Archiv - Theater
Martin Bruny am Samstag, den
9. Februar 2008 um 15:00 · gespeichert in Theater
Die Wiener Volksoper unter der Direktion Robert Meyer setzt ihren Erfolgskurs fort. Sowohl die Sitzplatzauslastung von 82,94 Prozent als auch die Einnahmen und Besucherzahlen erreichten im Januar 2008 den höchsten Wert seit der Ausgliederung 1999.
Die nächste Premiere an der Volksoper gilt der Operette »Das Land des Lächelns« (Dirigent: Sascha Goetzel, Regie: Beverly Blankenship).
Martin Bruny am Montag, den
4. Februar 2008 um 22:53 · gespeichert in Wien, Theater, Castingshows
Was machen die Teilnehmer von “Musical! Die Show” nach all dem TV-Rummel?
Nehmen wir zum Beispiel Alexander Donesch. Donesch ist ab 6. Februar 2008 im “Dschungel Wien” engagiert. An der Seite von Tania Golden, Jan Hutter, Eduard Wildner, Karoline Gans, Doris Warasin und Vera Schmidt spielt er in der Uraufführung “König und König”, einem Schauspiel mit Revue und Message nach einem Bilderbuch von Linda de Haan und Stern Nijland, das im Rahmen des Kinderprogramms (ab 6 Jahren) des “Dschungel Wien” gezeigt wird.
Inhalt
Im Schloss des fernen Landes Traumistan leben eine alte Königin, ein junger Kronprinz, ein Kammerdiener und eine Hofkatze einträchtig zusammen. Nach den vielen Jahren des Regierens ist die Königin Linda arbeitsmüde und möchte sich in den Ruhestand begeben. Sie beschließt auf Anraten ihres Dieners, dass ihr Sohn Prinz Stern heiraten soll, um ihre Nachfolge antreten zu können. Es bedarf einiger Überredungskunst, aber schließlich werden doch alle unverheirateten Prinzessinnen der Welt eingeladen.
Diese präsentieren sich dem Königssohn in einer bunten Revue mit Liedern, Tänzen, Kunststücken und Akrobatik. Das Herz des Prinzen kann sich jedoch für keine der Damen erwärmen. Die letzte Prinzessin aber kommt in Begleitung ihres Bruders und endlich schlägt bei Prinz Stern der Blitz ein. Er bekommt rote Ohren und Herzsausen: er hat sich verliebt! In den Bruder.
Glücklicherweise wird seine Zuneigung auch noch erwidert und so kann es zum royalen Happy End kommen.
Große Freude in Traumistan! Sofort werden Nägel mit Köpfen gemacht. Ein großes Hochzeitsfest wird zu Ehren der beiden jungen Prinzen ausgerichtet und das königliche Publikum ist eingeladen, als Gäste auf das Wohl des frisch vermählten Paares anzustoßen, beim Hochzeitstanz mitzumachen und eine fröhliche Party zu feiern.
Der Besuch von »König und König« erlaubt es Kindern, Akzeptanz für vermeintliches Anderssein zu üben und setzt ein deutliches Zeichen gegen Homophobie. Um nach der Vorstellung die Fragen, die bei diesem Stoff aufkommen können, kindgerecht zu beantworten, werden eine/n VertreterIn des Ensembles bzw. eine/n MitarbeiterIn der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen anwesend sein, um das Gesehene und Erlebte, gerne auch mit Eltern und anderen interessierten Personen, zu reflektieren.
