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Archiv - News

»Prost Weihnacht!« – Irmgard Knef kommt in den Stadtsaal

22. Dezember 2016
19:30bis21:30

irmgardknef_prost-cclaudia-medrow_2016.jpgWenn ich etwas in der Weihnachtszeit nicht brauchen kann, dann ist es Pathos. Xmas-Pathos ist diese mechanisch erzeugte gefakte leise Melancholie mit garantiertem Würgreiz, wenn jemand auf Knopfdruck gen (Bühnen-)Himmel schaut, ein paar grindige Schneeflockerl runterrieseln und alles ERGRIFFEN »Stille Nacht« jeiert. Oder wenn knieweich die Sänger zu einem Weihnachtsbaum trotten und ein paar leere Weihnachtspackerl, aber mit schönen bunten Schlaufen mit großer Geste davor drapieren. Musicalinszenierungen von Weihnachtsstimmung enden oft im Gefühlsschlamm. Wenn dann noch der Herr Direktor auf die Bühne stapft, der ja alles erst ermöglicht hat in seiner großen Güte – und ein bisschen Imagepflege schadet ja nie, man könnte ja, was weiß ich, in die Politik gehen wollen oder sonst was, natürlich nicht, weil man es sich verbessern möchte, nein, zum Wohle der Menschheit, weil man ja was bewegen möchte – und den Rest an Weihnachtsstimmung aus dem Haus vertreibt … Muss ich nicht alles haben.

Viel mehr freue ich mich auf eine Weihnachtsshow, die garantiert frei von grindigem Pathos ist: Irmgard Knefs Weihnachtsprogramm »Prost Weihnacht!« Mag sein, dass es auch da Pathos gibt, aber als Stilmittel, als Zunder für das satirische Feuerwerk, das Ulrich Michael Heissig in seinen Shows liefert. Im Pressetext heißt es:

Irmgard Knef, die plausible Schwester der berühmten Hildegard und wunderbare Kleinkunsterfindung, begeht ihre bis dato erste Vorweihnachtsfeier gewohnt cool, originell, geistreich und galgenhumorig. Neben jazzigen Liedern und komisch vorgetragenen Weihnachtsgeschichten wird bei Irmgard Knef auch immer scharf aus der schon etwas steifen Hüfte geschossen. Mit rauchig whiskyzarter Stimme präsentiert die alternative Weihnachtsfrau einen swingenden, frech-fröhlichen Kabarettabend mit groovigen Christmas-Songs, komischen und unerhörten Weihnachtsliedern. Kabarettklassiker zum Thema und unbekannte Lieder werden präsentiert und eigenwillig interpretiert. Selbst ihre größten Erfolge stellt sie unter einen weihnachtlichen Blickwinkel. Diese One-Woman-Show steckt – im Gegensatz zu den meisten Weihnachtsmärkten – voller Überraschungen und unbekannten Angeboten.
Alles in allem: 24 Geschichten und Songs, die einen unvergleichlichen klingend-satirischen Adventskalender ergeben. Mit Irmgard Knef vergeht die Wartezeit auf’s Christkind wie im Fluge. Noch nie gab es so coole Krippen-Betrachtungen mit jazzigen Engelgesang! Munter und voll witziger Mitteilungswut unterhält die Ausnahmekünstlerin alt und jung.

Fast pathetisch, aber ich würde drauf wetten: nicht zu viel versprochen!

Irmgard Knef: Prost Weihnacht!
Stadtsaal
22.12.2016
Tickets –> hier
Infos zu Irmgard Knef –> hier

Muth: Kostprobe #7

26. Februar 2017
20:00bis22:00

Wieder werden zwei neue Musiktheater-Stücke als musikalische Lesung vorgestellt:

»Bel Ami«, ein Musical nach Guy de Maupassant von Ulrich del Mestre & Kalle Freynik
Musik: Sergei Dreznin

»Rübezahl«, ein Singspiel von Birgit und Herbert Zagler.

Bei jeder Kost-Probe werden Ausschnitte von zwei noch nie gespielten Werken als szenische Lesung auf die Bühne gebracht. Das Ensemble trifft sich um 12.00 Uhr, studiert die Werke ein, und um 20.00 Uhr startet die Aufführung.

