Home RSS Go RED Go BLACK

Archiv - Vermischtes

Weil es einfach lustig ist …

Der ORF meldet auf seiner News-Plattform am 6.12.2006:

Wie der ORF im Text selbst anmerkt, bedeutet die Abkürzung ISBN: Internationale Standardbuchnummer. Demgemäß bedeutet “ISBN-Nummer”: Internationale Standardbuchnummer-Nummer.
Also ich find das immer wieder lustig.

Amerikas Top-Popmusik-Produzenten 2006

01) Timbaland
Nelly Furtado: Loose (CD)
Justin Timberlake: FutureSex/LoveSounds (CD)
Pussycat Dolls: “Wait A Minute” (Song)

02) Stargate
Ne-Yo: “So Sick” (Song)
Rihana: “Unfaithful”(Song)
Beyonce: “Irreplaceable” (Song)

03) Rick Rubin
Johnny Cash: American V: A Hundred Highways (CD)
Red Hot Chili Peppers: Stadium Arcadium (CD)
Dixie Chicks: Taking The Long Way (CD)
Justin Timberlake: “(Another Song) All Over Again” (Song)

04) Linda Perry
James Blunt (Back to Bedlam/US-Release)
Christina Aguilera: Back To Basics (CD)

05) Scott Storch
Paris Hilton, Brooke Hogan, LL Cool J, JoJo, …

06) Rob Cavallo
Jewel: Goodbye Alice In Wonderland (CD)
My Chemical Romance: The Black Parade (CD)

07) will.i.am
Pea Fergie: The Dutchess (CD)

08) Billy Mann
Pink: “Stupid Girls” (Song)
Teddy Geiger: “For You I Will (Confidence)” (Song)

09) Jermaine Dupri
Janet Jackson: 20 Y.O. (CD)
Dem Franchize Boyz: On Top Of Our Game (CD)
Monica: The Makings Of Me (CD)

10) Swizz Beatz
Beyonce: B’Day (CD), The Game, JoJo

[Quelle]

Jennifer Holliday - das übergangene “Dreamgirl”

Dieser Tage startet in den USA die Kinoverfilmung des Musicals “Dreamgirls”. “Dreamgirls” am Broadway - damit verbinden Musicalfans vor allem eines: die eindringliche gesangliche Leistung der damals gerade 21-jährigen, völlig unbekannten Jennifer Holliday. Sie wurde 1982 für ihre Interpretation der “Effie” mit einem Tony Award in der Kategorie “Best Actress” und zwei Grammy Awards ausgezeichnet. “And I am telling you” in ihrer Version wurde zum Klassiker, Holliday startete zu einer Karriere als R’n'B-Sängerin durch … und dann wurde es ruhig um sie. Ruhig deshalb, weil sie von ihrer Plattenfirma fallengelassen wurde. Und das nicht unbedingt wegen schlechter Verkaufszahlen. Holliday war ihrem Arbeitgeber zu dick geworden. 154 Kilo brachte die Sängerin in ihren stärksten Zeiten auf die Waage. Ohne Plattenvertrag dazustehen war für Holliday wie ein Todesurteil. Sie wurde depressiv, nahm eine Überdosis Schlaftabletten, überlebte den Selbstmordversuch und lernte im Laufe von vielen Jahren, ihre Krankheit zu überwinden.
Nicht ganz hatte sie die Hoffnung aufgegeben, in der Verfilmung von “Dreamgirls” mitzuwirken. Allein, man hat sie nicht einmal kontaktiert, ob sie in irgendeiner Form mitwirken wollen würde. Im Trailer zu der Verfilmung allerdings wurde sechs Monate lang ihre Version von “And I am telling you” verwendet.
Ein bisschen stolz ist die Sängerin darauf, dass ihr legendärer Tony-Award-Auftritt von 1982 bei YouTube der Renner schlechthin ist. Holliday in einem Interview: “I’m glad about [it’s] showing my Tony performance because that way the public can see that I did it first and that this is being copied.”

“Dreamgirls” mögens teuer: das 25-Dollar-Kinoerlebnis

Amerikanische Musicalfans, die die Verfilmung der Broadway-Show “Dreamgirls” möglichst rasch sehen möchten (US-Kinostart: 15. Dezember), müssen zunächst mal recht tief in die Brieftasche greifen. Zehn Tage lang wird ein Kinoticket für die “Dreamgirls” nämlich den stolzen Preis von 25 Dollar kosten. Das meldet die “New York Post”, und bietet auch noch ein paar interessante Details.
“Dreamgirls” wird die ersten zehn Tage im berühmten Ziegfeld Theatre in Manhattan gezeigt sowie in ausgewählten Kinos in Los Angeles und San Francisco. Im Eintrittspreis inbegriffen ist ein 50 Seiten starkes Programmheft, weiters besteht die Möglichkeit, eine kleine Ausstellung mit Kostümen und Set-Design-Gegenständen zu besuchen. Merchandising wird es ebenfalls jede Menge geben, beispielsweise den Soundtrack zum Film.
Der Film selbst wird ohne Werbung gezeigt, und es findet nur eine Vorführung pro Abend statt, außerdem Nachmittagsvorstellungen an den Wochenenden.
Das, was hier mit den “Dreamgirls” abgezogen wird, nennt man “Road Show” und war in den 1960er Jahren bei Blockbustern wie “Die 10 Gebote”, “Lawrence von Arabien” oder “The Sound of Music” Standard.
Die Frage ist, ob es heute noch ankommt, Filme wie Live-Events zu inszenieren. Die letzte “Road Show” ging in den Staaten 1972 ab: “Der Mann von La Mancha”, ebenfalls eine Musicalverfilmung, beschloss damals diese Tradition.
Eine andere Tradition werden die “Dreamgirls” allerdings nicht aufleben lassen: lästige Pausen. Zumindest in den Staaten war “Gandhi” (1982) der letzte Film, der durch eine Pause unterbrochen wurde.
Zu Weihnachten starten die “Dreamgirls” amerikaweit - und dann kosten die Tickets die üblichen 10,75 Dollar.

