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Archiv - News

“Best of 2005″ da capo

Und noch ein kleiner Nachschlag zum Thema Bestenlisten. Diesmal die Theater Top-10-Listen von bekannten US-Zeitschriften und -Magazinen.

TIME
01. PRIVATE FEARS IN PUBLIC PLACES, by Alan Ayckbourn
02. KA, written and directed by Robert Lepage
03. THE LAST DAYS OF JUDAS ISCARIOT, by Stephen Adly Guiggis
04. THE WOMAN IN WHITE, book by Charlotte Jones, music by Andrew Lloyd Webber, lyrics by David Zippel
05. THE PILLOWMAN, by Martin McDonagh
06. SEASCAPE, by Edward Albee
07. THE 35TH ANNUAL PIUTNAM COUNTY SPELLING BEE, book by Rachel Sheinkin, songs by William Finn
08. MISS WITHERSPOON, by Chistopher Durang
09. ORSON’S SHADOW, by Austin Pendleton
10. DARLING OF THE DAY, by Jule Styne and E.Y. Harburg, and IT’S A WONDERFUL LIFE, by Joe Raposo and Sheldon Harnick, in concert revivals

THE DAILY NEWS Top 10 (alphabetisch)(Howard Kissel)
Boozy
Doubt
Jersey Boys
The Light in the Piazza
Moonlight and Magnolias
Private Fears in Public Places
Souvenir
The Trip to Bountiful
Walking Down Broadway
Who’s Afraid of Virginia Woolf?

NEW JERSEY STAR-LEDGER (Michael Sommers)
01. Dirty Rotten Scoundrels
02. Drumstruck
03. In the Continuum
04. Jersey Boys
05. The Light in the Piazza
06. Private Fears in Public Places
07. Romance
08. See What I Wanna See
09. The 25th Annual Putnam County Spelling Bee
10. Who’s Afraid of Virginia Woolf?

ENTERTAINMENT WEEKLY
BEST:
01. Sweeney Todd
02. Who’s Afraid of Virginia Woolf?
03. The Last Days of Judas Iscariot
04. Orson’s Shadow
05. Glengarry Glen Ross
06. The Pillowman
07. Jersey Boys
08. The 25th Annual Putnam County Spelling Bee
09. After Ashley
10. The Ruby Sunrise

WORST:
01. In My Life
02. Lennon
03. The Blonde in the Thunderbird

NEWSDAY (Linda Winer)
01. Glengarry Glen Ross
02. Spamalot
03. Sweeney Todd
04. The Pillowman
05. Third
06. Seascape
07. Miss Witherspoon
08. In the Continuum
09. See What I Wanna See
10. Movin’ Out

THE NEW YORK TIMES (Ben Brantley)
“Dream Teams”
Glengarry Glen Ross
Hurlyburly
Spirit
Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street
Who’s Afraid of Virginia Woolf?

“CELESTIAL STAR TURNS”
Victoria Clark in Light In The Piazza
Rebecca Hall in As You Like It
Antony Sher in Primo
Lois Smith in A Trip To Bountiful
John Lloyd Young in Jersey Boys

