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Archiv - Wien

Wiener Stadthalle: Carmen Cubana, a latin pop opera

Am 13. September 2007 feierte das Musical “Carmen Cubana” in der Halle F der Wiener Stadthalle als Tourproduktion seine Wien-Premiere.

In Anlehnung an die Novelle von Prosper Mà©rimà©e und Georges Bizets Oper erzählt das Stück die Geschichte der verführerischen Carmen, projiziert die ursprünglich in Sevilla spielende Handlung jedoch auf Kuba und den US-Stützpunkt Guantà¡namo.
1994 versuchen mehr als 30.000 Kubaner, mit Booten nach Miami zu flüchten. Unter ihnen ist Carmen, die in Amerika als Sängerin Karriere machen will. Das Floß mit ihr und ihrer Familie kentert, sie werden von amerikanischen Soldaten verhaftet und mit anderen Flüchtlingen nach Guantà¡namo gebracht. Dort verführt sie den schüchternen Soldaten Joe (bei Bizet Josà©), der ihr schließlich aus Liebe zur Flucht verhilft. Zurück auf Kuba verlässt Carmen Joe und lässt sich mit dem Pop-Sänger Escamillo ein, um ihren Traum von der großen Bühne, Berühmtheit und Luxus zu verwirklichen.

“Carmen Cubana” überzeugt am meisten, wenn Bühnenpersönlichkeiten wie Walter Reynolds (Lilas Pastia), Alvin Le-Bass (Sergeant Cooper) oder Dennis Le Gree (Rum) performen. Nehmen wir als Beispiel das groovige “Nothing is for free”, gesungen von Dennis Le Gree - ein Highlight von “Carmen Cubana”. In solchen Momenten hebt das Musical ab und erreicht Qualitäten einer perfekten R’n'B-Show. Hier verlassen sich Beat For Feat auf ihre wahre Stärke: auf das Redesign von Grooves & Sounds. Musterbeispiel für gutes Redesign: “L’amour est un oiseau rebelle”, die berühmte Arie aus Georges Bizets “Carmen”, die auf einer der populärsten Habaneras, “El arreglito”, beruht. Für ein paar Sekunden bauen Beat For Feet da eine Rhythmussequenz ein, die den Weg hätte weisen können und zeigt, was alles möglich gewesen wäre, um dann zwar in eine gute groovige Version einzumünden, aber letztlich doch eher konventionelle Neubearbeitung. “Habanera” hätte etwas wirklich Großartiges werden können innerhalb von “Carmen Cubana”, so ist immer noch ein stimmiges Redesign herausgekommen.

Carmen Cubana

Nicht immer ganz glücklich sind die Versuche geraten, opernhafte Elemente in diese Latin Pop Opera zu flechten. Weder hat Lana Gordon in dieser Hinsicht bestechende Qualitäten, noch passen gesynthesizerte Violinverwaberungen in den dominierenden Latin Rhythm Sound von “Carmen Cubana”. Das könnte man schon machen, aber dann müssten echte Streicher her und eine andere Carmen, die auch klassisch geschult ist. In diesen Passagen klingt Gordon seltsam dünn. Manche Zitate aus Bizets “Carmen” sind nett gemeint, aber letztlich im Rahmen des Gebotenenen dann doch eher Schnickschnack. Musterbeispiel: “Lena”, eine schöne, groovige Nummer, ein wenig im Earth, Wind & Fire-Stil, die kein “Carmen”-Zitat nötig gehabt hätte. Keine schlechte Idee wäre es übrigens gewesen, anzumerken, welche Songs tatsächlich neu für die Show geschrieben beziehungsweise welche Zitate für die einzelnen Songs verwendet wurden. Ein idealer Platz für diese Infos wäre das Programmheft gewesen.

Punkten kann “Carmen Cubana” vor allem auch mit Balladen, selbst wenn diese teilweise zu sehr zu Whitney-Houston-Soundalikes gestaltet wurden. “The Rose Song”, gesungen vom souveränen Rob Fowler, hat seine Qualitäten ebenso wie “If I had to do it all again”, sehr schön von Lana Gordon interpretiert, auch wenn man hier Whitney Houston fast schon mitsingen hört.