RIP: Basil Poledouris

Der bekannte Filmkomponist Basil Poledouris ist in Los Angeles einer Krebserkrankung erlegen. Poledouris hat unter anderem die Soundtracks zu “Die blaue Lagune” (1980), “Conan” (1982), “Robocop” (1987), “Jagd auf Roter Oktober” (1990) und “Free Willy” (1993) geschrieben. 1989 wurde er mit einem Emmy für seinen Score zur TV-Serie “Lonesome Dove” ausgezeichnet.

»Rebecca« – Sylvester Levays Meisterstück

Raimund Theater Wien (Foto: Martin Bruny)

Am Donnerstag, dem 28. September 2006, feierte “Rebecca”, das neue Musical von Sylvester Levay und Michael Kunze, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Daphne du Maurier, im Wiener Raimund Theater seine Uraufführung. Die Story, eine Mischung aus Krimi und Love Story, spielt in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts in einem fashionablen Hotel an der Cà´te d’Azur und auf dem englischen Landsitz Manderley.
“Ich”, ein junges, unbedarftes Mädchen, das als Gesellschafterin der reichen Amerikanerin Mrs. van Hopper nach Monte Carlo kommt, verliebt sich in Maxim de Winter, einen verwitweten englischen Adelsspross. Schon nach kurzer Zeit heiraten die beiden und ziehen nach Manderley, de Winters prachtvollem Herrensitz, irgendwo an der Küste, weitab von jeglichem Ort. Der Personalstab auf Manderley wird von der gestrengen Haushälterin Mrs. Danvers dirigiert. Der neuen Mrs. de Winter verhält sie sich kühl und abweisend gegenüber. “Ich” ist kaum in der Lage, die neue Herrin auf Manderley abzugeben. Sie hat Angst. Angst, eine neue Rolle zu übernehmen, Angst, weil sie eine wertvolle Porzellanfigur zerbrochen und die Scherben heimlich im Schreibtisch versteckt hat, Angst, dass sie gegen den offenbar immer noch großen Einfluss von Rebecca keine Chance hat. Und schnell muss sie auch begreifen, dass Mrs. Danvers alles tun wird, um sie aus dem Haus zu vertreiben. Als ein Maskenball in Manderley stattfinden soll, rät ihr Mrs. Danvers, sich ein Kleid schneidern zu lassen, das dem auf einem Gemälde im Haus gleicht. Als de Winter seine Frau in diesem Kleid sieht, reagiert er aggressiv, denn es ist ausgerechnet jenes Kleid, das Rebecca auf ihrem letzten Maskenball getragen hat.
Alles scheint sich zu ändern, als das Boot, mit dem Rebecca ums Leben gekommen ist, eines Tages gefunden wird. In der verschlossenen Kajüte findet man eine Leiche: Rebecca. Erst jetzt beichtet Maxim seiner Frau, was damals wirklich geschehen ist …

Rebecca (Foto: Martin Bruny)

Gebaut ist “Rebecca” nach allen Regeln der Kunst, sehr feinspinnig und sehr feinsinnig. Sylvester Levay hat das Spiel mit Leitmotiven in “Rebecca” auf hohem Level in Szene gesetzt. Rebecca ist zu dem Zeitpunkt, an dem die Handlung einsetzt, bereits tot. Sie dennoch auf die Bühne zu bringen, das ist die Kunst von Regisseurin Francesca Zambello, Komponist Sylvester Levay, Texter Michael Kunze, Set- und Effekt-Design (Peter J. Davison, Andrew Voller, Sven Ortel, Hendrik Maassen).
Wie erwacht “Rebecca” zum Leben? Nun, die ersten Szenen des Stücks führen uns nach Monte Carlo. Wir erleben Maxim de Winter mit seiner jungen Frau in einer Berglandschaft, auf Hochzeitsreise in Frankreich und Italien, bevor die Handlung nach Manderley verlegt wird. Das Herrenhaus Manderley sehen wir als Projektion von außen, auf die Bühne selbst gestellt wird die Halle von Manderley, die Bibliothek, das Morgenzimmer von Mrs. de Winter, eine Suite im Ostflügel … und Rebeccas Zimmer, ihr Reich. Rebecca zum Leben zu erwecken, das erfolgt in Stufen. Bereits das erste Solo von Mrs. Danvers, der Haushälterin, gibt das Motto vor. Mit “Sie ergibt sich nicht” ist Levay/Kunze eines der glänzenden Leitthemen des Stückes gelungen. Die Haushälterin beschwört die Kraft der toten Rebecca:

Orchideen sind ganz besondere Blumen,
manchmal sehen sie aus, als wären sie tot.
Aber irgendwann, ganz unerwartet,
blühen sie wieder weiß und dunkelrot.
Sie starb, sagt man und glaubt daran,
doch ich weiß es besser.