Das Theater an der Wien - ein Nachruf

Foto: © Martin Bruny
Der 10. Dezember 2005 bedeutete das Aus für die Kunstform Musical im Theater an der Wien. Um 19:30 Uhr dieses Tages hob sich noch ein letztes Mal der Vorhang für “Musical Christmas”. Der Orchestergraben war schon geräumt, faserfrei präsentierte sich die gähnende Leere. Das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien war ja, wie immer bei den Weihnachtskonzerten, auf der Bühne platziert. Der Eingangsbereich zum Theater - eine Baustelle. Schnell schnell muss man den Eingangsbereich für W. A. Mozart umgestalten. Ka schöne Leich.
Es ist müßig, all die Musicalproduktionen des Theaterhauses aufzulisten, es ist müßig, darauf hinzuweisen, dass das Haus immer geprägt war von einem gesunden Wechsel von Schauspiel, Oper, später Operette und Musical, nun wird das Theater an der Wien geschlossen, und nur fallweise, ca. 100 Mal im Jahr, für den Monokultur-Opernbetrieb geöffnet. Die Kartenpreise werden in manchen Kategorien mehr als verdoppelt, der Pool an potentiellem Publikum verengt sich auf die Staatsopern-Klientel, die nun einen zusätzlichen Opernabend pro Jahr einplanen darf.
Es stellt sich allerdings die Frage nach dem Sinn. Wo steckt der Sinn dahinter, ein täglich ausverkauftes Haus umzuwidmen? Macht es Sinn, ein technisch bestens ausgerüstetes Haus downzugraden auf den “Opernbedarf”? Macht es Sinn, ein Jahr lang nur Mozart aufzuführen, den armen Kerl endgültig zu Tode zu spielen? Macht es Sinn, ein gut gehendes Musicalhaus umzuwidmen ohne zu versuchen, die entsetzlich schlecht funktionierende Volksoper auf Vordermann zu bringen. Macht es also Sinn, in Wien ein zusätzliches Opernhaus zu installieren, wenn eines der bestehenden ohnedies so gar nicht funktioniert? Fragen über Fragen … Antworten sind müßig, denn das Ergebnis ist keine Folge von logischen Überlegungen. Lassen wir es dabei bewenden.
Musical am Theater an der Wien - das ist eine Geschichte von großen Momenten und so manch vergebener Chance. Nehmen wir Freudiana, die erste große Eigenproduktion der Vereinigten Bühnen Wien, als Angel- und Endpunkt. Was für ein wunderbarer Score, was für herrliche Lieder - eines der meist unterschätztesten Musicals, die je im Theater an der Wien gespielt wurden. Ein Revival ist längst überfällig, eine baldige konzertante Aufführung ein Muss. “Don’t let the moment pass” mag hier als letzter Tribut an das Theater an der Wien als Musicalhaus stehen. Auf Wiedersehen!

This golden day will be mine
For every moment in time
If time should lose her way

A symphony in the night
Of stars that dance in the light
And music far away

They say that love is but a dance
Don’t let the music fade away
Don’t let the moment pass

Without a reason or rhyme
The sweet bouquet of the wine
Will vanish in the air

The innocence of the rose
She leaves where ever she goes
That all the world may share

Some days when clouds are drifting by
I open my eyes to watch them go
And wonder where they fly

Some nights Orion runs too fast
I look to the stars as if to say
Don’t let the moment pass

But soon a golden age is past
Just when it seemed that miracles
Where not too much to ask

And though the world may turn too fast
If it should seem like paradise
Don’t let the moment pass
[Eric Woolfson/Lida Winiewicz und Brian Brolly]

Der ganz normale “CASTING”-WahnSINN - die neue Show des Konservatorium Wien

Casting; Foto: © Konservatorium Wien
Was, wenn eine Gruppe von jungen Künstlern an einem Ensemble-Wettbewerb teilnimmt? Und was, wenn die Nummer mit einem Choreografen erarbeitet werden soll, der unerwartet keine Zeit hat? ? Ja, was dann?
Casting; Foto: © Konservatorium Wien
Ein solches Szenario, in der eine Gruppe plötzlich “führerlos” geworden und ganz auf sich selbst gestellt ist, malt die musikalische Revue “Casting” von Erhard Pauer und Michaela Riedl aus: Das Publikum wird nicht nur Zeuge der unvermeidlich auftretenden Konflikte und Krisen, sondern erhält vor allem auch einen Begriff davon, was es heißt, künstlerisch zu arbeiten, also eine Ensemblenummer sängerisch und choreografisch einzustudieren. Denn nicht alles ist Show - oder doch?
Casting; Foto: © Konservatorium Wien

Casting - Eine musikalische Revue
von Erhard Pauer und Michaela Riedl
Regie: Erhard Pauer
Musikalische Leitung und Klavier: Lior Kretzer
Choreographie: Marcus Tesch
Bühne und Kostüme: Andrea Bernd und Eva Gumpenberger

Cast
Vincent Bueno, Joachim Feichtinger, Elise Hovdkinn, Jonny Kreuter, Lisa Polacek, Lutz Standop, Thomas Udalrik und Gloria Wind
In Zusammenarbeit mit dem Theater der Jugend

Aufführungen an der Konservatorium Wien Privatuniversität: 10.-14. 12. [Konservatorium Wien Privatuniversität, Leonie-Rysanek-Saal, Johannesgasse 4a, 1010 Wien]
Aufführungen im Wiener Metropol ab 26. 1. 2006.

