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Archiv - Theater

»Natürlich blond«: Das Musical als Hure der Oper

Das Musicalgenre, das in Wien von den VBW gestemmt wird, also das hochsubventionierte, das von Herren mit dicken Brieftaschen organisiert wird, dicken, dicken Brieftaschen, die von jedem einzelnen Steuerzahler gefüllt werden, dieser Teil des Musicalgenres stellt sich heute als Hure der ebenfalls hochsubventionierten Oper dar, jener Oper, die die VBW im Theater an der Wien und auch in der Wiener Kammeroper in Szene setzen. Das Musical muss am Billigstrich der knieweichen Unterhaltung die Kohle verdienen, die im Theater an der Wien in purem Luxus verpufft – in Qualitätsproduktionen, mal mehr und mal gar nicht umstritten. Ist nichts gegen Qualität zu sagen, auch nichts gegen Subventionen, nur dagegen, wie hier eine schier unglaubliche Menge an Geld von U nach E verschoben und dort vernichtet wird auf Kosten eines Genres, das sich nicht den Ruf verdient hat, Entertainment für Minderbemittelte darzustellen. War das etwa der Masterplan, der hinter der Umwidmung des Theaters an der Wien in ein Opernhaus stand? Hie Qualität – da Schrott, Billigsdorfer? Hie täglich routiniert abgespielte Konfektion, da wenige Vorstellungen pro Monat, verbunden mit enormen Kosten?

Die Ära Zechner
Ein kurzer Blick zurück. In der Ära Zechner gab es Ansätze, Parodie & Satire auf einem gewissen Niveau zu bringen, und auch Musicals (»Frühlings Erwachen«, »The Producers«). Die aberwitzig vielen »Tiger Lillies«-Shows etwa hatten zumindest Klasse und passten auch zum morbiden Charme der Stadt. Zechners Ausflüge in opernähnliche Gefilde und ins fast reine Sprechtheater hatten mit Musical rein gar nichts mehr zu tun, und immer offensichtlicher wurde ihre Strategie erkennbar, den Musicalzweig der VBW zumindest mit positiven Kritiken bei diesen Nebenprodukten imagemäßig am Leben zu erhalten, sich diese Ausflüge »einfach zu leisten«. Auch die Konzertproduktionen der Ära Zechner hatten zumindest Qualität. – All das fand schon bald nach dem Amtsantritt von Thomas Drozda sein Ende. Man setzte auf Revivals (»Tanz der Vampire«, »Elisabeth«) und volksverblödendes Entertainment wie »Ich war noch niemals in New York« oder »Sister Act«. Dagegen ist an und für sich nichts zu sagen – wenn das ein Konzern wie Stage Entertainment macht, der Gewinn erzielen muss und nicht von jedem einzelnen Steuerzahler subventioniert wird. Sehr wohl ist etwas dagegen einzuwenden, wenn das Volk seine eigene Verblödung auch noch selbst finanzieren muss und wenn auch die Qualität der Umsetzung der immer volksverblödenderen Stoffe laufend abnimmt, obwohl Unsummen von Geld ausgegeben werden. Ein weiterer vorläufiger Tiefpunkt ist »Natürlich blond«. Und zwar in jeder Beziehung: In der Stückwahl, in der Umsetzung und im Marketing.

Das Orchester
Noch im Vorjahr wurde aus vollen Marketingkanonen der Aufruf unters Musicalvolk gedonnert, dass es etwas zu feiern gebe, dass ein Jubiläum des Orchesters der Vereinigten Bühnen ansteht. Groß wollte man feiern, das Orchester in einem dem Anlass entsprechenden Rahmen präsentieren. Als Idee stellte der Intendant eine Konzertreihe vor, so als wäre er auf diese Idee gekommen. Genau so wie er unlängst die Idee vorgestellt hat, aus einem Dürrenmatt-Klassiker ein Musical zu machen, als würde es nicht bereits ein Musical basierend auf dem »Besuch der alten Dame« geben. Wie auch immer, beschäftigen wir uns nicht mit Fragen des Stils oder des Charakters. »Das Phantom der Oper«, ursprünglich als eben jene Produktion gedacht, mit der das Orchester gefeiert werden sollte, erwies sich als Flop. Von den relevanten Tageszeitungen wurde es nicht beachtet (es gab insgesamt eine einzige Rezension, was eine völlige Bankrotterklärung für das Marketing der VBW darstellt), und das hat natürlich Gründe. Wenn man beim Casting für eine Konzertproduktion aus Kostengründen No-Names engagiert, dann wird sich dafür erstens niemand Tickets leisten wollen und zweitens wird es die Medien nicht interessieren. Wenn man schon ein Orchester, das im Musicalbereich Weltformat hat, feiert, dann bitte doch mit einer Cast, die einem Andrew Lloyd Webber nicht nur ein leises Gähnen kostet. Die Folge: Die paar Konzerte waren nicht ausverkauft und es gab kein Medienfeedback. Wer doch kam, sah den eitlen Versuch eines Regisseurs, durch völlig abstruse Ideen sich selbst zu verwirklichen. Statt dem Anlass zu dienen und das Orchester in den Mittelpunkt zu stellen, wurde Geld in läppische Projektionen gesteckt und jegliche Wirkung durch ebenso läppische Balletteinlagen gekillt. Und wie auch immer Herr Gergen zu seinem Engagement bei den VBW gekommen ist: Die Optik ist verheerend.

Und wie sieht es nun bei »Natürlich blond« aus? Bei »Natürlich blond« spielt das Orchester der VBW in der kleinsten Besetzung, die jemals bei einer großen Long-Run-Produktion dieser Größenordnung zu hören war. Und das im Vorjahr viel gepriesene Orchester spielt in einem Orchestergraben, der verkleinert wurde. Und zwar so sehr verkleinert, dass die Streicher nicht mal mehr im Orchestergraben sitzen, sondern im Keller des Ronacher, wo sie dem im Vorjahr vergewaltigten Phantom vermutlich Gesellschaft leisten. Warum wurde der Orchestergraben verkleinert? Nun, es gibt eine offizielle (Märchen-)Version, nach der es eine Idee war, die Zuschauer noch näher ans Geschehen heranzulassen. Was man davon halten soll? Ich glaube diese Version nicht. Ist nicht vielmehr der wahre Grund der, dass eine Sesselreihe mehr dem Intendanten wohl an die 200.000 Euro oder mehr pro Jahr an Einnahmen bringt? So viel zur Wertschätzung des Orchesters, so viel zur Wertschätzung des Musicalgenres. So viel aber auch zur Wertschätzung des Publikums, das man entsprechend dem Titel der Show für völlig bekloppt hält: Denn eine solche erste Reihe, wie jene im Ronacher, die bei uns als VIP-Reihe mit entsprechendem Preisaufschlag verkauft wird (als Draufgabe erhält man zum Beispiel ein Labello, einen Gutschein für ein Glas Sekt, ein Programmheft und eine Badeente), kommt in anderen Ländern nicht mal in den Verkauf, und wenn, dann mit ordentlichem Rabatt.

Wo geht die Reise hin? Wann wird beschlossen, dass es doch auch reicht, wenn eine Streicher-Gruppe aus Bukarest live zugespielt wird. Oder das Schlagzeug aus Bibione? Entgegen allen Meldungen, dass man das Orchester der VBW schätzt und es als Trademark am Markt positionieren möchte, ist die Anzahl der Vollstellen in den letzten zwölf Jahren kontinuierlich gesunken. Stücke wie »Natürlich blond« überhaupt von diesem Klangkörper spielen zu lassen, ist eine Absurdität sondergleichen. Wir sind mitten in einer Intendanz, die eine völlige Entwertung des Orchesters munter vorantreibt mit Stücken, die man mit iPads genauso gut auf die Bühne blasen könnte.

Der Sound im Theater
Zwar kosten die Tickets im Ronacher immer mehr, doch merkt man von etwaigen Verbesserungen am Sound im Theater nichts (auch wenn diese vielleicht versucht wurden). Man muss aber erwarten dürfen, dass man zumindest in den Reihen der Kategorie 1, insbesondere in den drei Orchester-Reihen (auch wenn die Bezeichnung ein Witz ist) perfekten Sound geboten bekommt. Die Realität ist eine andere. Bei den Sprechszenen hallen die Stimmen wie in einem Bahnhof, man hat keine Chance, auch mit größter Konzentration längere Textpassagen akustisch zu verstehen, die Drums kommen wie aus einem Billigcomputer und der Rest des Orchesterklangs ist diffus.

Schauspiel & Gesang/Regie/Dialogregie
In »Natürlich blond« gibt es nur wenige Szenen, in denen man einen Menschen auf der Bühne halbwegs »natürlich« agieren sieht, wenige Sequenzen, in denen so etwas wie Komik auch tatsächlich rüberkommt. Das ist natürlich kein Wunder, wenn man einen amerikanischen Regisseur engagiert, dem eine geradezu peinigende Springschnurszene wichtiger zu sein scheint als der Dialog auf der Bühne. Aber wie sollte auch ein Amerikaner dafür Spezialist sein, dass Dialoge in Deutsch auch nur halbwegs glaubhaft auf die Bühne gebracht werden? Natürlich wird jemand die deutsche Dialogregie nebenbei mit besorgt haben. Ein wichtiger Mann oder eine bedeutende Frau, so wichtig, dass er/sie mit keinem Wort im Programm erwähnt wird. Vom Hundetraining bis zum Perückendesign, vom Associate Choreographer bis zum Associate Set Designer, alles wird genau angegeben. Keine Angabe zur deutschen Dialogregie. Freilich ist auch das, was es an Text in dieser Show zu hören gibt, dermaßen unnatürlich und gestelzt übersetzt, dermaßen platt (»Oh mein Gott, ich krieg Muskelkater in meinem Hirn«, »Upsi, sorry …«, »Oh mein Gott, heute ist Verlobung und schon bald ist sie die Braut in Weiß, oh mein Gott, wie heiß«) und zwangsneurotisch auf Endreime fixiert, auch dann, wenn diese sich dann eigentlich nicht reimen, dass es vermutlich vergebene Mühe ist, zu versuchen, so etwas wie glaubhaftes Schauspiel zu versuchen.