Leading Team/Cast
VON: Alexander Gruber / NACH EINEM BILDERBUCH VON: Linda de Haan, Stern Nijland / REGIE: Barbara Loibnegger / KÜNSTLERISCHE BETREUUNG: Helmut Berger / KÜNSTLERISCHE BETREUUNG KOSTÜM: Birgit Hutter / KOSTÜM: Anna Sonner & Veronika Kerbl (Modeschule Hetzendorf) / KOSTÜMASSISTENZ: Birgit Moser / BÜHNE: Benedikt Fischer & Helmut Berger / LICHTDESIGN: Theresia Hausner / CHOREOGRAPHIE: Marcus Tesch / PRODUKTION: Alexandra Hutter / MASKE: Anna Jäger / REGIEASSISTENZ: Barbara Schenter / DRAMATURGIEASSISTENZ: Mareike Luca / DARSTELLERiNNEN: Tania Golden / Alexander Donesch / Jan Hutter / Eduard Wildner / Karoline Gans / Doris Warasin, Vera Schmidt /
Termine
Do. 07. Feb. 10:30 + 16:30 / Fr. 08. Feb. 10:30 + 16:30 / Sa. 09. Feb. 16:30 + 19:30 / So. 10. Feb. 16:30 / Di. 19. Feb. 10:30 + 14:30 / Mi. 20. Feb. 10:30
Martin Bruny am Dienstag, den
29. Januar 2008 um 23:54 · gespeichert in Theater

Am 8. November 1930 ging im Großen Schauspielhaus von Berlin die Premiere eines Singspiels mit dem Namen “Im weißen Rössl” über die Bühne. Ralph Benatzky (Musik), Robert Gilet (Musik, Gesangstexte), Bruno Granichstaedten (Musik), Robert Stolz (Musik), Hans Müller (Buch) und Erik Charell (Buch) schrieben, basierend auf dem gleichnamigen Lustspiel von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg, ein feines Stück Musiktheater in drei Akten mit Evergreens wie “Es muss was Wunderbares sein, von dir geliebt zu werden”, “Zuschau’n kann i net” oder “Was kann der Sigismund dafür”. “Im weißen Rössl” trat schon bald seinen Siegeszug in der ganzen Welt an (Londoner Uraufführung 1931, Österreichiche Erstaufführung in Wien 1931, New York-Premiere 1936), es wurde 1935, 1952 und 1960 verfilmt - und ist heute vor allem als biedere Operette bekannt.

Egal ob Schwank, Operette oder Revue, Werner Sobotka möchte in seiner Inszenierung dem “weißen Rössl” eine neue Deutung verpassen und eine Art swingende “Piefke-Saga” auf die Bühne der Wiener Kammerspiele bringen - eine moderne »Rössl« Interpretation: intelligente Unterhaltung, respektlos und voll Glamour, Jazz, Dekadenz und ironisch gebrochener Nostalgie.
Die Rösslwirtin Josepha spielt Eva Maria Marold, als ihr Zahlkellner Leopold gibt sich Viktor Gernot die Ehre. Weiters mit dabei: Ruth Brauer-Kvam, Caroline Vasicek, Boris Eder, Christian Futterknecht, Martin Niedermair, Toni Slama, Kurt Sobotka und viele andere.
Die Premiere findet am 7. Februar um 20.00 Uhr in den Wiener Kammerspielen statt.
Martin Bruny am Samstag, den
24. November 2007 um 11:09 · gespeichert in Theater, Theater, 2007
1985, also vor 23 Jahren,
- programmierte Alexey Pajitnov das Computerspiel Tetris;
- siegte Boris Becker als erster Deutscher und (mit 17 Jahren) jüngster Tennisspieler aller Zeiten beim Grand Slam-Turnier von Wimbledon;
- wurden die beiden Formel-1-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg sowie Daniel Küblböck geboren;
- startete in der Bundesrepublik Deutschland mit “Sat 1″ das erste private Satelliten-Fernsehprogramm;
und in Wien feierte “A Christmas Carol” in der Inszenierung des International Theatre Premiere.