Carmen Cubana

Der größte Minuspunkt der Produktion sind die Dialoge. Wenn man die Darsteller bei den in englischer Sprache performten Songs besser versteht als bei den in deutscher Sprache gesprochenen Dialogen, ist etwas schiefgegangen. Es wirkt manchmal so, als würden die Musicalsänger nicht einmal wissen, was die Worte, die sie aufsagen, bedeuten. Sie betonen falsch, haben eine völlig kervehrte Satzmelodie und rauben sich selbst auf diese Weise jeglichen dramatischen Effekt. So wirkt “Carmen Cubana” in den Dialogszenen manchmal wie eine Schüleraufführung. Schade. Das “burst out in song”-Phänomen wird hier in ein “burst out in dialogue”-Phänomen transferiert. Vielleicht hätte man ein bisschen radikaler sein müssen und eine gänzlich englischsprachige Version produzieren sollen. Wenn dann noch, wie in der Schlussszene, die Regie danebengreift, hat das Konsequenzen. Joe ersticht Carmen, ohne dass diese Szene tatsächlich effektvoll gestaltet wurde. Fast hat man den Eindruck, dass sich Regisseurin Kim Duddy an diesem tragischen Ende vorbeischwindeln wollte, um die gute Laune nicht zu massakrieren. Ein paar Sekunden später ist die Show auch schon vorbei und das Publikum ratlos, bis dann eine schmissige Zugabe den Showkarren wieder auf Touren bringt.

Hervorragend und mitreißend die Tanzszenen, bei denen Kim Duddy in ihrer Funktion als Choreographin ihre Qualitäten voll ausspielen kann. Man spürt die Energie des Ensembles, und das könnte theoretisch sogar ansteckend sein, allerdings sind wir in Wien, und da sitzt man doch eher auf seinem Sesselchen und schaut anderen beim Tanz zu. Aus dem Tanzensemble hervorstechend: Josà© Wanderley. Er ist in den meisten Szenen purer Tanz, wie man es sehr selten erlebt. Sprühend im Ausdruck und äußerst präzise, ein Ausnahmetalent. Am Schluss hält es an doch niemanden in den Sitzen: Standing Ovations!

Carmen Cubana

Für eine Tourproduktion sind die Kulissen sehr ordentlich und multifunktional ausgefallen, Andrew Follers Lichtdesign sorgt für viel Abwechslung und interessante Nuancen.

“Carmen Cubana” ist in der Halle F der Wiener Stadthalle zu sehen. Die Halle F dient seit Anfang 2006 als Alternativlocation zur großen Halle D der Wiener Stadthalle. Bietet die Halle D bis zu maximal 16.000 Besuchern Platz, hat man in der Halle F für rund 2000 Zuschauer eine Showbühne geschaffen, die wenig bekanntere Pop- und Rock-Acts heutzutage füllen können. Sicher ist diese Halle auch für Musicals geeignet, allein man müsste zwei Dinge beachten. Der Ton müsste besser ausgesteuert werden. Wie, ist mir als Konsument egal. Von einer modernen Halle erwarte ich mir, dass der Sound glasklar ist und nicht schlechter als im Happel-Stadion. Ich möchte keinen Hall bei Sprechszenen und keine Trommelfellverletzung bei den Songs (insofern enthalte ich mich beim Sounddesigner von “Carmen Cubana”, Andreas Frei, der Stimme).
Zweitens müsste die Ticketpreisgestaltung adaptiert werden. Sowohl die ganz rechte als auch die ganz linke Tribüne sind zumindest in den ersten Reihen Positionen mit Sichtbehinderung. Diese Plätze der teuersten Kategorie zuzuordnen, ist fahrlässig. Man hat in den ersten Reihen eine “Säule” vor sich, und wenn man Pech hat, einen Fotografen, der tatsächlich glaubt, direkt an der Bühne stehen zu müssen. Das ist, mit Verlaub, eine Zumutung, vor allem, wenn man weiß, welche Anweisungen Fotografen erhalten. Sitzt man ganz rechts beziehungsweise ganz links, hat man auch keine Möglichkeit, die ganze Tiefe der Bühne zu erfassen. Man nimmt also alles bruchstückhaft auf. Da müssen sich die Verantwortlichen sicher mal Gedanken machen, ob das Sinn macht, den vollen Preis abzukassieren.

Carmen Cubana

Fazit: Alle, die bei Tourproduktionen normalerweise mit allergischen Reaktionen zu kämpfen haben und die eine oder andere dieser Shows schon mal fluchtartig verlassen haben, können sich an “Carmen Cubana” vielleicht kurieren. Das Level ist recht hoch, die Darsteller zwar keine Household Names, aber immer für eine Überraschung gut. Und, was nicht unwesentlich ist: Nach all den Dramen, die man in Wiener Musicals oft geboten bekommt, ist man am Ende dieser Show mit Sicherheit besser gelaunt als am Anfang.

