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Archiv - Vermischtes

August Diehl - der “bedeutendste deutschsprachige Schauspieler”

Was der Kultur-Channel schon 2003 proklamierte, gibt es nun ein paar Jährchen später auch in der GALA nachzulesen: August Diehl ist der bedeutendste deutschsprachige Schauspieler. Auf den Plätzen folgen: Klaus Maria Brandauer, Götz George, Bruno Ganz und Moritz Bleibtreu. Das ist das Ergebnis der Beratungen einer achtköpfigen Jury, der unter anderem die Regisseure Florian Henckel von Donnersmarck, Nico Hofmann und Hans Christian Schmid sowie Berlinale-Chef Dieter Kosslick, Constantin-Vorstand Thomas Friedl und Deutschlands renommierteste Casterin, Nessie Nesslauer, angehören. Man gratuliert.

Videofeatures: “A Chorus Line”, “Lestat” und manches mehr

BroadwayWorld.com bietet allen Musicalinteressierten ein rund halbstündiges Videofeature über die Castpräsentation des Broadway-Revivals von A Chorus Line (Premiere: 5. Oktober 2006) und über die Premiere von “Lestat”.
Viele weitere Videofeatures lassen sich auf Broadway.com abrufen, auch hier unter anderem ein Bericht über die “Lestat”-Premiere.

Kurier-Online: Relaunch “ohne Kultur”

Heute groß in der Printausgabe des KURIER beworben: der neue Online-KURIER. Auch beim Relaunch des KURIER-Online-Angebots bleibt eines auf der Strecke: die Kultur. “Nachrichten”, “Sport”, “Freizeit”, Interaktiv” und “Service” wurden als Hauptkategorien eingerichtet, das war’s. Schade, und auch ein völlig unlogisches Konzept, geradezu klassisch konsumentenunfreundlich. Per Klickmarathon zu Theaterkritiken, falls online überhaupt verfügbar? Wirtschaftsnews? Nach wie vor beispielgebend: derStandard.at.

“Rebecca”-Pressekonferenz: Foto-Slideshow online

Eine Slideshow von rund 70 Fotos, die im Rahmen der “Rebecca”-Pressekonferenz entstanden sind, kann ab sofort hier abgerufen werden. Die Pics kann man sich auch einzeln ansehen, dann am besten hier klicken. Viel Spaß!

Stephen Sondheim im Interview (Gratisdownload)

Ein Interview, das Rick Pender am 15. März 2006 mit Stephen Sondheim anlässlich des Playhouse in the Park-Revivals von “Company” in Cincinnati geführt hat, ist zum Gratisdownload auf der Website der Stephen Sondheim Society bereitgestellt worden.
Rick Pender ist Mitarbeiter von “Around Cincinnati” und der “Sondheim Review”, einem viermal pro Jahr erscheinenden Magazin, das ganz dem Werk und der Person Stephen Sondheim gewidmet ist.
Im Interview verrät der Komponist unter anderem Details zu einem neuen Musical, das er im nächsten Jahr am Broadway zur Aufführung bringen will.

Phans? Oder doch nur …

Fans des Musicals “Das Phantom der Oper” sind manchmal etwas sehr eigen. Jahrelang zelebrierten amerikanische “Phans” Schmutzkübelkampagnen gegen einen der berühmtesten Darsteller des Phantoms, Michael Crawford, als Meldungen auftauchten, er könnte auch in der Verfilmung des gleichnamigen Andrew Lloyd Webber-Musicals die Hauptrolle übernehmen. Letztlich hat Crawford die Rolle nicht gespielt, und man könnte sagen, zum Glück, denn der Film ist nicht gerade das geworden, was man ein Filmmusical-Highlight bezeichnen könnte.

In Essen wird derzeit die gängige Bühneninszenierung des Webber-Musicals gegeben. Ab Mai wird Uwe Kröger das Phantom spielen, und, offensichtlich angelehnt an die amerikanischen Schmutzkübelkampagnen, haben nun ein paar deutsche Fans eine Website ins Netz gestellt, auf der sie ihren Unmut über die Besetzung Uwe Krögers als Phantom zum Ausdruck bringen. Sie tun dies recht putzig, ungefähr so, wie Herbert Prohaska im österreichischen Fernsehen Fußballmatches kommentiert. Ich empfehle die Lektüre des Buches “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod” sowie einen Crashkurs in Marterpfahltechnik - irgendwo weit weg, dort wo der Bartl den Most herholt. Get a life!