Die Falschheit der Eventkultur

Wir leben heutzutage in einer oft hemmungslos lächerlichen Eventkultur, wobei zunehmend nicht nur das Kulturereignis an sich als Event aufgezogen wird, sondern schon die Präliminarien für dasselbe als Event abgefeiert werden. Aktuelles Beispiel: das Robbie Williams Wien-Konzert, das im August 2006 in Wien stattfinden wird.
Robbie Williams Vorverkaufs-Kick_off, Wien, 19.11.2005; Foto: © Martin Bruny
Schauplatz: Samstag, 19. November 2005, Wien, Burgtheater, 8:30 Uhr. Ein sogenannter Kartenverkaufs-Kick-off ist “im vollen Gange”. Ab 9:30 Uhr gehen an diesem Standort 8.000 Tickets in den Verkauf, und was immer sich die “Veranstalter” dieses Kick-offs erwartet haben dürften, es findet nicht wirklich statt. Wer glaubt, dass zu nachtschlafener Zeit an einem Samstagmorgen enthusiasmierte Massen einem über eine Vidiwall geisternden Robbie Williams zujubeln und sich um die Tickets prügeln, ja, der hat Wien vielleicht mit London oder New York oder sonstwas verwechselt.
Robbie Williams Vorverkaufs-Kick_off, Wien, 19.11.2005; Foto: © Martin Bruny
Selbstverständlich sind die eingefleischten Fans da, aber bei an die 0 Grad Temperatur ist aus dem Pulk kaum etwas zu hören. Alles steht stumpf und starr da und wartet auf den Start der Kartenverkaufs.
Robbie Williams Vorverkaufs-Kick_off, Wien, 19.11.2005; Foto: © Martin Bruny
Wieviel werden es sein? Naja, schätzungsweise 1000 Leute. Kein Grund, an die 100-150 Sicherheitsleute, diverse Zettel- und Punsch- und Tee- und Kapperl- und Feuerzeug- und was sonst noch für -Austeiler auf den Platz zu jagen.
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da war ein Kartenvorverkauf einfach ein Kartenvorverkauf. Man ging an nen Schalter und bekam seine Tickets. Ok, man musste sich vielleicht für das eine oder andere Event ein paar Minuten anstellen, und die Karten kosteten 300-400 Schilling für ein Open Air-Konzert im Stadion, und nicht 75 bis 100 Euro, aber das wars dann auch. Und so erfolgreich Mr. Williams auch sein mag, es haben schon bedeutendere Pop-Ereignisse die schlechte Akustik des Wiener Happel-Stadions gecheckt.
Robbie Williams Vorverkaufs-Kick_off, Wien, 19.11.2005; Foto: © Martin Bruny
Der Williams-Kick-off ist medienmäßig natürlich dennoch verwertbar. Mein Gott, man hat doch seine Tricks, dafür wird man doch bezahlt. Als die ersten Frierenden knapp nach 9:30 mit ihren Tickets aus dem abgesperrten Kick-off-Bereich traben, wird eifrig gefilmt, der “Regisseur” einer TV-Truppe gibt Anweisungen: “Geh jubelts noch ein bisserl, wir brauchen das noch einmal.” Und dann kreischen die Mädels halt, jo, wir sind jung und wir brauchen den Robbie. Es ist ein bißchen peinlich - aber nur vor Ort, denn wenn das Ganze dann auf Sendung geht, wird es ein Riiiisenerfolg gewesen sein.
Robbie Williams Vorverkaufs-Kick_off, Wien, 19.11.2005; Foto: © Martin Bruny