Von Seiten der VBW und auch ihrer Bewunderer wird die professionelle Umsetzung hervorgehoben. Professionell wirkt das Paket leider nur, wenn man nicht genauer hinsehen will und vor allem nicht genauer hinhören möchte.

Alexander Goebel in der Rolle von Professor Callahan – was das Schauspiel betrifft, eine gute Wahl. Er hat das Auftreten, die Routine, er hat Bühnenpräsenz, und bis zu der Szene, in der er Elle Woods begrapschen muss, kauft man ihm seine Rolle noch am ehesten ab. Dass die Grapscherszene völlig misslungen ist, liegt nicht an ihm, sondern an der Regie. Das einzige Anzeichen, dass nun aus dem strengen Professor der geile Lustmolch wird, ist das Aufknöpfen des Sakkos, und dann drückt er Elle Wood ein Küsschen ins Gesicht. Noch einfallsloser kann man diese Szene nicht bauen, das ist bestenfalls Niveau, das man von AHS-Schüleraufführungen oder in der Provinz erwartet. Goebel macht noch halbwegs das Beste draus, Andrà© Bauer (als Zweitbesetzung Callahan) geht da völlig unter. Die Szene ist in der VBW-Fassung im Wesentlichen nicht anders als sonst gestaltet, sie taugt einfach nicht. Sie ist auch ein Musterbeispiel, wie schlecht dieses Musical in den Schauspielsequenzen gebaut ist, wie wenig auf Details geachtet wird. Kein Wunder, dass das Musicalgenre durch derartige Dummfugshows einen immer schlechteren Ruf abbekommt. Und das hat nichts damit zu tun, dass »Natürlich blond« als Comedy-Musical gedacht ist. Es ist ein schlecht gebautes Comedy-Musical, inkonsequent zwischen Ansätzen von Parodie, schlechtem Buch, absurden Tanzsequenzen und albernen Dialogen pendelnd. In den wenigen Gesangsszenen geht Goebel etwas verloren. Bei »Blut in den Kiemen« pendelt er sich auf Sprechgesang durchgehend ein, es fehlen sowohl die Höhen als auch die Tiefen. Macht aber nichts, der Song ist musikalisch gesehen ohnehin das peinlichste Stück Pastiche, das diese Show zu bieten hat.

Jörg Neubauer als Emmett Forrest ist ein braver Darsteller, so brav, dass er einer der Hauptfaktoren ist, warum diese
Show so entsetzlich langweilt. Man kann sicher die Figur so gestalten, wie er es macht, als langweiligen Puschel, fast ohne Mimik, eine zum Teil fast moderierende Rollengestaltung, null Power, keine oder eine larmoyante Ausstrahlung. Sicher kann man die Figur so anlegen, aber es liegt nicht in der Bühnenfigur begründet. Es ist entweder Unvermögen des Darstellers oder Unvermögen der Regie. Dazu kommt auch Unvermögen der Kostümabteilung. Wenn etwa in der Kaufhausszene der Anzug, der Emmett Forrest zum perfekt angezogen Anwalt machen soll (nein, die Absurdität dieser Szenen zu hinterfragen, hat keinen Sinn), schlechter sitzt als der billige Anzug, den er davor hatte, dann klappt natürlich auch die ganze Szene nicht. Wenn Jörg Neubauer bei seinem großen Solo nur peinliche Gesten auf die Bühne bringt (und bitte nicht behaupten, das wäre parodistisch angelegt oder mit Absicht, denn das wäre dann der Gipfelpunkt des darstellerischen Unvermögens), wird auch diese Szene nicht klappen. Und so häufen sich die kleinen und großen Szenen, die auf diese Weise kippen. Hätte Neubauer wenigstens interessante Nuancen beim Gesang anzubieten, würde das sicher einiges wettmachen, aber auch da ist er ein braver Sänger, zu sehr auf seine high notes fokussiert, sodass er vergisst, dass Unsauberes auch im Mittelbereich wahrnehmbar ist. Ich habe generell noch selten ein Musicalensemble erlebt, bei dem dermaßen gehäuft Intonationsprobleme zu hören sind. Wie oft sind die ersten in den Soundbrei der Songs geköpfelten Noten leicht flat, bis dann der oder die Sängerin die richtige Melodie im Brei doch noch findet. Dabei arbeitet man mit Sicherung. So ist die fehlende Präzision in den Höhen allein deswegen weniger wahrzunehmen, weil die beigesteuerten Erste-Hilfe-Clicktracks einiges überdecken. Würde man offiziell anfragen, an welchen Stellen Clicktracks zum Einsatz kommen, man bekäme keine ehrliche Antwort. Es würde dann Hinweise geben, dass man das ja eindeutig sieht, wenn der Dirigent den Kopfhörer aufhat, doch nicht gesprochen wird von den beigemischten Chören, was ähnlich wirkt wie das Glutamat beim Lieblingschinesen ums Eck.

Es gibt sicher ein paar nette Momente bei »Natürlich blond«, aber auch das sind, wenn man es genau nimmt, guilty pleasures. Ana Milva Gomes als Paulette liefert ein sehr schönes Solo mit »Irland«, und doch fragt man sich, was zur Hölle will man uns mit diesem Song sagen. Die einzig funktionierende Parodie gibt Daniel Rà¡kà¡sz als Testosteron-Bombe. Auch in seinen anderen kleinen Rollen ist er stets am Punkt. Glaubhaft auch Linda Geider als Fitnesstante Brooke Wyndham. Gleichzeitig muss sie in einem der peinlichsten Songs der gesamten Musicalgeschichte mitwirken: »Peitsch dich in Form« besteht aus fünf Minuten Lärm und einem Ensemble, das mit verkniffenen Gesichtern eine Springschnurchoreographie abspringen muss. Für wen die Szene gedacht ist, weiß niemand, aber es gibt ja auf Privatsendern für jeden möglichen Fetisch Formate. Der Fetisch Frauen im Knast wird hier eventuell befriedigt.

Ich weiß nicht, welcher Faktor entscheidend dafür war, Barbara Obermeier als Elle Woods zu casten, ich persönlich finde die Wahl problematisch. Ich nehme ihr keine Sekunde ab, was sie darstellen soll. Sie scheint nie in der Rolle zu sein, sie kommt nicht witzig rüber, sie wirkt viel zu reif für eine Elle. Da ist kein Anflug von Parodie zu spüren, weil es nicht mal ansatzweise parodistisch gemeint ist. Man nimmt ihr aber auch das Dummerchen nicht ab, es scheint, als hätte sie keinen Weg in diese Rolle gefunden. Sie singt gut, sie spielt okay. Aber der Pepp fehlt.

Hendrik Schall wird mit dieser Show vermutlich als jener Musicaldarsteller eingehen, der dem Wort »Tonfall« keinerlei Bedeutung zumisst. Seine Sprechszenen sind reiner Singsang, so als wollte er auch da singen – nur Ton, kein Fall, extrem enervierend. Kein Mensch wird verstehen, was Elle an ihm finden soll. Das muss jetzt nicht mal sein Fehler sein, sondern ein Mangel des Stückkonzepts, andererseits ist genau dafür der Song »Zeit für was Ernsteres« gedacht, in den man dann doch ein bisserl mehr an Schauspiel legen muss, als er es vermag. Ich habe diese Szene bei einer Show der 1. Jahrgangs der Konservatorium Wien Privatuniversität vor vielen Jahren um Welten unterhaltsamer erlebt.

Marketingdesaster
Sollte »Natürlich blond« floppen, also nach der Sommerpause nicht mehr gespielt werden, liegt das mit Sicherheit auch am Marketingkonzept der VBW. Was wurde nicht wochenlang über Hunde berichtet, so als hätten wir es bei »Natürlich blond« mit den Internationalen Meisterschaften im Hunderlquälen zu tun. Zeitweise schienen Fototermine mit Kötern wichtiger zu sein als mit den Darstellern. Was ist am Cover des Programms? Ein Hund. Hunde und kleine Kinder retten miese Shows, das Rezept ist bekannt, aber es wird hier nicht greifen. Die Hundeszenen sind in dieser Show völlig überflüssig. Wollte man die Show als Parodie verstanden wissen, hätte es schon wesentlich mehr Sinn gemacht, sich Hundeersatz einfallen zu lassen, statt Steuergelder in teure Hundequäleinheiten zu investieren. Hunde haben im Scheinwerferlicht, in einem derartigen Sound nichts zu suchen.
Sicher ist es nett gemeint, dass die VBW die Fans mittels YouTube-Videos an dem Probenalltag teilhaben lassen. Dennoch: Die VBW sind keine einfachen YouTuber, die unüberlegt Videos online stellen sollten, die nicht wirklich für eine Show Werbung machen. Ich erinnere mich an quälende Minuten mit Springschnurtraining, das scheinbar wichtiger war als etwa ein Interview, das man mit Koen Schoots führen hätte können, natürlich nicht zum Thema Springschnurspringen, sondern über die Musik.
Als Botschafterin des Musicals (wem ist diese Lächerlichkeit eingefallen) präsentierte man die Moderatorin Mirjam Weichselbraun, die nichts anderes zur Show zu sagen hatte als »Zucker. Zuckerwatte«. Ich würde gerne die Honorarnote sehen, die dafür gestellt wurde.
Und in der jüngsten Werbemaßnahme heißt es »Der clevere Skoda Yeti steht auf Natürlich blond«. Auf einem Bild zu sehen: Generaldirektor Drozda mit einem pinkfarbenen kleinen Auto. Was genau soll das bewirken (zuschauerzahlenmäßig)?

