »Das Dekameronical« vom bekanntesten Musical-Komponisten der DDR, Gerd Natschinski.
In den 90er Jahren kam unter anderem »Der Kleine Horrorladen« im Kellertheater des Opernhauses zur Aufführung, während die Musikalische Komödie generalsaniert wurde. Am 20. Mai 1993 feierte in der frisch renovierten Musikalischen Komödie »La Cage Aux Folles« seine Premiere. Überhaupt waren die 90er Jahre ein erfolgreiches Jahrzehnt für das Musical. Klaus Winters Inszenierung von »My Fair Lady« (1988) brachte es im Laufe der Jahre auf über 200 Vorstellungen, »Der Fiedler auf dem Dach/Anatevka« (1991), »Sorbas« (1993), »Der Kleine Horrorladen«, »Linie 1«, »Der Zauberer von Oss«, und »West Side Story« – durchwegs Publikumserfolge. 1998 ging die Uraufführung von Tobias Künzels Musical »Elixier« über die Bühne, und auch »Evita«, »Jesus Christ Superstar« und »The Rocky Horror Show« wurden Erfolge.
Was die jüngere Vergangenheit der Operette und des Musicals betrifft, die letzten zehn, fünfzehn Jahre, so findet man im besprochenen Buch nur mehr grobe Angaben. Was definitiv fehlt, ist eine tabellarische Zusammenstellung aller aufgeführten Stücke, optimalerweise mit Premierendatum und mindestens der Anzahl der Aufführungen. Das alles hätte man recherchieren müssen – und wenn wir ganz ehrlich sind: Wenn schon Musical und Operette einen bedeutenden Stand haben in der Tradition des Musiktheaters von Leipzig, dann hätte man das auch im Titel des Buches signalisieren müssen und so vielleicht noch mehr interessierte Käufer erreichen können.
Fazit: hervorragend produziert, wunderbare Fotos aus den Archiven, sehr zu empfehlen.
Leonhard Czernetzki; Doris Fischer: »150 Jahre Operette in Leipzig«. Edition Leipzig in der Seeman Henschel GmbH & Co KG, Leipzig 2009, 176 S.; (Hardcover) ISBN 978 3 361 00649 2. EUR 25,00 www.edition-leipzig.de
Martin Bruny am Sonntag, den
8. März 2009 um 14:07 · gespeichert in Rezensionen, Bücher, 2009
»20 Jahre Folkwang Musical« – als Buchtitel klingt das zuerst einmal nicht besonders spektakulär. Und mit Begriffen wie »spektakulär« ist dieses Printprodukt, eine Idee des Studiengangs Musical der Folkwang Hochschule, die gemeinsam mit Prof. Patricia Martin und Prof. Gil Mehmert entwickelt wurde, auch nicht bewertbar – aber es ist ein wichtiges Buch für den Ausbildungssektor des Musiktheaters. Nicht etwa, weil hier geheime Erkenntnisse der Lehre preisgegeben werden, sondern weil Bücher wie dieses essentielle Marketingtools jeder Ausbildungsstätte sein sollten – und es doch so selten sind.
Irgendwann, etwa nach 20 Jahren, nach zehn Jahren, alle fünf Jahre oder aber permanent stets aktuell und umfassend online, sollte jede Schule auf diesem Gebiet darangehen, das eigene Standing möglichst öffentlichkeitswirksam darzustellen, die eigene Position schriftlich festzuhalten und beispielsweise über alle jene Produktionen Auskunft zu geben, die man gemeinsam mit den Studenten erarbeitet hat. Mit allen Studenten – auch mit jenen, die nicht die große Karriere machen, mit denen man sich als Schule nicht imagemäßig schmücken kann. Ein Buchprojekt wie das der Folkwang Hochschule holt die Studenten etwas aus dem verschulten halbanonymen Puppenstadium heraus, in dem sich doch einige von ihnen befinden, während sie studieren (und in dem so manch einer auch danach noch eine Zeit verharrt). Sucht man auf den offiziellen Websites der Musicalschulen nach Informationen über die Studenten, findet man oft erstaunlich wenig. Ab und an ergreifen die jungen Künstler selbst die Initiative und coden eigene Sites – dann allerdings kommt es gar nicht mehr so selten vor, dass diese Bemühungen von den Schulen nicht so gerne gesehen werden. Sinnvolle Begründungen dafür gibt es nicht.
