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Archiv - August, 2010

Thomas Borchert: “If I sing …” [2010]

borchert2010.jpgAm 24. September 2010 erscheint “If I sing …”, die neue Solo-CD von Thomas Borchert, beim Wiener Label MG-Sound.

Martin Böhm und Ludwig Coss, die beidem Masterminds von MG-Sound, haben 14 Musicalsongs, die für Thomas Borchert Bedeutung haben und ihm im Laufe seiner 20-jährigen Karriere ans Herz gewachsen sind, neu arrangiert.

Eingespielt wurden die Lieder mit großem Orchester.

Tracklist
01 If I Sing (”Closer than ever”)
02 The Rum Tum Tugger (”Cats”)
03 Sweet Transvestite (”The Rocky Horror Show”)
04 Kitsch (”Elisabeth”)
05 High flying adored (”Evita”)
06 Schließ Dein Herz in Eisen ein (”Mozart!”)
07 This is the moment (”Jekyll & Hyde”)
08 Die unstillbare Gier (”Tanz der Vampire”)
09 Das Phantom der Oper (”Das Phantom der Oper”)
10 Dracula (”Dracula”)
11 Gigi (”Gigi”)
12 Hell to your doorstep (”The Count of Monte Christo”)
13 Together
14 Kiss of the Spiderwoman (”Kiss of the Spiderwoman”)

ean: 9120006683159
catalogue: 668315
label: HitSquad

Theater der Jugend: “Just So” mit Jan Hutter, Thomas Smolej, Norman Stehr, Wolfgang Türks u. a.

12. Oktober 2010
16:00bis18:00

justso.png
Wundervolle Entstehungsgeschichten vom “Anfang aller Jahre, als die Welt noch so funkelnagelneu war” erzählte der Literaturnobelpreisträger Rudyard Kipling seinem allerliebsten Liebling, seiner Tochter Josephine. Er erzählte sie just so, wie er sie von seiner indischen Amme gehört hatte.

“Just So Stories for Little Children” nannte er diese Geschichten, und er lieferte mit diesen “Geschichten für den allerliebsten Liebling” (wie die “Just So Stories for Little Children” (1902) in der deutschsprachigen Version heißen) Kindern umwerfende Antworten auf wichtige Fragen:

- Warum ist der Himmel blau?
- Wie bekam der Wal seinen Schlund, wie das Rhinozeros seine Haut, der Leopard seine Flecken und das Kamel seinen Höcker … und
- … und … warum hat der Elefant einen Rüssel?
- Wenn es eine Missis Sippi gibt, gibt es dann auch einen Mister Sippi?

Aus Kiplings Geschichten bastelten die beiden Briten George Stiles (Musik) und Anthony Drewe (Text) ihr bezauberndes und beschwingtes Familien-Musical “Just So”.

Den Inhalt der Musicalversion skizziert das Theater der Jugend folgendermaßen:

Es ist die Zeit der ersten Anfänge: Noch hat das Nashorn keine Falten, der Leopard keine Flecken und der Elefant keinen Rüssel. Der älteste Magier ermutigt alle Tiere, zu ihrer Einzigartigkeit zu finden. Der Krebs schießt dabei übers Ziel hinaus: Gierig frisst er sich durch die Weltmeere und wächst dabei ins Riesenhafte, bis er bei der täglichen Futtersuche halb Afrika und Indien unter Wasser setzt. Die Flutopfer resignieren – gegen so einen Feind kann man nichts unternehmen.
Nur einer stellt das in Frage: das Elefantenkind. Es hat zum Leidwesen seiner Herde eine Frage zu allem: Warum ist der Himmel blau? Wenn es eine Missis Sippi gibt, gibt es dann auch einen Mister Sippi? Warum sagen wir dem Krebs nicht, er soll aufhören, so selbstsüchtig zu sein? Der älteste Magier stellt dem Elefantenkind den Kolokolovogel zur Seite, der sich zwar nicht fliegen traut, dafür aber auf alles eine Antwort hat. Auch auf die Frage, wo man den Krebs finden kann: am groß-grau-grünen Limpopo-Fluss nämlich. So beginnt eine Segelfahrt ins Ungewisse, voller Überraschungen und Gefahren.
Wie der Krebs besiegt wird, wie das Nashorn Falten und der Leopard Flecken bekommt und wie die unersättliche Neugierde des Elefantenkinds ihm zu einem Rüssel verhilft, alles das erfährt man in George Stiles und Anthony Drewes Musical. »Just So« erzählt aber auch vom Mut der Allerkleinsten und davon, wie man über den eigenen Schatten springt.