Carmen Cubana - a latin pop opera
Nach der Novelle von Prosper Mà©rimà©e und der Oper »Carmen« von George Bizet

Kreativteam
Buch: Kim Duddy
Musik: Martin Gellner & Werner Stranka
Regie & Choreographie: Kim Duddy
Musikalische Leitung Martin Gellner & Werner Stranka / Beat 4 Feet
Dt. Buch: Mike Majzen
Bühne: Walter Vogelweider
Kostüme: Robert Schwaighofer
Lichtdesign: Andrew Voller
Tondesign: Andreas Frei
Produzent: Peter Fröstl / mc events & musicpromotions Gmbh
Produktionsleitung: Ulrike Bruckner / mc events & musicpromotions Gmbh

Cast
Carmen: Lana Gordon
Joe: Rob Fowler
Escamillo: Ruben Heerenveen
Lilas Pastia: Walter Reynolds
Francesca: Kudra Owens
Mercedes: Jacqueline Braun
Rum: Dennis Le Gree
Sergeant Cooper: Alvin Le-Bass
Morales: Pehton Quirante
Chuck: Steven Seale
Sam: Dominik Hofbauer
Jimmy: Andras Simonffy
Gabriella: Kenia Bernal Gonzales
Rum’s Girl: Michelle Marier
Rum’s Girl: Karen Henry
Rum’s Girl: Ines Hengl-Pirker
Rum’s Girl/Dance Captain: Lorna Dawson
Alicia: Laura Fernandez
Margarite: Carla Weissmann
Cousin Carlos: Brian Carmack
Juan: Hugo Cortes
Barato: Jose Wanderley

Band
Gitarre: Martin Gellner (Musical Director), Ariel Ramirez, Pedro Tagliani
Bass: Peter Schönbauer, Mathias Petereit
Keyboards: Martin Payr, Bernie Eder
Drums: Shayan Fathi, Florian Holoubek

Lukas Perman startet Auktionsplattform zugunsten “Menschen für Menschen”

Anfang Oktober 2007 geht auf lukas-perman.com eine Auktionsplattform online, mit deren Hilfe Musicaldarsteller und Schauspieler Lukas Perman Geld für die Organisation “Menschen für Menschen” sammeln möchte.

Gegründet wurde “Menschen für Menschen” vom Schauspieler Karlheinz Böhm. Er wettete 1981 in der ZDF-Sendung “Wetten, dass ..?”, dass “nicht jeder dritte Zuschauer eine Mark, einen Franken oder sieben Schilling für Menschen in der Sahelzone spendet”. Mit 1,2 Mio. DM flog er nach dieser Sendung im Oktober 1981 erstmals nach Äthiopien und gründete am 13. November 1981 in Deutschland die Hilfsorganisation “Menschen für Menschen”.

Auf Lukas Permans Versteigerungsplattform werden Musicalartikel wie beispielsweise von Künstlern unterschriebene CDs, Programmhefte - kurz, alles, was für Musicalinteressierte interessant sein könnte, angeboten. Die Ankündigung auf seiner Website liest sich wie folgt:

11.09.2007 | Auktion…
Meine Lieben… Ich versuche ab Anfang Oktober eine Versteigerungsseite auf meiner Homepage aufzuziehen. Es sollen auf dieser Seite regelmässig Artikel von Musicals (von Künstlern unterschriebene CDs, Programmhefte, usw. …also alles was ich so in die Finger bekommen kann und für euch interessant sein könnte) versteigert werden. Die Einkünfte kommen der Organisation “MENSCHEN FÜR MENSCHEN” zugute. Ich hoffe natürlich, dass sich diese Plattform möglichst gross aufziehen lässt und so immer wieder Geld gesammelt werden kann. Vielleicht ist ja manchmal was dabei für Euch… Schaut einfach ab und zu rein!

Wer wird Nachfolger von Franz Häussler als Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wien?

Die Diskussion um die Nachfolge von Franz Häussler als Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wien beginnt. In einem Interview der Wiener Zeitung mit dem Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny kann man folgende Passage finden:

Wiener Zeitung: Wer wird Generaldirektor Franz Häussler bei den Vereinigten Bühnen folgen? Rudi Klausnitzer?

Mailath-Pokorny: Wir sind übereingekommen, dass der Herr Generaldirektor die Funktionsanierung Ronacher weiter und fertig betreiben soll, und dann wird es einen Nachfolger geben. Wer das ist, wird der Eigentümer, die Wiener Holding, entscheiden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er Rudi Klausnitzer heißen wird. [Wiener Zeitung, 7. September 2007]

Die Erfolgsstory “Max Seifert” oder Grenzwertiges von den Grenzland-Nachrichten

Unter dem Titel “Die Besten miteinander vereint” berichten die “Grenzland Nachrichten” über die die WestLK Musical-Sommerakademie, die am 23. August 2007 im Schulungszentrum Schloss Krickenbeck startete und mit einem attraktiven Preis lockte: Seit 2005 stiftet die WestLK ein Stipendium und finanziert damit den Besuch eines Trimesters an der Royal Academy of Music in London.

