Martin Bruny am Mittwoch, den
6. Juni 2012 um 12:46 · gespeichert in Rezensionen, Bücher
Am Anfang könnte eine Enttäuschung stehen. Wer sich etwa erwartet, in diesem Buch mit seinen 472 Seiten um den doch stolzen Preis von 75 Dollar sämtliche Off-Broadway-Musicals seit Beginn der Geschichte penibel aufgearbeitet zu finden oder gar alle diese Shows aufgelistet mit Premierendatum, Anzahl der Vorstellungen und so weiter, der wird – natürlich – enttäuscht. Dafür würde der Platz bei weitem nicht reichen, und die Frage ist, ob eine reine Auflistung aller Produktionen auch Sinn machte. Ein solches Unterfangen, das am ehesten Statistik-Fans gefallen würde, ist auch gar nicht das Anliegen des Autors Thomas S. Hischak. Denn Hischak ist kein reiner Datensammler, er hat etwas zu sagen, er urteilt, fasst Urteile zusammen, analysiert und erzählt, und das mit spürbarem Enthusiasmus. Der Preis, man mag ihn für überzogen halten – doch ist die Anzahl derer, die sich für Sachbücher über den Off-Broadway erwärmen können, offenbar ja so gering, dass es praktisch kaum Werke zu diesem Thema gibt. Insofern ist eben dieser recht hohe Preis wiederum auf eine gewisse Weise gerechtfertigt, denn allzu hohe Auflagen wird man mit derlei Büchern nicht fahren können, und es bleibt letztlich die Frage, ob sich ein Kauf lohnt.
Thomas S. Hischak ist Professor für Darstellende Künste an der Cortland State University, Autor von 16 Sachbüchern mit den Schwerpunkten Theater, Film und populäre Musik sowie Verfasser von 20 Theaterstücken. Seine bekanntesten Sachbücher: »The Oxford Companion to the American Musical: Theatre, Film, and Television« (2008), »Theatre as Human Action: An Introduction to Theatre Arts« (2005) und »Through the Screen Door: What Happened to the Broadway Musical When it Went to Hollywood« (2004).
Hischak analysiert in seinem Buch die Entwicklung des Off-Broadways anhand von 375 ausgewählten Musicals (im weitesten Sinne), beginnend bei »Greenwich Village Follies«, einer Revue aus dem Jahre 1919, endend bei »The Toxic Avenger« aus dem Jahre 2009. Für jede dieser Shows liefert er die Basisdaten wie Uraufführungsdatum, Anzahl der gespielten Vorstellungen (auch am Broadway, so ein Transfer stattgefunden hat), Angaben zum Leading Team, zu den Darstellern, zum Theater, in dem gespielt wurde – und zu jeder dieser Shows bietet er einen Artikel, der sich eingehend mit der Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte der Produktion auseinandersetzt. Er liefert grobe Inhaltsangaben und bespricht die wichtigsten Songs. Hischaks Angaben sind vor allem bei jenen Shows wertvoll, über die man heute nur sehr schwer an Informationsmaterial kommt. In das Buch aufgenommen wurden ganz und gar nicht nur die Hits des Off-Broadways. Auch den Flops, die nur wenige Vorstellungen erlebten, wie etwa »Valmouth« von Sandy Wilson, wird viel Aufmerksamkeit geschenkt. Mit Sicherheit hat Hischak ein Faible fürs Kuriose, so nimmt er sich Zeit, genüsslich den Inhalt dieses England-Imports zu schildern, der für 40.000 Dollar 1960 im York Playhouse auf die Bühne gebracht wurde und genau 14 Vorstellungen durchhielt. Eine Show, dessen Rezeptionsgeschichte Hischak nach längeren, äußerst amüsanten Ausführungen so zusammenfasst: »The press was more confused than outraged. Several did praise the score, and the cast was roundly applauded, but just explaining the show in the reviews was enough to frighten audiences away.« Verweise auf den Score, auf die Songs, auf die Londoner Cast-CD, die immerhin mit einem Weltstar, Cleo Laine, aufwarten konnte – Hischaks Liebe für das Musicalgenre und sein Geschick, Fakten auf spannende Art und Weise zu vermitteln, machen dieses Buch lesenswert.