Die Hürden zum Web 2.0

Kamaras im Regen, 2006 (Snapshot: © Martin Bruny)

(Musical-)Webtipps 3/2006

Stage Beauty
Dem “Golden Age of Theatre in England”, also der Epoche von 1870 bis 1920, ist die Website Stage Beauty gewidmet. Mit viel Liebe wurde hier ein interessanter Fundus an Biographien online gestellt, den man nur weiterempfehlen kann.

Jason Robert Brown
Jason Robert Brown (”Songs for a New World”, “Parade”, “The Last 5 Years”, …) ist einer jener Musicalkomponisten der Post-Sondheim-Ära, die für das Genre die so wichtigen neuen Impulse bringen, Songs schreiben, die für die Ewigkeit komponiert scheinen, trendlos - Perlen, die man heute genauso schätzt, wie man sie in 20 oder 100 Jahren lieben wird. Lange Zeit war Brown im Internet nur mit einer Fansite vertreten, nun ist seine offizielle Page online gegangen. Sie ist noch im Aufbau begriffen, aber immerhin … und als Begrüßungsgeschenk gibt es im “Weblog”-Bereich der Site die Songs “That’s How Texas Was Born” (unveröffentlichtes Lied aus dem Musical “Urban Cowboy”) und “In this room” (ein Song, den Brown für seine Hochzeit geschrieben hat) zum Gratis-Download.
Brown ist bekannt dafür, dass er sich gerne mit Musicalinteressierten austauscht. In seinem Weblog beantwortet er Fragen sehr ausführlich. Kurz und gut: Browns Site ist schon jetzt ein Musterbeispiel dafür, wie man das Web als Künstler sinnvoll nützt.

Urban Dictionary
Sprache lebt - und verändert sich ständig. Jeder von uns gestaltet mit, der eine mehr, der andere weniger. Das Urban Dictionary bietet für den englischsprachigen/amerikanischen Sprachraum ein Slang-Wörterbuch, das aktuellste Trends auffängt und katalogisiert.
Aktuelles Beispiel: Der Film “Brokeback Mountain” hat gleich mit 5 Redewendungen in das Wörterbuch Eingang gefunden.

Der Wicked-Blog
“Wicked” ist drauf und dran, eines der populärsten Musicals aller Zeiten zu werden. Wie groß diese Show tatsächlich wird, kann man meiner Meinung derzeit noch gar nicht abschätzen, aber die Chancen stehen gut, dass sie sich viele viele Jahre großer Beliebtheit erfreuen wird. Für all die verrückten Fansites rund um Wicked sei mal eine herausgegriffen, die recht witzig ist.

Frank Wildhorn - Global Vision
Am 18. April 2006 werden gleich zwei neue Cast-CDs von Musicals aus der Feder Frank Wildhorns erscheinen: “Jekyll & Hyde: RESSURECTION” (mit Rob Evan als Jekyll/Hyde, Kate Shindle als Lucy und Brandi Burkhardt als Emma) und “Dracula: Concept Recording”. Die Aufnahmen werden vom Label Global Vision veröffentlicht.

Kammeroper Wien: “Ain’t misbehavin’” - Fats Waller verleiht Flügel

Ain't misbehavin' (Foto: © Martin Bruny)
Die Musical-Revue Ain’t misbehavin’ feierte im Jahre 1978 ihre Broadway-Premiere. Vom 28. April 1978 bis zum 21. Februar 1982 brachte sie es auf 14 Previews und 1604 reguläre Vorstellungen. Nell Carter, Andrà© De Shields, Armelia McQueen, Ken Page und Charlaine Woodard bildeten die Premierenformation. Ihr Lohn: “Best Musical” bei den Tony Awards 1978, Nell Carter “Best Featured Actress in a Musical”, eine Nominierung in derselben Kategorie für ihre Kollegin Charlaine Woodward. Die Auszeichnung “Best Direction of a Musical” ging an Richard Maltby Jr., eine Nominierung für die Kategorie “Best Choreography” gab es für Arthur Faria. Weitere Auszeichnungen: 2 Theatre World Awards (Nell Carter und Armelia McQueen), 3 Drama Desk Awards (”Outstanding Musical, “Actor in a Musical” [Ken Page], “Outstanding Actress in a Musical” [Nell Carter]) sowie Nominierungen in 3 weiteren Kategorien. Outer Critics Circle Award 1978 als “Best Musical” und ein “Obie Award” in der Kategorie “Best Musical”.