Gegründet wurde das International Theatre Vienna 1974 von Marilyn Close und William Wallace, die erste Vorstellung des Theaterunternehmens fand im November 1974 in Graz statt. Man gab Noel Cowards “Blithe Spirit”. Einige Jahre zog das International Theatre Vienna als Tourneetheater durch die Lande, bis man 1980 in der Porzellangasse 8 geeignete Räumlichkeiten fand. Am 14. Januar 1980 ging mit Paul Zindels “The Effect of Gamma-Rays On Man-In-The-Moon Marigolds” die erste Vorstellung im neuen Haus des Vienna International Theatre über die Bühne. Bis heute hat das Theaterunternehmen rund 150 Stücke zur Aufführung gebracht, darunter auch Musicals wie “Into the Woods” oder “You’re a good man, Charlie Brown” - und seit 23 Jahren alljährlich: “A Christmas Carol”, von Charles Dickens.
Seit 1990 bespielt das International Theatre zusätzlich ein Kellergewölbe der Servitenkirche, ein paar Gehminuten vom Haupthaus entfernt. Rund 400 Quadratmeter ist “The Fundus” groß, ab 1994 gingen die “A Christmas Carol”-Vorstellungen hier, unter der Erde, über die “Bühne”.
“A Christmas Carol” hat sich in Wien längst zur Weihnachts-Institution entwickelt. Manche sehen die Show als Schüler im Rahmen einer “Exkursion” im Fundus und kommen dann Jahre später wieder. Es gibt auch Besucher, die sich alljährlich, ähnlich wie mit “Dinner for One” zu Silvester, in eine bestimmte Stimmung versetzen lassen wollen und “A Christmas Carol” bereits viele Male erlebt haben. Es ist fast eine Art “gemeinsames Älterwerden” dann, auch wenn nicht alle Schauspieler viele Jahre am International Theatre bleiben.
Im Fundus gibt es keine Bühne im traditionellen Sinn, in einem Halbkreis rund um einen gedachten Bühnenbereich werden Stühle aufgestellt. Rund 70 Besucher finden Platz und erleben hautnah die Geschichte von Ebenezer Scrooge, einem alten grantigen Geizhals, der in einer einzigen Nacht zunächst Besuch von seinem verstorbenen Teilhaber Jacob Marley und dann von drei weiteren Geistern erhält, die ihm schließlich dazu verhelfen, sein Leben zu ändern. 1843 veröffentlichte Dickens seine sozialkritische Erzählung, seit 1901 wurde “A Christmas Carol” viele Male verfilmt. 2009 soll ein 3D-Film mit Jim Carrey in die Kinos kommen. Robert Zemeckis wird bei dieser Produktion Regie führen. Im Fundus zeigt man eine von Jack Babb dramatisierte Version. Den Text dazu können sich beispielsweise Lehrer, die ihre Schüler auf das Stück vorbereiten wollen, von der Website des International Theatre downloaden. Selten ist man als Zuschauer näher am Geschehen dran, die Schauspieler sind im Fundus buchstäblich in Griffweite, und umgekehrt. Das gibt der Aufführung durchaus eine eigene, intime Note. Geht man die Stufen ins Gewölbe hinunter, ist es, als würde man in eine eigene Welt und Zeit abtauchen. Wer immer ein Faible hat für die englische Sprache und englisches Theater, ist bei “A Christmas Carol” im Fundus gut aufgehoben. Wer sich partout nicht in Weihnachtsstimmung versetzen kann, ab in den Fundus, nichtmal Ebenezer Scrooge könnte da hart bleiben.
A CHRISTMAS CAROL by Charles Dickens
The Fundus, November 19 to December 29, 2007
Mondays through Saturdays
All performances start at 7.30 pm.