Eine These Hischaks, die sich quer durch einige seiner Bücher zieht und in dem hier besprochenen auch mit Zahlen und Fakten belegt wird: Es ist zwar möglich, das »typische Off-Broadway-Musical« zu charakterisieren, doch werden heutzutage immer weniger »echte« Off-Broadway-Musicals produziert. Was ein »Off-Broadway-Musical« ist, versucht der Autor so festzumachen: »Broadway musicals are bigger than life and offer outsized emotions expressed in large theatres; Off-Broadway musicals are smaller in scale and explore emotions that are more life-size as they are enacted in more intimate venues. When Broadway offers musical comedy, the songs, the dancing, the laughs, even the tears are big enough to fill a large and elaborate theatre. Off Broadway cannot afford such a scale and instead offers simpler productions and a more direct kind of music, dance, and comedy. (…) Broadway is about fame, glory, and success. Off Broadway is about smart, sharp, little shows that make a personal impact. Many actors, writers, and directors first find critical acclaim Off Broadway, but only Broadway can make stars and super showmen.«
Wurden früher Musicals explizit für den Off-Broadway produziert, so ist der Off-Broadway heute immer mehr eine Vorstufe, um es von da zum Broadway zu schaffen. So nennt Hischak auch das Kapitel, das sich mit den Musicals des Off-Broadway von 2000 bis 2009 beschäftigt »Fodder for Broadway«. Zwölf Produktionen haben in dieser Zeit den Wechsel vom Off- zum Broadway gewagt, mehr als in jeder Dekade davor. Doch ein Erfolgsrezept ist diese Strategie nur bedingt, denn fünf dieser Shows sind gefloppt, teils trotz großartiger Kritiken. Beispiele: »Caroline, or Change«: 106 Vorstellungen Off-Broadway, 136 Vorstellungen am Broadway. Hischak: »Had the show remained Off-Broadway, it is likely it would have run and run because it was the kind of musical that flourished on word of mouth, not critical acclaim.« Gefloppt auch: »Grey Gardens« (Off-Broadway: 63 Vorstellungen, Broadway: 307 Vorstellungen), »Passsing Strange (56 Vorstellungen Off-, 165 Vorstellungen Broadway) – »a Broadway show that wasn’t Broadway in spirit, attitude, score, or satisfaction«. Hischaks These, warum es manche Off-Broadway-Shows dann doch schaffen, auch am Broadway Erfolg zu haben, ist im Prinzip simpel, aber nachvollziehbar. Musterbeispiel: »Rent« ging zwar vom Off- zum Broadway, doch »without losing any of its intimacy and power«. Man war zwar als Zuschauer am Broadway, hatte aber »Look and Feel« einer Off-Broadway-Show. Dasselbe trifft auf diverse andere erfolgreiche Transfers zu, wie beispielsweise »Spring Awakening« oder »Avenue Q«.
Zurückkommend auf die Eingangsfrage: Lohnt sich der Kauf? Ja!
Thomas Hischak: Off-Broadway Musicals Since 1919. From »Greenwich Village Follies« to »The Toxic Avenger«. Scarecrow Press, Inc., Plymouth 2011. 472 S.; (Hardcover) ISBN 978-0-8108-7771-9 / ISBN 978-0-8108-7772-6 (E-Book). $ 75,00.
Martin Bruny am Mittwoch, den
6. Juni 2012 um 11:40 · gespeichert in Theater
In Kooperation mit dem Theater im Centrum Kassel präsentiert die Agentur Harald Tauber unter dem Motto »Schwache Männer, starke Frauen« 2012 erstmalig die Kleinkunsttage im TiC. An vier Abenden im Juni werden sämtliche Geschlechterklischees von sechs Künstlern eindrucksvoll und mit viel Humor widerlegt.
Musicaldarstellerin Linda Konrad, bekannt als Magda in »Tanz der Vampire« und Erzherzogin Sophie in »Elisabeth«, bringt die selten gespielten »Lieder einer Klofrau« zurück auf die Bühne. Am Klavier begleitet wird sie von Martin Bechler, der das Stück für sie und um sie herum geschrieben hat.
An weiteren Tagen sind die bekannten Comedians Guido Fischer und Björn Jung mit ihren Soloprogrammen »Neurotisch aber glücklich« und »War das jetzt schon Sex?« sowie Franziska Ball, begleitet von Klaviervirtuose Marty Jabara, mit »Menschenskinder!« zu sehen.