Kommentare
Die Kommentarfunktion ist bei diesem Artikel nicht aktiviert. Das hat Gründe. Gerade beim Thema VBW scheint es ein paar selbsternannte Evangelisten (damit sind keine Verfasser von Evangelien gemeint, sondern die aus dem englischen Sprachraum bekannten »enthusiastic advocates«, die für absolut religionsferne Dinge eintreten) zu geben, die unter Aufbietung aller Social-Media-Tricks versuchen, Meinungen quer durchs WWW zu lobbyieren. Nicht »Kritik« im eigentlichen Sinn ist ihr Anliegen, sondern Beeinflussung und Meinungsmache, auch mit Hilfe kooperierender Meinungsoutlets. Das hat mit Journalismus leider gar nichts mehr zu tun.

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- »Natürlich blond« – Kim’s Pencil

Theater Drachengasse: »West End Winters« to »West End Spring – Switch«

westendwinter2013.jpgVom 10. Januar bis 12. Januar 2013 feierte das Vienna Theatre Project im Wiener Theater Drachengasse eine Serie ausverkaufter und viel umjubelter Konzertevents mit dem Titel »West End Winters«. Kieran Brown und Caroline Frank boten ein abwechslungsreiches Programm an Melodien aus erfolgreichen Musicals und ein paar jener Klassiker, die Kultstatus erreicht haben, ohne aus einer sogenannten Big Broadway- oder West-End-Production zu stammen.
Eines meiner Highlights des Konzerts vom 10. Januar war »Goodbye« aus dem Musical »Catch me if you can«, komponiert und getextet von Marc Shaiman und Scott Wittman. Nicht dass Kieran Brown an diesem Abend vermutlich seine beste Version abgeliefert hätte, das mag schon sein, aber er hat gezeigt, welche Kraft dieser Song hat, was für eine Sogwirkung, die im Englischen viel besser kurz als »soaring« bezeichnet wird, und auf welchem Niveau man singen muss, um bei einer Show, die das Label »West End« im Titel trägt, mitwirken zu dürfen. Brown dabei zuzusehen, wie er interpretiert, ist eine spannende Sache. Kein falsches Posing, keine aufgesetzten Gesten, stattdessen souveränes Arbeiten am Ausdruck.
Ein anderes meiner Lieblingslieder, »Anytime«, ebenfalls von Brown gesungen, wunderbar von Birgit Zach am Klavier begleitet, mit einigen interessanten Nuancen, beweist, dass es im Musicalgenre nicht um Volksverblödung und Kampfgrinsen gehen muss, dass es auch um ehrliche Gefühle, um Trauer gehen kann, dass man fein gebaute Melodien erarbeiten kann, die eine bezwingende Wirkung auszuüben imstande sind, wenn … der Interpret sie auch entsprechend rüberbringt. Und das kann Kieran Brown. »Anytime« schrieb William Finn ursprünglich für sein Musical »A New Brain« (1998), aus dieser Show wurde es jedoch gestrichen und in »Elegies: A Song Cycle« (2003) eingesetzt. Es ist eine Nachricht einer verstorbenen Mutter an ihr Kind.
Auch Caroline Frank hat an diesem Abend ein paar Songs aus Kultstücken gesungen, wie etwa »Summer in Ohio«, aus Jason Robert Browns »The Last 5 Years«. Ihre ironisch-sarkastischen Zwischenmoderationen waren eine wohltuende Abwechslung von den sonst oft gehörten eingelernten Schleimerdialogen, die einem für gewöhnlich den letzten Nerv ziehen. Nicht alles war vielleicht programmmäßig so, wie ich es mir gewünscht hätte. Das enervierende »Written in the stars« von Popikone Elton John in einem Genre, in dem ich ihn nicht brauche, hätte ich nicht wirklich hören müssen, und ABBA auf Deutsch ist für mich immer noch das Allerletzte. Aber Caroline Frank hat es doch geschafft, die Stimmung, die ein Song wie »Der Sieger hat die Wahl« auszudrücken vermag, rüberzubringen. Gemeinsam mit Kieran Brown sorgte sie für den komödiantischen Höhepunkt des Abends mit dem Song »The Temp and The Receptionist«, geschrieben von Michael Kooman und Christopher Diamond. Das Lied ist 2011 auf der CD »Out of our heads«, gesungen von Anderson Davis und Patina Miller, erschienen. Eine umwerfend komisch von Brown & Frank gesungene und gespielte Nummer, die im Zugabenteil auf Publikumswunsch hin noch einmal gebracht werden musste.
Stephen Sondheim, Scott Alan, Boubil & Schönberg, Stephen Schwartz, David Yazbek … die Liste an Komponisten, die sich die beiden Künstler für ihre Show ausgewählt haben, spricht für sich. Und weil der Abend so grandios war, gibt es bereits im März eine Neuauflage unter dem Titel »West End Spring – Switch«.

»West End Spring – Switch«
20., 21., 22. März 2013, Beginn 20 Uhr
Theater Drachengasse, Fleischmarkt 22, 1010 Wien
Karten Tel.: 01/5131444
oder per Mail: karten@drachengasse.at

westendspring.jpgMit den Bühnenstars Kieran Brown (»Love Never Dies«, »Wicked«) & Caroline Frank (»Evita«, »The Last 5 Years«)
Am Klavier: Belush Korenyi, Masaaki Saito
Special Guest: Suzanne Carey (»Sister Act«, »Tanz der Vampire«)
Inszenierung: Joanna Godwin-Seidl

Links
www.kieranbrown.com
www.carolinefrank.com
www.viennatheatreproject.com

Nach der mehrfach gelobten und ausverkauften Inszenierung von »West End Winters« bringt das vienna theatre proiect einen weiteren legendären Musikkabarett-Abend mit dem Kieran Brown (»Love Never Dies«, »Wicked«) und Caroline Frank (»Ich war noch niemals in New York«, »Evita«), am Klavier Belush Korenyi und Masaaki Saito. Special Guest Star ist diesmal Suzanne Carey.
Das vienna theatre project nimmt das Publikum wieder auf eine Reise durch viele populäre Musicals mit, aber diesmal mit einem kleinen Twist: Die Lieder werden mit vertauschten Rollen interpretiert, auf Deutsch und Englisch gesungen.

Theater in der Josefstadt: »Forever Young«

Hedwig, eine schwarze Witwe (Sona MacDonald), stöckelt in ein gutes altes Wiener Kaffeehaus, elegant, geheimnisvoll, auf der Suche nach einem neuen Opfer. Alt soll er sein, reich, und am besten noch am Tag der Hochzeit das Zeitliche segnen. Kandidaten gibt es genügend, das Gift ist schnell gemischt – doch durch einen fatalen Irrtum trinkt es die Heiratsschwindlerin selbst. Vorhang! So könnte man den Plot von »Forever Young« beschreiben, wenn man denn einen suchen wollte, und nach heutigen Musicalgesetzen des einen oder anderen Musicalproduzenten, reichte das, um einen musikalischen Abend, eine Revue, tatsächlich als »Musical« zu bezeichnen. Etikettenschwindel gibt’s aber am Theater in der Josefstadt nicht, das hat man nicht nötig, denn das Siegel Wittenbrink bürgt für Qualität, und die Protagonisten auf der Bühne, zwischen den Bezeichnungen Star und Legende flirrend, sorgen dafür, dass die angesetzten Vorstellungstermine des »Wittenbrink-Abends«, der am 31. Januar 2013 seine Uraufführung feierte, Wochen im Voraus ausverkauft sind – restlos.
Theaterlegende Otto Schenk als schrulliger Kellner Leo schenkt dem Publikum wenige, aber zeitlose Glanzstücke – zum Niederkien. Es sieht so leicht aus, was er macht und wie er alle im Saal etwa mit dem Wienerlied »Das Glück is a Vogerl« in wehmütige Erinnerungen an Kindheitstage versetzt, nur können muss man das halt. Er bringt die »Gralserzählung« (Richard Wagner) auf Russisch, liefert Sketches ab, dass das Publikum sich vor Lachen kaum halten kann. Gideon Singer als Harry berührt mit jüdischen Liedern wie »Vos geven iz geven« von David Meyerowitz – frenetisch beklatscht, beschwört er doch hier Erinnerungen an eine künstlerische Hochzeit, die in fataler Zeit ausgelöscht wurde. Kurt Sobotka (Joseph) interpretiert entspannt das von ihm getextete und von Franz Wittenbrink komponierte Gstanzl »Kaffeehaus«, ein liebevoll-altmodisches Lied ganz in dem Stil, wie man es von der ungemein beliebten Radio-Kabarettsendung »Der Guglhupf« her kennt, die er 1978 gemeinsam mit Gerhard Bronner, Peter Wehle, Lore Krainer und Peter Frick begründete. Bis 2009 wurde sie wöchentlich vom Radiosender Ö1 ausgestrahlt, und bis zuletzt war er dabei.
Etwas kritisch könnte man anmerken, dass da, wo »gespielt« wird, dass bei so viel Authentizität der großen alten Männer – Kurt Sobotka (83 Jahre), Otto Schenk (83 Jahre), Gideon Singer (87 Jahre) und Albert Rueprecht (Andreas) (84 Jahre) –, der Unterschied zum gefakten Alter, wie von »Jungspund« Toni Slama (Anton) demonstriert, inklusive Rollator mimt er mit seinen fast jugendlichen 65 Jahren den siechsten der Männer, ein riesiger ist. Das Unechte, auch der Akzent, in dem Ruth Brauer-Kvam ihre Version der herben Pflegerin Rubina aus Montenegro abliefert, wirkt ein wenig zu »künstlich«, wenngleich großartig gespielt, ja, parodistisch angelegt, aber auf dem gegebenen Spielfeld – irritierend.
Herrlich aber, wie die Damen Ruth Brauer-Kvam, Eva Mayer (Franzi, die 15-jährige Enkelin von Leo) und Sona MacDonald ihre mitreißende, exaltierte Version von »Crazy People« (Boswell Sisters) abliefern und wie grandios Sona MacDonald zum Britney-Spears-Hit »Toxic« ihre Giftfläschchen am Gasthaustisch tanzen lässt, genau choreografiert, eiskalt, betörend.
Das Spektrum an Songs, die Franz Wittenbrink für seinen Abend zusammengestellt hat, teils mit neuen Texten versehen, neu arrangiert, in Summe an die 43 Stücke, reicht von Rainhard Fendrichs »Es lebe der Sport« und Hansi Krankls »Lonely Boy« (Paul Anka) bis zu Johann Sebastian Bachs »Komm, süßer Tod«, von Fritz Löhner-Bedas »Oh Mädchen, mein Mädchen« bis Leibers & Stollers »Hound Dog« und »Dulcinea« aus dem »Mann von La Mancha«. Miriam Busch hat bei ihrem Bühnenbild in die Vollen gegriffen und echte Kaffeehausatmosphäre geschaffen, die dreiköpfige Band mit Franz Wittenbrink beziehungsweise wahlweise Christian Frank am Klavier sowie deeLinde am Cello und Herb Berger an den Reeds, Bass und Percussion spielt souverän.
Es ist ein Abend zum Verlieben, in die Schauspielkunst des Ensembles, in die Fantasie von Franz Wittenbrink und in die Art und Weise, wie er Stimmungen konstruiert, Ekstase aufblitzen lässt, hemmungslosen Klamauk inszeniert und die Zeit mit »The Cold Song« (Dryden/Purcell) erstarren lässt – ein Erlebnis mit den großen alten Schauspielern der Josefstadt, hoffentlich eines von noch recht vielen.