Eine genaue Inhaltsangabe bieten Drewe & Styles auf ihrer Website –> hier

2008 zeigte das Theater der Jugend aus der Feder der beiden das Musical “Honk!” und konnte damit einen Erfolg landen. »Just So« wird nun im Stil eines fesselnden musikalischen Roadmovies in der Regie von Henry Mason, mit einer Live-Band, auf die Bühne gebracht.

Auf der Bühne eine Besetzung, die vielen Musical- & Theaterfans ein Begriff sein dürfte. Es spielen beispielsweise Wolfgang Türks (”Frühlings Erwachen”), Norman Stehr (”La Cage Aux Folles”, “Rocky Horror Show”, “Cabaret der verlorenen Seelen”), Thomas Smolej (langjähriges Mitglied des Kabarett Simpl, “Gustav Klimt”), Jan Hutter (”Rudolf”, “No Way To Die”, “The Scarlet Pimpernel”), Christoph Somersguter (”Rebecca”, “Elisabeth”, “Evita”) und viele andere.

Die Premiere steigt am 12. Oktober 2010 im Wiener Renaissancetheater um 16 Uhr.

JUST SO
Musik von George Stiles, Buch und Gesangstexte von Anthony Drewe
Inspiriert durch die Geschichte von Rudyard Kipling
Deutsche Übersetzung von Henry Mason
Orchestrierung von Christopher Jahnke unter Mitarbeit von John Clancy

Leading Team
Regie: Henry Mason
Musikalische Leitung: Gerald Schuller
Choreographie: Francesc Abà³s
Bühne: Michaela Mandel
Kostüme: Jan Hax Halama
Licht: Frank Sobotta
Korrepetition: Hannes Dobretz

Cast
Uwe Achilles, Natalie Ananda Assmann, Daniela Dett, Christian Graf, Jan Hutter, Robert Neumayr, Thomas Smolej, Christoph Sommersguter, Norman Stehr, Julia Tiecher, Wolfgang Türks, Lynne Williams

sowie mit den Musikern Andy Bartosh, Gerald Schuller u. a.

Renaissancetheater
7, Neubaugasse 36
Aufführungen ab 8. Oktober 2010
Premiere am 12. Oktober 2010 um 16:00 Uhr
Weitere Vorstellungen: täglich außer sonntags bis 20. November 2010
ab 6 Jahren

“The Miraculous Year”: HBO produziert TV-Serie über Broadway-Komponisten - Stephen Sondheim schickt Anwälte los

Zunächst einmal ist der Umstand, dass der amerikanische Kabelsender HBO eine TV-Serie über einen Broadwaykomponisten und Texter produzieren will, ein bemerkenswerter. Kommt ja nicht alle Tage vor, dass das Musicalgenre als TV-Serie abseits von Filmchen mit dröger Musik und dazu hüpfenden Schulmädchen und -jungen in einer TV-Serie verwurstet wird. Inhaltlich geht es in “The Miraculous Year”, so der Titel der Serie, um einen unbändigen, selbstzerstörerischen und manipulativen Broadway-Komponisten, der den Spagat zwischen seinem anspruchsvollen neuen Theaterstück und seiner dysfunktionalen New Yorker Familie zu bewältigen versucht.

Zweitens ist die Besetzung der Serie “The Miraculous Year”, die bis jetzt gefunden wurde, nicht gerade schlecht. Es spielen unter anderem Norbert Leo Butz, Susan Sarandon, Hope Davis, Frank Langella, Eddie Redmayne, Patti LuPone, Lee Pace und Linus Roache. Produziert wird die Show von Kathryn Bigelow (”The Hurt Locker”) und John Logan (”Red”).

