Martin Bruny am Sonntag, den
19. August 2012 um 21:48 · gespeichert in Musical, Wien
Der Sonntag, der 19. August 2012, war recht interessant, was die »neue Version« des Musicals »Elisabeth« betrifft, deren Premiere am 5. September 2012 im Raimund Theater vor ausschließlich geladenen Gästen stattfinden wird.
Bis heute musste man davon ausgehen, dass, wie Koen Schoots es in einem Interview mit der »musicalzentrale« skizzierte, mehr oder weniger die Version von 1992 gegeben wird, mit einer Änderung: der Prolog der Fassung von 1992 wird wiederhergestellt, inklusive der Solosätze von Sophie, Ludovika, Franz Joseph, Max, und Rudolf als Kind und Erwachsener. [LINK]
Von Sylvester Levay, dem Komponisten des Musicals, erfuhr die Tageszeitung KURIER jedoch folgende Neuerung: Man wird eine Version spielen »… mit Liedern, die in Wien auch schon in der Version von 2004 enthalten waren. Aber erstmals dem Lied ‚Kein Kommen ohne Geh’n‘ auf Deutsch vom Tod im 1. Akt, das bisher nur in Japan gezeigt wurde.« [LINK]
Unter den Fans der Show ist das maximal ein netter Marketing-Gag, ausgerechnet in diese Version diesen Song reinzustöpseln, aber soll sein. Inhaltlich richtig ist die Aussage aber natürlich nicht, denn »Kein Kommen ohne Geh’n« ist bereits in die ungarische Version des Stücks eingebaut worden, und das sollte der Meister doch wissen.
PS: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass in einem subventionierten Theater Karten für Premieren in den öffentlichen Verkauf gehören.
Martin Bruny am Freitag, den
17. August 2012 um 12:36 · gespeichert in Musical, Wien
Vom 28. bis 30. September 2012 (Beginn 19:30 Uhr) bringt Regisseur, Choreograph, Tänzer und Sänger Cedric Lee Bradley seine Show »Broadway Can Bounce” im Wiener Palais Nowak zur Aufführung. Das »Killer Rock Musical« war bereits am 29. November 2004 im Wiener Raimund Theater zu sehen und kommt nun in einer überarbeiteten Version auf die Bühne.
Zu einer ausführlicheren Inhaltsangabe der Show geht’s –> hier.
Cast
Sabrina Harper, Angelika Ratej, Chris Coras, Dave Moskin, Jacqueline Braun, Andreas Wanasek, Jurriaan Bles
Leading Team
Konzept, Regie, Choreographie, Set, Kostüme: Cedric Lee Bradley
Musical Orchestration: Mario Dancso
Sounddesign: Richard Redl
Lichtdesign: Michael Grundner
Aufführungstermine
28. bis 30. September 2012
Palais Nowak (Zelt beim Gasometer)
Döblerhofstraße 20
1110 Wien
Tickets
Telefonisch unter +431 512 47 42 (täglich von 14–20 Uhr)
Martin Bruny am Dienstag, den
14. August 2012 um 21:45 · gespeichert in Absurditäten
Es mag nicht das erste Mal sein, dass Tickets für eine Show bereits lange vor der Premiere zum Sonderpreis angepriesen werden, aber es ist wohl nicht die Regel. »Management by Chaos« scheint in die Verlängerung zu gehen, nun wird das Prinzip des Vorverkaufs geopfert.
Worum geht es? Nun, derzeit machen Mails und Facebook-Statusmeldungen die Runde, dass Tickets für alle Showtermine des VBW-Musicals »Elisabeth«, die man ab sofort bis 31. August 2012 erwirbt, um 15 Prozent ermäßigt unter Angabe des Kennworts »Majestaet« zu haben sind.
Warum führt man Aktionen dieser Art durch? Weil der Vorverkauf so super läuft? Vermutlich deshalb, weil der Musicaltourismus aus Deutschland voll eingesetzt hat und alle nochmal dieselben Leute in denselben Rollen sehen wollen, die sie schon auf der letzten Tour gespielt haben? Oder weil die Farben am neuen Sitzplan des Raimund Theaters so schön blau-gelb sind? Fragen über Fragen.
Aber es soll sich niemand ärgern, der schon frühzeitig seine Tickets gebucht hat. Manche machen einen Fehler nur ein Mal, manche auch zehn Mal, damit sie auch ganz sicher sind, dass es falsch war. Es besteht also noch Hoffnung.