Sie ergibt sich nicht,
man besiegt sie nicht,
sie ist stark, der Macht des Todes unterliegt sie nicht.
Nein, man sieht sie nicht,
doch ich spür, sie ist hier und lebt noch,
sie hört uns, sie sieht uns.
Sie ergibt sich nicht.

Orchideeen waren ihre Lieblingsblumen,
rätselhaft wie sie und fremdartig schön,
und auch die verblühten und verdorrten ließ sie immer
hier am Fenster stehn,
sie starb, sagt man und liege im Grab,
doch ich weiß es besser.

Sie ergibt sich nicht,
man besiegt sie nicht,
sie ist stark, der Macht des Todes unterliegt sie nicht.
Nein, man sieht sie nicht,
doch ich spür, sie ist hier und lebt noch,
sie hört uns, sie sieht uns.
Sie klagt und spricht mit mir.

Kein Mann dieser Welt war ihr je genug,
sie war stolz und frei,
sie war selbstbewusst und klug.
Kein Mann konnte für sie je wichtig sein,
diese Art von Liebe gab ihr nichts.

Sie ergibt sich nicht,
man besiegt sie nicht,
sie ist stark, der Macht des Todes unterliegt sie nicht.
Nein, man sieht sie nicht,
doch ich spür, sie ist hier und lebt noch,
sie hört uns, sie sieht uns.
Sie ergibt sich nicht.
man besiegt sie nicht,
Sie ergibt sich nicht.
Sie ergibt sich nicht.

Dieses Thema der “untoten Rebecca” wird als Underscore in vielfältiger Weise im Laufe des Stücks eingesetzt, um allein schon durch die Musik im Zuschauer jene Gefühle auszulösen, die dabei helfen, das auf der Bühne Dargestellte rein gefühlsmäßig zu interpretieren. Neben der Musik arbeitet das Leading Team von “Rebecca” mit satter Farbsymbolik.
In der 9. Szene des ersten Aktes, “Rebeccas Zimmer”, ist es soweit: Rebecca wird zum Leben erweckt. Mrs. Danvers erzählt “Ich” von Rebecca. Sie öffnet die Tür zum Balkon, man hört das Rauschen der Brandung, Wind strömt ins Zimmer - das Bühnenbild, eine Szenerie aus meterhohen Vorhängen in Weiß, beginnt zu leben. Strahlend blaues Licht, das ab dieser Szene zum Farbsymbol für Rebecca wird, flutet die Bühne. Wenn sich dann das Zimmer von Rebecca dreht (2. Akt, 2. Szene “Rebecca Reprise”), “Ich” und Mrs Danvers den Balkon betreten, sich die Innenansicht von Rebeccas Zimmer in eine Außenansicht des Herrenhauses von Manderley wandelt und die Fassade buchstäblich lebendig wird, durch Projektionen und den Chor, der verborgen in den Ranken auftaucht, die auf den Mauern des Hauses wuchern, dann ist es eigentlich “Rebecca”, die mittels Licht und Technik lebt. Das ist ohne Zweifel die hohe Kunst des Set Designs, der Regie und der Orchestrierung, die da auf der Bühne abläuft.

Opulent, das ist das passende Wort für die Bühnenbauten von “Rebecca”, sei es nun die prachtvolle luxuriöse Lobby des Hotels in Monte Carlo, die atmosphärische Bibliothek des Herrenhauses von Manderley oder die gespenstische Szenerie des Bootshauses. Da spielen die Vereinigten Bühnen Wien in der absoluten Oberliga mit. Peter J. Davison, der für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet, ist gemeinsam mit Sven Ortel (Video Design), Andrew Voller (Licht Design) und Hendrik Maassen (Sound Design) ein großer Wurf gelungen.

Neben dem Lebendigwerden des Hauses und damit von Rebecca stellt das Abfackeln des Herrenhauses von Manderley am Ende der Show aus der Sicht der Bühnentechnik einen letzten großen Höhepunkt dar. Auch hier wird, diesmal in noch stärkerem Ausmaß, das ausgeklügelte, spektakuläre Set Design wieder zum alles dominierenden Hauptdarsteller. Flammen, als Projektionen, in Form von Licht und als tatsächliches Feuer auf der Bühne, Soundeffekte und, obwohl in dieser Szene nur Beiwerk, Uwe Kröger - spektakulärer kann man man die Höllenfahrt von Mrs. Danvers und Manderley nicht umsetzen, und wie bei einem regelrechten Showstopper bricht das Publikum in frenetischen Applaus aus, wenn Manderley in Schutt und Asche versinkt.