Aber wieso droht Stephen Sondheim mit einer Klage? Das hat unser aller Michael Riedel von der New York Post, von vielen gehasst, von vielen gern gelesen, in einem Artikel zusammengefasst: Der Hauptdarsteller der Serie, die ab 2011 auf Sendung gehen soll, heißt Terry Segal. Beschreiben kann man ihn wie folgt:

Terry lebt in einem eleganten Stadthaus, er ist schwul, schreibt anspruchsvolle Broadwayshows, die bei den Kritikern ein Hit sind, aber nicht grade beim Massenpublikum. Terry trinkt, und das nicht wenig, und er hat Erfahrungen mit Kokain. Am Ende des Pilotfilms wird Terry 44 Jahre alt sein und einen Herzinfarkt erleiden.

Und was hat das nun mit Stephen Sondheim zu tun? Nun, Sondheim lebt in einem eleganten Sandsteinhaus in Turtle Bay, er ist, wie Terry, schwul, und er ist dem Trinken durchaus zugetan. In einem Interview mit der “Times” meinte er: “I have a large capacity for alcohol”. Ein Reporter der “Times” beobachtete Sondheim vor einigen Jahren, wie er in der Pause einer Aufführung von “Follies” eine Flasche Chardonnay recht zügig gelehrt hat und dann von seinem jungen Freund an der Hand über die Straße, zurück zum Theater geführt wurde. Auch Sondheim hat Erfahrungen mit Kokain gemacht, in den 1970er Jahren, wie er seiner Biographin Meryle Secrest anvertraute. Seinen Herzinfarkt hatte Sondheim zwar nicht mit 44, aber mit 49.

Kurz und gut, als Sondheim genauere Details von “The Miraculous Year” erfahren hat, schickte er seine Anwälte los. Das Resultat: Man wird Änderungen vornehmen. Terry wird am Ende des Pilotfilms nun keinen Herzinfarkt haben, sondern ein Aneurysma (Jonathan Larson ist tot, er kann nicht mehr klagen). Die Frage ist, ob nicht Stephen Schwartz der nächste sein wird, der seine Anwälte losschickt, denn gleich in der ersten Szene zieht sich Terry zwei Linien - auf einem Programmheft von “Wicked”. Es bleibt also spannend.

Links
- The Miraculous Year: IMDB-Eintrag
- NY Post: Send in the lawyers

Vereinigte Bühnen Wien: Musical meets Opera

3. Oktober 2010
11:00bis13:00

Wenn Wien in Bezug auf das Theater eine Besonderheit aufweist, was ja bei vielen unumstritten ist, die hier ein ganz besonders tolles Publikum orten, während andere ein eher kritisches, andere wiederum ein teilweise schwieriges Publikum zu sehen glauben, wenn also Wien etwas ganz “Eigenes” auf dem Theatersektor vorzuweisen hat, ist es eine Art Schauspieler-Verrücktheit. Vor Jahrzehnten hieß es unter den Theaterfans “Gemma Hörbiger schaun”, “Gemma Wessely schaun.” Der Schauspieler an sich ist eine Attraktion, er wird adoriert wie sonst kaum in einer anderen Stadt. Man sollte eigentlich meinen, dass Theatermacher das wissen und ihren Vorteil daraus ziehen. Denn das bezieht sich nicht nur auf das Sprechtheater, sondern auch auf das Musiktheater.

Dennoch lesen wir dieser Tage eine Ankündigung der Vereinigten Bühnen Wien, die wie folgt lautet:

Musical meets Opera - Zu Gast bei den Vampiren ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen den Freunden der Wiener Staatsoper und den Vereinigten Bühnen Wien. Ein Vormittag für Musikbegeisterte und eingefleischte Fans, die Musical und Oper aus einem anderen Blickwinkel erleben möchten.

Hören Sie lustige und spannende Anekdoten aus dem Vampirtheaterleben und freuen Sie sich auf die eine oder andere Live-Darbietung der Künstler. Die Vampire - einmal ganz ohne Kostüm - werden von Thomas Dänemark von den Freunden der Wiener Staatsoper durch diese Matinee geführt.

Seien Sie gespannt auf die Persönlichkeiten die sich allabendlich hinter der Maske verbergen.
Ermäßigte Tickets (Musicalclubpreis 6€ statt 12€) sind unter 01 58885 und an den Tageskassen der Vereinigten Bühnen Wien buchbar.