Ärgern könnten sich vielleicht all jene, die bei einem Gewinnspiel der VBW teilgenommen haben, bei dem es zwei Tickets für die »GALAPREMIERE« von »Elisabeth« zu gewinnen gibt. Einsendeschluss bei diesem Spielchen ist der 22. August. Schon heute, am 14. August, gingen aber Mails raus mit der Meldung, dass man leider nicht gewonnen hat. Nun, einfach schmunzeln, vielleicht waren das die ersten Testläufe einer neuen Show des österreichischen Mentalisten Manuel Horeth. Na, das kann ja was werden.
Wer noch am Gewinnspiel teilnehmen will, zu den Informationen geht es –> hier. Ignorieren muss man als musicalaffiner Leser vielleicht den Umstand, dass es natürlich pro Musical nur eine »Uraufführung« geben kann und dass Herr Abbasi noch niemals Abassi geheißen hat. Vielleicht lautet die richtige Antwort daher: »Wie lautet die richtige Frage?«
Martin Bruny am Donnerstag, den
9. August 2012 um 23:17 · gespeichert in West End
Im vergangenen Dezember ließ Andrew Lloyd Webber mit einer düsteren Prognose aufhorchen (siehe –> hier). Er sagte für das West End in der Zeit der Olympischen Spiele ein Blutbad voraus. Die Theater würden keinen Umsatz machen, alles würde sich nur für die Spiele interessieren. Das Ganze gipfelte in dem Statement:
Nobody’s going to go to the theatre at all, most of the theatres in London will shut. It’s going to be very tough.
Nun, der gute Lord hat sich geirrt. Der Kartenverkauf am West End hat durch die Spiele um 25 Prozent zugelegt. Alle Stücke, die in den Theatern von Lloyd Webber zu sehen sind, wie “The Phantom of the Opera”, “War Horse” und “Shrek”, konnten während der Spiele ein Umsatzplus verbuchen. “The Wizard of Oz” im Palladium wollte Lloyd Webber während des 14-tägigen Sportevents sogar schließen, und auch diese Show hat durch die Spiele rund 100.000 Pfund mehr Umsatz gemacht als davor – pro Woche.
Lloyd Webber:
I’m the one who said it would be all doom and gloom, but I have been proved wrong and I couldn’t be more delighted about that. I thought it was going to be terrible because there would be no foreign visitors whatsoever, and it is true that we’re not seeing the foreigners we normally get at this time of year.
But what is happening is that a lot of families from all over the country are coming to see things such as the equestrian events or the volleyball … and saying, ‘What else can we go and see?’ So suddenly we see this huge upturn, and what’s interesting is that they are clearly all Brits.
Also doch noch die Kurve gekriegt. Mit ausländischen Touristen, so Lloyd Webber, könne man in diesen 14 Tagen freilich trotzdem nicht wie sonst rechnen, es sind vielmehr die Briten selbst, die dafür sorgen, dass aus den Olympischen Spielen keine Hunger Games fürs Theater werden.
Martin Bruny am Mittwoch, den
8. August 2012 um 11:04 · gespeichert in Broadway
Viel wurde in Foren und auch anderswo in den letzten Wochen über die Flops am Broadway und auch die ganz normalen letzten Vorstellungen von Produktionen am Great White Way geschrieben. Ein paar Fakten.
In den letzten 30 Jahren waren zur Zeit der Tony Awards durchschnittlich 27,23 Shows in den Theatern am Broadway zu sehen. Bis zum ersten Montag im September jeden Jahres, dem Labour Day, findet dann am Great White Way das jährliche Ausbluten statt. Der Durchschnittswert für die letzen 30 Jahre: 10,61. – Von den 27,23 Shows schließen also durchschnittlich 10,61 im Zeitraum von den Tony Awards bis zum Labour Day, das sind 38,96 Prozent.
2011/12
In dieser Broadway-Spielzeit sieht die Statistik etwas anders aus. Wir hatten zur Zeit der Tony Awards 34 Shows am Start, und 17 davon, das sind 50 Prozent, werden bis zum Labour Day schließen. Das gab es erstens erst zwei Mal in der Broadway-Geschichte, und das letzte Mal 1996.
Weitere Daten
Im Laufe der letzten 15 Jahre waren durchschnittlich 32,27 Shows zur Zeit der Tony Awards am Start, in den 15 Jahren davor: 22,5 Shows.
Im Laufe der letzten 15 Jahre mussten durchschnittlich 12,73 Shows von den Tony Awards bis zum Labour Day schließen (39,46 Prozent), in den Jahren davor 8,625 Shows (38,33 Prozent).