Rebecca (Foto: Martin Bruny)

Sylvester Levays ausgeklügeltes Spiel mit Leitmotiven zeigt sich idealtypisch in jener Szene, in der die neue Mrs. de Winter sich emanzipiert, die 6. Szene des 2. Akts. Im Morgenzimmer treffen Mrs. Danvers und die neue Mrs. de Winter aufeinander. Die neue Mrs. de Winter hat das Regiment auf Manderley übernommen. Alles, was an Rebecca erinnert, wird entfernt. Mrs. Danvers kann nicht glauben, was sie sieht und bietet der neuen Herrin anfangs trotzig Paroli - bis auch das letzte Symbol, das an Rebecca erinnert, krachend im Umzugskarton landet, der Armor, eine der Lieblingsfiguren der ehemaligen Herrin von Manderley. Ab diesem Zeitpunkt ist Mrs. Danvers in der Defensive. Ab diesem Zeitpunkt wird aus dem Duett “Mrs. de Winter bin ich” ein Quodlibet. “Ich” singt ihre Emanzipationshymne “Mrs. de Winter bin ich”, Mrs. Danvers singt dazu eine Reprise von “Sie ergibt sich nicht”, das Leitmotiv von Rebeccas Status auf Manderley. Diese Szene ist musikalisch gesehen eines der Glanzstücke des Kreativteams der Show, allen voran Sylvester Levay. Durch die Musik schafft er es, im Zuschauer sowohl Freude für die gewonnnene Selbstsicherheit der neuen Mrs. de Winter auszulösen, als auch Mitleid mit Mrs. Danvers, die in jenem Augenblick, als der Armor zerbricht, zum ersten Mal ihre Fassung verliert und ihr Selbstverständnis als die wahre vertretende Herrscherin auf Manderley zerbrochen sieht. Das ist Theaterkunst auf höchstem Niveau, ein Zusammenspiel von Darsteller, Musik, Text und Regie, in Szene gesetzt auf einer Bühne wie aus dem Phantasialand des Set Designs, wo alles erlaubt ist.

Sein Gespür für Leitmotivkunst beweist Levay auch in den Szenen mit Ben. Ben, hervorragend gespielt von Norberto Bertassi, ist ein geistig zurückgebliebener Mann, den Mrs. de Winter in der Bucht von Manderley in der Nähe des Bootshauses trifft. Er weiß über das wahre Schicksal von Mrs. de Winter Bescheid. Sein ihm eigenes Leitmotiv ist so lange Symbol der Bedrohung des Glücks von Maxim und “Ich”, bis sich die Handlung dreht und dem Glück von Maxim und seiner Frau nichts mehr im Wage steht, in diesem Augenblick spiegelt sich die Wende in der Handlung auch in der Musik und das zuvor so bedrohende Leitmotiv wird zur erlösenden orchestralen Hymne.

Ein wenig problematisch ist die “Inszenierung” so mancher Songs der Show. Zu sehr konzentriert sich Francesca Zambello auf die Inszenierung der Handlung, zu wenig auf die effektvolle Gestaltung von Showstoppern. Gerade “Rebecca” ist ein Reigen von erstaunlich vielen potentiellen Musicalklassikern, die vielleicht in den nächsten Jahren im Rahmen von Musicalkonzerten gerne gesungen werden. Fast jeder Song, abgesehen von einigen Ensemblenummern, hat das Zeug zum Showstopper, letztlich wurde hier aber auf allzu viele Einzeleffekte zugunsten einer zügigen Handungsführung verzichtet. Manch Melodie geht so einfach unter.