Das Dozententeam 2007:
- Künstlerische Leitung/Gesamtkoordination: Prof. Wolfgang Groller, Konservatorium Wien Privatuniversität
- Gesang: Prof. Mary Hammond, Gesangslehrerin der Royal Academy of Music in London
- Choreographie/Regie: Ricarda Regina Ludigkeit, Tanzpädagogin, Choreografin, Regisseurin
- Schauspiel: Prof. Peter Lund, Universität der Künste und Neuköllner Oper, Berlin
- Audition/Liedinterpretation: Pia Douwes, Musical-Darstellerin
- Musikalische Leitung: Prof. Patricia Martin, FolkwangHochschule Essen und Prof. Lior Kretzer, Konservatorium Wien Privatuniversität

So weit, so gut. Besonders interessant ist aber vor allem eine Passage des Artikels der Grenzlandnachrichten. Da heißt es:

»Im vergangenen Jahr gewann Max Seifert das Stipendium für London. Seitdem hat er die Hauptrolle in »Romeo und Julia« im Raimund Theater Wien und in »Wicked - die Hexen von Oz« in Stuttgart gespielt«, unterstreicht Groller.

Nicht nur, dass nicht ein “Max Seifert” gewonnen hat, sondern Mark Seibert, den geschätzten Redakteuren dürfte auch vollkommen entgangen sein, dass “Wicked” noch nicht mal Premiere hatte und “Romeo & Julia” schon vor dem Gewinn des Preises stattgefunden hat. Aber egal, lustig sind sie allemal, die Grenzland-Nachrichten.

Links
- Artikel der “Grenzland-Nachrichten”
- Mark Seiberts Website

“Idiot!” “Oberlehrer!” “Vollkoffer!” Marika Lichter sorgt für Rummel im Raimund Theater

Etwas hitzig ging es nach der Wiederaufnahme von “Rebecca” im Wiener Raimund Theater am 6. September 2007 in der Garderobe des 1. Rangs zu. Heftig wurde diskutiert, das eine oder andere Schimpfwort ist gefallen. Was war passiert?

Marika Lichter gab an jenem Abend ihr Debüt als Mrs. Van Hopper in Sylvester Levays & Michael Kunzes Musical “Rebecca”. Am Ende der Vorstellung, beim Schlussapplaus wurden alle Darsteller eifrig gefeiert - bis auf eine: Marika Lichter. Sie wurde von einigen Zuschauern unüberhörbar ausgebuht.

Warum? Interessante Frage. Es gibt dafür eigentlich keinen Grund, ihre Leistung an diesem Abend hat keinen Buhruf verdient. Dennoch musste jeder, der mal ab und zu einen Blick in die einschlägigen Musicalforen dieses Landes wirft, exakt damit gerechnet haben. Zu viele Hinweise hatte es dafür gegeben, dass Carin Filipcic-Fans die Ablöse ihres Lieblings nicht ohne Aktionen hinnehmen würden. Mich interessiert die Frage, ob Filipcic nun von sich aus ihren Vertrag nicht mehr verlängert hat (wovon ich ausgehe) nicht wirklich. Tatsache ist, dass man nicht den Rollennachfolger ausbuhen kann, nur weil man gern hätte, dass die Urbesetzung erhalten bleibt. Da sollte man doch lieber dabei bleiben, sich in den einschlägigen Kindergartenforen auszutoben.

Marika Lichter hatte das Pech, an diesem Abend ganz offensichtlich indisponiert zu sein. Sie konnte sich kaum bewegen, es fiel ihr offensichtlich schwer, auch nur einen Schritt zu machen. Hier hat (wenn das der Fall war), und das muss man leider sagen, das Theatermanagement versagt. Man darf einen Darsteller, der ganz offensichtlich indisponiert ist, nicht ohne Ankündigung auf die Bühne lassen. Wenn vor der Vorstellung durchgesagt wird, dass eine Darstellerin trotz Verletzung ihren Auftritt absolvieren wird, hat sie schon von Beginn an das Wohlwollen der Zuschauer auf ihrer Seite, nur bösartige Menschen brächten es übers Herz, einen Darsteller, der trotz Verletzung spielt, auszubuhen.

Mein Respekt gehört daher an diesem Abend Marika Lichter, die trotz allem tapfer auch die Buhrufe durchgestanden hat. Zwei Anmerkungen noch zuletzt: Für Uwe Kröger hat man nun endlich den Schlusston des vorletzten Liedes “Manderley in Flammen”, den er in der vergangenen Saison diverse Male nicht mehr treffen konnte, in erreichbare Dimensionen transponiert. Sauber getroffen hat er ihn dennoch nicht. Wurde er ausgebuht? Nein, natürlich nicht. Auch Carin Filipcic war in der Vorstellung. Was mag sie sich wohl beim Schlussapplaus gedacht haben.