Adapted by Jack Babb
Directed by Jack Babb
Stage Manager: Cheryl Carabelli
Lights and Sound: Cheryl Carabelli
Costumes: Gloria Sattà©l and Laura Mitchell
Properties: Laura Mitchell
Technical Director: Eric Lomas
With:
Kevin Brock (Ebenezer Scrooge)
Eric Lomas (Fred, Scrooge as a young man, Peter Cratchit, child)
Jack Babb (Narrator, Bob Cratchit, Topper)
Marilyn Close (Lady doing charitable work, Mrs. Fezziwig, Mrs. Dilber, Ghost of Christmas Present)
Laura Mitchell (Lady doing charitable work, Ghost of Christmas Past, Mrs. Cratchit, A Confused Guest)
Roxanne Carless (Narrator, A Girl Singing Christmas Carols, Belle, Martha Cratchit, Fred’s Sister in Law)
Gene De Wild (Ghost Of Jacob Marley, Mr. Fezziwig, A Lamplighter, Ghost Of Christmas Future)
Amanda Wilkins (Narrator, Fan, Tiny Tim, Fred’s Wife, Child)
International Theatre
Porzellangasse 8/Ecke Müllnergasse
1090 Wien
office@internationaltheatre.at
www.internationaltheatre.at
The Fundus
Müllnergasse 6A
1090 Wien
Karten: 01/319 62 72 oder
an der Tageskassa (Mo - Fr von 11.00-15.00)
Normalpreise: € 20.- bis 24.-
Preis für Schüler, Studenten (-26), Senioren (ab 60/65): € 14.-
Martin Bruny am Freitag, den
19. Oktober 2007 um 21:21 · gespeichert in Theater
“Theater der Jugend. Neue Wege”, das ist der Titel des Festsymposions anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Theaters der Jugend, das am 27. und 28. November 2007 im Theater im Zentrum stattfindet. Es handelt sich dabei um eine Veranstaltung des Theaters der Jugend (TdJ) und des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien (TFM).
Neben einer theaterhistorischen Auseinendersetzung - der Dokumentation und kritischen Reflexion der Geschichte des größten europäischen Kinder- und Jugendtheaters -, werden in drei Gesprächsrunden gegenwärtige Positionen des Kinder- und Jugendtheaters im deutschsprachigen Raum aus den Blickwinkeln von Theaterkritikern, Autoren und Intendanten diskutiert. Damit soll den Teilnehmern Einblick in die praktischen wie wissenschaftlichen Positionsbestimmungen und Diskurse geboten werden und diese in Diskussionen weiterreflektiert werden. Die Beiträge werden publiziert.
Der Eintritt zu den Vorträgen und Diskussionsrunden ist frei.
Dienstag, 27.11. (Theater im Zentrum)
9.00–11.30 Uhr (Moderation: Stefan Hulfeld (TFM))
Edda Fuhrich (ehem. TFM): Das Renaissancetheater, eine Probebühne der Moderne?
Birgit Peter (TFM): Die Gründungsjahre des TdJ 1932-1938
Markus Felkel (TdJ): Von der Revuebühne »Moulin Rouge« zum Theater im Zentrum
11.30–12.15 Uhr Mittagspause
12.15–13.30 Uhr (Moderation: Julia Danielczyk (Wienbibliothek))
Veronika Zangl (Universität Wien): »Neue Wege« nach 1945
Daniela Strigl (Wien): Österreichische Literatur und »Neue Wege«
13.40–15.00 Uhr (Moderation: Monika Meister (TFM))
Gerald M. Bauer (TdJ): Aufbrüche/Umbrüche. Kinder und Jugendtheater nach 1968
Wolfgang Greisenegger (TFM): Die Ära Urbach
Mittwoch, 28.11. (Theater im Zentrum)
10.00–11.30 Uhr (Moderation: Gerald M. Bauer (TdJ))
Harald Volker Sommer (TdJ): Theaterpädagogik
Marlene Schneider (TdJ): Romanadaptionen für die Bühne
Das gegenwärtige Theater der Jugend (Arbeitstitel) – Ein Film von Sebastian Hellinger
11.30–13.00 Uhr: Mittagspause
13.00–14.00 Uhr (Moderation: Heidi Lexe (Stube Wien) angefragt)
»Nur für Kinder ?« – Diskussionsrunde der Autoren
- Neue Wege: In welche Richtung steuert das Kinder- und Jugendtheater?
- Wo liegen die Unterschiede im Schreiben für Kinder und Erwachsene?