Wer seine Chance auf eine gut inszenierte Solonummer bekommt, nützt sie meistens. Carsten Lepper zum Beispiel: Als schmieriger, zynischer Jack Favell legt er mit “Eine Hand wäscht die andre Hand” eine broadwayreife Performance hin. Da stimmt jede Geste, da passt das Licht, das ist eine gut getimte, gut ausgeleuchtete Einzelszene, genau choreografiert. Lepper gehört in “seinem Moment” die Bühne.
Anders verhält es sich bei einer der musikalisch schönsten Nummern des Musicals, gesungen von Andrà© Bauer in der Rolle des Frank Crawley. “Ehrlichkeit und Vertrauen” verplätschert in knapp zwei Minuten auf der Bühne. Das ist nicht die Schuld Bauers, und auch nicht die Schuld des Komponisten, absolut kein Problem wäre es gewesen, hier mehr draus zu machen. Gut aufbereitet, adäquat in Szene gesetzt wäre das eine der stärksten Solonummern der ganzen Show. Doch der Song hat Zukunft, und vielleicht wird in einer der nächsten Inszenierungen mehr Augenmerk darauf gelegt.
Carin Filipcic darf als Mrs. van Hopper gleich zwei Showstopperchen ihr eigen nennen: “Du wirst niemals eine Lady” und “I’m An American Woman”. Freilich sind es eher Genrenummern, flotte teils chicagoesque Lieder, harmlos, vermutlich dazu gedacht, die Stimmung etwas aufzulockern. Was freilich durch das Talent Filipcics gelingt, aus meiner Sicht aber zum Teil übertrieben wird. Nehmen wir als Beispiel die Szene “Golfclub” mit dem Song “Wir sind britisch”. Das Lied fällt völlig aus dem Rahmen, hat absolut keine zwingende Aussage, trägt zum Handlungsfortgang nichts bei und führt den Begriff “DramaMusical”, den Michael Kunze geprägt hat, ad absurdum. Freilich liegt diese Wir-machen-jetzt-mal-auf-Spaß-Szene zwischen der aufwendigen 9. Szene “Rebeccas Zimmer” und der ebenfalls aufwendigen 11. Szene “Bootshaus”, und so dürfte es sich beim “Golfclub” um einen Pausenfüller handeln, der nötig ist, um den Bühnentechnikern genügend Zeit zu geben, die nächste Szene vorzubereiten. Das ist dann leider eine sehr schwache Idee gewesen. Die Spannung sinkt in den Keller. Leider muss man auch sagen, dass die reinen Dialogszenen nicht Kunzes Stärke sind. Sie kommen etwas holprig und aufgesetzt daher.
Kerstin Ibald mit ihrem Solo “Was ist nur los mit ihm?” und dem Duett “Die Stärke einer Frau” (gemeinsam mit Wietske van Tongeren) gibt die etwas gluckenhafte, sehr gefühlsbetonte und einfühlsame Beatrice souverän.

Rebecca (Foto: Martin Bruny)

Wietske van Tongeren ist eine entzückende Mrs. de Winter. Sicher wäre es möglich, schauspielerisch noch ein wenig mehr aus der Rolle herauszuholen, aber Strahlkraft hat sie, und mit der zauberhaften Art, wie die Holländerin manche Wörter betont (immer schon ein Teil des Erfolgsrezepts der holländischen Musicalstars im deutschen Sprachraum), ihrer rehhaften Grazie und mit Wiens Leading Man des Herzens, Uwe Kröger, gemeinsam bietet sie eine überzeugende Rollengestaltung.
Uwe Kröger schließlich interpretiert Maxim de Winter äußerst bühnenwirksam. Genau das hat er in den letzten Jahren perfektioniert, unter anderem durch die Entwicklung von Soloprogrammen. Er kennt die Wirkung kleiner Gesten und ist, wie meistens, wenn er die Möglichkeit hat, ausreichend lange eine Figur einzustudieren, in Bestform. “Hilf mir durch die Nacht”, “Jenseits der Nacht” im Duett mit Wietske van Tongeren, seine Solonummern “Gott, warum?”, “Keiner hat sie durchschaut” - Kröger überzeugt und wird aufgrund seiner Popularität dafür sorgen, dass es wieder schwer wird, gute Plätze im Raimund Theater zu bekommen.
Der Star des Abends ist Susan Rigvava-Dumas. Nicht nur, dass sie die gefühlsgewaltigsten Songs hat, schafft sie es mit einem recht überschaubaren Repertoire an schauspielerischen Ausdrucksmitteln ein Maximum an Wirkung zu erzielen. “Sie ergibt sich nicht”, “Rebecca”, “Sie war gewohnt, geliebt zu werden”, “Nur ein Schritt”, “Mrs. de Winter bin ich” (Duett mit Wietske van Tongeren) - Dumas interpretiert ihre Nummern mit enormer Stimmgewalt und hat das Glück, dass alle ihre Songs aufs Bühnenwirksamste umgesetzt werden. Manchmal hat man das Gefühl, dass Dumas, würde man ihr freie Bahn lassen, Manderley auch allein mit der Wucht ihrer Stimme ins Nirwana donnern könnte. Sie hat Charisma und prägt durch die sie umgebende geheimnisvolle Aura Szenen selbst dann, wenn sie nur im Hintergrund zu sehen ist. Rigvava-Dumas ist eine geradezu idealtypische Mrs. Danvers und Wiens neue Leading Lady.

Mischt man sich in der Pause der Show und nach der Vorstellung unters Publikum, hört man immer wieder Sätze wie “Vieles hat mich an Elisabeth erinnert”. Ist das tatsächlich so? Sicher hat jeder Komponist seinen Stil, im besten Fall wird er zur Trademark, ist erkennbar, prägt einen neuen Stil, wird unverwechselbar. Inwiefern Sylvester Levay jenen Status hat, kann man schwer beurteilen, ob allerdings Songs aus “Rebecca” tatsächlich an “Elisabeth” erinnern, bezweifle ich sehr. Hier blitzt dann doch der Wunsch so mancher Fans auf, “Elisabeth 2″ serviert zu bekommen. Da wird in jede Geste, in jede Gefühlsregung hineininterpretiert, was das Zeug hält.
Nein, mich erinnert “Rebecca” nicht an “Elisabeth”. Aber selbst wenn man sich an “Elisabeth” erinnert fühlt, halte ich es für eine etwas merkwürdige Einstellung, das gegen den Komponisten zu verwenden. In der Popmusik kann einem Komponisten nichts Besseres passieren. Wenn man Songs aus der Feder eines Komponisten auf Anhieb erkennt und schätzt, hat er es geschafft. Ein Henry Mancini, Elton John, Stevie Wonder, etc. - sie alle sind zur Trademark geworden. Wenn man dennoch Vergleiche anstellen will, so halte ich “Rebecca” für die bessere Show.