Stadthalle Wien: Premiere von »Carmen Cubana – A latin Pop Opera«

Carmen Cubana2006 feierte “Carmen Cubana”, ein Musical von Kim Duddy (Buch) sowie Martin Gellner und Werner Stranka (Musik), im Rahmen des Musicalsommers Amstetten seine Uraufführung. Die Produktion lief derart erfolgreich, dass 2007 eine Tourneeversion entwickelt wurde. Die Premiere dieser Fassung der “Latin Pop Opera” stieg am 21. August 2007 in München, am 13. September 2007 findet die Wien-Premiere von “Carmen Cubana” in der Stadthalle, Halle F, statt. (Link zur Premierenkritik)

Musikalisch gesehen ist “Carmen Cubana” eine moderne Pop-Oper mit Melodie-Zitaten des berühmten Vorgängers und neuen Kompositionen im Spannungsfeld Latin/R&B/Pop und Klassik. Am Anfang stand die Idee, Bizets Carmen mit modernen Arrangements zu einem für ein Musicaltheater spielbaren Stück umzugestalten. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Werk, den immer größer werdenden Respekt vor Bizets Genie, und der teilweise unmöglichen und auch unnötigen Entkopplung von Komposition und Arrangement, ergab es sich den Stoff von Prosper Mà©rimà©e auf gleiche Art und Weise zu nutzen, wie es schon Bizet vor 130 Jahren getan hat.
In der Partitur Carmens stehen die Musikstücke spanischen Charakters oft recht unvermittelt neben dem normalen operngemäßen Musikidiom im Stil des damals vor allem in Frankreich in Literatur, Musik und Malerei charakteristischen Realismus. Realitätsfragmente, die den Ort der Handlung beschreiben und die musikalische Interpretationen Bizets sind, der selbst nie in Spanien war.
Carmen CubanaDas wohl bekannteste Lied, die “Habanera” etwa, entstammt nicht der kompositorischen Ausbeute eines inspirierenden Aufenthalts des Komponisten in Cordoba, sondern von einem Besuch der Bibliothek des Pariser Conservatoire, in der Bizet die vom Mexikaner Sebastià¡n Yradier (demselben, der “La Paloma” komponierte) erdachte Melodie fand. - Um übrigens endlich, nach dem zehnten Versuch, eine, der scheinbar recht anstrengenden Diva genehmen Auftrittsarie auf den Leib geschrieben zu haben.
Der Weg von Mexiko nach Kuba ist jedoch kürzer als der nach Spanien. Die Habanera wird im R&B Stil des Jahres 2006 wiederbelebt. Carmen meets Beyoncà©. Escamillio, der kubanische Superstar, erobert mit seinem Latin-Pop die Charts. Die “Fiesta del Fuego” in Santiago de Cuba wird mit Salsa und Merengue Rhythmen gefeiert.

Kim Duddy über die Entstehung der “Pop Opera”:

Als ich die Novelle von Prosper Mà©rimà©e zu lesen begann, dachte ich, ich hätte das falsche Buch erwischt. Es
las sich wie eine trockene archäologische Abhandlung, die langsam spannender wurde, als sie sich zu einer Erzählung über einen verlorenen Mann und seine tragische Begegnung mit einem Zigeunermädchen namens Carmen entwickelte. Die Bilder seines Schicksals in Carmens Händen waren so lebendig, dass ich dem Buch fast geantwortet hätte. Wie soll man sie beschreiben? Ein verführerisches Hexenwesen, mit animalischen Instinkten, ohne Angst, für die die Kunst der Verführung gleichzeitig Freude und Mittel zum Zweck ist. Eine Frau, die eher sterben würde, als sich selbst untreu zu werden. Eine Frau, die allein im Hier und Jetzt lebt, mit Verantwortung einzig für sich selbst. Ein weiblicher Don Juan. Und das alles bis jetzt ohne Musik. Ich wusste,
dass ich versuchen wollte, diese Frau lebendig zu machen.
George Bizets »Carmen« ist eine der schönsten und sicherlich auch eine der meist gespielten Opern der Welt. Mit Carmen Cubana möchte ich den Geist dieser Oper erhalten, einige Original Melodien verwenden, aber dabei einen einzigartigen Sound schaffen – für unsere Carmen, die in Kuba spielt. Der Hintergrund unserer Geschichte ist Kuba im Sommer 1994. 32.000 Kubaner versuchen mit Booten nach Miami zu flüchten. Unsere Carmen ist einer dieser Menschen. Das Floß mit ihr, ihrer Familie und Freunden
kentert. Sie werden von der Küstenwache aufgegriffen und auf den Stützpunkt Guantanamo Bay in Kuba gebracht. Dies war der Anfang, Menschen in der Basis festzuhalten. Für mich ist dies ein heißes Thema, vor allem wenn man bedenkt, was aus dem Stützpunkt geworden ist.
Auf Kubanischem Boden, festgehalten von Amerikanern, so hatte sich Carmen den amerikanischen Traum nicht vorgestellt. Sie weiß, dass sie keine Gefangene sein kann und plant, ungeachtet der Gefahr, ihre Flucht und entdeckt dabei Jose, einen schüchternen, pflichtbewussten Corporal.