Darunter, liebe Freunde, kann man sich genau gar nichts vorstellen. Was wir also am 3. Oktober 2010 um 11 Uhr im Ronacher sehen können, wir wissen es nicht. Keine Meisterleistung der Ankündigung, schade eigentlich. Tickets gibt es für alle Unerschrockenen bei Wien Ticket. Verkauft wird bei Wien-Ticket eine Hälfte des Saals. Was passiert mit der anderen? Nein, bitte nicht zuuuuu viele Informationen.

Update 11. September 2010

Mit zahlreichen Live-Auftritten von: Marjan Shaki, Barbara Obermeier, Lukas Perman, Gernot Kranner, Marc Liebisch, Alexander di Capri, Thomas Weißengruber. Moderation: Thomas Dänemark

“Eh wurscht” - Wiener Publikumslieblinge gestalten Wittenbrinks szenischen Liederabend

4. November 2010
20:00bis22:00

Am 4. November 2010 findet in Wien im Theater in der Josefstadt die Uraufführung von Franz Wittenbrinks “Eh wurscht” statt. Auf der Bühne Publikumslieblinge wie Elfriede Ott, Kurt Sobotka, Louise Martini, Ruth Brauer-Kvam, Maria Köstlinger, Sona MacDonald, Eva Mayer, Susanna Wiegand, Michael Dangl, Martin Hemmer, Oliver Huether, Toni Slama und Siegfried Walther.

Frank Wittenbrink hat ein neues Theatergenre erfunden, den Wittenbrink-Abend: eine als szenischer Liederabend getarnte, mal liebevoll feine, mal ironisch grobe, immer nachdenklich-vergnügliche Menschenbeobachtung.

Das Besondere daran ist, dass die von ihm erfundenen Figuren ihre Konflikte, Sehnsüchte, Gedanken und Gefühle ausschließlich durch und mit ihren Liedern erzählen. Durch die Art und Weise, wie bekannte Schlager, Lieder, Chansons aneinanderreiht bzw. gegeneinander gesetzt werden, der Text verändert wird und durch die darum herum gespielten Situation erzählt er jeweils einem Rahmenthema angepasste, meist lustige, aber durchaus auch zum Nachdenken anregende Geschichten.

Die Musikauswahl wird meist in der Probenphase in Zusammenarbeit mit den Schauspielern erarbeitet. Hier wird keinerlei Unterschied gemacht zwischen U- und E-Musik - genommen wird, was von der Stimmung passt. Was nicht passt, wird nach Belieben arrangiert, umgetextet oder gleich neu komponiert.

Worum gehts in “Eh wurscht”? Das beschreibt Wittenbrink folgendermaßen:

Ein Würstelstand in Wien. Wo, wenn nicht hier, treffen sich Eingeborene und Touristen, Genies und Wahnsinnige, Operngänger und Frauenmörder, Vorstadtteenies und alte Grantler? Ob wer sein Glück findet, sei dahingestellt. Ob das wirklich Käse ist in der Krainer: ebenso. Hat er nun oder nicht sein Weib entleibt? Kriegen sie sich am Ende? War das etwa Haschisch? Inwieweit interessiert das die Kieberei? Und was soll eigentlich der Pandabär? Fragen Sie nicht. Oder fragen Sie den Rosenverkäufer. Aber auch der wird Ihnen vermutlich nicht sagen können, warum hier dauernd gesungen wird. Ist das vielleicht eine Oper?
Und ob das, was da alles am Würstelstand passiert, wirklich »eh wurscht« ist, das werden Sie auch erst rauskriegen, wenn Sie selbst hingehen.

Eh wurscht
Uraufführung: 4. November 2010
Theater in der Josefstadt
Regie: Franz Wittenbrink
Musikalische Leitung: Franz Wittenbrink, Christian Frank
Bühnenbild: Thomas Olà¡h
Kostüme: Nini von Selzam

“The Last Goodbye” - Premiere für Jeff-Buckley-Musical

Damon Daunno, Kelli Barrett, Photo by Sam Hough1997 starb der amerikanische Singer/Songwriter Jeff Buckley im Alter von 30 Jahren. Im Mai dieses Jahres hielt er sich in Memphis, Tennessee, auf, um an seinem zweiten Studioalbum “My Sweetheart the Drunk” zu arbeiten. Am Abend des 29. Mai, kurz vor der ersten Probe zum neuen Album mit seinen Bandkollegen, machten er und ein Freund am Ufer des Wolf River halt. Spontan ging Buckley vollbekleidet ins Wasser. Er kam bis zur Mitte des Flusses, wo ihn die Bugwelle eines Schiffes unter Wasser zog. Die Leiche des 30-Jährigen wurde fünf Tage später gefunden. Laut Obduktionsbericht befanden sich kein Alkohol oder andere Drogen in seinem Körper.