Hier in Wien wird man uns in den nächsten Tagen vermutlich erklären, wie kitschig und mittelmäßig “Rebecca” ist. So ist das nunmal in Wien. Man kann es nur immer wieder wiederholen: Die Musicalkritik hat in diesem Land keine Tradition. In der Premiere sitzen einerseits Opernfetischisten und andererseits Grunge- und Rockfans - beides Gruppen, die selbstverständlich nichts mit dem Musicalgenre anzufangen wissen. Weder muss sich das Musicalgenre mit jenem der Oper messen, noch mit einem anderen. Musicals funktionieren nach eigenen Gesetzen und Regeln. Entweder man nimmt das Musicalgenre ernst und bewertet Musicals nach legitimen Kriterien oder man lässt es lieber ganz. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Musicals ist am ehesten noch am Broadway gegeben, wo zwar das Urteil noch schärfer und prägnanter sein kann, aber wenigstens inhaltlich begründet und meistens fundiert ist. Insofern meine ich, dass “Rebecca” einen ähnlichen Erfolgszug antreten wird wie “Elisabeth” und “Mozart!” und im Ausland dann jene Beurteilung erfährt, die dem Stück tatsächlich angemessen erscheint.

Theater am Spittelberg: Zwischen Wohlfühlkonzert und Ärgernis

Theater am Spittelberg (Foto: Martin Bruny)

Ein Doppelkonzert, das stand am Programm des Theaters am Spittelberg vor rund einer Woche, am 15. September 2006. Den ersten Teil des Abends gestalteten Anne-Marie Höller und Mario Berger mit ihrem Programm “Die 20 schönsten Lieder der Welt”, den zweiten Teil Tini Kainrath & Geri Schuller mit “A Tribute To Burt Bacharach”.
“Die 20 schönsten Lieder”, das hört sich an wie die gesammelten Schmachtfetzen der letzten 40 Jahre, tatsächlich jedoch war die Songauswahl eine ganz andere. Songs aus Frankreich, Spanien, Portugal, eine wahre Vielfalt an Musikstilen und Sprachen, das wurde in der ersten Stunde dieses kurzweiligen Abends geboten. Mario Berger gilt als einer der besten Gitarristen (zumindest) Österreichs. Es gibt kaum eine heimische Popgröße, die er nicht schon live oder im Studio begleitet hat. Er war mit Georg Danzer, Rainhard Fendrich, Mo, Joe Zawinul und vielen anderen auf Tour, komponierte für Sandra Pires, Marianne Mendt, Manuel Ortega, … Ihm zuzuhören ist immer wieder ein Vergnügen, im Duo mit Anne-Marie Höller gestaltete er ein relaxtes Konzert zwischen Soul und Jazz über Chansons und lateinamerikanische Musik bis hin zu klassischen Gitarrenstücken.

Mario Berger (Foto: Martin Bruny)

Zu hören unter anderem “Find my love” von Fairground Attraction, die Eigenkomposition “Take it easy”, eine Arie aus Mozarts “Zauberflöte”, gespielt von Mario Berger auf der Gitarre. Ein virtuoses Wohlfühlkonzert erster Güte, das die beiden hoffentlich bald wieder in Wien spielen werden.

Mario Berger und Anne-Marie Höller (Foto: Martin Bruny)

Bei Tini Kainrath und Geri Schuller stand alles im Zeichen von Burt Bacharach, einem der erfolgreichsten Pop-Komponisten der USA, bekannt durch Welthits wie “Raindrops Keep Falling On My Head”. Kainrath und Schullers Performance muss man trennen in das, was man Moderation nennen könnte - und in die tatsächliche Performance.

Tini Kainrath (Foto: Martin Bruny)