Karten gibt es ab sofort um 17 Euro unter der Telefonnummer 0561 7018722 oder direkt an der Kasse des TiC in Kassel. Nähere Informationen zu den Künstlern und ihren Programmen findet man unter www.agenturharaldtauber.com
»Schwache Männer, starke Frauen« – Kleinkunsttage im TiC
Samstag 23.06.2012: »Neurotisch aber glücklich« (mit Guido Fischer)
Sonntag 24.06.2012: »Die Lieder einer Klofrau« (mit Linda Konrad u. Martin Bechler)
Freitag 29.06.2012: »Menschenskinder!« (mit Franziska Ball u. Marty Jabara)
Samstag 30.06.2012: »War das jetzt schon Sex?« (mit Björn Jung)
Beginn: 19:30 Uhr
TiC – Theater im Centrum
Akazienweg 24
34117 Kassel
Martin Bruny am Mittwoch, den
6. Juni 2012 um 01:04 · gespeichert in Rezensionen, Theater, 2012
Sich die Musical-Horizonte eigenständig sozusagen von ganz unten zu erschließen, von eigenen Produktionen auf kleinen Bühnen zu lernen, selbst rauszubekommen, wie man das Geld für eine Musicalproduktion aufstellt, Sponsoren (welche auch immer) findet, mit Verlagen verhandelt, eine Produktion erarbeitet – das ist nicht unbedingt der Regelfall im Leben eines Musicalstudenten. Und so kann man die Produktion von Jason Robert Browns »Die letzten 5 Jahre«, so, wie sie am 3., 4. und 5. Juni im Wiener Schubert Theater zu sehen war, als etwas ganz Besonderes, und sogar ohne Übertreibung Beispielgebendes sehen. Zumindest sollte sie ein Beispiel sein, nicht nur, was die Ambition an sich betrifft, sondern ebenso, wie man mit einem mittlerweile zum Musicalklassiker avancierten Stück auch mit bescheidenen finanziellen Mitteln, aber einem Wahnsinns-Engagement großartige Theatermomente erzeugen kann.
Unter der Regie von Matthias Weißschuh spielten Jil Clesse und Michael Souschek das Liebespaar Cathy Hiatt und Jamie Wellerstein, das sich nach einer fünfjährigen Beziehung getrennt hat. Jamie erzählt seine Version dieser Beziehung von der ersten Verabredung bis zur Trennung, Cathy schildert sie vom Abschied bis zur ersten Verliebtheit. Matthias Weißschuh, Jil Clesse und Michael Souschek studieren derzeit an der Konservatorium Wien Privatuniversität im 2. Studienjahr, Abteilung Musikalisches Unterhaltungstheater.
Jason Robert Brown hat sein Musical für Klavier, Bass, Violine und zwei Celli orchestriert, und genau so wurde es auch im Schubert Theater umgesetzt: Ronald Sedlaczek am Klavier, Sebastian Küberl am Bass, Markus Stinauer an der Gitarre, Hannah Berger an der Violine, Maria Medina Vallà¨s und Ana Flores an den Celli. Man sollte es ja kaum glauben, dass sich eine kleine Produktion dieses Top-Team leisten kann, aber üppigst budgetierte Märchen- und andere -Phantasien ihre Hallen und Open-Air-Phantasmorgien mit Musik vom Band beschallen lassen. Der Unterschied war klar zu hören: Im Schubert Theater konnte man einen in jeder Sekunde spannenden Musicalabend erleben, woanders gibt‘s maximal gebürstetes Entertainment. Ein live aufspielendes Kammerorchester ist natürlich nicht so perfekt wie ein Band, aber so ist auch das Leben, außer im Entertainment.
Jil Clesse und Michael Souschek legten ihre Rollen großteils ohne die bei dieser Show oft gesehenen Extravaganzen und Gefühlsexplosionen an – entweder als bewusste Entscheidung für mehr Natürlichkeit in der Interpretation; oder eben, weil das noch nicht drin ist, was auch nichts machen würde. So verzichtete etwa Souschek großteils beim Song »Das Lied von Schmuel« auf den oft gehörten betont jiddischen Tonfall, gestaltete aber die Parts der »Uhr« in diesem Song sehr unterhaltend. Oft bleibt am Ende der »Letzten 5 Jahre« die Frage, wer denn nun verantwortlich ist für das Scheitern der Beziehung. Es liegt in den meisten Fällen an der Regie, ob man nun als Zuschauer mehr Sympathie für Cathy oder Jamie hegt. Bei dieser Version der Show würde ich mal von einem leichten Sympathiebonus für Cathy ausgehen. Die in der Rolle der Cathy angelegten besonders unguten, aber großartig gespielten Momente kommen bei Jil Clesse doch nicht so wahnsinnig zum Tragen wie jene von Michael Souschek, der etwa bei »Keiner muss das erfahren«, dem für mich stärksten Song des Musicals, gar nicht so stark die im Lied steckende musikalische Kraft herausholt, aber auf eine ganz eigene, zärtliche Art schauspielerisch die Szene zur entscheidenden macht.