2010 - Buckley ist längst zur Legende geworden, das hat viele Gründe. Einer davon ist die Art und Weise, wie er auf seiner Debüt-CD “Grace” (1994) den von Leonhard Cohen 1984 geschriebenen Song “Hallelujah” interpretiert hat. Es war diese Interpretation, die der Grundstein zu seiner Karriere wurde.

Heute nennen viele Musiker aus der Singer/Songwriter-Branche Buckley als wichtige Inspirationsquelle, unter ihnen Coldplay, Radiohead, Muse-Frontmann Matthew Bellamy, Ryan Adams, Rufus Wainwright und Bright Eyes. Chris Cornell hat ihm auf seinem Soloalbum “Euphoria Morning” den Song “Wave Goodbye” gewidmet und auch die Indelicates gedenken seiner mit dem Song “… If Jeff Buckley Had Lived”.

Damon Daunno, Nick Blaemire, Photo by T. Charles Erickson

2010 ist auch das Jahr, in dem ein Musical mit der Musik von Jeff Buckley seine Premiere feierte. Am 5. August startete “The Last Goodbye”, eine Rockversion des bekannten “Romeo & Julia”-Stoffs, beim amerikanischen Williamstown Festival. Noch bis 20. August 2010 ist die Show zu sehen.

The Last Goodbye
Idee/Adaption: Michael Kimmel
Musik/Texte: Jeff Buckley
Musikalische Leitung, Arrangements: Kris Kukul
Regie: Michael Kimmel
Choreographie: Sonya Tayeh

Bühnenbild: Michael Brown
Kostüme: Anne Kennedy
Lichtdesign: Ben Stanton
Sounddesign: Ken Travis
Production Stage Manager: David H. Lurie
Production Manager: Joel M. Krause
Casting: MelCap Casting

Cast

Kelli Barrett, Nick Blaemire, Celina Carvajal, Merle Dandridge, Damon Daunno, Tom Hennes, Max Jenkins, Jo Lampert, Jesse Lenat, Deb Lyons, Grace McLean, Michael Park, Ashley Robinson, Chloe Webb

Michael Park, Merle Dandridge, Photo by T. Charles Erickson

Michael Kimmel über “The Last Goodbye” in einem Interview mit timesunion.com:

Q: What effect did Buckley’s music have on you when you first heard it, and over time?

A: I think I had and continue to have the reaction most fans of Jeff’s have, I am in awe of how emotionally raw and honest his voice and songs were. I think that when people find Jeff’s music, they tend to be going through a turbulent time, and Jeff’s a kindred spirit, someone who is going through the same pain or anguish. It has always been important to me to capture that aspect of the music as we adapt it to the play. The characters in “Romeo & Juliet” are going to extreme places emotionally, and the rawness of Jeff’s songs makes that even more intense.

Q: Chicken or egg: Did you first decide to revamp “Romeo & Juliet” or to create a vehicle using Buckley’s music?

A: Neither. It was a truly organic discovery. I was listening to Jeff’s song “Forget Her,” and it reminded me of Benvolio talking to Romeo about Rosaline. So I went back to the play and Benvolio says, “Be ruled by me, forget to think of her.” And so as I developed it, and looked to add more music, what happened was the play would give a specificity and context for the songs, and the songs gave a new emotional depth to the story. The other exciting thing about Jeff’s music is that its full of conflict. He sings about things he is in the middle of, that he’s trying to work out. That makes the music active and gives it a journey, so that the songs fit into the scenes really well. As for fusing the two, since both Shakespeare’s poetry and Jeff’s are similar, we tried whenever possible to weave them together (as opposed to scene/song, scene/song). I think the piece is most exciting when you don’t know where Shakespeare ends and Jeff begins.

Q: Is this a period piece, or is it set in modern times? Is there much dance? Is the music intermittent or throughout?

