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Archiv - Vermischtes

Wien: “Tanz der Vampire” - die Dernià¨re

Die Wiener Produktion von “Tanz der Vampire” wird mit der Dernià¨re am 25. Juni 2011 ihr Ende finden. Wie in Wien seit einigen wenigen Jahren bei den VBW üblich, befindet sich diese letzte Vorstellung einer Produktion nicht im Verkauf. Schon öfter gab es, so hört man, den Willen, den letzten Vorhang als reine Marketingparty zu feiern, die Tickets an ausgewählte Gäste und Partner zu vergeben. Hat bis jetzt nicht so wirklich geklappt, aber vielleicht ja diesmal.

Die “Fans” bekommen ihren Anteil heutzutage via Facebook (LINK). Da dürfen sie sich wie infantile Gören ausdenken, was Krolock nach dem letzten Vorhang wohl macht. Manchmal fragt man sich wirklich, wer hier als Zielgruppe definiert wurde. Wie doof muss man sein, um noch ins Musical zu dürfen?

Ein Theater lebt von seinen Besuchern, die VBW leben von ihren Besuchern. Keine Sorge, man wird es schaffen, auch noch den letzten Hardcore-Fan endgültig zu verlieren, denn so viele Megaseller wie “Tanz der Vampire” gibt es nicht, und es wird sich herausstellen, ob singende Nonnen im Zeitalter des Kirchenaustritts die Massen anlocken werden.

Eine Dernià¨re gehört in den Verkauf!

Peter Kern über “Marketing” am Theater

Der österreichische Schauspieler Peter Kern in der FAZ, vor ein paar Wochen:

Seit drei Wochen probe ich in Frank Wedekinds »Lulu« den Dr. Goll, Lulus ersten Ehemann, am Burgtheater unter der Regie von Jan Bosse. Tagelang warte ich auf den Anruf des Intendanten, dass er sich freut, mich am Burgtheater begrüßen zu können; oder zumindest, dass er es nicht verhindern konnte. Selbst bei der Müllabfuhr kommt einmal der Chef vorbei. Auch ich möchte von seiner Liebe getragen werden. »Das können Sie an diesem Haus nicht erwarten«, hörte ich aus der Direktion. Ich habe mich dann mit einem Werbespot des Intendanten für Meinl-Kaffee getröstet und mir gedacht, ihr sollt euer Marketing haben. Daraufhin stand in meinem Vertrag: »Öffentlichkeitswirksame Stellungnahmen und Äußerungen zur Produktion ,Lulu’ und zum Burgtheater seitens des Vertragspartners (Peter Kern) dürfen erst nach Abstimmung mit dem Regisseur und der Direktion veröffentlicht werden.« [FAZ]

Der Fokus sollte bei diesem Zitat auf dem letzten Satz liegen, handelt es sich dabei doch um ein Vorgehen am Theater, das alles andere als unüblich ist. Marketing hat konkordiert stattzufinden - oder eben gar nicht. Und was heutzutage nicht alles Marketing ist. Spielt man beispielsweise einen Fischer in einem Stück über was auch immer und meint man in einem nicht abgesegneten Interview, XXXX-Fischstäbchen seien der größte Dreck auf Gottes Erdboden, was könnte da am Ende für wirtschaftlicher Schaden entstehen, wenn XXXX vielleicht gar Sponsor des Theaters ist. Heutzutage muss man Rücksicht nehmen. Armes Theater.

“Spielplan Deutschland” - die Bühnensimultanschau

map_link_image.jpg“Spielplan Deutschland” - hinter diesem Namen verbergen sich zwei ganz unterschiedliche, aber doch eng verbundene Projekte.

Eines davon ist rein webbasiert und möchte als Recherchewerkzeug allen am Theater Deutschlands Interessierten einen Überblick über die Spielpläne der staatlichen Theater (private Theater sind ausgeklammert) bieten. Auf einer kulturellen Landkarte findet man die Visualisierung der Spielpläne aller deutschen staatlichen Theater - so ist leicht erkennbar, welche Stücke an einem bestimmten Tag in welchen Theatern auf dem Spielplan stehen.