Vielleicht, vermutlich, kann man das auch ganz anders sehen. Das ist nicht nur ein Feature dieses Musicals an sich, das ist auch ein Plus der Inszenierung und der Schauspieler. Ein fantastischer Musicalabend.
Martin Bruny am Dienstag, den
5. Juni 2012 um 00:00 · gespeichert in Theater
Seit Mai 2011 ist der neue Kulturhof:keller das Herzstück der jungen Villacher Kulturszene – ein autonomes Kulturzentrum mitten in der Villacher Altstadt, betrieben vom gemeinnützigen Verein kult:villach. Das Kulturzentrum bietet Vereinen und Kulturschaffenden aller Sparten eine Bühne für ein breitgefächertes Programm von Literatur, Theater, Tanz über Musik bis hin zu Ausstellungen, Performances und vieles mehr.
Unter der Leitung des Chefdramaturgen der neuebuehnevillach Martin Dueller und Simone Dueller ist der Kulturhof:keller der ideale Ort für kulturelle Veranstaltungen aller Art mit zwei großen Räumen, einem atmosphärischen Innenhof, guter Infrastruktur und zentraler Lage in der Altstadt Villachs. Aufgrund der Ausweichmöglichkeit bei Schlechtwetter in den Theaterkeller ist eine reibungslose und garantierte Aufführung aller geplanten Vorstellungen gesichert.
Unter dem Titel »Kulturhof:sommer« stehen 2012 zwei Stücke auf dem Spielplan des Kulturhof:kellers: »GRETCHEN 99FF«, eine Komödie von Lutz Hübner, und »Waisen«, ein Thriller von Denis Kelly.
GRETCHEN 99FF
Wer es schon einmal mit Theaterleuten zu tun hatte, weiß, dass es bei denen nicht mit rechten Dingen zugeht: Die Regisseure haben alle einen Schaden und die Schauspieler eine ausgewachsene Profilneurose. Oder umgekehrt?!?
In diesem Stück dreht sich alles um den ganz normalen Wahnsinn auf einer Probe zu Goethes »Faust«, genauer gesagt der berühmten Passage, in der Gretchen ein geheimnisvolles Schmuckkästchen findet. Beim verbotenen Blick hinter den Vorhang begegnen dem Zuschauer bemühte Anfänger, talentlose Sexbomben, intrigante Diven und zehn durch und durch verkorkste Regisseure. Für jede der skurrilen Episoden zeichnet ein eigener Regisseur verantwortlich.
Darsteller
Die Schauspielerinnen: Sabine Kranzelbinder
Die Regisseure: Markus Schöttl
Leading Team
Regie: Marcus Thill, Alexander Kuchinka, Renate Aichinger, Thomas Smolej, Yvonne Zahn, Daniel Ruben Rüb, Sascha O. Bauer, Markus Schöttl
Bühne: Eric Lomas
Maske: Sabine Klarmann
Technik: Martin Prohinigg
Inspizienz: Sophia Hembeck
Premiere: 29. Juni 2012
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WAISEN
Der mehrfach ausgezeichnete Bühnenthriller des britischen Autors Dennis Kelly ist eine pointierte Polit- und Gesellschaftsdiagnose mit Gänsehautqualität. Ein harmloses Abendessen wird zu einem selbstzerstörerischen Psychotrip durch die tiefsten menschlichen Abgründe.
Darsteller
Danny: Daniel Ruben Rüb
Helen: Sabine Kranzelbinder
Liam: Johannes Rhomberg
Shane: Malina Dueller
Leading Team
Regie: Markus Schöttl
Bühne: Eric Lomas/ Lukas Lederer
Maske: Sabine Klarmann
Technik: Martin Prohinigg
Inspizienz: Sophia Hembeck
Premiere: 11. Juli 2012
Martin Bruny am Sonntag, den
3. Juni 2012 um 12:18 · gespeichert in Theater
Am 18. Juni 2012 lädt das Stadttheater Baden bei freiem Eintritt zur Präsentation seines Programms für die Saison 2012/13. Ulrike Steinsky, Sebastian Reinthaller, Dagmar Bernhard und Andreas Wanasek werden Kostproben aus den Operetten-Premieren und der Musical-Produktion geben.