Ensemble:
Eva Billisich, Tania Golden, Tirza Glogger, Sigrid Hauser, Patricia Nessy, Sarah Zechner, Martin Berger, Gebhard Heegmann, Herbert Lippert, Aris Sas, u. v. a. m.

Musikalische Leitung:
Alexander Jost

Tickets, nähere Infos –> hier

Harald Baumgartner: Extrem besinnlich (CD-Release-Konzert)

5. Dezember 2016
20:00bis22:00

Lebkuchen für die Ohren. Harald Baumgartner präsentiert sein wahnsinnig ruhiges und ruhig wahnsinniges Winteralbum »Extrem besinnlich«. Traditionelle Weihnachtslieder die jeder kennt, klingen auf diesem Album so wie man sie noch nie gehört hat, und treffen auf Winterhits die noch keiner kennt.

Mit:
Harald Baumgartner: Gesang/Bass
Christian Steinkogler: Gitarre
Roman Baumgartner: Percussion
Florian Sighartner: Geige

Infos:
haraldbaumgartner.com

Datum
5. Dezember 2016

Ort:
Theater an der Gumpendorfer Straße – Wien

Tickets:
dasTAG.at

Landestheater Linz: Préludes

20. Januar 2017
20:00bis22:00

Eine musikalische Fantasie im Kopf von Sergej Rachmaninow für Konzertflügel, Keyboards und Laptop
Buch, Musik und Gesangstexte von Dave Malloy
Deutsch von Roman Hinze
In deutscher Sprache
Musical
Preview 19.01.2017
Europäische Erstaufführung 20.01.2017
Spielstätte BlackBox Musiktheater

Stückinfo
Nach frühen Erfolgen fällt Rachmaninows 1. Sinfonie bei der Kritik durch. Der Dirigent ist betrunken, das Orchester unterprobt, das Publikum feindselig. Der junge Komponist stürzt in eine dreijährige Schaffenskrise, die er erst mit Hilfe eines Hypnose-Therapeuten bewältigt. – Préludes ist eine musikalische Fantasiereise durch den Kopf des hypnotisierten Rachmaninows. Dave Malloy begeisterte das New Yorker Publikum mit seiner kühnen Mischung aus bearbeiteten Originalwerken Rachmaninows bis hin zu hypnotischen Techno-Loops.

Leading Team
Musikalische Leitung: Bela Fischer jr.
Inszenierung: Johannes von Matuschka
Choreografie: Wei-Ken Liao
Bühne: Florian Parbs
Kostüme: Tanja Liebermann
Lichtdesign: Johann Hofbauer
Dramaturgie: Arne Beeker

Cast
Rach: Riccardo Greco
Rachmaninow (Piano): Peter Lewys Preston
Dahl: Daniela Dett
Natalja: Anaïs Lueken
Schaljapin: Kevin Arand
Tschechow / Tschaikowsky / Tolstoi / Glasunow / Zar Nikolaus II. / Der Meister: Alen Hodzovic
Keyboard 1: Bela Fischer jr.
Keyboard 2: Gerald Landschützer

Tickets:
Landestheater Linz

Karl Markovics: Alles in Ordnung – Ein Alfred-Polgar-Abend

25. März 2017
19:30bis21:30

Geschichten des »Kaffeehaus-Literaten« Alfred Polgar (1873–1955), rezitiert von Karl Markovics in Begleitung der Neuen Wiener Concert Schrammeln.

Peter Uhler: Violine
Nikolai Tunkowitsch: Violine
Helmut Th. Stippich: Chromatische Knopfharmonika
Peter Havlicek: Kontragitarre

Datum:
25. März 2016

Ort:
Theater Akzent

Tickets:
Theater Akzent

Maria Happel: Bloß nix Schweres

31. Dezember 2016
16:00bis18:00

Am Silvestertag gibts ein neues Soloprogramm von Burgschauspielerin Maria Happel.

Pressetext:

Wenn Sie die Schwerkraft des Lebens nach unten zieht, brauchen Sie Maria Happel und ihren brandneuen Soloabend: “Bloß nix Schweres” ist das Motto, das Sie federleicht über die Mühen des Alltags in die Lüfte erhebt. Unvergleichlich komisch, vielfältig und humorvoll, wie wir sie kennen, erzählt uns die aus TV und Filmen bekannte Burgschauspielerin nicht ganz alltägliche Geschichten aus ihrem Leben und dem Theater.
Mal sind es die paar überflüssigen Kilo, die zu Boden ziehen, mal sind es die Hormone. Mal die kleinen Stolperer des Alltags, mal die verflixten Zungenbrecher … Was gegen alle Hoppalas hilft, ist freilich nur eines: Humor, Humor, Humor!