In Wien feierte die Show am 8. Juni 1982 im Theater an der Wien im Rahmen der Wiener Festwochen ihre Premiere - es war das Jahr, in dem auch “Evita” und “Jesus Christ Superstar” im Theater an der Wien zu sehen waren.

Am 9. August 1988 ging der Vorhang zum Broadway-Revival der Show auf, doch nach 8 Previews und 176 regulären Vorstellungen war Schluss - immerhin gab es eine Nominierung für den Tony Award als bestes Revival, doch zum Zeitpunkt der Preisverleihung am 4. Juni 1989 war die Show schon Geschichte.

In der Wiener Kammeroper ging die Premiere von “Ain’t misbehavin” am 16. Februar 2006 über die Bühne. Noch bis zum 24. März 2006 steht die Show am Programm. Seit einigen Jahren produziert die Kammeroper in einer als “Kammer-Musical” benannten Programmnische durchwegs sehenswerte Musicals. Angefangen von der “Cole Porter Story” (2003) über Stephen Sondheims “Company” (2004) bis hin zum Vorjahreserfolg “Avenue X”.

“Ain’t Misbehavin’”, im Untertitel “The Fats Waller Musical Show” basiert auf einer Idee von Murray Horwitz und Richard Maltby Jr. Es handelt sich dabei nicht um ein herkömmliches Bio-Musical, das die Lebensgeschichte eines Künstlers anhand von gespielten Szenen nacherzählt, vielmehr werden die Zuschauer ins Harlem der 30er Jahre, in einen Nachtclub entführt, in die goldene Zeit des Jazz und Swing. Rund 30 Songs aus der guten alten Zeit des Jazz werden interpretiert, darunter 19 Kompositionen von Fats Waller (”Honeysuckle Rose”, “The Jitterbug Waltz”, “Black and Blue” u. v. a.). Die Lieder erzählen die Geschichte, die Performer lassen die Geschichte, das Flair der alten Jazzclubs durch ihre Interpretation der Songs lebendig werden.

Im Bühnenhintergrund sehen wir die 7-köpfige Band (deren Mitglieder im Programmheft und auf der Website nicht angeführt sind) unter der Leitung von Michael Schnack, der am Piano brilliert. Die Bühne (Ausstattung: Cordelia Matthes) kommt ohne großartige Requisiten aus. Eine Theke, ein paar Sessel, eine Discokugel, das wärs dann auch schon. Ein Glitzervorhang (eigentlich zwei davon) darf nicht fehlen, den Rest erledigt die großartige Lichtregie (Harry Michlits). Mal wird der Saal in eine dunkle, verruchte Atmosphäre getaucht, mal knallen weiße Spots auf die Protagonisten; eine clevere Mischung aus dem Flair eines Nachtclubs der 30er Jahre und modernem High-Tech-Lichtdesign in Black & Blue, White & Pink. Schlichtheit und Eleganz, kühle Präsenz und brodelnde Atmosphäre, eine wohl durchdachte Einheit von Ausstattung und Lichtdesign.

