Martin Bruny am Montag, den
17. Mai 2010 um 08:44 · gespeichert in Musical, Deutschland
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen der Fachpresse,
nach nun einer sehr erfolgreichen Spielserie der “West Side Story” am Opernhaus Magdeburg, nach fulminanten Kritiken in der regionalen, überregionalen sowie Fachpresse, möchte ich Ihnen - auch im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen - mitteilen, dass wir sechs Gäste, die für diese Produktion engagiert waren, für die geplante Wiederaufnahme in der kommenden Spielzeit 2010/11 nicht verlängert wurden und somit mit der gestrigen Vorstellung unser aller Engagement beendet wurde.
In der kommenden Spielzeit werden wir alle durch Mitglieder des Opernhauses, des Ballets und/oder des Schauspielensembles des Theater Magdeburgs ersetzt. Eine neue Besetzungsliste wird Ihnen auf Anfrage durch das Theater Magdeburg sicherlich gesendet.
Ich denke, ich spreche auch im Namen des Regie- und Kreativteams um Christian Struppeck & Andreas Gergen, dass diese Nichtverlängerung nach einem so großen Erfolg uns allen bitter aufstößt, denn wir waren fast alle bereit für eine Wiederaufnahme und zeitlich nicht eingeschränkt.
Als Grund wurde uns mitgeteilt, dass die “West Side Story” zu teuer sei und - obwohl ausverkauft - keinen Gewinn abwirft und das Theater “draufzahlt”.
Unser aller Frage ist dann folgende: Bei der Planung zu einem Spielplan sollte sich ein subventioniertes Theater sehr genau ausrechnen können, was eine Produktionen kosten wird, inkl. Gäste, Dirigent, Bühnenbild, Kostüm, Choreographie & Regie: Warum hat man von vornherein Gäste engagiert, wo doch abzusehen war, dass selbst bei komplett ausverkauftem Hause rote Zahlen geschrieben werden? Oder liegt es einfach nur daran, das Intendantin Frau Karen Stone, von vornherein - aus Geschmacksgründen - (Zitat) “nur Opernsänger für diese Produktion haben wollte” und nun ihr eigentliches Vorhaben durchsetzen möchte. Auch sie war bei den Vorsingen von uns allen dabei und hat uns engagiert!
Die Leidtragenden sind nun wieder mal die Darsteller: Wir haben uns wochenlang bei den Proben “ins Zeug” gelegt und in größter Kraftanstrengung versucht, diese “West Side Story” zu etwas Besonderem für die Stadt Magdeburg zu machen. Und als “Dank” für diesen wahrlich großen Erfolg werden wir nicht verlängert.
Aber auch die Kolleginnen und Kollegen des Ensembles des Theater Magdeburgs haben nun keinen leichten Stand. Sie werden nun in einer Art “Hau-Ruck-”Verfahren, in der kommenden Spielzeit einstudiert. Ohne Original Regie-Team, Original-Choreographin etc. In Ihrer Haut möchte keiner von uns stecken. Denn die “West Side Story” ist ein unglaublich komplexes Werk und verlangt genügend Zeit zum Aufbau eines Charakters.
Diese wird ihnen, lt. eingesehener und jetziger Planung, nicht gegeben.
Desweiteren fragen wir uns: Wird es die neue “Masche” eines Stadttheaterbetriebes, dass man in aufwendigen (und für uns Darsteller, wg. Anreise und Hotelkosten sehr teuren) Auditions eine, so lt. Theater Magdeburg, (Zitat Anfang) “Starbesetzung” (Zitat Ende) lockt, diese dann engagiert, mit ihrem Konterfei in diversen Zeitungen, Magazinen und der vor Ort ansässigen Presse sowie im Internet wirbt und dann nach eingeheimsten Erfolg alle Hauptdarsteller und Gäste in der kommenden Spielzeit mit Mitgliedern des Hauses besetzt, um somit Kosten zu sparen, um dadurch die West Side Story lukrativer zu machen? Wir sind “mal wieder” an dem Punkt, dass der künstlerische Aspekt des Genres Musical nicht ernstgenommen wird. Es geht nur um volle Häuser, um volle Kassen.