Es diskutieren: Andri Beyeler (Schweiz); Ulrich Hub (Deutschland); Lutz Hübner (Deutschland); Kristo Sagor (Deutschland); Volker Schmidt (Österreich); Franziska Steiof (Deutschland); Nick Wood (Großbritannien)
14.30–15.30 Uhr (Moderation: Birgit Peter (TFM))
»Neue Wege für das Kinder- und Jugendtheater?« – Diskussionsrunde der Intendanten
- Neue Wege im Kinder- und Jugendtheater: Wege und Perspektiven in Ihrem Theater für Kinder und Jugendliche?
- Gibt es eine historische Tradition, in der Sie ihr Haus positioniert sehen wollen?
Es diskutieren: Stefan Fischer-Fels (Junges Schauspielhaus Düsseldorf); Heidelinde Leutgöb (junges schauspielhannover); Volker Ludwig (GRIPS Theater Berlin); Henry Mason (u\hof Linz); George Podt (SchauBurg am Elisabethplatz, München); Stephan Rabl (Dschungel Wien); Michael Schilhan (Next Liberty Graz); Klaus Schumacher (Deutsches Schauspielhaus Hamburg)
16.00–17.00 Uhr (Moderation: N. N.)
»Kinder lesen keine Kritiken!« – Diskussionsrunde der Kritiker
- Welchen Platz hat die Kinder- und Jugendtheaterkritik in Ihrem Medium?
- Was sind die Kriterien der Beurteilung? Wer ist der Adressat Ihrer Rezensionen?
Es diskutieren: Lona Chernel (Wiener Zeitung); Thomas Gabler (Kronenzeitung); Peter Jarolin (Kurier); Hedwig Kainberger (Salzburger Nachrichten); Norbert Mayer (Presse); Harald Müller (Theater der Zeit); Ronald Pohl (Standard); Heinz Sichrovsky (News)
Martin Bruny am Sonntag, den
7. Oktober 2007 um 12:45 · gespeichert in Wien, Theater
Eine ganze Seite ist in der Kurier-Ausgabe von heute (7. Oktober) einem Interview mit Burgtheater-Direktor Klaus Bachler gewidmet. Eine Seite, die er großteils dafür nützen darf, zu den verheerenden Kritiken der “Romeo und Julia”-Premiere an der Wiener Burg Stellung zu nehmen. In der Online-Ausgabe des Kurier wird man das Interview vergeblich suchen, denn auch der Kurier ist eines jener Medien, die es vorgezogen haben, kulturlos online zu gehen. Im Folgenden Ausschnitte aus dem Interview:
Kurier: Warum ist es passiert?
Bachler: Weil “Romeo und Julia” einzigartig ist. Die Liebesgeschichte der abendländischen Kultur. Jeder, der das sieht, fühlt sich persönlich gemeint. Jeder will seine kleine Liebe im kleinen Leben groß sehen. Und was haben die Menschen im Kopf? Meist nicht Shakespeare, sondern alles von Zeffirelli bis zum Lehrer am Theresianum. Ich finde die Aufführung theatralisch-ästhetisch sehr offen und angreifbar - inhaltlich finde ich sie überhaupt nicht angreifbar. Aber um das zu bemerken, müsste man sich sich wirklich mit dem Stück auseinandersetzen. Wenn ich jetzt lese, diese Aufführung sei ein “Tiefpunkt”, dann muss ich schon sagen: Der Tiefpunkt im Theater ist der Schlafsaal, niemals die Aufregung.
Kurier: Aber es gibt doch konkrete handwerkliche Einwände gegen diese Aufführung, die Qualität des Schauspiels …
Bachler: Ich finde die Auseinandersetzung damit äußerst oberflächlich. Wenn das Einzige, was man bei Figuren wie Mercutio anzumerken hat, die Nacktheit ist, das Einzige bei Lorenzo, dass der Schauspieler einen deutschen Kritiker attackiert hat, dann ist das einfach flach. Ich lasse jetzt einmal den Kritikern ihre Meinung, die Aufführung sei nicht gut. Ich behaupte aber: Sie ist wichtig!
Kurier: Aber reden wir doch nicht nur von den Kritikern - das Premierempublikum hat sogar schon zur Pause gebuht!