Wenn man einen Abend über Burt Bacharach gestaltet, so könnte man normalerweise ja davon ausgehen, dass es sich um eine Art Hommage handelt. Das war an diesem Abend definitiv nicht der Fall. Die Interpretationen der größten Hits von Bacharach waren zwar vom Feinsten, die Moderationen allerdings nur zum Lachen, Weinen oder Ärgern, je nachdem, wie man drauf war.
Burt Bacharach, einen der größten Songschreiber aller Zeiten, als Schlagerkomponisten abzutun, ist schon etwas dreist, dann noch zu behaupten, keiner seiner Songs wäre in dem, was die Amerikaner als “The Great American Songbook” nennen, also die “Hall of Fame” der Songs der letzten, sagen wir 100 Jahre, ist schlichtweg falsch. Da kann man den beiden Künstlern nur das Buch “America’s Songs” von Philip Furia & Michael Lasser empfehlen, ein Standardwerk zum Thema “The Great American Songbook”, und selbstverständlich ist darin auch Burt Bacharach aufgenommen worden. Das Ärgerliche an diesem zweiten Teil des Konzerts war die Art und Weise, wie mit dem Publikum umgegangen wurde. Da wird von den Veranstaltern ein Konzert mit Liedern von Burt Bacharch angekündigt, und die erste Frage der Interpreten lautet: “Wer kennt denn Burt Bacharach überhaupt?” Dass auf eine solch doofe Frage niemand antwortet, ist klar. Weswegen war ich gleich nochmal auf diesem Konzert? Kenne ich eher Oscar-Preisträger Bacharach oder einen Geri Schuller? Nun, die Nichtreaktion des Publikums war natürlich eingeplant, denn das Motto des Abends schien zu lauten: “Burt Bacharach ist ein altbackener Schlagerkomponist, der in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein paar Hits hatte, dann Pferde züchtete und gut ist.”
Normalerweise sollte man da eigentlich aufstehen und gehen, aber das war noch nicht alles. Nicht nur Burt Bacharach ist laut Kainrath & Schuller ein Spießer, auch beispielsweise Hal David war ein richtiger, also wirklich wirklich richtiger spießiger Geselle, der nur schlechte und frauenfeindliche Texte verbrochen hat. Jaja, gemeint ist Hal David, verantwortlich für die Texte von Welthits wie “Raindrops Keep Falling on my Head”, “This Guy?s in Love With You”, “I’ll Never Fall in Love Again”. Für “Raindrops” wurde David mit einem Oscar ausgezeichnet, Lieder wie “Don?t Make Me Over”, “Close to You” and Walk on By” wurden in die “Grammy Hall of Fame” aufgenommen. “What The World Needs Now” wurde noch 2004 von der “Songwriters Hall of Fame” als “The Towering Song” bezeichnet, mit folgender Begründung: “distinguished by its unforgettable melody and prayerful plain-spoken words that sound utterly contemporary today when conflict is so wide-spread around the world, even though it was written in 1965″.

Wenn man einen Abend über Bacharach gestaltet, so müsste man meiner Ansicht nach auch ein bißchen sicher sein, was seine Biographie betrifft, und nicht ständig Falsches in den Raum stellen. So wird zwar Carole Bayer Sager als “seine Frau” bezeichnet, ohne aber darauf Bezug zu nehmen, dass er zuerst einmal mit dem Kinostar Angie Dickinson verheiratet war. Was wäre das doch für eine treffende Überleitung zu Filmkompositionen Bacharachs gewesen, hat ihn doch Dickinson dazu gebracht, für Filme zu komponieren. Lustig auch die Bemerkung der beiden Künstler, Bacharach hätte sich nach seinem Hit “Arthur’s Theme” vom Komponieren abgewandt und der Pferdezucht zugewandt und das wars mit seiner Karriere. Woher haben die beiden diesen Schmonzes nur? Gerade in den 80ern nach “Arthur’s Theme” konnte Bacharach einige seiner größten Hits erzielen. Und Carole Bayer Sager, die Schuller & Kainrath den ganzen Abend mit so viel Begeisterung als die viel bessere Texterin lobten, nun mit ihr arbeitete er erst ab “Arthur’s Theme” zusammen, die beiden heirateten 1982.
Bacharach, so viel sei gesagt, ist nach wie vor kreativ tätig, Ende 2005 ist seine viel beachtete Solo-CD “At This Time” erschienen, auf der er mit aktuellen Trendsettern wie Rufus Wainwright zusammengearbeitet hat.
Fazit: Musikalisch war das Doppelkonzert vom Spittelberg ein Fest, was die Anmoderationen des zweiten Teilkonzerts betrifft, so sollte man das lieber vergessen und hoffen, dass dieses Event ein einmaliges bleibt. In den Raum gestellt wurde von Kainrath & Schuller die Idee, ein “Great Austrian Songbook” als Konzert zu veranstalten. Viel Spaß dabei, das dürfte ein kurzer Gig werden.

Geri Schuller, Mario Berger, Tini Kainrath und Anne-Marie Höller (Foto: Martin Bruny)

Ich hab geträumt von Manderley – »Rebecca«-Proben gehen in die Zielgerade

Rebecca Fotoprobe (Foto: Martin Bruny)

Am 28. September 2006 feiert “Rebecca”, das neue Musical von Sylvester Levay und Michael Kunze, seine Premiere im Wiener Raimund Theater. Mit der bestandenen Film- und Fotoprobe am 16. September 2006 gehen die Vorbereitungen für die Uraufführung in die Endrunde. Ab 20. September steigen die Previews, Karten für einige dieser begehrten und spannenden Voraufführungen sind für Musicalclub-Mitglieder nach wie vor zum halben Preis über Wien-Ticket oder an den üblichen Vorverkaufsstellen der Vereinigten Bühnen Wien erhältlich.
Bei der Film- und Fotoprobe wurden folgende Songs präsentiert:
1) “Ich hab geträumt von Manderley” (Wietske van Tongeren [Ich])
2) “Die neue Mrs. de Winter” (Ensemble)
3) “Hilf mir durch die Nacht” (Wietske van Tongeren [Ich], Uwe Kröger [Maxim de Winter])
4) “Gott, warum?” (Uwe Kröger [Maxim de Winter])
5) “Rebecca” (Wietske van Tongeren [Ich], Susan Rigvava-Dumas [Mrs. Danvers])