Wir fragen uns, warum im speziellen Falle das Opernhaus Magdeburg unter der genannten Leiterin und der künstlerischen Betriebsdirektorin Frau Waltraut Parisot, nur von Donnerstag bis Sonntag bespielt wird, obwohl es an der Kasse eine Warteliste für Zuschauer gibt, die versuchen, noch ein Ticket für unsere oder eine der anderen Erfolgsproduktion zu ergattern. Das Haus fällt von Montag bis Mittwoch in den Dornröschenschlaf, das Haus könnte einen wesentlich lukrativeren Spielplan für die Bewohner ihrer Stadt erstellen - denn dafür wird doch Theater gemacht! So etwas hat es unter den letzten Intendanzen, lt. Aussage vieler MitarbeiterInnen, nicht gegeben. Wo bleiben die Verantwortlichen des Kulturbetriebes und der Politik einer Landeshauptstadt?
In unser aller längjährigen Laufbahn im Bereich Musiktheater ist uns ein solches Vorgehen noch nicht vorgekommen und wir hoffen, das es für uns alle ein Einzelfall bleibt. Dennoch wollten wir Ihnen mitteilen, warum - und zwar aus unserer Sicht - eine Verlängerung der “West Side Story” für uns von Seiten des Theater Magdeburgs nicht zustande kam.
Das “Mekka des deutschen Musicals” (”Volksstimme”, Magdeburg) ist also nur augenscheinlich eines. Es mag sein, dass großartige Produktionen über die Bühne gehen, große Premieren gefeiert werden - aber diese Medaille hat zwei Seiten, und das SUBVENTIONIERTE Theater schöpft zum Schluss das Fett von der Suppe, während der künstlerische Aspekt einer Produktion zur Seite geschoben wird.
Wir alle sind trotzdem stolz auf die zurückgelegten Vorstellungen der “West Side Story” und freuen uns auf andere Aufgaben. In diesem Sinne wünsche wir der kommenden NEUEN Besetzung des Theater Magdeburgs eine gute Übernahme “unserer” “West Side Story”.
Wir danken für eine Veröffentlichung in Ihrer Publikation und freuen uns von Ihnen zu hören.
Mit den besten Grüßen
i. A. des Ensembles WEST SIDE STORY
Carsten Lepper
Gäste waren:
Jochen Schmidtke (Riff),
Nico Gaik (Action),
Vasiliki Roussi (Anita),
Janko Danailow (Arab),
Serkan Kaya (Bernardo),
(und in der kommenden Spielzeit nach sieben Jahren nicht mehr im festen Ensemble des Theater Magdeburg: Evmorfia Metaxaki - Maria)
Martin Bruny am Freitag, den
14. Mai 2010 um 21:20 · gespeichert in Skurriles
Gott steh uns bei! Da schafft es mal nach langer Zeit wieder ein Tonaufnahme einer Showproduktion der Vereinigten Bühnen Wien in die Pop-Charts fast bis ganz nach oben, und worum handelt es sich? Um “Ich war noch niemals in New York”, eine altbachene Revue. SONY Music wird sich jedenfalls freuen, die Udo Jürgens-Fans haben mächtig zugeschlagen. [Austrian Charts]
Ein recht interessanter Kommentar zu einem Beitrag (siehe –> hier) des Kultur-Channels könnte die Frage aufbringen: Ist es legitim, den Titel eines Musicals am Cover einer Cast CD abzukürzen?
Wenn die links stehende Abbildung das finale Cover der (irgendwann) bald erscheinenden Cast CD zur aktuellen Wiener Version von “Tanz der Vampire” sein sollte, dann heißt das Musical, mit dem wir es zu tun haben, eigentlich “Vampire”, und nicht “Tanz der Vampire”. Wenn man nun die Meinung vetritt, naja, der Schriftzug ist doch eindeutig, dann könnte man ja gleich “Vamperl” draufschreiben und als Bonustrack “Draußen ist Freiheit” als Wiener Dialektversion dazustempeln.