Die letzten 5 Jahre
Betrachtet man nur den Zeitraum der letzten 5 Jahre, so mussten 40,96 Prozent aller Shows von den Tonys bis zum Labour Day schließen. Produziert wurden in diesen letzten 5 Jahren um 2 Stücke mehr als im Vergleich zu den 10 Jahren davor und um 11 Stücke mehr als in den wiederum davor liegenden 15 Jahren.
Broadway-Produzent Ken Davenport, der diese Daten erhoben hat, kommt zu folgendem Schluss:
We just might be producing more shows than our market can bear. Sure, the vendors are happy. They’re working on a ton of more shows, and aren’t tied into profitability. But the investors aren’t.
With attendance flatter than the earth before Columbus took it for a spin, it’s counter-intuitive to profit-making to create more product. Imagine, for a second, if during the financial crisis that devastated the auto industry, Detroit just started making a few more cars.
While everyone thinks their show can beat the odds and be the best, it’s important to be objective about your show. There’s only so much business to go around. And if you try to compete in a flooded market, you may just get run aground.
And that’s scarier than any little blonde girl staring at a bunch of static.
Martin Bruny am Dienstag, den
7. August 2012 um 22:02 · gespeichert in Absurditäten
Sagen wir es so: Als man unter Kathrin Zechner auf gut Wienerisch meinte: »Es kommt nix Besseres nach …«, musste man sich den Vorwurf gefallen lassen, allzu pessimistisch zu sein. Nun, mittlerweile haben wir die großartige »Legally Blonde«-Ankündigung, man versucht uns einzureden, dass eine konzertante Produktion von Musicals eine »Innovation« sei, obwohl Caspar Richter ALLE Credits dafür (in Bezug auf Produktionen dieser Art mit dem Orchester der VBW) zuzuschreiben sind und nicht etwa einem neuen Intendanten … Wir haben, das alles ist natürlich nur meine Sicht, ein perfektes »Management by Chaos«, denn natürlich findet das Casting für die angekündigte konzertante Produktion viel zu spät statt, um mindestens ein halbes Jahr zu spät, sodass unwillkürlich die Frage auftauchen muss, ob »Das Phantom der Oper” die zweite, dritte, vierte oder fünfte Wahl war, aber …
… das Beste kommt ja noch. War es früher immer ein Abwägen und Herumdiskutieren, ob nun Karten für Premieren in den allgemeinen Verkauf kommen, gibt es derzeit Stimmen, die besagen, dass Premieren unter Struppeck nur mehr für Sponsoren, deren Angehörige, Darsteller und deren Angehörige – und natürlich Promis – stattfinden werden. Sicher kommt von den VBW umgehend, wie auch zu anderen Themen, ein Widerruf, wenn dem nicht so ist. Und mit großer Freude würde ich dann berichten wollen, wo und wann man Karten kaufen kann, ohne betteln zu müssen. Falls dem aber doch so sein sollte, dass es diesmal keine Karten im Vorverkauf gibt, dann bewahrheitet sich einfach wieder mal der oben angeführte Spruch.
Und man kann die Situation nicht etwa mit Stage Entertainment vergleichen, denn wie ein Privatunternehmen seine Premieren gestaltet, ist Sache dieses Unternehmens. Die VBW sind aber von Steuergeldern abhängig, sie bekommen Subventionen, und es stellt sich die Frage, ob wir alle dafür zahlen müssen, damit Frau Kaisersemmel und Herr Marmeladenkringel fadisiert in den ersten Reihen lungern können und sich Alfons Haider bei Dominik Heinzl zum x-ten Mal als »Elisabeth«-Fan outen kann. Merkwürdiger Weise ist es möglich, für jede Premiere im Wiener Burgtheater ohne Probleme an Karten zu kommen, und die Besetzung in diesem Bereich bewegt sich auf internationalem Niveau, während man im Musicalbereich oft nicht mal mehr von Regionalliga sprechen kann.
Was könnte man dagegen tun? Nun, man könnte an die Kulturverantwortlichen der Wiener Parteien schreiben und vielleicht mal ihr Interesse darauf lenken, wie mit Subventionen umgegangen wird und ob mit Subventionen nicht Theater für Theaterinteressierte gemacht werden sollte, die bereit sind, ihre Karten zu kaufen.