Barry Manilow: Ab in die 50er

In den einschlägigen Fanforen habens schon die Spatzen vom Dach gepfiffen. Barry Manilow und die 50er, das wird wohl eine neue CD ergeben. Einzelne Evergreens hat er schon länger in seine stets ausverkauften Las Vegas-Shows eingebaut - die CD erscheint nun tatsächlich Ende Januar 2006. “The Greatest Songs of the Fifties” ist auch wieder mal ein Wendepunkt in der Karriere des Adult Contemporary Music Stars Numero Uno. Nach fünf Jahren beim Jazz-Label Concorde landet er nun wieder im sicheren Hafen von Arista Records und … bei Clive Davis, also bei jenem Mann, der ihn entdeckt hat. Von einem Album mit den Evergreens der 50er kann man sich nun nicht gerade eine Rückkehr Manilows in die Pop-Charts erwarten, aber die hat er ohnedies schon Anfang der 80er des vorigen Jahrhunderts nach 25 Top 40 Pop-Hits abgeschrieben, und so schafft er vielleicht eine feine und stilvolle Reminiszenz an ein Zeitalter voller Melodien. Mehr wollen seine treuen Fans ohnedies nicht. Die Tracklist von “The Greatest Hits of the Fifties” liest sich zumindest mal vielversprechend:
“Moments To Remember”
“All I Have To Do Is Dream”
“It’s Not for Me To Say”
“It’s All in the Game”
“Young at Heart”
“Love Is a Many Splendored Thing”
“Are You Lonesome Tonight”
“Rags to Riches”
“Beyond the Sea”
“Unchained Melody”
“What a Difference a Day Makes”
“Sincerely/Teach Me Tonight” (medley)
“Venus”

Verkaufts mei Gwand, i fohr in Himmel oder die “Elisabeth”-Pseudo-Derniere

Dernieren sind für Theaterfans etwas ganz Besonderes. Das gilt nicht nur für das Musical, sondern auch für das Sprechtheater, für das Theater allgemein. In Dernieren, das ist bekannt, findet man zu einem Großteil Theaterverrückte, die die betreffende Produktion viele Male, oft Hunderte Male, gesehen haben. Es ist ein Abschied, der mit Begeisterung gefeiert wird und immer in Wehmut endet, und ja, geweint wird bei Dernieren nicht selten, sowohl auf der Bühne als auch im Publikum. Es ist zu einem großen Anteil ein Haufen Irrer, der sich noch einmal versammelt, um gemeinsam die Magie zu erleben, ein Haufen Kunst- und Kulturbegeisterter, der noch einmal zur Gefühlskulisse wird, ohne die die Kulissen der Bühne nur ein Haufen Pappmachà© und Metall blieben.
Gelten Premieren oft als Schickimicki-Events, für die man Prominenz braucht, um in die Schlagzeilen zu kommen, ist das bei Dernieren nicht wirklich der Fall. Hier ist alles gelaufen; sicher, Artikel in der Presse sind immer von Vorteil, aber Kartenvorverkauf muss keiner mehr angekurbelt werden. Namen von Promis sind nicht mehr nötig, um in irgendwelchen Klatschkolumnen Erwähnung zu finden. Es ist ein Abschiedsfest, bei dem man gemeinsam einer doch schönen Zeit “gedenkt”.
Anders im Fall von “Elisabeth”. Hier legt der Veranstalter scheinbar Wert darauf, zur Derniere am 4. Dezember 2005 Prominenz ins Theater an der Wien zu laden und, so vermutet man, große Kartenkontingente en gros & exklusiv zu verkaufen. Der allgemeine Kartenvorverkauf für die letzte Vorstellung von “Elisabeth” wurde nie eröffnet, die Show wurde vielmehr zur “Geschlossenen Veranstaltung” erklärt. Das kann man ganz nüchtern sehen, und vermutlich hat sich der für diese Entscheidung Verantwortliche etwas dabei gedacht. Vielleicht ist es aus buchhalterischen Gründen und zum Wohle des Geschäftsjahrs nötig, Gewinn zu lukrieren, wo es auch nur möglich ist.
Man kann das Ganze auch ein wenig weniger nüchtern sehen, man kann auch die Meinung vertreten, dass hier den Fans die Derniere geraubt wird. Natürlich ist das mit “Fans” immer so eine Sache. Mal liebt man sie, mal würde man sie am liebsten auf den Mond schießen. So manche Show wurde von allzu mitgerissenen Fans zur Farce zerschrien und zerjubelt, von den Exzessen und Gelagen am Bühnentürl gar nicht zu reden. Aber andererseits: Was wären Musicals ohne die hysterischen, ehthusiasmierten Musicalfans, die auch dann für Stimmung sorgen, wenn der Altersdurchschnitt im Saal bei 66 und das Stimmungsbarometer bei “Gähn” liegt. Natürlich verdient man nicht mit Leuten, die um 2,5 Euro die Stehplätze belagern, aber andererseits, wie ätzend leer ist ein Theater, wenn die “Fans” mal nicht da sind.
Ich muss gestehen, ich habe kein Verständnis für das Phänomen “Dernierenraub”. Ich habe keine Lust, um billige Restkarten zu betteln und dann in der Vorstellung zusehen zu müssen, wie in den ersten Reihen Baumeister einschlafen, Direktoren anderer Theater angewidert die Mundwinkel nach unten verziehen und Starlets sich bei ihren Begleitungen erkundigen, wer denn die arme Frau in Weiß eigentlich sei.
“Elisabeth” wird als das Musical in Wiens Theatergeschichte eingehen, das keine Derniere hatte. Das mag traurig sein, aber vielleicht passt es zur Story, denn auch der Habsburgerin blieb keine Zeit, in Würde Abschied von dieser Welt zu nehmen.