Martin Bruny am Donnerstag, den
13. Mai 2010 um 11:22 · gespeichert in Netz, Pop, Newcomer
So schnell wurde noch kaum jemand zum YouTube-Superstar. Greyson97 erreichte mit seiner Performance des Lady Gaga-Hits “Paparazzi” innerhalb nur weniger Stunden mehr als 7 Millionen Visits. Eine kleine Übersicht, was seit gestern (–> siehe hier) passiert ist:
12. Mai 2010: 07:46 Uhr: 300.000 Visits
12. Mai 2010: 23:43 Uhr: 1,2 Millionen Visits
13. Mai 2010: 09:00 Uhr: 5,2 Millionen Visits
13. Mai 2010: 12:10 Uhr: 7,5 Millionen Visits
14. Mai 2010: 02:40 Uhr: 9,2 Millionen Visits
14. Mai 2010: 12:37 Uhr: 10,9 Millionen Visits
15. Mai 2010: 02:55 Uhr: 11,9 Millionen Visits
15. Mai 2010: 12:37 Uhr: 12,8 Millionen Visits
16. Mai 2010: 02:53 Uhr: 13,7 Millionen Visits
16. Mai 2010: 13:58 Uhr: 14,5 Millionen Visits
17. Mai 2010: 13:59 Uhr: 15,8 Millionen Visits
19. Mai 2010: 11:20 Uhr: 17,8 Millionen Visits
21. Mai 2010: 23:37 Uhr: 19,6 Millionen Visits
25. Mai 2010: 14:19 Uhr: 20,5 Millionen Visits
27. Mai 201ß: 09:16 Uhr: 21,3 Millionen Visits
Hier das jetzt schon legendäre Video:
Das Medienfachblatt BILLBOARD schreibt über den Erfolg von Greyson Michael Chance:
Just when Justin Bieber thought he could singlehandedly claim the heart of every young girl on the planet, one YouTube video at a time, here comes Greyson Michael Chance with his own viral clip, a piano cover of Lady Gaga’s “Paparazzi” that leaves his classmates speechless.
Known by his YouTube handle Greyson97, the budding online sensation made his fellow sixth graders swoon with this rendition of Gaga’s hit song. Chance rocks a Bieber-esque hairstyle in the video, but the similarity ends there. Whereas Biebs will only tell his lady “One Time” how he feels and flash an innocent smile, Greyson pounds out “Paparazzi” with creepy-good emotional intensity and repeatedly warns that he’ll “follow you until you love me.”
The reactions that Chance gets from his all-female audience are priceless: Some giggle, others react as if they’ve seen a ghost (is that girl on the top left alright?), and the brunette in the middle just looks like she can’t wait until someone covers Fall Out Boy instead.
“Paparazzi” isn’t the only trick in Greyson97’s bag, either. The 13-year-old also apparently writes his own material, and though the subject matter seems a bit mature for his age, it’s not too shabby. [BILLBOARD]
Die aktuellsten News liefert Greyson natürlich selbst - über Twitter –> hier
Zum YouTube-Video mit dem Auftritt bei Ellen gehts –> hier
Martin Bruny am Donnerstag, den
13. Mai 2010 um 10:13 · gespeichert in Musical, Wien, Tonträger
Im September 2009 aufgenommen, bearbeitet, gemastered, bearbeitet und nach wie vor nicht am Markt: die Cast-CD des Jim Steinman-Musicals “Tanz der Vampire” in der sogenannten Wiener Fassung von 2009.
Die Vereinigten Bühnen Wien scheinen nun fast selbst nicht mehr an eine baldige Veröffentlichung zu glauben und haben sogar die Möglichkeit der Vorbestellung gestrichen (siehe —> hier)
Was haben wir also zu erwarten? Werden Teile nun neu eingesungen? Wird Krolock getauscht? Gibt es eine Bonus-CD mit einem neuen Grafen?
Aber zurück zu den Fakten: Es gibt derzeit kein fixes Erscheinungsdatum der neuen Cast-CD von “Tanz der Vampire” in der Fasssung von 2009.
Martin Bruny am Mittwoch, den
12. Mai 2010 um 07:47 · gespeichert in Netz, Pop
Er sorgt derzeit im Internet via YouTube für Furore, ein User mit dem Accountnamen “Greyson97″. Nicht (noch nicht) allerdings mit der hier eingebundenen Performance seines sebst komponierten Songs “Broken hearts”, sondern mit einem Cover von Lady Gagas “Paparazzi”. Zu diesem fabulösen Video gehts –> hier
Eine kleine Selbstbeschreibung von Greyson97:
I am very inspired by Lady Gaga and Augustana. Lady Gaga is a freak but she has so much talent and her style of music is what I would like mine to be when im older. Augustana is one of the most underated bands I think ever to step the planet. They have so much talent it is not funny. They have such a good concept with folk and rock. It is very sad that they are so unknown.
Martin Bruny am Mittwoch, den
12. Mai 2010 um 07:27 · gespeichert in Musical, Broadway
Die Berichte mehren sich, dass Green Days’ Musical “American Idiot” in Problemen steckt. Seit mehreren Wochen wird mit einer Auslastung von unter 70 Prozent gespielt. Das mag bei Stage Entertainment Deutschland noch als Erfolg gelten, wie man kürzlich lesen konnte, am Broadway ist man damit auf der Abschussliste - ganz oben.