Martin Bruny am Sonntag, den
5. August 2012 um 16:46 · gespeichert in Absurditäten
Wien, Hitze, Musicalsommer, da kommt einem vielleicht manchmal was aus … das man im Nachhinein … nicht, dass Maya Hakvoort die einzige wäre, die so denkt … Wie auch immer, in der ORF-Sendung »Seitenblicke« war die Künstlerin anlässlich ihres Auftritts beim Open-Air-Gig »Wiener Musicalsommer« im Arkadenhof des Wiener Rathauses mit folgendem Statement vertreten:
Maya Hakvoort: Was ich am Anfang immer a bissl schwierig finde, ist, dass man die Leute noch so gut sieht, weil es noch Tageslicht ist. Seitenblicke: Du willst die Leute nicht gut sehen? Maya Hakvoort: Na ja, weißt, wenn du dann deine eigene Welt kreierst und dann sitzen die Leute so … grün, und du siehst ein orangenes Hemd, ein rosanes Hemd, ein weißes Hemd. Das, ja, das bricht manchmal mein Zauber ein bisschen, obwohl, wir können sie casten, das Publikum, dass es nur lauter wahnsinnige, tolle, hübsche – aber dann bin ich auch abgelenkt.
Schönsaufen würde vielleicht helfen. Man sagt ja, dass das Publikum sich so manches Musical in Wien schönsaufen muss, um es halbwegs beschwingt, etwa in den Sesseln der S. M. »Raimund«, auszuhalten.
Martin Bruny am Mittwoch, den
25. Juli 2012 um 20:05 · gespeichert in Theater
Das Theater Drachengasse hat dieser Tage seinen Spielplan für die Saison 2012/13 online gestellt (die Präsentation gibt es dann im September im Theater mit Ausschnitten aus diversen Produktionen). Unter anderem werden in der kommenden Spielzeit zwei Produktionen mit Musicaldarstellern zu sehen sein, die man in Wien gut kennt.
Kann denn Liebe Sünde sein?
Chansons von Edith Piaf, Marlene Dietrich, Hildegard Knef und Zarah Leander interpretiert Michaela Christl am 27., 28. und 30. November 2012 (Beginn: 20 Uhr) im Bar&Co im Theater in der Drachengasse.
Die Sängerin und Schauspielerin entführt in eine Welt der gesungenen Poesie, wo Liebe, Abschied, Hoffnung und Lebensfreude im Mittelpunkt stehen. Begleitet wird Michaela Christl von Christian Höller am Akkordeon.
The English Lovers present: Sleuth [in englischer Sprache]
Vom 19. Februar bis 2. März 2013 (Beginn: 20 Uhr) zeigen die English Lovers Peter Shaffers Thriller »Sleuth«, mit Dennis Kozeluh, Michael Smulik und Karl van Oordt.
»Sleuth« ist hierzulande vor allem durch die Verfilmung von 1972 mit Laurence Olivier und Michael Caine (deutscher Titel: »Mord mit kleinen Fehlern«) und die Neuverfilmung von 2007 mit Michael Caine und Jude Law (deutscher Titel: »1 Mord für 2«) bekannt.
Der Pressetext zur Produktion der English Lovers:
As intricate as a finely constructed puzzle, Shaffers mystery-thriller-play may be the best of its kind. Set in the mansion of Andrew Wyke, an immensely successful mystery writer, who lures his wife’s lover, Milo Tindle, to the house and convinces him to stage a robbery of her jewelry. This sets off a chain of events that leaves the audience trying to decipher where Wyke’s imagination ends and reality begins. There’s thievery, peril and plenty of double-crossing. At times the verbal sparring is so sharp that it’s a wonder nobody loses an eye.
Starring: Dennis Kozeluh, Michael Smulik, Karl van Oordt
Martin Bruny am Dienstag, den
17. Juli 2012 um 00:31 · gespeichert in Theater
Wenn man sich die Sommertheater-Festivals in Kärnten ansieht, fällt auf, dass im Vergleich zu anderen Bundesländern das Musiktheater zu kurz kommt. Das wird sich ab Anfang August ändern, wenn im Amthof Feldkirchen die Premiere von Gaetano Donizettis Oper »Rita« über die Bühne geht.
Seit ihrer Uraufführung gilt das heitere Werk mit dem Untertitel »Zwei Ehemänner und eine Frau« als eine der beliebtesten komischen Opern – in Kärnten war sie freilich bis jetzt nicht zu sehen und zu hören.
Nach den Plänen von Regisseurin Olga Felber wird sich die Szenerie mitten im Publikum abspielen. Schauplatz der Handlung Oper ist ja ein Wirtshaus. Ebenso wie in einem solchen soll das Publikum an Tischen sitzen, trinken und eventuell auch Kleinigkeiten essen können. Unerwartet entwickelt sich dann aus dieser Situation heraus die Handlung, mit viel Situationskomik gespickt, der das sehr ernste und leider auch immer noch aktuelle Thema, Gewalt in der Ehe, zugrunde liegt.