Hausverbot für SONY

SONYS viel umstrittener neuer Kopierschutz XCP für Musik-CDs erregt in den USA die Gemüter von so manchem Musikfreund. Legt man eine mit XCP geschützte CD in das CD-ROM-Laufwerk eines PCs, startet, so wird berichtet, eine verborgene Software, die vom User unentdeckt permanent das System überwacht, den Prozessor belastet und Schädlingen Tür und Tor öffnet.
Wir leben in Zeiten, in denen der PC als Arbeitsmittelpunkt akzeptiert wird, in Zeiten, da mobile Audio Devices als Standard angesehen werden. Walkman, iPod, USB-Sticks, Handys mit MP3-Funktion, … konzipiert, um immer und überall Musik genießen zu können. Warum kaufe ich mir eine “CD”? Ich kaufe sie mir, um die darauf abgespeicherten Daten hören zu “dürfen”. Worauf ich diese abgespeicherten Daten abhöre, muss dabei irrelevant sein. Ich kaufe, so würde ich meinen, eine Lizenz, mir die auf diesem Datenträger gespeicherten Daten anhören zu dürfen. Wie und wo ich das machen möchte, sollte mir überlassen bleiben. Wenn ich mir die CD auf meinem alten Kassettenrekorder am Klo anhören möchte, so sollte das doch niemanden kümmern, wenn ich mir dafür die Daten auf eine ausgeleierte Kassette ziehe, oder eben auf die Festplatte meines Laptops, meines PCs, meines iPods oder wo immer ich diese Daten haben möchte, so sollte das doch kein Problem darstellen.
Die Realität sieht so aus, dass wir in Zeiten leben, da Plattenfirmen sich erdreisten, ihre Kunden ununterbrochen mit wahrlich strunzdummen Werbespots bezüglich Raubkopierer zu belästigen, in Zeiten, da Sicherungssysteme eingeführt werden, die die Klangqualität beeinträchtigen, PCs zum Absturz bringen; auf manchen PCs sind kopiergeschützte CDs gar nicht abzuspielen. Ich kanns nicht mehr sehen. Ich will es nicht mehr sehen. Egal, welche DVD ich mir ausleihe, immer werde ich zu Beginn audiovisuell von irgendwelchen Werbespots vergewaltigt, die auf kindische und haarsträubende Weise darstellen, wie böse böse Raubkopierer sind und was alles Böses Böses mit ihnen passieren wird. Ja, Raubkopieren ist strafbar, WIR HABEN ES VERSTANDEN, aber irgendwann einmal muss Schluss sein. Ich habe wenig Lust, mir eine Lizenz fürs Klo zu kaufen, eine fürs Handy und dann noch eine fürs Bad. Ich will nicht neben einem Steuerberater noch einen Lizenzberater engagieren müssen, der mich berät, wie oft ich ein Musikfile brennen darf, ohne ins Kittchen wandern zu müssen.
SONY hat mit XCP eine Grenze überschritten. Wenn Musik-CDs dazu benutzt werden, Konsumenten auszuspionieren, Arbeitszeit oder Freizeit zu beeinträchtigen, indem Arbeitsgeräte oder Freizeitdevices gestört, in ihrer Leistung gemindert werden, dann ist Schluss mit lustig.
Man kann auf diverse Arten gegen SONYS Vorgehen protestieren. Beispielsweise, indem man Produkte dieser Firma nicht mehr kauft. Bei Amazon.com müssen Künstler, deren Produkte mit XCP geschützt werden, bereits dafür “büßen”. Amazon.com ist nicht zuletzt ein großer Kritiker-/Meinungs-Pool. Jeder Konsument ist eingeladen, seine Meinung zu den gekauften Produkten zu posten. XCP-geschütze CDs haben es derzeit nicht leicht. Neil Diamonds neue CD “12 Songs” beispielsweise erhält derzeit reihenweise schlechte Kritiken - und das nicht etwa, weil den “Kritikern” die CD nicht gefällt, nein, ausschließlich, weil sie mit XPC geschützt ist. Das liest sich dann zum Beispiel so:

This and other Sony CD’s have intentionally been infected with spyware by Sony. Avoid this and the following Sony/BMG CD’s:

Rey Anastasio, Shine (Columbia)
Celine Dion, On ne Change Pas (Epic)
Neil Diamond, 12 Songs (Columbia)
Our Lady Peace, Healthy in Paranoid Times (Columbia)
Chris Botti, To Love Again (Columbia)
Van Zant, Get Right with the Man (Columbia)
Switchfoot, Nothing is Sound (Columbia)
The Coral, The Invisible Invasion (Columbia)
Acceptance, Phantoms (Columbia)
Susie Suh, Susie Suh (Epic)
Amerie, Touch (Columbia)
Life of Agony, Broken Valley (Epic)
Horace Silver Quintet, Silver’s Blue (Epic Legacy)
Gerry Mulligan, Jeru (Columbia Legacy)
Dexter Gordon, Manhattan Symphonie (Columbia Legacy)
The Bad Plus, Suspicious Activity (Columbia)
The Dead 60s, The Dead 60s (Epic)
Dion, The Essential Dion (Columbia Legacy)
Natasha Bedingfield, Unwritten (Epic)

Schade auf der einen Seite, weil Neil Diamond nun mit Sicherheit nichts für SONYS Verkaufsstrategien kann, aber andererseits: BIG SONY is watching you, und protestieren kann doch so putzig sein.

Über 30 ungekürzte Autoren-Interviews in MP3 zum Herunterladen

Eileen Stiller und Wolfgang Tischer waren mit dem Mikrofon auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs und sprachen mit bekannten und unbekannten Autoren, Verlagen und Lesern. Unter anderem mit: Roger Willemsen, Elke Heidenreich, den 7 Todsünden, Robert Gernhardt, Jess Jochimsen, Klaus Bednarz, Hans-Ulrich Treichel, Kirsten Fuchs, Harald Welzer und Manuel Andrack. Das Ergebnis kann man sich im Literatur-Cafe kostenlos herunterladen: über 30 Interviews - gratis.

Premiere für “Christmas Dreams” - die märchenhafte Weihnachtsshow des Racino Dinner Varietà©s