Was alles in der kommenden Spielzeit geboten wird, kann man
-> hier und -> hier nachlesen.
Eine Anmeldung ist erforderlich: telefonisch unter +43 2252 22522 oder online: www.buehnebaden.at. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr.
Martin Bruny am Sonntag, den
3. Juni 2012 um 02:23 · gespeichert in Musical, Wien, Event-Tipps
11. September 2012
19:30
bis
21:30
Vom 11. September bis 13 Oktober 2012 ist im Wiener Theater Center Forum der Komödienklassiker»Charleys Tante« zu sehen, in dieser Version des Stoffs als Komödie mit Musik der fünfziger Jahre.
Die turbulente Tanten-Travestie wurde in die Zeit des Wirtschaftswunders verlegt.
Inhalt
Die Studenten Ralf und Charley träumen von einem Urlaub in Italien, gemeinsam mit ihren Mädchen Britta und Ulla. Bei einem romantischen Rendezvous wollen sie mit Hilfe von Charleys Tante, der reichen Witwe Carlotta Ramirez aus Brasilien, die Mädchen für dieses Vorhaben begeistern. Leider trifft Charleys Tante nicht rechtzeitig ein und der Plan scheint zu scheitern. Als plötzlich der Bruder von Ralf, Dr. Otto Sternburg, als Tante verkleidet auf der Dachterrasse der beiden Helden erscheint, ist die Freude riesig und ein turbulenter Abend nimmt seinen Lauf …
Zum Stück
Das Theaterstück »Charley’s Aunt« aus der Feder des Engländers Brandon Thomas wurde 1892 als Satire auf das Viktorianische England uraufgeführt und ist eine der bekanntesten Komödien der Welt. Es wurde in über 100 Sprachen übersetzt und lief vier Jahre lang am New Yorker Broadway.
»Charleys Tante« wurde in unzähligen Fassungen, ob als Musical oder Komödie, auf deutschen und englischsprachigen Bühnen gespielt. In Deutschland verhalfen die Filmfassungen von 1956 mit Heinz Rühmann und von 1963 mit Peter Alexander in der Hauptrolle, dem Komödienklassiker zu einer Renaissance.
Leading Team
Regie & Ausstattung: Matthias S. Raupach
Textfassung: Matthias S. Raupach frei nach Brandon Thomas
Choreographie: Petra Kreuzer
Musikalische Einrichtung: Creativ Sound
Bühnenbild: Petra Fibich
Bühnenbau: Möbeltischlerei Lutz Schirrmann
Technische Einrichtung: Theater Center Forum
Cast
Ralf Sternburg: Stefan Bleiberschnig
Dr. Otto Sternburg, sein Bruder: Matthias S. Raupach
Charley Sallmann: N.N.
Paul Sallmann, sein Vater: Wolfgang Nitsch
Britta Nielsen: Petra Kreuzer
Ulla Bergström: Alixa Kalaß
Niels Bergström, ihr Onkel: Gerhard Karzel
Carlotta Ramirez, Charley‘s Tante: Eveline Leeb-Schloffer
Martin Bruny am Freitag, den
1. Juni 2012 um 14:35 · gespeichert in Theater, Event-Tipps
2. Juni 2012
18:00
bis
22:00
Otto Stark, Ronny Scheer, Danielle Spera, Robert Kolar, Roland Sulzer und als Special-Guest der Chefdramaturg der Wiener Volksoper, Christoph Wagner-Trenkwitz, führen am 2. Juni 2012 unter der Regie von Gerd Prechtl durch einen Abend voller Einblicke in die Quellen, die Tragik und die Besonderheiten des jüdischen Witzes.