“Spielplan Deutschland” ist aber auch eine Bühnenveranstaltung, die seit 2007 in jährlich neuen Folgen herauskommt. Diese Show besteht aus:

1. Ausschnitten aus den Spielzeitheften der Theater – meist aus den Vorworten
2. Zitaten aus den tagesaktuell laufenden Stücken der Theater oder aus den Premierenstücken der Theater
3. Auffindungen aus der allgemeinen Recherche zum Zustand der deutschen Theaterlandschaft

Das Konzept der Show:

Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Theater und alle Stücke, die an diesem Abend in den Theatern öffentlicher Trägerschaft zwischen Aachen und Zittau zu sehen sind, werden Ihnen gezeigt. Schauspieler und Musiker springen von Genre zu Genre, Stadt zu Stadt, Inszenierung zu Inszenierung. Die ganze prächtige Gemengelage zwischen Klassikern, Uraufführungen, Liederabenden, Bürgerbühnen und Kassenschlagern wird tagesaktuell präsentiert: eine kulturelle Roadmap in schnellen Schnitten, Bruchstücken, Überblendungen – Wahnsinn eben.

Die nächsten Spieltermine der Show “Spielplan Deutschland”:
28., 29. Oktober 2011: Theaterdiscounter Berlin
4., 5. November 2011: Landungsbrücken Frankfurt
19. November 2011: Volkstheater Rostock
30. November, 1. Dezember 2011: Schaubühne Lindenfels in Leipzig
9., 10. Dezember 2011: Schauspielhaus Hamburg

Link
- Spielplan Deutschland

Webtipp: Henric Wiethegers “BlitZlides”

“BlitZlide” nennt Henric Wietheger seine Form der audiovisuellen Präsentation von Themen, Menschen und Ideen - eine Abwandlung der bekannten Audioslideshows, aber knapper, impulsiver; eine emotionale Verbindung von Fotografie und Sound.

Einige Beispiele finden sich im Weblog des jungen Journalisten –> hier.

Das Rätsel “Jekyll & Hyde” in Linz

Am 28. Juli 2011 feiert am Landestheater Linz Frank Wildhorns Musical “Jekyll & Hyde” Premiere. Die Tickets dafür sind seit langer Zeit im Verkauf, wer allerdings in dieser oberösterreichischen Erstproduktion auf der Bühne steht? Das scheint niemand zu wissen. Auf der Website des Theaters steht zu lesen:

Und das Musicalfieber geht weiter: Am 28. Juli hebt sich der Vorhang des Großen Hauses für die heimische Musicalproduktion und oberösterreichische Erstproduktion Jekyll & Hyde. Erstmalig kommt es zu einer Zusammenarbeit der OÖ Kultureinrichtungen – Landestheater Linz, Landesmusikschulwerk, Landesmusikdirektion, Anton Bruckner Privatuniversität und MTA (Musical-Theatre Academy). An 16 Abenden wird der gruselige und melodiöse Thriller-Spaß mit arrivierten Solisten und heimischen Publikumslieblingen für wohlige Schauer sorgen.

Wenn Linz tatsächlich demnächst als “Musicalmetropole” durchstarten will, wird man noch ein wenig an der Vermarktung der Shows arbeiten müssen.

Link
- Landestheater Linz

“Drahdiwaberl” - die Online-Ausstellung der Wienbibliothek

“Drahdiwaberl” wurde 1965 von Stefan Weber ins Leben gerufen, der in erster Linie Absolvent der Akademie der bildenden Künste und Grafiker war und in zweiter verrückter Musiker.

Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte die Gruppe am 1. Mai 1968 in einem KPÖ-Lokal der Zweigstelle Wieden. Nach fünf Minuten vertrieben sie alle zur Maifeier gekommenen Altkommunisten. Zurück blieben ungefähr 20 eingerauchte Gammler, unter denen sich spätere Gruppenmitglieder befanden.