Zur Oper
Rita, eine Wirtin, ist in zweiter Ehe mit Beppe verheiratet. Diesen Beppe verprügelt sie nach Lust und Laune. Dieses Verhalten ist eine Reaktion auf die erste Ehe mit Gasparo. Damals hat er sie verprügelt, wie es ihm passte. Doch dieser Gasparo ist tot. Glaubt sie.
Ein Gast erscheint im Wirtshaus – und der ist niemand anderer als der tot geglaubte Gasparo. Beppe ist glücklich, glaubt er doch, sich aus dem Ehejoch befreien zu können. Die beiden Männer spielen um ihr Leben oder besser: um die Frau. Der Sieger muss sie behalten, was eigentlich keiner will. Wer wohl gewinnen wird?
Das genau ist eben die Frage in dieser 1860 uraufgeführten Oper, in der es nicht zuletzt auch um die Frage der Emanzipation geht. Sind alle Verlierer oder alle Gewinner?
Während bereits Donizettis Musik parodistischen Charakter hat und mit Versatzstücken der großen Oper witzig spielt, schafft das Bühnengeschehen eine mitunter ironische Brechung und greift neben aller Situations-Heiterkeit ein leider doch sehr aktuelles Thema der gegenwärtigen Gesellschaft auf.
Team
Regie: Olga Felber
Rita: Iza Kopec
Beppe: Martin Mairinger
Gasparo: Johannes Hanel
Bortolo: Dries Kragten
Musikalische Leitung: Martin Wacks
Aufführungsdaten
09./10./16./17.08.2012 jeweils 20.30 Uhr
Martin Bruny am Montag, den
25. Juni 2012 um 11:53 · gespeichert in Musical, Wien
Vom 1. bis 13. Oktober 2012 zeigt das Vienna Theatre Project Adam Gwons Kammermusical »Ordinary Days« im Wiener Theater Drachengasse. Die Show feierte am 25. Oktober 2009 ihre Premiere im New Yorker Black Box Theatre der Roundabout Theatre Company.
Ordinary Days handelt von vier jungen Leuten, die verzweifelt auf der Suche nach ihrer Zukunft sind, ihre Träume, Ambitionen verwirklichen wollen. Sie wollen ein lebenswertes Leben, das aber noch so weit weg zu sein scheint. Was die Charaktere der Show lernen, ist, dass die einfachsten Dinge, die einfachsten Momente im Leben genau jene sein können, die zur entscheidenden Wende führen. Dabei handelt es sich aber auch genau um jene Dinge, die wir oft ignorieren.
Handlung
New York. Warren ist ein aufstrebender junger Künstler, der als Assistent eines arrivierten Malers arbeitet. Im Moment ist es sein Job, Flyer zu verteilen, mit denen die besten Werke seines Chefs beworben werden. Eines Tages findet Warren Unterlagen zu einer Dissertation über Virginia Woolf. Die gehören Deb, einer Studentin an der New York University. Sie ist mit ihrer Lebenssituation alles andere als zufrieden. Weder weiß sie, ob sie in New York leben möchte, noch, ob sie wirklich über Virginia Woolf schreiben will. Warren und Deb treffen einander in der Metropolitan Opera, damit Deb wieder an ihre kostbaren Notizen kommt.
Jason und Claire sind ein Yuppie-Pärchen, das gerade die erste gemeinsame Wohnung bezogen hat und dessen Beziehung gerade dabei ist, sich langsam zu verabschieden. Der Grund, warum Claire Jason nicht ihre ganze Liebe zeigen kann, mag in ihrer Vergangenheit zu finden sein, in einem Trauma, das sie noch nicht aufarbeiten konnte. In ihrem Song »I’ll be here« beschreibt sie unter anderem, was sie so verfolgt.
Adam Gwon hat für sein Musical (das ungefähr 80 Minuten dauert) einen (fast durchkomponierten) Pop-Score geschrieben, mit Anklängen an Jason Robert Brown und Stephen Schwartz, aber auch an William Finn, in den Kritiken zu »Ordinary Days« wird fast durch die Bank die Qualität seiner Liedtexte gelobt. Gwon (1979 geboren) ist einer der Nachfolger der Guettel/LaChiusa/Brown-Gruppe, die mittlerweile alle in ihren Vierzigern sind. Er hat an der Tisch School of the Arts studiert und wurde 2008 mit dem Fred Ebb Award ausgezeichnet.
Leading Team
Director: Joanna Godwin-Seidl
Musical direction: Birgit Zach
Producer: Sarah K. Hayes, vienna theatre project
Cast
Sara Est, Alan Burgon, Peter Neustifter, Kudra Owens