Der Titel des Programms: »Lachen am Abgrund – Jüdisches Kabarett und die Kunst der Doppelconference. Fritz Grünbaum – Texte, Lieder, Zeitgenossen und Hintergründe.«
Samstag, 2. Juni 2012, 18:00 Uhr
Theater »82er Haus« in 3003 Gablitz, Linzerstraße 82
Kartenbestellung:
bei der Kustodin des Heimatmuseums Gablitz, Fr. Dr. Renate Grimmlinger
per e-mail unter renate.grimmlinger@chello.at
€ 30,- pro Stück bei freier Platzwahl
Martin Bruny am Dienstag, den
29. Mai 2012 um 22:46 · gespeichert in Absurditäten
Im Januar 2012 wurde der Wiener Kulturstadtrat Mailath-Pokorny, konfrontiert mit Gerüchten, die VBW könnten die Wiener Kammeroper übernehmen, in der Presse wie folgt zitiert:
»Das ist aber keine Übernahme durch das Theater an der Wien, weil ja auch die freie Szene verankert ist.« [LINK]
Im Mai 2012 lesen wir auf der Website der VBW:
Mit Beginn der kommenden Spielzeit 2012/13 übernimmt das Theater an der Wien die Bespielung der Wiener Kammeroper am Fleischmarkt. Ab September stellen Intendant Roland Geyer und sein Team für die Wiederbelebung dieses traditionsreichen Spielort das Junge Ensemble des Theater an der Wien vor, das sich aus hochbegabten NachwuchssängerInnen aus aller Welt zusammensetzt. [LINK]
Martin Bruny am Dienstag, den
29. Mai 2012 um 11:57 · gespeichert in Musical, Wien
Das Wiener Theater in der Josefstadt veröffentlichte am 29. Mai 2012 sein Programm für die Saison 2012/13 (erstmals ohne Pressekonferenz, sondern via Mail und Youtube-Video siehe –> hier). Der Musicalsektor (in den Wiener Kammerspielen) wird mit einem Werk von Stephen Flaherty (Musik) & Lynn Ahrens (Buch und Liedtexte) bedient. »Tot, aber glücklich« lautet der deutsche Titel der Show »Lucky Stiff«, die 1988 ihre Uraufführung im Playwrights Horizons in New York feierte und 1998 in der Alten Feuerwache in Saarbrücken als deutschsprachige Erstaufführung produziert wurde. 2003 war »Lucky Stiff« im Wiener Akzent zu sehen (LINK).
Der 25. April 1988 war ein besonderer Tag. Nicht nur wegen der Premiere der herrlich komischen Musical-Farce »Lucky Stiff« (die es bei dieser Uraufführungsserie allerdings nur auf genau 15 Vorstellungen brachte), sondern weil sich mit dieser Off-Broadway-Premiere Ahrens & Flaherty erstmals einem breiten Publikum als Musical-Autoren-Duo präsentierten. Die Uraufführung wurde 1988 von der Presse wenig beachtet, die Schauspieler, die meisten davon wenig bekannt (Stephen Tout, Mary Testa, Julie White, Stuart Zagnit, Paul Kandel, Ron Farber), wurden jedoch in den wenigen Kritiken hoch gelobt, ebenso wie Regisseur Thommie Walsh.
Vermutlich hätte man von der Show nie wieder etwas gehört, wäre nicht 1994 für Varà¨se Sarabande eine Cast-CD eingespielt worden, mit einer hervorragenden Cast (zum Teil sind auch Darsteller der Uraufführungsproduktion zu hören): Mary Testa, Evan Pappas, Judy Blazer und Debbie Shapiro Gravitte. Zwar fand die Aufnahme ohne Mitwirkung des Regisseurs der Uraufführung statt, aber sie sorgte dafür, dass man auf die Songs leicht zugreifen konnte.
2003 kam die Show Off-Off-Broadway heraus, und auch von dieser Produktion der York Theatre Company erschien (bei JAY) eine Cast-CD. Kritiker empfanden sie viel eher als »echte« Cast-CD. Sie wurde mit der tatsächlichen Off-Off-Broadway-Besetzung produziert und man hört den Darstellern an, dass sie ihre Rollen auch tatsächlich gespielt haben. Mit dabei: Mary Testa, Janet Metz und Malcolm Gets. Ein wesentlicher Unterschied: Auf dieser Cast-CD wurden die Sänger vom musikalischen Direktor der Produktion, David Loud, ausschließlich am Klavier begleitet, während die erste Cast-CD auf ein Orchester-Arrangement setzte, das den aberwitzigen Aspekt etwas überstrapaziert. Die JAY-CD enthält außerdem das bis dahin nicht auf CD erschienene Finale des 1. Akts »A Woman in My Bathroom« und den Bonustrack »Shoes«, ein Lied, das aus der Show gestrichen wurde. Mit dieser Cast-CD wurden die Abermilliarden Schulen, Sommertheater etc. Amerikas auf die Show aufmerksam, und im Laufe der neunziger Jahre erarbeiteten sich Ahrens & Flaherty mit Musicals wie »Once on This Island« (1990), »My Favourite Year« (1993) und »Ragtime« (1998) ihre Reputation. So wurde aus dem Flop »Lucky Stiff« eine Show, die nach wie vor gern gespielt wird.