Maria Happel hat ihn. Mit viel Musik, mit Augenzwinkern, mit Lächeln, Lachen und mit ihrem unvergleichlichen Charme, lässt sie ihr Publikum für einen amüsanten und lustigen Silvester-Nachmittag abheben. Wir wünschen viel Vergnügen!

Termin:
31. Dezember 2016, 16.00 Uhr

Ort:
Theater Akzent, Wien

Tickets:
Theater Akzent

Fußnoten zur Spielplankonferenz des Burgtheaters 2016/17

burg2017a.jpg

Fußnote 1

Uns allen geht es so, manchmal begegnen wir Menschen, bei denen wir uns denken: Na, die sind auch nicht allein zu Haus. So ähnlich startete Karin Bergmann bei der heutigen Pressekonferenz des Burgtheaters für die Spielzeit 2016/2017 ihre Begründung, warum sie in der kommenden Saison unter anderem wieder auf Boulevard im großen Haus setzt.
Boulevard ist ein Reizthema für Kritiker der Burg. Hat nichts da verloren, hieß es über Hermann Bahrs »Das Konzert«, als es am Akademietheater am 7. Februar 2015 Premiere feierte. Dann wurde es zum Kassenmagneten, man übersiedelte an das große Haus, die Produktion wurde aufgezeichnet und im TV ausgestrahlt. Dass eine Produktion im TV ausgestrahlt wird, ist kein Qualitätsmerkmal. Sie wird dadurch nicht besser, aber solche Produktionen senken vielleicht für einige die Hemmschwelle, mal, wenigstens ein Mal, ins Theater zu gehen. Okay, solche Stücke könnte man eher der Komödie am Kai überlassen, und für manche ist es ja wirklich wurscht, in welches Theater sie gehen, es ist immer alles prinzipiell fulminant, weil sie gar keinen Vergleichshorizont haben, vor dem sich ihre jeweiligen Theaterbesuche abspielen, oder weil sie sich weigern, Inszenierungen zu vergleichen, ein ehrliches Urteil abzugeben. Das sind dann oft jene Leute, die Kritiken als »Berichte« bezeichnen. Das Phänomen des fehlenden Vergleichshorizonts kennt man auch bei Darstellern, die mitunter ganz schockiert sind, wenn man, manchmal durch einen blöden Zufall, zu erkennen gibt, dass man eine ihrer Rollengestaltungen im Gesamtkosmos all der Interpretationen, die man kennt, nicht top-notch fand. Da kommen dann ganz merkwürdige Repliken wie, es »stecke viel Herzblut in dieser Show«, man habe manchmal nur zwei Shows im Monat, und so seien die Möglichkeiten der Entwicklung »sehr gering«, andererseits sei das doch eine Rolle, die »mit der Zeit wächst«. Ja. Eh. Sorry auch, wird nicht wieder vorkommen.
Zurück zu Frau Bergmann. Sie begründete ihre Absicht, weiterhin auch sagen wir ein Boulevardstück in der Saison zu spielen, so: Die Schauspieler wünschen es sich, das Publikum liebt es, und sie wolle »Publikum nicht belehren, aber anregen, mit allem, was uns unser Metier zu Verfügung stellt«. Und ja, natürlich wolle sie auch Publikum ködern. Also wird es ab 22. Oktober 2016 am Burgtheater »Pension Schöller« (Regie: Andreas Kriegenburg) geben. Ein Werk, das »zu dieser Zeit zu Recht seinen Platz findet. Wir alle erleben ständig, wenn wir auf der Straße unterwegs sind, im Geschäft oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, dass man sich bei der Begegnung mit dem Gegenüber fragt: Der ist aber nicht allein zu Haus? Es geht darum, wer ist verrückt? Sind wir verrückt? Ist der andere verrückt? Was ist normal? Und was ist angeblich nicht normal? Das wird in ›Pension Schöller‹ verhandelt. Das wird Andreas Kriegenburg intelligent und mit dem, was er besonders gut kann, mit Slapstick und mit Körpertheater mit ner tollen Truppe hier auf die Bühne bringen.«
Eine fantasievolle Begründung. Es geht natürlich auch darum, eine Cashcow zu installieren, und das ist durchaus okay. Das Burgtheater bietet auch in der kommenden Saison eine Vielzahl an ambitionierten Projekten. Mit ungefähr demselben Argument, nämlich »Publikum ins Theater zu holen«, begründete auch mal eine Dramaturgin der Vereinigten Bühnen Wien die Entscheidung des Unternehmens, »Mamma Mia!« zu spielen. Wäre das eine von vielen Produktionen gewesen, kein Mensch hätte sich darüber aufgeregt, aber es sollte der programmierte Hit des Unternehmens sein und wurde, aus meiner Sicht, eine qualitativ besonders minderwertige Produktion, was die musikalische Umsetzung und den Sound betraf, was bei einem Musical ein eher gröberes Problem ist. Keine Rede auch davon, dass damit kleine ambitionierte Produktionen querfinanziert werden sollten. Na, kein Wunder, wenn man dann ein paar Saisonen später ein Musical wie »Schikaneder« einplant und dafür beim Kreativteam international shoppen geht. Regie, Orchestrierung, Choreographie, Lichtdesign, Sounddesign … kein Österreicher dabei. Alle zu schlecht? Glaubt man bei den VBW wirklich, dass man mit solchen teuer erkauften Namen mehr Publikum anlockt?