Musical Unplugged: Am Gießhübl und weit vom Ronacher entfernt

Was für ein Kontrast: An einem Tag wohnt man einem semikonzertanten Fiasko im Wiener Ronacher bei, einer balletteusen Vergewaltigung eines Musical-Klassikers, geradezu vollgepfropft mit sinnbefreitem Gepose, emotionslosem Geträller oder völlig falsch verstandener Rolleninterpretation, im Widerschein von horrend schwülstigem Geflimmer, zusammengemixt wie nach einem feucht-fröhlichen Saufgelage in einer Wiener Geisterbahn – und all das zu Ehren eines Orchesters (eigentlich wollte man ja 25 Jahre Orchester der VBW feiern – nicht wahr? –, nicht den Beginn von Gergens Festspielen bei den VBW; allein die Optik seines Engagements durch Struppeck ist verheerend), das den Sound für einen inszenierten Scherz liefern musste. Da hatte der Regisseur wohl ganz offensichtlich seine Aufgabe nicht begriffen oder aber er war der Meinung, sein Ego habe es nötig, in dieser Form auf der Bühne illuminiert zu werden – und das war auch schon das einzige, was bei dieser Show illuminiert wurde. Da muss man auch in der Analyse in jener Sprache zurückgeben, in der hier ein Meisterwerk abgewrackt wurde, freilich nur von der Inszenierung her, aber was nutzt das beste Orchester, wenn die Optik schon zur Flucht nötigt, abgesehen von einigem anderen. Nicht nur, dass das Orchester durch die flimmernden Ausgeburten einer lächerlichen Idee in den Schatten gestellt wurde, auch die Darsteller wurden in den Hintergrund gedrängt – ein Ballettpärchen umhüpfte das Phantom und Christine bei entscheidenden Duetten. Der eine oder andere gestandene »Phantom«-Darsteller hätte schon beim ersten Auftauchen des Ballettwahnsinns wohl nur ein verzweifeltes »Geh schleichts eich« übrig gehabt. Hätte Liberace jemals das »Phantom der Oper« in Szene setzen dürfen, mehr Schwulst wäre selbst ihm nicht eingefallen – es war, das kann man wirklich sagen, die krasseste Worst-Case-Inszenierung, die überhaupt vorstellbar ist.

… und am nächsten Tag fährt man auf den Gießhübl, in einen viel kleineren Saal natürlich, kein Vergleich mit dem Ronacher, aber das, was in diesem Saal präsentiert wurde, war das perfekte Gegengift zu dem am Vortag miterlebten grauslichen Klischeemusicalalptraum.
Florian Schützenhofer, Jakob SemotanEin Teil des Musical-Konzertprogramms »Musical Unplugged« deckt mit viel Ironie auf, was an so manchem Musicalhaus an Lächerlichkeiten dem Publikum als »große Show« vertickert wird. Florian Schützenhofer und Jakob Semotan sezieren in ihren Duetten, witzigen Medleys von altbekannten »Wiener Klassikern« wie »Elisabeth«, »Rebecca«, »Tanz der Vampire« und einigen anderen, wie unsagbar dämlich manche Textpassagen sind. Sie karikieren die plumpe Mimik und Gestik, mit der man bisweilen an den großen Bühnen abgespeist wird, weil die engagierten Darsteller nicht können oder die Regisseure nicht wollen (oder umgekehrt), kontern Schwulst aus dem Gebiet des Musicals mit jenem aus dem Austropop wie Steffi Wergers »Stark wie ein Felsen«. All das in Duetten, in denen munter-fröhlich durch die Songs jeder mal den Frauen- oder auch den Männerpart übernimmt, was dem Ganzen noch einen Tick zusätzlichen Witz verpasst. Eine Art »Forbidden Broadway«, und Stoff gibt es mittlerweile ja schon wieder reichlich.
Ein anderer Part des »Musical Unplugged«-Programms sind dann tatsächlich ernst gemeinte Interpretationen von Musicalsongs. Da ist es interessant zu sehen, wie sich Nachwuchsdarsteller wie Jakob Semotan oder Peter Neustifter an ein paar Klassikern abseits des Mainstreams wie »Lost in the Wilderness« (»Children of Eden«/Stephen Schwartz) oder »Anytime« (»Infinite Joy«/William Finn) versuchen. Das muss man nicht beurteilen, es sind Versuche, die schon einmal deswegen großartig sind, wenn man diesen Aspekt herausgreifen will, weil sie erkennen lassen, dass Texte auch – oh Wunder – gut gebaut sein können, eine Aussage haben können, die aus mehr als einem dramamusicalischen Schlagwort besteht.
Was die Interpretationen von Klassikern wie »Dies ist die Stunde« oder etwa »I dreamed a dream« angeht, zweifle ich daran, dass es die perfekte Songwahl der Interpreten war, aber einen Versuch wars wert.
Als Gaststars bei Musical Unplugged dabei: die A-Capella-Gruppe Rock4, ein perfekt eingespieltes Team, das etwa mit Liedern von Queen oder Pink Floyd, aber auch bei Stoff von Lloyd Webber, erstaunliche Klänge auf die Bühne bringt.
Christof MessnerEin anderes Highlight: Christof Messners Musicalcollage von »Singing in the Rain« und Rihannas »Umbrella«, bei der er sich selbst am Klavier begleitet hat.
Einen eigenen Reiz hat die Show dadurch, dass man manchmal nicht auf Anhieb weiß, was ernst gemeint ist und was als Parodie, heutzutage muss man ja (siehe Ronacher) überall mit dem Schlimmsten rechnen. Aber bei »Musical Unplugged« (musikalische Leitung & Klavier: Florian C. Reithner) kann man vielleicht auch mal Songs von Udo Jürgens hören, ohne seekrank zu werden, und das ist viel wert. Ein schöner Abend.

Musical Unplugged
Besetzung
Lucas Blommers, Luc Devens, Christof Messner, Luc Nelissen, Peter Neustifter, Florian C. Reithner, Florian Schützenhofer, Jakob Semotan, Björn Sterzenbach
www.musical-unplugged.at
Fotos: Andrea Martin