A: The look and feel is definitely modern, as well as urban. There is a grittiness to the setting that mirrors the music. Sonya Tayeh, our choreographer, has been working to create a visual vocabulary in movement that marries the visceral aspects of the play and the music. It’s emotionally relatable, exciting and fresh. I don’t think there’s been movement quite like this on a stage before. And we use part or all of 20 of Jeff’s songs, so there is music throughout.

Q: How intertwined is the music in this production, and how closely did you work with Kris Kukul on the arrangements?

A: Kris and I worked very closely on the arrangements in terms of placement of songs and context. But the arrangements are all his ideas. What is truly amazing is how he has taken songs for one voice and opened them up for an ensemble. The arrangements take beautiful songs and make them epic and theatrical. He also arranged them so they never lost their gritty rock feel, even with more voices involved.

Chloe Webb, Kelli Barrett, Photo by Sam Hough

“The Last Goodbye”, das könnte eine Show sein, die es irgendwann an den Broadway schafft. In die Williamstown-Produktion investierten unter anderem die Broadway-Produzenten Hal Luftig sowie Stephen und Ruth Hendel. Ein Reading ist für den Herbst in Manhattan geplant.

Links
- New York Times: Star-Cross’d Songs for Star-Cross’d Lovers
- “The Last Goodbye” @Facebook
- Variety: Buckley’s ‘Goodbye’ tunes up
- Playbill: Jeff Buckley Musical The Last Goodbye to Debut at Williamstown; Further Details of 2010 Season Emerge

Der Buben-Club: Nicholas Ofczarek & Sascha Oskar Weis

“Spider Man” am Broadway: Ein Musical, das die Branche rettet? Wovor?

Mit einer wohl zweideutig gemeinten Schlagzeile, die da lautet “Spider Man soll den New Yorker Broadway retten”, berichtet “Welt Online” (–> hier), also nicht gerade ein Käseblättchen, über das U2-Musical, das nach vielerlei Problemen doch noch seine Premiere am Great White Way feiern soll. Heuer, oder nächstes Jahr, man wird sehen.

Ein paar Fragen könnte man stellen. Zum Beispiel: “New Yorker Broadway”? Welcher sonst? Der von Mönichkirchen etwa oder von Gars am Kamp?

Zum Thema “retten”. Vermutlich, ja ganz sicher, ist das nur eine Anspielung auf die Superhelden zugeschriebene Fähigkeit, etwas “retten” zu können, hoffentlich, denn wenn der Broadway eines nicht braucht, dann ist es ein “Retter”, schon gar nicht eine Pseudo-Hallelujah-Figur wie Bono Vox. Trotz Krise geht es dem Broadway wunderbar, und ab und an feiern da sogar wirkliche Musicals Premiere.

Wird man von “Spider Man” dereinst behaupten können, dass es sich um ein “Musical” handelt? Man weiß es nicht, noch nicht. Die angekündigte Mischung im Kreativteam aus “König der Löwen” (Julie Taymor, Regie) und einer Band wie U2 lässt nicht vermuten, dass ein “echtes” Musical auf die Bühne kommen wird. Aber wer definiert das schon? Was Disney, Elton John und Musicals betrifft, da gehen die Einschätzungen unter Musicalfans weit auseinander. Es soll ja welche geben, die Disney-Shows wunderbar finden und auf ihrer Negativliste die “gesammelten Werke von Stephen Sondheim” stehen haben. Da muss man sich dann schon fragen lassen, welches Genre man tatsächlich mag. Es soll ja aber auch Leute geben, die “Spider Man”, ohne es gesehen zu haben, einem Musical wie “Bloody Bloody Andrew Jackson” den Vorzug geben, weil U2 und “König der Löwen” …

Freuen wir uns also auf “Spider Man” mit seinen Flugstunts und waghalsigen Choreografien, freuen wir uns auf ein Musical, das wieder mal das teuerste aller Zeiten ist. Sicher wird uns U2 mit ganz etwas Großartigem überraschen, denn wenn man wie The Edge den Mund so voll nimmt, dann sollte man schon auch liefern können:

The Edge: Musicals hatten ihren Höhepunkt in den 40er-, 50er- und 60er-Jahren. Ich finde nicht, dass es in diesem Metier seither etwas Neues, Interessantes gab. Das wollen wir jetzt versuchen.