Das hier besprochene Buch ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ein weiterer wäre vollbracht, wenn Marketingexperten der Musicalschulen jedem einzelnen Studenten ein Plätzchen im Web zur Verfügung stellten, inklusive einer Mindestausstattung wie einem Blog und einer kleinen Einschulung, was man zu tun hat, um die Website mit Inhalt zu befüllen (oder befüllen zu lassen). Selbstvermarktung ist alles, und das Netz ist dabei heute nicht mehr wegzudenken. Die Realität sieht freilich anders aus. Sucht man auf den offiziellen Websites der Schulen unter dem Stichwort »Absolventen«, kommt man an abstruseste Angaben. Auf einmal tauchen mitten im Web Excel-Sheets zum Download auf, die nichts weiter als die Namen der Absolventen und Angaben zum Abschlussjahr enthalten. Wieder andere Lehranstalten versuchen sich mit Bilderrätseln, indem sie auf einer Site acht Passbilder und irgendwo anders die dazugehörigen Namen posten. Die seit rund 85 Jahren bestehende Folkwang Hochschule geht hier einen eigenen, guten Weg.
1989 richteten die Verantwortlichen der Folkwang den »Studiengang Musical« ein, und bereits im ersten Jahr traten die Studenten gemeinsam mit Gästen vom Broadway mit einem selbst erarbeiteten Programm an die Öffentlichkeit: »Broadway meets Musical«. Seit 1989 bietet diese Ausbildungsstätte Jahr für Jahr interessante Shows, beispielsweise »Jaques Brel Is Alive And Well And Living In Paris« (1993), »Company« (1994), »On The Town« (1995), »Into The Woods« (1998) mit Ramesh Nair als »Aschenputtels Prinz« und Cornelia Drese als »Hexe«, »The Apple Tree« (2000) mit Thomas Klotz als »Der Produzent« und Thomas Schweins als »Flip«, »Girl Crazy« (2002) mit Stefan Strara als »Danny« und Serkan Kaya als »Sam«, »Merrily We Roll Along« (2003), »How To Succeed In Business Without Really Trying« (2004), »The Wild Party« (2005), »Bat Boy« (2006), »Pinkelstadt« (»2007), »Rent« (2008) und »Into the Woods« (2009) mit Gaststar Guildo Horn als »Erzähler«.
Im Folkwang-Buch berichten am Institut Lehrende des Fachbereichs Musical über mitunter recht Amüsantes aus der Praxis, beispielsweise Bernd Paffrath (seit 2001 Lehrbeauftragter für Stepptanz): »Und es sollte eine Ausnahme bleiben, dass eine ehemalige Studentin in großer Panik eine sms (in Großbuchstaben) mit der Frage versandte: »SCHNELL. BIN AUF EINER AUDITION FÜR Anything Goes. WAS IST NOCHMAL EIN WING??? BRAUCHE EINE SCHNELLE ANTWORT.« Ich gebe zu, dass meine Antwort etwas gemein, aber der Situation durchaus angemessen ausfiel: »Ein Wing ist eine asiatische Hülsenfrucht!« Leider habe ich vergessen, ob die betreffende Person den Job doch noch bekommen hat.« Ein Thema, das in fast allen Artikeln vorkommt: die triple threats, die Alleskönner, oder anders formuliert: die drei Säulen der Ausbildung: Tanz, Gesang und Schauspiel – das, was Musicaldarsteller auszeichnet. Doch wie sehen Studenten diese Mehrfachbegabung – Segen oder Fluch? Matthias Davids, Gastregisseur an der Folkwang: »Abends nach der Probe in der nahe gelegenen Pizzeria. Meine jungen Darsteller diskutieren heftig, wie sie die zwei Versionen ihrer Bewerbungsunterlagen gestalten sollen. Ich bin irritiert – zwei? »Ja, die eine fürs Musical, die andere fürs Schauspiel«, lautet die lakonische Antwort. Bei einem Schauspielensemble empfehle es sich, die Ausrichtung des Studiums auf das Musicalgenre zu verschweigen, ansonsten verbaue man sich von Anfang an die Chance auf ein Engagement. Ich bin sprachlos. »Und was sagen eure Dozenten dazu?«, frage ich ungläubig und ernte mitleidige Blicke. »Es fängt doch hier an der Hochschule schon an.« »So mancher Schauspielschüler straft und Musicalleute bloß mit Verachtung.« »Wir gelten als die, die alles etwas, aber nichts richtig können.«« Viel hat sich verändert, und vieles so gar nicht. In recht freier Definition auch die besondere Qualität der Folkwang-Studenten. Derek Williams (Professor für Jazzdance und Choreographie) sieht den Schwerpunkt jener Absolventen, die einen Job finden, im Tänzerischen; Simone Linhof, Associate Producer bei Stage Entertainment, ortet den Ruf der Folkwang-Absolventen im Bereich der »Allrounder, Alleskönner, ohne spezielle Schwerpunktsetzung«.
Sehr klug hat die Redaktion (Dr. Wolfgang Jansen, Kommunikation & Medien, Folkwang Hochschule, Maike-Ilke Groß und Wiebke Busch) Unterhaltsames, Persönliches und Informatives gestreut, die Photos sind durchwegs erstklassig und das Design des Buchs (Henning Schlegel) ist modern-pfiffig.
Fazit: Vorbildlich und höchst nachahmenswert.