Schauspielhaus Graz: »Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs«

»Eine andere Tiefe in das leicht verschriene Genre« Musical bringen zu können, davon war Bernadette Sonnenbichler, die Regisseurin der deutschsprachigen Erstaufführung des Musicals »Women on the Verge of A Nervous Breakdown«, vor der Premiere im Schauspielhaus Graz in einem Interview überzeugt. Sie meinte damit eine »schauspielerische« Tiefe, denn sie hatte die Show mit dem Ensemble des Schauspielhauses zu besetzen, und dabei handelt es sich um Schauspieler, nicht um Musicaldarsteller. Im Grunde genommen ein dreistes Statement, geht es doch eigentlich von dem Klischee aus, dass Musicaldarsteller von allem ein bisschen können, aber nichts so richtig, schon gar nicht die Kunst des Schauspiels. Aus Musicalsicht ist das natürlich eine Ansage, die man gern kontern würde – allein, es ist schon hinreißend, was das Schauspielhaus mit dieser Show auf die Beine gestellt hat.
Trivial beginnend könnte man in den Raum stellen, dass es auf der Bühne sicher mehr echtes ungezügeltes Feuer gibt als bei »Rebecca« in Manderley, und das, ohne es marketingschreierisch als besonderen Anreiz zu »vermarkten«. Da rückt dann schon mal die Feuerwehr selbst auf die Bühne und löscht das abgefackelte Bett; Rauchschwaden, Gestank hängen in der Luft und das passt so herrlich in dieses irrwitzig-flirrende Drama am Rande des Lustspiels (oder umgekehrt). Das ist »the real deal« – kein steriles Etwas – das hat Saft und Kraft.
Inhalt: könnte man erzählen, macht aber nicht viel Sinn. Es geht um Pepa (Pia Luise Händler), eine Schauspielerin, die von ihrem Liebhaber Ivà¡n (Franz Xaver Zach) verlassen wird, um Lucà­a (Steffi Krautz), Ivà¡ns Ex-Frau, die 19 Jahre in der Psychiatrie verbracht hat, weil sie es nicht verkraften konnte , verlassen und betrogen worden zu sein, und nun eher von der anderen Seite des Nervenzusammenbruchs rübergrinst, es geht um Lucà­as Sohn Carlos (Wojo van Brouwer) und dessen Freundin Marisa (Julia Jelinek), um einen Taxifahrer (Florian Köhler), um Candela (Evi Kehrstephan), Pepas beste Freundin, ein durchgeknalltes Model, das sich mit einem schiitischen Terroristen einlässt, und um Paulina (Verena Lercher), eine Anwältin, die für Lucà­a vor Gericht durchsetzen soll, dass ihre Mandantin 19 verlorene Jahre zurückbekommt: Madrid, die 1980er Jahre, Irrsinn, Chaos, Sex & Verzweiflung.
Der Showstopper in dieser Produktion ist Steffi Krautz – in jeder Szene, in der sie zu sehen ist. Sie legt ihre Lucà­a völlig enthemmt in ihrer Verrücktheit an, es gelingt ihr, diese Figur derart lustvoll, verspielt-verrückt mit Leben zu erfüllen, dass man verblüfft und fasziniert ihren darstellerischen Kammerstückchen zuschaut. Allein die eine Szene, in der sie ihren Sohn Carlos vor dessen Freundin Marisa intensiv küsst, ihn an ihren Busen zieht, und dem Mädl damit beweist, wie sehr er ein Mamabübchen ist, gleichzeitig damit aber auch so viele Konnotationen in das Spiel bringt, die gar nicht ausgewiesene Teile der Handlung sind und doch so viel in die Grundkonstellation der Handlung einbringen, ist unglaublich. Oder die Art und Weise, wie sie den besten Song des Stücks, »Unsichtbar« (»Invisible«) interpretiert, ganz tief in ihre verzweifelte Seele und ihre Vergangenheit eintaucht, sich durch diesen musikalisch so vielschichtigen Song haucht, seufzt und singt –ganz großes Kino. Jede Chance auf eine Pointe nutzt sie mit allem, was ihr zur Verfügung steht. Wenn wir nun wieder zum Ausgangsstatement zurückkommen: Ja, schauspielerisch ist das brillant, rein gesanglich betrachtet … wird Frau Krautz wohl nicht an eine Patti LuPone herankommen, aber so muss man dieses Lied einmal interpretieren, durchleben können. Da stellt sich dann doch gerade bei dem Stück die Frage: Broadway oder nicht doch lieber Burgtheater?
Natürlich, die Musik ist ein wesentlicher Faktor dieses Musicals. Wenn es um die Nachfolge der Komponistengeneration rund um Sondheim/Lloyd Webber etc. geht, gibt es viele Stimmen, die Yazbek an die vorderste Stelle reihen. »The Full Monty«, »Dirty Rotten Scoundrels« – klasse Talentproben, aber »Woman on the Verge …« ist ein (verkanntes) Meisterstück. Yazbeks Lieder erzählen Geschichten, unterhalten – niveauvoll, ohne den kleinsten Touch Schlager. Es ist eine gelungene Kombination von Samba, Mambo, Tango, Bossa Nova, Pop, Broadway; es ist alles da, was Latin-Feeling erzeugt, und doch klingt es nie wie eine dieser heutzutage in deutschen und österreichischen Musicalproduktionen so verbreiteten abgekupferten Pastiche-Tapeten. Innovation, Tradition, Variation, keine Fahrstuhlmusik. Yazbek hat einen eigenen Stil, er komponiert und textet Lieder, die den Darstellern die Chance geben, eigene Interpretationen zu erarbeiten, es sind so clever gebaute Songs mit intelligenten, fantasievollen, poetischen Texten. Dass dies in der deutschsprachigen Übersetzung von Kevin Schroeder nur bruchstückhaft zu erkennen ist, dass seine Grazer bzw. österreichischen Texteinsprengsel höchst entbehrlich sind, mag traurig stimmen, aber nur ein bisschen, denn der Rest ist immer noch wohltuend anders als jener Standard, mit dem wir es oft zu tun haben.
Stroboskop-Stakkatos als greller Blitz eines grandiosen Lichtdesigns, ein rasantes Spiel mit Film-im-Film bzw. Bühne-im-Film-Effekten, filmreif inszenierte irrwitzig komische Verfolgungsjagden, effektvolle Videozuspielungen von Evil Frog, ein einfallsreiches Set Design, das auf pfiffige Weise die Handlung auf mehreren Ebenen abspielen lässt, mit fast schon filigran wirkenden Konstruktionen, versteckten Falltüren, fallenden Projektionsflächen, eine großartig aufspielende Band mit ausgesuchten Jazz-Musikern rund um Posaunist Bernhard Neumaier, eine Cast, bei der man als Zuschauer das Gefühl hat, dass jeder seine Rolle voll auskostet, von der 80-jährigen Schauspielhaus-Legende Gerti Pall als bigotte Concierge bis zu Julia Jelinek als jungfräuliches Wesen, das eine ganz eigene skurrile Komik entwickelt … und inmitten des Chaos – die eine oder andere zeitlose, fast varietà©mäßige Nummer im besten Sinne, etwa von Ivà¡n-Darsteller Franz Xaver Zach, poetisch herausstechend, und das diametral etwa zur machohaften, aber doch charmanten Attitude der von ihm dargestellten Figur, wenn er mit einem riesigen roten Luftballon durchs Publikum geht, den dann eine der Wahnsinnigen auf der Bühne zerplatzen lässt; in einer anderen Szene demonstriert einer der Musiker die Kunst des Glasspiels.
Atmosphäre, eine Art Lebensgefühl, Schwingungen, Slapstick, wie in den guten alten französischen Spielfilmen, das ist der Gehalt dieses Stückes, der Charme, und sowohl die Cast, aus der man niemanden hervorheben muss, weil alle auf hohem Level spielen, als auch sämtliche Mitglieder des Leading Teams verwirklichen diesen Trip in die Zone des Fast-Wahnsinns mit ihrem Können und ihrer Kunst beeindruckend.

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Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs – Musik/Texte: David Yazbek; Buch: Jeffrey Lane; nach dem Film von Pedro Almodà³var; Regie: Bernadette Sonnenbichler; Choreografie: Otto Pichler; Bühne: Jens Burde; Kostüme: Tanja Kramberger; Licht: Thomas Trummer; Video: Evil Frog; Musikalische Leitung: Bernhard Neumaier; Dramaturgie: Britta Kampert
Darsteller: Pepa (Pia Luise Händler), Verena Lercher (Paulina), Steffi Krautz (Lucà­a), Franz Xaver Zach (Ivà¡n), Florian Köhler (Taxifahrer), Wojo van Brouwer (Carlos), Evi Kehrstephan (Candela), Gerti Pall (Concierge), Franz Solar (Regisseur, Arzt, Richter, Hauptkommissar), Florian Kaufman (Regisseur, Arzt, Richter, Hauptkommissar), Juliette Eröd (Cristina). Broadway-Premiere: 04.11.2011, Belasco Theatre, New York; Deutschsprachige Erstaufführung: 10.11.2012, Schauspielhaus Graz (www.schauspielhaus-graz.com)

“Ordinary Days” – das sehenswerteste Musical derzeit in Wien

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In Wien steht derzeit Adam Gwons Musical “Ordinary Days” auf dem Spielplan des Theaters in der Drachengasse. Bis dato sind die Kritiken sehr positiv.

“Der Standard” hat sich die Premiere angesehen und sehr freundlich geschrieben unter dem Titel “Broadway gibt es in der kleinsten Hütte” (siehe –> hier). Julia von “Musical Awakening” hat sich eine Folgevorstellung angesehen und war ebenfalls sehr angetan (siehe –> hier). Und auch thatsmusical.de hat jemanden in die Show geschickt (siehe –> hier).

Meine Besprechung wird in der nächsten Ausgabe von “musicals” erscheinen, und da es natürlich keinen Sinn macht, hier das zu schreiben, was man dann in einigen Wochen beziehungsweise Anfang Dezember in gedruckter Form lesen kann, nur kurz: Wer ein relevantes zeitgenössisches Musical sehen will, sollte sich die Show nicht entgehen lassen. “Ordinary Days”, das ist alles andere als ein Stück über banale Geschichten, wie man es fallweise aus oben angeführten Kritiken herauslesen könnte, es ist, das muss man erkennen, ein großes Ganzes, in Sinn, Handlungsführung und Aufbau, sehr sehr clever auf einer philosophischen Grundeinstellung aufbauend, etwas, das sich aus Einzelstücken auf vielerlei Ebenen, auch auf der musikalischen, zu einem Erlebnis zusammensetzt und in einem wirklich umwerfend inszenierten Höhepunkt seine Strahlkraft zeigt. Wer das versäumt, versäumt viel.

Die Show ist noch bis 13. Oktober im Theater Drachengasse zu sehen. Tickets –> hier.