Carmen Cubana - a latin pop opera
Nach der Novelle von Prosper Mà©rimà©e und der Oper »Carmen« von George Bizet

Kreativteam
Buch: Kim Duddy
Musik: Martin Gellner & Werner Stranka
Regie & Choreographie: Kim Duddy
Musikalische Leitung Martin Gellner & Werner Stranka / Beat 4 Feet
Dt. Buch: Mike Majzen
Bühne: Walter Vogelweider
Kostüme: Robert Schwaighofer
Lichtdesign: Andrew Voller
Tondesign: Andreas Frei
Produzent: Peter Fröstl / mc events & musicpromotions Gmbh
Produktionsleitung: Ulrike Bruckner / mc events & musicpromotions Gmbh

Cast
Carmen: Lana Gordon
Joe: Rob Fowler
Escamillo: Ruben Heerenveen
Lilas Pastia: Walter Reynolds
Francesca: Kudra Owens
Mercedes: Jacqueline Braun
Rum: Dennis Le Gree
Sergeant Cooper: Alvin Le-Bass
Morales: Pehton Quirante
Chuck: Steven Seale
Sam: Dominik Hofbauer
Jimmy: Andras Simonffy
Gabriella: Kenia Bernal Gonzales
Rum’s Girl: Michelle Marier
Rum’s Girl: Karen Henry
Rum’s Girl: Ines Hengl-Pirker
Rum’s Girl/Dance Captain: Lorna Dawson
Alicia: Laura Fernandez
Margarite: Carla Weissmann
Cousin Carlos: Brian Carmack
Juan: Hugo Cortes
Barato: Jose Wanderley

Band
Gitarre: Martin Gellner (Musical Director), Ariel Ramirez, Pedro Tagliani
Bass: Peter Schönbauer, Mathias Petereit
Keyboards: Martin Payr, Bernie Eder
Drums: Shayan Fathi, Florian Holoubek

Tickets & Termine
WIEN, Stadthalle Halle F 13.9. bis 22.9. 2007

Links
- carmencubana.com
- MySpace-Site von “Carmen Cubana”
- mc events & musicpromotions GmbH

ORF: Musical! Die Show - Es geht los

Am 28. September beginnt für die neue ORF-Sendung “Musical! Die Show” die heiße Phase. Im Max Reinhardt Seminar
(Palais Cumberland, 1140 Wien, Penzingerstraße 9) beginnen die Auditions. Nähere Infos unter musical.orf.at. Aus dem Pressetext:

Ihre große Leidenschaft ist das Musical. Sie lieben die Bühne und überzeugen mit ausdrucksstarker Stimme, schauspielerischem Können und fundierten Tanzkenntnissen: Das wollen wir sehen! Der ORF gibt jungen Künstlern die Chance, ihr Talent vor einem Millionenpublikum unter Beweis zu stellen.

Kommen Sie zu unseren Auditions: Gesucht werden charismatische Persönlichkeiten, die das 18. Lebensjahr (geboren am 30. September 1989 oder früher) bereits vollendet haben und deren Lebensmittelpunkt in Österreich liegt. Gute Deutschkenntnisse sind Voraussetzung.

Sind Sie daran interessiert, schon in ein paar Monaten im Scheinwerferlicht einer österreichischen Bühne zu stehen?
Dann sollten Sie für die Audition Folgendes vorbereiten:
» eine Ballade
» eine Uptempo-Nummer
» Noten für den Korrepetitor

Auditions-Termine: 28., 29. und 30. September 2007 ab 9.00 Uhr

UPDATE 21.11.2007
Einen Bildbericht von der Präsentation von “Musical! Die Show” gibt es –>hier<--.

Wien: Ramesh Nair auf der Suche nach neuen “Sophistikids”

Die “Sophistikids” sind ein gemeinnütziger Verein zur Förderung junger Talente in den Bereichen Tanz, Gesang und Schauspiel - eine Gruppe 8- bis 21-jähriger Kinder und Jugendlicher, die es sich zur Leidenschaft gemacht hat, bereits im frühen Alter auf der Bühne zu stehen.