Mittlerweile ist “Drahdiwaberl” museumsreif geworden, und so widmet die Wienbibliothek der Gruppe eine “Online-Ausstellung”. Amüsant, der Einstieg, gesprochen von Stefan Weber:

Grüß Gott, liebe Schüler, hörts jetzt auf mit der Klickerei. Ihr wisst, ich zeige heute einige Bilder aus meinem frühen Leben, und die sind sicher sehr interessant. Na ihr brauchts ned davorenna, bleibts do olle …

Zur “Drahdiwaberl”-Online-Ausstellung gehts –> hier.

Gavin DeGraw: “Not Over You”

Drama Desk Awards 2011 - Die Gewinner

“The Book of Mormon” und “Anything Goes”, das sind die Gewinner der diesjährigen Drama Desk Awards. Beide Shows wurden mit je fünf Preisen ausgezeichnet, darunter mit den wichtigsten: “Outstanding Musical” und “Outstanding Revival of a Musical”.

Abgeschlagen Shows wie “Catch Me if You Can”, “How to Succeed in Business Without Really Trying” oder “Women on the Verge of a Nervous Breakdown”, die jeweils nur einen Preis für sich entscheiden konnten.

Ganz leer ging “Sister Act” aus [auslastungsmäßig liegt “Sister Act” derzeit bei 85,8 Prozent].

Die Liste der Gewinner im Musicalbereich:

The Book of Mormon
- Outstanding Musical
- Outstanding Director of a Musical: Casey Nicholaw, Trey Parke
- Outstanding Music: Trey Parker, Robert Lopez, Matt Stone
- Outstanding Lyrics: Trey Parker, Robert Lopez, Matt Stone
- Outstanding Orchestrations: Larry Hochman, Stephen Oremus

Anything Goes
- Outstanding Revival of a Musical
- Outstanding Actress in a Musical: Sutton Foster
- Outstanding Choreography: Kathleen Marshall
- Outstanding Set Design: Derek McLane
- Outstanding Sound Design in a Musical: Brian Ronan

See Rock City & Other Destinations
- Outstanding Book of a Musical: Adam Mathias

Catch Me if You Can
- Outstanding Actor in a Musical: Norbert Leo Butz

How to Succeed in Business Without Really Trying
- Outstanding Featured Actor in a Musical: John Larroquette

Women on the Verge of a Nervous Breakdown
- Outstanding Featured Actress in a Musical: Laura Benanti

Priscilla Queen of the Desert: The Musical
- Outstanding Costume Design: Tim Chappel, Lizzy Gardiner

Rain: A Tribute to the Beatles on Broadway
- Outstanding Revue

Link
- Drama Desk Awards 2011 - Die Nominierungen

Webtipp: Die “Abteilung Schauspiel” der Konservatorium Wien Privatuniversität

Informationen über die “Abteilung 10″ der Konservatorium Wien Privatuniversität, also die Schauspiel-Abteilung, bietet die Website konservatorium-schauspiel.at

Zu finden sind Infos über die Studenten der einzelnen Jahrgänge, Absolventen und Lehrende sowie Termine aktueller Veranstaltungen.

Link
- konservatorium-schauspiel.at

Drama League Awards 2011 - die Gewinner

Am 20. Mai wurden die Gewinner der Drama League Awards 2011 bekannt gegeben. Die Liste der Preisträger liest sich wie folgt:

Distinguished Production of a Play
War Horse | Lincoln Center Theatre

Distinguished Production of a Musical
The Book of Mormon | Eugene O’Neill Theatre

Distinguished Production of a Revival—Play
The Normal Heart | John Golden Theatre

Distinguished Production of a Revival—Musical
Anything Goes | Roundabout Theatre Company

Distinguished Performance Award
Mark Rylance, Jerusalem and La Bàªte

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