Director: Joanna Godwin-Seidl
Musical Director: Birgit Zach
Producer: Sarah K. Hayes, vienna theatre project
Starring: Sarah Est, Alan Burgon, Peter Neustifter, Kudra Owens
Licence: Josef Weinberger Musikverlage Wien

Okay, lasst uns Traditionen brechen: Die neuen Stars von “Elisabeth”

Traditionell gibt es keine Kritiken von Voraufführungen, Kritiken erscheinen nach der Premiere. Traditionell wird aber auch das zahlende Publikum, also jenes, um das die Theater geradezu betteln, wenn sie es nötig haben, nicht aus Premieren ausgesperrt, zumal bei einem subventionierten Theater. Diesmal ist alles anders, diesmal ziehen die Vereinigten Bühnen Wien ihre Linie durch und halten – am 5. September – die Premiere von “Elisabeth” als geschlossene Veranstaltung ab. Direkt sowie einzig und allein hat dies Christian Struppeck, der Intendant der Vereinigten Bühnen Wien, zu verantworten, einfach deswegen, weil auch das in seinem Verantwortungsbereich liegt. Es wurde immer wieder von seiten der VBW erwogen, Premieren und Dernieren als geschlossene Veranstaltungen abzuhalten, immer jedoch kam ein Kontingent an Karten in den freien Verkauf, immer wurde das angekündigt. Diesmal nicht. Es gibt hier keinen Spielraum für ein Dementi, das ist Fakt.

Doch es gibt eine Ergänzung: Der Standpunkt der Vereinigten Bühnen Wien ist Folgender: Angeblich soll es Karten ab Montag im Verkauf gegeben haben, im Kartenbüro und bei Wien Ticket und natürlich auf der “Liste”. Die “Liste” ist kein freier Kartenverkauf, und für freie Kontingente bei Wien Ticket und im Kartenbüro habe ich keine Bestätigung, ich höre nur, dass es auch auf Nachfrage keine Karten gegeben hat. Was also hat es für einen Sinn, wenn angeblich Karten im Verkauf sind, aber die Verkäufer sagen, dass es keine Karten gibt. Online bei Wien-Ticket waren definitiv keine Tickets erhältlich. Unter freiem Vorverkauf muss man sich etwas anderes vorstellen können.

Da die Veröffentlichung dieser Teilkritik auf Basis einer Vorpremiere auch als Protest gegen diese Ticketpolitik eines subventionierten Theaters zu verstehen ist, noch ein paar Punkte zur Erklärung: Die VBW haben eine Vielzahl an Tools, um einen geregelten Vorverkauf abwickeln zu können, um Kontingente, die neu in den Verkauf kommen, anzukündigen, und das kostet kaum Zeit, wenn die Kompetenzen geklärt sind. Beispielsweise Facebook, beispielsweise Newsletter, beispielsweise eine Website, beispielsweise Aussendungen von Wien-Ticket und so weiter. Es würde reichen, am Beginn der Vorverkaufszeit anzukündigen, dass ab ungefähr einem Zeitpunkt X ein Kontingent Y in den Verkauf kommt. Die Praxis sieht anders aus: Es wurde wiederholt mitgeteilt, dass es keine Karten im freien Verkauf geben wird. Freier Verkauf bedeutet auch, einen gewissen Respekt gegenüber Theaterbesuchern zu haben. Der geht mir hier eindeutig ab.

Brechen wir also Traditionen, der Bruch ist ohnedies schon gemindert, da diese Kritik wieder offline gegangen ist und erst nach Beginn der Premiere wieder online geschaltet wurde: Es gab im Verlauf der letzten Tage einige Previews. In diversen Foren wird schon eifrig über die neue Fassung der Levay/Kunze-Show diskutiert. Eine ausführliche Kritik, basierend auf regulären Vorstellungen nach der Premiere, wird es im Laufe der nächsten Wochen auch hier im Blog geben, doch vorab: die neuen Stars von “Elisabeth” sind Franziskus Hartenstein als Franz Josef und Anton Zetterholm als Erzherzog Rudolf.

Franziskus Hartenstein
Franziskus Hartenstein verleiht Franz Josef eine Präsenz und eine Stellung Elisabeth gegenüber, die seine Vorgänger in Wien nicht erreicht haben. Das geht so weit, dass das Verhältnis von Elisabeth und Franz Josef in der einen oder anderen Szene fast kippt, oder aber, und das ist die positivere Deutung, erst jetzt in dieser Version voll zur Wirkung kommt. Sowohl vom Schauspiel her gesehen als auch vom Gesang ist Hartenstein für die Show ein Volltreffer. Zwar mag er für die Rolle sehr jung sein, aber er interpretiert die Lieder – und leiert sie nicht nur runter, er verleiht ihnen Gefühl, erreicht mit seinem Schauspiel, dass man mit Franz Josef tatsächlich mitfühlt. Ich habe diese Figur zum ersten Mal so “lebendig” erlebt. Hartenstein spielt glaubhaft, seine Bewegungen, seine Mimik, all das zeigt, dass er es verstanden hat, sich mit seiner Rolle ernsthaft und für die Produktion gewinnbringend auseinanderzusetzen. Früher als Langweilnummern abgetane Balladen und balladeske Sequenzen haben auf einmal eine Tiefe, die man hier in Wien noch nicht erlebt hat.

Anton Zetterholm
Dasselbe trifft auch auf Anton Zetterholm zu. Anders als einer seiner deutschsprachigen Kollegen, Mark Seibert, hatte er eine Sprachbarriere zu bewältigen, über die in diversen Foren jahrelang gelästert wurde. Zetterholms Artikulation ist bei “Elisabeth” freilich bestechend, er singt klare, reine Töne, nicht wie Mark Seibert, dessen Gesangssequenzen gefühlt aus 98 Prozent gepressten Konsonanten bestehen, der in der Tiefe zu wenig Stimme hat, nasal und behaucht in der Mittellage arbeitet und einzig und allein in den Höhen dann an Lautstärke gewinnt, oft auf Kosten jeglichen Schöngesangs, oder Annemieke van Dam, die einem ihr Belting wie eine Watsche ins Gesicht schmettert.
Zetterholm spielt grandios, sein “Wenn ich dein Spiegel wär” ist atemberaubend und DAS Highlight der Show. Der kleine, ganz kurze Übergang zu “Hass”, auch das liefert er mit einer solchen Intensität und Power. Leider hat er das Pech, mit Seibert und van Dam Partner zu haben, die scheinbar ihre Hausaufgaben nicht ganz erfüllt haben und in der Show herumlaufen, als würden sie ferngesteuert. Der “Totentanz” etwa ist der Tiefpunkt der Show schlechthin. Wenn der Tod Rudolf küsst, wirkt es, als würde er ihn oral erdolchen.

Bühnenbild, Kostüme, Fragen über Fragen
Wieso beim “Totentanz” die “Kleider” getilgt wurden, sollte man sich besser nicht fragen. Denn wenn wir mit den Fragen beginnen, würden wir rasch zum Bühnenbild gelangen, das eine völlig misslungene Mixtur aus Teilen der alten Wiener Fassung und verkitschend wirkenden Projektionen und Filmchen ist. Es ging bei der Wiener Fassung immer gerade darum, den Kitsch aus der Show rauszuhalten, wo möglich. Nun sind wir dabei gelandet, dass all das, was bei der alten Fassung unsere Fantasie gestaltet hat, per Filmchen eingespielt wird. Ein Meer und ein Mond oder eine Sonne, was auch immer das sein soll, das sich bewegende Riesenrad. Wozu?
Nein, “Elisabeth”, das Musical, beruht nicht auf einem Film, wir können nicht immer nur Filmmusicals machen, und es muss nun auch nicht in jedem Musical eine Projektion her. Wir haben Fantasie, und wenn sich die Theater den Luxus leisten würden, nur Leute mit großartigen Stimmen verbunden mit einer entsprechenden Gesangskultur und Schauspielbegabung zu casten, wäre uns allen schon viel weitergeholfen. Wir brauchen kein Brimborium, das davon ablenkt, dass sich in Mimik und Ausdruck zu wenig tut.

Bei all den Fragen würden wir auch zu den Kostümen kommen. Was genau soll uns das Outfit des Todes sagen. Was sollen diese Moon Boots, wieso sieht Lucheni wie ein Penner aus, dessen Hosen drei Nummern zu groß sind, mit einem Westchen wie ein Clown?

Kommen wir vorerst zum Schluss und zur Schnapsidee schlechthin. “Elisabeth” wird mit einem Gesangs-Medley inklusive Publikumsbeteiligung beendet. WTF? Wir sind nicht bei den Pradler Ritterspielen, da, von mir aus, könnte Elisabeth nochmal aufstehen und sich meinetwegen in Zeitlupe erdolchen lassen – oder man könnte vorher ein Gewinnspiel machen und jemanden aus dem Publikum bitten, mal mit der netten Merchandising-Feile zuzustechen. Wir haben es mit einem Musicaldrama zu tun, und die erbärmlichen Versuche, aus dem Drama am Schluss noch ein Mitklatsch- und Mitsing-Inferno zu machen, sind degoutant. Nicht, dass das Rezept nicht aufgehen würde, Publikum ist verführbar, aber allein die Absicht, das Publikum mit derart billiger Effekthascherei in den Sumpf von Musikantenstadl Co. zu treiben, ist billig.