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Fußnote 2

Was ging für ein Raunen durch die Medien, als Martin Wuttke bei einer Preisverleihung im TV live wissen ließ, er sei mit der Burg fertig, er würde nicht mehr hier spielen.
Bergmann heute: »Martin Wuttke war nie weg. Martin Wuttke ist hier fest im Ensemble. Martin Wuttke wird in neuen Produktionen spielen. Und so wie ich immer Peter Zadek zitiere, obwohl es viele für sich beanspruchen: ›Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern.‹ Das ist bei Künstlern so. Ich zoff mich mit vielen von denen. Das bleibt auch nicht aus in meiner Position. Und vor allem, weil ich jemand bin, die den Leuten ins Gesicht ganz klare Dinge sagt, die ich eigentlich erwarte in einer Partnerschaft. Das hat aber meist auch etwas Bereinigendes,«

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Fußnote 3

In der Saisonübersicht findet man die Ankündigung: »Geächtet. Ayad Akhtar. Österreichische Erstaufführung.« Dabei handelt es sich um das Stück »Disgraced«, das seine Österreichische Erstaufführung (in englischer Sprache) allerdings schon 2015 hatte, am 9. Februar im Theater Drachengasse in einer Produktion des Vienna Theatre Project.

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Fußnote 4

Eine Ãœbersicht über alle kommenden Premieren gibt es –> hier

Oedo Kuipers: Cover Art (2016)

oedo_kuipers_cover_art-1.jpgAm 20. Mai 2016 veröffentlicht HitSquad Records die erste Solo-CD des Musicalsängers Oedo Kuipers. Er spielte in der großartigen aktualisierten Version des VBW-Musicals »Mozart!« 2015/2016 die Titelrolle, und nach wie vor bin ich der Meinung, dass seine Leistung einerseits nicht verstanden und andererseits unterschätzt wurde. Die Hardcore-Fans wollten ihren Original-Mozart wiederauferstanden wissen auf der Bühne. Jede Abweichung interpretierten sie nicht als anderen Zugang, sondern als Fehler. Die Art und Weise, wie Kuipers Mozart spielte, wurde als »er ist halt noch nicht in der Rolle« bezeichnet, ohne zu bemerken, dass er die ganze Zeit in der Rolle war, auf seine Art. Es ist auch die Kunst eines Darstellers, in einem Stück, dessen Dialoge sagen wir mal nicht gerade auf hohem Level sind, wenigstens eine gewisse Atmosphäre zu vermitteln, durch sein Schauspiel in Schwingung mit der Musik zu gelangen. Man mag zur Musik von Levay stehen, wie man will, man mag sie als rhythmusbasiert, nicht gerade kompliziert gebaut bezeichnen, aber sie spricht durch ihre einfachen Melodien und im besten Fall durch ein bisschen raffinierter gebaute Arrangements Gefühle sehr effizient an. Und das konnte auch Kuipers durch sein Schauspiel.
Wie auch immer. Längst ist Mozart! wieder Geschichte. Da müsste man eigentlich schon wieder viel über die Umstände erzählen, die dazu führten, aber ersparen wird uns diese VBW-Interna.
Erfreulich ist, dass es wieder mal eine Solo-CD eines Musicalsängers gibt, den man ernstnehmen kann. Produzent Martin Böhm über das CD-Projekt: »Ziel war, für die heutige Zeit etwas Ungewöhnliches zu produzieren und zwar: Songs aus vollkommen unterschiedlichen Epochen und Stilen zu einem! konsistenten Hörerlebnis zu vereinen. Von ›Unchained Melody‹ aus den 60ern bis ›Chandelier‹ aus der Jetztzeit wird alles zu einer homogenen Klangwelt vereint.« Begleitet wird Kuipers von einem Sinfonieorchester der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien

Tracklist:
1 Wonderful
2 Broken Wings
3 Unchained Melody
4 Lady In Red
5 How Am I Supposed
6 Now And Forever
7 You Raise Me Up
8 Don‘t Dream It‘s Over
9 Say Something
10 1000 Years
11 Wind Beneath My Wings
12 Chandelier
13 Send In The Clowns

Titel: Cover art
Interpret: Oedo Kuipers
EAN: 9120006683708
Katalog: 668370
Packaging: CD Jewel Case
Label: HitSquad Records
VÖ: 20.05.2016
CREDITS (Foto): Hilde van Mas

Musicalbücher, ein Minderheitenprogramm

Im deutschsprachigen Raum ist es leider recht schwierig, wirklich aktuelle, relevante Literatur zum Thema Musical zu finden. Musical verkauft sich nicht in Buchform, und auch sonst ist Musical ein Minderheitenprogramm, da darf man sich nichts vormachen. Das hat sich der deutschsprachige Raum selbst zuzuschreiben. Das ewige Revivaln von mediokren Popmusicals aus Mangel an neuen Ideen wird nicht dazu führen, dass sich wer hinsetzt und über die »Kunstform« Musical schreibt. Denn die gibt es hier gar nicht. Nicht, dass in den USA nicht auch Entertainment dominieren würde, aber man lässt sich immerhin auf etwas ein. Der Off-Bereich ist kreativ und schafft Neues.
Musicaldarsteller hierzulande beginnen in den letzten mehr als 20 Jahren ihre Karrieren oft als kleine Rudolfs oder irgendwelche Engel, lassen sich gerne vorgaukeln, dass sie Stars geworden sind, auch wenn es doch nur zum traurigen Schiller-Abziehbild reicht. Nach 20 Jahren werden ihnen dann, weil man sich halt die Opulenz früherer Jahre nicht mehr leisten kann, sogar die Flügerl gestutzt. Was für ein schönes Bild das doch war, danke VBW! Und die, die dann ihren großen Idolen aus Kindertagen in die Moonboots der Gegenwart folgen dürfen, spielen sinnentleert wie eh und je. Lichtregie dominiert im Musical. Du gehen von A nach B, du folgen unserem ausgeklügelten Lichtspiel, das aus Hunderten computergesteuerten Einstellungen besteht. Folg dem Licht statt Fang das Licht, das Niveau würd schon passen. Musical spielt sich halt woanders ab.
Musicalbücher erscheinen daher auch nicht hierzulande, okay, fast nicht. Biografien, ja Biografien vielleicht. Jene von Neil Patrick Harris ist vor wenigen Wochen unter dem zwangsoriginellen Titel »Anzug an, Bro!: Folge mir in mein legendäres Leben« bei Heyne veröffentlicht worden. Aber Harris muss man mögen. Ich werde ihn lesen.

Ein paar Highlights des Herbsts:
Ethan Mordden: »On Sondheim. An Opinionated Guide« (nähere Infos –> hier)
Susan Goldman Rubin: »Sondheim: The Man Who Changed Musical Theater« (nähere Infos –> hier)
Michael Riedel: »Razzle Dazzle – The Battle for Broadway« (nähere Infos –> hier)

Villacher Viellacher – das neue Comedy-Festival

viellach2015a.jpg
Ja kaum zu glauben. Während in ganz Österreich diversen Festivals und Theatern Subventionen gestrichen werden, Theater nur dann Zuschüsse zu Umbauten bekommen, wenn der Theaterdirektor abhaut und Allmachtsfantasien zuständiger Politiker nicht im Wege steht und auch sonst die Kultur in Österreich Opfer Nr. 1 der diversen Finanzskandälchen ist, entsteht in Villach ein brandneues Comedy-Festival unter der Intendanz und künstlerischen Leitung von Thomas Smolej.