Foto: © Alexander C. Wulz/MEC
Ab 25. November jeden Freitag, Samstag und Sonntag ab 19 Uhr 30 wird das Publikum des Magna Racino in einen zauberhaften Winterwald entführt und durch Engerl und Bengerl in weihnachtliche Stimmung versetzt.
Die seit Juni erfolgreich laufende Kreation des künstlerischen Leiters Gernot Kranner, eine einzigartige Mischung aus Gesang; Tanz und Akrobatik, wird “weihnachtlich eingekleidet”. Die Geschichte rankt sich durch eine phantasievolle Weihnachtstraumlandschaft, dargeboten wird sie durch die Artistengruppe “Novabatics” (bekannt aus dem Cirque du Soleil und Palazzo) mit ihren atemberaubenden Akrobatiknummern und den Top-Musicalstars Lana Gordon, Aris Sas und Ramesh Nair.
Begleitet werden die Akteure von einem großartigen internationalen Tanz- und Gesangsensemble, das sie mit den schönsten Weihnachtsliedern unterstützt. Ein dreigängiges Gourmet-Menü rundet den Abend ab.
Auf Grund der großen Nachfrage an der bis 31. Dezember laufenden Wintershow sind nur mehr Restkarten erhältlich, diese sind unter 02254 9000 1400 zu bestellen.
[Racino Dinner Varietà© - Christmas-Dreams/Premiere 25.11.2005/Magna Racino/Racino Platz 1/2483 Ebreichsdorf/Beginn 19:30/Einlass 18:30/Eintrittspreis incl. Menü und Begrüßungscocktail und Wettgutscheinen; 59,–]

Michael Ball: “Music” (2005)

Michael Ball - Music (2005)
Eine CD ausschließlich mit Cover-Versions von Pop-Klassikern aufzunehmen, ist ein Risiko. Es gibt so unglaublich viele schlechte CDs dieser Art. Oft sehnt man sich schon nach ein paar Sekunden geradezu nach dem Original, auch wenn man es eigentlich doch nicht mehr hören mag. Und Music, die neue CD von Michael Ball, besteht aus geradezu unglaublich vielen totgespielten Songs - fast alles Pop-Klassiker der letzten 30 Jahre. “Bridge over troubled water” (Original: Simon & Garfunkel, 1970) etwa, oder “Sometimes when we touch” (Dan Hill, 1977), “Music” (John Miles, 1976) … Songs, die man, wenn man auch nur halbwegs auf Balladen steht, schon Hunderte Male gehört hat.
Ich muss gestehen, so sehr ich Michael Ball schätze, nach Lesen der Tracklist bin ich sehr vorsichtig an die CD herangegangen. Ich hab mit jenen Songs begonnen, die noch relativ “jung” sind oder noch nicht gar so sehr abgespielt, wie zum Beispiel “You raise me up”, ein Song von “Secret Garden”, der durch Josh Groban populär wurde, mittlerweile in der Boyband-Version von “Westlife” in den englischen Charts zu finden ist und das Zeug hat, zu einem der meist gecoverten Lieder überhaupt zu werden. Langsam habe ich mich dann bis zu “Bridge over troubled water” gewagt, und siehe da, Michael Ball schafft es mit dieser hervorragend instrumentierten und arrangierten CD, jedem Lied den ganz eigenen Ball-Touch zu verleihen. Sehr geschickt findet er bei jedem Song ein paar entscheidende Nuancen, die er auf die ihm ganz eigene Weise, mit seinem äußerst ausgeprägten Vibrato, das man mag oder auch nicht, betont, anders interpretiert, oft einer schon im Original sehr gefühlsbetonten Stimmung eine noch intensivere Sentimentalität verleiht. Das wird nicht jedermanns Sache sein, aber es ist beeindruckend zu erleben, wie Ball die Songs zu den seinen macht. So kritisch ich eingestellt war, mit dieser Art der Interpretation hat er bei mir nur gewinnen können. Man kann Michael Ball nur wünschen, dass ihn diese CD auch chartsmäßig auf Erfolgskurs bringt.
Was seine tatsächliche “Karriere” betrifft, so war gerade das Jahr 2005 geradezu ein Erfolgslauf für den Musicalstar. Anfang des Jahres übernahm er am Londoner West End von Michael Crawford die Rolle des Count Fosco in Andrew Lloyd Webbers Musical “The Woman in White”, ging anschließend auf eine fünfwöchige Konzerttournee, um sich gleich danach in den Londoner Olympic Studios seiner CD “Music” zu widmen. Am 10. September debütierte Ball im New Yorker Lincoln Center mit der New York City Opera als Reginald Burnthorne in Gilberts & Sullivans “Patience”. Derzeit ist er in Sachen “Music”-Promotion unterwegs, aber bereits am 17. November steht ein weiteres Karriere-Highlight an. Da feiert “The Woman in White” Broadway-Premiere, und Ball ist wieder als Count Fosco mit dabei.

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