Inhalt
Der Tod kann einem das Leben ganz schön vermiesen – nicht nur der eigene, sondern auch das Ableben anderer. Vor allem, wenn man dann noch eine Erbschaft antreten muss, die es in sich hat …
Nicht anders geht es Harry Whitherspoon, einem biederen englischen Schuhverkäufer. Sein Onkel stirbt und hinterlässt 6.000.000 Dollar. Bevor Harry allerdings das Erbe antreten darf, muss er eine kleine Reise machen. Das Anliegen des Oheims ist es nämlich, noch einmal nach Monte Carlo zu kommen – und sei es als Leiche im Rollstuhl. So hat er das Erbe testamentarisch an die Bedingung geknüpft, dass Harry mit der einbalsamierten Leiche im Rollstuhl in Urlaub fährt und die Promenaden an der Cà´te d’Azur entlang schiebt. Harry bleibt keine Wahl.
Doch noch andere Personen reisen an die französische Riviera. Da ist Annabel Glick, die leicht verklemmte Abgesandte des Hundeasyls von Brooklyn. Sie beobachtet Harry Tag und Nacht, denn wenn er sich einen Fehler leistet und die Auflagen des Testaments nicht erfüllt, fällt das gesamte Erbe an die Hunde. Wenn Harry irgend etwas hasst, dann sind es Hunde! Weiterhin begeben sich auf die Jagd nach dem Zaster: des Onkels einstige Geliebte, die trotz ihrer Kurzsichtigkeit gerne mit ihrem Ladycolt herumhantiert, sowie Herren und Damen aus der Halbwelt, denn der Onkel scheint Beziehungen zur Mafia gepflegt zu haben … [Felix Bloch Erben]
Stephen Flahertys Score für die Show wurde folgendermaßen beschrieben:
»Lucky Stiff« is filled with Broadway brass, pseudo-French numbers, light operetta, and contemporary music that avoids rock and pop. His music can be as oddball as the situation, as with the opening »Something Funny’s Going On« and the chaotic »Him, Them, It, Her«. The recurring »Good to be alive« is a vigorous theme song that changes meaning with Ahrens’s sly lyrics. The musical monologues »Mr. Witherspoon’s Friday Night«, »Rita’s Confession« and »The Phone Call« are hilarious pieces of mock recitative, while the conversational »Fancy Meeting You Here« and the nightmare sequence »Welcome back, Mr. Witherspoon« are musical storytelling at its best. Just as resplendent are the score’s two quietest moments: Annabel’s wry lament »Times Like This«, in which she longs for the comfort of an animal over human company, and the funny-sad duet »Nice«, in which Harry and Annabel admit they will miss their rivalry. In the left-shoe number »Lucky«, Harry dances with his dead uncle, turning the wheelchair into a willing dancing partner. This is sublime silliness as only »Lucky Stiff« could imagine it. [»Off-Broadway Musicals Since 1919: From Greenwich Village Follies to The …« von Thomas S. Hischak]
Die Version der Wiener Kammerspiele wird von Werner Sobotka (Regie), Ramesh Nair (Choreographie) und Christian Frank (Musikalische Leitung) erarbeitet.
Leading Team
Buch und Gesangstexte: Lynn Ahrens
nach dem Roman »The Man Who Broke The Bank At Monte Carlo« von Michael Butterworth
Musik: Stephen Flaherty
Deutsch Fassung: Wolfgang Adenberg (Gesangstexte) und Holger Hauer (Dialoge)
Regie: Werner Sobotka
Bühnenbild: Sam Madwar
Kostüme: Elisabeth Gressel
Musikalische Leitung: Christian Frank
Choreografie: Ramesh Nair
Cast
Harry Witherspoon: Peter Lesiak
Annabel Glick: Lisa Habermann
Rita La Porta: Ann Mandrella
Vincent Di Ruzzio: Boris Pfeifer
Luigi Gaudi: Frankl Roman