Rebecca Fotoprobe (Foto: Martin Bruny)

Rebecca - Leading Team
Musik und Orchestrierung: Sylvester Levay
Buch und Liedertexte: Michael Kunze
Inszenierung: Francesca Zambello
Choreographie: Denni Sayers
Musikalische Leitung: Caspar Richter
Musical Supervisor: Seann Alderking
Bühnenbild: Peter J. Davison
Kostüme: Birgit Hutter
Licht Design: Andrew Voller
Video Design: Sven Ortel
Sound Design: Hendrik Maassen
Es spielt das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien.
Dirigenten: Caspar Richter, Adrian Manz, Walter Lochmann und Michael Römer

Rebecca - Besetzung
“Ich”: Wietske van Tongeren
Maxim de Winter: Uwe Kröger
Mrs. Danvers: Susan Rigvava-Dumas
Jack Favell: Carsten Lepper
Mrs. van Hopper: Carin Filipcic
Beatrice: Kerstin Ibald
Frank Crawley: Andrà© Bauer
Ben: Noberto Bertassi
Oberst Julyan: Thomas Bayer
Giles: Marcel Meyer
Horridge: Kai Peterson
Frith: Andreas Kammerzelt
Robert: Oliver Mülich

Ensemble
Kathleen Bauer, Bettina Bogdany, Sigrid Brandstetter, Michaela Christl, Katharina Dorian, Nathalie Kleeberger, Claudie Reinhard, Jana Stelley, Joana Fee Würz, Andreas Kammerzelt, Robert D. Marx, Marcel Meyer, Oliver Mülich, Kai Peterson, Tim Reichwein, Henrik Sehnert, Christoph Sommersguter, Lucius Wolter

Swings
Matilda Hansson, Katrin Mersch, Tina Schöltzke, Simon Eichenberger, Noud Hell, Karsten Kammeier, Fritz Schmid

In weiteren Besetzungen
“Ich”: Jana Stelley, Joana Fee Würz
Maxim de Winter: Tim Reichwein, Lucius Wolter
Mrs. Danvers: Kerstin Ibald, Michaela Christl
Mrs. van Hopper: Katharina Dorian, Claudie Reinhard
Jack Favell: Kai Peterson, Tim Reichwein
Beatrice: Michaela Christl, Kathleen Bauer
Frank Crawley: Marcel Meyer, Andreas Kammerzelt
Ben: Fritz Schmid, Noud Hell

“The Pirate Queen”: CastCom ab 12. September online

Wenn es darum geht, eine Uraufführung zu bewerben, dann ist heutzutage das Internet, wenn man es richtig zu nutzen versteht, ein perfektes Promotiontool, um Spannung aufzubauen und Lust auf eine Produktion zu machen. Im deutschen Sprachraum läuft da leider nicht viel, warum auch immer. Am Broadway geht ein bißchen mehr, vor allem, wenn es sich bei der Uraufführung um ein brandneues Musical der Macher von “Les Misà©rables”, “Miss Saigon” und “Martin Guerre” handelt: Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg.
Am 23. Februar 2007 starten am Broadway die Previews zu “The Pirate Queen”, am 22. März wird sich im Hilton Theatre der Vorhang zur Premiere heben. Die Tryouts für diese Produktion finden schon bald in Chicago statt. Ab 3. Oktober bis 26. November gibt es im Cadillac Palace Theatre von Chicago die Möglichkeit, eine erste Version der Sow zu sehen.
Um die Musicalfans und vor allem die Boublil/Schönberg-Fans einzustimmen, startet am 12. September 2006 eine so genannte “Castcom”. Mitglieder der Cast und des Kreativteams werden online mit allen Interessierten kommunizieren, von den Fortschritten in der Produktion des Musicals berichten, es werden Hintergrundberichte online gestellt, Videotagebücher wird es geben sowie spezielle Liveübertragungen aus dem Theater … geplant ist also eine mehr als aufwendige Berichterstattung über die Entstehung eines Musicals, die das Interesse für die Show bis zum Premierentermin sukzessive steigern soll.
Rein übertragungstechnisch wird die gesamte Castcom auf der Homepage der Produktion abrufbar sein, unter thepiratequeen.com.

“Will & Grace”-Darling Megan Mullally plant Musical

Ihre TV-Sitcom “Will & Grace” mag zwar abgesetzt worden sein, aber so ganz trennen möchte sich Megan Mullally alias Karen Walker nicht von dieser Show. Letzten Sonntag hat die Schauspielerin einen Emmy für ihre Darstellung der Martini schlürfenden Sekretärin Karen Walker bekommen, und schon ist sie voller phantatsischer Pläne. Eine Broadway-Show möchte sie schreiben, basierend auf “Will & Grace”: “Karen: The Musical”. Mullaly: “I think it’s hilarious. It’s so, like, wrong. You’re never supposed to keep (your old character) going. But, see, that’s what makes me want to keep doing it.”

« zurueck · vor »