Bachler: Das ist doch in Ordnung! Das ist Reaktion! Wir sind doch kein Dienstleistungsbetrieb! Ich mach’ doch nicht “Romeo und Julia” als Eisrevue oder als Musical! Regisseure und Schauspieler sind Künstler. Sie haben eine Eigenverantwortung und ein Recht auf künstlerische Freiheit, auch gegenüber dem Intendanten. Ich war bei den Proben viel dabei, habe viel gesagt. Bestimmte Dinge haben sich verändert, andere nicht. Man kann mich dafür kritisieren, dass ich Herrn Hartmann engagiere. Aber man kann nicht erwarten, dass ich ihn engagiere, um ihm dann das Stück aus der Hand zu nehmen. Es ist eine Interpretation von “Romeo und Julia”: Dass die jetzt so einen Schmerzensschrei auslöst - so what?
Kurier: Wie läuft “Romeo und Julia” jetzt?
Bachler: Ausverkauft! Eine Vorstellung war die Premiere, mt Pausen-Buhs. Die Schauspieler aber reagieren, entwickeln, eine extreme Vorstellung lebt. Es gab auch eine Aufführung mit jungem Publikum, die haben gejohlt wie im Popkonzert!
Martin Bruny am Dienstag, den
29. Mai 2007 um 09:47 · gespeichert in Musical, Theater, Event-Tipps
Am 2. November 2006 fand die Uraufführung von “Marie Antoinette”, einem Musical von Sylvester Levay und Michael Kunze, in Tokio statt. Wenige Wochen danach tauchten erste Gerüchte über eine deutsche Produktion in Bremen auf, die nun durch einen Bericht in der “taz” einen etwas skurrilen Touch bekommen. Es ist Bremens kommender Theaterintendant Hans-Joachim Frey, der an “Marie Antoinette” großes Interesse zeigt. Wie er allerdings konkrete Pläne formuliert, kann man zumindest als etwas merkwürdig bezeichnen. So steht in der “taz” zu lesen:
Wenn die Städtereise-Veranstalter im Herbst 2007 das Bremer Musical in ihr Programm aufnehmen, könnte der Vorverkauf zum Weihnachtsgeschäft beginnen. Freys Ziel: Im Sommer 2008 sollen mindestens 2.000 Karten verkauft sein. sonst wird die Sache abgeblasen - die Vorlauf-Kosten bis dahin liegen zwischen 500.000 und einer Million Euro. Aber diesen Fall hält Frey für rein hypothetisch. Im Gegenteil: “Ich rechne mit einem hohen Überschuss” - für die Theaterkasse. “Ich brauche keine Ausfallbürgschaft”, hat Frey erklärt. “Wer nichts wagt, gewinnt nichts”, sagt Frey. Die HVG, die das Musical Theater betreibt, übernimmt kein Risiko. Man werde einen normalen Mietvertrag abschließen, sagt Geschäftsführer Claus Kleyboldt, der sich auch in Tokio das Stück angesehen hat.
Wenn der Versuch im Sommer 2008 floppt, würden die angefallenen Kosten also aus dem Theaterhaushalt kommen müssen - den die Beschäftigten gerade durch Lohnverzicht (”Notlagentarifvertrag”) sanieren. “Das kann nicht sein”, sagt Carmen Emigholz. Die Auslastung der Spielstätte am Richtweg sei “nicht primäre Aufgabe des Theaters”, das Risiko müsse “außerhalb des Theaters” liegen.
Bleibt abzuwarten, ob sich die Autoren dieser Show auf ein solch merkwürdig formuliertes Vorhaben einlassen. [Story]
Martin Bruny am Sonntag, den
27. Mai 2007 um 00:00 · gespeichert in Musical, Theater, Event-Tipps
Am 7. Februar 2008 feiert Andrew Lloyd Webbers Rockoper “Jesus Christ Superstar” in einer Inszenierung von Josef E. Köpplinger am Stadttheater Klagenfurt Premiere. Bereits am 3. Februar findet eine Einführungsmatinee, moderiert von Sylvia Brandl, zu dieser Produktion im Stadttheater Klagenfurt statt.