Folkwang Hochschule (Hrsg.): »20 Jahre Folkwang Musical«. Folkwang Hochschule, Essen 2009. 180 Seiten. EUR 10,–. Zu bestellen über den Online-Shop der Folkwang Hochschule: www.folkwang-hochschule.de/
Martin Bruny am Samstag, den
7. März 2009 um 09:57 · gespeichert in Musical
Vom 24. Februar bis 14. März 2010 macht jene “Elisabeth”-Produktion, die 2009/2010 in München, Frankfurt und Bremen aufgeführt wird, auch in Bregenz Station. Vermarktet wird diese Österreich-Abteilung der Tourneeversion des Musicals von Sylvester Levay und Michael Kunze vom Tourneeveranstalter showfactory.at, der unter anderem auch “Lord of the Dance”, “Die Schlagernacht des Jahres”, “Weihnachten mit den Paldauern” oder die “Kastelruther Spatzen” durch die Lande schickt.
Zum Behufe der Promotion wurde eine Website eingerichtet, die baldmal mit mehr Inhalten gefüllt werden wird –> hier
Martin Bruny am Donnerstag, den
5. März 2009 um 23:16 · gespeichert in Broadway, Wien, Tonträger
In Wien erlebte Komponist Frank Wildhorn ein paar Stunden lang, was es heißt, hier Musicals zu produzieren. Solange man nicht tot ist oder die Show 40 Jahre am Buckel hat, oder am besten: 3 Trillionen Tonys abgestaubt hat: no way. Aber, die Welt dreht sich weiter, und nur weil ein paar Dumpfnasen Melodien gar nicht erst erkennen, heißt das ja gar nichts. Im Musicalbusiness hat sich noch nie alles um Wien gedreht, und das wird Gott sei Dank auch so bleiben. Nächste Station: St. Gallen (”Der Graf von Monte Christo”) und danach … wieder einmal der Broadway?
Zwar lieben ihn die Broadway-Kritiker auch nicht heiß, das heißt aber noch lange nicht, dass Wildhorn nicht wieder mal in New York durchstarten könnte. Beispielsweise mit “Wonderland: Alice’s New Musical Adventure”, einer Show, die am 5. Dezember 2009 (Previews ab 24. November) in Tampa, Florida, Premiere feiern und bis zum 3. Januar 2010 am Spielplan des Tampa Bay Performing Arts Center stehen wird.
Glaubt man Zeitungsberichten, will Wildhorn danach mit “Wonderland” an den Broadway. Die Songtexte hat, wie bei “Rudolf - Affaire Mayerling”, Jack Murphy beigesteuert, das Buch stammt von Phoebe Hwang. Regie führt Gregory Boyd, der Künstlerische Leiter des Alley Theatre in Houston, der mit Wildhorn an Projekten wie “Jekyll & Hyde” und “The Civil War” gearbeitet hat.
“Wonderland” ist eine moderne Adaption des bekannten Romans von Lewis Carroll und spielt im Manhattan der Gegenwart sowie in Wonderland. Erzählt wird die Geschichte der Autorin Alice Cornwinkle, die mit zwei Problemen fertigwerden muss: ihrer ins Stocken geratenen Karriere und ihrer Tochter.
Wie das im Musicalland Amerika fast immer der Fall ist, gibt es zu “Wonderland” bereits jetzt eine wunderschöne Website, und zwar –> hier Auf der Website gibt es selbstverständlich auch Musikfiles, wer sich also einen ersten Eindruck verschaffen will: auf nach Wonderland.
Aber zurück nach Wien, wo es neben dumpfbackigen Kritikern auch eine Plattenfirma gibt, die gemeinsam mit Frank Wildhorn im vergangenen Jahr das Label MWB (Music Without Borders) gegründet hat. Der Name der Plattenfirma: MG Sound/Hitsquad, bekannt unter anderem als derzeitige Haus- und Hofproduzenten der Vereinigten Bühnen Wien. Sie werden nicht nur die Cast-CD von “Rudolf - Affäre Mayerling” in wenigen Wochen veröffentlichen, sondern auch ein Concept Album von “Wonderland” produzieren und weltweit vertreiben. Geplanter Erscheinungstermin in den Vereinigten Staaten: Sommer 2009. Weltweiter Erscheinungstermin: Herbst/Winter 2009.
Martin Bruny am Donnerstag, den
5. März 2009 um 20:35 · gespeichert in Event-Tipps
| 5. Juni 2009 |
| 20:00 | bis | 22:00 |
Uwe Kröger & Friends: “Best of Musical”
Schlossplatz Laxenburg, Freitag, 5.6.2009
Mitwirkende:
Uwe Kröger, Maya Hakvoort, Marika Lichter, Jesper Tydà©n und das “Broadway Sound Orchester”
Ein Streifzug durch die Highlights beliebter Musicals (Elisabeth, Mozart, Rebecca, Chicago, Cabaret, u. v. m.)
OPEN-AIR-KONZERT
Tickets –> hier
« zurueck ·
vor »