Fünf Darsteller tragen die Show: Carole Alston, Aisha Lindsey, Amanda Whitford, Alvin Le-Bass und Previn Moore.
Previn Moore (Foto: © Martin Bruny)
Previn Moore kennen Musical-Fans schon lange, und man schätzt ihn. Er hat die Fähigkeit, einen Song ins Magische zu treiben, er ist ein Meister der Mimik, der Gestik. Moore hat die seltene Gabe, die Spannung eines Songs sukzessive aufzubauen und dann mit vollem Körper- und Stimmeinsatz in Bruchteilen von Sekunden zu entladen. Previn Moore ist imstande, wie eine stimmliche Naturgewalt zu wirken, und das schaffen nicht viele im deutschsprachigen Raum arbeitende Künstler.
Alvin Le-Bass (Foto: © Martin Bruny)
Alvin Le-Bass zeigt im Laufe des Abends immer neue Facetten seiner Darstellungskunst. Seine seidensamtene Stimme, die in manchen Momenten ein wenig an Lou Rawls erinnert, ist im Ensemble die perfekte Ergänzung zu Previn Moore. Die Tanzszenen mit ihm, blendend choreografiert von Giorgio Madia, sind atemberaubend, “The Viper’s Drag” ist einer der Höhepunkte des Abends - eine hervorragende Komposition aus Lichtdesign, Regie, Bühnentechnik und Darstellerkunst. Le-Bass singt auf einem Sessel sitzend. Es ist fast dunkel im Saal. Langsam wird der Sessel hochgefahren, während der Darsteller über den Köpfen der Zuschauer seine laszive Interpretation abzieht. Perfekt.
Carole Alston (Foto: © Martin Bruny)
Carole Alston, die schon im Vorjahr bei “Avenue X” mitgewirkt hat, ist seit 1982 in Wien ansässig. Sie unterrichtet seit 1988 an der Ballettschule der Wiener Staatsoper. Als Sängerin reicht ihr Repertoire von “Kiss me Kate” über “West Side Story” und “Jesus Christ Superstar” bis zu Partien in zeitgenössischen Opern, so sang sie in Nancy Van der Vates Oper “Venal Vera” sowie die Partie der Lil in der Oper “Cocaine Lil”. 2004 verkörperte sie Billie Holiday in dem von ihr selbst konzipierten und geschriebenen Stück “Tribute to a Blue Lady” in Joe Zawinuls Birdland. 2005 präsentierte sie in ihrer Show “Ladies, you’re on!” Soul- und Jazzklassiker. Ihre Stimme wirkt in ihren besten Momenten, als würde sie von einem Klangkörper aufsteigen, der aus einem wogenden, unendlichen Meer geformt ist.
Amanda Whitford (Foto: © Martin Bruny)
Amanda Whitford, in New York geboren und aufgewachsen, studierte Journalismus und Gesang. Mit der Broadway European Tour “Little Shop of Horrors” kam sie nach Europa, blieb in Deutschland und ist seitdem freischaffend in vielen Musicalproduktionen zu erleben, wie z. B. in “West Side Story”, “Hair”, “Jesus Christ Superstar” und “Les Misà¨rables”. Dank ihrer deutschen Sprachkenntnisse tritt sie auch als Schauspielerin (”Hexenjagd”, “Kleiner Mann, was nun?”) auf. Soloprogramme mit ihrem Pianisten und ihrer Band sowie Galaabende mit Sarah Brightman gehören genauso zu ihrem Repertoire wie Bridget Fogels “The Gospel Experience”.
Aisha Lindsey (Foto: © Martin Bruny)
Aisha Lindsey ist ausgebildete Tänzerin und Sängerin aus New York. Sie war Mitglied der Duke Ellington Dance Company in Washington D. C. von 1993-1997. Aisha Lindsey absolvierte einen BA in Musik (Vocal performance) am New England Conservatory in Boston/Mass. von 1997-2002. Sie war Mitglied der Harlem Gospel Singers, hat als Background-Sängerin u. a. für Stevie Wonder und in verschiedenen Musicalproduktionen in den Vereinigten Staaten gesungen. 2004 hat Aisha Lindsey ihr Theaterdebut in Wien als “Sandrina” in der Mozart-Oper “Die Gärtnerin aus Liebe” am Schlosstheater Schönbrunn im Rahmen ihrer Weiterbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst gegeben.

Wäre “Ain’t misbehavin’” in Flaschen abgepackt erhältlich, könnte Red Bull einpacken. Es gibt kaum eine Show, die energiegeladener, witziger, berührender und so hemmungslos exaltiert ist wie dieses “Fats Waller Musical”. Gute Laune ist garantiert. Wäre Wien nicht Wien, hätten die Leute am Ende der Show auf den Stühlen getanzt, alte Omas würden mit ihren Krückstöcken zum Takt auf den Boden gestampft haben, ein paar völlig enthusiasmierte Fans wären auf die Bühne gestürmt, um mit den Performern Party zu machen. So aber gabs frenetischen Applaus, Bravo-Rufe und lautes Johlen, und hey, das ist für Wien gar nicht so übel!

“Once On This Island”: Slideshow der Derniere online

Nadine Denise Zeintl (Foto: © Martin Bruny)
Ein kleiner Rückblick auf “Once On This Island”, eine Produktion der Konservatorium Wien Privatuniversität, ist ab sofort online verfügbar. 39 Fotos der Derniere vom 2. Februar 2006 sind als Slideshow oder auch als Einzelfotos bei Flickr.com abrufbar.

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