Leading-Team
Musikalische Leitung: Jeff Frohner
Regie: Josef E. Köpplinger
Choreographie: Ricarda Regina Ludigkeit
Bühne: Rainer Sinell
Kostüme: Gera Graf
Choreinstudierung: Alexander Kowalsky
Dramaturgie: Sylvia Brandl
Cast
Juliana De Aquino, Lorna Dawson, Charlie Fischer, Claudia, Kraxner, Asha Lindsey, Tina Podstawa, Nora Schleicher, Susanne Seimel, Dijana Torriani, Marianne Varga; Frank Berg, Marvin Dietmann, Dominik Hofbauer, Otto Jaus, Willi, Jeschofnik, Denis Kozeluh, Peter Lesiak, Dave Mandell, Alexander Moitzi, Previn Moore, Hannes Muik, Mark Nordike, Boris Pfeifer, Daniel Prohaska, John Ramsten, Christian Schleinzer, Stefan Schmitz, Krassimir Tassev, Erwin Windegger; Chor des Stadttheaters Klagenfurt, JCS-Orchester
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Am 6. März 2008 steigt die Premiere von Franz Lehars Operette “Die Lustige Witwe” (Einführungsmatinee 2. März 2008, Moderation Christoph Wagner-Trenkwitz).
Kreativ-Team
Musikalische Leitung: Peter Marschik
Regie: Josef E. Köpplinger
Choreographie: Karl Schreiner
Bühne: Heidrun Schmelzer
Kostüme: Marie-Louise Walek
Choreinstudierung: Alexander Kowalsky
Dramaturgie: Heiko Cullmann
Cast
Marion Dimali, Dagmar Hellberg, Mà¡rta Kosztolanyi, Michaela Mock, Patricia Nessy; Frank Berg, Juan Carlos Falcà³n, Boris Grappe, Willi Jeschofnik, Joachim Gabriel Maaß, Previn Moore, Bruno Riedl, Andreas Wanasek, Thomas Weinhappel; Chor und Extrachor des Stadttheaters Klagenfurt; Kärntner Sinfonieorchester
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Unter der Musikalischen Leitung von Charles Prince ist am Silvestertag 2007 ein Konzert mit dem Titel “Verdi, Lehà¡r, Bernstein & Co.” angesetzt. Die Sopranistin und Schauspielerin Sigrid Hauser fungiert als Moderatorin und Interpretin neben Gergana Geleva, Juan Carlos Falcà³n und Alex Vicens. Im Sommer 2008 (12. und 14. August) wird die Veranstaltung wiederholt. Es spielt das Kärntner Sinfonieorchester. Das Programm führt von der Alten in die Neue Welt, von den Operettenbühnen Wiens direkt an den New Yorker Broadway mit Songs aus u. a. Bernsteins “On The Town”, “Candide” oder “West Side Story”.