Absurde Starwahlen: TV-Media sucht “heimische Talente mit dem größten Potential”

soeingaga.jpg

Wir haben Sommer, klar, das Sommerloch ist mittlerweile ein Riesenmoloch, nichts zum Abschieben mehr hier, außer einem Elefanten in Schönbrunn, die Unterrichtsministerin im Ausland, die Wiener Grünen eigentlich nur mehr ein Fall für Elizabeth T. Spira, die Wiener Wahlen auch noch entfernt. Es tut sich nichts auf den Wiener Theaterbühnen, die Marketingabteilungen urlauben, die Darsteller schicken ganz liebe Facebookgrüße aus Kazikistan, Swasiland oder Lesotho, Ankündigungen neuer Produktionen, ach das kommt dann im September, wer will da jetzt schon was drüber wissen (ein großer Irrtum).

Wien ist im Sommer scheintot, wenn, ja wenn da nicht ein TV-Magazin zum Potentialhalali blasen würde. TV-Media sucht das heimische (was immer das ist) männliche (das lässt sich definieren) Talent (naja) mit dem größten Potential (oho, wer darf da wählen, Kartenleger, Theaterdirektoren, Schauspiellehrer, Seher).

Zur Auswahl hat man als potentieller Wähler der heimischen Jungstars mit dem “größten Potential” folgende Herren: Oliver Rosskopf, Michael Pascher, Matthias Mamedof, David Heissig, Michael Steinocher, Julian Loidl, “Julian Lohmann” und Laurence Rupp.

Gegen keinen der Darsteller ist etwas zu sagen, sicher lässt sich für jeden ein Grund finden, warum er im TV-Media-Startopf gelandet ist, aber die Auserwählten haben auch nichts gemein. Sie stammen innerhalb des Schauspielgenres aus völlig unterschiedlichen Galaxien, die von Billigsdorfer-Deppenserien wie Soko Kitzbühel und Soko Filzpantoffel bis hin zu qualitätsvollen Schauspielproduktionen reichen. Klar, keiner hats immer leiwand, und jeder muss Geld verdienen, auch mal mitten im Achten, aber dennoch: Wie wurde die Auswahl getroffen und bis wann ist man ein “Talent”?

Ein anderer Punkt: das Wahlprozedere. Wie haben zur Zeit ein interessantes Zwischenergebnis, das da lautet:

01) Oliver Rosskopf - 61,5 Prozent
02) Michael Pascher - 33,8 Prozent
03) Matthias Mamedof - 1,4 Prozent
04) David Heissig - 0,9 Pozent
05) Michael Steinocher - 0,7 Prozent
06) Julian Loidl - 0,7 Prozent
07) “Julian Lohmann” - 0,5 Prozent
08) Laurence Rupp - 0,4 Prozent

Wow! 61,5 Prozent für Oliver Rosskopf. Das wäre ja fast so, als würde man Klaus Maria Brandauer gegen, keine Ahnung, den Wurzelsepp antreten lassen, einen ähnlich triumphalen Vorsprung würde man da erwarten. Sieht man sich die Wahlmodalitäten etwas näher an, stellt man fest, dass jeder Wähler beliebig viele Stimmen abgeben kann. Natürlich will niemand behaupten, dass Oliver Rosskopf ne super große Familie und einen besonders geilen Fanclub haben muss. Er ist halt einfach “bekannt”, anders lässt sich dieser Vorsprung nicht erklären, wie auch.

Natürlich könnte man auch ein kleines Experiment starten und jeden Leser des Kultur-Channels auffordern, doch 30 Mal jeden Tag für “Julian Lohmann” zu stimmen. Der Witz dabei wäre, dass man für jemanden stimmen würde, den es gar nicht gibt. Denn “Julian Lohmann” schreibt sich eigentlich Julian Looman, und ganz ehrlich, wenn man schon ein Talent mit dem größten Potential sucht, könnte man auch den Namen richtig schreiben.

Link
- TV-Media: “Neue Männer braucht das Land”
- Oliver Rosskopf - er zählt auf euch
- Michael Pascher @Wikipedia

Anthony Tommasini analysiert Stephen Sondheim

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