Soviel vorerst einmal. Ein paar positive Punkte, ein paar negative. Es gibt noch mehr Positives und auch anderes. Wir sollten uns das nächste Mal vielleicht darüber unterhalten, wieso es auf einmal so viele Barfuß-Sequenzen in der Show gibt, wieso zieht sich die tote Elisabeth die Schuhe aus? Was ist los mit “Ich gehör nur mir” – wieso wurde aus dem Highlight eine Durchschnittsnummer, wo bleibt die Spannung beim “Letzten Tanz”. Wieso befindet sich vor dem Raimund Theater eine Geröllhalde? So viele Fragen …

Links
- orf.at: Premiere für Musical »Elisabeth«
- Musical Awakening: Raimund Theater: Elisabeth - Vorpremiere
- Der Neue Merker: NEUE Kritik: WIEN/ Raimundtheater: ELISABETH – Musical von Sylvester Levay. Premiere
- Heute.at: Elisabeths letzter Tanz gehörte nur ihren Fans
news.at: Retro-Romantik
- oe24.at: Promiauflauf bei »Elisabeth« Premiere
- diepresse.at: »Elisabeth«: Eine schöne Leich’ für die Kaiserin
- kurier.at: “Elisabeth”: Ein süßes Apokalyptus-Zuckerl
- Neue Zürcher Zeitung: Rückkehr der Kaiserin nach Wien
- derstandard.at: Eine, die nur uns gehört
- heute.at: Uwe Kröger und Marika Lichter versöhnt!
- relevant.at: Promis im Sisi-Fieber nach “Elisabeth”-Premiere
- krone.at: Lichter und Kröger versöhnten sich bei Musical-Premiere

Renate Wagner schafft es, ihren Artikel gleich in zwei Online-Medien unterzubringen, und einen dritten Jubel-Artikel gibts auch noch von ihr.
- Der Opernfreund: Elisabeth
- Der Neue Merker: WIEN / Raimundtheater: ELISABETH
- Neues Volksblatt: Noch nie war »Elisabeth« so reizvoll besetzt
Hofberichterstattung bietet Silvia E. Loske in ihrem Blog -> hier

Schubert Theater: »Die letzten 5 Jahre« [2012]

image.jpgSich die Musical-Horizonte eigenständig sozusagen von ganz unten zu erschließen, von eigenen Produktionen auf kleinen Bühnen zu lernen, selbst rauszubekommen, wie man das Geld für eine Musicalproduktion aufstellt, Sponsoren (welche auch immer) findet, mit Verlagen verhandelt, eine Produktion erarbeitet – das ist nicht unbedingt der Regelfall im Leben eines Musicalstudenten. Und so kann man die Produktion von Jason Robert Browns »Die letzten 5 Jahre«, so, wie sie am 3., 4. und 5. Juni im Wiener Schubert Theater zu sehen war, als etwas ganz Besonderes, und sogar ohne Übertreibung Beispielgebendes sehen. Zumindest sollte sie ein Beispiel sein, nicht nur, was die Ambition an sich betrifft, sondern ebenso, wie man mit einem mittlerweile zum Musicalklassiker avancierten Stück auch mit bescheidenen finanziellen Mitteln, aber einem Wahnsinns-Engagement großartige Theatermomente erzeugen kann.

Unter der Regie von Matthias Weißschuh spielten Jil Clesse und Michael Souschek das Liebespaar Cathy Hiatt und Jamie Wellerstein, das sich nach einer fünfjährigen Beziehung getrennt hat. Jamie erzählt seine Version dieser Beziehung von der ersten Verabredung bis zur Trennung, Cathy schildert sie vom Abschied bis zur ersten Verliebtheit. Matthias Weißschuh, Jil Clesse und Michael Souschek studieren derzeit an der Konservatorium Wien Privatuniversität im 2. Studienjahr, Abteilung Musikalisches Unterhaltungstheater.

Jason Robert Brown hat sein Musical für Klavier, Bass, Violine und zwei Celli orchestriert, und genau so wurde es auch im Schubert Theater umgesetzt: Ronald Sedlaczek am Klavier, Sebastian Küberl am Bass, Markus Stinauer an der Gitarre, Hannah Berger an der Violine, Maria Medina Vallà¨s und Ana Flores an den Celli. Man sollte es ja kaum glauben, dass sich eine kleine Produktion dieses Top-Team leisten kann, aber üppigst budgetierte Märchen- und andere -Phantasien ihre Hallen und Open-Air-Phantasmorgien mit Musik vom Band beschallen lassen. Der Unterschied war klar zu hören: Im Schubert Theater konnte man einen in jeder Sekunde spannenden Musicalabend erleben, woanders gibt‘s maximal gebürstetes Entertainment. Ein live aufspielendes Kammerorchester ist natürlich nicht so perfekt wie ein Band, aber so ist auch das Leben, außer im Entertainment.

Jil Clesse und Michael Souschek legten ihre Rollen großteils ohne die bei dieser Show oft gesehenen Extravaganzen und Gefühlsexplosionen an – entweder als bewusste Entscheidung für mehr Natürlichkeit in der Interpretation; oder eben, weil das noch nicht drin ist, was auch nichts machen würde. So verzichtete etwa Souschek großteils beim Song »Das Lied von Schmuel« auf den oft gehörten betont jiddischen Tonfall, gestaltete aber die Parts der »Uhr« in diesem Song sehr unterhaltend. Oft bleibt am Ende der »Letzten 5 Jahre« die Frage, wer denn nun verantwortlich ist für das Scheitern der Beziehung. Es liegt in den meisten Fällen an der Regie, ob man nun als Zuschauer mehr Sympathie für Cathy oder Jamie hegt. Bei dieser Version der Show würde ich mal von einem leichten Sympathiebonus für Cathy ausgehen. Die in der Rolle der Cathy angelegten besonders unguten, aber großartig gespielten Momente kommen bei Jil Clesse doch nicht so wahnsinnig zum Tragen wie jene von Michael Souschek, der etwa bei »Keiner muss das erfahren«, dem für mich stärksten Song des Musicals, gar nicht so stark die im Lied steckende musikalische Kraft herausholt, aber auf eine ganz eigene, zärtliche Art schauspielerisch die Szene zur entscheidenden macht.
Vielleicht, vermutlich, kann man das auch ganz anders sehen. Das ist nicht nur ein Feature dieses Musicals an sich, das ist auch ein Plus der Inszenierung und der Schauspieler. Ein fantastischer Musicalabend.

Wiener Stadthalle/Halle F: Peter Kraus – »Für immer in Jeans« [2012]

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Im Oktober 1956 stand Peter Kraus (geboren 1939) in München das erste Mal auf einer Konzertbühne – und, so heißt es, wurde bereits da vom Musikproduzenten Gerhard Mendelson entdeckt. Für Polydor Records Wien produzierte Mendelson mit Kraus 1957 seine erste Single, eine Coverversion von Little Richards Hit »Tutti Frutti«. Und seit diesem Zeitpunkt läuft die Karriere von Peter Kraus wie auf Schienen.

2012 ist der 73-jährige Entertainer mit seiner brandneuen Show »Für immer in Jeans« am Start und spielt rund 60 Konzerte. Am 28. und 29. März gastierte er in der Halle F der Wiener Stadthalle.

Für seine Tour hat sich Peter Kraus eine Revue mit Musicalelementen schreiben lassen, fast jeder Song ist in eine kleine Szene verpackt, Kraus erzählt aus seinem Leben, vom Business und vom Rock ‘n’ Roll, und er stellt Songs aus seinem neuen Album vor. Wie die Tour heißt auch die CD »Für immer in Jeans« und ist ein unterhaltender Mix aus Schlager, Rock, Blues und Swing. Unterstützt wird der Entertainer auf der Konzertbühne von einer großartigen Live-Band und einem perfekt gecasteten Ensemble von Tänzern und Sängern (Marco Maurer, Marvin Dietmann, Anna Carina Buchegger, Anna Weghuber und Beatrix Gfaller), die für richtige Power sorgen – und das Erstaunliche ist, dass Kraus, obwohl all die Tänzer schon seine Enkerl sein könnten, nicht abfällt oder gar großväterlich wirkt. Großartig etwa eine Szene fast wie aus dem Wiener »Simpl«, in der Kraus den heutigen Slang der ganz ultracoolen Jugendlichen karikiert, mit ganz tief hängender Hose, Marke Justin Bieber. Peter Kraus sagging, würde man das wohl bezeichnen. Sehr gelungen. Und auch beim Rock ‘n’ Roll lässt der Peter nach wie vor nichts anbrennen, weder tänzerisch, noch sonstwie, er erweist sich als schlagfertig, amüsant, manchmal etwas melancholisch mit jeder Menge Anspielungen auf das Alter, nicht nur auf seines, sondern auch auf das seines Publikums. Dass all diese Gags und Szenen völlig unpeinlich, ja, amüsant und unterhaltend über die Rampe kommen, dass es keine faden Momente in der Show gibt und immer wieder kräftig aufs Showpedal gedrückt wird, dafür sorgen Regisseur Thomas Smolej und Sabine Bartosch sowie Marvin Dietmann, die für die Choreographien zuständig sind.

Als Special Guest bringt Andy Lee Lang die Stimmung zum Kochen, wenn er seine berühmte Klaviernummer zu »Whole Lotta Shakin’ Going On« abzieht, als »Assistentin« und Duettpartnerin ist Barabara Endl mit dabei. Und auch Peter Kraus’ Sohn Mike ist ein wichtiger Teil dieser Tournee, spielt beispielsweise ein paar Vater-Sohn-Momente mit seinem alten Herrn, die besonders gut beim Publikum ankommen, und präsentiert mit »Mein Kosmos brennt« ein Lied aus seiner eigenen CD.

Herrlich die Fans, darunter viele muntere Ab-60er, gern auch in Jeans, die geflissentlich all die fetten Schilder ignoriert haben, und auch all die Durchsagen, dass Fotografieren usw. strengstens verboten ist. Da wurde mit den Handykameras geknipst, was das Zeug hält, und warum auch nicht, das gehört einfach dazu und sollte endlich mal gestattet werden. Doch es hat sich ohnedies kein Billeteuschen getraut, auch nur einen Mucks zu machen.