Gemeinsam mit professionellen Musicaldarstellern, die den jungen Künstlern alle Tricks und Kniffe beibringen, studieren die Kids jedes Jahr eine abendfüllende Show ein, die am Ende der Saison zur Aufführung kommt. Einmal jährlich nehmen die Sophistikids mit den erlernten Choreographien an den Meisterschaften im Musical-/Showdance teil und sind für Events, Galas sowie für private Feiern als Showeinlage zu buchen.

Das Sophistikids-Team
Ramesh Nair (Künstlerische Leitung)
Monika Gabriel (Organisation, Administration)
Sabrina Gabriel (Organisiation, Sponsoring, Marketing)
Nicola Feik (Regieassistenz)
Anna Behne (Gesang und musikalische Einstudierung)
Lorna Dawson (Choreographie)
Jacqueline Braun (Schauspielcoaching)

Auditions für die Saison 2007/08
Für das nächste Musical-Projekt der “Sophistikids”-Company sucht Ramesh Nair, künstlerischer Leiter und derzeit Choreograph von “Highschool Musical”, frische Musicaltalente von 8 bis 21 Jahren.
Die Auditions dafür finden am 9. und 16. September 2007 in der Zeit von von 11 bis 17 Uhr im Margit Manhardt Tanzstudio (Neubaugasse 38, 1070 Wien) statt.
Vorzubereiten sind 2 Songs (Halbplayback auf CD oder Noten sind mitzubringen), ein Monolog oder ein Gedicht. (Tanzkeidung nicht vergessen!)

Schubert Theater Wien: “V.I.P Opera - Vienna International Pocket Opera”

V.I.P. OperaManchmal hört man ein Lied und weiß, dass man ein Konzert des Interpreten eben dieses Liedes besuchen muss. Nehmen wir die “Vienna International Pocket Opera”. Auf ihrer Website hat die Gruppe eine ganze Reihe von Soundbeispielen, so unter anderem auch den Song “how does is feel”. Dauer: 1 Minute und 24 Sekunden, und doch sind diese paar Sekunden vermutlich für den einen oder anderen Anreiz genug, sich ein Konzert der “Vienna International Pocket Opera” zu geben.

Was hat man sich unter der “Vienna International Pocket Opera” eigentlich vorzustellen? Ein Ausschnitt aus dem Pressetext des Ensembles:

In Wien - einer Weltstadt der Musik - lohnt es sich, als Gast an einem Abend in die Oper, am nächsten in ein Musical und am folgenden noch in einen Jazzclub zu gehen. Wer das alles in einem haben möchte, und noch dazu einzigartig dargebracht, erlebt am besten die »V.I.P.Opera« live.
Die Vienna International Pocket Opera besteht aus nur vier Musikern, auch wenn man manchmal doppelt so viele zu hören meint. Tenor, Geige, Horn und Klarinette. Punkt. Was die vier Herren im Frack ohne Hilfsmittel auf die Bühne zaubern, ist schlicht
unglaublich. Von der Königin der Nacht bis zu den Blues Brothers, von Operette als Samba bis zu fetzigen Alpinmusikklängen reicht der Schwindel erregende Reigen. Sie hören Trompeten, Posaunen, Balalaikas oder Drum Beats allein mit der Stimme erzeugt, sind Zeuge eines Mafia Begräbnisses oder Gast bei »The Queen«.
Großes Musiktheater mit kleinstem Aufwand ist das Konzept der Pocket Opera. Virtuosität, Witz und Spielfreude werden Sie verzaubern.

V.I.P. OperaBei “V.I.P Opera - Vienna International Pocket Opera” handelt es sich um:

Peter Hofmann (Horn)
Erich Steinkogler (Klarinette, Saxophon)
Max Volt (Tenor, Percussion)
Azzi Finder (Violine).

Die nächsten Auftrittstermine der Gruppe finden im Wiener Schubert Theater statt, und zwar am 8., 9. und 12. September, am 5., 6., 19. und 20. Oktober sowie am 16. und 17. November 2007, jeweils um 19:30 Uhr.

Tickets:
Einheitspreis: 12 Euro (ermäßigt 10 Euro)
Schubert-Theater
Währinger Straße 46; 1090 Wien
Telefon: 0676 - 44 34 860
E-Mail: schuberttheater@gmx.at

Links:
- Schubert Theater
- Vienna International Pocket Opera

Heavy Chanson & Evita: Lucy McEvil im 3raum-Anatomietheater

Lucy McEvil als Evita; Foto: Mario LangDerzeit läuft im Wiener 3raum-Anatomietheater die Satire “Evita Peron” mit der Wiener Diseuse Lucy McEvil in der Hauptrolle sowie Andreas Erstling (Ibiza), Hubsi Kramar (Peron), Elisabeth Prohaska (Mutter) und Tamara Stern (Krankenschwester).