Martin Bruny am Montag, den
21. Mai 2007 um 14:27 · gespeichert in Musical, Broadway, Theater, Awards
Die Awards-Welle ist nun voll über die amerikanische Theaterwelt hereingebrochen. Die diesjährigen Gewinner der Drama Desk Awards [Story]:
Musical
Outstanding Musical: Spring Awakening
Outstanding Revival of a Musical: Company
Outstanding Actor in a Musical: Raul Esparza, Company
Outstanding Actress in a Musical(Tie): Audra McDonald, 110 in the Shade/Donna Murphy, LoveMusik
Outstanding Featured Actor in a Musical: Gavin Lee, Mary Poppins
Outstanding Featured Actress in a Musical: Debra Monk, Curtains
Outstanding Director of a Musical: Michael Mayer, Spring Awakening
Outstanding Choreography: Andy Blankenbuehler, In the Heights
Outstanding Music: Duncan Sheik, Spring Awakening
Outstanding Lyrics: Steven Sater, Spring Awakening
Outstanding Book of a Musical: Rupert Holmes and Peter Stone, Curtains
Outstanding Orchestrations (Tie): Mary-Mitchell Campbell, Company/Jonathan Tunick, LoveMusik
Outstanding Set Design of a Musical: Bob Crowley, Mary Poppins
Sprechtheater
Outstanding Play: Tom Stoppard, The Coast of Utopia
Outstanding Revival of a Play: Journey’s End
Outstanding Actor in a Play: Frank Langella, Frost/Nixon
Outstanding Actress in a Play: Eve Best, A Moon for the Misbegotten
Outstanding Featured Actor in a Play: Boyd Gaines, Journey’s End
Outstanding Featured Actress in a Play: Martha Plimpton, The Coast of Utopia
Outstanding Director of a Play: Jack O’Brien, The Coast of Utopia
Outstanding Music for a Play: Mark Bennett, The Coast of Utopia
Outstanding Set Design of a Play: Bob Crowley and Scott Pask, The Coast of Utopia
Outstanding Costume Design: Catherine Zuber, The Coast of Utopia
Outstanding Lighting Design: Kenneth Posner, Brian MacDevitt, Natasha Katz, The Coast of Utopia
Outstanding Sound Design: Gregory Clarke, Journey’s End
Outstanding Solo Performance: Vanessa Redgrave, The Year of Magical Thinking
Unique Theatrical Experience: Edward Scissorhands
Martin Bruny am Samstag, den
19. Mai 2007 um 13:39 · gespeichert in Musical, Theater, Awards, Event-Tipps
Am 21. Mai geht in den Niederlanden die Johnny Kraaykamp Musical Awards Gala über die Bühne. Seit dem Jahr 2000 werden unter anderem die besten Musicaldarsteller bei dieser von Joop van den Ende und John Kraaykamp Sr. ins Leben gerufenen Preisverleihung mit einer Trophäe, einem Geldbetrag von 2500 Euro und natürlich jeder Menge Prestige ausgezeichnet. Wer auch vom Ausland aus dabei sein möchte, kann sich auf Radio2.nl von 20 Uhr bis 23 Uhr einklinken. Der Sender überträgt die Show live.
Die Nominierungen in der Sparte bestes “großes” Musical
- Cats (Joop van den Ende Theaterproducties)
- Grease (V&V Entertainment)
- Rembrandt De Musical (Stardust Theatre)
- The Wiz (Joop van den Ende Theaterproducties)
Die Nominierungen in der Sparte bestes “kleines” Musical
- DOE MAAR! (V&V Entertainment)
- Jungle boek: Mowgli en het regenwoud (Theaterfamilie BV)
- Nijntje op vakantie (Stichting SIP)
- Oebele! (Stok & Co)
Die Nominierungen in der Sparte beste Darstellerin in einem “großen” Musical
- Chantal Janzen (Tarzan)
- Nurlaila Karim (The Wiz)
- Ellen Pieters (Wat Zien Ik?!)
- Cà©line Purcell (My Fair Lady)
- Wieneke Remmers (Rembrandt)
Die Nominierungen in der Sparte bester Darsteller in einem “großen” Musical
- Thom Hoffman (My Fair Lady)
- Jasper Kerkhof (Chess)
- Danny de Munk (The Wiz)
- Henk Poort (Rembrandt)
Die Nominierungen in der Sparte beste Darstellerin in einem “kleinen” Musical
- Kim-Lian van der Meij (Doe Maar)
- Eva Poppink (Nijntje Op Vakantie)
- Birgit Schuurman (The Last 5 Years)
- Vanessa Timmermans (Honk!)
Die Nominierungen in der Sparte bester Darsteller in einem “kleinen” Musical
- Danià«l Boissevain (Doe Maar)
- Ivo Chundro (Honk!)
- Willem-Jan Stouthart (Kikker in de wolken)
- Nico de Vries (Jungle Boek)
Die komplette Liste der Nominierungen gibt es hier.
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