Peter Kraus ist ein Entertainer der alten Schule, er hat ein halbes Jahrhundert Showbusiness in den Knochen. Man merkt ihm sein Gespür für sein Publikum an. Er muss sich nicht bei seinen Fans anbiedern und sie zum Mitklatschen auffordern, das kommt, wenn es kommt, zum richtigen Zeitpunkt, und wenn dann am Ende der Show, man möchte fast sagen, alles, was gerade noch mit Krücken laufen kann, zur Bühne stürmt und den Star der guten alten Zeit wie damals, in den geilen 60ern, feiert, tanzt und mitklatscht, dann sind das gute Momente. Fazit: Eine Show für alle Fans – und für alle anderen eine gute Gelegenheit, eine perfekt produzierte und inszenierte Show mit allen großen Hits von Peter Kraus und erfrischend neuen Tönen zu erleben, eine Show eines der letzten Entertainer und Rock ‘n’ Roller der alten Schule.

Performing Academy: Hear My Song [2012]

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“Wo sonst können neue Trends, neue Stücke und neue Kompositionen im Musiktheaterbereich quasi als ‚Offene Geheimnisse‘ durch die Räume schwirren und so immer wieder Neues entstehen lassen. In einer solchen Institution ist man am Puls der (Musical-)Zeit, und daher verwundert es Insider nicht, dass Jason Robert Brown, ein wahrer Könner seines Metiers, unter unseren angehenden AbsolventInnen omnipräsent ist.«

Das schreibt Alexander Tinodi, der Geschäftsleiter des Performing Center Austria, im Vorwort zum Programm zur Abschlussshow des aktuellen Jahrgangs der Performing Academy. »Hear my Song« hieß die Show, die am 24. und 25. März im Festsaal der Pratergalerien gezeigt wurde. Claudia Artner, Franziska Fröhlich, Aline Herger, Judith Jandl, Peter Knauder, Angelika Ratej, Jakob Semotan, Jasmin Shah Ali, Anetta Szabo und Gloria Veit waren die zehn Studenten, die damit ihre letzte Show im Rahmen ihres Studiums zeigten.

Ominipräsent ist er, Jason Robert Brown, das stimmt, wenn auch nur in den sagen wir Hardcore-Musicalkreisen, sozusagen abseits des Stroms, auf dem die Hochseedampfer tuckern. Brown ist, man muss es sagen, das, was man als Kassengift bezeichnen könnte. Das ist nicht mal eine Unterstellung, er wird mir sicher in diesem Fall nicht mit einem Rechtsanwalt drohen, es ist belegbar, und er selbst hat schon des Öfteren in seinem Blog darauf Bezug genommen.
Schaun wir uns alle Werke an, die von Jason Robert Brown geschrieben wurden beziehungsweise für die er Musik beigesteuert hat, und wie sie sich am (Off-) Broadway gemacht haben.

1) Songs For A New World (26.10.1995; WPA Theatre, Off-Broadway)
12 Vorstellungen

2) Long Day’s Journey Into Night (22.3.1998; Irish Repertory Theatre, Off-Broadway)
Incidental Music by Brown
49 Vorstellungen

3) Parade (17.12.1998, Vivian Beaumont Theatre, Broadway)
84 Vorstellungen

4) Fuddy Meers (2.11.1999, City Center Stage, Off-Broadway)
Incidental Music by Brown
166 Vorstellungen

5) The Waverly Gallery (22.3.2000, Promenade Theatre, Off-Broadway)
Incidental Music by Brown
70 Vorstellungen

6) Current Events 13.6.2000, City Center Stage II, Off-Broadway)
Incidental Music by Brown
40 Vorstellungen

7) The Last 5 Years (3.3.2002, Minetta Lane Theatre, Off Broadway)
73 Vorstellungen

8) Kimberley Akimbo (4.2.2003, City Center Stage I, Off-Broadway)
Incidental Music by Brown
72 Vorstellungen

9) Urban Cowboy (27.3.2003, Broadhurst Theatre, Broadway)
5 Songs
60 Vorstellungen

10) Last Dance (3.6.2003, City Center Stage I, Off-Broadway)
Incidental Music by Brown
40 Vorstellungen

11) 13 (5.10.2008, Bernard B. Jacobs Theatre, Broadway)
105 Vorstellungen

Die finanziellen Flops, das ist eine Sache, sein Ruf ist ein anderer. Nach wie vor wird Brown in jeder Liste der wichtigsten »Nachwuchs«komponisten genannt, und auch wenn seine Musicals nur selten in großen Häusern laufen, werden sie von kleinen Theatergruppen gerne und häufig aufgeführt.

Das Perfoming Center hat sich aus Browns Musicals »Songs For A New World«, »Parade« und »13« ausgesucht. Weiters »Urban Cowboy«, eine Show, zu der der Komponist einige Songs beigesteuert hat, und Lieder aus seiner Solo-CD »Wearing Someone Else’s Clothes«. Rund um diese Songs hat Jürgen Kapaun eine Handlung gebaut: In der Grand Central Station von New York treffen zehn Menschen aufeinander. Jeder bringt den Zuschauern sein Leben nahe, in Form von Monologen, Dialogen, Liedern und Tanz. Vom tragischen Schicksal einer Suizidgefährdeten (Franziska Fröhlich) bis zur Shoppingtussy (Aline Herger), alles ist dabei. Ein Hollywood-Autor (Jakob Semotan), der sich aus seinen billigen Soaps wegträumt, ein Tänzer (Peter Knauder), dessen Lebenstraum, eine Karriere in New York, zerplatzt. Großteils interessante Handlungsskizzen, die das Gerüst für die Interpretationen der Songs von Jason Robert Brown bilden, die ja auch immer ihre eigene Geschichte erzählen. Ein Umstand, der der Show enorm zugutekommt, denn so gut die Ideen auch im Regiebereich waren (Jürgen Kapaun), so hätte man doch viel mehr Zeit haben müssen, um an der Gestaltung der Szenen, der Glaubwürdigkeit in Dialogszenen zu feilen.
Die Live-Band (Klavier, Schlagzeug, Bass, Violine) ist ein wesentlicher Plusfaktor in dieser Show, der Sound im Festsaal der Pratergalerie entspricht dem Setting der Revue – wie in einer Bahnhofshalle klingt es da. Generell ist alles etwas hallig und manchmal viel zu laut, die Mikros kommen manchen Stimmtechniken zugute, mitunter aber entsteht fast körperlicher Schmerz. Doch man spürt die Ambition und das Können, am Technischen wird es nicht immer scheitern.
Sabine Arthold hat für einige der Songs wirkungsvolle Gruppenchoreographien entworfen. Manchmal war mir der Tanzfaktor zu betont. Man muss nicht jedem Interpreten zwei Mädels/Jungs in den Background packen, die da ihre Tanzkünste demonstrieren, das lenkt dann doch vom Sänger und vom Song ab und wirkt manchmal so “typisch musicaaaal in a bad way”, ist aber sicher eine Geschmacksfrage. Denn letztendlich ist ja eine solche Show dazu da, zu zeigen, was jeder kann. Etwa auch Peter Knauder, der jenen jungen Tänzer aus Österreich spielt, der es in New York, »der Stadt, in der du endlich du sein darfst«, schaffen will und dann durch einen Autounfall stirbt, auf dem Weg zum … Geschichten, vielleicht manchmal fast zu sehr in Richtung Soap … Knauder, bei seinem letzten großen Tanzsolo wie ein Panther, eingesperrt in einem Käfig, auf der (scheinbar) viel zu kleinen Bühne. So kann der Panther natürlich nicht zeigen, wie schnell er wirklich laufen kann, verbeißt sich in nahezu grotesker Mimik, aber man weiß ja, was er alles kann (man weiß es nicht aus Disney-Shows).
»Hear My Song«, neben der Disney-Schiene in der Stadthalle, eine ungeheuer wichtige Produktion. Live-Musik, Arbeit an Kompositionen eines der ganz Großen gemeinsam mit Marie Landreth (Musikalische Leitung & Arrangements), die Entwicklung eines Buchs (Jürgen Kapaun), da macht es Spaß zuzusehen.

Leading Team
Regie und Buch: Jürgen Kapaun
Musikalische Leitung & Arrangements: Marie Landreth
Choroegraphie: Sabine Arthold
Dance Captain: Franziska Fröhlich, Claudia Artner

Band
Klavier: Chanda Vander Hart
Schlagzeug: Franz Hofferer
Bass: Gabor Farkas
Violine: Michael Guttierez

Cast
Claudia Artner, Franziska Fröhlich, Aline Herger, Judith Jandl, Peter Knauder, Angelika Ratej, Jakob Semotan, Jasmin Shah Ali, Anetta Szabo, Gloria Veit

Verwendete Songs
- On the deck of a Spanish Ship (»Songs For A New World«)
- The New world (»Songs For A New World«)
- Just One Step (»Songs For A New World«)
- What it means to be a friend (»13«)
- Do it alone (»Parade«)
- And I will follow you (»Wearing Someone Else’s Clothes«)
- Grow old with me (»Wearing Someone Else’s Clothes«)
- The River Won’t Flow (»Songs For A New World«)
- Brand New You (»13«)
- Pretty Music (»Parade«)
- King of the World (»Songs For A New World«)
- Dreaming wide awake (»Wearing Someone Else’s Clothes«)
- Mr. Hopalong Heartbreak (»Urban Cowboy«)
- You don’t know the man (»Parade«)
- Flying home (»Songs For A New World«)
- Hear My Song (»Songs For A New World«)

Links
- Performing Center Austria: Standing Ovations am Bahnhof des Lebens!
- Musical Awakening: Hear my Song

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