Autor der “schwarzen Komödie”, die 1971 uraufgeführt wurde, ist der Schriftsteller, Dramatiker und Zeichner COPI (Raul Damonte Botana, 1939-1987). COPI zeichnet “Evita” als selbstsüchtige, hasserfüllte Person, die ein neues Leben beginnen möchte.

Der Inhalt des Stücks: Evita hat sich mit ihrem Mann, Präsident Peron, dem Vertrauten Ibiza, ihrer Mutter und ihrer Krankenschwester eingeschlossen. Sie gibt vor, schwer krebskrank und dem Tode nahe zu sein. Wenn sie stirbt, soll sie ein Staatsbegräbnis erhalten. Eben jenes Staatsbegräbnis soll ihr Weg in die Freiheit sein. Evita heckt eine raffinierten Plan aus, um mit Hilfe ihres in der Schweiz gehorteten Geldes in ein neues Leben starten zu können, befreit von ihrem verhassten Mann und dem Amt, welches ihr zur Bürde geworden ist. Sie ermordet gemeinsam mit Ibiza die Krankenschwester, der sie zuvor ihr Kleid angezogen hat. Die tote Krankenschwesterr wird entsprechend geschminkt und bekommt Evitas Perücke. Der wirklichen Evita zum Verwechseln ähnlich, soll sie einbalsamiert und den wartenden, trauernden Volksmassen präsentiert werden, bevor sie endgültig begraben wird …

Lucy McEvil; Foto: Inge PraderNeben ihrer Hauptrolle in der Satire “Evita Peron” (die im Übrigen eine gesunde Dosis Gegengift für all jene ist, die Andrew Lloyd Webbers Musicalversion der Lebensgeschichte von Evita Peron schon auswendig runterjodeln können) gibt Lucy McEvil mit ihrer Band (Martin Kratochwil am Klavier, Günther Schiebeck am Bass und Georg Mauerhofer an den Drums sowie am Vibrafon) von September bis Dezember 2007 (Premiere: 14. September, 22 Uhr) eine Reihe von Solokonzerten, die man nicht missen sollte, gilt sie doch als eine der derzeit schillerndsten Persönlichkeiten in der Sparte “Heavy Chanson”.

Mit viel Lust und Können machen sich Lucy McEvil und ihre drei Musiker über Neues, Altes und Eigenkompositionen her. Country als Bossa Nova verkleidet, Wienerlieder mit gelungenem Facelifting, Chansons, die plötzlich nach Punk riechen, Schubert, mal ohne Pathos und minimalistisch aufbereitet … und vieles mehr. Zu hören unter anderem: Bearbeitungen von Randy Newmans “Political Science” sowie “Lonely At The Top”, weiters Lieder von Rainer Werner Fassbinder (”Karneval”) und Hans Magnus Enzensberger (”In 10 Sekunden ist alles vorbei”), die von Peer Raben vertont wurden. Aus der Wiener Chansonriege sind Hugo Wieners “Wie man eine Torte macht”, Gerhard Bronners “Das Chesterfield Girl”, Andrà© Hellers “Mein Freund Schnuckenack” und Helmut Qualtingers “Des Wean des is a oide Frau” mit an Bord. Auch Vertonungen von Erich Kästners “Barlied” und Friedrich Holländers “Stroganoff” sind eingeplant, neben Eigenkompositionen von Martin Kratochwil mit Texte von Stephan Eibel Erzberg.

Lucy McEvil; Foto: Inge PraderLucy McEvil hat in ihrem Programm die uralten Themen Tod und Eros auf dem musikalischen Seziertisch. Der Tod verliert den Kopf und das Flittchen fängt an darüber nachzudenken. Konzerte von ihr sind eine spannende Mischung aus ganz leisen, bis hin zu komisch burlesken Liedern über den Tod, das Sterben, die Lust und das Begehren.

Lucy McEvil & Band
Klavier Martin Kratochwil
Bass: Günther Schiebeck
Drums & Vibrafon: Georg Mauerhofer
3raum Anatomietheater; 1030 Wien, Beatrixgasse 11
14. September, 19. Oktober, 16. November und 14. Dezember 2007, jeweils um 22 Uhr
Karten: 15 Euro/ 12 Euro erm.
Reservierung unter: 0650 / 323 33 77 oder www.3raum.or.at

Evita Peron
3raum Anatomietheater; 1030 Wien, Beatrixgasse 11
noch bis 20. September, Mittwoch bis Samstag
Karten: 18 Euro/12 Euro erm.
Reservierung unter: 0650 / 323 33 77 oder www.3raum.or.at

Links:
- Lucy McEvil
- 3raum-Anatomietheater
- Martin Kratochvil
- Der “Falter” über Lucy McEvil
- Zur Geschichte des 3raum-Anatomietheaters

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