»VILLACHER VIELLACHER«, die Comedy-Revue mit Musik, ist vom 13. bis 24. Juli im Bambergsaal des Alten Parkhotel Villach zu sehen. Auf der Bühne: Susanna Hirschler, Claudia Rohnefeld, Thomas Smolej, Alexander Telesko und Ernst G. Vokurek sowie Helena Scheuba (die Tochter von ›Hektiker‹ Florian Scheuba) & Kilian Berger jun.
Gespielt werden Sketches von Michael Niavarani, Eva Schuster, Roman Frankl, Thomas Smolej, Alexander Telesko und anderen – neue Spielszenen sowie bekannte Musiknummern textlich und inhaltlich bearbeitet.

Worum gehts in der Show? Ein Auszug aus dem Pressetext:

Erleben und lachen Sie in der mitreißenden und unterhaltsamen musikalischen Sketch-Revue mit dramaturgischem Handlungsbogen u. a., wie Raucher mit dem kommenden – noch strengeren – Gesetz an öffentlichen Orten umgehen, was Männer mit Ihren Damen im Shopping-Wahnsinn wirklich mitmachen müssen (oder doch umgekehrt?), ob es lukrativ wäre, einmal ein »Ding« der etwas anderen Art im Internet zu verkaufen sowie über die unerwarteten Schwierigkeiten beim Türenkauf.
Des Weiteren kann es ganz spannend sein, was passiert, wenn Amerikaner auf Österreicher treffen, aber auch wie es in einer Therapiesitzung zugeht, in der die sieben Wochentage die Patienten sind. u. v. m.
Als Special Guest wird Alexander Telesko – bekannt als »Apotheker« vom Villacher Fasching – einen Gastauftritt absolvieren.

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Regie, Organisation, künstlerische Gesamtleitung: Thomas Smolej
Produktionsleitung, Organisation, Sponsoring, PR/Kommunikation: Mag. Marlies Müller
Autoren: Michael Niavarani, Albert Schmidleitner, Eva Schuster, Roman Frankl, Thomas Smolej, Alexander Telesko
Choreografie: Ernst G. Vokurek
Bühnenbild-Konzept: Thomas Smolej
Bühnenbildfertigung: Sebastian Wagner / Tischlerei Wagner & Taschler, 1160 Wien
Mitarbeit Bühnenbild/Malerei/Anstrich: Mag. Marlies Müller
Kostüme: Moustache Villach, Mag. Julia Zechner
Make-up/Maske: Mario Holl
Grafik: Markus Pendl
Musikalische Einstudierung und Playbacks: Christian Koch
Playbacks und Sounds: Gerfried Krainer
Regieassistenz und Abendspielleitung: Mag. Natascha Ties
Produktionsassistenz: Christian Lampl
Fotos: Albert Müller, Katharina Schiffl
Stagehand und Produktionsmitarbeit: Christof Wrussnig
Technik: Stadthalle Villach

Location
Bambergsaal ( ehemaliges Parkhotel)
Moritschstraße 2,
9500 Villach

Previews
Montag 13. Juli und Dienstag 14. Juli 2015, 20.00 Uhr

Premiere
Mittwoch, 15. Juli 2015, 20.00 Uhr

Spieltermine
Donnerstag, 16. Juli, 20.00 Uhr
Freitag, 17. Juli, 20.00 Uhr
Samstag, 18. Juli, 16.00 und 20.00 Uhr
Sonntag, 19. Juli, 16.00 und 20.00 Uhr
Montag, 20. Juli, 20.00 Uhr
Dienstag, 21. Juli, 20.00 Uhr
Donnerstag, 23. Juli, 20.00 Uhr
Freitag, 24. Juli, 16.00 und 20.00 Uhr

Information und Kartenvorverkauf
www.comedysommervillach.at
www.facebook.com/comedysommervillach
Kartentelefon: 0660 80 44 532
www.oeticket.com

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